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zuweilen deren zwei oder drei, nach dem Wege hat, der auf die Felderdes Gutes führt, die sich in langen Streifen von der Hofreite aus biszu der Grenze der Dorfflur hinziehen.
In der Scheune liegen zu beiden Seiten der aus Lehm geschla-genen Tenne die Bansen mit den aufgeschichteten Garben. In grösserenGütern hat die Scheune zwei oder drei Tennen.
Auf der Hofseite, die gegen das Haus sieht, liegt in der Regel dasAusgedinge oder Auszughaus, worin der frühere Besitzer des Gutes,nachdem er es abgetreten oder verkauft hat, im Ausgedinge oder Aus-zuge sitzt. An dieses meist kleine Haus sind Ochsen- und Schafstallzuweilen unter einem Dache angebaut. Im oberen Stockwerk oder unterdem Dach befindet sich der Strohboden.
In anderen Höfen sind Schafstall und Schuppen unter demselbenDach und liegen der Scheune entgegengesetzt. Der Schuppen birgtdie Wagen, Pflüge und Eggen. Neben ihm liegt oft eine Schirrkammer,worin die nötigen Stellmacher- (Wagner-)Arbeiten gemacht werden.
Einen grossen Teil der Hofreite nimmt der Misthaufen, die Dünger-grube, ein. Sie liegt dem Pferde- und Kuhstall und damit auch demHause ganz nahe.
Der Brunnen, der früher allgemein ein Schwengelbrunnen war,jetzt aber häufig, besonders in den wohlhabenderen Gegenden, in einePlumpe verwandelt ist, findet sich meist in der Nähe der Scheune;doch wird seine Lage natürlich durch den Wasserquell bestimmt.
Vor dem Stubengiebel des Hauses liegt in der Regel ein um-zäuntes Blumengärtchen, das Ziergaertel, dessen Vorderzaun die Hof-mauer an dieser Stelle ersetzt, welche im übrigen, wo nicht Gebäudean die Strasse stossen, die Hofreite samt dem Gras- und Obstgartenumschliesst, der mindestens auf einer Seite zwischen der Hofreite unddem Nebenhofe liegt.
Bei Gärtnerstellen genügt ein Stangenzaun statt der Mauer.
Auch der grösste Bauerhof des Dorfes, der Scholzenhof, dieScholtisei oder Schölzerei, ist nach jenem Grundriss angelegt, und ebensoder Dominialhof in den Dörfern, welche ein Rittergut haben. Es istdie weit überwiegende Menge.
Im sogenannten Dominium bildet in der Regel das (stets Schlossgenannte) Herrenhaus die eine Seite des Geviertes. Die anderen sinddurch das Gesindehaus, mit welchem Pferde- und Kuhstall meist untereinem Dache liegen, durch den Schafstall, die Scheunen und die Schuppenbesetzt. Den Verhältnissen entspricht die bedeutendere Grösse derGebäude; nach Bedürfnis ist die Zahl derselben auch doppelt oderdreifach.
Wer mit vergleichendem Auge diese Beschreibung des schlesischenHofes und Bauerhauses gelesen hat, vvird die Behauptung, dass diefränkische Haus- und Hofanlage bei uns herrsche, ohne Einwendungzugeben.
Durohwandern wir die Oberlausitz, Nordböhmen, Meissen, dasOsterland, Thüringen und Hessen, die bayrischen Kreise Ober-, Mittel-und Unterfranken, das mittelrheinische Gebiet, so finden wir überalldieselbe Grundanlage und meist auch dieselben Einzelheiten.