II. mindestens aussprechen: „Wir begreifen unter Religiondie Anerkennung einer intelligenten, zweckthätigen(daher selbstbewußten), gerechten und gütigen göttlichenWeltregierung, in deren fortschreitender Erkenntniß dieMenschheit einen Theil ihrer Bestimmung erreicht, unddurch welche es dem Einzelnen erleichtert wird, dersittlichen Anmahnung zur Wahrheit, Gerechtigkeit undLiebe zu genügen.Zwar kann sich kein einziger Antrag rühmen, seine Erle-digung in befriedigender Weise gefunden zu haben; allein derunsrige hat, obgleich seine Bedeutsamkeit augenfällig ist, nichteinmal zur ordentlichen Besprechung gelangen können. DieFluth von ganz und gar ungehörigen Bemerkungen, welche sichgroßentheils über die muthmaßlichen Tendenzen, Absichten und„Gelüste“ des Antragstellers ergingen, ließen gleich erkennen, daßdie Gesellschaft von materialistischen und pantheistischen Philoso-phemen beherrscht sei. Dieser stoffgläubige Geist hat inzwischenungeahnte Fortschritte gemacht, indem der Vorsitzende des Bundesjüngst in einer besonderen Schrift behauptete, in der Abstinenzvon der Fleischnahrung den langgesuchten und geahnten Schluß-und Grundstein der religiösen Reform gefunden zu haben.Traurig! Traurig! Dahin gerathen die Talentvollstenund Besten von uns! Doch es muß noch schlimmer kommen,da man auf dem betretenen Wege verharret. Das nächste Jahr-zehnt wird mit unbestreitbaren Thatsachen beweisen, daß der Geist,welcher nur stets verneint, schlecht geeignet ist, eine Reli-gionsgesellschaft zu erhalten; und bestätigen wird sich, was HerrHieronymi, der deutschkath. Prediger zu Mainz, in Nro. 22und 23 des deutschkath. Stgsbl. 1865 so klar entwickelte. Unsaber, die wir unsere Namen nicht mit dem Untergange des kaumbegonnenen Werkes verknüpfen möchten, kann es nur zur Be-friedigung dienen, daß unsere Beziehungen zum Bunde nunmehrals gelöst zu betrachten sind.Nicht einmal der Ruhm, die individuelle Freiheit in idealerWeise gewahrt zu haben, kann den Abgeordneten gelassen werden;denn es hätte ihnen obgelegen, mindestens ebenso heftig diejeni-gen zu tadeln, die unsere Anschauungen mit der liebenswürdigenBezeichnung: „Hirngespinste“ belegten.Von Wislicenus ward offen ausgesprochen (S. 5): „es„sei von der größten Wichtigkeit, daß die Gemeinden ihren reli-„giösen Gehalt in einen bestimmten und deutlichen Ausdruck zu-„sammenfaßten; daher habe die Berliner Gemeinde ihren Antrag„gestellt. Diese Forderung ist offenbar viel weitergehend alsmein Antrag; hier wird eine erschöpfende Formalisirung aller
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