ULB Düsse I dor f +4021 812 01 BRIEFE DES PFALZGRAFEN JOHANN CASIMIR MIT VERWANDTEN SCHRIFTSTÜCKEN GESAMMELT UND BEARBEITET VON FRIEDRICH VON BEZOLD. AUF VERANLASSUNG UND MIT UNTERSTÜTZUNG SEINER MAJESTÄT DES KÖNIGS VON BAIERN HERAUSGEGEBEN DURCH DIE HISTORISCHE KOMMISSJON BEI DER KÖNIGLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. DRITTER BAND. 1587—1592. MÜNCHEN. M. RIEGER'SCHE UNIVERSITATS-BÜCHHANDLUNG. (G. HIMMER.) 1903. Verlag fler H. Riepr' scta Uniy.-BncliliancLlnng (&. Him mep München. ———————------------------------------------------------------------------------------------------------- — —■— ~^~~~ Briefe und Akten zur Geschichte des 30jährigen Krieges, Herausg. von der Histor. Commission bei der k. Akademieder Wissenschaf ten. I. Band: Die Gründung der Union 1598—1608. Bearbeitet von M. Ritter. gr. 8. 47 Bogen. 1870. Ji 10.—. II. Band: Die Union und Heinrich IV. 1607—1609. Bearbeitet von M. Ritter. gr. 8. 40 Bogen. 1874. M, 12.—. III. Band: Der Jülicher Erbfolgekrieg. Bearbeitet von M. Ritter, gr. 8. 35'/;, Bogen. 1877. Ji 10.—. IV. Band: Die Politik Bayerns 1591-1607 I. Hälfte. Bearbeitet von F. Stieve. gr. 8. 37 Bogen. 1878. Ji 10.80. V. Band: Die Politik Bayerns 1591—1607. II. Hälfte. Bearbeitet von F. Stieve. gr. 8. 62 Bogen. 1883. Ji 18.—. VI. Band: Vom Reichstag 1608 bis zur Gründung der Liga. Bearbeitet von F. Stieve. gr. 8. 49 1 /, Bogen. 1895. Ji 20.—. Briefe und Akten zur Geschichte des 16. Jahrhunderts. Herausg. von der Histor. Commission bei der k. Akademie der Wissenschaften. I. Band: Beiträge zur Beichsgeschichte 1546—1551. Bearbeitet von Aug. von Druffel. gr. 8. 58 Bogen. 1873. Ji 18.—. II. Band: Beiträge zur Beichsgeschichte 1552. Bearbeitet von Aug. von Druffel. gr. 8. 55 l / 4 Bogen. 1880. Ji 16.80. III. Band, 1. Abth.: Diejenigen Akten aus der Zeit von 1546—1551, auf welche im I. Bande verwiesen. Bearbeitet von Aug. von Druffel. gr. 8. 22 Bogen. 1875. Ji 6.70. III. Band, 2. Abth.: Die grösseren Aktenstücke aus der Zeit von 1552. Bearbeitet von Aug. von Druffel. gr. 8. 20 Bogen 1882. Ji 6.— IV. Band: Beiträge zur Beichsgeschichte 1535—1555. Von Aug. von Druffel, ergänzt und bearbeitet von Karl Brandt. gr. 8. 52 Bogen. 1896. Ji 20.— V. Band: Beiträge zur Geschichte Herzog Albrechts V. und des Landsberger Bundes von Walter Goetz. gr. 8. 59 Bogen. 1898. Ji 24—. Der Augsburger Religionsfriede vom 25. Sept. 1555. Kritische Ausgabe des Textes, bearbeitet von Karl Brandi. gr. 8°. 1896. Ji 1.20. BRIEFE DES PFALZGRAFEN JOHANN CASIMIR MIT VERWANDTEN SCHRIFTSTÜCKEN GESAMMELT UND BEARBEITET VON FRIEDRICH VON BEZOLD. AUF VERANLASSUNG UND MIT UNTERSTÜTZUNG SEINER MAJESTÄT DES KÖNIGS VON BAIERN HERAUSGEGEBEN DURCH DIE HISTORISCHE KOMMISSION BEI DER KÖNIGLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. DRITTER BAND. 1587—1592. MÜNCHEN. M. RIEGER'SCHE UNIVERSITÄTS-BUCHHANDLUNG. (G. HIMMER.) 1908. v^ £anbes= u. Sfabt Bibliotbek f Duffclborf L ^n< Vorrede. Ein ganz' ungewöhnlich langer Zeitraum liegt zwischen dem Erscheinen dieses Schlussbandes und dem seiner Vorgänger. Ich will hier nur kurz andeuten, dass eine Verkettung hindernder Umstände, einsetzend mit meiner Berufung an die Universität Erlangen im Sommer 1884, diese von mir lebhaft bedauerte Unterbrechung verursacht hat, dass ich erst nach Vollendung meiner Geschichte der deutschen Reformation (1890) mich den Arbeiten für die Witteisbacher Korrespondenzen wieder zuwenden konnte, aber auch im folgenden Jahrzehnt stets aufs Neue genötigt wordeu bin den erwünschten Abschluss meiner Edition hinauszurücken. Indem ich auf die einleitenden Worte zu den beiden früheren Bänden zurückweise, kann ich nicht umhin von der vielleicht schwersten Unterlassungssünde zu sprechen, die bereits den vorhergehenden Abschnitten der Publikation zum Nachteil gereicht hat. Es ist dies das Absehen von einer Benützung der englischen Archive und Bibliotheken, auf die ich seinerzeit in der Voraussetzung verzichtet hatte, dass die Veröffentlichung der hieher gehörigen Akten und Briefe im Calendar of State Papers einen rascheren Fortgang nehmen und eine Bearbeitung des gleichen Materials von meiner Seite einigermassen entbehrlich machen werde. Gerade für die Jahre 1576—1586 ist mir seither dieser Missgriff empfindlich zum Bewusstsein gekommen, wogegen für die letzten Zeiten Johann Casimirs der hervorgehobene Mangel nach meiner Vermutung weniger schwer ins Gewicht fallen dürfte. Auch von einer nachträglichen Ergänzung der früher in Paris gewonnenen Aus- - IV - beute, vor allem von einer Benützung des seither erschlossenen Archivs des auswärtigen Ministeriums musste ich infolge verschiedener zufälliger Verhinderungen Abstand nehmen, doch erwiesen sich für die auswärtigen, namentlich französischen Beziehungen der deutschen Protestanten in diesen letzten Jahren die deutschen Fundstätten ziemlich reichhaltig. Der Inhalt des vorliegenden Bandes entstammt natürlich wieder zum überwiegenden Teil den Archiven des kurpfälzischen und der übrigen deutsch-protestantischen Fürstenhäuser. Neben den drei grossen Münchener Archiven, aus denen übrigens wie früher auch die bairischen Korrespondenzen und Akten herangezogen wurden, sind vor allem die Staatsarchive in Dresden, Marburg, Berlin, Wiesbaden, Düsseldorf und Zerbst zu nennen; ausserdem lieferten manche Ergänzungen Wolfenbüttel, Hannover, Koblenz, von städtischen Archiven Strassburg, Frankfurt und Köln. Die Benützung eines interessanten Kalenders des Burggrafen Fabian von Dohna aus dem Jahre 1589 verdanke ich Herrn Professor Chroust, der mich auf dieses Schlobittener Dokument aufmerksam machte, einen Brief Pezels aus der Berliner Staatsbibliothek Herrn Pastor F. W. Cuno. Noch in letzter Zeit wurde mir vom Gräflich Dohna'schen Archiv zu Lauck die Benützung der dort befindlichen Briefe des Burggrafen Fabian in zuvorkommendster Weise ermöglicht. Die gütige Vermittlung des Herrn Staatsarchivars Ilgen in Düsseldorf setzte mich ebenfalls noch vor Schluss des Werks in die Lage einige wichtige bisher nicht aufgefundene Stücke aus dem Jahre 1591 in den Nachträgen zu bringen. Endlich erwähne ich noch mit Dank die Staatsbibliotheken in München, Berlin und Darmstadt, die Heidelberger Univ.-Bibliothek und die Bibliothek des Germanischen .Nationalmuseums zu Nürnberg, von der mir die Khevenhüller'schen Briefbände wiederholt zur Verfügung gestellt worden sind. 1 1 Nicht unerwähnt darf ich lassen, dass durch einen unglücklichen Zufall die früher von Muffat und Eitter benützten kurpfälzischen Akten über die Vorbereitung und den Entwurf der ersten deutsch-protestantischen Union (1590/91) im Münchener Eeichsarchiv bisher nicht wieder aufzu- tinden waren. Einen gewissen Ersatz boten mir die Auszüge, die mir mein verehrter Kollege Geheimrat Ritter nebst anderem für seine eigene Bearbeitung dieser Zeit gesammeltem Material aus München, Dresden und Berlin in freundschaftlichster Weise zur Verfügung stellte. Von ausserdeutschem Quellenmaterial wurden abgesehen von einzelnen Stucken aus Wien, Zürich, Bern und Basel vor allem die seinerzeit in Paris gesammelten Korrespondenzen zur Geschichte des Feldzugs von 1587 eingefügt. Ein Besuch in Brüssel 1891 ergab neben ein paar Stücken aus der Korrespondenz Alexanders von Parma mit Philipp iL Belege für eine spanische Anknüpfung mit Johann Casimir im Frühjahr 1588 un 1 für die Abenteurerpolitik des Pfalzgrafen Georg Hans. Eine 1897 nach Kopenhagen zur Benützung des dortigen Reichsarchivs unternommene Reise ist ebenfalls namentlich den beiden ersten Jahren dieses Bandes wesentlich zu Statten gekommen. Obwohl sich die von mir gesuchten Werbungen und Beantwortungen pfälzischer Gesandter nicht auffinden Hessen, ergab sich doch eine erwünschte Ausbeute an Belegen für die auswärtige Politik König Friedrichs II. in seinen letzten Lebensjahren, sowohl für seinen Verkehr mit den deutschen Protestanten als für seine Versuche die niederländische Frage auf gütlichem Weg zu lösen. Endlich führte mich im Frühjahr 1901 ein überraschender Fund noch nach Rom. Der Präfekt der vatikanischen Bibliothek P. Ehrle hatte nicht lange vorher unter andern Resten der im XVII. Jahrhundert nach Rom gelangten Heidelberger Schätze eine staatliche Reihe von Kalendern Johann Casimirs entdeckt, in denen der Pfalzgraf Tag für Tag eigenhändige Aufzeichnungen über seine geschäftliche Thätigkeit, seinen diplomatischen und sonstigen Verkehr, sein Familienleben niedergelegt hatte. Monsignore Ehses, dessen Arbeiten für die Publikation der Kölner Nuntiaturherichte sich ja vielfach und nahe mit den meinigen berührten, hatte die Freundlichkeit mich von dem Vorhandensein dieser wichtigen neuen Quelle für die Geschichte Johann Casimirs in Kenntniss zu setzen. Die Auswahl dessen, was für meine Publikation noch zu verwerten war, konnte ich nur persönlich an Ort und Stelle treffen. Es fanden sich Kalender und Lassbüchlein des Pfalzgrafen aus den Jahren 1567, 1570/? 1, 1574, 1577—1588. Unmittelbar konnte ich freilich in den dritten Band nur noch die Aufzeichnungen aus den Jahren 1587 und 1588 einarbeiten; Kalender aus den letzten Jahren scheinen sich leider nicht erhalten zu haben. Einiges aus der früheren Zeit war noch — ••vi — für die Nachträge nutzbar zu machen. Für einen künftigen Biographen Johann Casimirs wäre aber die vollständige Ausnützung dieser Kalendernotizen eine der allerersten Anforderungen. Dass ich während der kurzgemessenen Frist meines römischen Aufenthalts ausserdem im vatikanischen Archiv aus den Depeschen der Nuntien zu Prag, Graz und Florenz und im preussischen historischen Institut aus den Minuccipapieren für meine Edition Gewinn zu ziehen suchte, ergab sich aus der ganz unerwarteten Gelegenheit von selbst. Seit dem Erscheinen der beiden ersten Bände ist unsere Kenntnis des Jahrzehnts, das sie umfassen, durch eine Fülle von Quellenveröffentlichungen und Darstellungen bereichert und vertieft worden. Eine fortlaufende Ergänzung und Berichtigung des von mir früher Gegebenen auf Grund dieser neuen Hülfsmittel würde jedoch den Schlussband allzusehr belastet haben; ich muss mich deshalb hier begnügen einzelne besonders reichhaltige Werke herauszuheben, so unter den Quellensammlungen vor allem die Nuntiaturberichte aus Deutschland und zwar die beiden Serien, die einerseits vom preussischen historischen Iustitut und der preussischen Archivverwaltung, andererseits von der Görresgesellschaft herausgegeben werden; in erster Linie kommen hier die Veröffentlichungen von Hansen, Ehses und Meister in Betracht. 1 Von sonstigen deutschen Arbeiten seien hier die „Beiträge zur Gesch. Herzog Albrechts V. und des Landsberger Bundes" von W. Goetz, die venezianischen Depeschen vom Kaiserhof und der zweite Band von F. W. Cuno's Tossanus erwähnt. Von englischen Arbeiten bieten neben den im Calendar of State Papers herausgegebenen Simancaspapieren Band 1 bis 3 des Calendar of the Manu- scripts of the Marquis of Salisbury manche wertvolle Ergänzungen. Die französische Forschung beschenkte uns abgesehen von den urkundlichen Beilagen zu den Werken von Hauser über La Noue und von Tuetey mit der Korre- 1 Leider konnte ich die beiden Bände der kaiserlichen Nuntiatur von Reichen berger und Mathäus Voltolini (vgl. Histor. Jahrbuch der Görresgesellschaft XXIII, 974) nicht mehr für meine Edition benützen, in der sonst verschiedene Auszüge aus den vatikanischen Nuntiatur- depeschen in Wegfall gekommen wären. - VII — spondenz Katharinas von Medici und mit La Huguerye's Ephemeride. Eine Fülle von neuem Material ist für die Geschichte des niederländischen Befreiungskampfs, in reichem Mass gerade auch für das nichts weniger als glückliche Eingreifen Johann Casimirs in den Jahren 1577 und 1578, erschlossen worden, von belgischer Seite durch Piot's Korrespondenz des Kardinals Granvela und durch die Relations politiques des Pays-Bas et de l'Angleterre sous le regne de Philippe II, in Holland durch die von Muller und Diegerick veröffentlichten Doeuments concernant les relations entre le duc d'Anjou et les Pays-Bas. Auch die in der spanischen Coleccion de documentos ineditos publizierte Korrespondenz Philipps II. mit seinen Gesandten am englischen Hof kommt hiefür in Betracht; in der gleichen Sammlung sind die Beziehungen des Königs zu Deutschland neuerdings durch die Mitteilung seiner Korrespondenz mit den dort residirenden Gesandten und verschiedenen Reichsfürsten wesentlich aufgehellt worden. Unter den darstellenden Arbeiten stehen natürlich die beiden ersten Bände von Ritters deutscher Geschichte im Zeitalter der Gegenreformation und des dreissigjäbrigen Krieges und Lossens Werk über den kölnischen Krieg in erster Linie, daneben Meisters Strassburger Kapitelstreit, Hirns Erzherzog Ferdinand und der vierte Band von Riezlers bairischer Geschichte. Für die ausser- deutschen Verhältnisse verweise ich auf die Arbeiten von Philippson über Granvela, von Anquez über Heinrich IV. (Bongars), von Hauser über La Noue, von Tuetey über die guisisch-lothringische Invasion von 1587/88, von Stirling- Maxwell über Don Juan d'Austria, auf die Histoire de Geneve von Gautier, namentlich aber auf Kervyn de Lettenhove's Werk Les Hugenots et les Gueux. Der fünfte Band von Schäfers dänischer Geschichte ist mir erst beim Abschluss des Drucks in die Hand gekommen. Eine Aufzählung dessen, was von Einzelforschungen in wissenschaftlichen Zeitschriften niedergelegt ist (wie die Untersuchungen Hollaenders über den Anschlag auf Strassburg, Neys über den Speirer Tumult von 1577, Weechs über Jakob von Baden, Loserths über die Gegenreformation in Oesterreich u. s. w.), würde zu weit führen. Welche reiche Belehrung und Anregung ich vollends den Einleitungen Ritters und Stieves zu ihren grossen Quellenwerken — vni - zu verdanken habe, braucht wohl kaum hervorgehoben zu werden. 1 Nach wie vor stand für mich die auswärtige Politik Johann Casimirs und der übrigen deutschen Protestanten im Mittelpunkt, wie das für die Jahre des französischen Zugs von 1587, der folgenden ligistischen und spanischen Einfälle auf deutsches Gebiet, des Ausgangs Heinrichs III. und der Anfänge Heinrichs IV. kaum einer Rechtfertigung bedürfen wird. Mit dem Jahr 1590, unmittelbar nach der Heidelberger Familienkatastrophe setzt dann jene Annäherung "Kursachsens an den Pfälzer ein, die, angesichts des tragischen Ausgangs der Schwester Christians I. doppelt überraschend, die ersten Ansätze zur Bildung einer deutschprotestantischen Union hervorrufen sollte. Damit rücken die innerdeutschen Angelegenheiten mehr in den Vordergrund, freilich stets in enger Verflechtung mit den grossen europäischen Gegensätzen. Den sächsisch-pfälzischen Abmachungen von 1590, dem Reichsdeputationstag zu Frankfurt im Herbst des gleichen Jahres, den Torgauer Verhandlungen und Beschlüssen von 1591 ist ein breiter Raum gewährt, das Torgauer Protokoll namentlich, da es sich um die ersten Lebensregungen der Union handelt, möglichst unverkürzt wiedergegeben worden. Auch den zuerst von Stieve genauer aufgewiesenen Velleitäten eines konfessionell gemischten Sonderbunds und einer engeren Fühlung zwischen den Häusern Baiern und Pfalz bin ich nachgegangen. Was die auswärtigen Beziehungen Johann Casimirs betrifft, so dürften die Mitteilungen aus dem für die Pfalz so kritischen Jahr 1588 und zur Geschichte der französischen Bemühungen um deutschprotestantische Hülfe 1589/90 am Meisten Neues bringen. Für die Geschichte des Feldzugs von 1587 erwies I sich leider gerade das pfälzische Material als durchaus unzureichend; auch Dohnas Selbstbiographie weist hier bekanntlich 3 eine bezeichnende Lücke auf. Ebenso war ' Ich darf wohl hier darauf hinweisen, dass ich gelegentlich meiner Besprechung der beiden ersten Bände von Bitters deutscher Geschichte und^der beidenTersten^Bände der von der Görresgesellschaft herausgegebenen jNuntiaturberichte (in den Göttingischen gelehrten Anzeigen_1896, 1897 undj|1900) mich| über eine Eeihe der in meinem dritten Band behandelten ^.Fragen schon vorläufig im Zusammenhang geäussert habe. — IX — über die damaligen und späteren Beziehungen Johann Casimirs zu Karl von Lothringen volle Klarheit nicht zu gewinnen, während für die fortgesetzten Versuche von spanischer Seite mit dem Pfalzgrafen anzuknüpfen sich wenigstens einzelne Belege und Andeutungen ergaben (No. 145; 147; 148; 153; 154; 204; 315; Nachträge No. 114*, S. 760). Von jenen Briefen Philipps II. an Johann Casimir, die nach einer Behauptung Reyds (Oorspronck van de nederlandsche oor- loghen, Amsterdam 1644, S. 299) der Pfalzgraf dem Kurfürsten Christian gezeigt haben sollte, ist mir freilich nichts zu Gesicht gekommen. Bekanntlich hat das hartnäckige Misstrauen, das Johann Casimir und nachmals auch Kursachsen dem französischen Unterhändler Kaspar von Schomberg entgegenbrachten, eine deutsche Unterstützung Heinrichs IV. im Jahr 1590 hauptsächlich vereitelt; die Tatsache, dass diesem bei den Pfälzern längst eingewurzelten Misstrauen die Haltung Schombergs nach dem Tod Heinrichs UL wirklich entsprach, wird durch ein paar Depeschen des Nuntius in Florenz beleuchtet (vgl. hiezu auch Nachträge No. 107*). Für die sächsische Gesandtschaft an verschiedene italienische Fürsten im Jahr 1590, auf die ich früher gestützt auf anderweitige Berichte aufmerksam gemacht hatte, haben sich seither auch die Originalakten im Dresdner Archiv gefunden. In den letzten Zeiten Johann Casimirs tritt ein geradezu leidenschaftliches Bemühen um die Verbindung seines Pflegesohns mit der ältesten Tochter der Herzogin von Preussen stark hervor. Dass im Jahr 1591 auch die niederländischen Beziehungen der Kurpfalz wieder lebhafter gepflegt wurden, zeigt ein kleiner Rest der grossenteils verloren gegangenen Korrespondenz Johann Casimirs mit seinen auswärtigen Agenten und Berichterstattern. Endlich seien noch die in Brüssel gewonnenen Belege für die von dem Veldenzer Georg Hans eifrig betriebene Anknüpfung mit Spanien und für seine Projekte gegen Kurpfalz und Metz hervorgehoben. Ich beabsichtigte ursprünglich mit dem Tod Johann Casimirs am 6. Januar 1592 abzuschliessen. Da jedoch die schwere Krisis, die infolge seines Hinscheidens und der Jugend des Nachfolgers über Kurpfalz hereinzubrechen drohte, in der Einleitung Ritters zu seinen Briefen und Akten nur kurz Charakter- — X — ,-sirt worden ist, hielt ich es für richtig noch eine Anzahl von Dokumenten und namentlich auch einige ausführliche Gutachten beizugeben, die über die bedenkliche Zerfahrenheit der kurpfälzischen Politik und über die Umwandlung der Regierung im adelsfreundlichen Sinn während dieser Uebergangszeit nähere Aufschlüsse bieten. Zu beachten ist gegenüber der unfreundlichen Haltung verschiedener lutherischer Verwandten des jungen Kurfürsten die Betonung der dynastischen Zusammengehörigkeit in den Kondolenzschreiben der wittelsbachischen Vettern Köln und Baiern (No. 669 A. 1; 674). Leider habe ich über den zur Geschichte der oberpfälzischen Unruhen vorhandenen Aktenbestand zu spät Erkundigung eingezogen; die Materialien des Amberger Kreisarchivs, deren Verzeichniss mir vom bairischen Reichsarchiv mitgeteilt wurde, waren viel zu umfänglich, als dass sich bei dem weit vorgeschrittenen Stadium des Druckes ihre Einarbeitung noch hätte ermöglichen lassen. Ich muss mich hier mit dem Hinweis begnügen, dass mir eine monagraphische Behandlung dieses Themas gegenüber der unzureichenden älteren Schrift von Wittmann sehr angezeigt erscheint. Der ungewöhnlich starke Umfang der Nachträge ergab sich aus dem langen Zeitraum zwischen dem Abschluss der beiden ersten und der Fertigstellung des dritten Bandes. Es sind meist Materialien, die erst im Lauf der letzten zwölf Jahre nachträglich beigebracht wurden, wie die Ergebnisse der Reisen nach Berlin, Kopenhagen und Rom sowie der fortgesetzten Arbeiten in München, die Auszüge aus den Khevenhüllerpapieren in Nürnberg, die Reste der Dohnakorrespondenz in Lauck, einzelne Stücke aus Wiesbaden, die schon oben hervorgehobenen wertvollen' Ergänzungen aus Düsseldorf. Dass ich bei meinen Nachforschungen im vatikanischen Archiv auch die Beziehungen Possevino's zum kursächsischen Hof sowie das Auftreten eines ligistischen Sendboten in Deutschland 1585 herangezogen habe, steht im Zusammenhang mit einer Reihe von Stücken des zweiten Bandes, die ebenfalls Beiträge zur Aufhellung der katholischen Politik in den achtziger Jahren enthalten. Ein paar Depeschen Malaspina's hatte ich seinerzeit nach dem Schluss des vatikanischen Archivs während der Osterzeit aus den Abschriften der Minuccipapiere des preussischen historischen Instituts entnommen. _ XI — Die Abweichungen im Druck von den beiden früheren Bänden (namentlich bezüglich der Anmerkungen) ergaben sich aus dem Bestreben nach Möglichkeit Rautnersparniss zu gewinnen. Zu meinem lebhaften Bedauern ist infolge eines sehr unliebsamen Versehens in der Numerirung der Stücke die Ziffer 636 ausgefallen. Die Herstellung des Registers zu allen drei Bänden hatte Herr Lic. theol. Karl Rosenkranz die grosse Freundlichkeit zu übernehmen und mit aller wünschenswerten Sorgfalt durchzuführen. Bezüglich der Schwierigkeiten, die sich in einem Zeitraum des Schwankens zwischen dem alten und neuen (gregorianischen) Kalender nicht selten für die Datierung ergaben, verweise ich auf das Bd. II S. IV Gesagte; auch im dritten Band bin ich z. B. bei englischen oder hugenottischen Schriftstücken nicht immer zu voller Sicherheit gelangt. In die Schreibung der Eigennamen haben sich ebenfalls hier und da Ungleichheiten eingeschlichen, die ich nur bitten kann zu entschuldigen. Es liegt mir noch ob die angenehme Pflicht zu erfüllen wie schon im Vorwort zum ersten Band noch einmal den sämmtlichen Vorständen und Beamten der von mir benützten Archive und Bibliotheken für ihre gütige Unterstützung meiner Arbeiten den wärmsten Dank auszudrücken. Den damals von mir aufgeführten Instituten sind seither die bereits oben (S. IV ff.) bezeichneten an die Seite getreten. Neben dem altgewohnten Entgegenkommen, das ich an den deutschen Fundstätten überall getroffen habe, möchte ich noch besonders die freundliche Aufnahme hervorheben, die mir an den Reichsarchiven in Brüssel und Kopenhagen sowie an der Bibliothek und am Archiv des Vatikans zu Teil geworden ist; vor allem den Herren P. Ehrle und Monsignore Ehses möchte ich auch an dieser Stelle noch einmal meinen besten Dank für ihre stets bereite Förderung meiner Sache abstatten, nicht minder dem damaligen Leiter des preussischen historischen Instituts Herrn Professor Friedensburg, der mir meine römischen Wege auf jede Weise erleichtert hat. Endlich muss ich noch der liebenswürdigen Hülfe gedenken, die ich während des langen Verlaufs dieser Arbeit jederzeit bei meinem hiesigen Kollegen Herrn Geheimrat Ritter und einmal gelegentlich der Feststellung eines schwierigen spanischen Textes bei Herrn Geheimrat Förster gefunden habe, sowie der Bereitwilligkeit, — XII — womit mir auf die eine oder andere Anfrage von Herrn Geheimrat Oaro in Breslau und Herrn Pastor Cuno in Weddige- hausen kundige Auskunft erteilt worden ist. Bonn, den 5. Januar 1903. F. v. Bezold. Abkürzungen. Bm. = Staatsbibliothek zu München. Coli. Cam. == Colleetio Camerariana daselbst. Conc. = Konzept. Dr. = Hauptstaatsarchiv zu Dresden. Eigh. = Eigenhändig. Ma. = Staatsarchiv zu München, Schwarze Abteilung. Mb. = Staatsarchiv zu München, Blaue Abteilung. Mc. = Beichsarchiv zu München. Me. = Hausarchiv zu München. Marb. = Staatsarchiv zu Marburg. Or. = Original. Pb. = Bibliothfeque nationale zu Paris. V° Colbert: Die Sammlung cinq cens de Colbert daselbst. Pr. = Präsentirt. Prot. = Protokoll. Wh. = Geheimes Haus-, Hof- und Staatsarchiv zu Wien. D. V. : Dis- pacci Veneti daselbst. Chiffrirte und im Original unterstrichene Stellen in gesperrter Schrift. 1587. 1. Segur an König Friedrich von Dänemark. Januar 1 Wollte nach der Rückkehr der deutschen Gesandten aus Worms Frankreich 1 zu F. Ist durch Krankheit bisher verhindert worden. Schickt ein Sehr, des K. von Navarra „per Paulum Marbufum", kommt, sobald er reisefähig. . . . Bittet F. betreffs der Hülfe mit seinem Beispiel voranzugehen; . . . auf die Kff. durch einen verlässigen und klugen Sendboten einzuwirken. 2 Kopenhagen, Pr. Eef. Or. 2. Johann von Nassau an Otto von Grünrade. Januar 6 Teilt die ihm von vornehmen guten Leuten zugekommenen Dillen- Warnungen für J. C. mit. 3 Etliche Herren glauben an ein heimliches ^urg 1 Vgl. II. 496; 499. 2 Vgl. II. 508. Aehnliche Sehr. Segur's gl. Datums an Kursachsen (Dresden, 8086, deutsch, Cnp.), Braunschweig (Wolfenbüttcl, Or.), Ludwig von Hessen (Marburg, Or., pr. Kassel 8. Januar); an Johann Georg von Anhalt schickt er das noeb an Joachim Ernst gerichtete kgl. Sehr, mit einem Kondolenzbrief durch Bongars (Zerbst Or.) Vgl. das Sehr. Johann Georgs und Christians von Anhalt an Navarra bei Beckmann 11,211. Daskgl.Schr. an Dänemark vom 15. Nov. 1586 wurde am 3. Febr. 1587 zu Skander- borg überreicht und von K. Friedrich ebenda am 4. Febr. beantwortet, unter höchst vertraulicher Mitteilung der Sehr, von Sachsen und Brandenburg, trotz der in diesen enthaltenen für Navarra kränkenden und ganz unbegründeten Verdächtigung; er könne allein nicht vorgehen, wolle aber die der Sache geneigten Stände weiter ermahnen (Kopenhagen, Lat. Prot.) Ablehnende Sehr. Sachsens an Navarra (2. Febr.) und Segur in Peiferi epp. S. 17 ff.; 269 f. (Or. Pb. V<= Colbert 402). 8 Die Veranlassung ging von L. Wilhelm von Hessen aus, der, seinerseits besonders durch die Beobachtungen seines Gesandten Dalwigk in Stuttgart (II. 503) beunruhigt, den Grafen J. durch den nassauischen Rat Andreas Christian dringend ersuchte J. C. auf diese Dinge aufmerksam zu machen. (Bericht Christians über seine Unterredungen mit L. W. und Dalwigk zu Kassel, 11. Dez. 1586, Wiesbaden). L. W. betonte vor allem die Haltung Sachsens, der nicht weniger als sein Vater vom Kaiser und den papistischen Ständen eingenommen sei; wie früher allein auf Oesterreicb gesehen, so hätten jetzt fast alle Stände ein Auge auf Sachsen; J. C. sei bei Sachsen und Brandenburg sehr verhasst. Die Einzelbeschwerden gegen J.C. gehen meist auf württenbergische Aeusser- ungen zurück. Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir III. 1 2 1587 2—3. Bündniss J. C. mit Navarra gegen Lutherische und Papisten. 1 Etliche hohe Häupter nehmen es übel, dass J. C seinen Konzipisten gestatte eine so scharfe Feder zu führen und sich anzumassen andern Herrn Ziel und Mass vorzuschreiben. Das Verfahren mit Kirchen- und Schuldienern in den Gemeinschaften. Verbot des Heiratens oder Uebersiedelns in die Pfalz für die Untertanen Benachbarter. Schlechte Behandlung von Gesandten (z. B. kürzlich von Würtemberg und Veldenz). Verkleinerliche Reden, Gesänge und Reime über fürstliche Personen (Jäger u. Bader !) 2 . Rauhes und scharfes Verfahren der kurf. Kanzlei gegen etliche Grafen und vom Adel. Besonders wäre in der Umstätter Sache 3 mehr Rücksicht auf L. Georg oder doch auf L. Wilhelm zu wünschen gewesen. Hält dies meist für Calumnien, ist aber trotzdem um einen Besuch bei J. C. angegangen worden, um weitere Verhetzung der Gemüter durch den Satan gegen J. C. und Schädigung der französischen Hülfe zu verhindern. Doch könnte ihm eine Reise nach Heidelberg leicht missdeutet und als Anmassung verdacht werden. Ausserdem hat er täglich Warnung wegen des anrückenden spanischen Kriegsvolks. Endlich hat er bisher „ein abscheuen" getragen nach Heidelberg zu kommen, da er nicht weiss, was dem Beutrichio zu vertrauen, und solche schändliche Verläumdungen über den Prinzen, wie sie Beutrichius sammt dem Ambysio, der nun seinen Lohn empfangen, und dem unruhigen und gottlosen Datheno, der seinen Beruf verlassen und sich jetzt für einen Arzt ausgibt und laut Beilage fast in schweren Irrtum geraten wäre, auszugiessen pflegt, nicht noch einmal würde dulden können, wie er es zu Lebzeiten des Prinzen in Hoffnung auf dessen Versöhnung mit J. C. getan hat. 4 Wendet sich deshalb und da er keinen von den Seinigen schicken kann an G. Wiesbaden (Dill. Arch. A 408). Cop. Januar 3. Heinrich von Rantzau an König Friedrich 8 von Dänemark. Segeberg Werbung der hier angekommenen Strassburger Domherren 5 durch Dr. Weiss über den Kapitelstreit; Bitte uni eine Legation 1 Dieses angebliche Bündniss zu jederzeitiger gegenseitiger Unterstützung: mit 20 000 Mann hatte J. C. schon in einem Sehr, an L. W. vom 7. Dezember (über Dalwigks Beantwortung in Stuttgart) für lauter Chimaera und Prätext erklärt; er sei keinem Potentaten oder Kommunen durch Bündniss, viel weniger irgend einem Potentaten mit jährlichen pensionibus verpflichtet (Wiesbaden). 2 Dalwigk hörte in Stuttgart, man singe in der Pfalz: „unser herr der Pfälzer ist gewachsen dem bader, jager und sälzer" (Baden, Württemberg, Salzburg.) 3 Vgl. J. C. Tagebuch S. 405 (s. u.); Cuno, Tossanus (Amsterdam 1898) II, 174. 4 Vgl. hiezu I. IM; 148; II. 7; 8; 10. 5 Vgl. A. Meister, der Strassburger Kapitelstreit (Strassb. 1899) S. 183 ff; 189 ff. 3-5. 1587 3 der evangelischen Stände an den Kaiser. — Vermerkte, dass sie neulich Söhne des B. von Halberstadt und des Fürsten von Anhalt zu Kapitularen erwählt haben und noch zwei Kanonikate ledig sind „zu deren einem E. K. Mt. söhn einer vielleicht meins erachtens konte befordert werden"; F. möge durch den Kanzler mit ihnen handeln lassen; es ist zweifellos zu erhalten. 1 Kopenhagen, Strasb. Domkap. I. IB. Eigh. 4. Leicester an Johann Casimir. Januar 9 Schickt den von J. C. geschätzten s r Junius, 2 um J. C. über die Green- Lage in den Niederlanden zu unterrichten und einen lebhafteren wicü Austausch „sur ce qui passerat en droict les dites affaires" einzuleiten [gl. Datums die Beglaubigung für den „s r Johan Junius de Junge, Chevalier, seig r de Crabbendyc" bei J. C. und „ailleurs en Allemaigne", namentlich „aux dietes illecq", um die Fortsetzung des Kriegs gegen Spanien zu rechtfertigen und die Beschlüsse der Versammlungen zu seiner Kenntniss zu bringen]. „Vostre tres bon et tres-affectionne" pere R. Leycester" (eigh.). Düsseid. Kurköln. Kriegsakten 23 cd. (pr. 30. April). 5. Verschr eibung der navarrischen Gesandten für Januar Johann Casimir. 15 Friedels- Segur, Clervant und Quitry, Gesandte und Bevollmächtigte des neim K. von Navarra, versprechen bei Palavicin und der Krone England zu betreiben, „que S. M, descharge entierement et par restitution reelle de la promesse originale— Monseigneur Jean Casimir — de la promesse qu' il a faite et baillee signee de sa main audit sieur Palavicin pour la dite dame royne de la reserve de la moitie de 1 Vgl. Ehses-Meister, Nuntiaturberichte aus Deutschland I. 1 (Paderborn 1895), 297 ff; Ehses, Nunt.-Ber. I. 2 (1899), 50; 67, 72; 86; Gott. Gel. Anzeigen 1897 S. 318; Meister, Kapitelstreit S. 196, 204 f; 273 f; 307. Am 13. Febr.' danken Solms und Mansfeld aus Zella dem dänischen Kanzler Heinrich Ramel für die gute Aufnahme die ihr gegen Herzog Johann von Holstein gemachter Vorschlag der Wahl eines Prinzen zum Strassburger Kanonikus beim König gefunden habe (Kopenb. Or.). Die Sache wurde dann nach Kräften beschleunigt; am 19. April kam die Bitte um ein Kanonikat im Namen des Prinzen Ulrich vor das Kapitel, worauf sofort die Wahl erfolgte; das bestätigende „documentum nominationis" trägt das Datum des 22. April, die Possession wurde am 22. Juli erteilt (Kopenh. Strasb. Dom-Cap. fasc. 1 B.). 2 Die Sendung verzögerte sich; am 1. März beglaubigt Moritz von Nassau in einem Sehr, aus dem Haag an J. C. Junius in Sachen einer Werbung von 2000 deutschen Reitern und 3000 Knechten durch die Grafen Adolf von Neuenar und Johann Philipp von Falkenstein (unterzeichnet mit Leicester's Namen und Titel, dann: „mit J.F. Gn. zu Leycester ausdrücklicher auetorisation" [ejgh.] „Maurice de Nassau.") Gl. Datums ein Beglaubigungsschr. der Generalstaaten (ebd.; beide präs. 30. April; ebenso ein Junius mitgegebenes Sehr, der Kurfürstinwittwe Amalia an J. C. aus Haarlem vom 28. März). 1* 4 1587 5-6. la somme de cent cinquante mil florins et garde d' icelle pour estre et demeurer en la libre disposition de S. M. et de fournir la dite descharge ä S. Alt. avant la place-monstre en bonne et deue forme." Sollte die K. dies verweigern, so versprechen sie J. C. der K. gegenüber schadlos zu halten, „en cas que la dite dame en poursuive S. Alt., dautant que la dite reserve sortant son effet deschargeroit le dit s r roy de Navarre de la moitie de son Obligation envers la dite dame royne, soit par remhourcement que le dit s r roy de Navarre en sera tenu fere ä la dite dame royne au lieu de l'acquit et descharge, dautant qu'il en seroit defalque de son Obligation envers la dite dame royne, ou par autre payement que le dite s r roy de Navarre en sera tenu fere ä S. Alt. comme du contenu en l'obligation du parfournissement de la somme de cent mil escus." Ohne diese Obligation hätte J. C. von Palavicino die ganze Summe von 100000 Talern „sans reserve" erhalten müssen. 1 München, Staatsarchiv, K. rot. 46, 9. 5. Cop. Januar 6. Erklärung Pallavicinos gegen den hessischen 19 Frankfurt Vizekanzler Dr. Heinrich Hund. 1) Prozess der K. von Schottland; Aufschub der Hinrichtung Bitte um Gutachten des Landgrafen [Wilhelm] für K. Elisabeth; 2 2) ebenso Gutachten der deutschen Evangelischen erwünscht über das' Angebot der Suveränetät oder der Protektion von Seiten Hollands und Seelands an die Königin; 3) Bitte um Abschrift von der Korrespondenz zwischen den beiden weltlichen Kff. und dem L. in der französischen Sache sowie um Mitteilung der Ansicht Dänemarks, Georg Friedrichs u. a. Fürsten, „et tandem an sit negotium omnino desperatum necne?" 4) Da in Frankreich deutsche Truppen erwünscht, aber nach der Niederlage der Verbündeten nicht mehr in so grosser Zahl nötig seien, „orare se, cum appareat in dies ducem Casimirum vel nolle vel non audere solum rem suscipere, 3 an ducentorum florenorum millium auxilium intercedente secreto Cels. S. favore sperare possint, ut dux Philippus Brunsvicensis susciperet provinciam, et nunquid principes Germaniae eidem aliquid 1 Vgl. über die langwierigen Verhandlungen wegen der englischen Subsidien I. 505; 506; die Kapitulation, Friedeisheim 11. Januar, gedruckt im Recueil A-Z, lettre G., S. 160; in den Memoire« de Duplessis-Mornay (1824), IV, 56 ff; vgl. La Huguerye II, 380, 401 A. 3; Anquez, Henri IV et l'Allemaene (Paris 1887) S. 14 f; Tuetey, Les Allemands en France (Paris 1883) I, 46 f. — In seinem Kalender von 1587 vermerkt J. C. zum 10. Januar: „Sont venu les ambassadeur d'ung roy de Navara" (Rom, Vat. Bibl. eigh.). ■ Vgl. II. 511. " Ebd. P. war am 8. Dez. 1586 nach Heidelberg gekommen und am 11. hei J. C. gewesen, der zum 30. Dez. vermerkt: „J'ay envoie Schregell und Hugrie gen Frankental traicter avecque Palavicine" (J. C. Kalender 1586, Rom, Vat. Bibl.). Vgl. La Hug. II, 380. 6—7. 1587 secreto vel auxilii vel saltem animi ad praedictam provinciara capes- sendam essent tradituri?" Diese Sache soll zwischen ihm und dem L. streng geheim bleiben. 1 Bitte um Erwägung des L. über „pecuniarum provisiones illae, quas rex Philippus paucis abhinc mensibus per manus Fuggerorum sibi fecerit. Signatum Francofurti, ex ore legati, 19. januarii anno 87." Marb. Engl, vol. IX. Cop. 7. Johann Casimir an König Friedrich Januar von Dänemark. 23 Heidel- Auf Fr. Sehr, an ihn und L. Wilhelm. 2 Beklagt die Haltung ber S Sachsens (der Heimat des erneuerten Evangeliums) und ist befremdet, dass F. der bisher in dieser französischen Sache die mitleidige Hülfe und nötige Zusammensetzung mit besonderem Eifer betrieben, ,,jetzten des churf. zu Sachsen und Brandenburgs LL. ausfluchten und entschuldigung 3 als hohe erwegungen und Ursachen bei sich gültig sein" und sich von seinem kgl. Intent ab und, obwohl er nicht auf andere zu sehen hat, zur Befolgung widerwärtiger Exempel bewegen lässt. — F. wird betreffs der kurf. Argumente selbst erkennen, „aus wess köcher solche pfeil entlehnet, auch was für ein geist diejenigen, so die federn gefuhrt, regirt habe und das zu Rom in des papsts canzlei oder von den Jesuwittern die ding nicht hetten besser nach des papsts schrägen können gerichtet werden." Zur Verweigerung jeder Hülfe fügt man noch unbillige Anschuldigungen Navarras und der Kirchen in Frankreich. Nicht nur den Ruhm der Standhaftigkeit, auch sein Successionsrecht an der Krone will man Navarra nicht gönnen. „Darbei E. K. W. hochvernunftiglich zu ermessen haben, wer das directorium der 1 Am 18. Jan. machte der Kanzler des Administrators von Magdeburg D. Meckbach nach Unterredung mit seinem Herrn L. Wilhelm den Vorschlag, man solle anlässlich des spanischen Kriegsvolks (vgl.no. 12) nicht nur auf dem bereits angesetzten (niedersächsischen) Kreistag zu Braunschweig, sondern auch im rheinischen und westfälischen Kreis die Aufstellung von Truppen veranlassen, die dann „nach verrichten Sachen" leicht dazu verwendet werden könnten, die papistische Partei in Frankreich zur Vernunft zu bringen; die "Werbung wäre „nomine reginae An- gliae" .anzustellen und "Vereinigung mit den Schweizern vorzusehen ; mit 6—7000 Pferden könnte man dem untreuen König mit der alten Jesabel wohl heimzahlen; „dadurch wurde verhoffentlich der getreu gott zu besserem friden den religionsverwanten wie auch der succession halb verleihen und sich viel andere Nicodemi in Frankreich zuschlagen." W. möge sich so bald als möglich hierüber mit Pfalz verständigen ; „so achte ich, herzog Philipp gebe einen obersten und der andre fürst Christian zu Anhalt und herzog Hans Ernst zu Sachsen gute astanten." Wegen der „Zulage" müsste man die andern zeitig beiziehen, auch Dänemark Mitteilung machen (Marb. Frkr. unter Heinrich III. 1587. Eigh.). 2 Vom 10. Dez. 1586: F. könne nicht weiter in Sachsen und Brandenburg dringen, deren Erklärung er mitteilt (Kopenh. deutsches Prot., Cop.). Aehnlich ein weiteres Sehr. F. an J. C. und L. W., Skanderborg 10. Jan. 1587 (ebd. Cop.). 3 Vgl. II. 489 A. 1: Ritter, Briefe und Acten I, 8 f. 6 1587 7—8. orten habe und ob wir oder andere uns (wie wir mehrmals hören müessen) in Sachen, die gott und das geliebt Vaterland antreffen, bei der nasen hierumb fuhren Hessen." F. möge zu seinen frühern Motiven in dieser Sache zurückkehren und die Kff. nochmals wegen des von ihnen nicht beantworteten Punktes in seinem Sehr. (Verweigerung der Werbungen für den K. von Frankreich, Gestattung für Navarra) ersucheD. Bittet dieses Sehr, als vertraulich und unmassgeblich gemeint aufzufassen. Kopenhagen, Joh. Casimir. Or. Januar 8. Gedenkzettel Johann Casimirs. „Traicte des Suisses. Tilman anbringen ao- 1587. I. Neuen jar und erpieten. II. Erholet, was er Beutrich hiebevor geschrieben der fur- habenden verstand, so bei P. seliger gewesen, mit mir continubiru. 1 III. Jemands in geheim zu seinen hern senden. IV. Erholet pratiea Saphoy contra Genf betrangung. 2 V. Zug in Frankreich Navara zum besten. VI. Das nest Saphoy zu räumen im anzog. VII. Bapstischen bund zu ausrottung der andern. Bundnus mit Engeland und ander hern furschlagen. Nota: mes debtes Colnischen zug furleihung richtig machen. Sax zu Wolf von Erlach gesagt, die blutdurstigen Oalvinisten soll man ausrotten. 3 Wen ir 4 verreter abgeschaft, alsdann gut zu verbinden, dan sie mit Spa. und Galia verbunden. Nota: Stadt Strasburg unddie 10 stedt daizu gezogen, damit den pass durch Elsass desto gewisser. Navara vom bapst exeomunicirt; ob sie leiden oder zusehen wolten, das der Navara ausgeschlossen; inen sehr prejudicirlich. Antwort von Galia den Bernern Genf belangend comunicirt. Ob sie nit ein tag auszuschreiben, diser und ander sachen tractirn. Lotringen ist abgewiesen worden, bundnus item. 1 Ueber die früheren regen Beziehungen Bernhard Tillmans zu J. C. und Beuttericb, vgl. I. 23 A. 2; 73 A. 2. Als „der fürnembste antryber dieses kriegs" (1587) wird er in einer Schweizer Chronik bezeichnet (Segesser, Pfyffer., III, 281 A. 1). J. C. vermerkt in deinem Kalender von 1587 zum 21. Januar: „Palavicino et hauptman Tilman ariverent" (Rom, Vat. Bibl. eigh.). 3 Vgl. II. 514; Segesser III, 150. 3 Vgl. J. C. Tagebuch S. 403 (s u.). 4 „Ir" bezieht sich auf die protestantischen Schweizer, vielleicht insbesondere auf Bern, „sie" auf die katholischen Kantone. 5 J. 0. Antwort auf die Werbung des Berner Gesandten Tillman, Heidelberg 31. Jan. 1587 (Ma. f. 313 Conc.) spricht die Freude darüber aus, dass seinem eigenen alten Wunsch nach gutem Einverständniss mit Bern entsprechend jetzt in dieser Bedrängniss aller Evangelischen auch dort die Geneigtheit zu enger Verbindung gegenüber dem Papst und seinem Anhang hervorgetreten sei. Da die nicht unmittelbar bedrohten Evangelischen natürlich hiefür weniger Eifer zeigen, müssen die zunächst 9. 1587 7 Wo muglich sich einer gewissen zeit, damit Chastillon wissen mog; Navara nochmals zu dringen. Die 7 orter zu beschicken, zu erlernen, ob die Evangelischen darunder gemeint und das es wider inen sei. Was Sax Saphoy in 2 mal geschrieben, comunicirn." Ma. 545. 4. f. 312. Eigh. 9. Zane an den Dogen. Januar 23 Erzh. Matthias, der am 8. Dez. Wien verliess, 1 soll in Leipzig ^rr — gewesen und (wie manche berichten nach einer geheimen Zusammen- e o Uar kunft mit Sachsen u. a. prot. Fürsten) nach Hamburg oder Lübeck p weiter gereist sein. — Die hiesigen Minister sprechen nicht darüber. ra ^ Vermutungen über das Ziel der Reise: Polen, Dänemark und Schweden, um die Tochter des K. zu heiraten, wegen der polnischen Wahl; die meisten für England: die Königin wolle ihn zum Grafen von Flandern machen und vielleicht mit einer Verwandten verheiraten.... „Se teme grandemente, che se le scopri qualche mala intentione circa la religione"; 2 manche erklären es für eine von den Früchten des Lüneburger Konvents. 3 Wien, D. V. XIII. Or. Gefährdeten den Anfang machen; es sind dies Navarra, England, Schottland, die Niederlande, die Pfalz und die evangelischen Kantone; jeder soll dann nach Kräften andere herbeiziehen, so z. B. Bern die übrigen evangelischen Kantone und die protestantischen Graubündner; J. C. werde die Fürsten seines Hauses und andere Fürsten und Herren sowie die K. Städte dem Bund anzugliedern suchen und sich mit Bern darüber verständigen, welche Unterstützung mit Reiterei sie von ihm und welche mit Fussvolk er von ihnen zu erwarten habe und um welchen Sold. J. C. und Bern sollten gleich den Anfang machen, ohne auf die andern zu warten, und zwar auf einer geheimen Beratung in Strassburg, Basel oder Mühlhausen. Wegen Genfs bezieht sich J. C. auf seine mündlichen Mitteilungen an Tillman; er hat an den Kf. von Sachsen geschrieben, um dessen Beziehungen zu Savoien zu Gunsten der Genfer in Anspruch zu nehmen; aber die Antworten des Kf., die er Tillmann mitgeteilt hat, stellen jede nähere Beziehung zu Savoien in Abrede. — Die Berner Beglaubigung für Tillman vom 11. Jan. wurde am 23. Jan. in Heidelberg überreicht. J. C. im Kalender zum 23. Januar: „frue Palavicino audienz geben, parle apres avesque capitaine Dilman" (Rom). 1 Vgl. über die Nordlandsreise des Erzh., der am 21./31. Dez. von Linz aufbrach, Hurte r, Gesch. Ferdinands IL, V (Schaffhausen 1852), 60 ff. Am 29. Dez./8. Jan. schrieb Matthias aus Nürnberg an Trautson. Am 31. Jan./lO. Febr. meldet Zane die Ankunft des Erzh. in Lübeck. 2 Ueber die Besorgniss, K. Elisabeth könnte den Erzh. entweder in den Niederlanden als „scudo contra il re cattolico" benützen oder zum Nachfolger an der englischen Krone machen wollen, sowie über die hiemit verbundene Gefahr „di macchiare in punto di religione il sangue di questa casa augusta", sprach „un principale ministro di S. M." mit Zane (dessen Sehr, vom 31. Jan./lO. Febr.; am 7./17.'Febr. berichtet er noch, M. warte in Lübeck auf besseres Wetter oder auf den Beschluss des englischen Parlaments; am 21. Febr./3. März: an eine Heirat des M. mit der Verwandten Elisabeth oder mit dieser selbst sei nach dem Zusammentritt des Parlaments kaum mehr zu denken; einige wenige sprächen von einer Reise M. nach Spanien. 8 Ein Sehr. Joachim Friedrichs von Magdeburg an M. Georg Friedrich, Halle 3. Febr., bringt die Reise des Erzh. mit der poln. Wahl in 8 1587 10. Februar 10. Johann Casimir an Johann von Nassau, g (Zurückweisung der gegen seine auswärtige, innere und kirchliche Politik Heidel- erhobenen Vorwürfe.) berg Auf dessen Sehr, [an Grünrade am 6. Januar]. Ausführliche Zurückweisung der Versuche ihn für die Hinderung der französischen Hülfe verantwortlich zu machen. Seine virtutes betreffend, 1 hat er zweimal in Frankreich Frieden gemacht; in Niederland tragen, wie J. bewusst, andere die Schuld; im kölnischen Zug hat er nach Zeugniss der Papisten selbst das Seine und mehr getan. Das mit Navarra ist eine in Stuttgart aufgebrachte Unwahrheit; übrigens ist Navarra vollkommen berechtigt neben der Eeligion auch die Region zu suchen, als der Erbe der Krone. 3 Kurbrandenburg freilich besagt in seiner Erklärung, die Franzosen möchten zu stark, d. h. die göttliche Wahrheit, die unsere Evangelischen lieber dem Antichrist in den Rachen stossen wollen, zu weit ausgebreitet werden; sie haben den Grundsatz: Pereant amici, dum una inimici inter- eidant. Was die Konzipisten betrifft, so könnte allenfalls sein kölnisches Ausschreiben gemeint sein oder seine Erwiderung auf die nach Instruktion aus dem Frauenzimmer erfolgte Werbung des kursächsischen Kanzlers oder seine Abmahnung M. Jakobs von Baden vom spanischen Kriegswesen oder vielleicht sein und L. Wilhelms Gesammtschr. an Sachsen. 8 Er hat allerdings als potentia vicarius imperii die sogenannten Säulen des Rs. zuweilen ihres Amts gemahnt. In Fällen des Patronats oder der Gemeinschaft Beziehung (Berlin, R. IX. 8 ab, Cop.). Am 8. Febr. schreibt J. Fr. an seinen Vater über die päpstlichen Praktiken wegen der polnischen Wahl; es sei von Savoien oder Parma die Rede; im Fall einer österreichischen Wahl müsste das Haus Brandenburg wegen Preussens und der Stellung des deutschen Ordens zu Oesterreich wohl Acht geben; Matthias sei nicht nur in Leipzig, sondern auch in Magdeburg gewesen und Köln solle ihm die Dompropstei abgetreten haben (ebd. Or.). Am 11. Febr. schrieb Job. Georg an Joachim Friedrich, das mit der Dompropstei zu Magdeburg glaube er um so eher als Matthias auch die Dompropstei zu Bremen erlangt haben solle (ebd. Or.). Nach dem Tod Stephan Bathori's hatte L. Wilhelm in einem Sehr, an den Kf. Johann Georg vom 31. Dez. 1586 den Gedanken angeregt, dem M.Georg Friedrich die Administration des Königreichs zu verschaffen (ebd. Or.). Von joner Vermutung betreffs des Lüneburger Konvents berichtet auch Minucci in einem Schr.an den Herzog von Urbine, München 16./26. Febr. (Rom, pr. histor. Institut, Letteredi Minucci II;. 1 In Stuttgart hatte Dalwigk zu hören bekommen, man habe noch keine so grossen virtutes an J. C. gesehen, dass man ihm dieses Werk vertrauen und das Geld in die Hand geben solle; man könnte wohl andere Leute dazu finden, in Ermanglung eines Fürsten einen Grafen oder sonst einen vom Adel [Bericht Christiaus vom 11. Dez. 1586, S. 1 A. 2.] 2 Vgl. S. 2 A. 1; no. 7; 8. 3 Vgl. II. 315 A. 1; 485; 487; das Sehr., in dem J. C. den M. lakob von Baden [vgl. II. 445] von der Teilnahme am niederrheinischen Krieg auf kölnisch-spanischer Seite abmahnt, vom 15. Juli 1586 [Wiesbaden a. a. 0.], bezieht sich u. a. auf eine Werbung Sehers von Schwarzen- berg und Jakobs hierauf, am 8. Nov. 1584 erfolgten Besuch bei J. C. zu Jgelheim sowie darauf, dass J. „uns hievorn zu eim vater aufundange- nomen", wurde aber von J. im Lager vor Rheinberg am 22. August unter scharfer Zurückweisung von J. C. „injurien" abschlägig beantwortet. 10. 1587 9 besetzt er wie sein Vater die erledigten Stellen mit reinen Predigern Februar und bestreitet seinen Lehensleuten das Hecht seine 3 Eeligion als verboten und vom Rel. Fr. ausgeschlossen anzufechten. Verweist betreffs der Grafschaft Sponheim auf sein Sehr, an M. Philipp von Baden, für Umstatt auf sein Sehr, an die drei Landgrafen, woraus zu ersehen, welcher Teil den andern molestire. Seinem dortigen Pfarrherrn ist von L. Georg nicht die Kompetenz gesperrt, sondern, nur den Untertanen bei Strafe der Besuch der Predigt verboten worden. Was Würtemberg betrifft, so ist das alles wissentliche Unwahrheit, ebenso eine offenbare Landlüge mit dem Eheverbot; in seinem Land giebt es keinen Zwang der Gewissen, auch nicht für die hier und da wohnenden Papisten; er lässt, nachdem er den Gewissenszwang der Ubiquitisten abgeschafft, die Gabe des Glaubens des heiligen Geistes Werk und Gesohäft sein." Wer das Gegenteil von ihm behauptet, der lügt, und wer die Verläumder nicht namhaft macht, der hat es selbst erdichtet; vgl. sein Sehr, an L. Wilhelm. Ebenso ist die Behauptung wegen der Gesandten unwahr; es war nur ein Abgeordneter des Pf. Georg Hans von einem würtembergischen Sekretär begleitet und er lässt sich wegen Audienz und der seinem eingezogenen Hofhalt entsprechenden Traktation nichts vorschreiben. Wer namentlich Georg Hans kennt, wird ihn für entschuldigt halten; vgl. seine Antwort an G. H. Wer von Grafen und Adeligen der Lehenersuchung halben doppelte Taxe hat zahlen müssen, der hat es sich selbst zuzuschreiben; er ist nicht anders gegen sie gesinnt, wohl aber mit seinen 4 Kanzleien zu sehr mit Geschäften überladen. Möchten doch seine Censores et Aristarchi selbst den Regiments- und Vaterlandsgeschäften anders obliegen und die Kanzlei fleissiger besuchen als er! Der Vers vom Jäger, Bader und Sälzer befindet sich auf einer alten Siegessäule auf die Schlacht Friedrichs des Siegreichen gegen Würtemberg, Baden und Metz. Er hätte alle Ursache sich zu beklagen, dass Würtemberg seiner ubiquitistischen Pfaffen und Klamanten mit ihrem teuflischen Lügengeist so wenig mächtig ist oder sein will; vgl. die schändlichen Injurien zumal der Tübinger gegen seine heftig verfolgten Glaubensgenossen als gegen Türken, Mahumetisten, Arianer u. s. w. Man könnte wohl ein Lied singen oder vielmehr heisse Tränen weinen über das Stillsitzen und • Konniviren der deutschen evangelischen Fürsten. Er spricht nicht von Preussen u. a. verlorenen Provinzen, nur von dem was in Köln, Westfalen, Jülich, Kleve, Mors in der Spanier Hände gekommen, ferner in Emden, Münster, Paderborn sowie was mit den R. Städten Köln, Niederwesel, Essen und Soest vorgeht. Daher mögen sich andere selbst bei der Nase nehmen und nicht ihm, der es gern mit dem Vaterland gut sähe, die Schuld zumessen. Was der englische Gesandte für Befehl hat, kann man bei diesem selbst erfahren. 4 J. Misstrauen endlich gegen seinen Rat und Obersten Beutrich kann er nicht anders als auf sich selbst beziehen; hätte er Lust zum Hader, so hätte er es Beutrich mitgeteilt, der sich wohl zu verantworten wüssto. Die Aeusserungen über Embise und Datenus lässt er J. verantworten, „ob es christlich,'" und sich durch J. Meinung von beiden nicht anfechten. Wiesbaden, Dillenb. Archiv A. 480. Or. 10 1587 11. Februar 11. König Friedrich von Dänemark an Kurfürst Skander- Christian von Sachsen. borg (Strassburger Sache; Notwendigkeit des Zusammenstehens der Lutheraner und Reformirten gegen den Papst. Dessen Absichten gegen die weltlichen KurfürsteD.) Hat auf die Werbung der Strassburger evangelischen Kapitularen Solms und Mansfeld Teilnahme an einer Gesammtschickung evangelischer Stände an den Kaiser und Fürbittschreiben an etliche Fürsten der A. G. bewilligt. 1 Verweist auf das Verfahren des Papstes gegen Gebhard Truchsess, gegen die Königin von England und den K. von Navarra („als ein obrister monarch der ganzen weit, der da censuren und macht solche auf und abzusetzen zu haben sich berühmet"). Der Intent bei Strassburg ist leicht zu verstehen; „dan obwohl viel vornehmer vorstendiger Papisten durch ihre emissarios und bequeme personen, so sie einsteils in ihren sonderbaren bestallungen deshalben furnemlich haben und halten, E. L, uns und andern evangelischen stenden mit gelerten worten einzubilden sich zum höchsten angelegen sein lassen, als solte man sich anderer betrangten frembtcr, auch im heil. R. reich mit gesessener reformirter religion stende nicht annehmen, darunib das sie Calvinisten und im religionfrieden nicht mit begriffen", so zeigt doch die tägliche Erfahrung, dass der Papst nicht allein die Calvinisten, sondern alle, die sein babylonisches Joch abgeworfen haben, auszurotten trachtet. Er hasst, neidet, verketzert, schilt und verfolgt uns alle ohne Unterschied, neuerdings viel ungescheuter als noch vor etlichen Jahren. Papst Xistus V. hat am 9. Sept. 1585, als er Navarra und Conde (wie Gregor XIII. die Königin von England) exkommunizirte, .,auch zugleich alle drei weltliche chur- fürsten öffentlich in bann ercleren und excommuniciren wollen, wo solches nicht durch vieler furnehmer cardinäle bedenken gehindert und gewehret, welche alse weltweise leute es nicht geraten sein erachtet, so viel hern auf einmal zu erregen und zu kegenverbuntnuss ursach zu geben, darumb solches bis uf besser zeit und gelegenheit einzustellen vor gut angesehen worden." Dies wird nicht nur „mit bestand" von vielen aus Rom geschrieben, sondern auch von den Papisten selbst nicht geläugnet, wie neulich der papistische Historiker Eitzingerus es öffentlich in Köln hat drucken lassen; will zur. Beglaubigung einen Extrakt schicken. 3 Erinnert sich an die Zeit, wo „Lutheraner, Papisten und Calvinisten bei dem lobligen Kaiser Maximilian dem andern gegen den grossen Türken Solimannum zusammen gesetzt und miteinander zu feld gelegen, nicht darumb das sonsten one das eins dem 1 Vgl. Meister, Kapitelstreit S. 190 ff. 2 Vgl. II. 368; 373; 375; 387; 392; 400; hiezu Hübner, Sixte-Quint, I, 448 f. Am 8./18. März 1587 schreibt Khevenhüller aus Madrid an den Kaiser, die päpstliche Veränderung mit den weltlichen Kff. habe er an mehreren Orten von hochstehenden Personen gehört: Toskana werde wohl die sicherste Kunde davon haben (Nürnberg, German. Museum, Cop.). 11. 1587 11 andern wegen seiner religion viel guts gegonnet oder gerne befürdert Februar gesehen", sondern weil sie einzeln ihrem Haupt- und Blutfeind 3 nicht hätten widerstehen können, „wie dan auch eben allein das bedenken dem religion fried im heil. R. reich einen anfang und ursach gegeben hat. Warumb solten den Lutheraner und Calvinisten, ob sie gleich in etzlichen weinig religionspuncten streitig, gemeiner ihrer Sicherung halben jegen dem babst als ihrem gemeinem erclerten feind nicht auch zusammen setzen können? weil wir ja samptlich in allen reformirten Christligen kirchen nicht weniger des babstes als des Türken mord zu steuren mit christligem gesang den lieben gott bitten und anrufen, und zwar bei diesen leuften schwer zu unterscheiden, ob wir uns nicht fast mehr von dem babst als dem Türken zu besorgen haben." (Ausführung der Argumente, die gegen eine Politik des Zu- wartens sprechen, selbst wenn dies fremde Händel wären; u.a. mit Hinweis auf die Bezeichnung des Rel. Friedens als eines Interims, als durch dasTrienterKonzil erloschen vonseiten der papistischen R. Stände). Die Sache der Strassburger Kapitularen ist jedenfalls keine fremde, sondern betrifft die Erhaltung der Freiheit und Gerechtigkeit des Stifts. Auf päpstlicher Seite handelt es sich um eine plan- mässige Ausschliessung der Stände A. 0. von allen Stiften und geistlichen Benefizien. Dringende Empfehlung der Sache. 3 Der Kaiser wird, wenn er „bevoraus E. L. nebst unsern und andern furnehmen fursten und stenden ernst, fleiss und suchen in dieser billichen sachen spuerten," dem nicht minder Raum geben als dem unbefugten Eindrängen des Papstes. Hofft auf keine widerwärtige Resolution. 4 Kopenhagen, Strasb, Domkap. I. 11 Cop. 0 In einem Sehr. gl. Datums über die Strassburger Sache an SachseD, Brandenburg, Halberstadt, Lüneburg berührt F. auch den Wunsch dos Strassburger Kapitels nach dem Eintritt eines dänischen Prinzen (Kopenh. deutsches Prot.). 4 In einem weiteren Sehr, vom 20. Febr. an L. Wilhelm von Hessen (Marb. Frkr. 1587, Or. pr. Kassel 18. März), m. m. an J. C, Magdeburg, Ansbach, Braunschweig und Christian von A Q halt, wiederholt F. unter ausdrücklicher Ablehnung der Gegenargumente Sachsens und Brandenburgs die obige Beweisführung zu Gunsten einer Unterstützung Navarras und verlangt zu den 150000 Kronen, die England geschickt haben solle, von deutscher Seite mindestens 100000 Taler; vgl. Kopenh. a. a. 0. — Kf. Christian antwortete auf das Sehr, vom 3. Febr. über die Strassburger Sache am 9. März aus Dresden, er sei gegen eine Schickung an den Kaiser, höchstens für ein Ansuchen durch seine Gesandten mit Teilnahme Fs.; übrigens hätten ihn die Mansfelder wegen seiner Lehnsgerechtigkeit vor das R.-K.-G. gezogen ; die Wahl des Prinzen Ulrich sei von den Grafen wohl nur zum Besten ihres Handels gemeint und vielleicht anfechtbar, doch sende er das documentum nativitatis unterfertigt zurück (Kopenh. Or.). Auf das Sehr, vom 20. Febr. antwortet Julius von Braunschweig am 11. März ablehnend (Wolfenbüttel), J. C. am 2. April (Kopenh. Or.) und Joachim Friedrich von Magdeburg am 24. April (ebd. Or.) zustimmend; aie Antwort Christians von Anhalt vom 30. April im Auszug bei Beckmann II, 295. 12 1587 12—12. Februar 12. Landgraf Philipp an Christian von Sachsen. 17 Kassel Auf Chr. Sehr, vom 6. betr. das spanische Volk und Sachsens Korr. hierüber mit dem Kaiser. 1 Den Spaniern soll von ihren Führern Schonung der Grafschaften Lippe und Rittberg eingeschärft sein. Ein Gesandter Würtembergs hier und bei seinem Bruder Ludwig meldet, der Herzog habe von einem vornehmen Obersten erfahren, es werde diesen Frühling sich etwas erheben, aber nur über einen R. Fürsten, nämlich Julius von Braunschweig wegen des Stifts Hildesheim. Glaubt nicht daran, da die Rechtsfrage noch schwebt. Cop. eines vom Nuntius Vercel eingegangenen „päpstischen diplo- matis vel potius classici", worin die Wahl des Stifts von Minden für nichtig erklärt und Köln beauftragt wird, einen zu nominiren und einzuführen, auch der Kaiser, Spanien, Parma und alle geistlichen R. Fürsten zu Exekutoren requirirt werden. 2 Das wäre initium belli papistici, zumal wenn die Heirat zwischen Parma und der Wittwe Herzog Erichs erfolgt und Julius ihr das Wittum vorenthält, wie er überhaupt „fast jedermann an sich henkt". 3 Unter den aus Frankreich zurückkehrenden Leuten Otto Piatos verlautet, sie wollten ihre Rüstwagen wieder suchen, die ihnen Herzog Julius beim Hineinzug genommen, „und solten sie die köpf darueber lassen," — Dr. 10708. Or. Februar 13. Der Kaiser an Christian von Sachsen. 18 28 Hat von den sächsischen Gesandten vernommen, der Kf. könne Prag zwar jetzt nicht füglich selbst zu ihm kommen, sei aber geneigt, dies zu einer andern Zeit nachzuholen. Will nicht unterlassen, auf die Gelegenheit einer Zusammenkunft bedacht zu sein. Wh,, Saxonica. Conc. 1 Über die Spanier in Westfalen vgl. Weinsberg III, 364; Lossen II, 430 A. 2; am 20. Jan. 1587 schreibt J. C. deshalb an den Kreisobersten Ernst von Solms (Wiesb. Dillenb. Arch.K. 328) Parma beeile sich durch einen Abgesandten seine Besetzung deutschen Gebiets beim Kaiser zu rechtfertigen (Ehses-Meister I. 1, 217 f.). Im entgegengesetzten Sinn suchte ein kursächsischer Gesandter in Prag zu wirken, dem der Kaiser am 27. Jan./6. Febr. die Resolution erteilen liess, er wolle, obwohl Parma kaum beabsichtige irgend einen B. Stand zu beschweren, Parma an die R. Konstitutionen, zugleich aber die Kff. an Haltung guter Nachbarschaft und Vermeidung einer Beförderung der Feinde Spaniens erinnern. Schon am 20./30. Jan. schrieb der Kaiser an Brandenburg im gleichen Sinn (Berlin, R. 94. II. A. 1). Am 8. Febr. schreibt Pf. Johann an J. C, die münsterischen Bauern fingen an, sich gegen die Spanier zu wehren (Ma. 545/4 330, eieh.). Eine Zeitung aus Heidelberg vom 6. Febr. st. vet. (Strassb. A. A. 833), deren Schreiber klagt, er habe noch nirgends so wenig Lust „uns etwas zum besten zu ton" gefunden als hier, meldet u. a.: „Alhie entsetzt man sich nit hart ob dem, was der Spanier in Westphalen fürgenommen oder noch für hat, sonder lasts bleiben, als wenn nit hoch daran gelegen". 2 Vgl. Ehses-Meister I. 1, 159 A. 2; 213 ff. 3 Vgl. II. 319; 464. 14-15. 1587 13 14. S6gur an Christian von Sachsen. Februar 22 Hülfegesuch Navarras, da nach dem Scheitern der Verhand- Worms lungen mit der Königin die Verfolgung ärger als je; der König hauptsächlich dazu veranlasst durch die Versicherungen Kaspars von Schomberg, „qui nimis multos in aulis quorundam principum Germaniae amicos habet et fautores", die deutschen Evangelischen hätten jetzt Navarra endgültig fallen lassen. A.uch die Zumutung des Religionswechsels von Seiten der Königin, die vorher billige Bedingungen in Aussicht gestellt hatte, hängt damit zusammen. Bedauert die Umstimmung einiger Fürsten „maus quorundam artibus" und bittet um Gutachten durch de la Tuilerie. 1 Dr., 9304. Or. 15. Johann Georg von Brandenburg an Joachim März Friedrich von Magdeburg. 5 J. F. möge auf einen von Dohna, der hier aussen für Navarra werben und sonst seltsame Praktiken treiben soll, Acht haben und ihn, der nächsten Donnerstag nach Jüterbogk kommen soll, anhalten lassen, wie Sachsen dies mit einem von Ds. Gesellen getan haben soll. Sachsen und er haben den Untertanen jede fremde Bestallung verboten und gute Bereitschaft anbefohlen. Verweist auf die kais. Mandate. 2 — Marb. Frkr. 1507. Cge. 1 Aehnlich an Dänemark (Kopenh. Frankrige Ref. Or.), L. Wilhelm (Marb. Frkr. 1587, Or.) und Ludwig von Würtemberg (Sattler V. Beil. no. 21). Coignet de la Tuilerie brachte Sehr. Navarras vom 5./15. Januar an verschiedene Fürsten (Kursachsen, Lettres missives de Henri IV, II, 263 ff; L. Wilhelm, Marb. a. a.O. Or; Dänemark, Or; hier die Stelle: „ut ante alios prineipes R. S. V. primo sortis nostrae miserata est nosqne omni modo iuvare decrevit"). L. Wilhelm aatwortet S. am 5. März, auf Hülfe von den deutschen Protestanten sei kaum zu rechnen; er habe wenig ausgerichtet, „praesertim apud istos, qui adhuc in dubium vocant, utrum propter Schisma sacramentarium iuvandi sitis" (Pb. V° Colbert 402, Or.). Heinrich Julius von Halberstadt beruft sich in seiner Antwort an Navarra vom 20. Mai betreffs seiner Bereitwilligkeit zur Hülfe auf das Zeugniss J. C. und verspricht bei seinem Vater u. a. alles aufzubieten (Pb. Moreau 744, Cop.). 2 J. Fr. antwortete am 9. März, er wisse nichts von D., habe Werbungen verboten und sich der Händel bisher entschlagen. Unterstützung Navarras sei jedoch notwendig. Unter gl. Datum drückt J. Fr. dem L. Wilhelm sein Befremden darüber aus, dass an sie beide von dem vorhabenden Werk nichts gelangt sei, und erklärt sich bereit mit Hand anzulegen; beil. die Korr. mit seinem Vater, die er zu verbrennen bittet. W. sollte J. C. zu stillem und bescheidenen Vorgehen ermahnen. W. antwortet aus Kassel am 15. März höchst entrüstet über die Hinderung der Werbung für Navarra; es sei alles das Werk Kaspars von Schönberg, „der auch fast an allen hoefen suos fautores magnaque peeunia corrumpirt hat, das sie die herren solcher dinge bereden"; ein vornehmer früher wohlgeneigter Fürst soll neulich erklärt haben, 14 1587 16—17. März 16. Dr. Wilhelm Rhoding an Landgraf Wilhelm. 5 Speier U. a.: Vor 8 Tagen Zwiespalt wegen der Jagd zwischen J. C. und der Stadt Speier; die Stadt Hess die pfälzischen „jachtstöcke" auf ihrem Gebiet unter dem Schutz von 200 Mann gewaltsam ausrissen und in die Stadt führen. Den pfälzischen Untertanen ist jede Zufuhr von Holz usw. nach Speier verboten worden. J. C verlor vor etwa 14 Tagen einen seiner vornehmsten Kriegsräte oder Obersten, D. Beutrichium, „den derselbige ufern schloss zue Heidelberg schwach worden und daselbsten verstorben; und ist das funus vom schloss herab in die vorstadt in S. Peters kirchen getragen und vom herzogen selbst und dem ganzen hofgesinde deducirt worden". 1 Obrist Cratz soll in Mainz, Worms u. s. w. für den K. von Frankreich werben. 2 Marb. Niederl. 1587/90. Eigh. März 17. KöniginElisabeth von England an JohannCasimir. 5. 15. Bittet um Beförderung des freien Durchzugs der von den Green- Generalstaaten geworbenen Truppen des Grafen von Mors. wich (Eigh.) „Vostre tr£s affectionnee bonne cousine Elizabeth. Nous nous faisons fort que par voz bons moyens le passage aux reistres et lansquenetz leur sera de tant plus ayse que vous considererez la defense que nous avons entreprinse des dictz pays et de leur liberte et de la cause de la religion"; verweist auf das mündliche Anbringen des „s r de Buy present porteur". 8 DU sseid. Köln. Kriegsakten 23 cd. Or. er sei nicht gemeint den Calvinisten die Hand zu bieten; wie dieser sind viele Herren, von den flacianischen korrumpirten Klamanten überredet, der Meinung, die Hugenotten ( würden, wenn in Frankreich Sieger, über die A. C. Verwandten herfallen und sie härter heimsuchen als die Papisten (ebd.). — Dohna hatte Heidelberg am 3. Februar verlassen (J. C. Kalender). 1 Bentterich (vgl. I S. 158 f; A. D. B. II, 593 ff.) starb zu Heidelberg am 12. Februar 1587. In einer Zeitung aus Heidelberg vom 6. Febr. (vgl. S. 12 A.l) heisst es: „Als ich disen morgen Beuterichen besucht; der noch uhel uf ist' - . Vgl. II. 506. In den von Paulus Melissus herausgegebenen „Naeniae" wird er mit Lobsprüchen überhäuft, mit Thrasybul und Schertlin von Burtenbach verglichen; in einem französischen Trauergedicht auf „ceste perle du monde" heisst es : „Pour son prince a vescu, chez son prince il est mort: la mort ne l'a vaincu, mais a vaincu la mort. Mort, vaincue tu es, Beutrich a la victoire." Vgl. auch J. H. Andreae, Monumenta Heidelbergersia illustrata (Heidelb. Diss. 1773). Ueber abfällige Aeusserungen Englands, Dänemarks u. a. Fürsten gegen J. C. nach B. Tod spricht Segur in einem Sehr, vom 15. Aug. 1587 (La Huguerye, Ephemeride, Paris 1892, S. 476). 2 Vgl. I S. 157. 3 Ebenso an L. Wilhelm, gl. Datums (pr. Kassel 18. Mai), der am 19. Mai unter Verweisung auf seine Beantwortung einer Werbung Leicester's durch Junius [s. u.] durchaus ablehnend antwortet (Marb. England). Vgl. La Huguerye, Mem. II, 405; III, 30. Am 3. Juni 18-19. 1587 15 18. Clervant an Landgraf Wilhelm. Hat lange nicht geschrieben, da Segur die deutschen Angelegenheiten übernommen, er dagegen in der Schweiz soviel erreicht hat, dass von dort eine anderweitige (deutsche) Hülfe mit 12000 Mann verstärkt werden wird. Es fehlt an Geld; bittet ihm eine Summe von 18—20000 fl gegen Verpfändung von Kleinodien vorzustrecken 1 . Marb., Fr. u. H. III. 1587. I. Or. März 8 Strass- burg 19. Johann Casimir und Heinrich Julius von Haiborstadt an König Friedrich von Dänemark. März 16 Betr. die von Kursachsen verweigerte Herausgabe des mütterlichen Erbes ihrer Gemahlinnen Elisabeth und (weiland) Dorothea. Ersuchen, um andere Mittel zu vermeiden, um Einsetzung der Autorität des K. bei Kursachsen zu ihren Gunsten. 3 Kopenhagen, Job. Casimir. A. schickt J. C. ein durch den Herrn von Buy überbrachtes Sehr, der K. von England an Julius von Braunschweig, mit Verweis auf die Werbung des Junius und auf die Bewilligung der Werbung des Grafen Mors durch Julius; der Herzog antwortet am 13. Juni ablehnend; er habe auch Junius abschlägig beschieden und in die Werbung des Mors niemals gewilligt (Wolfenb. Acta Julii 120; Düsseid. Kurköln. Kriegsakten 23 cd ). — J. C. notirt in seinem Kalender zum 30. Mai die Rückkehr Buhy's aus England. 1 Vgl. über die Werbung Clervant's in der Schweiz Segesser, Pfyffer, III, 223 f; 230 ff; Tuetey I, 47 f. Pb. f. franc. 3395 f. 15 findet sich ein ,.Advis d' uug notable personnaige Protestant vray ser- viteur du roy, lequel a veu le traicte faict entre le duc Cazimir et le sieur de Clerva[ntJ qui se dict ambassadeur du roy de Navarre, avec les colonnelz Suisses, rittmaistres et lansquenetz": sie wollen nicht gegen den K. fechten, sondern nur für Navarra und seine Verbündeter, gegen die Ligisten, die Feinde der beiden Könige; die Armee wird umfassen 10000 Reiter, 2 Regimenter Landsknechte und 40 Kompagnien Schweizer, besoldet wie im letzten französischen Zug J. C; ferner 6000 französische Arkebusiere, wovon 3000 mit Bewilligung des Herzogs dnreh Savoien ziehen, 3000 nebst 800 französischen Pferden sich auf den Grenzen einfinden sollen; sie denken gegen den 10. Juni anzuziehen; die Reiter aus Pommern steigen bereits zu Pferde; „ilz sont resoluz de passer par la Lorraine soit par douceur ou par force". — Am 17. März kam Clervant zu J. C. nach Kaiserslautern (J. C. Kalender, Rom). 2 Präs. 25. April. Beiliegend die schriftliche Erbforderung der beiden Fürsten an Kf. Christian, Halberstadt 16. August 1586 (am 3. Sept. zu Küstrin durch Reuber den Kammerrateu „Bonecken" und Krell zugestellt, die aber die Annahme verweigerten und sie dem Kf. nachschickten), ihre Mahnschr. an den Kf. vom 3. Sept. und 28. Okt., sein ablehnendes Sehr, voni 1. Febr. 1587 und ihr weiteres Sehr, vom 6. März. Vgl. über die Sache il. 427. — In der vorhergehenden Korrespondenz K. Friedrichs mit Pf. Elisabeth (Sehr. F. am 24. Okt. 1586 und 11. Jan. 1587, Kopenh. d. Prot.) ist von einer persönlichen Zusammenkunft die Rede. Den beiden Fürsten antwortete F. am 28. April abschlägig (ebd.). Aber ein Sehr, der Pf. Elisabeth vom 22. Mai, das 16 1587 20-21. März 20. Guise an Bassompierre. 20 30 „Vous direz de ma part ä messieur de Bellievre et Brulart, Mezieres que La Noue, Clervant, Guitry et autres se sont tenus ä Franken- thal durant la foire, 1 n'ozant y aller Clervant ä cause des marchans ausquelz il doit, et La Noue pour sertenes promesses qu' il a faites ä mons r de Lorraine. 2 Clervant ä envoy6 ä Frankfort quelques vases d'or et d'argent que son gendre luy a pretez, oü il s'en est reconnu des esglises de Flandres, qu' il y doit avoyr recouvert, quant il y fut aveq le prince d'Orenge, et sont engagez pour douze mille escus. La Huguerie quy est alle en Engle- terre, a Charge de demander et faire häter 4000 Anglois et 4000 Escossoys pour les joindre du long du Ryn. Vous ferez part de sesy ä her Gaspar 4 . Ce XXX ä Mezieres." PB. F. franc. 15908. Eig. März 21. Der niedersächsische Kreistag an die vier > 20 rheinischenKurfürsten. Braunschweig Einlagerung des Parma'schen Kriegsvolks in Westfalen. Unzulänglichkeit des jetzigen Kreisobersten Gesundheits halber („wir wollen anderer Ursachen geschweigen"). Mag nun an dem kölnischen Wesen der eine oder der andere Teil die Schuld tragen, jedenfalls auf die möglichen verhängnissvollen Folgen einer ernstlichen Auseinandersetzung hinwies, veranlasste F. laut seiner Antwort an E. vom 12. Juni, Sachsen um brüderliches Erzeigen gegen E. zu ersuchen und auch Brandenburg und Hessen um Vermittlung anzugehen (Kopenh. Prot.). J. C. korrespondirte über die Streitfrage auch mit L. Wilhelm (dessen Sehr, an J. C. 23. Juni, Marb.) und Johann von Nassau (J. C. an J. 23. Juni, Wiesb.), bei dem er sich erkundigte, wie es mit der sächsischen Gemahlin Oraniens gehalten worden sei. — Kf. Christian, der am 1. Juni ein Sehr, seiner Schwester freundlich beantwortete, mit dem Bemerken, dass er über die andere Sache an J. C. geschrieben habe (Dresden, Copial 543), beantwortet das Sehr. Dänemarks vom 12. Juni mit Klagen über eine neue „fast spitzige und hochbeschwerliche" Anmutung seiner beiden Schwäger (Kopenh. Sachsen A. Or. pr. 6. Aug.). 1 Schon am 1. März n. St. berichtet G. dem spanischen Gesandten Mendoza über die geplante Truppenwerbung J. C. (de Croze, les Guises, II, 13 f; 280). Am 18./28. [März] schreibt G. an Bellievre, keiner von den Obersten sei auf der Frankfurter Messe gewesen, von Seiten J. C. nur „Soleguei"; Couvrelles soll zu den Obersten gegangen sein, um ihre Werbung etwas zu verzögern; sie dächten Anfang August zu marschiren „attendant responce d'un nomme La Huguerie que le duc Cazimir a envoye vers la reine d' Angleterre pour la [levee] faire en son nom"; der Graf de la Marche, Bruder Bouillon's, wollte den Befehl über die Schweizer, aber Clervant widersprach (Pb. 15909, eigh.). Vgl. auch G. Sehr, an Pfyffer vom 8./18. März bei Segesser, Pfyffer III, 226 A. 2. 2 Vgl. Hauser, La Noue (Paris 1892) S. 136 ff; 210 ff, 214; La H u g. III, 35. 3 Vgl. La Hug. II, 393 f; 405; III, VIII A. 2; 28; Lettre s missivesdeHenrilV, VIII, 319 ff. 4 Schomberg. 21—23. 1587 17 darf man einen solchen Tumult, der zu Verkleinerung der Reichshoheit und Herstellung päpstlicher Tyrannei führt, nicht weiter einreissen lassen. Teilen ihren Ahschied mit 1 und ersuchen um Erinnerung beim Kaiser und inzwischen im Notfall um Hülfe des rheinischen Kreises. Düsseldorf, Churcöln. Kriegsakten 23 cd. f. 62. Cop. 22. Coignet de la Tuilerie an Joachim Camerarius. März 23 „Per valli et monti, pioggie et nebbie, innondationi grandissime Leipzig son giunto a Dresden, non dirö in mal hora, ma in mala staggione", zum lebhaften Bedauern Pauli's. Kurz vorher ereignete sich „cossa di colera grandissima dalla S. A. verso uno dei nostri", der Truppen werben wollte, nach Dresden geführt und dort bis zum 15. festgehalten wurde, „non pur prigione, ma in servitü per la citä". 2 Wurde trotzdem „passevolmente" aufgenommen ; . . . blieb l'/a Tage in Dresden, reiste am Tag der Antwort ab 3 und kam heute hieher; hofft morgen nach Halle zu gehen; . . . wird seine Reise fortsetzen, bis an den dänischen Hof. . . . Bittet ihm nach Hamburg zu schreiben. Em. Coli. Camerar. XIV. no. 179. Or. 23. Bürgermeister und Rat zu Köln an M |' z Johann Casimir. ------— April 7 Danken für J. C. Sehr, vom 11. März über die Neuerungen „... ihres Erzbischofs, die J. C. auf dem kurf. Kapitelstag zu Bingen vorbringen Hess. Beil. Copp. zweier zu ihren Gunsten ergangenen 1 Der Abschied ging dahin, zunächst den westfälischen Kreis zu erinnern und im Notfall die Hülfe des rheinischen, nieder- und obersächsischen Kreises in Anspruch zu nehmen. Beiliegend ein Sehr, des Kreistags an den Kaiser gl. Datums. Der oben erwähnte Kreisoberst von Westfalen ist der Herzog von Jülich. Von anderweitigen Bewegungen spanischer Truppen berichtet ein Sehr, des M. Philipp von Baden an Jakobe von Jülich, Rastatt 14./24. März: die 3000 Spanier im Land Lützelburg und der Stadt Trier wollten sich in die Kurpfalz legen und zunächst Kaiserslautern einnehmen (Düsseid. Famil. Sachen 40, Or.). Im Auszug eines Sehr, aus Strassburg 26. März (llarb. Frkr. 1587, Cop.) heisst es, J. C. habe etliche vornehme Spanier in seinem Land fangen und foltern lassen; sie hätten u. a. bekannt, die nachfolgenden Truppen sollten auf B. Boden angreifen, um J. 0. an der Unterstützung Navarras zu hindern. 2 Vgl. No. 24. 3 Segur schreibt den l./ll. April an L. Wilhelm (s. u. S. 18 A 4): „Regis Navarrae aulicum, qui literas deferebat, Anspachii ob nuptias ill mi prineipis Palatini [Pf. Friedrich, Sohn Pf. Wolfgangs, heiratete am 2G. Febr. eine Tochter Friedrichs von Liegnitz, Katharina Sophia] longiorem moram duxisse aeeepi, ita ut Dresdam nonnisi post dimissum dominum de Guitry pervenerit." Am 21. März schreibt Pauli an Camerarius (Bm. Coli. Cam. XXIV, Or.): „Aliquot aeeepi abs te epistolas et heri illas, quas nobilis ille Navarrenus reddidit; de cuius negotio, quod hie agit, nescio quid sperandum sit. Nam ego etiam de omnibus humanis praesidiis desperare fere ineipio." Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. " 18 1587 23—24. K. G. Mandate. J. 0. möge sich mit Mainz, Trier und Hessen beim K. Gr. in diese auch für sie wichtige Sache einlassen. 1 Mb. 93/4 f. 47. Or. 24. Heinrich Carben an Dohna. März (Bericht über seine und Quitry'a Verhaftung in Sachsen). 2 Heidel- „"Wie jemmerlich und beschwerlich es mir mit unserm delicato berg spaco camino 3 gangen, das wolt E. Gn. ich itzo gern ausfurlich zuschreiben, wo ich nicht P. itzo änderst schreiben must; soll aber gelibts gott zu E. Gn. ankunft ausfurlich relatio besehen; sonsten henken und mit dergleichen leuten, die nichts änderst dan la finesse d'Almainge spotsweis anzuziheu wissen, über land zu ziehen, halt ich für ein ding. Damit aber E. Gn., soviel ir zu wissen notig und sich, dieweil wir zerbrochen schuch gehabt, zugetragen, nachrichtung haben, will ich deroselben nicht bergen, das ein gemein Crucifige über E. Gn. gangen, derselben die schuld allain zugemessen, und, wie Carlwitz sagt, der churfurst zu S. wurde solches, das man vor der vestung tractirt, nicht zu geringen Ungnaden fassen, wie auch der pfalzgraf, da man so nahe bei S. F. Gn. hoflager tractirt hette, gering gefallens haben wurde. Es hat E. Gn. aber Quitri entschuldigt mit vorwendung, das E. Gn. uf sein begern mit ime gen Ketschberg kommen, dieweil er jeder zeit gute kundschaft mit ir gehabt; hab " E. Gn. zu Wittenberg im wirtzhaus, als sie von Anspach kommen und nach Preussen gewolt, desshalben angesprochen und soviel bei deroselben erhalten, das sie mit im dahin kommen*. Als aber die rate gefragt, ob E. Gn. nicht feldmarschalk sein solten (dan auf dieses wort „feldmarschalk" hat der sechsisch hofmarschalk sonders 1 Es handelte sich um finanzielle Massregeln Kurkölns, vor allem um die zu Deutz eingerichteten Lizenten; vgl. Weinsberg IV, 364 f; Ennen V, 225 ff; J. M. Ruetz, die Finanzzuslände im Erzstift Köln 1584—88 (Bonn 1901) S. 57 ff. 2 Vgl. Tagebuch J. C. S. 402, 404; La Hug., Mem. II, 382; 399 f.; Ephemeride S. 8; 53; 511 f; H. 6. Schmidt, Fabian von Dohna [Halle 1897] S. 74 f. [benutzt Ds. Selbstbiographie]. 3 Jean de Chaumont, s r de Quitry [Guitry] sollte mit einer Anzahl von Obersten in Jüterbogk verhandeln [am 20. Febr. nach einer „Zeitung aus einem hof im land zu Franken" vom 12. März, die L. Wilhelm am 23. April an Magdeburg schickte, mit dem Bemerken, sie sei von einem vornehmen Papisten aus Würzburg an einen vornehmen Papisten im Erzstift Mainz geschrieben], wurde von Dohna, den er in Wittenberg traf, ermahnt die Sache zu verschieben, da die Obersten Buch und Berbisdorf [vgl. II. 420] in Dresden Hofdienst hatten, bestellte sie aber trotzdem in der Fastnacht nach Kötzschenbroda, wo auch Dohna und Friedrich von Wehren zugegen waren. Der sächsische Hofmarschall Hans Wolf von Schönberg [vgl. II. 482 A. 2], auf die für Spanier gehaltenen Fremden aufmerksam gemacht, Hess Quitry mit seinen Begleitern durch Wolf von Carlowitz und Georg Löser in Mühl- berg verhaften und nach Dresden bringen, wo auch Buch und Berbisdorf „verstrickt" wurden [vgl. die „Zeitung aus . . . Franken" und Dohna's Selbstbiographie]. 4 Dies stimmt mit der Darstellung Dohna's in der Selbstbiogr. überein, während Clervant's Eechtfertigungsschrift [La Hug. Eph. S. 512] 24 1587 19 gute achtung und ist ime heftig, wo es nicht mit Schonberg con- März jungirt wurdt, verhast), hat Quitri geantwort, E. Gn. haben wohl 29 verheissung de longue main vor ein feldmarschalk, es seie aber mit keinem bevelchshaber oder obristen recht gehandlet. Es haben aber die rate weiter wissen wollen, ob E. Gn. nicht vorn könig von Navarra gewalt betten zu werben und zu tractirn. Hat Quitri solches verneint, mit anzeig, das er allain gewalt hab, darbei es verhüben. Quitri und ich sein allain in einer stuben und chammer verwacht worden, sein dolmetsch und gesinde aber in andern gemachem. In summa, wir haben alle 12 tag lang zerbrochen schuhe gehabt. Ich bin allain in geheimen rat gefordert und mir furgehalten worden, wie ich P. secretarins were; darauf mehr, als wo interroga- toria auf mich gestellt gewesen. Als icn aber furgewandt, ich wer es gewesen und durch pollicitationes mich zu den Navarrischen, das sie mich bei irem konig befurdern wolten, begeben, haben sie kurzumb von mir wissen wollen, wer feldobrister were. Hab ich sie uf Quitri gewisen, den mochten sie fragen, sie aber rund von mir als einem Teutschen die warhait wissen wollen, hab ich gesagt, ich wüste nichts. Darauf fing einer an, so were ich ein armer secretarius, wan ich darvon nichts wüst. Sagt ich, ich were kein secretarius mehr. Darauf wis mir der hofmarscbalk E. Gn. schreiben an mich, so mit dero jungen intercipirt; und als nur auswendig stände: Henric Carben, wolt ich mich damit behelfen. er tete es aber uf, da stände darin: Liber her secretari. Sagt ich, er werde mich für Quitri secretarium halfen, sonsten seie ich wohl ein armer secretarius, dan ich nie in kein custodi kommen als dismals; wan ich noch des pfalzgrafen secretarius were, wolt ich mich uf J. F. Gn. berufen. Darauf antwort Scbonberger, ich solt mich der bestrickung oder ufhaltens, wie ers nent, nicht beschweren. Zulezt als ich je vom feldobristen nichts wissen wolt, fragt mich der rate einer, was Burras hiesse, meint aber Bureau; sagt ich ime, ich verstünde es nicht, aber man hette ein zeug zu kleidern, der hiess Burras. Darauf er lachet. Und bevahle mir der examinator was ich gefragt worden, solt ich bei mir behalten. Sonsten hat Carlwitz heftig ufE. Gn. gestochen, das man zu Ketschberg tractirt, mit furwendung, wans in der Pfalz geschehe, werde mans auch nicht zum besten vermerken oder aufnemen. Quitri ist uf ' seiner kutschen mit einem vom adel und dem schosser und ich mit 3 hackenschutzen ufs schossers zu Mulberg gutsch gen Dresden gefurt worden; hat uns gleichwohl unsere wehre gelassen. Hernach andern tags hat man Quitris mordbrenner uf einem wagen im strohe bracht, ist jedermann, dieweil es jarmarkt, zugeloffen und vor Spanier gehalten. 1 Inmittelst Quitri alle tag in und ein Sehr. Segur's an L. Wilhelm aus Frankfurt vom l./ll. April 1587 (Marb. a. a. 0. Or. präs. 8. April) Quitry ganz von Dohna oder den Deutschen überhaupt bestimmt werden lassen; S. sagt: „Dominus de Guitry rerum germanicarum aliquantulum fortasse ignarus eorum, qui ipsi aderant, Germanorum consilium sequebatur." 1 Dohna berichtet: „Es war den pauren daselbst ein seltzam essen, solche frembde leute alda [in Kötzschenbroda] zu sehen. Quitry hatt 2* 20 1587 24. März der herberg am fenster gelegen, das man ine mehr sehen soll; 29 ist also von vielen Frankentalern und andern kent worden. Ob das eine finesse sei, lass ich E. Gn. urteiln. Ich mach itzo ein ausfurlich relation omnium actorum; hab underwegen nichts schreiben dorfen; dan als man uns relaxirt bat, der hofmarschalk uns verboten, underwegen nichts zu schreiben noch mit imand zu handien, auch deshalbeu 2 pferd mit einem einspennigen gen Erdfurt zugeben, darneben einen vom adel Goldacker genant uns nachgeschickt. Bis bei Erdfurt habens in 5 tag im bösen Weg zihen müssen, damit die geul müde wurden; hat villeicht vermeint, wir wurden zu Erfurt ausruhen. Daselbst hat man unsdiestrau und wegen bestellen können; wir haben aber das geleit daselbst wie auch zu Eisenach bis ins land zu Hessen genommen und hat uns der Eisenachisch ampt- man Moll genant angezeigt, das die konigschen reuter uf ir alt anrittgeld nunmehr, dieweil die zeit herumber, nicht reiten werden. Palavicino und Quitri sein heut hieher kommen. Ich aber hab verschinen sontag P. zu Fridelstein antroffen, als man eben de nostra liberatione tractirn wollen. 1 Heut begrebt man Tossani hausfrau 2 und Willings mutter. Datum H., den 29. Martii anno 87. Beutterich ist dot vor 3 wochen." (Pr. Braunschweig, 7. April). Mb. 113/3 Abr. Kolbingers Schreiben 1585—1612, f. S—5 Eigh. 4 oder 5 diener, so hesliche kerdels, als man sie in Frankreich finden solte; die pauren sagten, es weren Spanier." 1 Abraham Kolbinger schreibt 31. März an Dohna (Bm. Coli. Ca- merar. XV, eigh. pr. 7. April): „Absente principe ad me misit Couvre- rellius, febri laborans tunc, mibique Saxonicum facinus ad ill mum principem perscribendum uarrat. Id adeo animuni meum maerore iam saucium perculit, ut, fateor quod res nulla per vitam meam me langui- diorem reddiderit. ... Sublevatus aliquantulum videbar et recreatus allatis tuis litteris, quibus spem feceras rem adhuc integram esse tuamque industriam atque fidem ... promiseras." Weiterhin äussert er : „Tu non credis, quam mihi Gallorum detestanda levitas et garrulitas stomachum moveat." Segur sagt in dem oben angeführten Sehr, an L. Wilhelm von Quitry: „Detentus est in aretissima custodia, domo armatis obsessa, totos dies quatuordeeim, cum ei neque cum alio colloqui neque ad alium scribere liceret. Inde Erfordiam usque a servis aulicis, qui actiones omnes eius et nutus observarent, deduetus est. Nos vicesimo tertio demum die captivum reseivimus et prius fere praesentem conspeximus, quam detentum audiremus. Interim non totam solum Germaniam, sed universam etiam Italiam et Galliam fama, aula ipsius prineipis electoris profeeta, pervasit, Navarrenum legatum ab electore Saxoniae in carcerem coniectum, militum delectum non solum impeditum, sed prorsus inter- dictum" u. s. w. Vgl. für letztere Behauptung das oben angeführte Sehr, aus Würzbnrg vom 12. März, das eine Schickung Gottes darin sieht, „das die saneta liga noch hin und wider under den evangelischen chur und fursten, wie sie sich nennen, so viel beifals und gute gönner, auch wurklichenfurschub findet", sowie S. 13A.2. Am 28. April/8. Mai schreibt Zündelin aus Venedig an Camerarius: „Legatis regis Navarrae sinistri aliquid evenerit in Germanie, ut hie fertur, et quamobrem, scire cupio" [Bm. Cod. lat. 10372]. 2 Vgl. Cuno, Tossanus II, 119 f. In dem oben angeführten Sehr, beklagt Kolbinger ausser dem Hingang Beutterichs eine schwere Er- 25—26. 1587 21 25. Johann Casimir an König Friedrich April von Dänemark. 2 Heidel- Auf F. (am 28. „dieses" [!] erhaltenes) Sehr, vom 20. Febr. ber S mit seiner unwiderleglichen Ablehnung der von etlichen vorgewandten Scheinargumente gegen die Unterstützung Navarras. Um- soweniger dürfen „wir andere, in denen gott bishero mehrern eifer erweckt hat", uns beim Rel.-Frieden beruhigen. Das Werk ist allerdings schwer bedenklich, er erinnert aber an die Wirkung der kleinen deutschen Hülfe in Frankreich ao. 62. Was die von F. angeregte Verständigung wegen einer Kontribution der Fürsten zur Ergänzung der englischen Hülfsgelder betrifft, so bat er es an keiner Mühe fehlen lassen, bei etlichen aber keinen andern Dank verdient „als das man uns noch darzu suspect und bei menniglichen verdacht gemacht, das eben unserthalber den armen mitleidenden Christen in Frankreich die gebetene handreichung nicht gedeien möge". Den Vorschlag eines Konvents der Räte bat er an L. Wilhelm gelangen lassen. Erbietet sich auch ohne Zutun anderer neben dem, was England erlegt, „auf mass, wie E. K. W. zu unterschiedlichen maln verstanden", sich anzugreifen und hofft, auch der K. werde nicht auf andere, sondern auf Gottes Sache und Ehre sehen und den Pflug des Herrn fortschieben helfen. Die Sache bedarf keines ferneren Deliberirens und leidet keine Verlängerung. 1 Kopenhagen. Job. Casimir. Or. (pr. 14. Mai). 26. Kaspar von Schomberg an Pfalzgraf Johann. 2 April 4 Kann, durch Angelegenheiten des K. hier zurückgehalten, erst 14 am 10. oder 12. Mai n. St. zu J. kommen, obwohl er die Haupt- Paris leute von Staupitz schon für den 25. April dorthin bestellt hat. Der K. hat J. Mitteilungen über die deutschen „remuements" für Navarra und Bouillon sehr gut aufgenommen. Hoffentlich wird Bouillon den gerechten Forderungen des K. entsprechen und heute seine krankung Reubers, „quam secuta est mentis et lingnae amissio; . . . repuerascit in omnibus rebus"; Ehern sei mit einem Fuss im Grab, Hartmann könne sich nicht mehr auf den Beinen halten. Am 1. April fccrichtet R. über eine Besserung im Befinden Reubers (Mb. 113/3). 1 Vgl. No. 11 (S. 11 A. 2). Kolbinger schreibt an Dohna 1. April : „Jam respondeo ad literas danicas; conor illum abducere a cogitationibus causam istam publicars posse fieri, sed a paucis et bonis causam bonam traetandam et iuvaudam"; am 9. April: „Conamur per cancellarium efficere, ne rex optime alias animatus longiorem moram, dum consiliarii convenire possint, neciat, sed ut suo et nostro exemplo nummos in sub- sidium quam primum ab aliis quoque expromendos curet"; verweist auf das im vorigen Sehr, verwendete Beispiel des Jahres 1562 (Mb. 113/3o, eigh.). 2 Pf. J. stand auch nach dem Misserfolg der deutschprotestantischen Gesandtschaft von 1586 in regem brieflichen Verkehr mit dem französischen Hof, zumal mit Schomberg (II. 501, 509), und mit dem Gouverneur von Metz Moncassin; zugleich unterhielt er Beziehungen zu Guise (vgl. II. 462; am 25. März/4. April 1587 antwortete die 22 1587 26-27. Truppen von Sedan zurückziehen. Bellievre, der gestern dorthin ging, wird wohl alles beilegen. "Was die von J. berührte Unterstützung Navarras durch die deutschen Protestanten betrifft, so wird er J. den Entschluss des K. mündlich eröffnen; der K. trifft bereits seine Gegenmassregeln „estant bien re^solu de ne se tenir les bras croisez et baisser la teste pour recevoir le coup". Wie günstig der K. über J. noch gestern gesprochen hat, wird Volmar berichten. Ma. 545/4. f. 355. Oop. April 27. Zane an den Dogen. 4 14 .... Erzherzog Matthias trachtete (nach Briefen, die ihn Prag „un ministro principale" ganz in Vertrauen sehen Hess) längst nach Aussöhnung mit Spanien und wollte unerkannt einen grossen Teil Europas durchreisen „ad imitatione d'altri suoi maggiori" und über Italien und Spanien nach Lissabon gehen, um sich dort unter Vermittlung seines Bruders, des Kardinals, dem König zu Füssen zu werfen. Da der Kaiser den Gedanken billigte, nur das Betreten spanischen Gebiets in Italien vorläufig widerriet und auch an Spanien schrieb, machte sich M. im Glauben an die Zustimmung des Kaisers nach Norden auf den Weg, fuhr nach Dänemark und wollte aus Neugier auch nach Russland. — Die letzten spanischen Briefe sollten M. die Erlaubniss zur Reise nach Italien u. Spanien geben, „rimettendole [S. A.] la offesa et ricevendola in gratia"'.' Herzogin von Guise auf ein Sehr, der Pf. Magdalena von Zweibrücken mit Freundschaftsversicherungen und politischen Mitteilungen; am 27. März/6. April schreibt Moncassin an J. über die Zustellung von Sehr. J. an Guise und Schomberg; Ma 545/4 f. 341 ff. Copp.). Am 11. Jan. 1587 schreibt J. an J. &, seine Gesandten (vgl. II. 509 A. 1) seien aus Frankreich ohne Geld und mit vielen Brillen zurückgekehrt und müssten bald wieder hinein. Er suchte zu Gunsten des von Guise bebedrängten Herzogs von Bouillon zu vermitteln (Sehr, an Schomberg, Heidelberg, 27. Februar, vgl. L'Estoile, Journal de Henri III, III, 292 f; La Hug. II, 391 A. 2; Seh. verspricht in seiner Antwort, Paris 22. März/1. April, das Sehr, mitzuteilen und die Antwort J. persönlich am 15. April a. St. in Zweibrücken zu überbringeD, Ma. f. 337). — Am 13. März schreibt J. aus Heidelberg an Seh., er habe auf der Hochzeit seines Bruders Friedrich erfahren, die deutschen Evangelischen wollten, falls der K. nicht bald mit den Hugenotten Friede mache, diesen wirkliche Hülfe leisten; am 12. April aus Zweibrücken auf Seh. Sehr, vom 4./14., das ihm Johann von Salm zugeschickt habe: eine etwaige deutsche Unterstützung Navarras sei nur zum Besten der französischen Krone gemeint (ebd. Copp.). Seh. entschuldigt am 18./28. April aus Nanteuil gegen J. die Verzögerung seiner Reise; er gehe mit Bellievre zum K., der sich ebenso wie Lothringen anschicke der angedrohten Jnvasion entgegenzutreten; beide seien „bien deliberes de ne se tenir pas les bras croises, quand l'on leur vouldra donner sur la .ioue." J. erwidert am 30. April, hier zu Lande sei es ganz still (Mb. 114/3 1 Copp.). 1 Am 8./18. März berichtete Khevenhüller aus Madrid dem Kaiser u. a. auch hierüber: Philipp IL, bei dem bisher alle Schritte des Kaisers, der Kaiserin und des Gesandten vergeblich gewesen waren, fürt 27—28. 1587 23 Aber M. bat den protestantischen Fürsten Anlass zu der Meinung gegeben, „che S. A. sia mal sodisfatta delli fratelli et della casa sua et che abbracciarebbe occasione di travagliare per acquistarsi meglior fortuna"; gemäss sind ihre derartige Vorschläge, „tanto dentro quanto fuori dell' imperio", gemacht worden. Man fürchtet jetzt hier für M. Verhaftung oder dgl. von Seiten übelgesinnter Fürsten. Der Kaiser muss M. durch Mitteilung der spanischen Antwort zur Umkehr bewegen, damit er nicht durch die Protestanten in die niederländischen u. a. Praktiken verwickelt wird, wie der König befürchtet. — Wien, Disp. Von. XIV. Or. 28. S6gur an Schrögl. 1 April (Klagen über das Vorgehen der Pfälzer in Sachen der Werbungen für 6 Navarra. Quitry's Haltung in Sachsen.) Frank- „Monsieur! Sera-ce pour tousjours que vous interpreterez sinistrement tout ce qui vient de nous, et ferez trouver mauvaises nos justes remonstrances ä monsieur le duc? Vous en debvriez estre laz, car cella ne vous proffite en aulcune facon et ruyne nos affaires. Je ne scay aussi, comment vous pouvez dire que monsieur le duc se descbargera de tout. Nous le cognoissons prince si vertueux et veVitable que nous nous asseurons qu'il faira plus pour nous qu'il nous a promis; et nous avons souvant esprouve sa bonte, et lors que nostre cause n'estoit si juste qu'asteure et que nous n'avions le tiers du moyen qu'avons. Je trouve encores plus estrange de ce que vous insistez que j'envoye des blancs et le sgau du roy de Navarre pour capituller avecq les colonnelz, habe sich endlich für die Aussöhnung entschieden, aber die Abfassung eines eigb. Billets an M. abgeschlagen ; die Kaiserin solle an den König schreiben und seine Antwort könne dann nach Deutschland gehen; auch den Gnadenbeweis einer Pension lehnte der König vorläufig ab (Nürnb. Germ. Nat. Mus. Cod. 4961x, IV, Cop.). 1 Am 28. und 29. März war Pallavicino in Heidelberg [J. C. Kalender]. Am 31. März hatte J. C. Quitry an S. gesandt, mit der bestimmten Weisung „ce que le dit s r de Qnitry vous dira" an Couvrelles auszuhändigen. S. weigerte sich in seiner Antwort vom 1. April den Obersten schon jetzt die Ratifikation Navarras zuzustellen und die Verhandlungen mit ihnen, da sie einmal von einem Gesandten Navarras begonnen worden seien, an Couvrelles abzugeben; hätte man die Sache gleich anfangs Couvrelles übertragen, „comme nous 1' [V. Alt.] en avions souvant supliee et requiz feu mons r de Beutrich de le vous faire trouver bon", so wäre es vermutlich mehr nach Wunsch abgegangen. S. erbot sich selbst zu den Obersten zu gehen, da er ohnedies nach Dänemark reisen müsse. Darauf erfolgte das oben beantwortete Sehr. Schregels; S. schrieb am 6. April auch an J. C. selbst im gleichen Sinn (Pb. a. a. 0.). Ein hugenottisches Sehr, an S. vom 22. April [Duplessis-Mornay ? ebd.] klagt: „Les longueurs et remises du Sire Georges [duc Casimir] ruinent nos affaires." Dagegen ergeht sich Kolbinger in einem Sehr, an Dohna, Heidelberg 9. April, wieder über die Indiskretion und Leichtfertigkeit der Franzosen, z. B. Clervant's; er schliesst: „Ita ego homo non ita pro- vectae aetatis eo usque tarnen dies meos protraxi, ut servitutem totius Europae Germaniaeque olim libertatis nomine celebris oculis aspicere queam" (Mb. 113'3 C eigb.). 24 1587 28—29. chose qui ne feust jamais faicte et qui seroit inutille et mesme prejudiciable aux colonnelz. Car je vous prie, comment se pourroit- il faire que le roy de Navarre qui est ä Montauban peut signer les capitulations qu'on faira ä Brunzvich? Si on antidate, c'est une faulcete qui sera congnue incontinant: et par lä tout ce que j'ay negotie en Alemagne et en Angletterre, debvra estre tenu pour suspect. Et me semble que puis que la royne d'Angletterre n'a fait difficulte de delivrer cent mile escuz sur noz pouvoirs, que les colonelz ne debvoientrefuzer de les recevoir sur les mesmes pouvoirs. Et nous promettous davantage de leur delivrer au passaige du Khin la ratiffication du roy de Navarre. Je ne scay aussi, pour- quoy vous nous reprochez que nous soraraes descriös en Saxe.Car si cella est vray, c'est pour ce que nous servons au bien, et tout- jours on ne nous a voulu mal en ce pays-lä; s'ilz ont change de volonte, nous n'en sommes cause, et moings de ce qu'ils ont traverse nostre negotiation avecq les colonelz. Si on eust adverty l'electeur, il ne s'y feust opose. Et ne fault rejecter sur nous le mal qui en est venu. Mons r de Quitry ne peult estre blasme que pour avoir este trop exacte observateur de voz Instructions et d'avoir voulu prendre plustost sur soy le maltalant de l'electeur que le rejecter sur monsieur le duc ou sur le siens. Et ce bon ofice merite recongnoissanse et point de blasme. Je vous suplie au nom de dieu, doresenavant vivons ensemble d'une aultre facon. Vous recevrez de nous toute amitie, courtoisie et honneur. Nous meritons qu'on uze de revencbe. Et suivons le conseil que feu mons r Beutrieb nous donna dernierement äFridelseim apres avoir arreste tout, qui est qu'il failloit que doresenavant les serviteurs du roy de Navarre et de monsieur le duc se recongnussent pour freres et qu'ilz esti- massent leurs maistres les leurs et les deux un mesme. Si cela •se fait, dieu nous benira et nous prospererons; aultrement je prevoy beaueoup de mal. Je vous prye aussi prendre en bonne part ma liberte. Et recongnoissez qu'on me traicte indignement. Je ne vous en attribue pourtant la coulpe, encores que j'escrive ä vous seul, mais plustost je me plains ä vous comme a mon ami et ä un homme de bien. Au reste pour la fin je vous diray que mons r de Couvrelles est party avecq un mesme pouvoir que mons r de Quitry ou moy avons, et ä son retour je seray prest de donner aux colonelz les ratiffications du roy de Navarre telles qu'ilz les demandent. Et ainsi nous ferons tout avecq honneur et bon ordre. Adieu." Pb. Vo. Colbert. 