Einleitung'. XIII
umzugestalten. Es geschah dies zunächst handschriftlich für die Benützungan Ort und Stelle. Um aber nicht gar zu lange hinter andern Bibliothekenzurückzubleiben, von welchen sich gedruckte Handschriftenkataloge in denHänden der gelehrten Welt befinden, fasste das Kollegium der Bibliothekareden Eutselduss, dieV eröffentlichung eines solchen auch für die hiesigeöffentliche Bibliothek zu unternehmen, da der freilich mit grosser Sach-kunde von dem früheren Oberbibliothekar Stalin gegebene Überblick über dasBemerkenswerteste in unserer Handschriftensammlung*) nur ein Auszugund mehr als 50 Jahre alt war. Den äusseren Anstoss zur Ausführungjenes Entschlusses gab das Jubelfest der fünfundzwanzigjährigen RegierungSeiner Majestät des Königs Karl, indem zu einer Festgabe der k. öffent-lichen Bibliothek mit hoher Genehmigung des k. Ministeriums des Kircheu-und Schulwesens eben eine erste Probe dieses Katalogs ausersehen wurde.Man könnte fragen, warum zugleich beschlossen wurde, gerade die historischeAbteilung zuerst in Druck zu geben, welche doch in dem oben gegebenenEinteilungsschema eine der letzten Stellen einnimmt. Der Grund liegt darin,dass diese Abteilung am ehesten geeignet war, das Interesse weiterer Ge-lehrteukreise an sieh zu ziehen und dass von ihr ein erst vor kurzer Zeit ver-fasster, also verhältnismässig wenig Nacharbeit erheischender Katalog vorlag.
Bei der Umarbeitung des alten Katalogs überhaupt konnte mau sichversucht fühlen, sehr radikal vorzugehen. Das ihm zu Grunde liegendeEiuteilungsschema leidet an vielen Mängeln. Es nötigte z. B. zu einerUberfülluug der historischen Abteilung, indem in das Fach der Geschichtenicht bloss die gewöhnlich sogenannten Hilfswissenschaften derselben: Ge-nealogie, Numismatik, Heraldik, sondern auch Geographie, Litterärgeschichte,Episteln, Altertümer eingezwängt sind. Für die Unterabteilungen ist dersehr äusserliche und unsichere Massstab der Formate gewählt; an die Stelledavon sachliche Gesichtspunkte treten zu lassen, würden wohl manche vor-gezogen haben. Auch dass die Nummernfolge sich durch die Zeit der Er-werbung eines Stücks bestimmt, ist mehr bequem als wissenschaftlich. Gleich-wohl hat schon Franz Pfeiffer und nunmehr auch der Bearbeiter dieserAbteilung von einer Aufhebung der hergebrachten Einteilung absehen zumüssen geglaubt. Viele unserer Handschriften sind in dem genannten Ab-risse Stalins erwähnt und beschrieben, ferner haben sie zur Grundlage, fürAusgaben gedient, sind in einer Beute von Büchern citiert oder besprochen.Ihre alten Signaturen sind somit längst in Kurs gebracht, die Einführungvon neuen hätte eine schlimme Verwirrung zur Folge. Auch würden künf-tige Benutzer unserer Handschriften beim Citieren derselben zu einer höchstunbequemen Doppelbezeichnung greifen müssen, etiva tele folgt: Bibl. publ.
*) Statin, zur Gesch. und Bcschr. u. .1. w. S. 16—38.