VIII Einleitung.
aus Schönthal und Weingarten., endlieh in einer nicht näher zu be-stimmenden Zeit solche aus Ellwangen, Heilbronn, Rottweil, Ulmund, Z wie falten ein. Aber während es bisher geschienen hatte, als würdeder k. öffentlichen' Bibliothek aus jedem, der genannten Klöster und Stifterje der ganze Bestand an Handschriften wie an Büchern zugewiesen werden,erhob König Friedrich vielmehr Anspruch auf einen Teil derselben fürseine Handbibliothek, tvelche eben damals, als die meisten der Kloster-schätze einliefen, von ihm gegründet wurde (1810) und nach dem Willenihres Stifters des Handschriftenschmuckes nicht entbehren sollte. So kames denn, dass die k. Handbibliothek (jetzt offiziell k. Hofbibliothek genannt)nicht bloss die Erbin des Deutschmeisterordens in Mergentheim, sondernauch (mit wenigen Ausnahmen) die des Klosters Weingarten wurde undüberdies kleinere Partien der Klosterbücher aus Ulm (Wengenkloster),Schönthal, Wibliugen und Zwiejdlten zugeteilt erhielt, während die k. öffent-liche Bibliothek den -weitaus grössten Teil der Zwiefalter und EllwangerSchätze, die Mehrheit der Schönthaler und Wiblinger Codices, eine Anzahlsolcher aus dem Wengenkloster und andern kleineren Klöstern, sowie dieBücherbestände der schwäbischen Bitterkantone an sich nehmen konnte.
Der Zuwachs aus den Klöstern konnte für die öffentliche Bibliotheknur erwünscht sein, da hiedurch eine ausserordentliche Vermehrung des bisdahin schwachen Bestands an mittelalterlichen Handschriften herbeigeführtwurde. Jetzt erst konnte sie ihren Benutzern Schriftproben aus allen Jahr-hunderten des Mittelalters vorlegen. Der da und dort angebrachte künst-lerische Schmuck, der sich von einfachen verzierten Initialen bis auf blatt-grosse figurenreiche Bilder erstreckt, bot reichliche Proben der Miniatur-malerei, wie sie sich unter dem Vorgang Hirsaus in Zwiefdlten und sodannin andern schwäbischen Klöstern entwickelte. Sah man auf den Inhalt dieserHandschriften, so konnte man sich ein Bild davon machen, welche Wissen-schaften und welche Autoreu beim, Lesen und Abschreiben bevorzugt worden;in letzterer Hinsicht sind für die Richtung der Studien in Zwiefdlten dieAbschriften von Josephus und Hegesippus, Hieronymus und Ambrosius,Eusebius, Orosius und Isidor bezeichnend, während Werke alter Klassikerund deutsehe Gedichte, wie Ulrichs von Eschenbach Alex-ander d. Gr. (ausSchönthal stammend), überhaupt selten in diesen Klöstern vorkommen.Geschichtliche Aufzeichnungen fehlten dagegen nicht leicht und sie bildetenden, wertvollsten Bestandteil des klösterlichen Nachlasses. Indem die öffent-liche Bibliothek die grössere und die kleinere Chronik von Zwiejdlten, Ort-liebs und Bertholds Bücher über die älteste Geschichte dieses Klosters,ferner die Nekrologien von Zwiefalten und Güterstein (auch dieses überZwiefulten), die Annalen von Ellwangen, den Traditionenkodex von Kloster