Feind von Allen gleichmäßig, mit gleicher Ausdauer und gleicher Energiebekämpft werde. (Bravo!) Das Erste, was zum Siege verhilft, das istdie Klarheit der Ueberzeugung, das Zweite, was den Sieg fördert, das istdie Einigkeit des Wollens, und hierzu ermahne ich Sie ein Drittes hinzu-zunehmen, das ist die Ausdauer, das Beharren, das zähe Verbleiben indem Kampfe, in den Sie eingetreten sind. (Bravo!) In diesem dreifachenSinne, in der Wahrheit der Ueberzeugung, in der Einträchtigkeit desWillens und in der Entschiedenheit des Beharrens, darin, meine Herren,sind Sie heute Abend vereinigt, darin — und das geloben Sie sich einerdem andern — darin wollen Sie verbunden sein für des VaterlandesFreiheit zu kämpfen.Meine Herren von Köln, die auswärtigen Festgenossen sie leben hoch!Den letzten Toast brachte der ehemalige Abgeordnete, Herr Appella-tionsgerichtsrath v. Ammon auf die gesetzliche Freiheit. Er sagte:Meine Herren! Es haben vor mir zwei Vertreter einer früherengroßen Zeit gesprochen, die Abgeordneten Harkort und v. Vaerst, mit derenVerdiensten ich mich nicht messen kann. Sei es mir als einem drittenZeugen jener Zeit der Begeisterung, der Freiheitskriege gestattet, nichtaus eignem Antriebe, sondern mehrseitig aufgefordert, unvorbereitet einigeWorte zu Ihnen zu sprechen.Was wollten wir damals — was war es das uns unter die Waffenrief, in den Kampf trieb? Vor allem war es die Befreiung des Vater-landes vom fremden Joche. Aber das war es nicht allein, ein weiteresZiel jedes Denkenden, eine ersehnte Frucht des Kampfes war gesetzlicheFreiheit im Innern. (Bravo.) Und zu diesem Ziele streben wir auchnoch heute, wir alle, die wir hier versammelt sind. Das ist es was unsAlle verneint, lassen wir daher die kleineren Partei=Unterschiede schweigenund halten wir dieses gemeinsame Ziel unverrückt vor Augen. Für diesegesetzliche Freiheit haben auch unsre Abgeordneten aus Rheinland undWestphalen, die wir heute die Freude haben, in unsrer Mitte zu sehen,gestritten. Ihnen kann ich keine besseren Worte zurufen, als die unseresgroßen patriotischen Dichters:Und könnt Ihr nicht das Ziel erstrebenSo tretet in das Volk zurück,Daß Ihr vom Rechte nichts vergebenSei Euch ein lohnend stolzes Glück.Erharret ruhig und bedenketDer Freiheit Morgen steigt heraufEin Gott ist's, der die Sonne lenket,Und unaufhaltsam ist ihr Lauf.Ja, meine Herren, stoßen Sie an und rufen Sie, daß dieser Morgenanbreche, daß die Sonne gesetzlicher Freiheit über unserem geliebten Vater-lande aufgehe! Hoch! Hoch! Hoch!Das Banket, welches gegen 8 Uhr Abends endete, hatte den herrlichsten,von keinem Zwischenfalle, von keinem Mißton gestörten Verlauf gehabt,und die meisten Festgenossen begaben sich nun in das Hôtel Bellevue nachDeutz, wo sie bis spät in die Nacht zusammenblieben. Der Kölner Sänger-bund brachte hier den Abgeordneten eine prächtige Serenade, deren Klänge
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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
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