„Da haben Sie in ein Wespennest geschlagen“ sagte mirein durchaus unpartheiischer und wohlwollender Mann, der michschon bei der Veröffentlichung meiner ersten Replik darauf auf-merksam gemacht hatte, daß ich unter den obwaltenden Verhält-nissen besser gethan hätte, die Sache ganz zu ignoriren. Nurzu bald sollte ich die Wahrheit dieses Wortes und die Folgender Zurückweisung des gegebenen guten Rathes kennen lernen.Schon in den nächstfolgenden Blättern des Düsseldorfer Anzeigersflogen die Wespen mit lautem Gesumme aus. Sie umschwärmtenmich in Neuenahr, wo ich zur Wiederherstellung meiner Gesund-heit das Bad gebrauchte, ja sie verfolgten mich mit ihren Stichenbis zu den schönen Ufern des Vierwaldstädter See's, — dennich hatte nicht unterlassen, für die Nachsendung des „BlättchensAnordnungen zu treffen, — aber sie sind nicht im Stande ge-wesen auch nur momentan meine Ruhe zu stören. Trotz dersteigernden Heftigkeit der Angriffe, trotz der direkten und indirekten,manchmal ans Gehässige, mehr noch an das Komische anstreifen-den Provocationen, ließ ich mich zu keiner Entgegnung verleiten,und ich kann dem Herrn H. die Versicherung geben, daß dasGesumme mir manchen heiteren Augenblick bereitet hat.Jetzt liegt aber die Sache anders. Herr Friedensrichtera. D. A. V. Hardung hat unter dem vielversprechenden Titel:„Zur Reclamation der Düsseldorfer Bildergalerie“ in „dreiStudien“ einen „patriotischen Versuch und Actenbeitrag“ alsbesondere Schrift drucken lassen; er hat in einem „Anhange“ denganzen alten Kohl vom Jahre 1867 neu aufgewärmt, und beideszusammen, unter dem noch mehr versprechenden Titel: „DieDüsseldorfer Bildergalerie=Streitfragen vor demSchiedsgerichtshofe. (Historisch=ästhetisch=staats-rechtlich=diplomatisch=kritisch beleuchtet), mit demMotto: „Suum quique!“ seinen mit vieler Mühe und aner-kennenswerther Ausdauer gesammelten Subscribenten in die Händegespielt. Damit hat er das Terrain der lokalen Tagespresseverlassen und nun darf ich um so weniger bei meinem früherenStillschweigen verharren, als der Verfasser in seinem Abschieds-worte (pag. 179) auch mich wieder persönlich hineinzieht. Durchden Titel verführt, wird gewiß Mancher, der sich für die wich-tige Frage der Wiedererlangung unserer Bildergalerie interessirt,
Druckschrift
Zur Charakteristik Johann Wilhelms, Herzogs zu Jülich-Berg [etc.], Kurfürsten von der Pfalz und seiner Regierung : ein Anhang zum Anhange der Schrift: Zur Reclamation des Düsseldorfer Bilder-Galerie-Hauptschatzes ... von A. V. Hardung ...
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