41Preußen!“ — „Furchtlos und beharrlich!“ Das sei unser Wahl-spruch und jener Tag kommt gewiß!Stoßen Sie mit mir an, meine Herren, in dem Sinne, in welchemich zu Ihnen gesprochen habe, und stimmen Sie mit mir ein in den Ruf:„Hoch die treuen, furchtlosen, unermüdlichen Ver-fassungskämpfer, unsere Abgeordneten, sie lebenhoch!“Der Abgeordnete für Berlin, Herr Dr. Lüning aus Rheda brachtedas Hoch auf das deutsche Vaterland. Seine Rede lautete:Meine Herren! Als wir vor einigen Wochen von einer schwierigen,mühevollen und ermüdenden parlamentarischen Sitzung heimkehrten, inder wir täglich die Arbeit der Danäiden zu verrichten hatten und doch nichtden Muth verlieren durften und die Lust und Freude an unserer Arbeit,da, meine Herren, war uns wohl eine Erfrischung zu gönnen. Diese Er-frischung, deren wir bedurften, wir haben sie zum Theil bei unserer Heim-kehr schon gefunden in der Zustimmung unserer Wähler, und wir haben sieauch verdient. — Denn, meine Herren, — und das darf auch ein Abge-ordneter wohl sagen, weil auch das größte Verdienst des Einzelnen ver-schwindet in der Allgemeinheit — das preußische Abgeordnetenhaus vertrittin Wahrheit das bewußte freisinnige und selbstständige Bürgerthum inPreußen.Nun, meine Herren, jene Erfrischung, deren wir bedurften, sie istuns heute in noch größerem Maße, erquickend wie Rheinluft, gebotenworden durch den lauten Zuruf der Bevölkerung des schönen Rheinlandes,der wiederklang aus dem beredten Munde des Vorredners. Meine Herren!ich antworte Ihnen mit dem Besten was ich habe; denn„Weß das Gefäß ist gefüllt,Davon es sprudelt und überquillt.Wohl haben Sie schon gestern von einem bessern Mann, dem es schonin seinen Knabenjahren vergönnt war, für das Vaterland muthig zu streiten,der das ehrende Zeichen seines Muthes auf der Brust trägt (Bravo!) deneinzigen Orden, vor dem ein freier Mann noch heute sein Haupt entblößt(Rauschender Beifall!), wohl haben Sie gestern aus diesem Munde dasWohl des deutschen Vaterlandes ausbringen hören; aber, meine Herrenwo deutsche freisinnige Männer tagen, und vor Allem, wo preußischeMänner tagen, die so Vieles wieder gut zu machen haben, was Andereschlecht gemacht, da darf ein Toast nicht fehlen, der Toast auf's deutscheVaterland. Wohl, meine Herren, liegen augenblicklich die nationalenHoffnungen schwer darnieder, aber unser deutsches Vaterland ist so schönund das deutsche Volk ist so reich geschmückt mit allen Gaben des Geistesund des Herzens, ist so groß in allen Gebieten der Kunst und der Wissen-schaft, daß es nur des ernsten Willens bedarf, um es wieder zu dem zumachen, was es einst war, zum ersten Reiche der Welt, welches der Ent-wickelung der Menschheit die Bahn brach. In jedem politischen Kampfe,mag er sich um die Freiheit im Innern, mag er sich um die nationale Un-abhängigkeit drehen, in jedem solchen Kampfe gibt es, wie Ebbe undFluth, Siege und Niederlagen, und, meine Herren, wenn die Völker
Druckschrift
Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Seite
41
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten