29So, so verwundst du, wilde Schaar, das guteMutter Herz,Das seine Kinder zärtlichst liebt, verursachst sol-chen Schmerz,So, wie der Hund, was er ausspie, dann wie-der ſelbſt aufzehrt,Und wie Wuth, bey gezücktem Dolch, Sinn, undVerstand verkehrt.So tobt die Unsinns volle Rott, Wuth strotzt sie,nicht Wahrheit,Sie frißt, was sie ausspeit, und glaubt, sie seyallein geſcheid.Wenn Butzer aus der Hölle Gluth die Erde dörftberührn,Könnt er wohl eine andre Sprach, als diese Schur-ken führn.Frankreich seufzt schon, weil es schändlich, wie es derWelt bekannt,Gottes Altäre niederriß, Religion verbannt.Auch Wien giebt Lehre, was es sey, wenn man Gottſelbſt verlacht,Und sich ans heilige Geschirr mit Gottes=Raubemacht.Dies alles ſieht ein groſſer Prinz vom HauſeOesterreich,Er sieht so grosse Ebentheuer, sieht sie, und schweigtzugleich!Geldgeitz! wo reissest du nicht hin das blinde Men-schen Kind,Das in Gütern dieser Erde doch nie Ersättigung findt?Drum lernet es, ihr Sterblichen! Ihr Cristen glaubtes freyDaß auch unter süssem Hönig oft Gist verborgen sey.Text.
Druckschrift
Aechtes Actenstuck der Lästerung, Verläumdung und Unverschämtheit aus dem Bönnischen Universitäts-Briefschranke
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29
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