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1 (1890) Die Handschriften in Folio
Entstehung
Seite
IX
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Einleitung. IX

Beichenbach (über Wiblingen) empfing, erwarb sie nicht bloss die ältestenQuellen für die Geschichte der genannten Klöster, sundern auch reicheFundgruben für die Kenntnis des schwäbischen Mittelalters im ganzen.Endlich gehörten ein aus Zwiefalten stammender werteoller Kodex der Welt-chronik des Ekkehard und eine herrliche von Attavautes Hand gemalteHandschrift (Augustins Kommentar zu den Psalmen), welche sich ans derBibliothek des Königs Matthias Korvinus in die cles Stifts Ellwangen ver-irrt hatte (Cod. theol. et philos. Fol. nr. 152), zu der Ausbeute aus densäkularisierten Klöstern.

Ausserordentliche Erntezeiten, wie die soeben geschilderte, kamen fürdie Bibliothek nicht wieder. Die auf die Befreiungskriege folgende fried-liche Zeit und die steigende Staatswohlfahrt erlaubten zwar, die ordentlichenAnschaffungsmittel der Bibliothek allmählich zu erhöhen, aber die immer-währende starke Nachfrage nach Büchern nötigte die Verwaltung, bei demAnkauf von Handschriften in der Kegel nur noch das auf württem-bergische Geschichte und Landeskunde oder auf das Leben und dieSchriften von Württembergern Bezügliche ins Auge zufassen. Audi,die Geschenke, die von Behörden und Privaten einliefen, bewegten sichmeistens innerhalb des bezeichneten liahmens; wenn eine Gabe diese Grenzeüberschritt, wie dies z.B. mit der vor kurzem gespendeten Sammlung römischerInschriften (Cod. hist. Q. nr. 318) der Fall ist, so war das eine seltene,aber keineswegs unerwünschte Ausnahme. 'Die Vermehrung der Samm-lung vollzog sich etwas laugsamer, doch trat nicht leicht eine Stagnationein, am wenigsten bei der historischen Abteilung, da dem bekannten Wunscheder Verwaltung, die Bibliothek auch nach dieser Seite hin zu bereichern,sowohl verwandte Anstalten und Vereine als Buchhändler und Privat-personen aller Stände gerne Rechnung trugen. Die nicht selten vorkom-menden Austausche zwischen dem k. Archiv und der k. Bibliothek gabendieser willkommene Gelegenheit zur Erwerbung von historischen oder statisti-schen Aufzeichnungen, wogegen rein Aktenmässiges an das erstem ausgefolgtwurde. Das topographisch-statistische Bureau, jetzt statistischesLandesamt, überliess uns manches aus seinen älteren Beständen, zumalsolches, uns in die Geschichte schwäbischer Städte einschlug. Als im Jahr1872 der w ü rtte m berg i sehe Altert u m s vere i n sich seiner Sammlungenentledigte, bekam, die Bibliothek ausser den Bücher Vorräten auch eine ziem-liche Anzahl geschichtlicher Manuskripte. Vieles erwarb die Anstalt, wieschon gesagt, auch von Privaten, sei es durch Schenkung oder durch KaufWer in das württembergische Beamtentum früherer Zeiten einen Einblickgewonnen hat, der kennt die Namen Weckherlin und Spittler undwird sofort begreifen, wie der der Bibliothek einverleibte Nachlass aus