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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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Man hat der Kölnischen Zeitung den Vorwurf machen wollen, daßsie den zweiten Tag des Festes in zu dithyrambischer Weise geschilderthabe. Wer das Fest selber mitgemacht hat, wird gern Zeugniß geben,daß die Darstellung der Kölnischen Zeitung, weit entfernt, übertrieben zusein, viel eher noch hinter der wirklichen Wahrheit zurückblieb. Darumist dieselbe diesem Berichte zum Grunde gelegt, da sie dem unmittelbarenEindrucke entsprang und so gut, als Worte es vermögen, das Bild derunerreichbaren Wirklichkeit widerspiegelte.Das rheinisch=westphälische Abgeordnetenfest hatte am zweiten Tageseinen Fortgang in einer so großartigen, über alle Bedrängnisse der Zeiterhebenden Weise, daß man vergebens über eine lange Reihe von Jahrenzurückschaut, um in seinen Erinnerungen ein demselben ebenbürtiges, anden Ufern des Rheines begangenes patriotisches Volksfest aufzufinden.Und ein Volksfest im vollsten Sinne des Wortes war es, womit Kölndie Abgeordneten der beiden Schwesterprovinzen Rheinland und West-phalen zu ehren gedachte. Denn obgleich die Zahl der unmittelbaren Fest-genossen das volle Tausend nicht erreichte, so betheiligten sich doch dieUferbewohner des Rheines von Köln aufwärts bis Rolandseck mit wahrerBegeisterung an dem Ehrentage der Abgeordneten, ja Städte und Dörferwetteiferten, den gefeierten Männern ihre Anerkennung, ihren Dank, ihreSympathien kund zu geben. So gestaltete sich die vom erwünschtestenWetter begünstigte Festfahrt von Köln nach Rolandseck zu einer wirklichenJubelfahrt.Die schönen Boote der Köln=Düsseldorfer Dampfschifffahrts=Gesell-schaft:Schiller,Göthe,Gutenberg undConcordia lagen, imreichsten Flaggenschmuck prangend, doch noch ohne das schwarz=roth=goldeneBanner, schon Morgens 8 Uhr zur Fahrt bereit am Leistapelwerft; aufjedem Schiff war ein Musikcorps. Das ganze Ufer entlang bis hinaufzum Bayenthurm, auf dem Leinpfade der Rheinau und bis ins Bayenthalweilte eine unabsehbare Menschenmenge. Kein Fenster der Rheinfrontwar leer; wohl aber manches Dach mit Menschen besetzt, welche Tücheroder Fahnen, die nur in Menschenhand gestattet waren, schwenkten. Um9 Uhr befand sich Alles an Bord; wenige Minuten später wurde dasSignal zur Abfahrt gegeben; derSchiller, welcher die Abgeordneten,die Mitglieder des Festcomité's und noch eine ansehnliche Zahl von Fest-genossen trug, eröffnete die Fahrt. Als die Taue gelöst waren und dasBoot zu steuern begann, wurde unter dem Klange der Musik die schwarzroth=goldene Fahne aufgehisst, und tausendfältig erschallte das Hurrah der