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Die Weltkarte des Beatus (776 n. Chr.) : mit ... der Karte von St. Sever in den Farben des Originals
Entstehung
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Zweite Abteilung.

Die Weltkarte des Beatus.

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ir besitzen nunmehr 10 Abschriften der Mappamundi des Beatus, von welchen 3 (1, 7 und 9)schon länger bekannt sind. Die Turiner Weltkarte (9) ist schon im Jahr 1749, die Londoner vonSantarem 1849 in seinem nur sehr wenigen zugänglichen Werke, die Pariser Karte von St. Sever 1877und 1883 — beidemal mangelhaft — publiziert worden. Die übrigen 7 Karten sind neu.

Der grosse wissenschaftliche Wert der Beatuskarten liegt in ihrem hohen Alter. Von den 10 Ab-schriften können 4 mit voller Sicherheit in das 10. und 11. Jahrhundert angesetzt werden, nämlich1., 4., 5., 6., und zwar ist die 4. — die Karte von Ashburnham — geschrieben im Jahr 970; die 5.— Valladolid — um 1035; die 6. — Madrid I — im Jahr 1047, und die 1. — Paris I (St. Sever) —zwischen 1026 und 1072. Keine einzige der anderen auf uns gekommenen Weltkarten von ähnlicherGrösse kann direkt ein so hohes Alter beanspruchen; nur das einzige weit kleinere Kärtchen von Albyreicht noch höher hinauf, nämlich ins 8. Jahrhundert.

Dieser Wert der einzelnen Karten wird aber noch bedeutend erhöht durch die Gesamtheit der10 Abschriften, deren Vergleichung uns ermöglicht, über die Originalkarte (oder vielmehr -Karten)des Beatus vom Jahr 776 n. Chr. sichere Schlüsse zu ziehen, und damit das Alter um abermals200 Jahre hinaufzurücken. Die Vielheit der Karten lässt deutlich unterscheiden, was an denselben nachForm und Inhalt als wesentlich, und was als späterer Beisatz oder Entstellung durch die Abschreiberanzusehen ist.

Es wird deshalb in der folgenden Darstellung neben der Feststellung des Textes der einzelnenKarten das Hauptgewicht auf die Vergleichung derselben nach Form und Inhalt zulegen sein, während eine eingehende Beschreibung der willkürlichen Einzelheiten und der malerischenDarstellung durch die Abschreiber, wie sie von den Schriftstellern gewöhnlich gegeben wird, neben-sächlich ist.

Von diesen 10 Beatuskarten geben wir

1. die Karte von St. Sever in den Farben des Originals wieder, so dass sie hiereigentlich zum erstenmale vollständig dargeboten wird. Das „Facsimile", welches Cortembert im Jahr1877 geboten hat, verdient diesen Namen nicht; die photographische Wiedergabe in den „Choix de docu-ments 1883" ist als solche tadellos, aber es fehlen derselben nicht nur die Farben, auf welche mancherverzichten würde, sondern auch die im Meere und auf den Inseln geschriebenen Legenden (gelb auf Grünund Blau) sind spurlos ausgeblieben; dazu kommt, dass mehr als die Hälfte der Legenden schon auf demOriginal so verblasst sind, dass sie nicht nur schwer leserlich, sondern dass förmliches Studium undlängere Uebung erforderlich sind, um sie überhaupt lesen zu können. Es ist deshalb auch in unsererAusgabe zum erstenmale der vollständige Text dieser Karte zu finden. Wer unsere Ergänzungen, welche