Geschichteder Wallfahrt in Kevelaer.—Sevelaer, gelegen im Königreiche Preußen, Regie-rungs=Bezirke Düsseldorf, Kreise und Dekanate Geldern,Diözese Münster, jetzt ein ausgedehntes, blühendes, alsWallfahrtsort weit bekanntes Dorf, bestand vor unge-fähr 370. Jahren nur aus wenigen Häusern mit einerdem h. Antonius, Abte, geweihten Kapelle und gehörtezu der Pfarre Weeze. Erst im Jahre 1472 wurde eszu einer eigenen Pfarre erhoben und ihr die Kapellezu Keylaer, dem h. Hubertus geweiht, beigegeben. Dieseneue Pfarre gehörte zum Erzbisthum Cöln bis zumJahre 1559; in diesem Jahre aber, als in den Nieder-landen die neuen Bisthümer errichtet wurden, ging sie,weil im Herzogthum Geldern liegend, zum BisthumeRuremonde über. — So war Kevelaer nun zwar eineeigene Pfarre, jedoch noch immer ein höchst unbedeu-tender Ort, und liefert in einem Zeitraume von 170Jahren nichts Merkwürdiges, außer einem einzigen trau-rigen Falle. Es ward nämlich am 1. August 1635 vonden Croaten schrecklich heimgesucht, und gegen 100 Ein-wohner wurden auf der sogenannten alten Schanzevon diesem grausamen Volke ermordet. Noch jetzt gibtein steinernes Kreuz, welches sich 5 Minuten südwest-lich von der Pfarrkirche, an einem Feldwege befindet,durch eine bezügliche Inschrift *) von diesem schreckli-chen Ueberfall Zeugniß. Die tief geschlagene Wunde, an*) Die Inschrift lautet: Anno 1635 den eersten Augustus,alzoo dezen dato verklaert, zijn hier op deze Schanz biede 100 Menschen vermoort. Bidt voor de Ziele, opdat Godhaer in de eeuwigheid genadig zijn wil. »
Druckschrift
Die Wallfahrt zu Kevelaer : nebst Anh., enth.: Reihenfolge der Prozessionen im Jahre 1867
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