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Die Wallfahrt zu Kevelaer : nebst Anh., enth.: Reihenfolge der Prozessionen im Jahre 1867
Entstehung
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11werden. Die Augen der Frommen sind hier scharfsehend,und das kleinste Unanständige, das in andern Gesell-schaften nicht einmal würde bemerkt werden, steht hier,weil dem Zwecke ganz zuwider, als ein großer Fehlerda. Zudem sind die Führer wie verantwortlich, so auchaufmerksam unterwegs und in den Häusern besonders,wo übernachtet wird, daß kein Unfug geschehe, unddaß ein Jeder an seinem Orte sei.Wo und wie soll nun all das Aergerliche, das manvorzubringen pflegt, sich zutragen? In polizeilicherHinsicht wird an den Oertern, wo solche Prozessionendurchziehen, auch übernachten, die wachsame Polizeiwohl am besten Zeugniß geben können, wie höchstselten der Fall eintritt oder eingetreten ist, daß sie beidieser Gelegenheit hat einschreiten müssen.Hier, wo die Vielheit zusammen kommt, ist es fastunerhört, daß auch bei dem größten Concurs so vielerTausende von Menschen aus Städten und Dörfern,die Polizei, obschon aus Vorsicht stets bei der Hand,von der ihr verliehenen Gewalt hat Gebrauch machenmüssen. Die Allgemeine Andacht und die Menge derFrommen hält die wenigen Unruhigen, die sich auchhier, wie überall eindringen möchten, genugsam inOrdnung. Was nun weiter das Religiöse und Sittlichebetrifft, so können nebst den aufmerksamen Pilgern9 Ein Vorurtheil möchte man hier vor Allem beseitigt wünschennämlich: daß, sobald man arme und schlecht gekleidete Personensieht, man sogleich schließt, daß es deßwegen nur schlechtes undloses Gesindel sei. Denn unter einem Bauernkittel und einemgroben und abgenutzten Kleide kann eben sowohl eine rechtliche,tugendhafte und edle Seele wohnen, als unter Sammet und Seidesich eine feige, heuchlerische und gottlose Seele verbergen kann.Das Kleid macht doch den Mann nicht!