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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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27den beiden Provinzen, auf Sie, von denen wir annahmen, daß Sie unsermbescheidenen Rufe folgen würden. Denn nicht durch den Rang der Per-sonen, durch das Ansehen der Stellung konnten wir uns berufen halten,Sie zu uns einzuladen; wir konnten vielmehr nur aus dem Bewußtseindas Rechte zu thun, die Berechtigung zu unserm Thun herleiten. DankIhnen, meine Herren, daß Sie einfach und anspruchslos, nicht geleitet vonhöhern oder niedern Rücksichten, uns gefolgt sind; Allen aber, denen esgilt in unserer Stadt, die Lehre zur Beherzigung, daß zwei Provinzen sichzu einem großen Feste versammeln können, und daß es nicht darauf an-kommt wer sie beruft, sondern welche Gesinnung sie herbeiführt. (Bravo!)Meine Herren! Der Beifall, den Sie so eben aussprechen, ist das sichersteZeichen und die würdigste Bestätigung für den Charakter des Festes, dasSie heute feiern; es ist das im eminenten Sinne ein Fest der öffentlichenMeinung. (Bravo! Ja!) Sie haben, indem Sie hier im Namen zweierProvinzen Ihre Meinung kund geben, Antwort gegeben auf all die fal-schen Ansprüche, die lügenhaften Versicherungen einer Partei, von derin diesen beiden Provinzen keine Spur vorhanden ist. Der Feudalismus,meine Herren, hat in diesen Landestheilen keinen Boden. (Bravo!) Aberes handelt sich um mehr, als diesen einfachen Protest. Das, was Sieheute versammelt, ist zunächst eine Kundgebung der Meinung, und ichglaube, daß ich diese Meinung ausspreche, indem ich sage: Wir, die wirhier versammelt sind, wollen kein feudales Königthum, wie es die Kreuz-zeitung will (Bravo!), wir wollen keine Regierung, die im Namen dieseskreuzzeitungmäßig feudalen Königthums das Grundgesetz des Landesdeutet (Nein! Nein!), die Grundrechte des Volkes nach Willkühr geltenlassen will oder nicht (Nein! Nein! Nein!), welche die Staatsmacht gebraucht, um verfassungswidrige, rechtsverletzende Erlasse mit Gewalt auf-recht zu erhalten. (Nein! Nein!) Wir wollen eine solche Regierung nicht(Bravo, Bravo! Nein! Nein!), mag sie noch so gestützt werden von dentapfern Vertheidigern der Berliner Revue (Heiterkeit), mag sie noch so treueAnhänger finden in den begeisterten Herzen der patriotischen Vereinigung,mag sie noch so tugendhafte Fürsprecher sich erkaufen in einigen Renegateneines ehemaligen Radicalismus, eine solche Regierung, wir wollen sie nicht(Nein! Nein! ungeheure Aufregung, Pause des Redners.) Aber, meineHerren, es hieße die Bedeutung dieser Versammlung unterschätzen, wollteman in ihr nur einen Ausdruck der politischen Meinung erblicken. Sieist in viel höherem Grade ein Zeugniß für die politische Thatkraft, die ihreMacht in der Vereinigung zeigt, und die auf diese Macht sich stützend ihrZiel festen Muthes zu verfolgen entschlossen ist. Unser Fest ist ein Fest derVerbrüderung zu gemeinschaftlichem Handeln. Dazu sind Sie erschienen.Meine Herren! Nicht die Gesinnung allein thut es, nicht, daß der Einzelnefür sich einen Weg sich vorzeichne, in welcher Weise er seine Gesinnungdurchzusetzen denkt, nicht, daß er verdrossen werde, wenn dieser Weg nichtverfolgt wird, nicht, daß er verstimmt zur Seite trete, wenn nicht geradeDiese oder Jene zur Leitung der Geschäfte berufen werden nein, dasthut es, daß, ohne Rücksicht auf alle Nuancen im Kleinen, wenn es einenFeind zu bekämpfen gibt, der in Feindschaft steht gegen Alle, daß dieser