Druckschrift 
Das Fest der Abgeordneten von Rheinland-Westphalen gehalten zu Köln am 18. und 19. Juli 1863 : vollständiger Festbericht
Entstehung
Seite
14
Einzelbild herunterladen
 

14es möge keiner müde werden in dem Kampfe um verfassungsmäßigesRecht.Dr. Löwe=Calbe (Berlin) schreibt:Es thut mir um so mehr leid, an dem schönen Feste nicht persönlichTheil nehmen zu können, als ich es ebenso wie das geehrte Comité indieser Zeit für nothwendig halte, das Band, welches alle freiheitslieben-den Patrioten einigen muß, immer fester und fester zu schlingen und dabeizugleich Freund und Feind unsern ungebrochenen Muth den drohendenGefahren gegenüber zu zeigen. Ich zweifle nicht daran, daß Ihr Festdiese beiden Aufgaben erfüllen wird und wünsche ihm in diesem Sinne dasschönste Gedeihen und den besten ErfolgIn ähnlichem Sinne, meine Herren, sprechen sich Alle, Alle zustim-mend zu dem Feste aus. Sind die Herren auch persönlich verhindert Theilzu nehmen, so sind sie doch geistig in den auserwählten Kreisen dieserMänner gegenwärtig.Ich wende mich nun an Euch, hochgeehrte Herren Abgeordnete! (Tusch.)Wir danken Euch, daß Ihr dem Rufe patriotischer Stimmen gefolgt seidEs waren nicht die vereinzelten Stimmen eines Comité's, nein, es warder Ruf des Volkes von Rheinland und Westphalen, der an Euch erging.Das beweist diese große, feierliche Versammlung von ausgezeichnetenMännern aus fast allen Städten und Gegenden der beiden Provinzen,Euch, würdigen Vertretern. der westlichen Provinzen, gilt dies Ehrenfest.Ihr habt mit Mannesmuth und energischer Ausdauer Stand gehalten indem gesetzlichen Kampfe für das Recht, für die gesetzliche Entwicklung derFreiheit, für die materiellen und sittlichen Güter eines loyalen Volkes.Ihr habt Eure Zeit und Euere Kraft unermüdlich und unverdrossen demWohl des Vaterlandes geopfert. Ihr habt das Mandat des Volkes unterden schwierigsten Verhältnissen treu und gewissenhaft erfüllt. Dafür Euchdiese öffentliche Huldigung vor der ganzen gesitteten Welt, welche dempreußischen Abgeordnetenhause ihre Bewunderung zollt. Wir stehen mitEuch auf dem unerschütterlichen Boden der Verfassung und des Gesetzes festvereinigt.Mag man unserer Festlichkeit äußere Schwierigkeiten bereiten, magman den äußern Schmuck der Straßen und Häuser und das Schießen vonBöllern verhindern: Das sind Nebendinge und es geziemt uns, den Anordnungen der vorgesetzten Behörde zu folgen; durch solche Lappalien wirdder Werth und die Würde unseres Festes nicht im mindesten geschwächt.(Bravo.) Und keine Behörde ist im Stande, ein solches populäres Festauf Commando zu veranstalten, und keine Behörde und kein Minister istim Stande, das Eine zu ändern, was das Wichtigste ist: Das ist dieGesinnung, die in uns lebt, der gehobene Geist, das Rechtsgefühldas diese große Versammlung durchweht, und in diesem Geiste rufe ichIhnen, Erwählte des Volkes, aus voller Seele ein herzliches Willkommenzu. (Endloſes Bravo.)Meine Herren! Nun noch ein Wort an Euch, hochgeehrte Festge-nossen aus Rheinland und Westphalen.Die Idee des Festes hat Euch, wie ein elektrischer Funken, der durch