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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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39überall ihre begeisterte und begeisternde Theilnahme an dem Feste kund-haben.Das war ein freudig GrüßenDes Rheines Strom entlangDas war ein Ton, der JedemTief in die Seele drangO trüge Sturmwinds BrausenIhn weit hinaus ins Land.Weithin durch alle Gauen,Durchs ganze Vaterland!Auch der Strom hatte sich belebt; eine Menge von Kähnen mit ge-blähten Segeln, von kecken Musensöhnen geführt, schaukelten sich anmuthigim Wellenschlag der langsam fortfahrenden Schiffe. Oberhalb Bonnsuchten und fanden Aller Blicke das Haus von Ernst Moriz Arndt, aufwelchem seit mehr als vier Jahrzehnten das Auge von tausend und aber-tausend Rheinfahrern sinnend geruht hat. Da sahen die Festgenossen andem Balkon des Hauses einsam eine alte Dame stehen, die auch mit ihremTüchlein grüßte. Und jeder dachte und sagte: das ist die Wittwe desalten Arndt! und eine tiefe Bewegung durchdrang die Herzen, und wieaus Einer Kehle erschallte von den Schiffen der Gesang:Was ist desDeutschen Vaterland?Die Festfahrt erhielt von nun an den erhöhten Reiz der prächtigenLandschaft. Man näherte sich dem Siebengebirge, und schon ragten linksder gewaltige Drachenfels, rechts der Rolandsbogen, wieder erbaut vormehr als zwanzig Jahren durch das Lied eines deutschen Dichters, unsersherrlichen, leider noch immer in der Verbannung lebenden LandsmannesFreiligrath.Zu Königswinter harrte eine große Menschenmenge am Ufer. DieLandebrücke war mit einem Triumphbogen geziert, auf welchem die Inschriftstand:Den treuen Kämpfern für gesetzliches Recht; der Weg den Rheinentlang war mit Maien geschmückt, alle Gast= und Privathäuser hattengeflaggt.Man erzählte, das Flaggenverbot sei auch hier dem Bürgermeister zuge-gangen, jedoch etwas zu spät; die Executivgewalt sei vor Allem auf die Thurm-ruine des Drachenfels beordert worden, von der schon früh eine Flagge gewehthabe. Der Empfang zu Königswinter, das so reizend gelegen ist undsich so hübsch herausgeputzt hatte, bildete einen neuen Glanzpunkt derFahrt. Auch hier begeistertes Grüßen und Wiedergrüßen. Die Schiffelegten an, und eine Deputation erschien am Bord desSchiller, um diegefeierten Abgeordneten zu bewillkommnen. Von der Höhe des Drachen-fels erdröhnten Böllerschüsse und Aller Augen richteten sich auf das Denk-mal, das dort den Freiheitskämpfern von 1813 und 14 errichtet ist unddas rings mit Flaggen umstellt war. Der Veteran Fr. Harkort sprachdafür Dankesworte im Namen der alten Krieger.Um ½2 Uhr war Rolandseck erreicht, wo die Schiffe der Reihe nachanlegten. Durch die Raumverhältnisse war es geboten, daß hier die Ge-sellschaft während des Mittagsessens sich theilte. Ein Theil der Festfahrer