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Der Krieg hat nun neue Nahrung bekommen dadurch, dass, wie er 1. Aprilschon vor einigen Monaten gerüchtweise erfahren hatte, die K.von England kraft alter Verträge die Lande in ihren Schutz ge-nommen und Truppen dorthin geschickt hat. Soviel ihm bekannt,ist die einzige Ursache dieser Uebcl die Weigerung der im Uebrigenzu allem Gehorsam erbötigeu Untertanen des K. sich zu dessenReligion zu bekennen. Will nicht über ihre Wahrheit und Falsch-heit dispütiren ; aber es ist einem Christen schrecklich zu vernehmenundmuss Mitleid erregen, dass so viele Hunderttausende nur wegender Treue gegen ihre Religion, neben der sie alles Irdische geringachten, so blutig verfolgt werden. Gottes Wort und die kirchlichewie die politische Geschichte lehren: „conscientias in causareligionis non externa vi aut manu militari, sed a deo ipso, incuius manu cor hominis est, per vim et efficatiam verbi eius gu-bernari et ad saniorem mentem deduci". Dies hat auch der K.hei allem aufrichtigen Eifer für seine eigene Religion erfahrenmüssen ; jedenfalls hat er das Menschenmögliche an gewaltsameuGegenmassregeln geleistet und das Einschlagen friedlicher Wegekann ihm von Niemandem verdacht werden. Der K. möge nichtauf das Drängen jener achten, die ihrem Stand zuwider allerchristlichen Liebe vergessen haben und selbst wie im Paradiesleben, während sie Fürsten und Völker gegeneinander hetzen.Kann nicht umhin hier des römischen Papstes zu gedenken, dermehr auf seine Autorität als auf die Ehre Gottes, geschweigedenn auf „synceram reformationein impiarum superstitionum" be-dacht ist. Verweist auf das Beispiel Gamaliels, ferner auf dieschliessliche Nachgiebigkeit Kaiser Karls V., die den deutschenRel. Frieden ermöglicht hat, auch auf die Zugeständnisse in Sachender Religion in Polen sowie von Seiten der Kaiser Ferdinandund Maximilian in Ungarn, Böhmen und ihren sonstigenLanden. Bittet den K. seine Zustimmung zu einer Friedensver-handlung zu geben, die er in diesem Fall durch einen Gesandtenauch der K. von England vorschlagen will und deren Grundlagenfolgende Bedingungen sein werden: der K. wolle den nieder-burgundischen Provinzen die freie Rel. Uebung (wie im Reich)und die Erhaltung ihrer alten Religion zugestehen, die fremdenTruppen abrufen, einen ewigen Frieden mit der K. von Englanderrichten. Dann würde sicherlich England seine Truppen auchzurückziehen und alle Stände und Untertanen zum Gehorsam gegenihren natürlichen Herrn zurückkehren. Er würde hiefür sichgern jeder Mühe unterziehen. Bittet um zustimmende Antwort „perpraesentem nobilem ac inprimis nobis dilectum ministrum aulicumWilhelmum a Wense, quem hanc unicam ob causam ad Ser. V.ablegavimus". Er würde sehr gern, falls beide Könige ihm dasVertrauen schenken, das Amt des Vermittlers übernehmen; über-lässt es dem K., ob dieser neben ihm oder ohne ihn andereGrosse, Kff. oder Fürsten beiziehen will. Das alles geschieht vonseiner Seite „non ex inani curiositate", sondern aus brüderlicherGesinnung und aus christlichem Erbarmen über das schrecklicheBlutvergiessen unter Christen. . .
„Datae etc." (auf dem Umschlag: „Exemplar literarum