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Die Wallfahrt zu Kevelaer : nebst Anh., enth.: Reihenfolge der Prozessionen im Jahre 1867
Entstehung
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zum zweiten Male, wenn er es einmal so befunden hätte,und kein religiös denkender Christ würde sich zum zweitenMale einem solchen Zuge anschließen; aber die Erfahrunglehrt uns handgreiflich das Gegentheil. Eins muß aberbeiläufig bemerkt werden, daß nämlich hier die Rede istvon großen Wallfahrten, zu denen zwei und mehrere Tagenöthig sind, und nicht von so genannten Wallfahrtennach einem Orte, wo einmal ein Fest gefeiert wird,Patrocinium, oder sonst eine Feierlichkeit ist und woman dann des Morgens zwar in die Kirche geht, Nach-mittags aber auch in die Wirthshäuser, wo nicht seltenbis in die Nacht hinein Tanzmusik gehalten wird undman beim Abende oder zur Nachtzeit nach Hause zurück-kehrt; denn daß dann Trunkenheit und alle Folgenderselben oft vorkommen, lehrt die Erfahrung. DerSchluß von diesen auf die großen Wallfahrts=Züge nachweit entlegenen Oertern würde ganz unrichtig sein;denn bei diesen sind die Verhältnisse, wie unterwegs,so auch an den Oertern, wohin sie ziehen, ganz verschie-den von jenen. So ist z. B. hier in den Sommermonaten,wo die Wallfahrts=Prozessionen oder Züge hieher kom-men, nie Tanzmusik und nie haben hier ähnliche, derJugend zur Ausschweifung Gelegenheit bietende Lust-barkeiten Statt; sondern im eigentlichen Concurs derPilger wiederhallen vom Morgen bis zum Abende dieKirchen und Straßen überall von dem Gebete und denfrommen Gesängen der Waller, wodurch der Eine denAndern zur Andacht wecket, und es nicht selten ge-schieht, daß neugierige Zuschauer unwillkührlich zumMitbeten hingerissen werden.Betrachten wir nun die Wallfahrtszüge, wie sie inder Wirklichkeit sind, so werden die Vorwürfe, im