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durch Nachfahren auf der für diesen Zweck noch besonders vergrösserten Photographie erfolgt sind,kritisch zu vergleichen wünscht, den verweisen wir auf die schon genannte schöne und grosse photo-graphische Wiedergabe in „Choix de documents". Wir haben auf die Beigabe einer photographischenReproduktion dieser Karte verzichtet, weil wir sie doch nur verkleinert hätten geben können;
2. die Karten 2 —10 in Photolithographie im 2. Hefte der Mappaemundi, auf welcheswir hiermit ein für allemal verweisen:
3. von den neuen Karten folgen hier 2, 3 und 10 auch als Cliches (S. 31, 35 und 39), inleiehtleserlicher Form, aber mit teilweiser Auslassung zeichnerischer Einzelheiten (Vignetten u. ä.) resti-tuiert zur Bequemlichkeit des Lesers, weil diese 3 Karten die textlich wichtigsten und zugleich Vertreterder 3 Aeste a, b und d sind.
1. Der Stammbaum der Beatuskarten.
Die 10 Beatuskarten gehören 2 Hauptstämmen an, welche wir als A — Stamm von Osma, undB — Stamm von Valcavado bezeichnen. Es ist als sicher anzunehmen, dass beiden Stämmen von Beatusselbst gezeichnete Originale zu Grunde liegen, und am einfachsten wird man in Osma die vollständig,sauber und im Detail ausgeführte Reinschrift, in Valcavado das Konzept vermuten. Denn thatsächlichweisen die dem B-Stamm angehörenden Abschriften eine nur in allgemeinen Umrissen gezeichnete Welt-karte auf, welchen das Wesentlichste, nämlich die divisio Apostolorum, zu deren Erläuterung sie gemachtsind, fehlt.
Der Stamm A teilt sich in 2 Aeste: a und b, von welchen jedoch nicht ausgeschlossenist, dass beide von Beatus herrühren können. Dem Aste a gehören die 2 ersten Manuskripte an,Paris I und TL
Die Karte 1 in dem Manuskripte, welches gewöhnlich als St. Sever bezeichnet wird, ist diesorgfältigst ausgeführte Karte mit dem reichsten Inhalt an Legenden, aber auch mit zweifellos späterenZuthaten (aus der Zeit des Abschreibers), geschrieben um 1050, deshalb ehrwürdig durch ihr Alter.Litteratur über diese Karte s. o. S. 11.
Die 2. Karte, Paris II, aus dem 12. oder 13. Jahrhundert, hier zum erstenmal publiziert,ist das entsetzlichste Zerrbild einer Weltkarte, welches man sich denken kann. Der Zeichner verfährtmit den Weltteilen und Meeren, Ländern und Himmelsgegenden ganz nach seiner Willkür. Er trägtkein Bedenken, Palästina in das Innere von Afrika, Unteritalien nach Asien zu versetzen. Er ist durcharabische Karten beeinHusst, welche Süd oben haben, und er wollte die Karte in dieser Weise umformen,was ihm aber sehr schlimm geraten ist. Er hat Oriens links, Occidens rechts angeschrieben, lässt linksSonne und Mond aufgehen, hat aber das Paradies trotzdem oben gelassen. Diese Karte ist für uns trotzihrer Verzerrung von nicht geringem Werte, weil sie gewissermassen das Bindeglied zwischen 1 und 3 bildet, ohnevon dem einen oder andern abstammen zu können. Die äussere Form und die Farbenverteilung erinnertsofort an St. Sever. Die roten Streifenbänder, welche' in St. Sever auf gelbem Grund „Septentrio" und„Meridies" anzeigen, haben auf Paris II zwar ihre Bedeutung verloren, sind aber als Ornamente geblieben;das Rote Meer hat seine Lage und Farbe behalten, obwohl die Himmelsrichtung gewechselt ist. DieStädtebilder, insbesondere Creta mit seinen 2 Städten und Ciprus, erinnern an die gemeinsame Vorlage.I Hese Karte beweist somit, dass auch die Vorlage der Kopie von St. Sever ähnlich war. Nicht minderwichtig ist der textliche Inhalt, welcher, wie wir sehen werden, sehr alte Reste erhalten hat.
Die dem Aste b angehörende Karte von Osma — 3 —, welche bis jetzt nicht bekannt war,steht den genannten schon ferner, hat aber doch mit St. Sever in der allgemeinen Form der Länder,Flüsse und Meere manches gemeinsam, nicht selten zu ihren Gunsten, indem sie das östliche Mittelmeer.den Nil, Palästina und Kleinasien, den Mons Taurus, die Lage von Taprobane nach den alten Karten-bildern richtiger dargestellt hat als St. Sever. Mit Paris II hat sie gemeinsam den Schattenfüssler unddie Darstellung des Paradieses durch die 4 Ströme. Dagegen hat diese Karte allein die Darstellung der