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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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26so sind hier alte Völkerstämme auf weite Strecken in einander ausgelaufen,und wie jene der Gegner, so haben diese der heutigen Bevölkerung daseigenthümliche Gepräge gegeben. Es ist dem Lande hier zu beiden Uferndes Rheines von der Natur und von der Geschichte eine hohe Aufgabe ge-stellt, die höchste aber der Metropole. Meine Herren! Es ist kein Wunder,wenn Köln im ganzen Norden für den Repräsentanten dieser Lande gilt;denn die Wiege aller höheren Cultur für ganz Norddeutschland und Skan-dinavien hat hier gestanden. Köln hat nicht nur für Handel und Gewerbedie Maaße und Regeln gegeben, es hat auch auf Gebieten, wo nicht nachFuß und Elle gemessen und nicht nach der Mark gewogen und gezählt wird,in Kunst und Wissenschaft hat Köln Meister und Muster geliefert undwas das höchste Merkmal überlegener Gesittigung bleibt, Kölns Stadt-recht war, so weit Hanseaten gekommen sind, bürgerlicher Ordnung undFreiheit Spiegel, und unvergessen wird in der deutschen Geschichte dieurkölnische Losung bleiben:Es falle süß oder fuerHalt fast am Rich, do köllsche Buer.(Bravo!)Wenn je eine Stadt Reichsstadt war, so war es Köln, so sehr, daßdes Reichs Geschick ihr eigenes Geschick war. In dem Maße wie Deutsch-land sank ging einst Köln zurück. Nun, meine Herren, für Köln ist daseine vergangene Zeit: aber ich glaube und hoffe zu Gott, daß das Wieder-aufblühen dieser Stadt der Vorläufer und das Wahrzeichen einer bessernZukunft von ganz Deutschland ist. Meine Herren! Sie haben ein Großesvoraus. Köln hat durch eine lange, lange Geschichte erfahren, wie bürger-licher Wohlstand und bürgerliche Freiheit untrennbar sind, wie das Einedas Andere bedingt, wie, wo das Eine fehlt, das Andere nur ein kurzesScheinleben führt. Sie, meine Herren, Sie wollen die Nutzanwendung machen,nicht nur für Köln, sondern als Muster auch für ganz Deutschland. Und indieser Voraussetzung, daß Sie nicht aufhören werden, wie Sie vorleuchtenin jedem Zweige bürgerlicher Betriebsamkeit, das Banner zu tragen für Preußen in der Vertheidigung des verfassungsmäßigen Rechtes und für Deutsch-land in der Erkämpfung seiner Einheit und seiner Unabhängigkeit, in dieserVoraussetzung, bringe ich Ihnen dieses Glas mit Ihrem eignen besten Rufe:Alaaf Köln! Köln hoch!Das Comitémitglied, Herr Heinrich Bürgers aus Köln, er-wiederte mit folgendem Trinkspruch auf die auswärtigen Fest-genossen:Meine Herren! Mein Trinkspruch gilt den auswärtigen Festgenossen.Die Ehre, welche mein Freund Becker so eben uns Kölnern erwiesen hat,verdienen wir nur zum geringen Theil. Von dem Köln der Vergangenheit appellire ich an das Köln der Gegenwart. Hätten wir, als wir unsentschlossen, das Fest zu veranstalten, das heute in so glänzender Weise ge-feiert wird, nur Köln befragen wollen, hätten wir Rücksicht nehmen wollenauf gewisse Verhältnisse in der Kölner Bürgerschaft, wahrlich gar vieleGründe hätten uns abhalten mögen, ein Fest zu veranstalten, wie das heu-tige. Unser Vertrauen aber war auf Sie gerichtet, auf die Männer aus