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liegen alte polnische Dörfer: Ovesno Habendorf, Belava Bielau, PilavaPeilau, Gola Guhlau, Lgota Elgut, Slupice Schlaupitz, Kelczin Költschen.Alle übrigen Orte aber sind Neugründungen des 13. Jahrhunderts undselbst in Peilau waren früh zahlreiche Deutsche angesiedelt schon vor1230. Hier hatte also das Deutsche verhältnismässig zeitig dasUebergewicht.
Aehnlich steht es im Waldenburger und Landeshuter Kreise.Dagegen ist der Hirschberger stark von Slaven besiedelt gewesen unddas Deutsche wird hier erst allmählich zum Uebergewicht gekommen sein.
Um die Mitte des 14. Jahrhunderts gab es im Boberthal umLahn so viel Polen, dass das Kloster in Liebenthal 1349 dem Pfarrervon Lahn die Bergkapelle neben dem Städtlein samt erforderlicherAusstattung zur Anstellung eines Deutsch und Polnisch verstehendenKaplans übertrug x ). Damals wird also die Bobergegend bis überLöwenberg hinab zwar überwiegend, aber keineswegs rein deutsch ge-wesen sein.
Wie es im Flachlande stund, mag der Neumarkter Kreis beweisen,in dem sehr früh, wie oben S. 166 l10] g eze ig^ ward, Aussetzungenzu deutschem Recht geschehen waren. Aus Urkunden von 1297, 1298sehen wir, dass der um Kostenblut und Schöbekirch angesessene Adelund die Bauernschaft von Landau noch ganz polnisch war 2 ). Das be-leuchtet die dortigen Verhältnisse überhaupt. Die Bauernnamen ausKrampitz in Urkunden des 15. Jahrhunderts machen noch einen ganzpolnischen Eindruck. Man lese: 1401 Paschko Kramschitz, Swantko Hinder,Jan Drosla, Mathis Sdume, Janusch Damko, Janusch Laffky, Stacho deWrizen, Maczko Kundschocke; 1406 Petir Przenczke; 1408 Peter Polt-schak; 1409 Stanko Krantschicz, Swantko von Nyperin, Pavel Strege;1411 Franczke Trziga; 1428 Nicolaschko von Crampicz; 1433 Nico-layke von Crampicz; 1465 Paul Kostka 8 ). Und wie im 15. Jahr-hundert, so hat der Neumarkter Kreis, wie wir sehen werden, auchnoch weit später Reste der alten slavischen Bevölkerung bewahrt.
Rückschlüsse von den Sprachverhaltnissen des 18/19. Jahrhundertsauf die im 14/15. berechtigen zu der Behauptung, dass 3—4 Meilensüdlich von Breslau das Polnische damals noch geherrscht hat und dasses auch südlicher bis an die böhmische Grenze hin, wenigstens östlichdes Zobten, noch nicht ganz erloschen war. 1295 stiftete HerzogHeinrich V. die Marienkirche in der Stadt Nimptsch, damit Polen undDeutschen in ihr das Sakrament gespendet werden, d. h. Beichte ge-hört werden konnte 4 ).
Ich habe mir tafelförmig die Personennamen zusammengestellt,die in den Urkunden von der ältesten Zeit bis 1250, dann von 1250bis 1280, endlich von 1280—1300 vorkommen. Da ergibt sich eine lang-same Abnahme des slavischen Elements. Doch muss erwogen werden,dass auch Polen deutsche Namen geführt haben und dass wohl auchdas umgekehrte Verhältnis, namentlich beim Adel, vorkam. Der Bürger-
1 ) Liebenthaler Urkunden Nr. 7 im Breslauer Staatsarchiv.
2 ) Regenten in, 249. 256. 258.
8 ) Cod. dip'l. Siles. TV, 218 f., 220. 222.4 ) Regenten in. 224.