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Die Wallfahrt zu Kevelaer : nebst Anh., enth.: Reihenfolge der Prozessionen im Jahre 1867
Entstehung
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8und Oberpräsidal=Verfügungen, die später in der Ge-schichte angeführt werden, schon Vorsorge gethan. Zudemmöge man bedenken, daß auch der geringste Menschnoch immer Mensch ist, und ein menschliches Gefühlund menschliche Bedürfnisse hat. Nun nimmt man esaber den Menschen der höheren Klasse nicht übel, mangönnt es ihnen gerne, daß sie auf längere Zeit und mitgroßem Kosten=Aufwande Bade=Oerter besuchen, denAndern, daß sie drei und mehrere Tage Fastnacht,vier, fünf Tage Kirchmeß halten, — und man sollte esder geringern Klasse, dem Landmanne, Handwerker undTaglöhner nicht gönnen, daß er sich den Schweiß einmalabtrockne und sich ein paar Tage eine Erholung erlaube,und deßwegen nicht, weil es nach dem innern, religiösenDrange seines Herzens ist; weil er sich mit seinem Innernbeschäftigen will; weil er seinem Gott, ungestört vonseiner Arbeit, dienen und in seinen Anliegen auchdurch die Fürbitte der Heiligen, z. B. der Trösterinder Betrübten, Hülfe suchen will?!Allein, sagt man, gegen die Wallfahrten würde manwenig einzuwenden haben, wenn sie nach dem Geiste derKirche unternommen und abgehalten würden und sie nichtdie nächste Gelegenheit, oder gar der Deckmantel würdenzu Unthaten, welche unter Christen nicht einmal genanntwerden sollen, wenn nicht so viele Unordnungen und Aus-schweifungen dabei vorfielen, wodurch Aergerniß entsteht,das Wehe über die Welt bringt. — Wenn das, lieberLeser! alles auch Wirklichkeit wäre, was man der Wall-fahrt andichtet und so obenhin von ihr aussagt, oderschreibt, so sollte und müßte sie freilich ganz untersagtwerden; und kein frommer Priester würde sich als Führereiner Wallfahrts=Prozession darstellen, wenigstens nicht