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Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
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15die Lande ging, begeisternd erfaßt; Ihr seid zahlreich erschienen aus derStadt Karls des Großen, aus dem altehrwürdigen Trier, von der Mosel,von der Saar, von der Nahe, von Coblenz, dem Bollwerk der Provinz,aus der Nachbarstadt Bonn, die als Leuchte der Wissenschaften strahlt, ausden schönen Rheingauen, aus der freundlichen Stadt Düsseldorf, berühmtdurch die hervorragende Pflege der Kunst, aus den gewerbreichen StädtenElberfeld und Barmen, der bergischen Lande, der Ruhr, aus ganz West-phalen mit seinen ehrenfesten, kernigen Männern. Gruß auch Euch,werthe Gäste aus Berlin, Elbing und Prenzlau! Ihr seid gar zahlreicherschienen. Ihr habt diesem Feste seine wahre, große, nationale Bedeu-tung gegeben. Wir reichen Euch gastlich die deutsche Bruderhand. Unsvereint ein gemeinsamer Zweck, ein gemeinsames Streben, eine gemein-same patriotische That. Wir Alle sind hier zu einem Verbrüderungsfesteum die Bande der Eintracht fester zu schlingen und um uns durch Austauschder Gedanken im gesetzlichen Kampfe zu kräftigen. Mögen Meinungs-verschiedenheiten und Partei=Schattirungen unter uns bestehen, alle dieseVerschiedenheiten treten in den Hintergrund, wo es gilt, der Reaktion unddem Feudalismus entgegenzuarbeiten. (Bravo!)Wir stehen, wie eine festgeschlossene Kette, um unsere Abgeordneten.Wir wollen mit eisernem Muth und zäher Ausdauer festhalten an unsermtheuersten Palladium, der Verfassung; wir wollen nicht ermüden, wirdürfen uns nicht einschüchtern und entmuthigen lassen, wenn es gilt, ein-zustehen für die Verfassung, für das Recht, für das Wohl und Heil unseresgeliebten Vaterlandes.Das ist der Geist, der uns Alle hier vereint, und in diesem Geisteempfangen Sie, geehrte Festgenossen, unsern herzlichen Willkommengruß(Bravo.)Nach dem Beginne des Diners brachte Herr G. Jung aus Köln,ehemaliger Abgeordneter, den ersten Trinkspruch auf das Haus derAbgeordneten:Meine Herren! Es giebt auch einen Kanzleistyl der Toaste. So habeich offizielle Redner von dieser Stelle gar oft die Gäste im Namen desalten Kölns und des ehrwürdigen Vater Rheins begrüßen hören. Ich,m. H., sage Ihnen: Es ist das neue Köln, das aus dem Schutt und Moderder Verkommenheit entstandene, durch den Geist der Neuzeit aufgeblühte,das Köln, welches gründlich gebrochen hat mit dem Geist der obscurorumvirorum, welches sie hier begrüßt. Es ist ferner der Rhein, befreit vonfeudalen Fesseln der Burgen und Klöster, an dessen Ufern freie Eigen-thümer, statt höriger Bauern wohnen, der den Abgeordneten hier denWillkomm bietet.Von der alten Romantik des Vater Rheins hätte man solche mo-derne Ideen nicht erwarten sollen. Der Rhein ist aber ein kräftigerGeselle, will Alles zu seiner Zeit thun und Hand in Hand mit denLeistungen seines Jahrhunders gehen.So war er ritterlich zu seiner Zeit wie keiner, als noch mit