402 f. 67. Oop. April 29. Pfalzgraf Johann an Johann Casimir. 8 Zwei- Auf J. C. zwei eigh. Sehr, vom 4. Verweist wegen seiner Erbrücken klärung auf das Anbringen des Herrn von Putlitz auf dessen Bericht. 1 Cop. eines Sehr, an den Gubernator von Metz." „Und weil man 1 J. C. notirt in seinem Kalender zum 5. April: „Le baron de Pout- litz ist gen Neapoli zogen, furters nach Lauter et de lä, vers 2 pont." J Moncassin an J., Metz 4/14. April, findet die letzten Sehr. J. sehr 29-31. 1587 25 je also des untreuen nachbarn anfängt zu spielen, will in warheit zu allen teilen ufsebens je länger je mehr von nöten sein. Dan was den mitgeteilten bericht den Chytry betreffend 1 anlangen tut, kan ich nit anders sagen „sinon que c'est une honte et pitie: gott bessers! Der tag in Lotringen soll den 1. Maii werden; da inen ernst und man sich irer annem, möchte vielleicht in eim bergichten land so gut als in eim ebnen noch zu wonen sein, doch alles in gottes forcht und mit gottes bulf. Was E. L. vom reichstag 2 gewiss erfaren, bitt ich mich zu verstendigen nit zu underlassen; und da E. L. schon andern zu gefallen nit eben das placebo singen, setz ich in keinen zweifei, werd niemand E. L. darumb verdenken oder dieselb darzu nöten; dan reichstag reichstag und nit reistäg sein sollen; mit bitt, mir in ungutem nichts ufzunemen." Ma. 5d5/4. f. 3dö. Eigh. 30. Erzherzog Matthias an Kurfürst Johann Georg. April 20 Nachdem er in Osterreich eine Zeitlang fast massig gelegen," nahm er sich eine Reise nach Deutschland vor, „die zeit damit zu verzeren"; möchte den damals beabsichtigten und schon lange zugesagten Besuch bei J. G. jetzt „in gehaim" ausführen, obwohl er Ursache hätte eilig nach Österreich zurückzukehren; verweist auf den Überbringer „Baltasar von Danawitz". 3 Berlin, E. IX. 8 cd. Eigh. 31. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. April 25 Auf W. Sehr, vom 16. Ebenfalls gegen die von Dänemark Heidel- vorgeschlagene Zusammenordnung der Räte; hat deshalb an Däne- berg mark, Magdeburg, Braunscbweig und Halberstadt geschrieben. kühl und wundert sich, dass darin der deutschen Werbungen für Navarra keine Erwähnung geschieht. J. antwortet am 8. April, er wisse von keiner solchen Werbung und bittet um Sendung eines Vertrauten, etwa Peter Joly des Jungen (ebd.). Am 12. April schreibt J. an J. C: Schomberg kommt nicht sobald; Spannung zwischen dem K. und der Ligue; hofft auf Mittel der Hinderung eines so gefährlichen Plans; „parolles las ich mich nit irren; — las es bei dem alten credo und dem alten calender" (ebd.). 1 J. C. im Kalender zum 17. April: „Mit Gytri gescheften verricht." Vgl. La Hug. II, 392 A. 3. 2 Vgl. Gott. Gel. Anz. 1900 S. 550; Ehses I. 2, 308 A. 2. 8 M. kehrte damals von einem dreiwöchentlichen Besuch bei K. Friedrich von Dänemark zurück, den man wieder mit einer schwedischen Heirat oder mit einer weiteren Reise nach Russland in Beziehung gebracht hatte (Zeitung 9./19. April, Ma. 284/14 f. 429; Zane an den Dogen, 11./21. April). In einer Instruktion für eine Werbung bei Brandenburg vom 2./12. Juni äussert sich M. dahin: da sich seit den Niederlanden keine Gelegenheit für ihn gefunden, sei er entschlossen gewesen, „durch eine unbekante reise was zu vorsuchen", zuerst Norddeutschland und die angrenzenden Länder, dann auch andere zu sehen und was dabei zu erfahren"; er sei in die Seestädte und nach Dänemark gezogen, aber durch die Nachricht von seinen polnischen Aussichten zur Umkehr bewogen worden (Berlin, Pflug XXIII, Cop.). * 26 1587 31—32, Einverstanden mit möglichst geheimer Zusammenschiessung. Die Kontribution der deutschen Fürsten soll aber aus allerhand wichtigen Gründen nicht dem Segurio oder einem anderen Ausländer eingehändigt, sondern, wie es England mit Zustimmung Navarras und anderer Interessenten gemacht hat, durch Wechsel, also durch dritte und vierte Hand unvermerkt nach Frankfurt oder sonst an einen gelegenen Ort und dann dem bestellten und von Navarras wegen verpflichteten Pfennigmeister Isaak Wücker von Strassburg zugestellt werden. W. soll nicht denken, „als ob wir uns uf solchen weg selbigen gelts zu mechtigen und habhaft zu machen gesinnet"; es sollen nur die Dinge den Franzosen „und also consequenter auch andern" nicht eher kundgemacht werden, als das Geld nach seiner Bestimmung angewendet oder das Volk damit in Anzug gebracht ist. Segurius könnte sonst veranlasst werden „abwegige, verlorne, faule und hölzerne anschleg (wie oft beschehen) an die hand zu nemen" zum Schaden der Deutschen wie der autores selbst. Den Franzosen fehlt es zuweilen mehr an gebührlicher Dexterität als am fervore. Wücker wird über alle Einnahmen sowohl den Deutschen als Navarra Rechnung ablegen. Ihm ist es nicht um das Direktorium zu tun oder das Seine dabei zu suchen. Erbietet sich wie vormals für sich und seinen Pflegesohn 30 000 fl. sofort zu erlegen und in allem mit W. Rat und Gutachten zu handeln. Billigt W. Sehr, an Würtemberg, Brandenburg und Magdeburg ; Gott möge vor allem Würtembergs Herz erleuchten! W. Sehr, vom 11. Jan. 86 ist dort gegenüber den Hetzereien etlicher verbitterter Geister fruchtlos geblieben. Magdeburg wird sich wohl nicht länger blenden lassen. Auch ohne diese Fürsten möge aber W. dem Werk treu bleiben. In Stuttgart wird W. Lakai vermutlich mit schlechter Antwort abgefertigt oder, da Georg Friedrich dort erwartet, die Sache auf ein Gesammtschr. verschoben werden. Will mit andern Pf., besonders Herzog Hans handeln, erwartet aber nicht viel. 1 Marb. Frkr. 1587 I. Or. (pr. Kassel 29. April). Mai 32. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm, Germers- Zeitungen, über guisianische Truppenwerbungen in Italien; heim Absicht diese Truppen mit den 1000 Schweizern Pfeiffers zu vereinigen und durch Erzh. Ferdinands Gebiet nach Breisach zu den 1 Am 22. März hätte W. Steurberg von Lewenstein (vgl. I. 49 A. 1; II. 376; 463 A. 1) mit einer vertraulichen Werbung in der bewussten Sache bei J. C. und mit einer Verrichtung bei Pallavicino UDd Segur zu Frankfurt beauftragt; mit L. Ludwig und L. Georg sollte L. nicht über die Sache reden, die Schickung an Würtemberg bis nach der Antwort J. C. verschoben werden (Marb. Prkr. 1588, Cop.). — Am 15. Mai zieht sich dann W. endgültig von der Sache zurück, unter Hinweis auf die Haltung Sachsens, Brandenburgs, Würtembergs, Braunschweigs, da „wir viel zu geringe seind einen solchen Olympum allein zutragen"; ausserdem betont er das Misstrauen zwischen Segur, Pallavicino und J. C, „dermassen das E. L. die aufoemung solcher stattlichen summa gelts lieber einem verdorbenen kaufman als ihrer einem vertrauen" (Marb. ebd. Cop.). Pallavicino schreibt auf der Piückreise nach England am 25. April aus Emden an L. Wilhelm (Marb. Frkr. 1587, I, eigh.). 32—33. 1587 27 übrigen guisischen Truppen zu führen; sie wollen sich zwischen Speier und Oppenheim lagern, einen Platz in der Pfalz am Ehein einnehmen und die navarrische Hülfe verhindern. Der Erzh. soll Georg Hans eifrig antreiben „sich zu den Guisianern zu schlagen und der Pfalz ein pauket schenken zu helfen." ... Hofft im Notfall auf W. Hülfe; Näheres durch Dohna auf dessen Rückreise. x Marb. Frkr. 1587. I. Or. 33. Johann Casimir an Julius von Braunschweig. Mai 8 Bedauert die Übergehung von J. C. SohnPhilipp für Verden 2 bei Heidel- Berufung der Stände zur KG. Visitation nach Speier, unter Bevor- Der E zugung Salzburgs; verweist auf das Präjudiz mit Joachim Friedrich auf dem R. Tag von 1582; J., dessen Sohn „vom römischen antichristischen stul die confirmation nicht gesucht" und deshalb übergangen wird, soll sorgen, dass im Namen seines Sohnes mit Kurpfalz, das aus anderen Ursachen gegen die Revisoren etlicher Prozesse zu protestiren denkt, und vielleicht andern Ständen, Protest und Appell an die Stände eingelegt werde. Hannover. Sehr.-von J. 0. Or. 1 Die Verhandlungen zwischen dem tief verschuldeten Georg Hans und seinen pfälzischen Agnaten wegen der Lösung Pfalzburgs, der von ihm vorgeschlagenen „'Nutzbarkeiten" u. s. w. (II. 282; 507 A. 1) zogen sich seit Jahren ergebnisslos hin; G. H. verweigerte die Vorlage der Rechnungen nnd Register sowie des Grenzverzeichnisses, sprach davon auch Lützelstein zu versetzen (J. C. an Pf. Johann, 20. Dez. 1586, Mb. 327/18; am 15./25. Febr. 1587 erklärte der B. von Strassburg als Mitlehnsherr nichts hievon zu wissen, ebd. 327/20) und verlegte sich in gewohnter Weise auf Drohungen. Eine Besprechung von Räten J. C. und Pf. Johanns zu Heidelberg am 23. März hatte nur ein neues Ge- sammtschr. an G. H., Kaiserslautern 6. April, behufs Vorlage der Ver- schreibungen und s. w. zur Folge (ebd. 327/23). — Dem obigen Sehr. J. C. liegt ein Bericht an die navarrischen Gesandten aus Lothringen vom 14. April 1587 bei, wonach man gern Besatzung nach Pfalzburg legen würde, aber um G. H. nicht zu beleidigen, diesen auf alle Weise zu gewinnen suche. „On luy offre le faire chef de toutes les forces qu'il pretendent faire passer les montagnes, pour s'en servir et demander ä main armee ce qu'il pretend sur le Palatinat, luy remonstrant que si le duc Maurice n'eust embrasse l'occasion qui se presenta & luy, il ne fut jamais parvenu ä l'electorar. . . . Le moins qu'ils esperent de ceste negotiation, si eile rüuscit, est de retarder nostre armee jusques apres la cueillette et que les grains seront serrez dans les villes." — Gleichzeitig warnte G. H. in einem weitläufigen Sehr, die Stadt Strassburg, sie solle sich wegen eines Prozesses von Ulm und Augsburg gegen die Wolfischen Erben nicht von den Städten absondern, sondern in Einigkeit bleiben, den Ritterstand, zu sich bringen und auf ein Haupt bedacht sein, mit der Bemerkung, „M. H. [der Rat] wollen das schreiben, ob es gleich nach mittag gemacht, wol in achtung nemen" (Strassb. Ratsprot.). 2 Der Administrator von Verden Eberhard Holle war im Sommer 1586 gestorben (Ehses -Meister 1. 1,70 A. 2;85A. 1). Am 14. Jan. 1587 fertigte Herzog Julius seinen Rat Joh. Konrad Varnbühler an den Kaiser ab, um für seinen Sohn Philipp Sigmund die Konzession der Regalien für das Stift Verden oder wenigstens ein Indult auf 10, 8, 6, 4 oder 2 Jahre zu erlangen (Wolfenbüttel, Herz. Jul. 27). 28 1587 34—35. Mai 34. Johann Georg von Brandenburg an Christian von ■p-.., Sachsen. Köln an der Spree Weiss noch nicht, ob der K. von Dänemark gewiss zu erwarten oder nicht, wonach er selbst seine Reisebegleittfng einrichten muss; bittet um eilige Nachricht, sobald Ch. der Ankunft des K. vergewissert ist, 1 sowie um Besorgung eines Quartiers in Naumburg. Dr. 8540. Or. Mai 35. Johann Casimir an Joachim Friedrich von 13 Heidel- Magdeburg. Auf J. F. Sehr. 20. April. 2 Etliche haben am Fundament des Baus bereits Hand angelegt; auf die gesammte Haud zu warten wäre vergeblich. Hat J. F. Sehr, oder seinen Inhalt niemandem, auch keinem der geheimen Räte mitgeteilt. J. F. könnte das Seinige in einer Biersendung verborgen herausschicken; will J. F. dagegen eine Weinsendung zuschicken. Gefahr auf Verzug. „Es sei wie- vil es wolle, so wirt es got angenem sein . .. desgleichen auch zum bau ein grose beforderung sein, den auch etlich wenig brosamen den armen Lazarum settigen können." Zeitungen; Notwendigkeit die Spanier aus den Niederlanden und damit auch das Misstrauen zumal gegen „unser geistlosen", die vermöge ihres Juraments gegen die bestia zu Rom mit ihnen unter der Decke stecken müssen, abzuschaffen. „Noch müssen wir uf reichs- und andern tagen mit inen berad- schlagen, alles, was solche gesellen wollen, vermög irer pluralia vota geschlossen, also das wir immerzu die protestirenden sein und heissen werden"; vgl. den letzten Visitationstag zu Worms. Marb. Frkr. 1587. I. Cop. 1 Am 17. April schreibt K. Friedrich an Ernst von Mansfeld, seiue Reise nach Deutschland sei trotz der Einladung Sachsens noch ungewiss ; am 26. April an Kf. Christian, er müsse bei dieser gefährlichen Weltlage den Besuch in Dresden aufgeben (Kopenh. D. Prot.). Das Gerücht hatte bereits von Absichten Dänemarks auf die römische Krone gesprochen (Zeitung aus Strassburg 24. März,: der K. rüste stark und wolle sich mit Hilfe der weltlichen Kff. und der anderen ev. Fürsten vor Frankfurt lagern und für einen römischen König erklären lassen, Marb. Frkr. 1587; vgl. eine Zeitung aus Dresden vom 5. April, Ma. 229/13; eine Zeitung aus Köln vom 13. Mai: „man wolle einen romischen kaiser, nemblich des konigs aus Denemarks söhn erwehlen," Wolfenb. Acta pnbl. Julii 244). Vgl. Ehses I. 2,33 A. 2. Ueber frühere Aeusserungen (1586) vgl. Br. J. C. II. 466 A. 1; Hübner, Sixte-Qnint I, 452. 2 Am 24. April schrieb J. F. an Dänemark, man solle ohne Zusammenkunft möglichst rasch sich erklären, Geld aufbringen und auf Truppen und besonders auf die Bestellung eines Generalobersten Bedacht haben; der K. möge Mecklenburg, Pommern, Lüneburg und drei R. Städte erinnern (Kopenh. Frankr. Ref. Or. pr. 14. Mai). Aehnlich J. C. an Dänemark, Heidelb. 14. Mai; am 20. Mai beglaubigt er Putlitz beim K. (ebd. Joh. Casimir, Orr.). 36-37. 1587 29 36. Erzherzog Matthias an Johann Georg von Mai Brandenburg. 25 Juni Wird die ihm jüngst erzeigte hohe Freundschaft und ganz * väterliche Liebe nie vergessen. 1 Kam am 1. hier an und erfuhr, Linz dass der Kaiser seine drei Brüder insgesammt den polnischen Ständen vorschlagen werde 2 sowie dass er selbst zahlreiche Anhänger habe, die ihn ermahnten Brandenburg, Sachsen und Dänemark um Beförderung seiner Wahl sowie um Unterstützung mit Reitern für den Wahltag zu ersuchen. Bittet J. G. um Abfertigung eines Gesandten, etliche Fahnen Reiter und eine Summe Gelds. Sachsen bat sich dessbalb auf J. G. referirt. 8 . . . Schickt Zeitungen, die der Kaiser aus Polen erhielt; glaubt, dass sein Besuch bei Sachsen diesen Discurs verursacht hat. 4 Berlin. R. IX. 8 cd. Eigh. 37. Schomberg an König Heinrich III. Mai 27 Zwei Nachrichten „de noz quartiers." Am 11. Mai a. St. Juni hat „Jsac Wicker", der ständige Kriegszahlmeister J. C, in 6 Braunschweig Geld für 8100 Pferde erlegt, und zwar an Hans Nancy Buch für 2200 Pf., an Friedrich von Werden für 1200, an Johann Clot für 1200, an Baron „de Donau, chef du conseil du duc Johann Casemir et feldmarschal des Allemans du roy de Navarre," für 3500. Das Laufgeld für 2 Reg. Landsknechte soll in Heidelberg gezahlt werden, der Anzug gegen Johannis beginnen. Berbistorf, der einen Teil von Dohna's Pf. werben soll, hat schon seinem Oberstleutnant und zwei Grafen ,,de Mansfeld d'Arrenstein" Geld gegeben; die Hugenotten wollen ihre Leute bei Basel sammeln und auf der dortigen Brücke über den Rhein führen. „Cela se faict ä mon advis pour öviter l'empöchement du passage de la riviere et pour destourner l'orage que le duc Jehan Casimier crainct du coste de V. Mt6, estimant que Ton n'aurra suget de luv courrir sus, puis qu'il ne marche et que l'assemblöe et passage du Rhin 1 Vgl. No. 30. 2 Auf ein Sehr, des K. vom 8./18. Mai wegen Unterstützung dieses Vorschlags antwortete Christian von Sachsen am 24. Mai zusagend [Berlin]. 3 Am 2./12. Juni beglaubigt M. zwei Gesandte bei Brandenburg, mit der Bemerkung : „MeiDe hern brueder haben andere, die inen ver- hilflich sein . . . ich niemands nach gott als die K. W. von Denemark, B. L., beide meine vilgeliebte her väter und des von Saxen L. meines lieben hern brueders" (ebd. eigh.). Sachsen und Brandenburg antworteten jedoch ablehnend (Sachsen an M. 5. Juni; Sachsen und Br. an M. 11. Juni). Dänemark empfahl in einem Sehr, vom 31. Mai den polnischen Ständen die Wahl des M. und ersuchte am 1. Juni Sachsen und Brandenburg ebenfalls diese Wahl zu befördern (Berl. a. a. O.; Pflug XXIII; Copp.). 4 In dieser Zeitung hiess es, Sachsen wolle M., falls dieser gewählt werde, 100000 fl. verehren und den Polen die 80000 fl. schenken, die der verstorbene König seinem Vater schuldig geblieben. 30 1587 37—38. ne se faict dans son pays. Le dict duc Jehan Casemir se promet que par ce stratageme ü se conservera le moyen de se servir de la ligue defensive que les Protestantz out faict entre eulx et pour le renouvellement de laquelle ilz s'assemblent le 9 de ce moys ä Naumburg." 1 — Lothringen ist bereit alles daranzusetzen, aber zu schwach, wenn der K. nicht hilft. Glaubt übrigens, dass sie durch die Franche-Comte einrücken wollen; wenn der K. Truppen bereit halten und Lothringen seine Rüstungen beschleunigen wollte, würde Erzherzog Ferdinand wohl den Pass über die Breisacher Brücke gestatten, „moyenant le quel Ton leur troubleroit et retar- deroit fort leur assemblee vers Basle." 2 Pb. Fonds franij. 3373, f. 34 Or, Mai 38. Pfalzgraf Johann an König Heinrich III. 28 Zwei- Getreu seinem Versprechen, den K. von allen für Frankreich brücken nachteiligen Vorgängen, die ihm zukommen, zu benachrichtigen, schickt er beiliegende Zeitungen. Ersucht den K., recht bald den Frieden wiederherzustellen. Erbietet sich mit seinen Freunden dabei mitzuwirken. Pb. F. fr. 3314, f. 26. Cop. 1 Auf diesen Konvent, der aber erst im Juli stattfand, bezieht sich ein weitschweifiges Sehr. Segurs aus Frankfurt vom 24. Mai, worin er den L. Wilhelm beschwört: „ill ma C. V. praesentiae suae quasi fulgore multorum mendaciorum et calumniarum nubes, quibus ill mi prineipis electoris animum obfuscatum audio . . . discuteret"; er meint: „quis enim ibi tarn impudens, ut se ill mae C. V. auetoritati opponere audeat?" und berührt schliesslich die Tatsache, dass ja Dänemark die Konkor- dienformel ebensowenig unterzeichnet habe wie Navarra; beglaubigt Bongars (Marb. Frkr. 1587, I, Or. pr. Kassel 27. Mai). 2 Ein weiteres Sehr. Seh. an Heinrich III., Saargemünd 3./13. Juni, Pb. f. fr. 3314 f. 67, Or., gedr. bei L'Estoile, III, 315 ff. Unter gleichem Datum schreibt Seh. aus Saargemünd an Brulart über die Notwendigkeit die deutschen Reiter (deren Anrittgeld meist in spanischem Gold „et peu d'escus de soleil" gezahlt worden) durch Lothringen, wo möglich auch durch den Gouverneur der Grafschaft und den Erzh. Ferdinand beunruhigen zu lassen und durch Lothringen den Erzb. von Köln gegen die aus Sedan kommenden Truppen in Bewegung zu bringen; die kgl. Armeen in Poitou und anderwärts dürfen nicht geschwächt, der Kampf an der Ostgrenze nur mit einer „armee volante" geführt werden. „Je crains plus leurs partisans qui ne sont pas ä cheval que ceulx qui y sont. La royne d'Angleterre nous l'a haille bonne, dieu le luy rendra." Am Abend des 3./13. Juni schreibt Seh. aus Zweibrücken, die Reiter würden den 12. Juli am Rhein sein; der Herzog von Zweibrücken habe „les advis qui il a de ceste levee" an Moncassin gelangen lassen; er erwarte hier Leute, die ihm alle Einzelnheiten berichten; J. C. sei in Heidelberg; „il faict semblant qui il n' y touche". Am 13./23. Juni schreibt Seh. aus Toul (ebd. Orr.) — Ueber die Verhandlungen mit den Franzosen notirt J. C. in seinem Kalender zum 5. Mai: „Gitri ankörnen"; zum 8. Mai: „Couvrelles wider ankörnen" [vgl. No. 28]: zum 10. Mai: „ariva le conte de La Marck"; zum 13. und 14. Mai: Verhandlungen mit Clervant; 15. und 16. Verhandlungen in Mannheim mit Segur und Quitry; 18: in Heidelberg „Bouillon wegzogen"; 31: „Segurio bei mir gewesen"; 5. Juni: „mit Segurio discourirt". 39. 1587 31 39- Pfalzgraf Georg Hans an König Heinrich III. 1 Mai 29 (Mitteilungen über vormalige Umtriebe J. C. und Beutterichs mit den Guisen und über die bevorstehende Invasion. Lützel- stein Schickt Abschrift von Briefen, „dont j'ay faict retirer les copies, et Ies originaulx sont encors en mains de celuy qui m'a faict copier ceulx-ci, comme le maistre du Beutrich au mesme temps a traicte" avec ceulx que sgav^s, combien qu' il traictoit au mesme temps et estoit desjä convenu avec le prince de Conde en Allemagne et ä Nimes. 2 . . . Maintenant si ceulx qui sont nommes dans les letres rentrassent avec les premiers offres, lesquelles estoint fort grandes et avantagieuses avec le maistre susdict et pour son armee, non seulement V. Mte\ sera mis en extremite, mais aussy tous les siens, qui desirent nostre salut." Erhält Navarra Kenntniss von jenen Doppelverhandlungen, so hat er Anlass genug, der Hülfe von dorther zu misstrauen. „Et si V. Mte. trouve bon, je trouveray bien moyen qu'il soit adverti, et coutinueray ä l'endroit de V. Mte. et ne prendray les parties aux mains qu'on me offre, si je voye que V. Mte. s'assure de moy et prenue en bonne part ma fidelite et en face resolution et m'en rendre responce sur ce qu'avons propose par le sieur de Praillon. 3 Et affin que V. Mte. entende mieulx les copies des letres, je vous escrivef!] icy le dessain, comme celuy mesme, qui a este au manie- ment des affaires, m'a recompte\ C'estoit que la farce se debvoit ainssy jouer. Que le duc Casimir debvoit aller au securs du prince de Conde\ et que l'aultre partie debvoit, quand on commenceroit ä traicter la paix, accorder ä la paix et bien faire asseurer par vos majestes le foict de la religion: et la paix estant faicte, et que le duc Casimir se retireroit avec ses forces jusques en l'AHe- maigne, et que ccpendant la partie que V. Mte\ scait, debvoit 1 Schon am 8. April hatte G. H. dem K. hochwichtige Eröffnungen in Aussicht gestellt (Pb. a. a. 0. f. 24, Or.; gedr. Prinsterer II. 1, 46 f.) Ein kurzes Conc. s. d. betreffs der Briefe Beutterichs Mb. 130/4 f. 48. Vgl. La Hug. II, 407 A. 2. 2 Vgl. über diese mit „La Chouette" unterzeichneten Briefe Beutterichs an Malleroy, die ich nach den Copp. Pb. f. fr. 3902 in Band I. No. 196 ff. veröffentlicht habe, ebd. 196 A. 2; hiezu Kervyn de Lette nhove, Les Huguenots et les Gueux IV. (Brügge 1884), 363; VI. (Brügge 1885), 135 f.; Relations politiques des Pays-Bas et de l'Angleterre X. (Brüssel 1891), 182 A. 2; über Beutterichs (hier nicht berührte) Verhandlungen mit Spanien 1581 Piot, Corresp. de Granvell VIII. (Brüssel 1890), 620 f. 3 Am 12. Juni antwortet G. H. auf ein durch den Bericht Praillon's veranlasstes Sehr, des K.; bedauert, „que V. Mte se veult nullement fier ä moy", versichert, er und sein Sohn würden von der Gegenpartei umworben, „comme encors hier par le moien de la royne d' Angleterre" ; trotzdem habe er bis zu dieser Stunde seine Gesinnung nicht geändert; dringt auf Bezahlung der ihm geschuldeten Bückstände und auf Verwertung seiner Erfindungen; stellt seine sämmtlichen Söhne dem K. zur Verfügung,u. s. w. (Pb. a. a. 0. Or.; Mb. 130/4 Conc. 9. Juni). Ein Sehr, an Epernon 9. Juni, dessen Befürwortung beim K. er erbittet Mb. 130/4, Conc. 32 1587 39—40. comuieacer un [!] nouelle emotion et guerre contre V. Mte. pour le bien publique, comme pour une chose temporelle. Et que desin- continent le duc Casimir debvoit revenir avec sa armee en France au secours de ceste partie. Et les conditions estoint, que le duc Casimir en auroit Dol, Metz et Verdun des aultres pieces, et que la partie qu'il vouloit avancer promirent de maintenir le religion fried, c'est ä dire de parmettre [!] la religion libre. Et affin que V. Mte. soit entierement asseure de cela, estant delibere d'ascbever le dessain qu'avons envoye par le sieur de Praillon ä V. Mte., je trouveray rnoyen, renvoyant le sieur de Praillon, qu'il parlera ä l'homme mesme qni a negocie cela, et qu'il monstra les letres originaulx. V. Mte. voit par cela, comme je me mette en danger et de ma personne et de mes biens, pour le salut de V. Mte., voiant tous deux parties m'approcher de leurs armees, si V. Mte. ne tient les affaires secretz envers tous les deux parties." Casimirs Armee sammelt sich; über einen Nachzug wird mit dem Obersten Stein und einem Pommern „Suerin" verhandelt. Es sollen 12000 Pferde, „revenant ä neuf mille combatans," 13000 Schweizer und 6000 Landsknechte sein. „Et l'armee francoise qui se doibt joindre de Sedan et Basle oultre pour faire le passaige premier, s'aydera de trente ou quarante mille hommes qu'il a choisy de ses soubjects et celles [!] du duc de Deus-Pont et aultres ses allies. Jlz doibvent passer le Rhein le mois qui vient." Hofft auf den Schutz des K., um nicht zertreten zu werden, wie zur Zeit Aumale's. Gegen den von Casimir geplanten Nachzug empfiehlt er das bereits durch Praillon mitgeteilte Projekt, „affin que la fleur des gens et chevaulx ne soient choisis des aultres; et est grande apparance, puis que le duc Casimir se n'a pas volu servir ny mettre en son arme un seul qui estoit avance et propose par le roy de Navarre et ses am- bassadeurs, qu'il en esperede rentrer et s'accommoder des premiers dessains. Les Navarrois commencent eulx mesmes ä doubter, puis qu'il a refuse plusieurs entreprises, par lesquelles on debvoit attac- quer la Lorraine et espairgner la France." Hat sich entschlossen Lützelstein und andere Plätze zu besetzen, nachdem er durch seine Freunde von einem mit Casimir vereinbarten Memorial Gitry's Kenntniss erhalten hat, worin geplant wird, da er sich ihrer Partei nicht anschliessen wollte, Lützelstein, Pfalzburg, Saarburg und Finstingen zu überrumpeln „par un qui V. Mte\ cognoist bien", und diesen als „arrier guarde" mit 6000 Knechten und 500 Pferden an der Grenze stehen zu lassen „pour teuir en alleine les voisins". Pb. P. fr. 3314 f. 29. Or. Mai 40. Johann von Trier an Landgraf Ludwig. 29 Juni Ein Prozess über einen Zehnten des Hospitals zu Cues im 8 Veldenzischen, den Georg Hans seit Jahren dem Hospital entzogen Wittlich hat, wurde nach der R. Ordnung bei den kais. Commissarien auf Mainz ausgebracht. Ein Kommissar Hess etliche Zeugen aus den im Veldenzischen gelegenen Dörfern des Amts Berncastel, denen G. H. verbot, den Zitationen Folge zu leisten, vermöge der am 40—42. 1587 33 mainzischen Hofgericht auf Trier ausgebrachten subsidiales durch Trier aufheben, zum Verhör bringen und wieder heimziehen. Teilt ein Sehr. G. H. an den Kommissar mit 1 ; hat mit keiner Liga ausser der kurf. Verbrüderung zu tun; einen Pfaffen lässt er sich gern nennen, da dieser Name seinem Beruf entspricht. Marb. Pfalz. Cop. 41. Pfalzgraf Georg Hans an Segur. Juni 3 Sein Rat Weier hat ihn von S. Aufrichtigkeit und Einsicht Lützel- überzeugt, wie Dietrich von Schonberg, ein treuer Diener Navarras, stein S. nebst anderen für Religion und Politik wichtigen Dingen mitteilen wird. Man wird durch Erfahrung erkennen, „quelle difference est entre les princes pour les humeurs de leur valeur, prödomie [!] providence, vigilence et experience d'iceulx." Unwürdige Zurückweisung seines Sohnes, den Navarra zu verwenden wünschte. Schlechte Aussichten für die Armee durch schlechte Führung und unausrottbare Zwietracht. Hat bisher „des grandes parties" ausgeschlagen, aber niemand kann es ihm und seinem Sohne verübeln, wenn sie über solche unwürdige Behandlung „un peu degouste" sind. „Voilä le troisiesme tour qu'on nous a joue de la part des egglises." . . . Bittet S. dafür zu sorgen, dass nicht, wie es heisst, sein Gebiet durch Quitry okkupirt und Truppen Bouillons bei Remingsperg, Lauterecken u. s. w. einquartiert werden. Pb. Vc. Colbert 402 f. 94. Or. 42. Johann Casimir an Wolfgang von Mainz. Juni 7 Auf M. Sehr. (31. Mai/10. Juni) wegen des navarrischen Volks. Heidel- Hat den Gesandten Navarras hieher beschieden, der ihm den Ver- berg lauf der Dinge seit der Empörung des Jahres 85 und den friedensstörenden Schritten des Papstes und der Liga auseinandersetzte und auch an die vergebliche Legation der Fürsten A. C. an den K. von Frankreich erinnerte. Navarra ist in der Tat durch die Liga zur Notwehr gezwungen. Bedauert den Verfall der Niederlande und Frankreichs, der Deutschland dem voraussichtlichem Einbruch der Türken gegenüber allein lässt. Da aber der Kaiser ton Navarra verständigt und er durch den Gesandten gebührlich um den Pass ersucht worden ist, handelt es sich um möglichste 1 Das Sehr., Lützelstein 10. Mai, protestirt gegen den Landfriedensbruch der „pfaffenliga", den er Mainz und Trier nicht ungestraft hingehen lassen wird; der Kommissar solle nur zusehen „an prineipibus longas esse manus und ob dich die pfaffen schützen werden können. Sie gehen mit ungluck schwanger; die geburt soll sie teur gnug ankommen" (ebd. Cop.). Bezold, Briefe des Pfalzgrafeu Johann Casimir. III. 34 1587 44-14. Beschleunigung des Durchzugs. Will deswegen die Seinigen mit M. Leuten zusammenordnen und selbst vom Kriegsvolk Kaution fordern lassen 1 . Düsseldorf, Chur-Cöln. Kriegsakteii 23 cd. f. 75. Cop. Juni 4r3. Graf Adolf von Neucnar an Johann Casimir. 13 Haag Beil. ein Sehr. Mentzing's. Wirkliche Hülfe und erfahrene Kriegsräte aus Deutschland für diese dem Untergang nahen Provinzen notwendig. J. C. soll es dahin richten, dass das deutsche Kriegsvolk Navarras mit dem niederländischen durch diese Lande, Lüttich und Flandern nach der Pikardie zieht, „daselbsten sie doch vermutlich sollen gebraucht werden"; seine Herrn Prinzipale würden gern für die Verproviantirung sorgen. Bittet um eilige Antwort nach BremeD. 2 Düsseid., Kurköln. Kriegasktcn 23 cd. Or. (pr. 12. Juli). Juni 44. Johann Casimir an L a n d g r a f W i 1 h e 1 in. 15 Heidel- Bittet bei Sachsen auf dem Konvent dahin zu wirken, dass Der & seiner Gemahlin (beil. ihre Heiratsverschreibung und Verzicht) ihr Anteil an der mütterlichen Verlassenschaft verabfolgt werde." Wünscht, Gott möge die Herren dort mit seinem guten Geist regieren. Mainz hat sich wegen der Beförderung des Kriegsvolks 1 Mainz erklärte am 10./20. nichts von der Liga zu wissen und die Seinigen wegen des Durchzugs nach Oppenheim schicken zu wollen. Nach einem Sehr, von Mainz an Köln vom 5./15. Juli waren damals Abgesandte von Mainz, Trier und Pfalz zu Frankfurt, um vom Kriegsvolk Kaution zu fordern (ebd.). Zane schreibt am 4./14. Juli aus Prag an den Dogen, ein Gesandter von Mainz, der J. C. abmahnen sollte, sei von diesem mit dem navarrischen Gesandten ins Gespräch gebracht worden, „il quäl essagerö molto la bolla del pontefice" u. s. w.; J. C. habe Mainz vorgeschlagen, die Katholischen sollten sich mit den andern vereinigen oder wenigstens eine feierliche Friedensgesandtschaft nach Frankreich schicken. Ein Sehr, aus Speier spreche von J. C. Absicht auf Gebietserwerbungen in Frankreich (Wien, Disp. Ven.). 2 Vgl. oben No. 17. Am 19. Mai beglaubigen die Generalstaaten bei K. Friedrich von Dänemark ihre Gesandten Floris von Brederode, Dr. Lenard Kasenbrot, Reinhard Cant und Dr. Johann von dem Wercfce (Kopenh. Holland A, Or.; ebd. Begleitschr. von Moritz und Thomas Wilkes, Haag 30. Mai, von Moritz, Gorichum 1. Juni, sowie ein Sehr, des Gesandten Buckhurst im Haag, 31. Mai). — J. U. Antwort an N., Heidelberg 13. Juli (Düsseid. Conc), erklärt, es stehe nicht in seiner Macht Navarra und die Hugenotten an dem jetzt eingeleiteten Zug „hinderstendig zu machen" er habe jedoch dem Minsinger mündlich andere sowohl für Navarra als für die Niederlande nützliche Vorschläge gemacht. Am 14. Juli befiehlt J. C. Auszahlung von 30 fl. „Joanni Minsinger, der uns iderzeit aus Niderland von den furlaufenden hand- lungen bericht zuschicken soll." Im Kalender J. C. zum 13. Juli: „mit dem Minsinger discourirt." 3 Vgl. No. 19. 44—45. 1587 35 heimlich erbötig erklärt, 1 dagegen ist man im schwäbischen Kreis „gar kriegerisch und martialisch". Ernst Friedrich von Baden hat 3 Fähnlein und etliche Reiter aufgebracht, Würtemberg als Kreisoberst Reiter werben und seine Lehensleute aufmahnen lassen. Man will offenbar die navarrische Werbung hindern „und vielleicht auch de facto eins uberzwerch darein schlagen", auf Anhetzung von W. bekannten Orten und von Seiten der Ubiquitisten. W. soll Würtemberg abmahnen. 