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David, ein Mann nach dem Herzen Gottes : eine biblische Studie
Entstehung
Seite
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28.Ehebruch und Meineid, das sind die Bezeichnungen, deren sich jede unpar-theiische Feder bedienen muß, um das Leben eines Menschen zu skizziren,dessen traurigen Ruhm nur der Unwissende oder Leichtfertige proklamirendarf. Oder wer sonst will es wagen, einen Ausbund aller rohen Will-kühr, die höchste Potenz aller Immoralität:Mann nach dem Herzen Got-tes zu nennen? Nur der Jesuitismus, jenes Institut, dem das unaus-löschlichste Schandmal für alle Jahrhunderte aufgeprägt ist, wird fortfahren,dem biblischen David Loblieder zu singen. Das höchste Wesen, dem unsereheutige offenbarungsfeindliche Richtung sich beugt, verlangt keine Unmensch-lichkeit, sondern reine Humanität. Ein Mann nach den Anforderungendieser Gottheit verkauft seine sittliche Freiheit nicht, um den Preis feilerSegnungen, elender Priesterblendwerke. Und wenn er ein Monarch ist, sonimmt er sich das schöne Wort unserer vaterländischen Könige zum Wahl-spruch:Suum cuique! Jedem das Seine! Achtung vor dem Ver-mögen, dem Leben und der Ehre seiner Unterthanen, Schutz der Unschuldund Strafe dem Verbrechen, darin wird ein Fürst, welcher den Sinnder in der ganzen Natur ausgesprochenen Gottesgesetze versteht, seinen ein-zigen Beruf erblicken. David, der Mann nach dem Herzen des Bibelgot-tes, weit entfernt ein Exempel für Regenten abgeben zu können, trägtvielleicht einen nicht geringen Schuldantheil an den Gräuelscenen des christ-lichen Mittelalters.Man wache mit Eifersucht, daß doch keinem jungenPrinzen, auf dessen Regierungsantritt ein Volk wartet, das Leben Davidsaus geistlicher Feder in die Hände gespielt werde, damit das verderblicheBeispiel beschönigter Laster nicht ansteckend wirke; denn:Das eben ist der Fluch der bösen That,Daß sie fortzeugend Böses muß gebären.Der demoralisirende Einfluß Davids auf sein Volk ist unbestreitbar;fast jede der Handlungen des Königs zündete den Unterhanen ein Licht an,in dessen grellem Scheine sie die Schande ihres Herrschers schauten. Unddas eine Laster sucht das andere auf, während es sich vor jeder Tugendund jede Tugend vor ihm mit gleichem Widerwillen zurückzieht, wie dieSchönheit vor der Häßlichkeit. Nachſichtig gegen die Verbrechen ſeinerUmgebung, weil der Tyrann fürchtet, durch Unduldsamkeit gegen fremdeSchandthaten noch verhaßter zu werden, findet er eine Entschuldigung fürseine Ausartung nur noch in der Ungezogenheit seiner Höflinge. Dasböse Beispiel von oben wirkt aber verderblich auf alle Klassen der niederenGesellschaft. So erzittern dann jene papierenen Gesetze, die auf demThrone, im Antichambre und nachher auf der Straße verlacht werden, diebürgerliche Ordnung wankt, aller öffentlicher Anstand schwindet, ja selbstder letzte Funke von Tugend und Gerechtigkeit erlischt, und vollkommenbegreiflich mag es erscheinen, wenn in der dritten Generation endlich ein