annehmen wird, wo er sich auch immer finden mag.Daher folgen hier einige Erörterungen über angeblicheMißbräuche, welche ich bitte, ohne Vorurtheil undmit wohlmeinendem Herzen, so wie ich sie nieder-schreibe, zu lesen und zu beurtheilen.Vorerst sagt man, es sei doch nicht vernünftig, dasin weiter Ferne suchen zu wollen, was man in derNähe finden kann, und besonders wenn man dabeiseine Berufsgeschäfte vernachlässige und das Geld ver-zehre, das man zu Hause so nothwendig habe und sogut anwenden könne. Das ist freilich wahr und daswissen auch die Pilger, daß Gott uns überall ebennahe ist, und daß er unsere Bitten erhören und unsseine Gnaden und Wohlthaten austheilen kann, wo,wann und wie es ihm wohlgefällig ist; allein derMensch ist wohl nicht überall und in allen Verhält-nissen, in Betreff seiner Gemüthsstimmung und in Bezugauf Gott, derselbe. Aeußere Umstände wirken gewöhnlichauf den Menschen ein; sie können seinen Glauben wecken,sein Vertrauen stärken und so mit der Liebe auch dieinnere Andacht so anregen, daß er gewiß zu einer Zeitund an einem Orte würdiger ist, von Gott erhört zuwerden und seine besondern Gnaden zu erlangen, alszu einer andern Zeit und an einem andern Orte. Eswird folglich so unvernünftig nicht gefunden werden,wenn man sich dorthin begeben will, wo man mehr zurAndacht angeregt wird und wo man glaubt, oder ausErfahrung weiß, inniger und mit mehr Vertrauen zuGott beten zu können, und wäre es auch in der Ferne.Was die Abwesenheit von Hause und die Kosten beieiner Wallfahrt auf einige Tage, besonders in Ansehungder ärmeren Klasse, betrifft, so ist durch die Ministerial-
Druckschrift
Die Wallfahrt zu Kevelaer : nebst Anh., enth.: Reihenfolge der Prozessionen im Jahre 1867
Entstehung
Seite
7
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten