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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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45Herzen und unverwüstliche Liebe zum Herrscherhause haben; aber es kommtnoch dazu, daß diese sich vereinigt mit gleicher Liebe und gleicher Treuegegen unsere Verfassung. Und wir sind des Glaubens, daß nur die strengsteHeilighaltung dieser Verfassung zum Heile des Königs und des Vater-landes führe. Meine Herren, zweifeln Sie nicht dann an unsern Ge-sinnungen, wenn eine kleine, aber noch mächtige Partei mit künstlichenMitteln es versucht, der Welt ein x für ein u zu machen. Ich lebe derUeberzeugung, unser Wahlkreis bleibt uns ebenso gut und treu, wie inder Nachbarschaft die Kreise unseres verehrten Freundes Waldeck undanderer Ehrenmänner. In jenem Wahlkreis hat man allerdings dieserTage künstlich ein feudales Fest arrangirt, bei dem sich der Held desselbenso wohl befand, wie auf einer Oase in der Wüste. Nun, meine Herren,diese Oase des Feudalismus in einem freien constitutionellen Staate hatunsere Sympathien eben nicht sehr in Anspruch genommen, wir wollen mitIhnen sein, die zähen Kämpfer für Recht und Gerechtigkeit. Es ist einwestphälisches Sprichwort:Recht bleibt Recht, heute wie vor 50 Jahren.Aus diesen Jubeljahren des Freiheitskampfes gedenken wir heute noch mithoher Anerkennung der Männer, welche damals die Fesseln der Fremd-herrschaft brachen wolle Gott, daß unsere Kinder und Kindeskindernach 50 Jahren auch unser gedenken als der Kämpfer für Recht und Ge-rechtigkeit. Sie werden gedenken des ganzen rheinischen Landes und be-sonders der altehrwürdigen Kolonia. Ich bitte Sie, meine Herren, zutrinken zur Ehre des Rheinlandes, der menschenbesäeten Ufer und desalten heiligen Köln: Alaaf Köln, Köln alaaf!Der Abgeordnete für Hagen, Herr Fr. Harkort, gedachte des Fest-comités mit folgenden Worten:Wenn ich mich an die Mannen von Köln wende, so geschieht es umim Namen meiner Collegen eine Pflicht zu erfüllen, wozu bei der Auf-regung des gestrigen Festes meiner schwachen Stimme die Gelegenheitfehlte; es gilt dem Comité unsern innigen Dank auszusprechen!Erlauben Sie mir mit wenigen Zügen die Bedeutung dieses groß-artigen Festes zu schildern. Es ist kein lokales Fest einer großen Commune,mehr wie provinziell, es ist ein historischer Akt, den die Geschichte in ihreAnnalen eintragen wird. Das Fest bekundet den Sieg des Bürgerthumsüber den Feudalismus, die Bureaukratie und die Geldmacht; trotz allenHindernissen schuf es aus eigener Kraft diesen Tag.Der Volksgeist ist erstarkt, die da zahlen und fechten müssen, fühlendaß sie die Säulen des Staats sind, und wollen vertreten sein bei dergroßen Angelegenheiten des Vaterlandes; dazu gehört das freie Wortund zu den Pflichten auch die entsprechenden Rechte; diese verbrieft dieVerfassung deren Aufrechthaltung der Grundton der großen Versammlung ist.Deshalb gilt mein Trinkspruch den geehrten Mitgliedern des Comités undder Integrität der Verfassung.Zuletzt brachte der Abgeordnete für Dortmund, Herr Dr. Becker, einHoch aus auf die Frauen:Meine Herren, gestatten Sie mir einen Augenblick, einige Wortean meine Herren Collegen. Unser Freund Barre hat uns vorher einen