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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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38begeisterten Volksmenge, in welches die Festfahrer, und gar manche unterThränen der Rührung einstimmten. Das war ein unendliches Grüßenund Tücherschwenken auf den Werften, aus allen Fenstern und von demBoote, bis dieses durch krachende Böllerschüsse verkündigte, daß es dasWeichbild der Stadt verlassen habe. DemSchiller folgte derGöthedann derGutenberg, und den Schluß machte dieConcordia. DerAbschiedsgruß erneuerte sich, so oft ein Boot das Ufer verließ und diedeutsche Flagge aufgezogen wurde.Die vier Dampfer fuhren,Schiller voran, bald in einer Reihehinter einander, bald schräg neben einander, unter den Klängen der Musik,die abwechselnd von diesem oder jenem Schiffe erklang, rüstig und fröhlichstromauf eine Flotille, wie sie bis dahin niemals schöner und prächtigervon den Wellen des herrlichen Rheines getragen worden war. Und wahr-lich, die Stunden, die oft auf einer Bergfahrt zu Schiffe lang werdenschwanden wie Minuten bei der Fülle überraschender Bilder, welche beideUfer um die Wette zeigten. Denn mehr, wie durch Flaggenschmuck, mehrwie durch das Klingen der Musik und das Krachen der Böller, wurde diefreudige patriotische Stimmung der Festfahrer gehoben durch das, was sichrechts und links vor ihnen auf den Ufern des Stromes zutrug. Da warkein Dorf, kein Weiler, kein Gehöft, dessen Bewohner sich nicht an's Ufergedrängt hatten, oder auf Kähnen in den Strom gefahren waren, um mitHand und Mund, mit Flaggen und Böllern ihren Gruß zu senden, derstets mit Zuruf, Musik und Böllersalven erwiedert wurde. Bis auf dieSpitzen der in den Strom hineingebauten Krippen standen größere undkleinere Gruppen, und kein Schiff begegnete, das nicht seine Festflagaufhisste, sobald ihm die Flotille in Sicht kam; auf einem oberländischengroßen Floße stand die Mannschaft, wie Schiffsvolk paradirt, in der Reihe,und schwenkte die Hüte.So ging es ununterbrochen von Köln aufwärts; ein beständigesGrüßen hin und her, überall derselbe Jubel, die gleiche Begeisterung. Vonden größeren Orten thaten sich Sürth und Weßlingen, dann ganz beson-ders Bonn und weiter Oberkassel und Königswinter hervor. In Bonn,wo die Dampfboote einige Zeit anhielten, hatte die Polizeibehörde nocham Morgen den Anwohnern des Rheins mündlich ansagen lassen, daß esverboten sei, Flaggen auszustecken.Die Flaggen fehlten, aber die Werfte vom nördlichen Ende derStadt bis zum südlichen waren dicht mit Menschenmassen bedeckt, die unaufhörlich ihr jubelndes Hoch erschallen ließen.Während die Schiffe eines nach dem andern anliefen, um verspäteteFestgenossen aufzunehmen, stimmte eine Anzahl von Studenten das Liedvom deutschen Vaterlande an, und allenthalben fielen die Festfahrer mitihrer Musik ein. Es war ein Schauspiel, wie es selten Sterblichen ge-boten wird, und gar viele bejahrte Männer ließen den Thränen freienLauf, die sie nicht mehr zurückzuhalten vermochten. Alle Fenster der Rhein-seite, deralte Zoll und die Terrassen der schönen Gärten an der Coblen.zer Straße waren besetzt und überallher wehten die Tücher, besonders derfestlich gekleideten Frauen und Jungfrauen, die hier wie in Köln und