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David, ein Mann nach dem Herzen Gottes : eine biblische Studie
Entstehung
Seite
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anderer Volksstamm aufbricht, um die Räuberhöhle zu zerstören. (Assyri-sche und babilonische Gefangenschaft!)Unverständige Leute haben in David einen Propheten undgöttlichen Sänger erblicken wollen. Es gibt eigentlich gar keinePropheten im Sinne des Volkswahnes, weil es Niemanden geben kann,der auf angeblichen Grund übernatürlicher Erleuchtung zukünftige, also un-wißbare Dinge vorhersagt, ohne dabei die Gefahr des Irrthums zu lau-fen. Wußte doch auch David selbst von seinem eignen Geschicke nichts,wie hätte er in die Zukunft der Welt hellsehn können! Von Göttlichkeitist überhaupt in seinem Leben wenig zu erspäh'n; David erinnert lebhaftan die römischen Imperatoren, mit welchen die männliche HerrscherlinieJulius Cäsars ausstarb.*) Immerhin mag der nachsichtige Beurtheileraltvergangener Zeiten für manche Handlung des Menschen David eine Ent-schuldigung vorbringen; denn was die Staubgeborenen so oft wie einschwaches Rohr beugt, hin= und herwirft auf den Wogen des Lebens, dassind neben jenen äußeren Stürmen in politischer Atmosphäre auch die glü-henden Südwinde der Leidenschaften, welche das Herz leider nicht selten andie Klippen der Sinnlichkeit verschlagen. War aber der zweite König vonIsrael ein Wesen höherer Art, ein Prophet, ein ausgewähltes Organ desguten Geistes, **) war er ein besonders Begnadigter aus allen Sterb-lichen, dann bleibt kein Schleier der Nachsicht mehr übrig, um die Ruch-losigkeit seiner Thaten damit zu bedecken. Als König, als der Erste einesganzen Volkes, konnte David sich über das sittliche Niveau seiner Zeit undNation erheben; dies zu thun, wäre sogar seine vorzüglichste Regenten-pflicht gewesen, denn das Laster hätte dann nicht nur zittern müssen,sich dem Fürsten zu nähern, sondern es hätte auch erröthen müssen vorder Reinheit seines Blickes. Und gar an den Liebling der Götter, andas Schooßkind des höchsten Geistes, ist die Menschheit befugt, ganz an-dere Forderungen zu stellen, als an denjenigen König, welcher ein nicht-auserwähltes, unbiblisches Volk zu regieren berufen ist. Niemand verlangt,daß das dürre Gras einen köstlichen Geruch verbreite und dennoch riechtdas Heu oft lieblicher, als manch' glänzende Blume, deren stolzemporra-gendes Haupt selbst im Momente vollkommener Entfaltung keinen Duftbesitzt. Aber wie schnöde riecht eine verwesende Blüthe, sei ihreFarbenpracht auch noch so glänzend gewesen..plieGegen die Gottbegeisterten anderer Völker, etwa die Seherin Kassandra, mußder Mann nach dem Herzen Jehovah's in moralischer Hinsicht beschämt zu-rückstehen.David, mein Knecht, hielt meine Gebote und wandelte mir nach von gan-zem Herzen; er that nur, was mir wohlgefiel. 1 Kön. 14, 8.David hat Gottes Willen vollkommen erfüllt. Apost. Gesch. 13, 2