133Der KriegWas ist der Krieg, was deutet mir das Wort?Ein durch die Zeit geweihter Brudermord,Ein Privilegium, einander sich zu tödten!Ein wildes Thier, das sich von Blut ernährt,Das beutehungrig durch die Lüfte fährt;Ein Ungeheuer, bös, wie keines je gewesen!Ein Kannibal, der keine Mahnung hört,Der Stadt und Land und Wald und Flur zerstört;Ein schadenfroher Geist, dem Höllenpfuhl entsprossen!Ein Drachenschlund, der alles frech verschlingt,Was das Geschick in seine Nähe bringt;Ein Feuer, griech'scher Art, durch Wasser nicht zu löschen!Ein blindes Recht, wo jedem das verbleibt,Was er gewandt in ſeinen Seckel treibt,Der nackten Armuth oft, dem Bettelmann entrissen!Ein Thränenstrom, der in beschwingtem LaufBis zu der Alpen Spitzen selbst hinaufMit mitleidslosem Hohn den Wermuthskelch entsendet!
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten