128Der Arme selbst, der sich um's Taglohn plaget,Der oft mit Weib und Kind an trocknem Brode naget:Er lebt zufried'ner meist in seines Drangsals Mitte,Als mancher reiche Britte.O setzt Euch hin zum kargen Abendschmaufe,Seht die Zufriedenheit in dieser stillen Klause!Ein einziges Gericht, der Wasserkrug daneben,Was braucht es mehr zum Leben?!Gestärkt durch's Mahl und von des Tages LastenGelinde eingewiegt, wie herrlich läßt sich's rasten!Bald ruhet Alt und Jung; kein banger Traum, kein KummerVerbittert ihren Schlummer!Der Mann sogar, der dort vor fremden Thüren,In Lumpen eingehüllt, das Mitleid sucht zu rühren;Könnt' er, der Bettelmann, der Reichen Noth belauschen,Er würde schwerlich tauschen!Denn sehet her! in weichen FederbettenKann sich der König selbst vor dem Gespenst nicht retten,Das allem Gold zum Trotz, trotz allen falschen Zeugen,Doch nimmermehr will schweigen!
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