155Auf den Zehen ich herbei,Leise an die Nebenstube;Wissen mußt ich, wer der Bube,Der mich so entehrte, sei!Ha! der teuflisch niedern Brunst!Jener Falſche, der vor dieſemMich dem Kerker überwiesen,Schwelgte in der Gattin Gunst!Meiner selbst nicht mehr bewußt:„Deine Freundschaft will ich preisen,„Scheusal!“ rief ich und das EisenSank in die verruchte Brust!Auf den Knien neben mirLag die schöne Ungetreue:„Weib! wozu die späte Reue,„Sage, Weib! was that ich Dir?!“Einen Blick noch, liebeswarm,Warf ich auf das holde Wesen,Das mein Alles einst gewesen,Und entriß mich ihrem Arm.
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