2 [Zettel] Kais. Mandate an die evangel. Kapitularen und angeblich auch wegen des navarrischen Volkes. Wenn dies die praeparatoria für den R. Tag sind, kann man erachten, wie der Abschied ausfallen wird. Auf dem Konvent anzuregen. .. . Die Konfession der französischen Kirchen zur Unterweisung des Kriegsvolks wird aufgelegt. Marb. Frkr. 1587. I. Or. 45. Schomberg an Brulart Juni 19 Suchte heute Lothringen von der beabsichtigten weiteren ^9 Werbung von 4000 Reitern abzubringen, da dies, nach der Ankunft Nancy Maynes hier beschlossen, beim K. Verdacht erregen könnte, zumal bei der „detention des places de Picardie" durch Lothringens Verwandte gegen den Willen des K. Der Herzog erklärte, er wolle lieber tot sein als etwas tun, „qui peult alterer la bonne volonte du roy en son endroict"; seine Truppen ständen ganz dem K. zur Verfügung; ... er sei entschlossen, „si le duc Jehan Casimir ou aultre de ses pareils luy mange ung oeuf, qu' il luy ira manger ung boeuf." . . . Auch Mayne scheint nach der Huld des K. zu begehren. „II fault necessairement (si l'on veult conserver l'estat et le roy en son autorite) empecher que la defiance de la bonne gräce de S. Mte. ne fasse dresser une seconde armee en France." J. C. hat den Deputirten der rheinischen Fürsten erklärt, ,,qu' il n' ira pas avecques ceste armee." Die Navarrischen suchen „le prince de la Petite Pierre" dafür zu gewinnen, „parce qu 1 il est 1 Vgl. S. 34 A. 1. 2 Ludwig von Würtemberg schreibt am ß. Juni an den Kaiser über den Anzug der navarrischen Truppen und die Absicht der Liga sie auf deutschem Boden anzugreifen und Dicht nur der Kurpfalz, sondern allen nicht päpstlichen Ständen den Garaus zu machen; eine Nachschrift vom 7. teilt mit, er habe wegen der Sammlung der Truppen in der Pfalz auf Ersuchen der M. Ernst Friedrich und Jakob von Baden als Kreis- obrister J. C. erinnert, etliche Fähnlein werben lassen und die Kriegsräte nach Stuttgart entboten. J. C. antwortete auf das Erinnerungsschr. Ludwigs vom 7. Juni am 10. ähnlich wie an Mainz : er habe mit diesem Werk für seine Person nicht mehr als andere Evangelische zu schaffen; Dotmas Beteiligung' könne er nicht in Abrede stellen. Eine zweite Erinnerung Ls vom 10. Juni erklärte J. C- für überflüssig und unfreundlich (ebd.). Am 19. Juni berichten die Amtsleute zu Bretten an J. C. über spanische von Würtemberg begünstigte Werbungen (Mb. 114/3 1 ). L. W. sucht in einem Sehr, vom 23. Juni Würtembergs „panicum timorem" vor diesem Zug zu bekämpfen; gegenüber dem Zuzug für die Liga vor 2 Jahren sei man ganz still gewesen u. s. w. (Marb. a. a. O.). 3* 36 1587 45—47 beaupere du duc de Wirtenberg, affin de luy tirer quelque plumme par ce moyen." Der Mangel an Lebensmitteln auf dem flachen Lande in Deutschland „nous fera guaigner douze on quinze jours", aber die Furcht die Truppen an der Grenze zu treffen, treibt sie zur Eile. Pb. f. fr. 3373 f. 32. Eigh. Juni 46. König Heinrich III. an Pfalzgraf Johann. 21 Juli J. am 28. Mai gesandte Nachrichten über die Werbungen für 1 Navarra nur zu sehr bestätigt. Das Scheitern der Friedenshandlung, Meaux für die die Königinwittwe sich 8 Monate lang bemühte, nicht seine Schuld; wird gegen Navarras feindliche Absiehten alles daransetzen. Dankt für J. guten Willen. Die Friedensbedingungen Navarras waren ganz unmöglich. 1 Marb. Frkr. 1587. I. f. 1G9. Cop. Juni 25 Lützel- stein 47. Pfalzgraf Georg Hans an Segur. Vorgestern kam sein Sohn Georg Gustav aus Heidelberg 2 und berichtete, J. C, habe ihm gesagt, „qu ! il ne le debvoit imputer que ä moy son pere qu' il ne le pouvoit faire chef de ceste armee, ä cause qu' il ne pouvoit avoir asseurance de moy". Schickt Cop. der Mitteilungen Buy's. 3 Hat gegen Quitry erklärt, er könne seine 1 Am 9. Juli erbot sich J. noch einmal zur Vermittlung bei Navarra, der beim K. ungerecht verdächtigt worden sei (Mb. 114/3 Cop. deutsch"».— Der K. ersuchte am 26. Juni/6. Juli die deutschen Fürsten um Zulassung von Werbung und Durchzug für seine durch „Chombert", den Rheingrafen, Bassompierre und Mandelsloe aufzubringenden Reiter (an L. Wilhelm, Mb. a. a. 0.; an Mainz, Düss. köln. Kriegsakten). Er erhielt eine Reihe von abschlägigen Antworten (von Trier 7./17. Juli, Pb. F. fr. 3314; von Pf. Johann 9. Juli, Mb. a. a. 0.; von Kursachsen, 26. Juli, Dresden 8086; vgl. Magdeburg an Kursachsen, 31. Juli, ebd. 9304). - Georg Gustav war am 13. Juni mit seiner Gemahlin nach Heidelberg gekommen und reiste am 26. wieder ab; am 15. war Dr. Dietrich Weyer im Auftrag des Pf. Georg Hans bei J. C. (J. C. Kalender). 3 Mb. das eigh. Sehr. Buhy's an Malleroy (memoire de ce que j'escritz ä mon cousin de Malleroy pour faire entendre ä monseigr le der George Jhan". s. d.). J. C. erwiderte auf seine Mitteilung, die K. wünsche, falls J. C. nicht selbst zu Feld ziehe, den Sohn G. H. als Führer, er sei damit zufrieden, wenn G. H. ihn versichern würde, nichts gegen die Pfalz zu unternehmen ; er könne nicht jemandem ein Kommando einräumen, der „quelque desseing ou action contre luy et son nepveu" habe. — Am 29. Juni schrieb G. H. an J. C. „irem prauch und gewohnten stylo nach vast anzuglich, betreulich und verwirrt durch einander" (J.C. an Pf. Johann, 19. Juli, Mb. 327/20). Am 7. Juli klagt G. H. gegen S., seit der Sendung von S. Sehr, an J. C. seien 6, seit Sendung seiner eigenen Resolution nach Heidelberg 8 oder 9 Tage verflossen; Schonberg habe ihm Anerbietucgen gemacht; ob er zur Musterung nach Strassburg kommen soll? (Mb. 131/4). — Vgl. II; 345, 380, 390 A. 1; 396, 405 A. 1 und 2; 406, 428, 447 A. 1; III. 41; La Hug. II, 403, 406 f; Eph. S. 511. — Am 29. Juni kam G. H. nach Strassburg, wo er die Dreizehn anzusprechen begehrte (Strassb. Ratsprot. der XXI.). Juni 28 47—49. 1587 37 Erbansprüche nicht aufgeben, sei aber bereit, eine von S., Quitry u. a. gutbefundene Versicherung zu geben während dieses Zugs nichts unternehmen zu wollen. "Wegen des Prozesses erbietet er sich „aux compromis des princes, comtes et gentilz hommes, des Eglises et du roy de Navarre mesme, des universites imperieaux." . . Hat niemals die Teilnahme seines Sohnes am Zug verweigert, die für den Fall, dass J. C- nicht selbst ins Feld ziehe, von Navarra und England gewünscht und von J. C. seinem Sohn gegenüber angeregt wurde. Mb. 130 4. Cop. 48. Schomberg an Pf alzgraf Johann. Hörte durch Moncassin von Bouillon's Ankunft in Zweibrücken J uli und erwartet Nachricht von J. Der K. glaubt nicht, dass die ^ Truppen aus Sedan und Jametz nach Deutschland gezogen sind Nancy ,,pour ob6ir ä sa volonte". 1 Verzeichniss der schweren Reiterei, die der K. gegen die Fremden sammelt. Der K. verstärkt Joyeuse (der 2 Regimenter Navarra's geschlagen hat) derart, dass eine Vereinigung der Hugenotten von Poitou aus mit den Fremden kaum gelingen wird. ... Der K. entschliesst sieh die Invasion „per incommoditeY' zu bekämpfen. Guise kam nach Meaux zürn K. Epernon will Lothringen 1000 Pferde zuführen. Es ist nicht der rechte Weg zur Beruhigung des Königreichs 30 000 Fremde einrücken zu lassen. • Mb. 114 31. f. 164. Cop. 49. Der Kaiser an Erzherzog Ferdinand. (Notwendigkeit eines R.Tags. Erklärungen von Sachsen und Brandenburg.) Juni 30 Der Wormser Deputationstag hat die vom Augsburger Reichs- tag übrig gebliebenen Artikel fast alle unerledigt gelassen. Gefähr- "?„' liehe Praktiken im Reich, Trennung der Stände durch ausländische . Potentaten; die Reichs- und Grenzhülfe läuft dies Jahr zu Ende rag und es fällt schon jetzt beinahe nichts mehr davon; er könnte davon nicht einmal die türkische Verehrung und den Anteil des Erzherzogs Karl bestreiten. Dies Alles macht es nötig, auf einen R. Tag zu denken. 2 Mainz hat jedoch denselben widerraten, falls nicht zuvor etliche merkliche obstacula weggeräumt würden: dass 1 Seh. schrieb am 18./28. Juni dem K., J. habe eine Erklärung Bouillon's mitgeteilt, wonach dieser dem K. zu Gefallen die französischen Flüchtlinge aus seinen Plätzen entfernt habe; an Lothringen habe B. geschrieben, er gehe nach Deutschland aus Gründen, über die er den K. benachrichtigt habe (Pb. f. Fr. 3373, Or.). — J. C. notirt in seinem Kalender zum 22. Juni; „Receu bonnes noueles de Msr. de Boullon tnuchant son passage"; zum 25.: Ankunft von Pf. Johann und Bouillon; 27.: Ankunft des Grafen von der Marck; 29.: Abreise des Pf. Johann und Abschied der beiden Brüder von Bouillon, die am 30. abreisten, an dem auch Dohna mit seinem Krieesvolk abzog. Vgl. La Hug. II, 397 f. 2 Vgl. Ar et in, Gesch. des Kf. Maximilian [18421 I, 413 ff; Stieve IV, 139 ff; 164 f; Br. J. C. II. 428, 491 f; 501, 504; Ehses, N. B. I. 2, 308 A. 2. 38 1587 49. Juni nämlich die Städte und geringeren Stände sich wie zu Augsburg, 30 von den höheren Ständen absonderten und gemeinem Reichsbeschluss Juli widersetzten; dass man (wie zu Worms) anfange, wider maiora 1° vota zu protestiren; dass man eines Teils vor und bei den Zusammenkünften besondere conventicula halte und besondere Vorträge und Propositionen (wie zu Worms) tue „und sich, was man wider die Catholischen votiern wolte, vergliche, danebens auch allerlei Privatsachen mit einmischte, damit die stend getrennet und die gemaine beratschlagungen verhindert und verwirret wurden. Zum vierten, dass sich die confessionsverwandten lauter verneinen Hessen, als solte der geistlich vorbehält im religionfrieden noch ain unbe- willigter und unerledigter articl sein, und wann es wider zu aim reichstag kommen solte, so müeste man denselben cassiren und die freistellung willigen oder es müest brechen. Sonsten wolten si auch kain haller oder pfennig contribuiren". Würden diese Neuerungen nicht vor der Reichsversammluug abgestellt, so würde der Consens bei den geistlichen Kff. schwerlich zu erlangen und ihr sammt anderer Katholischen Erscheinen nicht ratsam oder doch vergeblich sein; man könnte leicht mit grösserem Unwillen von einander ziehen und nachmals eine andere Versammlung der Stände äusserst schwer fallen. Da nun eine völlige Abstellung nicht wohl möglich, hat er Sachsen und Brandenburg durch eine besondere Legation um ihr Gutachten und Erklärung ersucht, was er sich bei ihnen zu getrosten haben möchte. Er erwartete mindestens eine Missbilligung der angedeuteten Ungebühr. Da aber die Erklärung der Kff. etwas ungleich und (namentlich bei Brandenburg) so ausgefallen ist, dass jene Punkte mehr gebilligt als gescholten, die Schuld auf die Katholischen geschoben und dagegen die Kölner, Augsburger und Strassburger Händel als Gravamina angezogen, deren Abstellung sowie die Abschaffung des fremden Kriegsvolks im Reich und der Ungleichheiten am K. Gericht zur Vorbedingung eines neuen Reichstags gemacht werden, 1 so will er vor Allem die Katholischen hier- 1 Hierüber berichtet Zane aus Prag 28. März/7. April, gestern seien Graf Fürstenberg und Kurz nach Sachsen und Brandenburg abgereist, um wegen eines R. Tags zu sondieren, eine Zusammenkunft der Kff. mit dem Kaiser wegen der römischen und polnischen Königswahl anzuregen und zu versichern, der Kaiser habe gegen die Einlagerung der Spanier in Westfalen seine ganze Autorität aufgeboten; am 18./28. April: der Kaiser lege kein grosses Gewicht auf das persönliche Erscheinen aller Kff. beim R. Tag; am 9./19. Mai: die Kff. seien gegen Berufung eines R. Tags vor Abstellung der Unordnungen im Reich ; namentlich Brandenburg habe Entschädigung für Gebhard Truchsess, Beilegung der augsburgischen und der aachischen Streitsache und des Strassburger Handels, Vertreibung der fremden Truppen u. a. verlangt. Man habe vorhergesehen, dass die Kff. ihr persönliches Erscheinen, nicht aber, dass sie auch, die Sendung von Deputirten abschlagen würden. Er fügt bei: „da buon tempo a questa parte l'imperatore communica col re cattolico tutti li anda- menti delle cose di qua et si regge col suo parere, perö, sicome mandö giä a dargli parte del negotiato da lui con li elettori ecclesiastici cosi l'a fatto hora con li secolari"; wenn die Heirat mit der Infantin zu Stande kommt, bedarf es vorher keines R. Tags (Wien, disp. Ven.). 49—51. 1587 39 über hören und bittet F. um sein Gutachten. Auf einer Seite ist der Ungehorsam und die Neuerungen der Unruhigen, auf der andern die unumgängliche Not und Türkengefahr, allenthalben aber der Verzug höchst gefährlich. Ist ratlos. 1 Wh. Iteichssaclien 1580—94. Or. 50. Johann Casimir an Segur. Juni 30 Hört, dass Monglas noch in Strassburg ist. Schlägt, da Navarra nicht zeitig genug über das Kommando Bestimmung treffen kann, ^' ^ * „en attendant que le roy de Navarre y ait pourveu ä la dite ca- pitulation" und ohne Präjudiz für diese, Bouillon zum Befehlshaber der französischen Truppen vor, mit Ausnahme Chastillon's und derjenigen, „qui sont obligez avec luy aux estrangers". 2 Pb. Vo Colbert 402 f. 104. Or. 51. Johann Casimir an S 6 g u r. ^"^ (Die Verwüstungen um Strassburg und der Anmarsch der Truppen. jj e jj e i. Beansprucht die Entscheidung über das Kommando der Deutschen; ^ Pfalzgraf Georg Gustav unmöglich. Ein französischer Führer von Geblüt aufzustellen.) „Monsieur de Segur! J'ay receu vos lettres et sur le reglement que desirez estre fait de bonne heure, je vous diray que le s r baron de Dhonau est parti et que tout s'advance du coste de decä, estant raisonnable que cela se face en conseil et par commun advis de tous ceux quiy ontinterest; aussi bien l'exercice de telles charges ne se peut faire en ces lieux-lä, oü il faut payer ou prier et non Commander." Beklagt die Verwüstungen um Strassburg, 3 die sich 1 In seiner Antwort vom 28. Juli/7. August rät der Erzh. den R Tag zu verschieben und vorläufig den Papst, Spanien und die italienischen Fürsten um Geldhülfe anzugehen; wolle der K. den R. Tag trotzdem einberufen, bo soll er vor allem sich der Zustimmung der geistlichen Kff. versichern und bei ihnen wie bei den weltlichen die Beschränkung der Verhandlungen auf die Gegenstände der Proposition durchsetzen; im Notfall könnte man sich gegen die Konfessionisten erbieten die Freistellung oder andere Punkte nach dem R. Tag am Kaiserhof durch Vertreter beider Religionen traktiren zu lassen (Wien, R. Sachen Conc). Ueber ein Gutachten Ludwigs von Würtemberg für Erzh. Ferdinand den R. Tag betreffend vom 13. Sept. (Innsbr. Or.) vgl. Hirn II, 149. Nach einem Bericht Ancel's an K. Heinrich III. aus Prag vom 4./14. Juli (Pb. f. Fr. 3393 f. 40, Or.) war Erstenberger von einer Sendung an die geistlichen Kff. zurückgekehrt, die wie es scheint wegen des R. Tags auch Schwierigkeiten machten. 2 Die irrige Darstellung bei La Hug. IL, 410 und III, 29 schon vom Herausgeber nach obigem Sehr, berichtigt. Ebd. 406 A. 1 das Sehr. J. C. an Navarra vom 1. Juli zu Gunsten Bouillon's angeführt; J. C. bittet „l'honorer autant que vous pourrez de charges dignes de luy" und bezieht sich darauf, dass B's. Vater den Kf. Friedrich und nachmals ihn zum Vormund seiner Kinder erwählt habe, vgl. I. 268. Vgl. La Hug. II. 409 A. 3 und über die Stellung B's zu Guise und Heinrich III. sowie seine Beziehungen zu Georg Hans, ebd. 396 A. 1,2; 408 A. 3; 409 A. 1; über sein Verhältniss zu Navarra seit 1. Dez. 1586, A n q u e z S: 17. 3 Vgl. R Reuss, 2 Lieder über den Diebskrieg (Strassb. 1874), S.21 ff; Schmidt, Dohna S.75 f; Meister, Kapitelstreit S. 242 ff; Tueteyl,55f. 40 1587 51. Juli sehr wohl hätten vermeiden lassen; verweist auf die Depeschen 2 Dohnas hierüber, eine an den sr du Menillet 1 in Lautern adressirt, die zweite durch den Kammerdiener des Grafen de la Marck, der seine Pflicht versäumt hat, und die dritte durch Wicker. S. soll die Führer der Truppen anweisen sich künftig nach diesen Depeschen zu richten und ausserdem die Verstärkung durch die von allen Seiten auf Strassburg ziehenden Landsknechte abzuwarten. S. muss den Rat der Stadt im Namen Navarras bitten, wie auch er es tut, sie.mit Lebensmitteln zu versehen. Die Regengüsse und schlechten Wege haben den Anmarsch verzögert. Schon lange keine Nachricht von Clervant und Chastillon, ,,qu' il [Clervant] est allö haster"; S. soll beide zur grössten Eile antreiben. „Post datum. Depuis ma lettre escrite j'ay veu les copies que m' avez envoye' touchant le fait dont m' escrivez. Sur quoy je vous remonstreray en bref que je ne veux point mesler mes affaires particulieres parmi les publiques, pour le bien desquelles et du service du roy de Navarre je say ce que je suis tenu faire et ce qui se peut faire pour le mieux, en cela vous priant de ne vous mettre en peine de ce qui dopend de moy, que je feray au plus pres de mes promesses que je pourray, comme je vous prie de pourvoir de vostre part ä tout ce que devez, suivant que de long tems je vous en ay aduerti. Vous ne cognoissez pas ni 1' affaire ny les personnes et suffisances mieux que moy. On dit merveilles pour avoir ce qu' on desire, et puis on fait ce qu' on veut. Je suis esbahi que vous estes tant soucieux de cela et que vous ne considerez bien particulierement le passe pour mieux juger de ce que devez espörer a 1' advenir. Et quand il n' y auroit autres choses ä dire, je say resolument que les collonnels des reitres et lansquenets ne le permettront jamais." En vous amüsant ä cela vous laissez beaucoup de choses plus importantes et ne regardez pas, en quelle difficulte le service du roy vostre maistre peut tomber, et 1' apparente ruine qui en peut survenir, vous 'declarant librement quand ä moy, que en con- tinuant ä vous mesler ainsi de ce qui depend de 1' affection, con- sideration et raisons que j' ay en faisant ce que j' ay promis, vous me donnez grande occasion de mescontentement et me forcez pres- ques de laisser tout lä. Je vous prie, prenez garde a pourvoir d' un chef francois du sang et me laissez faire du chef allemand selon la cognoissance et experience que j'en dois avoir plus grande qu' un autre. En 1' une des copies que m' avez envoye, il est fait mention de la volonte' de la roine d' Angleterre incline ä ce que desirez, et je say tout autrement par lettres qui eile m' a envoye freschement expres pour persuader le duc Otto de Lucenbourg, que j'ay recerche et d'autres tant que j'ay peu, et je say ce que Palavicinp m' en a dit et en a protestö en plein conseil en ceste ville, en presence de trois de mes conseillers et le s r de Sarrasin y assistant de vostre part, que S- Mt6 ne vouloit point que ce fust 1 Vgl. La Hug. II. 398, 409; Eph. S. 1, 3; Reuss S. 31. * Es handelt sich um den Vorschlag das Kommando dem Pf. Georg Gustav zu übertragen; vgl. No. 47. 51. 1587 41 un jeune prince ni snrtout celuy dont m'escrivez. 1 Somme, j'ay J ,l1i tant de raisons contraires que je vous prie en un raot de ne m'en 2 parier plus, si vous ne voulez tout gaster; et pour me donner et croistre le courage de faire ce que je doy le mieux que je pourray, faites de vostre coste ce que pourrez pour un chef fran^ois du sang et pour les forces francoises que vous devez fournir sous la con- duitte de mon cousin mons r de Chastillon et de mons r de Mouy. J 'escris ceci ä vous seul pour ne le communiquer ä personne du monde et laisser cest affaire-lä ainsi qu'il est." Schickt Auszug aus Sehr. Moncassin's vom 7. Juli; glaubt nicht an die Niederlage Navarras und an die grosse Streitmacht des K. „Et par un autre memoire verrez les changemens advenus depuis le passage de mon cousin mons r de Bouillon, qui vous doit esmouvoir ä regarder plustost au contentement d' une armöe pour s' en bien servir en telles urgenees que d 1 un homme, quel qu' il soit." 2 . . . Pb. Vß Colbert 402 f. 114. Or. 1 Uebpr Otto von Lüneburg, vgl. II. 387; 390 A. 1; La Hug. II, 394; 408; Eph. S. 55, 511. J. C. sagt in seiner Instruktion vom 20. Juli für die an die deutschen Obersten abgeordneten Eäte Putlitz und Hütten : Navarras Hülfsgesuch und die Kontribution Englands seien unter der Voraussetzung geschehen, dass er selbst ins Feld ziehen oder einen Stellvertreter verordnen solle; da er nun der Administration der Kur wegen nicht abkommen konnte und es ihm von vielen Blutsfreunden aus stattlichen Ursachen wiederraten wurde, habe er Otto von Braunschweig- Lüneburg schriftlich und durch Schickung fleissig ersucht, sieb zu einem Feldobersten gehrauchen zu lassen, auch die Zustimmung der K. von England, „deren bestelter S. L. seie", zuwege gebracht; O. habe es aber zuletzt „von wegen zugestandner leibschwacheit" abgeschlagen [Mb. 114/3 1 ]. — Noch am 19. Juni schrieb L. Wilhelm aus Kassel an M. Joachim Friedrich, J. C. lasse sich wohl vernehmen, ehe die Leute gar hülf los gelassen werden sollten, ehe wollte er selbst mitziehen und alles, was er auf der Welt habe, daran henken; „halten aber darvor, das, wo es gleich S. L. tuen wollten, es Werdens doch die theologi nit gestatten, quia uf den fall sonder zweifei die vormunder sich der curatorei mit ernst wurden annehmen, die Calvinisten austreiben und die vorigen Flaccianer restituiren" (Marb. a. a. 0. Cop.). 2 Am 9. Juli schreibt J. C. aus Heidelberg an Segur befriedigt über dessen Antwort „semblable ä mon desir", gibt ihm Absolution „et vous asseure qu'il ne me demeure rien au cueur"; wünscht „de tout mon cueur" die Bezeichnung eines französischen Führers von Geblüt, gemäss der Kapitulation, die vor der Unterzeichnung zwei Stunden lang in S. Händen war; „ce n'est aussi cela que vous la fait demander, et n'avez la memoire si courte que d'oublier si tost un tel point et sur lequel il y eut tant de dispute en vostre presence"; hat die Kapitulation zurückbehalten, da sie für ihn nötiger war als für S.; schickt sie jetzt und bittet S. um Empfangsbescheinigung: an Isaac Vicker „pour ma descharge"; da für den Musterplatz das Geld von allen Seiten zusammengebracht werden muss, soll S. Quitry veranlassen die nach Sehr, aus England an Qu. gelieferten 3000 escus der dortigen „eglises refugiees" Wicker einzuhändigen (Pb. ebd. f. 126, Or.). Vgl. La Hug. II, 403 f; ebd. 406 A. 2 des Sehr. J. C. vom 2. Juli irrig vom 7. Juli datirt. Quitry, dem S. dies alles am 13. Juli mitteilte, antwortete äusserst entrüstet: einmal „de se qu'il n'ont rien chenge ä la capitullation suivent ce qui avoit este advize avant le disner; car l'apres-disner vous vous pouves souvenir de la fasjon preeipitee qu'il uzayent pour nous fer signer, se fondant sur le 42 1587 52. Juli 52. Zeitung aus Naumburg. 1 6 Naumburg Ankunft der Herrschaft 3. Juli; Sachsen mit Gemahlin, Johann von Weimar, einem Fürsten von Anhalt und einem Herrn von Teschen, mit 1300 Pferden; Brandenburg mit dem Administrator und ihren beiden Gemahlinnen, mit 1500 Pferden; L. Wilhelm mit seinem Sohn Moritz, mit 300Pf.; L. Ludwig mit Gemahlin, L.Georg mit Sohn, mit 700 Pf.; Friedrich Wilhelm und Johann Casimir von Sachsen mit Gemahlinnen, Herzog Johann Ernst, mit 600 Pf.; Philipp und Wolf von Grubenhagen, mit 100 Pf.; ferner benachbarte Grafen und ein Abgesandter Ansbachs. Am nächsten Tag waren die Fürsten allein bei L. Wilhelm, der schwer beweglich .ist, beisammen, die Räte auf dem Rathaus; am andern Tag die Fürsten zuerst wieder bei L. W„ dann mit den Räten auf dem Rathaus. 2 partement de monsr le duc; ce sont des stratag&mes de La Huguerie, lesquels n'aportent point d'honneur ni d'utillite ä son mestre; cella est faux qu'elle vous aie estee remise entre les mains pour la revoir, comme vous le s<;aves". Betreffs der 3000 escus versichert er „en foy de homme de bten", dass weder bei der Unterhandlung noch bei der Lieferung des Gelds jemals davon geredet oder daran gedacht wurde es J. C. auszuliefern (Pb. V c Colbert402f. 89). Vgl. hiemit die Vorwürfe gegen Quitry bei La Hug., Eph. S. 14, 41. Betreffs der Kapitulation heisst es in einem Beschwerdeschr. des Pf. Georg Hans an die K. von England [s. d., vgl. unten 16. Nov.]: ,,il [j. C] avoit force et change la capitulation, laquelle il [Segur] n'a pas aussy voulu signer luy l'ayant este renvoye pour la voir et conferer avec le premier traite, jusques ä ce qu'il estoit contrainet de le soub- signer ä cause de l'armce qui estoit desjä, si advance, dont toutesfois il a faict une protestation vers les principaulx seigneures de la relligion, comme monsr de La Noue, Beauvois Monocle [!] et aultres". 1 Vgl. über diesen Naumburger Tag, der ursprünglich die Erbvereinigung zwischen Sachsen, Brandenburg und Hessen betraf, aher auch zu Beratungen über die Beschwerden der Evangelischen im Reich und über die Unterstützung Navarras benützt wurde, Hellfeld, Beiträge zum Sachs. Staatsrecht I, 63 ff; Rommel, Gesch. von Hessen V, 595 f.; hiezu oben No. 34; Ehses I. 2, 33 A. 2. 2 In dem Auszug eines Augsburger Sehr, vom 26. Juli (Dresden a. a. O.) heisst es, die Fürsten seien von Naumburg, wo sie 5 Tage zusammen waren, heute vor 8 Tagen aufgebrochen, die Beratungen ohne Zuziehung der Räte abgemacht worden; Brandenburg habe das Protokoll geführt; es seien wichtige Sachen verhandelt worden; die jungen Fürsten hätten zum Teil abtreten müssen, so dass man nicht wie zu Lüneburg [1586, vgl. Ehses- Meister, N. B. I. 1, 209, No. 151] wissen werde, was verrichtet wurde. Ein Lizentiat von Leipzig (vermutlich ein vom Gegenteil gesebmierter Spion) soll versucht haben sich einzudrängen, aber als keinem Fürsten bekannt von den Dienern die Treppe hinunter geworfen und am nächsten Tag verhaftet worden sein. — Ancel berichtet aus Prag am 4./14. Juli dem K. Heinrich 111., in Naumburg werde mit den Landgrafen auch Casimir erwartet; nach Erledigung der auf die Erbverträge und die Befreiung Johann Friedrichs bezüglichen Fragen könnten sie „bien mettre en avant quelque chose touchant la religion, voyant que le dict sr electeur [Sachsen] y est assez enclin pour avoir nagueres faict visiter ses universitez en intention de les reformer, sinon pour oster du tout la Concorde des Ubiquitistes lutheriens contre les Calvinistes, pour le moins pour tenir les plus mutins en bride et retrancher une infinite d'ücritz seditieux qui se sement et impriment 52—53. 1587 43 Mansfeld ist nach Dänemark weitergereist. 1 Dr. 10708. 5ft- Bestallung Johann Casimirs für den Feldmarschall Juli und die Kriegsräte der Huifsarmee. Heidel- Jobann Casimir erklärt: Nachdem er auf Ersuchen Navarras berg und der französischen Kirchen, teils durch Schreiben und besonders abgefertigte Edelleute teils durch die kgl. Gesandten in Deutschland und bei seiner Person S6gur, Clervant und Quitry, und auf Verlangen der Königin von England sich zur Unterstützung Navarras und der Kirchen entschlossen, gemäss den Abmachungen zwischen ihm und den Gesandten und „de nostre advis" mit den Obersten der Reiter, Landsknechte und Schweizer, die nachmals durch Navarra ratifizirt worden sind, laut Ausweis der Kapitulation „et accords" vom 11. Januar 1587 sowie der Kapitulationen mit den Obersten der Eeiter vom 27. März, mit den Landsknechten vom 27. Mai und mit den Schweizern vom ( ),'"' endlich der Ratifikation Navarras vom 15. April: um trotz der grossen Schwierigkeiten diese Kriegs- leute „avec les Frangais unis aus dites forces selon la ditte capi- tulation" auf den Musterplatz zu bringen „et de lä marcher droit au secours dudit s r roy de Navarre et des dites eglises" und da ,,pour disposer, ördonner, negotier, traicter, faire et conclure tout ce qui depend de nostre authorite selon les dites capitulation et accords il nous seroit necessaire de fair choix et election de cinq personnages qui soyent en la dite armöe et y exercent chascun sagement et discrettement, ainsi qu'il a este" commence, la Charge et commission qu' il aura de nous tant au faict de la guerre que au conseil soubs 1' authorite du dit s r roy de Navarre, savoir un chef allemand des gens de guerre estrangers et francais unis, un feldmareschal et trois de nos conseillers bien entendus et experi- mentez es dites affaires et ä nous et nostre Service bien fidelles et affectionnez, ayans sur ce longuement pense et meurement delibere avec ceux de nostre conseil en ce cas": erwählt und ernennt er „Fabian burggrave et seigneur de Dhonau" zum Feldmarschall der Truppen „avec celuy ou ceux qu' il plaira au dit s r roy de Navarre ördonner de sa part en pareille charge", zugleich kraft dieser Stellung zum ständigen Mitglied des zu bildenden Kriegsrats; „George Erasme Schregel pour avoir la charge du r6giment de lansquenets" und gleichfalls zum Mitglied des Kriegsrats; neben ihnen die Räte „Jehan Theodore Wamboldt de Umbstat et Michel de la La Hug- uerie pour y opiner et deliberer tous quatre ensemble en nostre nom selon vos consciences et tant pour le secours du dit roy de Navarre et des dites eglises de France que pour ce qui nous pourra toucher au fait de la guerre et concerner les estats et affaires de d'uue part et d'autre"; es heisst Julius von Braunschweig sei (vielleicht hierüber) derart mit dem Kf. aneinander geraten, dass wenig gefehlt habe „qu'ils ne soient venuz aux armes (Pb. s. o. S. 59 A 1). 1 Vgl. Meister, Kapitelstreit S. 251 A. 2; E hses-Meis t er, N. B. I. 1, 328 ff. 2 Leergelassene Stelle. Vgl. Tuetey I, 47 ff. 44 1587 53. Juli nous et de nostre tres-cher et tres-aime" ncveu . . . tenir la main 6 autant qu'en vous sera ä toutes deliberations, ordonnances, mande- mens, depesches et executions de guerre, en sorte qu'en ce faisant et ä T occasion de ceste entreprise aueun inconvenient ne vous en arrive; et d'abondance ä vous. susdict s r de LaHuguerie, donnons la Charge de faire toutes depesches et expeditions qui seront necessaires en langue francayse, tenir bon et fidelle registre des conseils, ordonnances, mandemens et toutes autres exp6ditions qui se feront audit conseil, tant pour la guerre, finances, vivres et amunition de 1' artillerie que des effects et execution d' icelies par les officiers ä ce commis, afin que tout aille et soit administre par bon ordre ä nostre descharge et pour le Service du dit s r roy de Navarre. Et d' autant qu' au choix et election d' un chef pour Commander aus dites forces estrangeres en nostre nom sous 1' au- thorite" du dit s r roy de Navarre nous n'avons encores peu pourveoir selon 1' affection que nous avons au bien des affaires, combien que nous ayons fait nostre devoir de recercher aucuns princes que nous avons estime y estre plus propres (qui toutesfois s' en sont excusez) et que plustost que d' employer en si importante Charge personne qui ne soit feable au party et ä nous, avons juge estre meilleur de le remettre ä vostre jugement et discretion et ä la confiance que nous avons en vous, lors que la dite armee sera assemblee et preste ä marcher en corps, nous voulons aussi etentendons que en vos consciences et par nostre advis vous eslisiez et choisissiez pour ceste charge tel prince ou seigneur ou personnage que vous jugerez le plus doue des parties requises ä cest estat et dignite, traictiez et conveniez avec luy en sorte qu'il nous soit tres- estroittement oblige pour representer en la dite arme"e nostre sincere affection et zele au Service et asseurance des droits, qualitez et affaires du dit sr roy de Navarre avec le restablissement, accroisse- ment et repos des dites eglises, nos conseils et dispositions ä tout ce qui y appartient et en ce faisant pourveoir aussi a nostre honneur et descharge de nostre conscience et ä la conservation des estats et affaires de nous et de nostre dit neveu", alles gemäss den erwähnten „capitulations, obligations et accords." Er bittet den K. von Navarra, „d'y tenir la main, selon qu'il y est oblige et l'a promis par ses lettres de ratification" und teilt den obigen von allen „capitulations, obligations et accords" kollationirte Abschriften mit, während er die Originale bei sich behält. .... Befiehlt den Obigen vor allem „de proceder pour 1' execution de ce present pouvoir avec le dit roy de Navarre et ses ambassadeurs, pour le fait du general avec le s r de Clervant pour les Suisses, et avec les s rs de Chastillon et de Mouy pour les Francois obligez aux forces estrangeres, et en la mesme sorte et aussi sagement et secrettement que le tout a este conduit et gouverne jusques ici pour nostre service"; verlässt sich darauf, dass „Dhonau" und Schregel wegen des ihnen' schuldigen Gehorsams den Reitern und Landsknechten gegenüber das richtige Verhalten „pour le bien de nos affaires et selon que par nous vous a este ordonne" einschlagen werden. Gibt ihnen hiemit Vollmacht, fordert von allen, denen er in dieser Sache zu befehlen hat, Gehorsam wie gegen seine'Person 53—55. 1587 45 und bittet Navarra, Conde, die Prinzen von Geblüt, die kgl. Gesandten und die Abgeordneten der Kirchen nebst allen, denen es zukommt, hiefür Sorge zu tragen. „Donne ä Heydelberg sous le sein de nostre main et le grand seel de nos armes, le jeudy sixiesme jour de juillet, 1' an mil cinq cens quatre vingts et sept." Mb. 114 6 f. 4. Or. (eigh. Unterschrift, kein Siegel). 54. Graf Peter Ernst von Mansfeld an Pfalzgraf Juli Johann. 12 22 Auf J. Sehr, aus Zweibrücken vom 9. Der K. macht sich in diesen sorglichen Läufen zum Schutz seiner Lande und Leute Luxen1- gefasst. Ihm ist aber von Parma nicht befohlen, sich von wegen urg des K. mit irgendwem zu Ungutem einzulassen, besonders in dem Streit zwischen Frankreich und Navarra, mit dem der K. gar nichts zu schaffen; 1 es wird wohl auch keine Ursache zu anderem Verhalten gegeben werden. Betr. J. Privatsache bleibt es bei seinem vorigen Sehr. 2 Mb. 114 3. I. f. 21. Cop. 55. Der Kaiser an Johann Casimir. T ,. Juli Ueber die „kriegsgewerb nach der cron Frankreich" und die 13 Bedrohung des Eheinstroms hiedurch. Ermahnt J. 0., auf den 23 Schutz des K. G. und der Stadt Speier bedacht zu sein. 3 p rag Mb. f. 114 3. I. 142 Or. (pr. 27. Juli). 1 Vgl. über Guise's Bemühungen um spanische Unterstützung de Croze, Les Guises II, 13 ff.; 17 f. nebst Beilagen; Segesser, Pfyffer III, 226 A. 2. Philipp II. hatte schon am 3./13. Mai seinem Gesandten Mendoza Befehl gegeben jedenfalls eine Ablenkung der deutschen Invasion von Frankreich zn verhindern; am 7./17. Juli erwartet er mit Begierde Nachrichten von Mendoza über den weiteren Verlauf des deutschen Angriffs und der französischen Abwehr (Pa. K. 1448, Conc). 3 Am 7. Sept. schreibt Graf Karl von Mansfeld aus Brüssel an Pf. J. über dessen Absicht seine drei niederländischen Herrschaften zu verkaufen (Ma. 545/4 f. 381, Cop.). 3 J. C. antwortet am 4. August, er habe bereits einer Gesandtschaft des K. G. hierüber Versicherung gegeben, wobei er an die Hindernisse des Geschäftsganges am K. G. erinnert (ebd. Conc). — Am 4./14. Juli berichtet Ancel aus Prag an K. Heinrich III. über die Werbungen J. C, der an seiner Stelle Otto von Lüneburg das Kommando übertragen habe, und über die Gegenwerbungen im Namen Spaniens und mit kais. Patenten, die aber in Wahrheit gegen Navarra und für die Ligue bestimmt seien; deshalb hätten Sachsen und Brandenburg ihren Untertanen verboten für Frankreich oder Spanien Sold zu nehmen, zum Verdruss des Kaisers; einer seiner Minister sagte zu A. „que S. Mte n'ypouvoit que fere, estant icelle aussi peu obeye des princes de de§a, comme la vostre de ceus de son royaume"; doch habe der Kaiser wenigstens die für Navarra geworbenen Untertanen aus Schlesien, Mähren und der Lausitz [über 2000] hei Strafe zurückgerufen. Am 15./25. Juli schreibt A. an ßrulart über Unterredungen wegen der gleichen Sache mit dem Kaiser und dessen Käten, wobei Erstenberger sein Erstaunen darüber äusserte, dass der König so spät um Erlaubniss der Werbung nachgesucht habe, „monstrant de croire que sa dicte Mte ä bon escient ne voudroit nuyre au dict roy de Navarre"; man wundert sich auch über die Ueberlassung 46 1587 »6—57. Juli 56. Pauli an Joachim Camerarius. Die Hauptgegenstände des Naumburger Konvents „faeliciter Dresden acta et transacta fuerunt omnia"; die Fürsteu trennten sich letzten Sonntag „maxima animorum coniunctione"; . . . der Kf. von Brandenburg „nobiscum profectus fuit" auf diesen und den künftigen Monat zur Hirschjagd. „Ante prandium Naumburg! de negociis consultarunt principes et consiliarii, post consiliarii soli", da die Fürsten sich täglich zu Mittag, manchmal auch zu Abend einluden, ,,/.ai etoov ocrov rß-ekt {hipäg, ut Homerus ait": ... eine in Deutschland nicht auszurottende Sitte. 1 Von Auswärtigen war nur Bongarsius hier, von Segurius gesandt; er bekam die gleiche Antwort wie zuvor. 2 Von dem päpstlichen Legaten haben sie nichts gehört; es wäre ihm nicht besser gegangen als dem „Delphinus Venetus" vor 16 Jahren am gleichen Ort. 8 Bm Coli. Cam. XXIV. Or. J ' lH 57. Pfalzgraf Georg Hans an Karl von Lothringen. ... (Pfälzisch-navarrische Vorschläge an Lothringen; G. H. Gutachten, lllkircb Absichten Dänemarks auf die römische Krone und die Unterstützung Navarras. Das Kommando des Invasionsheers.) Die Verhandlungen zwischen Buy und Tantottville sind „une terrible commedie", wobei die Gesandten Navarras alles auf sieb laden und „des articles crudes et rüdes" schicken sollten. „Estant Pfalzburgs an den Feind und die Aufgabe Zaberns durch den B. von Strassburg. — Am 21. Juli befiehlt J. C. den kurpfiilzischen Aemtern Zurückweisung der mit kais. Patenten durchziehenden spanischen Knechte; ein Pfälzer Knoll von Wachenheim, früher 5 Jahre im Dienst der Pfalzgräfin zu Heidelberg, der sich zum Lakaien bei einem Fähnrich Eggenbergs hatte bestellen lassen, wurde verhört, aber mit einer „starken gespickten Urphede" betreffs spanisch-ligistischer Dienste entlassen (17. und 21. Juli; Mb. 114/3'). 1 Vgl. No. 52. 3 Bongars, der während der Tauffestlichkeiten vergebens in Dresden gewesen war und auf den Rat guter Freunde nicht einmal die Sehr, an die Kff. (vom 1. Juni, vgl. Lettres Miss. II, 287 ff, Or. Dr. 9304) überreicht hatte, weil einige Aeusserungen über die Entfremdung Kursachsens den Kf. hätten reizen können, verschob deshalb die ganze Sache auf den Nautnburger Konvent, für den eine im Namen Segur's einzugebende Schrift ausgearbeitet wurde (Bongars an L.Wilhelm, Kassel 17. Juni, Marb. a. a. 0. eigh.). Das ausführliche Sehr. Segur's an die beiden Kff., Magdeburg und Hessen, Strassburg 25. Juni (Dr., 9304, Or.) sucht folgende Argumente gegen Unterstützung Navarras zu entkräften: 1) Navarras Unbeständigkeit in der Religion; 2) es handle sich überhaupt nur um die Herrschaft; 3) deutsche Fürsten hätten mit den französischen Dingen nichts zu tun; 4) Verschiedenheit des Bekenntnisses; die Religion habe mit menschlicher Gewalt nichts zu schaffen. Vgl. Segur's Sehr. 25. Juni an die anhaltischen Brüder, Beckmann II, 211 f.; am gl. Tag an Dänemark: er habe Sehr, seines K. nach Naumburg geschickt, wo er auch dänische Gesandte vermute, und bitte um Auszahlung der dänischen Hülfsgelder durch den Strassburger Rat (Kopenh. Or.). K. Friedrich ersucht am 28. Juni Magdeburg, Ansbach und L. Wilhelm zu Naumburg auf die Kff. zu Gunsten Navarras einzuwirken (ebd. d. Prot.). 8 Vgl. Ritter I, 153 f. 57—58. 1587 47 venu mons 1 ' de Buy pour faire venir un des ambassadeurs du roy de Navarre ä Heidelberg, j'ay rompu ce coup qu'il n' est pas alle", dass er ferner die Vorschläge verwarf und es so machte, wie Dompmartin und Weyer wissen, um K, Neutralität und Sicherung vor Verwüstung zu erwirken. Die Artikel waren: l) Zusage die Ligue zu verlassen, 2) die von der Religion in Lothringen nicht zu verfolgen, 3) freien Durchzug und 4) 400000 escus zuzugestehen. Sonst müssten sie K. den Krieg machen, 1) weil er das Haupt des Hauses Guise, der Feinde Navarras ist, 2) weil der K. von Frankreich selbst einen Krieg in Lothringen dem in Frankreich vorziehen wird, 3) weil die Mehrheit der Franzosen daraus sehen wird, dass Navarra sie schonen und nur die Ligisten schädigen will, 4) weil sie einige lothringische Plätze befestigen müssen, um den Hugenotten eine Zuflucht zu sichern, den Durchzug frei und Lothringen im Zaum zu halten. Da Dänemark „est delibere de mettre tous ses moyens et qu' il se formalise du titre de majeste, aussy qu' il a fait son filz chanoine de Strasbourg, dösirant de se faire roy des Romains, comme la pluspart s' incline", soll K. um jeden Preis sich neutral halten, die navarrischen Gesandten befriedigen „et cognoistre la ruse de celuy qui joue la commedie". Hat seine Meinung dahin erklärt: zu 1) K. soll Neutralität anbieten, 2) erklären, er werde die Gewissen nicht zur Rechenschaft ziehen und niemanden „pour 1' amour de la religion" verbannen, 3) den Durchzug zugestehen wie Erzh. Ferdinand; die Zahlung der Summe würde K. schwer fallen und die Ligisten vor den Kopf stossen; auf der andern Seite kommt unter Philipp von Braunschweig von Seiten Dänemarks eine noch grössere Armee als diese, der gegenüber K. sein ganzes Land aufs Spiel setzen würde; ausserdem werden sie, wenn K. den Vergleich nicht eingeht, Pfalzburg, Venestrange, Salbourg, Lindenstat nehmen „et ä 1'entour laisser un camp"; schickt ein Sehr. Quitrys. Daher soll K. ihnen die Ueber- gabe von Pfalzburg anbieten, gegen Zusage der Navarrischen, beim Frieden Erstattung der 400000 fl. „du rachapt de Pfalzbourg" durch den K. von Frankreich an Lothringen zu erwirken, während er selbst bis dahin Navarra und den Kirchen die ihm von den frühern Kriegen und dem Kontrakt mit Aumale her geschuldeten Summen erlässt, sich für den Sold der Reiter mit 300000 fl. verbürgt und Pfalzburg nebst andern Plätzen ihnen als Hypothek bleibt. Wenn J. C. Pfalzburg befestigen würde, „il me tiendroit tousjours en bride". .. . K. wird durch „Rongnack" gehört haben, wie England und die Navarrischen seinen Sohn zum Führer haben wollten und wie hoch J. C. sich erbot. „Ils sont bien este apres moy pour estre chef, avec plusieurs öftres", aber er sieht nur Verwirrung und Lust zum Verwüsten.... Mb. 131/4 f. 75. Conc. 58. Johann Casimir an Segur. (Truppenbewegungen; Verhandlungen mit Lothringen; Montignys Brief und seine Antwort; die Kapitulation unbedingt zu beobachten; Kriegssachen mit Dohna zu verhandeln.) IleidH Nach Sehr. Dohnas müssen gestern 4000 Pferde den Hagenauer Forst passirt haben; der Rest folgt. Sc'hregel, der Dinstag abging, Juli 16 48 1587 58. Juli um die Knechte zu bewaffnen und in Ordnung zu bringen, schreibt, IG er habe betreffs der Schweizer und Chätillon's alles geordnet. Nach Clervant's Sehr, werden sie Dinstag „ä trois lieues de vous" sein. 1 Die Musterung kann also bald stattfinden; Dommartin soll sie abwarten, da er das Verlangte ebenso rasch erhalten wird als wenn man es ihm von hier schickte. „Je receu vendredy apres disner les lettres que m'escriviez par le s r de Buy pour l'affaire dont il vous a communique, et veu ce que vous en escrivez au - s r de Beaumont. 2 Et le soir je receus un autre paquet de vous, dans le- quel estoient les articles que luy avez envoye pour en traicter, 8 que a este" cauze qu' hier matin j' envoyay ä Spire lettres pour fere venir ici le dit s r de Buy, et ayant entendu par celuy que j'avois depesche vers luy, qu' il estoit parti avec le sr de Tantonville de 1 Vgl. die Sehr. J. C. an S. vom 11. und 12. Juli, ebd. Orr.; hiezu La Hug. II, 404 f. 2 Es handelt sich um den Beginn der Verhandlungen mit Lothringen ; vgl. No. 57; La Hug. II, 406 f.; III, 31 ff. Die früheste Erwähnung finde ich in einem Sehr, des toskanischen Gesandten aus Paris vom 14./24. Juni (Desjardins IV, 695). J. 0. vermerkt in seinem Kalender zum 7. Juli: Schwetzingen, „alda Msr de Tantonville wegen des H. von Lotringen zu mir komen; Buy ist mitkomen"; am nächsten Tag kehrte J. C. nach Heidelberg zurück, wo er am 9. Juli einem Abgesandten Clervant's, Monet, Audienz erteilte. In einer Zeitung „aus Strasburg, vom 1. julii ao. 87" (Marb. a. a. 0. f. 273) heisst es: Lothringen hat „Canteville", einen seiner „bellis", hieher zu den navarrischen Gesandten geschickt und bietet gegen Verschonung mit dem Durchzug 100 000 Kronen; „aber man will nichts darauf geben". Da der Lothringer noch nicht wieder hiehergekommen ist, glaubt man, er sei nach Genf gezogen, um de La Noue zu bewegen hieher zu kommen, was schwerlich angehen werde. Man erklärt, das Kriegsvolk werde erst nach Lothringen ziehen und dann sehen, wie man mit dem Herzog akkordiren solle. Gestern kam ein Diener Dampmartin's aus Frankreich, der aus Lothringen berichtete, der Herzog lasse gegen den Kapitän, der das Kriegsvolk nach Pfalzburg geführt [vgl. Reuss S. 14 f.; 94] inquiriren und sammle Truppen. Ueber diese Rüstungen hatte ein Berichterstatter des Pf. Johann, der am 8. Juli in Nancy war, gehört, der Herzog habe einen Bürgerauszug von etwa 10000 Mann gebildet, dazu 4000 Reiter, 3000 Albanesen, gegen 16000 Schützen; Maine warte mit 5000 Schützen und 1000 Speerreitern auf die Deutschen und Guise, der Donnerstag in Nancy war, sei mit 30000 Mann im Anzug; ausserdem kommen noch 9000 Italiener, auch Schweizer. In Nancy herrsche Siegesstimmung, J. C. werde allein als Anfänger und Ursache des Kriegs bezeichnet; er solle bald erfahren, was er damit gewonnen habe (Mb. 114/3 1 f. 23). In Wahrheit blieben die Streitkräfte Lothringens sehr weit hinter diesen Angaben zurück (La Hug. III, 80 A. 1; Tuetey I, 44 f.; 54). — Pierre de Mornay, sr de Buhy, der als Vermittler der ersten Anknüpfungen mit Lothringen auftritt, war kurz vorher mit Aufträgen J. C. in England gewesen (La Hug. II, 405; 111,30). Ueber das Gerücht, Segur habe mit Tantonville bereits abgeschlossen, vgl. die ebd. II, 407 A. 1 und 111, 66 A. 2 angeführten Sehr. J. C. an Segur vom 4. und 12. Juli; in dem letzteren sagt J. C.: „vous avez raison de dire que 1' advis qu' on m' avoit envoye du traicte avec le sr de Tantonville ne s'est pas trouve veritable, ainsy que vous 1' aurez cognue par le voyage du sr de Buhy vers vous"; bittet um Nachricht hierüber. 8 Vgl. La Hug. III, 34 ff.; hiezu No. 57. 58. 1587 49 tres-grand matin de Spire, j'ay advise de vous adresser le pacquet Juli que je leur envoye ä cest effect et les coppies des deus lettres et 16 vos artieles qui sout dedans, lesquels j'ay fait dresser et mettre en ordre, afin que vous communiquiez le tout ä ceux, par l'advis desquels vous les avez fait minuter, et puis envoyez le dit paquet ä Nancy, lä-oü se trouvera le dit s r de Buy ou le s r de Tautonville, comme vous pourrez bien fere par moyen de Dietz Schonberg ou tel autre que vous aviserez pour en avoir bien tost responce. Si voz dits artides fussent arrivez quatre heures devant, on les eust encores trouve ä Spire- Au reste j' ay ce jourd'huy receu dans le paquet que m'avez envoye une lettre du s r de Montigny et qui n'a jamais est6 fermee, dans laquelle il m'escrit particulierement de ce fait-lä d'une facon, comme s'il m'en vouloit taxer et soliciter au contraire. Surquoy je ne luy fais point de responce, pource que je voy qu'il ne sait pas bien, comme nous avons convenu ensemble en ce qui se peut faire en cela, dont je l'excuse volontiers, pour ce que sa vocation ne s'estend pas aussi si avant. Neautmoins je vous en envoye la copie et de la responce que j'ay fait dresser aux six articles contenus en icelle 1 pour le tout communiquer ä ceux qu'il appartiendra, comme sa lettre peut avoir este veue de plusieurs, afin qu'on cognoisse doresenavant, de quel pied il faut marcher en cest affaire, duquel vous savez qu'il n'a jamais este parle qu'en vostre presence et que de vostre advis et consentement il est en ces termes que voyez. J'ay traictö avec vous, les s r de Clervant et de Quitry qui cognoissez, ä quoy je suis tenu, en quoy j' espere, comme j'ay commence faire plus que devoir pour l'advan- cement du service de dieu et asseurance des affaires du roy de Navarre selon la capitulation, qui est la loy qui doit estre entierement suivie de ceste armee et de nous tous sans s'en eslongner ny venir au contrere, vous priant que doresenavant il ne soit libre ä tout le monde de parier et cscrire ainsi libremcnt de choses que nous traictons ensemble; qui doivent demeurer entre nous et advancees par commun advis suivant la dite capitulation, selon que j'ay doune charge tres-expresse ä mes agens de s'y gouverner, vous priant 1 Vgl. hierüber La Hug. III, 41 ff.; das Sehr. Montigny's ist datirt vom 13./23. Juli aus dem Lager. La Hug. Wiedergabe der von ihm selbst verf. Antwort S. 42 ff. deckt sich nicht durchweg mit dem Text des S. 42 A. 2 angeführten Exemplars. S. 42 (A. 2) fehlt die Bezugnahme auf die A. C; dagegen fehlt im Ms. die Erwähnung J. C. und der beiden Conde's auf S. 43 (A. 4), die Erwähnung La Borde's auf S. 45 (B. 2); weitere Abweichungen z. B. bei S. 46 (C. 1), 47 (D. 3; der Druck hebt Conde hervor), 48 (E. 3; das Ms. erwähnt die Kirchen in der Champagne), 49 (F. 2; der Schlusssatz im Ms. hypothetisch.: „lesquels il eust tres-bienet au long remonstre, si lors de la dicte capitulation on luy eust fait Ouvertüre de teile chose", das Gegenteil des Drucks!) u. s. w. Im Schlussabschnitt (F. 4) des Ms. fehlt die namentliche Bezeichnung J. C. und der Hinweis, dass er auf Wunsch der Niederländer der Armee die Richtung auf Sedan vorgezeichnet habe, wie sie der Druck S. 50 hat. — Neben Montigny warnte auch Beza in Sehr, an J. C. und Tossanus vor Schonung Lothringens (La Hug III. 38 ff.). Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johauu Casimir. III. 4 50 1587 58—60. tres-affectueusement qu'on ne m'escrive plus d'affaires de guerre et qu'on s'adresse au dit baron de Dhonau." Pb. Vc. Colbert 402 f. 130. Or. Juli 59. Johann Casimir an Pfalzgraf Jobann. 20 Heidel- Auf J. Sehr, vom 13. Vor der Ankunft des gedachten lothring- ber S ischen Gesandten waren ihm Artikel, „warauf wir uns gegen dem gesandten einlassen mochten" (beiliegend), von Segur zugekommen; als er aber nach Schwetzingen kam, erklärte der Gesandte, er habe nicht Befehl etwas anzubringen, sondern ,.von uns anzuhören, was wir seinem herrn zuempieten wolten". Trug daher Bedenken sich in etwas einzulassen, zumal der Gesandte von der Kredenz noch irgend etwas Schriftliches von seinem Herrn hatte, wies den Gesandten an den navarrischen Befehlshaber selbst und erbot sich zum Vermittler. Wie das Geschäft weiter verlief „und wie man sich understanden, ein kletten anzuhengen, als ob wir unsern privatnutzen hierin gesucht", wie er solches gründlich refutirt „und warbei es unsers teils endlich verplieben", zeigen beil. Abschriften weitläufig. Ob und was Segur weiter hierin gehandelt, weiss er nicht. Mb. 114 31 f. 160. Conc. Juli 60. Isaak Weycker an Johann Casimir. 20 Strass- Verweist auf das Sehr, der Strassburger gl. Datums; 1 die Herren " urE sind sehr unzufrieden „und muoss bei meiner sei selichkaitbekenen, das heiden und Durken nit so ibel haus halten solten. Ich darf mich schier nit sechen lassen, 2 furnemlich vor denjenigen, die ich bewegt hab und guot auf unserer seiten gewest, die mich jetzt von wegen disser tiranig ausgond. Dan alle stunden zeituugen kumen, do dem, do jenem edelmann infal in sein haus beschicht, geblundert, geraubt und hienweggefurt wurd.'" Berichtet mehrere Vorfälle, worunter eine Ausplünderung des „Sturmius"; Wasselnheim wird bedroht und die Strassburger beabsichtigen Schützen hinauszuschicken. Das gemeine Kriegsvolk schiebt die ganze Verzögerung aufJ. C.... Es gehen Reden, man wolle nicht abziehen, wenn Stadt und Landschaft nicht eine grosse Summe zur Musterung geben, worauf wenig Hoffnung ist, „danu ein burgerschaft ser aufrierisch, vil reden des pulfers halben und monitzion, so noch hie ist, gond, auch des gefolgten geschitz halben vil reden; do es noch hie were, wais nit, 1 Mb. a. a. 0. f. 11, Or. J. C. antwortete am 22. Juli, er habe mit dem Kriegsvolk nichts zu tun, wolle aber an seine Bekannten unter demselben schreiben. 2 Vgl. über Weyckers rücksichtsloses Auftreten Reuss S. 111; 132. 60. 1587 51 ob es gefolgt wurde. In suraa, es ist der alerme in allen gasen". Juli. Die Obrigkeit weigert eine Proviantbestellung Clervants. 1 20 Mb. 114 31. f. 38. Eigh. 1 Vgl. über das Hausen des Kriegsvolks im Elsass die ausführlichen urkundlich belegten Mitteilungeu bei Reuss; ferner Tuetey I, 54 ff.; La Hug. III, 67 A. 2; oben No. 51. Das städtische Archiv zu Strass- burg enthält ausser den von Reuss benützten Ratsprotokollen in A. A. No. 1857 die Korrespondenz des Rats mit Bouillon, Clervant, Segur u. s. w.; die Truppenführer setzen den Klagen des Rats über die Verwüstung Beschwerden über Mangel an Proviant und feindliche Haltung der Bevölkerung entgegen. Am 25. Juli Hess J. C. dem Rat durch Putlitz mitteilen, die Truppen hätten in der Pfalz ebenso gehaust, woraus abzunehmen, „welcher massen S. F. Dt. von dem kriegsvolk respectirt"; J. C. achte aber den Schaden gering in Anbetracht der Fortpflanzung des göttlichen Worts und Unterdrückung der Liga (Ratsprot.; vgl. Reuss S. 136). Tossanus erklärt in einem Sehr, an J. C. s. d. (pr. 21. Juli, Mb. 114/3 1 f. 40, eigh.), er bete allerdings für den Kriegszug, widerrate aber eine Verordnung von Gebeten für die ganze Pfalz, einmal mit Rücksicht auf J. C. offizielle Haltung gegenüber dem Zug und dann weil nicht alle Geistlichen das nötige Geschick hiezu besässen; fürchtet, die Alzeier und Germersheimer Untertanen „maudissent plustost ces diables de reitres que d'avoir envie de prier pour eux; . . . dieu veuille faire son euvre, nonobstant que les ouvriers pour la pluspart ne valent gueres". Kolbinger schreibt am 22. Juli aus Altenstadt an J. C., zwei Junker aus Pommern hätten ihm gesagt, etliche Obristen und der grösste Teil ihrer Reiter hätte überhaupt von Anfang die Absicht gehabt nur das Anrittgeld zu behalten und nicht mitzuziehen (vgl. Reuss S. 50). Dohna, wiederholt vom Strassburger Rat beschickt, erklärte einmal, „hab die tag ein fausthammer uf etlichen zerschlagen, der etwan 18 gewesen, wiss, das über 3 nicht darvon komen" (Prot. 20. Juli). Als am 25. Juli auch der oberrheinische Kreisobrist Ernst von Solms mit seinem Abzugsmandat erschien, geriet Dohna so ausser sich, dass er ohne Essen und Trinken wegging, worauf die übrigen Rittmeister an-' fingen „zu fressen, zu saufen, hauszuhalten wie die schwein, denen es die bauern naebgetan" (Prot. 25. Juli; vgl. über eine frühere Mahnung des Kreises Reuss S. 44 f.). Einer andern Strassburger Deputation teilte Putlitz mit, er habe gestern ein ernstliches Sehr. J. C. Dohna, den Obersten und Rittmeistern dermassen vorgehalten, „das es schir zum raufen kommen were schir mit dem einen rittmeister"; trotzdem erklärten ihm die Strassburger, „es sei ihm ohnmöglich sein hern zu entschuldigen" (Prot. 29. Juli). Putlitz berichtete am 25. Juli an J. C, dieser gelte nun einmal bei den Leuten infolge der Reden der Franzosen als das vornehme Haupt der Expedition; man brauche dringend noch 25000 fl. sofort, wenn nicht alles scheitern solle ; „gehen auch sunsten allerhand practicen vor; pfalzgrafe Georgen Hans mit seinem D. Weyger ist auch alhie, tracteret degligen mit den Franzosen; ist neiligen im lager bei den lanzknechten gewesen und weiligen mit ihnen gesoffen" (Mb. 114/3 1 eigh.). Nachdem der Strassburger Rat schon am 5. Juli J. C. ein Darlehen von 10000 fl. bewilligt hatte (Reuss S. 120), wurde am 2. August auf Ersuchen durch Putlitz auch die weitere Summe von 20000 fl. bewilligt (Prot. 1. 2. 5. August). Kurz vorher hatte der Rat in seiner Verzweiflung sich an die unter Clervant heranziehenden Schweizer „der verwandtnus nach" um bewaffneten Beistand gegen die deutschen Reiter gewandt, aber von dem Berner Obristen Tillman eine vorsichtige Antwort erhalten, sie könnten sich nicht parteiisch machen, wollten aber wenn nötig dem- Rat 3, 4 Fähnlein oder auch den ganzen Zeug zukommen lassen und sich erzeigen wie gute Freunde (Prot. 24. 31. Juli). 4* 52 1587 61—62. Juli 25 Strasburg 61. Segur an Johann Casimir. „Incontinant que j'ay receu le pacquet de V. A. pour mons r de Buy, je le luy a [!] fait tenir ä Nancy. J'ay veu aussi la res- ponce aux six pointz touches par mons r de Montigny a la lettre qu'il a escrite ä V. A., et suis bien marry de voir un trop grand nombre de gens parmy nous qui se donnent de la peyne sans occasion; et s'ilz se feussent voulu enquerir du commencement de ceste negotiatiou de Lorraine, ilz eussent aysement congnu que V. A. a este incitße ä le faire pour de tres-bonnes considerations et n'en a voulu rien traicter sans nous avoir fait cest honneur de nous en comunicquer, ce que je puis tesmoigner avecq verite. Mais nous sommes ä un temps, auquel les meilleures actious sont contre- rolles. Mais vous estes tel et nous faites de si bons offices et tant de bien que vous ne vous debvez soucier beaucoup de ee qu'on dit. Car voz effectz tesmoignent assez vostre vertu et bonte. Je vous suplie tres-humblement de croire, que je vous suis tres-afectionne serviteur". 1 Mb. 114 3 I f. 55 Or. Juli 25 Heidelberg 62. Johann Casimir an Dohna, Putlitz, Wambold, La Huguerye und Hütten. Gestern brachten im Namen Navarras Beauchamp und von wegen Bouillon's ,,Mennilet"- Sehr, und forderten mündlich 1) Beförderung des Fortzugs der Truppen, 2) Ernennung Bouillon's zum Feldherrn und 2) Angriff auf Lothringen. Antwort: l)habe es nie daran fehlen lassen und Putlitz mit Vollmacht zur Musterung abgefertigt; die Reiter seien allerdings etwas später angeritten, aber ohne Chastillon hätte man doch nicht aufbrechen können; die Schuld liege also an ihnen; 2) B. habe er selbst vormals den navarrisohen Kommissarien vorgeschlagen und wolle deshalb durch die Adressaten mit den Reiterobersten handeln lassen; 3) verwies auf seine Antwortschr. an S6gur und auf die Adressaten. Sie sollen ad l) an Quitrys übereilten Herauszug erinnern, ad 2) andeuten, die Reiterobersten hätten sich verbunden, „ehe sie ein franzosischen hern zum haubt annehmen, ehe wollten sie mit fliegenden fanen dem gegenteil zuziehen"; da die Kommissarien Bedenken trügen B. zum Haupt über das französische Kriegsvolk zu machen, würde es beim 1 Der Ton dieses Sehr, stimmt keineswegs mit dem überein, was Schrögl in einer eigh. Nachschrift seines Sehr, vom 24. Juli an J. C. mitteilt: „Ich merk sonst, das die Wälschen gern alle macht in iren händen hetten, und hat sich Segur bei mir geclaget, das E. F. nit einmal mit inen noch zu haut komen, kein feldherrn nennen, besorg, sie wem mit dem herrn von Dohna nit naher kommen. E. F. Gn. muessen das heft in der faust bhalten, sonst dörfts uberzwerch geen" (Mb. 114/3 I f. 85). 2 Vgl.ReussS.31; 102; La Hug. Eph. S.l ff.; Mem. 111,80; über frühere Sendungen Beauchamp's ebd. II., 359; 385; Br. J. C. I. No. 517. J. C. Kalender zum 24. Juli vermerkt die Ankunft der beiden Gesandten in Heidelberg. Gn. und wol 62—63. 1587 53 Kriegsvolk noch bedenklicher fallen ihn zum Generalobersten zu verordnen; daher den Obersten freizustellen, einer unter ihnen zum Haupt zu erkiesen; 1 ad 3) ist seine Antwort auf Montigny's Sehr, massgebend; da sein letztes Sehr, an Buy und Tantovil nach Nancy geschickt, wie S6gur berichtet, sei ihre Erklärung abzuwarten. „In allweg aber habt ir aus denen dir dem von Putlizen und La Huguerie be- wusten Ursachen dahin zu sehen, dasLotringen nicht angegriffen werde". 2 Mb. 114 3 I. f. 75. Conc, 63. Guise an Bellievre. Juli 27 Die Feinde haben 7000 Pferde, 55 Fähnlein Schweizer, aber August viele nur zu 100 Mann. „Jl ne se peut voir de plus laides troupes 6 et mal aecommodees". Kein Geld. „L'on croit que le Cazemir en Nancy sera göneral; il est encores chez luy". Plünderung der strass- burgischen und hanauischen Dörfer, vorgestern der Dörfer des „Titz Chonberg", der Bischweiler verteidigen wollte, aber von ihnen verjagt wurde. 3 . . . Verstimmung zwischen Franzosen und Reitern; 1 Am 20. Juli hatte J. C. Putlitz und Hütten an die deutschen Obersten Navarras abgefertigt, mit dem Auftrag ihnen auseinanderzusetzen, warum weder er selbst, obwohl ihm „nichts anmuetigers widerfahren mögen", noch der von ihm angegangene Herzog Otto von Lüneburg die persönliche Führung des Zugs hätte übernehmen können, und mit der Ermahnung jemanden aus ihrer Mitte zu wählen, wofür er unter Zustimmung L. Wilhelms Dohna vorschlage; ausserdem sollten die Gesandten auf die finanziellen Opfer J. C. hinweisen, der 6000 Mann zu Fuss mit Rüstung, Geschütz, Munition und Geschirr versehen habe, allerdings in der Hoffnung zu seinem rückständigen französischen Sold zu kommen ; die Obersten seien zum Festbleiben, zur Vorsicht vor bösen Ränken und Praktiken und zum Beistand, falls J. C. dieser Sache halber angefochten werde, ferner da J. C. seine Beziehungen zu dieser Expedition nicht öffentlich gemacht sehen wolle, zu strenger Geheimhaltung, endlich zum Betreiben der Musterung und des Abzugs von dem widerrechtlich okkupirten Reichsboden zu ermahnen. (Mb. 114/3 I., s. u. S. 56 A. 1). Am 13./23. Juli schreibt Pallavicino noch aus London an L. Wilhelm, die Königin wünsche vor allem Nachricht über „V armee conduite par monsieur le duc Casimire»" und deren Unterstützung durch alle deutschen Protestanten (Marb. England, eigh.). 2 Unter gl. Datum verweist J. C. Segur, Clervant und Quitry wegen der Werbung Beauchamp's auf seine Agenten (Pb. V c Colbert 402, Oi\). Ueber La Hug. frühere Auseinandersetzungen mit den na- varrischen Gesandten und mit J. C. wegen der Stellung zu Lothringen vgl. La Hug. II, 12 ff; ebd. 3 ff. ein historischer Rückblick auf die bisherigen Beziehungen zwischen Lothringen und Pfalz. 3 Vgl. Reuss S. 48 f., wo als Datum der 30. Juli angegeben ist. La Hug. Eph. S. 482 f. Schrögl schreibt am 24. Juli aus Wanzenau an J. C, Clervant habe ihn bei J. C. und jedermann wegen seines Schwiegersohns Schönberg eingehauen, er habe aber bei seiner Ankunft zwischen Seh. und den 6 Fähnlein wegen verweigerten Quartiers die grösste Verbitterung gefunden; Seh. Bauern hätten dann einen jungen Adeligen erschlagen, worauf die Knechte ein Dorf anliefen und etwa 12 auf beiden Seiten blieben. Clervant drohe Seh. mit den Schweizern zu helfen; Seh. habe auch den Obersten Klott an sich gehängt (Mb. a. a. O.). 54 1587 63—64 man könnte leicht viele abspenstig machen. Mit einer kleinen tüchtigen Armee von 2000 Pf. und 10 000 Mann zu Fuss könnte man bald viel Ehre erwerben, „car sy jamais gens füret sans ordre ny dissiplene, il semble par le commancement que se seront ceux-cy". Sie haben nur 2000 Franzosen; von Chatillon hört man nichts mehr. „Le Cazemir" hat seinen Prozess in Sachen der Vormundschaft verloren „et ne set-on, sy cela ambarassera ses desseins 1 '. 1 Pb. f. franj, 15909. Eigh. Juli 64. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. 29 Heidel- Kriegsvolk: Schweizer 16000, zwischen Schlettstadt und Strass- erg bürg, Deutsche 12 Fähnlein; sollten mit etlichen Schweizern und den Franzosen die Steig einnehmen. Chastillon hoffentlich angekommen. Alles verloren, wenn Gott nicht mit auszieht; „wie David spricht, springen wir mit gott über di mauren". Menschlich geredet, ist der K. mit der Liga kaum dieser Macht gewachsen, der K. ausserdem, wie ihm ein vor 3 Tagen angekommener Gesandter Navarras berichtet, „nit bos navarrisch", wird sich mit deutsch- navarrischer Hülfe gegen die Guiseu wenden, trotz seiner entgegenstehenden Aeusserungen gegen das Pariser Parlament zu Meaux; die Werbungen in seinem Namen sind nicht ihm, sondern der Liga zum Besten; bittet hierüber um Gutachten. Aber auch andernfalls können K. und Liga den Zug nicht aufhalten. Trotzdem ein Nachzug in's Auge zu fassen; hofft hiefür auf England und Dänemark. ... Verproviantirung schwierig; Ernte besonders südlich der Loire vorzüglich; geflüchteter Proviant aus den Städten durch abschreckendes Exempel an einem oder zwei kleinen Städtlein zu erlangen ; ausser Chälons auf dem Zug nach Paris keine besonders feste Stadt, die sich halten könnte. Warnt vor den Werbungen des K. von Frankreich; dessen Sehr, an W., Sachsen und Brandenburg vermutlich gefälscht. 2 .... P. S. . . Ottheinrich von „Lundenburg" der Apostata soll zu Würzburg geäussert haben, wenn sein Vater, wie es heisse, als Feldherr mitziehen solle, wolle er selbst wider ihn ziehen ; er sei deshalb aus Spanien gekommen; wird vielleicht zu Würzburg Geld von der Liga empfangen haben. 3 Mb. 114 3. f. 101 ff. Conc. 1 In einem Sehr, an Bellievre, dessen Datum ich nicht zu entziffern vermochte (Pb. a. a. O.), hält Guise das Kommen J. C. für sicher und führt aus einem ihm zugekommenen Sehr, die Worte an : „Le general de sette armee ne se nomme encore asseurement, mais il est ä Heidelberg et en doit venir en bref. La perte et condem- nation du procez de la tutelle qu'il a perdiie, 1'y preeipitera davan- tage." Die Nachricht über den Prozess war unrichtig, vgl. ein Sehr, der Kontutoren an den Kaiser vom 30. Juli, Fortgesetzte Reverien S. 113 ff. Am 20. Juli erklärte Guise noch das Kommando eines Fürsten für ganz unsicher (an Heinrich III., Tuetey I, 49 A. 3). 2 Vgl. S. 36 A. 1. 3 Vgl. Br. J. C. I, S. 462. Jn einem Sehr. 27. Juli (pr. 1. Aug.) meldet der Faut zu Mosbach J. C. von Werbungen für Lothringen 65. 1587 55 65. Entwurf eines Vertrags zwischen Heinrich von Juli Navarra und Pfalzgraf Georg Hans. 29 Strass- Segur verhandelte mit Clervant, La Noue u. a. in Anbetracht e der Beschwerden des Pf. Georg Hans gegen Casimir, der das Kommando nicht auf Pf. Georg Gustav übertragen Hess, über zwei Mittel der Entschädigung, damit die beiden Pf. nicht die Partei der Liga ergriffen: 1) Rückgabe "Pfalzburgs beim Friedensschluss; 2) Ueber- tragung des Kommandos einer zweiten Armee „qu'on levera" auf G. G. Georg Hans wies beide Vorschläge als zu unsicher zurück; darüber könnte er nur die Anerbietungen der andern verlieren. Endlich brachte „apres longue discours" Segur G. H. zur Bewilligung folgender Artikel: 1) G. H. hält während des Zugs die Partei Navarras und vertritt dessen Interessen, auch persönlich oder durch seinen Sohn gegen Reiseentschädigung, bei den protestantischen Fürsten; 2) wirbt 6000 Pf. und ebensoviel Landsknechte, Speerreiter und Arkebusiere zu Pferd und zieht entweder selbst aus oder schickt seinen Sohn oder einen andern deutschen Fürsten; 3) Navarra und seine Gesandten können sich im Notfall auf ein Haus G. H. zurückziehen. Segur verspricht dagegen: l) Rückgabe von Pfalz- burg beim Frieden gegen Zahlung der 400 000 fl- durch den K. an Lothringen und Verzicht G. H. auf seine Ansprüche an den K. und die Kirchen; 2) der Pf. erhält gleiche Kapitulation wie Casimir im letzten Zug und bekommt die Regelung der zweiten Werbung in die Hand, „sans estre enbroulle des aultres". . . . Ausser S. und G- H. sollen auch noch La Noue, Clervant u. a. unterzeichnen. (Vermerk G. H.: „Copei, wie der herr von Sigeur des nach- zugs halber mit uns hat handien wollen betreffend Pfalzburg, wo es nicht verhindert wer worden")- 1 Mb. 131 4. f. 70. Conc. und Frankreich in Würzburg; am 8. August berichtet Johann Philipp von Helmstatt aus Bischofsheim hierüber sowie über den Besuch Ottheinrichs von Lüneburg in Würzburg; O. soll von einem geistlichen Fürsten zum andern ziehen (Mb. a. a. 0.). 1 Am 12. August hielt G. H. in Person vor dem Strassburger Bat einen Vortrag (Ratsprot. mit dem Vermerk: „Herzog Georg Hansen predig von der praevidentia und Providentia"), worin er klagte, in der Kapitulation solle stehen, was man ausserhalb Frankreichs erobere (wohl in Lothringen), solle J. C. gehören; das Kriegsvolk sei bereits gegen das von ihm erbaute und gegen Wiederlösung an Lothringen verkaufte Pfalzbnrg gerückt; sowohl seine Vereinbarung mit dem navarrischen Gesandten über den Nachzug als die Ernennung seines Sohnes zum Feldobristen sei durch J. C. vereitelt worden; er sitze zwischen zwei Stühlen. Aber Pfalzburg, der Schlüssel dieses Lands und mittelbar auch der Schweiz, darf nicht verloren gehen. Aus Sedan gewarnt, man habe Lützelstein einnehmen wollen, habe er vergebens Malroy und Buy zur Rede gestellt; er könnte veranlasst werden, Lützelstein einem grossen Potentaten zu übertragen. Bat um Gutachten des Rats, dem er sich befiehlt „als bei denen er gut, blut und was er under der linken brüst tregt, gern ufsetzen. wolle." 56 1587 66—67. Juli 66. Schrögl an Johann Casimir. 30 Wanzenau Marschirt heute Nacht mit dem deutschen Regiment, morgen nach „Dalern"; hat dies nur durch Vorweis seiner Bestallung erreicht, mit Siegel und Unterschrift Navarras; 5000 Mann Knechte und Pioniere marschieren ohne Geld bis zum Musterplatz. „Et n'eust este la bonne conduite, l'ennemy eust pratique plus que la moytie. Ce que j'espere V. Alt. trouvera aggröable, comme tous aultres bons Services par moy faits tant d'annöes. Et quoyque plusieurs mes envieulx tächent ä me rendre odieux d'aupres V. Alt., si est-ce que je ne laisseray ä y continuer fidelement et soubs vostre bon plaisir, me confiant ence bon dieu qu'ilferaung jour paraistre, de quel zele que je suis tousjours alle" en besogne." . . . Morgen Musterung der Schweizer; schickt hiefür Instruktion. Keine Nachricht von Chastillon. Mb. 113 3. I. f. 176. Eigb. Au s ust 67. Quitry an Segur. 5 Marien- Diese Leute sind voll bösen Willens, besonders gereizt gegen S. eim Will S. am Montag treffen. ... Bouillon bleibt Leutnant Navarras, ,,Done chef des estrangers et prent le mot de M. de Bouillon; le tout se gouvernera par le conseil, lequel doibt estre estably de- main", wo Dohna hieher kommt; „et debvons passer la montaigne le plustost qu'il sera possible". Will trotz der vorauszusehenden „grande captivite pour nous" lieber hundertmal sterben als die Ehre Gottes und den Dienst des K. nicht fördern. Die Vereinbarung gilt nur für 2 Monate, „durant lesquels le roy de Navarre ou ung priuee du sang doibt venir commender l'armee". 2 Vergeblicher Angriff Rosne's auf Steinburg. 2 „La sujestion y est si grande que je n'oze aujourdhuy aller voir la monstre des reistres". Lothringen hat zahlreiche Spione. Pb. Vc. Colbeit 402 f. 172. Eigh. 1 Vgl. über die Verbandlungen wegen der Wahl eines Feldherrn und der Musterung, die am 30. Juli begannen und am 4. August zum Abschluss kamen, den weitschweifigen und von Anschuldigungen gegen seine Landsleute strotzenden Bericht bei La Hug. Epb. S. 12 ff; über die Stärke der Armee und den am 6. und 7. August ernannten Kriegsrat Tuetey I. 50 ff; vgl. La Hug. S. 57; 62. Nach seiner Erzählung wäre Segur am 2. August bei Nennung der Kapitulation in Schmähungen gegen La Hug. und J. C. selbst ausgebrochen, S. 27 ff; 32; 37 ff. — Am 4. August stellten die deutschen Reiterobersten, Dohna, Rumpf, Buch, Kloett, Dompmartin (vgl. La Hug. III, 24 A. 1), Friedrich von Wehren und Berbisdorf, einen Revers aus, wonach sie J. C, falls dieser wegen der gegenwärtigen durch seine Beförderung, Zutuung und Handreichung ins Werk gebrachte Expedition feindlich überzogen werden sollte, nach besten Kräften Beistand leisten und auch nach Ende dieses Zugs im gleichen Fall gegen jedermann ausser gegen ihre Landesfürsten, Lehnsherrn und früheren Dienstherrn zuziehen, im jetzigen Zug aber ohne J. C. oder seiner Kriegsräte Ratifikation sich in keine Anstands- oder Friedensverhandlungen einlassen wollten (Mb. 90/7 f. 30, Or.). 2 Vgl. Reuss S. 102. 68. 1587 57 68. König Friedrich von Dänemark an August Johann Casimir. 1 Silkenburg Navarrische Sache, von manchen immer noch für keine gemeinsame und dieser Orte wichtige gehalten. Hat sich entschlossen zu Beförderung des jetzt geworbenen Kriegsvolks 20 000 Taler vor- zuschiessen und in Hamburg zu hinterlegen. Hofft auf Befolgung dieses Beispiels von Seiten anderer Kff., Fürsten und Stände. J. C. Gesinnung zu der Sache ist ihm bekannt. Auf die Werbung des Pudlitz konnte er sich nicht erklären, 2 da er noch auf den Naumburger Tag hoffte; nachdem aber auch dort nichts zu Stande gekommen ist, will er nicht länger zurückhalten. Bittet um Beförderung der Sache bei andern; weiter zu kommunizieren mit J. C. [!], Georg Friedrich und L. Wilhelm. Kopenh. D. Prot. 1586—88. 1 M. m. an Magdeburg, Ansbach, L. Wilhelm; das Formular des Prot, bringt Magdeburg und J. C. durcheinander. 2 In seiner Antwort vom 12. Juni auf J. C. Sehr. 14. und 22. Mai und die gestrige Werbung des Putlitz (vgl. Hisr. Tidsskrift IV. 3, Kopenh. 1872/73, 572) verweist F. auf Bescheid durch den Gesandten; kann sich leider diesmal in Ermanglung der kurf. Erklärung nicht weiter resolviren. Dagegen hatte die Werbung Ernsts von Mansfeld, der auch Kredenz von Magdeburg hatte, in Sachen der Strassburger Kapitularen und der Geldhülfe für Navarra am 3. August den besten Erfolg. Am 9. August erliess K. Friedrich sein Interzessionsschr. für die Strassburger an den Kaiser (Ehses-Meister, N. B. I. 1, 333 ff; Meister, Kapitelstreit S. 252; 260). Am 18. August teilte er J. C. mit, das Geld für Navarra sei bei dem Hamburger Rats verwandten Hermann Moller hinterlegt, der es entweder einem Abgeordneten J. C. oder dem navarrischen Gesandten, „wer es under euch beiden furdern wurde", aushändigen solle. Zugleich bat er J. C. „von unsertwegen" Navarra zu ermahnen, er solle, wenn das Glück ihm künftig hold bleiben werde, „sich von der alten konigin . . . nicht me wie zuvor mit guten worden betriegen, sondern sich die vorigen geschichte eine warnung sein lassen" (Kopenh. d. Prot.). Eben damals waren auch die von Dänemark 1586 eingeleiteten Verhandlungen über den Frieden zwischen Spanien und England (vgl. Götting. Gelehrte Anzeigen 1897 S. 319 A.l; 1900 S. 543 A. 3) in einen gewissen Stillstand geraten, nachdem Parma in seinem Sehr, an den K. vom 20./30. Juni (ebd. Frankr. Ref. Or.) bereits einen guten Ausgang bezweifelt, K. Friedrich die spanische Forderung eines dänischen Einschreitens gegen die Hansestädte wegen ihrer Begünstigung der Niederländer abgelehnt (Werbung Westendorps, Anderskow 21. Juni, ebd. Span. Niderl. A; F. an Parma 23. Juni, ebd. D. Prot.) und England ebenfalls wegen Ort und Zeit der Verhandlungen Schwierigkeiten gemacht hatte (F. an Parma 17. Juli, ebd. Frankr. Ref.). Die dänische Politik wandte sich damals mit steigendem Nachdruck ihren deutschen Projekten (vgl. No. 3; 57) zu; am 4. August schrieb der K. an Ulrich von Mecklenburg, sein Sohn Ulrich sei jetzt als Domherr zu Strassburg, sein jüngster Sohn Johann auf Beförderung des Administrators ins Erzstift Magdeburg aufgenommen worden (ebd. D. Prot.). 58 1587 69—70. August 69. Malleroy an Meister und Rat zu Strassburg. 9 Wasseln- „Le peu de justice que vous m'aves faicte de la calomnie ä heim m0 y m j se ^ sus en vostre conseil ... et ce que je n'ay pris nulle vengeance m' a rendu sy mesprisable en vostre endroict que faisant mention de moy dans la lettre qu' aves escrite ä monsr de Clervant mon frere vous me nommes, comme vous feries le moindre soldat de 1- armee." . . . Bittet sie die Urheber der Verläumdung zu ermitteln und an die Obersten der Schweizer auszuliefern. 1 .... Strassb. A A. 1857. Or, August 70. Otto Hack an Johann Georg von Brandenburg. 11 Warschau Kam mit dem sächsischen Gesandten am 15. Juni hieher ; die Gesandten der andern Kff. kamen etliche Tage, die des Kaisers erst 14 Tage darnach (29. Juni). Am 2. Juli wurden sie zu den Kaiserlichen beschieden, die mit dem von ihnen vereinbarten Con- cept der Werbung wohl zufrieden waren, aber noch verlangten, sie sollten der Königin -Wittwe das Haus Österreich empfehlen, in ihrem Vorbringen den kais. Bruder [!] Erzh. Ferdinand adjungiren und endlich den polnischen Ständen im Namen ihrer Fürsten ein Generalbündniss mit allen R. Ständen zusichern. Am 4. Juli entgegneten sie hierauf: sie hätten keine Kredenz an die Königin; Erzh. Ferdinand sei in dem Sehr, des Kaisers an ihre Herrn nicht erwähnt, also auch in ihre Instruktion nicht aufgenommen worden. In diesem 2. Punkt gaben sie jedoch nach, da die kais. Gesandten erklärten, Erzh. Ferdinand sei nachträglich auf Bedenken des Kaisers und seiner Brüder in die kais. Instruktion mit aufgenommen worden, da ferner die Gesandten der drei kais. Brüder ebenfalls darum ersuchten und die Gesandten des Erzh. Ferdinand erklärten, ihr Herr strebe keineswegs selbst nach der Krone, sondern wolle nur, da viele Vornehme und Polen eine besondere Zuneigung zu ihm hätten, durch seine Autorität die Stände für das Haus Österreich günstig stimmen und, falls er gewählt würde, die Krone nicht annehmen, sondern auf einen seiner Vettern zu bringen suchen. Wegen des Generalbündnisses erklärten sie keine Instruktion zu haben; auch stünde dies bei sämmtlichen R. Ständen, nicht bei den Kff. allein. Berlin. E. IX. 8cd. Or. 1 Es handelte sich um die Plünderung von Wasselnheim am 6. Aug. (Reuss S. 51); am 8. Aug. verwendete sich Clervant beim Rat für seinen hieran unschuldigen und durch ihre Beschuldigung schwer gekränkten Bruder Malleroy (Str. Or.), der freilich in der Stadt von langeher einen sehr bösen Namen hatte (vgl. I. No. 223). Der Rat hatte sich bei Sögur beklagt, der den Abgesandten sagte, „das Mallroy ein böser gesell [vgl. Reuss S. 138], der hievor auch understan- den diese statt einzunehmen und sich in dis gescheft wider aller ehrlichen leut willen und consens eingetrungen". Der Rat beschloss jedoch nichts vorzunehmen, aber M. Benehmen in Erinnerung zu behalten (Ratsprot. 7. 9. Aug.). Ein Ausbruch Ms gegen Schrögl bei La Hug. Eph. S. 19. — S6gur verabschiedete sich am 10. August brieflich vom Rat (Reuss S. 83 f; die Annahme ebd. S. 53 A. 1, das Datum sei anderen Stils, ist irrig.). 71-72. 1587 59 71. Leiccster an Johann Casimir. August 11 Dankt für J. C. Sehr, vom 13, Juli. Kam neulich auf Befehl 21 der Königin in die Niederlande; welchen verwirrten Zustand erDordrecht vorfand, „hie nuncius Cels. T. plene poterit monstrare. ... Cels. T. devinetissimus et amantissimus pater R. Leycester". Ma. 545/4 f. 371. Or. (pr. 2-3. Sept.) 72. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. August 12 Teilt Sehr, von Mainz [5./15. August] wegen des navarrischen Heidel- Kriegsvolks und eines Kreis- und Kurfürstentags mit. 1 Letztere ber S Anstellung und die angedeutete Kommunikation mit Sachsen und Brandenburg gehen offenbar nur dahin, das navarrische Volk ver- hasst zu machen, die vornehmsten evangelischen Stände zu exploriren und womöglich durch die kaiserlichen Kommissarien die Handhabung der mandata avocatoria des Kaisers zu erreichen und auch die weltlichen Kff. (die nicht immer einsichtige Räte schicken und sich vor dem Papst und seinem Anhang sicher glauben) herüberzuziehen und damit die völlige Vernichtung der deutschen Freiheit 1 Am 5./15. August schrieb Mainz an J. C. über das Hausen des navarrischen Kriegsvolks und schlug einen kurrheinischen Kreistag zu Bingen am 1. Sept. n, St. und eine Versammlung von Räten aller Kff. und des Administrators am 2. Okt. n. St. zu Speier vor (Ma. 545/4 Cop ; m. m. an Sachsen, Dresden, 9305, Or.) J. C. antwortete am 10. August durchaus ablehnend, wobei er den Kff. Tag mit Stillschweigen überging und bemerkte, er habe nie beabsichtigt sich zum Kriegsvolk zu begeben und sich nicht in Strassburg „einforiren" lassen (Ma. Cop.). Eine vom 7. bis zum 11. August tagende Versammlung des oberrheinischen Kreises (Prot, und Akten Mb. 112/2 V) beschäftigte sich mit den Beschwerden des niedersächsischen und westfälischen Kreises sowie mit dem Durchzug des navarrischen und des kgl. französischen Kriegsvolks; der Kaiser hatte dem Kreisobristen Solms schon am 12./22. Juni Abwehr des anziehenden Kriegsvolks und am 13./23. Juli Schutz des R. K. G. vor den Navarrischen anbefohlen. Solms schrieb aher mit seinen Beigeordneten am 25. Juli aus Strassburg an Worms und Simmern, mit dem navarrischen Volk sei nichts anzufangen und die Vorweisung des kais. Mandats zu Ittenheim wirkungslos gewesen (vgl. S. 51 A. 1). Eine Unterstützung für Niedersachsen und Westfalen lehnte der Wormser Tag am 9. August als unmöglich ab. Welche sinnlosen Gerüchte über J. C. damals umliefen, zeigt ein Schi - . Minucci's an den Herzog von Urbino aus München vom 4./11. August: „II Casimiro, dipoi che non gl' e andata fatta di passar con li suoi raiteri in Franza per Pimpedimento fattoli dal duca di Lorena, si va trattenendo ne' stati dell' areiduea Ferdinando in Suevia, dove manda in ruina tutto ciö che puote, et ultimamente ha prese et sacchegiate due cittä di importanza et dipoi ha minaciato acerbamente quei d'Augusta, i quali si sono preparati giä alla difesa et stannolo ad aspettare senza un timore al mondo" (Rom, pr. hist. Inst. Lettere di Minucei II, 371). 60 1587 72-73. auf einem künftigen R. Tag vorzubereiten. Bittet W., Sachsen und Brandenburg die Bewilligung des Tages zu widerraten. 1 Ma. 545/4 f. 365. Cop. A ^ r üst 73. Segur an Wilhelm von Hessen. 2 (Rechtfertigung seinas Weggangs von der Armee. J. C. Politik un- traukfllrt erklärlich und ganz von den Ratgebern bestimmt. La Hugerye als Nachfolger Beutterichs.) Rechtfertigt seinen Weggang von der Armee mit den hoffnungslosen Zuständen: „colludere hoc est cum hoste, non bellare, et esslesiarum atque ser mi regis Navarrae famam salutemque prosti- tuere. Jam media in Gallia cum exercitu ad portas Parisienses esse deberemus, terrorem hostibus et exitium adferentes. Nobis vero pro Lotharingia et Gallia Alsatia fuit, pro Lutetia Argentina, pro Guisiis et pontificiae factionis capitibus miseri et innocentes agri- colae. Et quid nos tenuit? Ductorern e coelo, credo, et signum ex arce exspectavimus....... lila praetereo, quod vix semi- plenus est equitum numerus, quod neque armis neque equis, uti militares viros decebat, satis instructi sunt. Jsta facile Helvetiorum robur et Gallorum nostrorum alacritas emendant. Sed maiora ab eo, qui totum hoc negotium administrandum susceperat, plerique sperabant, et maiora ab eo ipsius negotia et promissa requirebant. 1 Am 21. Aug. ersuchte L. W. die beiden Kff. auf dem Speirer Tag die alte Werbefreiheit ohne kais. Patente zu schützen und nicht den Gegnern die Rute selbst in die Hand zu geben, nicht über das „secundum malum", sondern „de fönte horum malorum" mit den Katholischen „weidlicheu zu disputiren"; erreichten die Gegner ihre Absicht, „so weren wir teutsche fursten unsers adels so mechtig als der ritter S. Georg seines Schwerts, sessen da wie die Fugker oder andere reiche pfefiferseeke" (Dresden a. a. 0. Or.). Am 8. Sept. schreibt J. C. an Hessen, die beiden Kff. sollten den Tag bewilligt haben (Ma. Cop.) - Unter gl. Datum und im gleichen Sinu S. an mons r de Beau- mont (Tossanus), mit der Bitte seine Entfernung bei J. C. zu entschuldigen (La Hug. Eph. S. 476 f; vgl. Mem. IIL XIV f.). — S. bat in einem weiteren Sehr, vom 26. August, das durch den nach Holland und England abgefertigten d' Averly überbracht wurde, den L. W., seinen und Magdeburgs Anteil an der Kontribution zur Aufstellung einer unter einem erfahrenen Führer sogleich dem Hauptheer nachzuschick- endenTruppezu verwenden(Marb-). Aber die Antwort des Kasseler Pastors D. Lukas Maius vom 5. Sept. auf ein ihm durch d'Averly überbrachtes Sehr. Segurs tadelt sehr entschieden dessen Entfernung vom Heere, übertriebene Klagen und Sehr, an die K. von England u. a. Fürsten; begreift nicht, warum man durchaus einen kostspieligen deutschen Fürsten zum Führer wollte („causas certe gravissimas easque plus quam relevantes, quibus . . . Joannes Casimirus detinetur, quo minus in persona huic exercitui praeesse potuerit, G. V. novit") und spricht sich zu Gunsten Dohna's aus. In seiner mehr als ausführlichen Erwiderung, Frankfurt 27. Sept. (ein Zitat La Hug. III, XV) sucht S. die ihm gemachten Vorwürfe zu entkräften ; er habe nur zu lang geschwiegen, bis er sich entschlossen habe an L. Wilhelm, Magdeburg und England zu schreiben. Seinen Weggang von Strassburg billigte J. C. selbst, „cum nuperrime essem Heidelbergae, quo me voeaverat [J. C. Einladung an S. vom 3. Sept. Pb. V c Oolbert Or.]. Et libere fassus est, gravissime sibi ab iis impositum, quorum consilio et opera maxime utebatur: velle se summopere et cupere, ut quae hactenus 73. 1587 61 Quae habuimus, quae corradere potuimus, eius fidei coramisimus: August nosmetipsos in eius veluti clientelam dedimus: in eo solo plerique 15 spes omues suas defixerant, et ab eo exspectabant, quae exspectari ab viro principe poterant, et a principe, qualem eum etiaranum iudico, cui religio, cui pietas curae, cuius rationes cum nostris coniunctae et connexae, cuiusque res etiam hie cum nostris agi et verti videbantur. Quae eius consilia sint aut fuerint, non facile dixero: quid cogitet, quo tendat, nescio: hoc scio, numquam eum consilia sua mecum communicasse, numquam eum animum mihi suum aperuisse, et ita mecum egisse, quasi aliena, non nostra negotia traetaret. Quod mihi et antea semper valde ineivile et alienum a commodo rerum nostrarum videbatur et nunc valde sus- pectum est. Certe quorsum illa tarn secreta consilia evadant, peccata essent, emendarentur: et ad id operum suam omnem largissime pollicitus est." Die Verhandlungen mit den Truppeu wurden nicht durch ihn geführt, sondern durch Unberufene, „qui ... me a suis con- siliis proeul habuerunt"; ebenso hatten sie es vormals mit dem Kf. Truchsess gemacht, den sie angeblich zur Reformation der^Kirchen nach Westfalen wegschickten und der den Eückzug seiner Helfer nach Heidelberg erst nachträglich erfuhr..... Sie haben das Angebot vieler trefflicher Männer abgelehnt, wie z. B. des Pommern Ulrich von Schwerin [vgl. Br. J. C. II. 435; hier No. 39], der 4000 Knechte und „ad 1000 equitum apparatum" 25000 Taler anbot. Chastillon haben sie nicht rechtzeitig zur Eile gemahnt. . . „Joannem Casimirum nos ducem non petiimus: ipsimet eius ministri ducem eum uobis futurum spem fecerant." Die Kosten für einen fürstlichen Führer berechnete ihm L. Wilhelm auf monatlich 2000 fl.; heute hat der geringste „e praefectis" 2000 Kronen, d. h. 3000 Taler, Buch mindestens 3000 Kronen. Roishausen, Volrad von Mansfeld, selbst Pr. Wolfgang waren voll Rücksicht für die französischen Führer und Berater. „Hie vero baro a Thona imperium in omnes copias statim usurpare voluit et non Germanis solum, sed Helvetiis etiam invitis imperat: quod ipsum absque mandatu suo fieri . . . Joa. Casimirus mihi pro- fessus est, memor ipsum in Belgio imperium comitis de Bossu toler- asse." Empörte Aeusserungen über die gegen ihn, den treuen Diener der Kirche Gottes, gerichteten Verdächtigungen dieser „homines novuli". Dagegen weiss er, „transactionem cum praefectis faetam prius in aulain imperatoris quam ad me pervenisse." . . . Seine durch Bongars in Naumburg überreichte lateinische Schrift [vgl. No. 56], die B. für Kurbrandenburg übersetzen Hess, ist wie er hört jetzt deutsch veröffentlicht worden. . . Vor einigen Jahren schon sagte ihm L. Wilhelm, da J. C. Deutschland nicht verlassen dürfe, müssten sie einen anderen fürstlichen Feldherrn, daneben aber andere Obersten als die vormals von J. C. gebrauchten suchen. „Quae opus erat, . . . J. C. retuli. Tum vero harpyiae illae et hirudines nostrae Beutrichius et post cum La Huguerie aliique clamare omnino necesse esse, ut ipsemet . . . J. C. exercitui adesset, et adfuturum polliceri. Interea consilia sua clam me habere, prineipem ipsum bonum et facilem aver- tere coeperunt.....Ille . . La Huguerie, omnium mortalium im- pudentissimus et fallacissimus, is est, qui in Belgio semina illa discordiae inter . . J. C. et prineipem Uraniae iecit et pertracto in suos partes .Beutrichio omnia istic ita turbavit, ut ruere ex eo coepe- rint ruantque etiamnum hodie. Et ille ipse, ex quo in aulam palatinam venit, rebus nostris oraculum fuit." Man muss daher jetzt La Hug. Abwesenheit bei J. C. auszunützen suchen (Marb. a. a. Ü. III. Or.). 62 1587 73—75. valde sollicitus sum. Principem ipsum bonum scio, sed facilem et suis obnoxium nirais. Possidebat animum eius antea Beutrichius, vir qualem eum nemo non novit. Eo adempto insinuavit se eius in locum alius, cuius mens fraudibus et avaritia et omnibus maus artibus gravida: vereor, ut malum nobis magnum ipsique adeo principi exitium pariat. Statum omnem, uti est, ad ser mum regem Navarrae diligenter perscripsi et ab eo responsum exspecto- Interim mihi ab exercitu illo recedendum iudicavi, ne praesentia mea con- firmasse et approbasse illorum actiones viderer: et in hoc praeci- puae nobilitatis nostrae consilium secutus sum." Marb, Frkr. 1587. III. f. 5. Or, (Pr. Kassel 30- Aug.) August 15 74. Ancel an König Heinrich III- 25 Pra S Audienz beim Kaiser erst am 13.; suchte die kais. Verbote der Werbungen für die Sache des Königs rückgängig zu machen. Der Kaiser versprach sich bald zu entschliessen, aber die Minister halten ihn trotzdem mit schönen Worten hin: die Zögerung sei vorteilhaft für den König u. s. w. . . . Auch Lothringens Gesuch durch den baierischen Agenten um Erlaubniss zur Werbung von 4000 Reitern bisher erfolglos'.' ... Casimir hat das kais. Verbot der navarrischen Truppensammlungen „assez brusquement" abgelehnt, unter ausführlicher Verwertung der Liga, des Bruchs der kgl. Edikte, der Bartholomäusmacht und der päpstlichen Exkommunikation. Die Truppen selbst werden wohl dem Grafen Solms eicht viel anders antworten, zumal Solms trotz der Mahnungen des Fiskals von Speier lange genug gezögert hat. 2 . . . Man glaubt, Casimir werde in Person mustern, „toutes fois qu'il se gardera de s'escarter davantage. Le duc de la Petite Pierre et son fils" streben nach dem Kommando und bieten Casimir an „de luy garder la part du butin, dont il n'est trop marry," aber Segur und Clervant sind hiemit nicht einverstanden. .'-» . . Pb. Vc. Colbert 398 p. 941. Or. 75- Putlitz an Herzog Karl von Lothringen. August 15 Lixheim Kam vor 3 Wochen nach Strassburg, um im Auftrag seines Herrn die navarrischen Gesandten um Vereinbarung des Durchzugs dieser Armee unter Schonung Lothringens auf Grund der von Segur an Tautonville geschickten Artikel zu ersuchen. „Pendant que le tems s'escouloit", erhielt er von T. Antwort und sie trafen letzten Dienstag Abends [8. August] in Zabern zusammen, nachdem er, um nichts zu versäumen, Samstag zuvor [5. August] mit d'Haussonville verhandelt hatte. Da aber T. keine Vollmacht eines Angebots oder Abschlusses hatte, stellte er T. vor, er habe nur mit Mühe „les animositez" so lange zurückgehalten, da K. seine Entschliessung nicht 1 Am .29. Aug./8. Sept. teilt A. mit, die Erlaubniss für beide Werbungen sei erfolgt. 2 Vgl. S. 59 A. 1; Häberlin XV, 13 flf. 75—76. 1587 63 verlauten Hess, hoffe aber bei Bewilligung der ersten 3 Punkte Milderung der andern zu erreichen; länger könne der Durchzug jedenfalls nicht verzögert werden. Er forderte Entschliesung bis letzten Freitag [11. August], gestand jedoch T. eine Verlängerung bis Samstag [12. August] früh um 6 Uhr zu. Freitag Abends kam er nach Zabern, ohne am Freitag oder Samstag von T. oder von Buy, den er gebeten hatte „d'aller devant pour plus grande dili- gence"', Nachricht vorzufinden. Am Samstag beschlossen die Franzosen den Durchzug, der auf seine Bitten noch bis zum nächsten Tag verschoben wurde; Buy hatte brieflich versprochen am Samstag Mittag in Zabern zu sein, kam aber weder Samstag noch Sonntag. So konnte er den Zug nicht weiter aufhalten, ging aber „allant au devant des passions'' nach Pfalzburg, traf aber wieder niemanden „de vostre part" und ist genötigt zu J. C. zurückzukehren, „sans luy rapporter la conclusion tant desiree en cest affaire et laisser tout en la main de dieu". J. C. „recevra un tres-grand deplaisir, encores qu'il ait fait tout office d'ami poury obvier, comme il dtisire tousjours s'employer ä la moderation et fuir les extremitez en toutes choses". 1 Marl). Frkr. 1587. III. f. H- Cop. 76. Schomberg an König Heinrich III. August (Lothringen und Guise. Verdächtigungen gegen den König. Georg _____ Hans. Möglichkeit eines Friedensschlusses. Verhandlungen zwischen Septbr. Lothringen und den Keitern.) 2 „J'ay recogneu ä mon arrivee pres mess rs les ducs de Lorraine et de Guyse (lesquels j'ay trouve" ensemble en ce lieu) que les esprits des ungs et des aultres estoient merveilleusement enveloppes et Nancy 1 Dieses Sehr, schickte J. C. am 25. Aug. an L. Wilhelm (Marb. a. a. 0 ; ebenso an Dänemark, Kopenh. Job. Casimir, Or.), mit dem Bemerken, die Unterhandlungen seien durch Putlitz soweit gebracht gewesen, dass von lothringischer Seite etlicher Massen Erbieten geschehen, nicht allein den Pass zu gestatten, sondern die Schonung des Lands mit einer benannten Geldsumme zu erkaufen; sie hätten sich aber durch Guise zerschlagen, „der unversehens uf der post aus Frankreich naher Nanci kommen." Der ganze Haufe sei ungehindert über die Steig gerückt und habe Pfalzburg und dann Saarbrücken eingenommen, das sich nach Auffahren des groben Geschützes gegen Zahlung von 10000 Kronen und freien Abzug der Besatzung ergab. Am 20. soll der Haufe gegen Blankenburg (Blamont) gerückt sein. Vgl, über die Verhandlungen den Bericht bei La Hug. Eph. S. 45 ff; 74 ff ; 141 ff; Mem. III, 50 ff. (Eph. S. 4 A. 3; 548 Putlitz irrig als „gentilhomme lorrain" bezeichnet!); über den Zug des Kriegsvolks seit 13. August Eph. S. 95 ff. über die ersten feindlichen Ziisammen- stösse ebd. S. 115 ff; hiezu Tuetey I, 56 ff. In einem sehr zuversichtlichen Sehr, von Guise an Bellievre, Vaucouleur 4./14. August, heisst es am Schluss: „II faut que je vous face rire"; gestern bot Casimir durch Buy Lothringen seine Vermittlung an, um die Reiter zum Einschlagen einer anderen Marschroute oder zur Schonung Lothringens zu bestimmen; „qu'il avoit desjä pour set effet offert quelque argen; il commanca par 200 000 V, enfin il revint k XXV ; il fut renvoye de mesmes" (Pb. f. fr. 15909, eigh.). 64 1587 76. August embarassös de mescontentement et de defiance. Les maistres ont 2 ^ este tousjours fort modestes en leur propos, mais leur serviteurs se Septbr. sont plainct plus ouvertement et crient encores plus fort que jamais, 2 d'aultant que l'ennemy faict plus de demonstration asteure de se vouloir attaquer ä ce pays qu'il n'a encores faict." . . . Man teilte ihm angeblich aus Frankreich an die „ministres" Navarras in Deutschland geschriebene Briefe mit, „par oü l'on leur mande qu'ilz oyront parier de la paix aussitost qu'ilz seriont sur pied, mais qu'il fault bien qu'ilz se donnent de guarde d'entrer dans le royaulme de peur de offencer V. M td , mais qu'ilz gallent bien les Lorrains et que cependant la paix se traictera, ä laquelle mess rs de Guyse n'oser- oient s'opposer, affin de delivrer le dict pays de Lorraine de ceste oppression, joinct qu'aviez bien de quoy les chastier, s'ilz vouloyent faire les mauvais. Jlz m'ont battu les oreilles de plusieurs aultres telles et semblables impostures et calomnies. Mesmes ce marot du duc de la Petite Pierre a bien este si fol que de me dire en presence de mess ra de Lorraine et de Guyse, que je les trompois en leur promettant assistance de V. M t6 , et qu'il avoit veu des lettres entre les mains d'ung du canton de Zürich, par lesquelles V. M t6 faisoit bien cognoistre que n'aviez pas la levee du roy de Navarre pour desaggreable. V. M tÄ ne doibt doubter, s'il . vous piaist que je ne luy ay dict librement que c'estoit une calomnieet imposture forg6e en sa boutique; comme aussi mess ra de Lorraine et de Guyse luy ont bien faict cognoistre, qu'ilz ne vouloient pas ou'ir parier indignement de V. M* 5 . Jl est ä noter, sire, que nostre dispute estoit le soir apres souper le jour qu'il arriva icy; depuis il n'a pas comparu. Car la nuict une grosso et forte fiebvre le prinst. laquelle le tient encores, de fagon que l'on ne parle ä luy. Hier ung espion raporta ä monsieur de Lorraine en ma presence, que les Francoys de l'armee estrangiere disoient publiquement, qu'ilz avoient de quoy monstrer, qu'ilz ne faisoieiit pas desplaisir a V. M t6 de bien gratter mess rs les Lorrains et la Ligue. Or j'ay voulu representer ce que dessus ä V. M te pour vous faire cognoistre, en quelle disposition je peulx avoir trouve les humeurs de ces gens icy. Toutesfois, Sire, monsieur de Guyse s'est remis de teile fagon depuis mon arrivee, qu'il promet ä V. M ti! de ne mener des forces estrangieresdans vostre royaulme sans vostre consentement, et mesmes desire lever ä V. M t<; l'opinion qu'elle peult avoir, qu'il fasse deseiug de s'acquerir de la gloire et du credit parmy voz subjects au depens et prejudice de vostre reputation et auctorite. Jlme l'apromis et jure" entre mes mains et m'a asseure de vouloir tesmoigner le mesme ä V. dicte M tli par sa lettre etses deportements. Les considerations de ce que desus m'ont empeche d'entrer en aulcun propos de paix ny avecques luy ny avecques monsieur de Lorraine, de peur de tout guaster, mais je poursuis fort et ferme la negotiation pour renvoyer les reistres." Auf Erfolg ist aber nur zu hoffen, wenn man die Feindseligkeiten gegen Bouillon, ihren Führer, einstellt, ihm „son bien de la France" zurückgibt und gestattet die französischen Protestanten in Sedan und Jamets aufzunehmen. Die Reiter werden nicht umkehren wollen, ohne etwas für Navarra getan, mindestens für ihn und die Kirchen einen Waffenstillstand erlangt zu haben. „L'ung des accrocs que 76-77. 