19künftigen gestützt, auf die künftigen, wie man sie aus freier Vermuthunguns unterschob.Ihre Versammlung, meine Herren, ist an sich selbst ein vernichtendesZeugniß gegen den Inhalt dieser Verdächtigungen. Unsere Provinzenblühen in seltnem Gedeihen durch den rastlosen Fleiß und die ausgedehnteThätigkeit ihrer Bewohner; wohin der Blick sich richtet, gewahrt er einemächtige Entwicklung des Wohlstandes, wachsende Geschäfte, welche dieWelt umfassen, dem Staate tägliche Nahrung zuführen, und ihrerseits inder geordneten Wohlfahrt des Staates die Bedingung ihrer Existenz haben.Und aus der Bevölkerung dieser Provinzen ist es wieder, ich darf es sagen,ein auserlesener Kern, eine lange Reihe der hervorragendsten Vertreterder Gemeinden, der Industrie, der geistigen Bildung, der sich heute indiesen glänzenden Räumen vereinigt hat, um — wer wollte die vermesseneThorheit haben, zu sagen, um revolutionäre undranchische Bestrebungenzu feiern, um Zustände heraufzubeschwören, welche allen Interessen diesesLandes auf das Schneidenste zuwiderliefen? Nein, meine Herren, nichtdeshalb haben Sie uns mit so hoher Ehre bedenken wollen, weil Sie in unskeck angreifende Feinde des Königthums und der bürgerlichen Ordnungvermuthen, sondern weil Sie der Meinung sind, daß das Haus der Abgeordneten nach bestem Wissen und Gewissen die Vertheidigung desbestehenden Rechtes, der verfassungsmäßigen Freiheit und der gesetzmäßigenMonarchie unternommen und geführt hat.Wir wollen die constitutionelle Monarchie. Wir wollen gleich sehrdaß die Monarchie und daß die Verfassung eine Wahrheit sei. Wirwollen nicht einen König, der lediglich die Verfügungen der Majorität zuvollziehen habe und nichts sei als ein glänzend aufgeputzter Diener desaugenblicklichen Willens der Volksmehrheit, die ja auch nicht untrüglich,auch nicht irrthumsfrei ist. Wir wissen, daß die Stärke und Selbstständig-keit eines patriotischen Königs ein unersetzliches Bollwerk für die Einheitdes Staats, die Festigkeit der Ordnung, die Garantie der Freiheit ist.Aber wir fordern ebenso die Stärke und Selbstständigkeit des Volkes undder Volksvertretung. Wir wollen, daß die gesetzlichen Aussprüche derVolksvertretung von einem Jeden, auch von der Regierung des Königsrespectirt werden. Wir wollen, daß Niemand im Staate existire, der dasagen dürfte, ein gesetzliches Votum der Volksvertretung solle, weil es nachseiner Meinung nicht klug, nicht zweckmäßig sei, deshalb nicht ausgeführt,nicht beachtet werden. Wir wollen, daß keine der gesetzgebenden Gewaltendie andere ihrem Willen unterwerfen und zu neuen Einrichtungen zwingenkönne. Aber wir wollen auch, daß gegen den Willen eine dieser Gewaltendie andere nicht einseitig und nach ihrem einzelnen Belieben zu neuen Ein-richtungen vorgehen dürfe. Im Verfassungsstaate heißt es freilich nicht:wenn die Volksvertretung irgend etwas Neues begehrt, muß der Königes gegen die eigene Ueberzeugung sofort einrichten. Es heißt aber auchnicht, wenn die Volksvertretung etwas Neues weigert, was der Kronenützlich oder nöthig erscheint, kann es der König nach der von GottesGnaden ihm übertragenen Machtfülle allein einrichten; sondern es heißt:wenn und so lange einer neuen Einrichtung die Genehmigung einer dieser
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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
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