33Fanfaren der Trompeter und Heerpauker auf die Krönungstafelzu setzen und dem Kaiser die erste Speise zu credenzen.Nach beendeten Krönungsfeierlichkeiten kehrte Johann Wil-helm nach Düsseldorf zurück. Hier fand er vielleicht sein in-zwischen auf dem Markte aufgestelltes Reiterstandbild vor, dessenEnthüllung jedenfalls übereilt worden ist, da das Piedestal nochnicht fertig war, und sich 1716 noch als Modell in dem Atelierdes Ritters Gruppello vorfand, nebst der Inschrift. Inseiner Residenz sah sich Johann Wilhelm aber bald wieder vonallen denjenigen Verwickelungen umgeben, welche durch dieFinanznoth und durch den Widerspruch der Stände gegen dieimmer mehr sich häufenden Bankschulden herbeigeführt wurden.Zwar hatte ihn der neue Kaiser mit Gnaden überhäuft undihm „als ein Zeichen besonderer Gnade und Wohlwollens“, dieHerrschaften Kerpen und Lommersum geschenkt, welche er jedochbald an den Grafen von Schaesberg verlieh, nachdem er denKaiser bewogen, dieselben zu einer freien Reichsgrafschaft zu er-heben; doch war die Geldverlegenheit dadurch keinesweges be-seitigt. Die Reise und der Luxus in Frankfurt hatten enormeSummen gekostet, wovon indessen gewiß ein großer Theil aufdas Reich fiel, und Johann Wilhelm hatte keinen Augenblickseinen verschwenderischen Gelüsten Einhalt gethan. Der Maler*) Eine das Vicariat und dieses Ereigniß verherrlichende große Schau-münze vom feinsten Silber, 9½ Loth schwer, zeigt auf dem Avers den Kur-fürsten im Ornat zu Pferde, mit der Umschrift: D. G. IO. WIL. C. P. R.S. R. I. ARCHID. EL. EIVSQ IN P. R. S. ET F. I. PROVISORet VICARIVS. MDCCXI. (Dei Gratia Johannes Wilhelmus, ComesPalatinus Rheni, Sacri Romani Imperii Archidapifer, Elector, Ejusque.In Partibus Rheni, Sueviae Et Franconici Juris Provisor et Vicarius)Auf dem Revers stehen Herkules und Atlas, die Weltkugel tragend, mit demChronogramm: HIS-TVTO-CONCEDERE-POSSVM. Auffallender Weisesind Reiter und Roß dieses Münzbildes durchaus identisch mit der Reiter-statue auf dem Markte, so daß man den Münzstempel und die Statue alsvon derselben Hand modellirt anerkennen muß. Auf einer kleineren Münzevon 1711 tritt diese Identität des Pferdes noch deutlicher hervor, bis aufden die Erde berührenden Schweif. Die Tradition, daß des KurfürstenLeibroß als Modell gedient habe, wird dadurch bestätigt, und die Vermuthung,daß diese Münzen mit der Errichtung des Standbildes inirgend einer Beziehung stehen, liegt nahe.
Druckschrift
Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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