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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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23Volks bestände in dem Glück, recht lange von diesem Ministerium regiertzu werden.Die dritte Bedingung ist, daß die Verordnung unter Verantwortlich-keit des gesammten Staats=Ministeriums erlassen werde. Dieselbe setzt einMinister=Verantwortlichkeits=Gesetz voraus. Ein solches hatte das Hausder Abgeordneten berathen und beschlossen, und zwar nach den Vorlagen,die ein früheres Ministerium gemacht hatte. Das gegenwärtige lehnte aberdas beschlossene Gesetz mit kurzen Worten ab, zieht es also vor, nochlänger unverantwortlich zu bleiben.Meine Herren! Um den vorhandenen Conflict zwischen dem Mini-sterium und dem Abgeordnetenhause nicht in diesem Saale fortzusetzen,schließe ich hiermit und ersuche Sie, mit mir einzustimmen in den Ruf:Die unverletzliche Preßfreiheit, die einzige Wächterin überGesetz und Verfassung, sie lebe hoch!Inzwischen war nachstehendes Telegramm von dem Präsidenten derAbgeordnetenhauses Grabow eingelaufen:Meinen lieben, in der schönen Metropole am heimlichen deutschenRheine versammelten treuen Kampfgenossen für Wahrheit, Recht, Gesetz-lichkeit, Verfassung an ihren, unsern liberalen Collegen der Ostpro-vinzen mitgewidmeten, wohlverdienten Ehrentagen, meinen herzlichstenFestgruß.Für die dem Abgeordnetenhause gezollte Anerkennung den Festgebernund Festgenossen innigsten Dank. Hoch Rheinland und Westphalen!Grabow.Prenzlau, den 18. Juli, 2 Uhr.Auf welches Herr Friedrich Harkort, Abgeordneter für Hagen, Fol-gendes erwiederte:Meine Herren! In jenen Tagen, wo die Engländer ihre Schlachtenfür die Freiheit schlugen, rief Hampton aus:Rückwärts führt kein Weg.Wir befinden uns in derselben Lage; vorwärts bleibt die Losung. Dazubedürfen wir der Führer. Ein solcher ist Präsident Grabow, dessenWorte Sie eben vernommen haben. Ein Mann des Rechts, der fest aufdem Boden der Verfassung steht. Ich ersuche Sie, dem Herrn Grabowein Hoch auszubringen.Außer Grabow's Telegramm kamen während des Bankets telegra-phische Glückwünsche aus Elberfeld, Trier, München und Stettin. DasMünchner lautete:Der Blüthe des preußischen Volkes, den wackern Vertretern fürWahrheit und Recht, ein donnerndes Lebehoch von den Freunden in Süd-deutschland.Aus Stettin hieß es:Unter Donner und Blitz grüßt mit dem Zurufe: Freiheit, Ehre,Vaterland, politische Gesinnungsgenossen am schönen Rheinstrom.Den nächsten Toast sprach der Ehrengast, Abgeordneter von Vaerst,der aus dem Bade von Aachen herübergekommen war, auf das deutscheVaterland!Meine Herren! Ich muß Ihnen zuvörderst meinen Dank aussprechen