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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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40blieb an Bord; der größere Theil begab sich nach dem Stationsgebäude undden schönen Gasthöfen des Ortes. Die Abgeordneten insbesondere wurdennach dem Stationsgebäude geleitet und dort bewirthet. Männiglich ließsich zum Mahle nieder, das auf dem reizendsten Fleckchen deutscherErde in Lust und Fröhlichkeit genossen wurde. Allenthalben wechselterReden und Gesänge. Namentlich bei der Festtafel im Stationsgebäudewurden Trinksprüche ausgebracht, von welchen wir hier die bemerkens-werthesten, soweit sie aufgezeichnet wurden, folgen lassen.Den ersten Toast auf die Abgeordneten brachte der Dichter E.Rittershaus aus Barmen, dessen schönes, die Eindrücke der Fahrt unddie Stimmung der Festgenossen echt poetisch schilderndes Gedicht den Schlußdieses Berichts bildet. Herr Rittershaus sprach:Geehrte Anwesende!Die freisinnigen Männer und Vertreter zweier Provinzen des preußischen Staates sind heute an dem Gestade des Rheines versammelt; eskamen die Männer von der rothen Erde, von Westphalen, das in Zeitender Willkühr und Gewaltherrschaft das Banner des Rechtes emporgehaltenin seinen Vehmgerichten, und es kamen die Männer vom Rheinstrome, indessen Fluthen der Hort der Nibelungen ruht, an dessen Ufern der Feuer-trank der Begeisterung reiftAuf dem Gürzenich sind gestern flammende Worte zu uns gesprochenworden; ich sah in Tausend Augen und in Allen leuchtete dasselbe Lichtes schlugen Hunderte von Herzen und Alle in gleichem Schlage, Alle beseeltvon gleichen Gefühlen, von gleicher Gesinnung! Wir feiern jetzt einfrohes, und doch ein ernstes Fest; wenn auch der Mund lacht, so liegt dochdie Wolke auf der Stirne, und wenn auch die Lippe jauchzt, so möchtedoch manchmal eine heimliche Thräne des Zornes in das Auge treten.Nehmen Sie, meine Herren, meine Worte nicht als einen einfachen Trink-spruch; wir Männer können uns nicht alle die Hände reichen, aber, wennsich die Gläser treffen, so sei der helle Klang das Siegel eines Schwuresden Jeder still vor Gott schwört: treu zu beharren bei der Fahnedes Rechtes und der Freiheit, so sei es ein Schwur, beim Reben-blute geschworen, und mit dem Herzblute wahrgehalten, wenn esNoth thut! Unsere Gegner glauben triumphiren zu können, aber sie irrersich, denn in dem Kampfe, in welchem wir heute stehen, gilt keinSiegenundBesiegen, da gilt nur einUeberzeugen, und die Ueber-zeugung des Volkes ist für uns! Sollte es indessen möglich sein, daß diepreußischen Verfassungskämpfer unterlägen, wahrlich, ihr letztes Wortwürde wie der letzte Hornstoß des sterbenden Helden Roland sein, der Allezum Streite und zum Siege rief! Der Jubel dieses Festes wird bald ver-rauschen möge die Gluth für das Rechte und Wahre in uns Allen lichtund lebendig bleiben, möge uns in allen Kämpfen die Ausdauer nichtfehlen! Heute begrüßen wir uns wie Soldaten zur Zeit der Waffenruhebeim Wachtfeuer im Bivouak; gebe es Gott, daß bald der Tag komme, wowir das Siegesfest feiern, wo die Fahnen ungehindert von allen Dächernwehen, wo ganz Deutschland mit Freuden in den Ruf einstimmt:Hoch