Der Gedanke, den freisinnigen Abgeordneten Rheinlands undWestphalen in Köln ein Fest zu veranstalten, wurde zuerst von HerrnM. Rittinghausen in dem Comité angeregt, welches sich gebildet hatte, umden Abgeordneten von Köln durch eine feierliche Kundgebung die Ge-sinnung ihrer Wähler an den Tag zu legen. Die Schwierigkeit, auf welchediese Kundgebung stieß, als die Polizeibehörde zu einem Fackelzuge dieErlaubniß versagte, bestätigte die nahe liegende Vermuthung, daß die ver-antwortlichen Herausgeber der Preßverordnung vom 1. Juni ihre Gewalt-mittel aufbieten würden, um ähnliche Gesinnungsbeweise innerhalb dereinzelnen Wählerschaften, wenn sie nicht zu verhindern waren, wenigstensauf die möglich engsten Grenzen einzuschränken. Alsdann konnte diegute, allein zum Sprechen zugelassne Presse triumphirend ausrufen:Seht, das Volk läßt seine Abgeordneten im Stich! Seht, die Volksver-treter haben nicht die wahre Meinung des Volkes vertreten! Seht, dasVolk hält sich bis auf einige Schreier still, es billigt die weisen Maßregelnder Regierung, es wird sich auch willig ihren ferneren nothrechtlichenWohlfahrtserlassen fügen! — Gelang die Absicht, so durfte das Vereins-recht rüstig angegriffen, die Wahlgesetzgebung ohne Scrupel reformirtwerden.Um diese Gefahren, die deutlich genug am Horizont der feudalenPreßorgane aufleuchteten, zu beschwören, um zugleich der Schadenfreudeder ultramontanen Brüderschaft das schwache Hoffnungslämpchen auszu-blasen; um der wahren Lage des Landes und den wahren Gesinnungender unermeßlichen Mehrheit seiner Bewohner den rechten, die Zwangsmittellähmenden, das freche Drohgeschrei übertönenden, die frommen Zuredenzu demüthiger Ergebung niederschlagenden Ausdruck zu geben — bedurftees einer außergewöhnlichen Veranstaltung. Daher fand der Gedanke,zwei Provinzen zu einer großen Festversammlung zu berufen, so wie erausgesprochen war, den lebhaftesten Anklang.Am 4. Juli erging folgendes Einladungsschreiben an die BürgerKölus und der beiden Provinzen zur Theilnahme an dem Feste:Einladungzu einem zu Ehren der rheinisch=westphälischen Abgeordneten zu ver-anstaltenden Feste in Köln.Die Idee, den Herren Abgeordneten der freisinnigen Fractionen ausRheinland und Westphalen nebst den Herren Präsidenten des Abge-ordneten=Hauses ein patriotisches Fest in hiesiger Stadt zu bereiten, ist
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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
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