21der die schwache Gemeinde litt, hat gewiß manchem gebeug-ten Herzen fromme Seufzer entlockt. Der Allgütige, derdas zerknirschte Rohr nicht zerbricht, sondern vielmehrdie Gebeugten aufrichtet, sah, die Seufzer vernehmend,mit besonderm Wohlwollen auf Kevelaer herab. SechsJahre nach dem genannten Blutbade auf der Schanz er-eignete sich etwas ganz Erfreuliches; es ward der Rath-schluß des Herrn kund, daß Kevelaer vorzugsweise aus-ersehen sei zu einem Gnaden=Orte, einem Orte, wo dergöttliche. Erlöser den Menschen bei der Verehrung sei-ner gebenedeiten Mutter, durch die Fürsprache derselben,die Fülle seiner Gnaden ganz besonders spenden wollte.Wie nun Gott immer wunderbar ist in seinen Wer-ken, so zeigt er sich auch hier, und was uns Menschengering scheint, das ist bei dem Unendlichen in Rück-sicht auf uns, oft groß und in seinen Folgen von sehrgroßem Gewichte. Dieses mag auch hier seine Anwen-dung finden beim Entstehen der Wallfahrt zu Kevelaer,deren Geschichte in gedrängter Zusammenstellung folgt.Ein unbemittelter Bürger von Geldern, NamensHeinrich Buschmann, der sich und seine Frau durcheinen kleinen Handel ernährte, dabei fromm und tu-gendhaft lebte, kam im Jahre 1641 vor Weihnachtenin Geschäften von Weeze über die Kevelaersche Heide,wo damals ein sogenanntes Hagelkreuz stand. Bei die-sem mag er wohl recht innig gebetet haben! Hier hörteer, ohne Jemanden in der Nähe zu sehen, eine Stimme,die ihm zurief: „Hier sollst du mir ein Heiligen=Häus-chen bauen.“) Als er nach Verlauf von mehreren Ta-Dieses Alles ist eine von Heinrich Buschmann in der Synodal-Versammlung zu Venlo im Jahre 1647 unter Eid gegebeneErklärung.
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Die Wallfahrt zu Kevelaer : nebst Anh., enth.: Reihenfolge der Prozessionen im Jahre 1867
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