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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
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24für die freundliche Bewillkommnung, welche Sie mir, einem Ihnen Unbe-kannten haben zu Theil werden lassen. Meine Herren! Ich möchte Sieaber auch bitten, daß Sie mit mir vereint Ihre Gedanken und Gesinnungenhinaustragen an den deutschen Rhein, und mir bis an seine Quellen folgenund mit mir sich fragen, von woher er seine Wellen wälzt, an welchen Ge-staden er vorüberbraust und was für Laute an seinen Ufern erklingen? MeineHerren! Es ist nicht Preußenthum oder ein anderes thum, sondernDeutschland und die deutschen Gauen sind es, die er bespült und wovoner uns Sagen bringt (die zwar in diesem Augenblicke kaum erklingenmögen, für deren Verwirklichung jetzt kein günstiges Sonnenlicht scheinenmag), die aber in nicht gar langer Zeit sich wieder erheben werden mitAllem, was da gut und tüchtig ist und was unserm deutschen Volke einegroße und hehre Zukunft verheißt und bringen wird. Meine Herren!Hiermit glaube ich eingeleitet zu haben, was ich aussprechen will und bitteSie nun, ein volles Glas deutschen Weines zu trinken auf das bald ver-einigte deutsche Vaterland. (Bravo.) Dem einigen deutschen Land einHoch, ein feurig Lebehoch, daß es lebe und erstarke in voller Kraft und daßes vereinigt sei zum Schutz und Trutz aller seiner Söhne. Das einigeDeutschland, das deutsche Vaterland, es lebe hoch!Nach dem Toaste sang die Versammlung in gehobenster Stimmungdas Lied vom deutschen Vaterlande. Die übrigen Festlieder, welche währenddes Bankets gesungen wurden, hatten zum Theil nicht vollständig in Druckgegeben werden können, da die Polizeibehörde an einzelnen StrophenAnstoß genommen hatte. Wir lassen sie am Schluß des Berichtes über dasFestessen folgen und bemerken nur wahrheitsgetreu, daß die Polizeibehördein dem Lied No. 1, Strophe 3 das WortThoren, Str. 4 den AusdruckStahl und Blut, in dem Lied No. 2 Str. 4 dieLüge, Str. 5 dieWillkür beanstandet hatte, weil darin gesetzwidrige Anspielungen auf dieRegierung, auf das Ministerium Bismark u. s. w. zu finden seien.Im weitern Verlauf des Bankets brachte der Abgeordnete für Dort-mund, Herr Dr. Becker, das Hoch auf die Stadt Köln aus:Meine Herren! Wenn ich mit meiner Stimme durchdringen soll,müssen Sie etwas Nachsicht haben.Es sind heute 20 Jahre, daß von einer sehr hohen Stelle eine Ver-fügung erlassen wurde des Inhaltes, daß politische Demonstrationen werth-los seien. Die ursprünglichen Anlaßgeber dieser Verfügung waren Sie,meine Herren von Köln; denn Sie hatten die große Manifestation angeregt,welche sich durch das ganze Land von Trier bis Elberfeld richtete gegen dieAusführung eines Gesetzes, welches sich mit den Sitten und dem Rechts-gefühl des Volkes nicht vertragen haben würde. Sie, meine Herren vonKöln, hatten jenen damals beispiellosen Festzug veranstaltet, nach Düssel-dorf, um dem rheinischen Provinzial=Landtage zu danken, daß er jeneVorlage abgelehnt hatte.Meine Herren! Es ist darüber, ob Ihre politische Demonstrationwerthlos gewesen, von der Geschichte genugsam gerichtet worden. Es wirdkaum noch Jemand sein, der jene Gesetzesvorlage vom Jahre 1843 heuteauch nur noch schätzbares Material nennte. (Gelächter.) Aber eins ist