58gingen, um zu Mittag zu speisen. Als aber diese um2 Uhr zurückkamen, fanden sie die Kranke ganz entkräf-tet vor dem Bilde der göttlichen Mutter; sie brachtendann das Mädchen in ohnmächtigem Zustande vor dieThüre der Kapelle und ließen es auf einen Stuhl nieder. Die Leidende war ohne Besinnung und man wargenöthigt, wegen des großen Zudranges der umstehen-den Pilger, sie an das Krankenhaus des Klosters zubringen. Der Verfasser dieses, zu dem man geschickthatte, fand sie in heftigen Krämpfen und ohne alle Be-sinnung. Der Arzt war abwesend und so verordneteder anwesende Priester nach Verlauf von einer halbenStunde, wo keine Veränderung eintrat, man möge siezu Bette bringen. Als derselbe Amtsgeschäften wegenabgegangen war und nach einer halben Stunde wieder zurückkam, lag die Kranke zwar ruhig, aber immernoch ohne Besinnung, wie im Schlummer auf dem Bette.Bald nachher aber richtete sich die Kranke auf, stiegvom Bette, fragte nach ihren Schuhen und eilte in kräf-tigem Zustande ohne Krücken und ohne Unterstützungmit ihren Begleiterinnen zur Kapelle, um der Tröste-rin der Betrübten für ihre Fürbitte bei ihrem göttli-chen Sohne und für die erhaltene Genesung zu danken.Wie die Genesene diesen Abend und den folgenden Tagmit gerührtem Herzen dem lieben Gott und der gnä-digen Mutter Gottes für ihre Genesung gedankt, läßtsich besser denken als beschreiben. Mit Freudenthränennahm sie von dem wunderthätigen Bilde und von Kevelaer Abschied. Bei dem Abzuge der Prozession trugsie gesund und stark in ihren Gliedern das Kreuz voran.und legte den ganzen Weg bis Brauweiler zu Fuße zurück.Unter den 24. October desselben Jahres schrieb auf
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Die Wallfahrt zu Kevelaer : nebst Anh., enth.: Reihenfolge der Prozessionen im Jahre 1867
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58
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