8 Histor. Handschriften in Folio Nr. 10.
10.
Vap., XVI, Jahrh., 172 Bl. Pappbd mit Lederrücken.
Früher im Besitz des Geheimerats und Regierungsratspräsidenten Eberhard Friedrichvon Gemmingen und von diesem an die Bibliothek geschenkt.
Sebastian Schertlins von Burtenbach Selbstbiographie.
Am Fasse des Porträts von Sebastian (Bl. 18) *) bezeugt ein Nach-komme desselben Georg Friedrich (gest. 12. Febr. 1703), dass „dieses Buch",■welches sonach sich in der Familie lauge fortgeerbt hatte, von Sebastian„mitt aigner Hundt beschrieben" worden sei. Dass wir ein Autograph voruns haben, geht auch aus der Vergleichuug mit dem von Herberger, Seb.Schertlin etc. gegebenen Brief-Facsimile hervor. Der Anfang der Biographiefehlt. Schöuhuth schätzt den Verlust auf (>*'*) Blätter. Gemmingen sprichtvon 3 Blättern, die in dem Exemplar herausgerissen seien, vermutlich umdie geringe Herkunft Schert/ins zu vertuschen (S. 1). So entgehen unsin diesem Original die ersten 38 Lebensjahre Schertlins; es beginnt näm-lich (Bl. 1!)) erst mit den Worten (S. 13 der Schöuhuth'sehen Ausg.):„Eodem anno (1534) auf Freitag vor dem Palmtag etc.". Ausserdem sindzwischen Bl. 151 und 152 drei Blätter ausgerissen, auf welchen genealo-gische Notizen gestanden zu haben scheinen. Von fremdartigen Einschal-tungen sind zu bemerken: 1) Bl. 25 eine Art Zeittafel von deutschen,besonders wirtembergischen Geschichten nebst Notizen über die ■württemb.Grafen Ulrich den Vielgeliebten und Eberhard den Greiner,von Schertlins Hand geschrieben (bei Schönhuth als Beigabe S. 177 f.);2) Bl. 85'—87 tabellarisch angeordnete Daten aus der eidgenössischenGeschichte von 1315 an, von einer gleichzeitigen Hand geschrieben, durchSchertlin mit einer Notiz vermehrt (nicht in Schönhuths Ausgabe).
Bis Bl. 168' hat Sebastian mit allmählich sichtlich alternder Handfortgeschrieben. Sein Sohn Hans Sebastian, welcher auf Befehl des Vatersdie Lebensbeschreibung weiter führte, weiss bloss noch von dessen letzterKrankheit und Tod zu erzählen, sowie von seiner eigenen Hochzeit undNachkommenschaft zu berichten (Bl. 168'—170).
Die Blätter 171 und 172 sind von Georg Friedr. Schertet vonBurtenbach zu Mauren, Oberhofmeister des fürstlichen Kollegii, Hof-
*) Ein weiteres Bild (Bl. 17) stellt in Federzeichnung die Schlacht bei Schwarzachgegen die Türken (1532) vor.
**) Volz will in der Handschrift (sie war damals noch nicht in dem modernenEinband) die Spur von sieben vorne ausgerissenen Blättern bemerkt haben; ob aberderen nicht mehrere gewesen, lasse sich nicht bestimmen; s. Fol. nr. 2S6. Vorbemer-kungen („Zur Nachricht").