Q\l Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien. 217
Galle f. in Bergnamen: die Weissgalle Berg bei Schömberg. Auchin Hessen kommt Gall, Gallonen in Bergnamen vor: Arnold. An-siedelungen 1, 49; ferner in Tirol südlich der Zillerthaler Alpen undin der Schweiz (Uri).
gatschkern Zw. sich begatschkern; sich begiessen, beschmutzen. —gatschkrig Adj. schlüpfrig. — D.Wb. IV, I. 1, 1495.
Gatschrich m. lüsterner geiler Mensch; aus gätsch lascivus abge-leitet. — D.Wh. IV, I. 1, 1495.
Glefe, Gläve f., im Plural die Gläven, die Kinnbacken. — Zu glefe,Lefze, Lippe, das noch im Nassauischen erhalten ist: Kehrein, Volks-sprache in Nassau 1, 166.
glenzern, glenstern, glinzern, glinstern Zw. glänzen, glitzern. —Schmeller, Bair. Wb. P, 975.
Gnetze f. Hautausschlag, Schorf (altschlesisch). — Ein mitteld. Wort,Weigand, Wh. 1, 710, Vilmar 141; nd. Gnatz, Brem. Wb. II, 523.
graetig Adj. verdriesslich. Oberdeutsch, Schmeller l 2 , 1016.
grätschen, grätschen Zw. unbehilflich und breit einherschreiten; un-geschickt tasten. — Meissnisch, zipserisch, fränkisch und oberdeutsch:meine Beiträge z. schles. Wb. 29 b .
Griebsch m. Kernhaus der Aepfel und Birnen. — Laus., meissn.,thüring., ostfränk., hess., mittelrheinisch.
Grund m. Gebirgsthal, Schlucht. Kommt zwar nd. und obd. yor, istaber in dieser Bedeutung namentlich üblich in Meissen, Nord-böhmen, im ungrischen Berglande, in Ostfranken und nördlichemHessen.
Härte f. Bergwald: Name vieler Bergwälder, so im Waldenburgschen;vgl. ferner die Harte oder der Harteberg bei Baitzen, Kreis Franken-stein; die Harte, Wald zwischen Arnsdorf und Quirl, Kreis Hirsch-berg; die Kummerharte Berg bei Warmbrunn; der Harteberg beiGrochau, Kreis Prankenstein; der Harzberg bei Konradswalde, KreisSchönau. — Der häufige Dorfname Harte (amtlich Hartäu geschrie-ben!) bezeichnet das Dorf bl der harte (1217 vorwerc bl der harte). —Das Wort hart ist mit der Bedeutung Wald, Waldberg zwar über •ganz Deutschland verbreitet; ganz besonders war und ist es aber inPranken und Thüringen im Brauch, und zwar in weiblichem Geschlechtwie in Schlesien.
Hegerauch m. trockener Nebel im Sommer; hegericht Adj. voll troeke-_ner Nebel. — Die Form hege neben hei (Adj. dürr, trocken) kommtnamentlich hessisch vor, Vilmar 157.
hellig Adj. dürr, lechzend (Butschky). — Ein obd. und md. Wort,D.Wb. IV, 2, 973.
heint (A. Gryph.), heinte (Opitz, Scherffer, Schweinitz, Lohenstein,Chr. Gryph.), heunt (Opitz, Czepko, Coler), heunten (Sehweinichen):diese Nacht, heute. — Jetzt ist in Schlesien, gleichwie in Lausitz,Meissen, Thüringen, hinte die geläufige Form, die übrigens schonfrüher vorhanden war.
un-ge-hirm Adj. ungeheuer. Altes md., obd. Wort, das sich bei unserbalten hat. — D.Wh. IV, I. 2, 2483.
Hübel m. (in älterer Zeit hobil) Hügel; Lehne an einem grösseren