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Die Verbreitung und die Herkunft der Deutschen in Schlesien
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186 Karl Weinhold, [3Q

erbärmlich bezahlt und dadurch gezwungen, als Spielleute in denKretschams und bei allen Lustbarkeiten zu dienen, daher roh und demTrunk ergeben. Aber es gab keinen Ersatz für die Unwürdigen Knechte,welche den Bauern und den Gutsherren als die wohlfeilsten auch dieliebsten waren. Kam ein nach dem Land - Schulreglement gebildeterjunger Lehrer in den Ort, so suchte man ihn bald hinwegzuärgern undam liebsten ihn bei einem benachbarten Regiment als Soldaten unter-zustecken.

Erst mit Errichtung der Regierung zu Oppeln 18l6 ist es inOberschlesien besser geworden. Die Schulen wurden nun wirklich ver-mehrt und verbessert, der Lehrerstand allmählich anständiger gestelltund besser erzogen, und von nun an mit dem mächtig aufsteigendenBergbau und Hüttenwesen, mit dem Zuzug vieler deutschen Beamtenund Geschäftsleute begann sich auch die deutsche Sprache in den bisherganz poluischen Kreisen auszubreiten. Das Volk selbst fand es nütz-lich, neben der polnischen Muttersprache das Deutsche zu können. Aberes ist langsam gegangen. Der Präsident der Oppelner Regierung vonHippel hob in seiner Denkschrift von 1826 über die Zustände in seinemBezirke hervor, dass die sprachlichen Verhältnisse auf der rechten Oder-seite noch dieselben wie vor achtzig Jahren seien und dass dies an denSchulmeistern, die wenig deutsch könnten, und am konfessionellen Gegen-satz liege.

Den Bestand des Polnischen, in den uns die Akten der Schul-reform unter Friedrich dem Grossen einen Blick thun Hessen, lernenwir durch die Mitteilungen des verdienten Albr. Fr. Zimmermann inseinen Beiträgen zur Beschreibung von Schlesien (Brieg 1783bis 1795) näher kennen, obschon ihnen Vollständigkeit und auch viel-fach die Genauigkeit fehlt.

Schon der Minister v. Schlabren dorff hatte durch die Landräteerfahren, dass selbst im norwestlichen Niederschlesien slavische Dörfersich fänden 1 ). In fünf Dörfern des Saganer Kreises (um Priebus) wurdenWenden 2 ), in vier des- Grünberger Polen entdeckt. Da der Unterrichtin den Schulen aber deutsch war, schien es ohne Belang.

Zimmermann (X, 312) gibt an, dass im jenseitigen (auf demrechten Oderufer gelegenen) Dorfe Kleinitz und im diesseitigen Bobernigim Grünberger Kreise von alten Wirten noch polnisch gesprochen werde.Im Kreise Freistadt ist nach ihm (X, 87) die Sprache der Bewohnermeist deutsch.Nur um die Oder und in den königlichen Amtsdörfernwird wasserpolnisch gesprochen."

Ueber Militsch - Trachenberg hatte v. Schlabfendorff erfahren,dass in einigen Dörfern noch polnisch gesprochen werde, der Schul-unterricht aber deutsch sei. Zimmermanns Angaben (VII, 371 f.) stimmendamit im wesentlichen überein. Nur in einigen nahe der polnischen(posenschen) Grenze gelegeneu Dörfern werde noch polnisch gesprochen.Es sei verwunderlich, dass zwischen Trachenberg und Rawitsch nur

J ) Zeitschr. f. Gesch. Schles. XVII, 325.

2 ) Als die ehemals wendischen Dörfer des Priebuser Bezirks, die jetzt deutschsind, werden sich Jamnitz, Patag, Podrosche und Buchwalde ergeben.