1587 65 je crains en ceste negotiation est l'iutention des conseillers de monsieur de Lorraine, assavoir que leur maistre ne doibt pas permettre ny que la bataille se donne dans son pays, pour le hazard de soq estat, ny que s'y fasse ung traicte ou Conference de paix, parceque les longueurs qui surviennent ordinairement en tels traictes, apporteroient une totale ruine ä ses subjects. Mais je cognois le maistre si desireux de faire paroistre ä V. M tl! la sincere volonte qu'il porte au bien de vostre Service, que j'espere de luy bien faire passer ceste carriere, si nous en tombons lä- Or je supplie tres-humblement V. M tlS de vous asseurer, que je n'oubliray rien que je penseray pouvoir servir au soulagement de voz subjects, sans acception de personne, qui ce puisse estre desous le ciel; et si V. M t6 est ä cheval le huict ou dixiesme de ce moys, comme j'ay tousjours ouy dire que seriez, j'estirae que ne trouverrez ceste armee gueres advancee dans vostre royaulme et que mess™ de Paris feront leur vendanges ä leur ayse. J'ay escript par mes dernieres ä V. M t6 , comme mons r de Lorraine auroit accorde d'entrcr en couf6rence pour le passage libre de ceste armee par ses pays. Hier Buy est revenu pour avoir les saufconduicts, niais parcequ'ilz ne faisoieut venir ä ceste Conference que les s" de Monlouet et de la Huguerie, mons r de Lorraine a rejette la dicte Conference et reassigne jour ä sammedy en ung chasteau ä six Heues d'icy, ä la Charge, qu'avecques ces deux viennent le collonel Clote, le lieutenant collonel de Hans Bucb, qui a este nourry du duc Erich de Brunswig, beaufrere de mons 1 ' de Lorraine, et leur feltmarchal nommeRumpf, qui a este sous moy les guerres passees. Le dict s r duc de Lorraine a adjouste encores trois aultres conditions, assavoir qu'ilz leveront le si6ge devant Blamont (ce qu'ilz ont faict avant le retour de leur depute); plus qu'ilz n'entreront ny s'estenderont avecques leur corps d'armee plus avant dans la Lorraine jusques apres ceste Conference ; et que les factions de guerre en la campaigne et oü le canon ne marche poiuct, demeureront libres d'ung coste et d'aultre. Je ne puis assister ä ceste negotiation, pour n'estre pas ä mons r de Lorraine, mais j'y feray nommer, si je puis, personnes, qui desirent le Roulagement de la Krance et ne fauldray de donner advis ä V. M" 5 aussitost de ce qu'en pourrez esperer." 1 Pb. franz. 3373, f. 21. Or. 77« Philipp von Winncnberg an Johann Casimir. August 26 Berichtet über die Verhaftung des Obersten Friedrich Cratz H ... • am Mittwoch [23. Aug.]. Kais. Mandat, Cratz freizulassen. Hat oc dem Cratz das von J. C. Befohlene vorgehalten. Cratz wollte nichts eingestehen und ihn selbst zum Kampf herausfordern lassen, wogegen 1 Diese erneuten Verhandlungen mit Lothringen, über die La Hug. Eph. 122 ff; 137 ff; Mem. III, 99 ff. sehr ausführlich berichtet, wurden am 24. Aug./3. Sept. wieder abgebrochen. In einem Sehr, vom 24. Aug./3. Sept. an den K. spricht Schomberg vom Vorrücken des Feinds und von dem Entschluss ihm bei Nancy eine Schlacht anzubieteu; Lothringen habe etwa 1200 Lanzen von Spanien, 700 eigene, 800 vom K; Guise könne 4000 Mann Fussvolk haben (Pb. a. a. 0.). Vgl. Tuetey I, 44 ff. Bezold . Briefe des Pfalzgrafeu Johann Casimir. III. 5 66 1587 77—78. er ihm den Befehl J. C's verlesen Hess, ihm sogleich den Kampf anbot und ihn für einen Schelm erklärte. Cratz hat auch J. C. bedroht. „Es ziehen die genachbarten vom adel, gleichfalls das paffengeschwerm mit häufen zu im hin, haben und geben ire ratschleg miteinander." Doch will der Rat auf sein Erinnern dies abschaffen. J. C. soll beim Rat nochmals auf Auslieferung dringen. 1 Mb. 113. 3 I f. 245, Conc. August 78. Instruktion Segur's für den nach England abgefertigten mons r d'Averly. 2 Frankfurt (Anbringen in Kassel, Bremen und Holland. In England Verständigung mit den Vertretern Navarras. Bei der Königin Beschwerde zu führen über J. C. und dessen verräterische Ratgeber, die Kapitulation, die Verhandlungen mit Lothringen. Notwendigkeit einer neuen Armee unter anderer Führung. Ein Darlehen von Drake zu erbitten. Beutterichs Verhandlungen mit Malleroy 1580.) A. soll in Kassel den Landgrafen über den Zustand der Armee und ihren Aufenthalt im Elsass unterrichten und ersuchen seine und anderer Kontribution „promptement" an Otto von Lüneburg, Philipp von Braunschweig oder Christian von Anhalt zur Werbung von 4000 Pferden und einem Regiment Landsknechte aushändigen zu lassen, ferner Segur mitzuteilen „ce qu'il aura ä faire pour l'advenir" und die K. von England um weitere Unterstützung zu bitten. A. soll in Kassel die Briefe für den Administrator an „Megbach" abschicken und sich erkundigen, ob Dänemark, L. Wilhelm und Magdeburg nicht J. C. 100 000 Taler zugesichert haben, wie Bongars berichtet hat; ist es so, so müsste man dieses Geld für den Nachzug verwenden und einem der 3 Fürsten zustellen „pour estre chefs ou ä mons r le landgrave pour en ordonner," jedenfalls nicht J. C, wenn es nicht wieder schlecht verwendet werden soll. D. Lucas Maius und der Sekretär „Hugelius" sollen an S. schreiben. 1 Ueber Friedrich Cratz von Scharffenstein vgl. I S. 132; 157 A. 2; 382 A. 3; La Hu g. III, 395 ff. Die Verhaftung erfolgte zu Worms wegen Werbung für K. Heinrich III., dessen bestallter Oberst C. war. Am 25. Aug. befiehlt J. C. Winnenberg, den C. wegen seiner wiederholten Werbungen und Praktiken gegen die Hugenotten zur Rede zu stellen und an sein früheres entgegengesetztes Versprechen zu erinnern. Am 26. Aug./5. Sept. forderte die rheinische Ritterschaft zu Mainz vom Wormser Rat Aufhebung der Haft oder wenigstens Verhütung der Auslieferung auf anderes Gebiet; am 27. Aug. verlangte J. C. vom Rat Aufrechthaltung der Haft, auf seine Verantwortung. Winnenberg verlangte am 2. Sept. vom Rat Haussuchung nach Waffen bei den Geistlichen und den Juden und gutes Aufsehen auf C. und die Sicherung der Stadt, da morgen viele vom Adel, gegen 600 Pferde, eine Hochzeit zu Herrnsheim feierten. J. C. sandte Putlitz nach Worms und gestattete auf dessen Bericht Aufhebung der Haft, wenn C. sich gegen den Rat verpflichte bei einer neuen Werbung dem kurrheinischen Kreisobersten Kaution zu leisten und die Haft nicht rächen zu wollen (J. G. an den Rat, 5. Sept.). 2 Vgl. S. 60 A. 2; Anquez S. 23. 78. 1587 67 In Bremen wird A. den Dr. Pezelius 1 bitten S. Sehr, an Herzog August Otto und Dr. Henricus Mollerus zu schicken und S. hieher oder 26 durch Maius zu schreiben. In Holland soll A. Leicester, den Kf. Truchsess und Villiers aufsuchen und um Beförderung nach England sowie um Sehr, an die Königin und ihren Rat ersuchen. In England soll A. zunächst sich mit Buzanval und La Fontaine verständigen und „les blancs" für die Königin, „le s r Drac" u. a. Herren ausfüllen. „Fera entendre, que tout le mal est advenu pour avoir attache nostre negotiation au duc Cazimir; que cela a offense' tous les princes, lesquels voyans qu'on s'addressoit ä luy, se sont retirez de nos affaires. Fera aussi entendre la facon, de laquelle le dit s r duc a traicte avec nous. Ce que mons r Palavicini sera prie de leur faire entendre; car il importe que la royne le sache et les bons, afin qu' ä l'advenir on ne soit plus trompe. Leur communiequera la capitulation qu'on a contraint mous r de Segur de signer sans voir et laquelle le duc a retenue six mois sans la vouloir delivrer. 2 Et d'icelle ne baillera copie ä personne quel qu'il soit. Et sur ce, s'il vient ä propos, sera bon de remonstrer, comment aussi on auroit contraint le dit s r de Segur de donner au dit s r duc une quittance de deux cent mille florins ou bien pres de l'argent qui avoit este mis entre ses mains, et outre ce une Obligation de cent neuf mille florins et plus de ce qu'il auroit avance. Et ce sans luy laisser ni mesme monstrer aueun estat pour sa descharge." S. habe in Voraussicht der üblen Folgen de La None u. a. vornehme Franzosen gebeten nach Strassburg zu kommen; sie hätten ihm aber, da mit den Räten des Herzogs und dem Ehrgeiz „de quel- ques-uns des nostres" nicht fertig zu werden war, geraten in Deutschland zu bleiben, um nicht durch seine Gegenwart die Unordnungen und noch weniger die Kapitulation gutzuheissen. Man muss eine neue Hülfe unter einen deutschen Fürsten schicken und Thona seine Autorität entziehen. Schlimmer als die geringe Zahl und schlechte Qualität der deutschen Truppen (nur die Schweizer und Franzosen taugten etwas) sei der Aufenthalt im Elsass gewesen; Chastillon „n'avoit peu passer encores et estoit arrive en Daulpbine il y a plus d'un mois." Die schlechten Räte J. C. seien Lothringen günstiger gesinnt als Navarra. Beweis der Vertrag mit Lothringen, den S. vergebens durch den Vorschlag von Bedingungen ungefährlich zu machen suchte. Man verhandelte „tout autrement", ohne S. zu benachrichtigen oder um Rat zu fragen, in Zabern durch La Huguerie und Couvrelles. Die Früchte davon zeigen sich allmählich zum Ruin der ganzen Sache, „Remonstrera aussi ä la royne que d'avoir attache nos affaires au duc Cazimir a este la ruine d'icelles. Et que son bienfait nous sera inutile, si S. M t(5 n'i pourvoit bientost. Ce que luy sera aysö, pourveu qu'elle nous vueille envoyer autant qu'elle a fait, pour le faire mettre entre nos mains ou du landgrave, pour apres estre delivre au duc Ottho de Lunebourg on au duc Philippes de Brunswic ou 1 Dr. Christoph Pezel, seinerzeit in die Katastrophe des sächsischen Kryptocalvinismus verwickelt, seit 1583 Pastor in Bremen. . 2 Vgl. S. 41 A. 2. .. 68 1587 78. AußiiBt au prince d'Anhalt. Que ceste seconde armee donnera victoire, dela 26 quelle l'honneur sera attribue' seuleraent ä S. M t(5 . Mais il faut se haster'*. A. soll Walsingbam alles sagen, ebenso Palavicini, und die Königin um Veranstaltung einer Kollekte in ihrem Reich bitten, ferner sich an mons r Drac wenden, diesen um ein Darlehen von 100 000 oder 200 000 escus gegen Verschreibung einer Grafschaft oder eines sonstigen Gebiets nach seinem Wunsch ersuchen und daran erinnern, dass er vor 3 Jahren S-ein Schiff mit 20 Geschützen und 1000 escus an Silbergeschirr sowie ein Darlehen von 10 000 francs angeboteu habe; für jetzt bitte S. um ein Darlehen von 15 oder 10 000 escus. Auch mit dem Grossschatzmeister u. a. Herren des Rats soll A. sprechen, an Navarra,Bericht erstatten, an Turene, Duplessis und Dupin schreiben und den Ersatz seiner Reisekosten durch die Königin oder die Kirche betreiben. A. soll anbringen, „oü il est expödient", dass J. C. Dohnas wegen Otto von Lüneburg, Christian von Anhalt, den Sohn des „prince de la Petite Pierre" u. a. zurückgewiesen habe; ebenso Schwerin, der 2 Regimenter Knechte und 25 000 Taler, den „s r de Redt" aus Jülich, der ein Regiment Knechte, und mons r de Haraucourt, der auch ein Regiment Knechte auf seine Kosten anbot; ,,en sa place on a mis Schregel" auf Kosten Navarras und der Sache. Die Kapitulation, in der J. C. die Zahl der Truppen nicht bestimmt und sich nicht zur Führung in Person oder Sendung eines Fürsten „ni ä avancer rien du sien" verpflichtet, bindet Navarra „ä si rüdes con- ditions que quand il l'eut tire du söpulchre. il n'en eut sceu demander de plus avantageuses pour son particulier ni plus rüdes pour le dit s r roy de Navarre et toutes les eglises. Parlera aussi le dit s r d'Averly de la negotiation de Beutrich avec Maleroy l'annee 1580. Et ce lors que le dit Beutrich estoit venu en France avec monsisur le prince; de laquelle nous avons onze lettres. Le traicte portoit que le duc Cazimir soubs pr&exte de venir secourir le roy de Navarre et les eglises s'armeroit; et qu'estant en France, messieurs de Guyse moyenneroient de faire une paix assez favorable pour les 6gliaes; laquelle faite les armees se retireroyent. Et que lors que celle du duc Cazimir seroit ä la frontiere d'Allemagne, messieurs de Guise s'armeroyent contre le roy et la maison de France et appelleroyent ä leur secours le dit s r duc Cazimir, qui se joindroit ä eux et les ayderoit ä ruiner le roy et la maison de France. Puis en recompense de si bons offices messieurs de Guise luy ayderoyent ä se faire empereur. Mais d'autant que avant que monsieur le prince fust en Guienne, le roy de Navarre feit la paix, ce coup fut rompu, de quoy Beutrich et son maistre furent bien estonnez. Quelque temps apres on feit l'entreprinse de Strasbourg. Aucuns disent que c'estoit en faveur du duc Cazimir. Tant y a que depuis ce temps lä, il y a eu grande correspondance entre eux, comme Beutrich l'avoua ä sa mort. Et ce qu'on a fait et traicte ä ceste heures le demonstre." 1 ..... JPb. Vc. Colbert 402 f. 166 Cop. 1 Vgl. No. 39. Mit dem Vorwurf, J. C. habe sich zum Kaiser machen wollen, geht S. über den Inhalt der uns vorliegenden Briefe Beutterichs von 1580 hinaus. 79-80. 1587 69 79. Leicester an Johann Casimir. Septbr. Q (Sein Verhältniss zu den Generalstaaten. J. C. deutsche Armee.) -j^- „Monsieur mon fils! Jl y a long temps que j'avoy delibere Haag de vous envoyer homme expres afin de vous faire amplement en- tendre Testat de nos affaires de pardegä. Maisil s'est tantpresente de diföcultez ä ce mien retour, que je n'ay peu me resoudre ni vons advertir d'aucune chose certaine. La cause de ces nouvelles difficultez est procedee de l'huraeur ordinere de ces gens-cy que vous conoissez, et partie aussi des prattiques secrettes d'aucuns de ma nation propre qui ont voulu empescher mon retour en ce paus. Vray est que deptiis bien peu de jours lesEstats m'ont rendu l'autorite que j'avois auparavant, et commoncent peu ä peu ä se remettre ä la raison, et espere que dieu nous en donnera bonne issue. Je ne cesse d'entretenir Sa M tÄ en bonne volonte en leur endroit pour leur faire du bien quasi maugre eux mesmes. L'on dit que l'ennemy fait quelques preparatifs de vaisseaux et navires de guerre pour nous assaillir par mer. Nous avons dieu mercy les moyens de nous defendre de ce coste-la, pourveu que nous soyons bien unis ansemble. An reste, monsieur mon fils, nous sommes icy en grande expectation de vostre armee allemande que vous avez envoyee en France, et n'en avons icy rien de certain, J'espöre que vous nous en ferez part, s'il vous piaist, ensemble de vos nouvelles d'Allemagne et des vostres en particulier qui me seront tonjours tres-agreables. De la Haye, ce XVIIl e sep bre 1587 styl, angl." (pr. 27. Okt.). „Vostre bon pere et bien humble amy et serviteur R. Leycester". Ma. 545. i f. 379. EigU. 80. Johann von Nassau an Grünrade. Septbr. 8 Bewusste Heiratshandlung. . . . Würde den begehrten Discours Dillen- von der vorgeschlagenen Landrettung oder Union gern schicken, bürg will sich aber, da er zu einer so weitläufigen Arbeit kaum kommt, in Kürze mit Putlitz und Hütten darüber besprechen. G. möge bei J. C. sondiren, ob J. C, falls es zur Bestallung von 4, 5 oder mehr tausend Pferden käme, jährliches Dienstgeld auf ein oder mehr tausend Pferde und Regiment Knechte geben wollte; dabei wäre auch eine Unterstützung der Christen in Frankreich und den Niederlanden nicht ausgeschlossen. 1 Wiest). Dillenb. Archiv. Conc. 1 J. C. Hess durch Grünrade, Heidelb. 16. Sept., antworten, er wisse, dass Spanien und der ganze päpstische Anhang längst dahin trachteten der Pfalz eins anzumachen und ihre tyrannische Münze dort gültig zu machen, verlasse sich aber darauf, dass solche Anschläge wie bisher nicht durch Gegenverfassung und menschliche Hülfe, sondern einzig und allein durch Gottes Vorsehung aufgehalten worden seien. Trotzdem verstand Gr. Ehem und Reuber dahin, dass J. C. geneigt wäre sich mit J. und andere Glaubensgenossen in engere Ver- ständniss einzulassen und ebenso es gern sehen würde, wenn J. seinen jüngst in Heidelberg gegen Ehem und Reuber gemachten. Vorschlag, 70 1587 81—82. Septbr. 81, Johann Casimir an Wilhelm von Hessen. 14 y eu _ .... „Was dann Segurii reden und unbedachtsamer weise an die schloss konigin zu Engelland und an Navarra getane schreiben anlangen tut, haben wir furlengst allerhand bei Segurio befunden, das uns an ihme missfallen, darumb wir ihnen auch nicht zu allen geheimen sachen gezogen. Und ist nicht ohne, das er in viel wege, gleichwohl unsers erachtens nicht böser und fursätzlicher meinung, sondern aus zorn und Unbedachtsamkeit, dieweil wir ihme nicht in allen, sachen vertrauen und alles mit seinem zutun verhandlen können, viel getan und geredt, das er pillig hette sollen underlassen Darumb wir ihnen auch negstvergangener tagen zu rede gesetzt 1 und ihme unser missfallen notturftiglich entdeckt haben, daruf er sich auf vorgehende ausfüerliche entschuldigung erpoten, da er mit seinen schreiben bei der konigin zu Engelland und Navarra etwas möchte verderbt haben, das er solches endern und verbessern wolte; dabei wir es auch bewenden und ihme als einem Gascogner, qui communement ont la teste verde et chaude, sein weise lassen und mehr auf die gemeine sache dan auf sein und seines gleichen undankbar gemüt sehen müssen." . . . Bittet um Nachricht darüber, ob Sachsen und Brandenburg mit 3 oder 4000 Pferden die Einsetzung des Erzh. Maximilian unterstützen wollen. Durch die polnischen Händel könnte leicht auch der Türke ins Spiel gebracht werden. . . . Frkr. 1587. III. f. 160. Or. Septbr 16 82. Ernst von Mansfeld an den Kanzler Heinrich Ram el. Gf J«Q OD. bürg (Ulrich von Dänemark und die deutschen Stifter. Dänische Landerwerbungen im Elsass. Französischer Zug. König Friedrichs Wahl zum römischen König.) Vorbereitungen für die Uebersiedlung des Prinzen Ulrich nach Strassburg. U. wird am 8. Sept. in Magdeburg als Exspektant gewählt wordeu sein; der Domherr Georg von Carlewitz schlug Erwerbung weiterer Pfründen für U. in Halberstadt, Merseburg, Meissen, Zeitz und Naumburg vor. Wilhelm von Lüneburg wird dem König berichtet haben, was er mit Asch von Holle, dem Statthalter von Hildesheim, habe reden lassen; „Bavarus" wollte das Stift gegen eine ziemliche Summe und Restituirung von Peine nebst Pfandschilling dem B. von Bremen resigniren, was aber durch den Tod Adolfs von Holstein nicht zu Stande kam; dies Hesse ihn selbst und andere Grafen gegen 1000 Taler jährlich in Wartgeld zu nehmen, mit anderen Grafen und Herren besprechen und dann die Aufstellung von einer Fahne Reiter und 2 Fähnlein Knechte bei J. C. anregen würde (ebd. eigh.). J. erwidert Grünrade am 25 Sept., J. C, Ehern und Reuber hätten seinen Vorschlag nicht verstanden; würde gern vor der Abreise des Putlitz nach Heidelberg kommen, schlage aber wegen grösserer Heimlichkeit einen Ort in der Nähe vor Cebd. Cop.) 1 J. C. Kalender zum 5. September: „Segurio" kommt; 6: in die französische Predigt „avecque mons r de Segur"; am 8. begleitet S. den Pf. nach Neuschloss und auf die Jagd; am 9. zieht er weg. 82—83. 1587 71 sich durch Holle auf U. übertragen. Herzog Wilhelm fürchtet die Absichten seines Vetters Julius auf das Stift, „dieweil es mit dem herrn heist: malo te habere amicum quam vicinum". Ausführliche Vorschläge über die früher besprochene Erwerbung von Landgebiet im Elsass (von Erzh. Ferdinand, Georg Hans, Dietrich von Schönberg) für Dänemark; in 40, 50 Jahren kann sich viel ändern „und lest sich mit Oesterreich ansehen, als were es in flore gewesen; wer weiss wann es wieder gelöset wird und was dazwischen kumpt." 1 . .. Der König möge die für den französischen Zug bewilligten 20 000 Taler an Magdeburg auszahlen lassen, da sie wegen des Sterbens unter dem Volk und der deutschen Verstärkungen der Gegner für einen Nachzug dringend nötig sind. J. C. wollte dieser Tage deshalb an die K. von England schicken. Wenn die Sachen in Frankreich wohl abgehen, ist der Strassburger Kapitelsache schon gar geholfen. . . Die Pfaffen hier aussen sorgen sich, „vor der K. Mt, das die zum römischen könig geweit seie, adfirmiren es gar constanter." Findet es noch heute in interzipirten Sehr, aus Lothringen; „der einer bittet bericht zu werden, ob ihm also seie". 3 Kopenh. Strasb. Domkap. I. lg. Eigh. 83. Instruktion Johann Casimirs für den nach Septbr. England abgefertigten Dr. Junius. 3 (Ursachen der unzulänglichen Einleitung des französischen Zugs. J. C. Uneigennützigkeit. Aufstellung einer zweiten Armee.) J. C. bedauert den voraussichtlichen Misserfolg der Armee. „Le mal vient de n'avoir este bien servi de ceux qu'il a employe." Die navarrischen Gesandten „ne s'entendoyent pas, comme il eust este de besoing." Die versprochene Hülfe der K. Fürsten blieb aus; die englischen Gelder kamen nicht auf ein Mal und ihre Sendung verzögerte sich sehr; die Verbote der Fürsten hinderten die Teilnahme vieler tüchtiger Leute, wie des Grafen Albert von Barby, sodass die Stärke des Volks hinter den Abmachungen zurückblieb; selbst Buch brachte nur 1000 oder 1200 Reiter auf statt 3000. J. C. „ne pouvant assister de sa personne ä ceste armee" ersuchte Otto von Lüneburg, der durch Krankheit verhindert wurde; daher musste J. C. „pressee du temps" das Kommando der Armee an „Thona" übertragen. J. C. hat die englischen Gelder getreulich für diese Sache verwendet,, ,mesme mis du sien" bis zu 100000 Talern. Erwähnt die Königin die 2 Kapitulationen, so tragen einige Diener 1 Der Abschnitt über die dänischen Projekte im Elsass nach meinem Auszug wiedergegeben bei Meister, Kapitelstreit S. 307 A. 1. 2 Vgl. S. 28 A. 1. Am 29. Sept./9. Okt. schreibt Guise aus Ghablis an Bellievre, man schriebe ihm aus Deutschland, die protestantischen Kff. hätten den K. von Dänemark zum römischen K. gewählt und wollten Truppen sammeln, um seine Kaiserkrönung ins Werk zu setzen; „sella ambroulera nos voizins et donnera quelque repos ä nos affaires ou moyen d'en trouver" (Pb. f. fr. 15909, eigh.). Vgl. die Bezeichnung Dänemarks als „il principale dei protestanti" in einer toskanischen Depesche vom 25. Juni/5. Juli bei Desjardins IV, 703. 3 Vgl. No. 82; Anquez S. 23. 72 1587 83—85. J. C. und einige von den navarrischen Gesandten hieran die Schuld. J. 0. sucht keinen Vorteil für sich, nur die Sicherung der französischen Kirchen und Navarras. Da aber die Armee den Gegnern vermutlich nicht gewachsen sein wird, will J. C. alles das Seinige daran setzen; dies genügt jedoch nicht zur Aufstellung einer zweiten Armee „teile qu'il faut", obwohl er Oberste und Rittmeister für 6000 Pferde in Wartgeld genommen und um 6000 Mann in die Schweiz geschickt hat und noch 4000 Landsknechte anwerben wird. Bis zur Antwort der Königin will J. C. „retirer et entretenir sur ses terres" Chastillon mit etwa 3000 Schützen und 3000 Pferden. Bittet dringend um weitere Unterstützung der Königin. J. C. „recognoistra l'armee sienne"; kann er nicht in Person ausziehen, so wird er der Armee ganz nach der Weisung der Königin einen fürstlichen Führer geben und die Marschroute bestimmen; .,somme, que ce sera l'armee de S. M te - conduite eutierement selon la volonte d'icelle". Pb. Vc Colbert 402 f. 168. Cop. Se Ptbr. 84. Johann Skrzetuski, Sekretär der Krone Polen, an Johann Casimir. Oktober 1 Vom polnischen Senat an die Kff. abgefertigt, kam er zum ei P zl g j£f_ von Sachsen, erkrankte aber nebst dem Diener, der ihn persönlich hätte vertreten können. Schickt daher das Sehr, des Senats an J. C. 1 und bittet den Ueberbringer mit der Antwort rechtzeitig hieher zurückgelangen zu lassen. Berlin. E. IX. 8 cd. Cop. Septbr. 85- Schomberg an Pfalzgraf Johann. 29 ___ .(Nachrichten vom Kriegsschauplatz. Schlechte Aussichten für das Oktober Invasionsheer. Lothringens Rüstungen und die Vorschläge J. C. Die 9 fremde Armee das Haupthinderniss des Friedens.) Voye Auf J. Sehr, vom 15. September. „L'armöe de mons r de Bouillon (lequel et son fröre mons r le conte de la Marc sont tous deux malades) est vers St. Sene ä la teste de la riviöre de Sayne. Mess" de Guise et de Maine sont avecques forces du roy, assavoir deux mille lances et quatre mil harquebusiers, pres les ennemis chez moy ä Chastilion sur Sayne, et puis asseurer 1 Vgl. No. 70. Ein Sehr, der polnischen und littauischen Stände an J. C. vom 5./15. August teilt mit, Sigismund sei fast einstimmung zum König gewählt, und ersucht J. C. das Seinige zur Erhaltung des Friedens beizutragen (Berlin ebd. Cop.). — Am 6./16. Sept. dankt der Kaiser J. C. für die Schickung nach Polen, mit dem Ersuchen von der Sache nicht abzulassen und etwaige Werbungen und Durchzüge für den Prinzen von Schweden zu verhindern (ebd. Cop.). Am 31. Okt. schickt Kurbrandenburg an J. C. auf dessen Sehr, vom 5. Okt. (ebd. Or.) ein Diarium vom polnischen Wahltag sowie seine Antwort an die Stände und seine und Sachsens Sehr, an Sigismund und an den Kaiser (ebd. Conc). 85. 1587 73 V. Exe. qu'ilz ne les laissent dormir en repos." Lothringen geht Septbr. Montag von Nancy nach Bar, um mit seinen Truppen zu den von. Guise befehligten Königlichen zu stossen. Wird am 15. die kgl. Oktober Keiter in Beaulieu mustern lassen, um sie auch zu dieser Armee 9 zu führen. Navarra's Vereinigung mit Soissons; der K., der mit seiner Armee persönlich gerade gegen Navarra zog, hat beide „regitte . . dans le Poictou" und Joyeuse sehr verstärkt, damit er Navarra auf den Fersen bleibe. Der K. selbst wendet sich gegen die Armee Bouillon's, weshalb „il haste tant mondict s r de Lorraine et nos reistres. Mons r de Chastillon a joinet la dicte armöe, mais eile n'en a pas est« beaueoup renforeee. Car il n'a mene que douze ou treize cens harquebusiers et cinquante ou so- xantc chevaulz qu'ils appelent cuirasses. Je ne scay, si mons r de Bouillon pourra gueres plus longstemps cheminer de son armee estrangere, laquelle souffre beaueoup; eile est sans argent, n' ayant auleune ville ä leur commandement pour y pouvoir retirer leur malades, dont ils en ont grande quantite, et ne sont pas prestz de voir bientost le roy de Navarre joinet en leur armee. Les prisonniers disent que les reistres n'ont pas grande envie de passer gueres plus oultre sans argent et plus grande forees. II ne fault pas qu'ils pensent, si le roy les approche, que c'est pour les combattre par l'espee, ains par incommoditös seulement. A ung moys d' aujourd'huy nous verrons plus clair ä ce que ceste grande armee deviendra. Quand ä l'armement de mons r de Lorraine, je ne l'y ay pas pousse, V. Exe. me le doibt croire, s'il luy piaist, parceque je l'y ay trouve tres-resolu ä mon arrivee de France; et si je ne l'eusse veu en ceste volonte, je n'eusse rien oublie pour l'y faire resouldre, parceque c'estoit la volonte, le service et le bien des affaires du roy mon maistre, oultre que le duc de Lorraine n'estoit pas si petit compaignon qu'il le failloit menasser d'une si estrange fatjon qu'il m'a dict que l'on faisoit. Je ne veulx pas revoequer en doubte que le conseil de mons r le duc Jehan Casimir n'aye este hon et utile ä mons r de Lorraine, encores que je ne Sache pas, quel il a este; mais bien m'a dict mondict s 1 ' Lorraine que l'on luy demandoit une grosse somme d'argent; qui est une demande, k laquelle ont aecoustume de condescendre ceulx qui ont ou faulte de coeur ou de moyen de s'y defendre. Quand je suis arrive la derniere fois a Nancy pres mon dict s r de Lorraine, j'ay trouve l'armee de mons r de Bouillon desjä en Lorraine et la ville de Sarbourg branquetee et mondict s r de Lorraine prest ä mettre le pied en l'estrier pour defendre ses villes et subjeetz au hazard le sa vie. V. Exe. cognoistra h mon opinion par les effeetz que ceste. grande armee ne servira pas (commme j'ay tousjours dict ä .V. Exe.) ny ä la r^conciliation des volontes des princes de France ny ä 1' advancement du repos et de la tranquillite, et ne pense pas qu' auleuue paix se puisse faire en France qu'apres le retour de la dicte armee en Allemaigne. Ratio in promptu est, et laquelle j'ay discouru par diverse fois h V. Exe, et ose dire, si ceste armee ne fust venue en France, que les armes y seroyent ä cest' heure poses ou par une paix ou par une longue trefve." .... Ma. 54S/4 f 386. Cop. 74 1587 86—87. Septbr. 8ß 4 Johann Casimir an König Friedrich von Heidel- Dänemark. berg Auf die kgl. Sehr, vom 8. und 18. August. 1 Dank für die in Hamburg erlegte Geldhülfe von 20 000 Talern. Hat seinerseits, um den 1. Monatsold aufzubringen, für sich und seinen Pflegesohn an Geld, Geschütz, Munition u. s. w. ein Stattliches aufgewendet und auf Vertröstung Magdeburgs und Hessens über 50 000 fl. in der Eile aufgenommen. Verweist auf beil. Spezifikation; nach der navarrischen Rekognition hat er nur 54000 fl. (20 000 Taler Dänemark, 15 000 Taler Magdeburg, 15 000 fl. Hessen) wieder zu empfangen; das Uebrige (55 530 fl.) ist aus seinem und des Pflegesohns Säckel. Sie alle haben ihr Geld bei Gott und seiner bedrängten Kirche angelegt, „da es nicht allein zeitlichen, sondern ewige schätze wuchern wurd." Durchzug durch Lothringen. Chastillon.... Kopenh. Joh. Casimir. Or. Septbr. 87. Dohna an Johann Casimir. 30 „ ., (Die Armee durch Krankheit geschwächt. Der Feind nicht zu sehen, .ttavieres s e j ne ü Der g an g, VerwüstungLothringens. Noch keine Meuterei. Wehren und Klott gestorben. Feindseligkeit der Bauern. Lothringischer Verrat.) Obwohl es bisher nicht ohne alle Widerwärtigkeiten abgegangen, kann man doch, wenn man das Ganze ansieht, Gott nicht genug danken. Mangel an Salz, Wein u. a. hat Ruhr und Bräune erzeugt, die Mühlen in Lothringen waren meist zerbrochen. Jetzt beginnt es besser zu werden, aber durch das Sterben fangen die Fahnen an schwach zu werden. Das Regiment nimmt ab; die Schweizer sterben auch sehr. „Jedoch ist man so stark, das wir uns gar nit furchten und suchen allezeit unsern feind, können ihne aber nicht finden. Er ist überall und doch nirgends. An allen passen macht er grosse preparation uns ufzuhalten; wan wir kommen, so finden wir niemands daheimbt." Uebergang über die Seine bei Chastillon, am 24. Sept., dem Herrn von Chastillon wurde ein einziger Capitän erschossen, 2 sonst von den Ihrigen niemand beschädigt, dagegen über 100 Feinde gefangen. Gestern wurde ihnen ein Einspänniger weggefangen, die einzige Kundschaft, die der Feind seit 3 Wochen von ihnen hat. „Wie wir gestern alhier 1 Vgl. No. 68. Am 30. Sept. stellt J. C. für seinen Kammerschreiber Stephan Andree Vollmacht aus die 20000 Taler Dänemarks gegen Quittung zu erheben (Kopenh. Pfalz Or; ebd. das Or. der Quittung vom gl. Datum). Am 25. Sept. dankt auch Segur aus Frankfurt für das erlegte Geld, mit der Bitte um weitere Geldhülfe, da dieses Heer nicht genügen werde; er sei auf Befehl Navarras in Deutschland geblieben und hoffe auf die bevorstehende Zusammenkunft F. mit den Kff., zu der er Bongars schicken werde (ebd. Frankr. Ref. Or.); vgl. über dessen Reise An quez S. 23. Am 15. Oktober schreibt F. an Magdeburg, Lübeck und Hamburg hätten sich der Kontribution geweigert, weil nicht alle Stände der A. C. sich Navarras annähmen (Kopenh. d. Prot.). 2 Vgl. La Hug. Eph. S. 261; über den Aufenthalt in Ravieres ebd. 270 f. 87. 1587 75 ankommen, hat man ein greulich geschrei vom herzogen von Meine Septbr. gemacht, wie er mit viel 1000 bei uns sei, nur uf ein halbe meil 30 von Clots quartier, welches heisst Crei. Meine soll gelegen haben zuMontbar; 1 als man ine aber gesucht, hat man keinen menschen gefunden. In Lotringen hat man die arme leut mit brand verderbt und des sich doselbsten wieder aller gutherzigen willen solang uf- gehalten, bis die krankheiten eingerissen. Eine grosse gnade hat mir der allmechtige in dem erwisen, das noch zur zeit unangesehen aller mangel niemals kein mutterei gewesen. 2 Dan ob man wohl geklagt und umb abschaffung der mengel gebeten, so hat man sich doch weisen lassen und man ist vortgezogen und allezeit gegen dem feind getan, was ehrlichen leuten geburt, ohn einzige difficultet und meuterei. Insgemein ist kein wein und für die landsknecht kein scbuch vorhanden; das macht sie etwas unlustig und krank, doch folgen sie immerdar hernach. Der obrist Friederich von Webren sambt seiner dochter man, desgleichen der obrist Clott beneben seinen beiden söhnen, dern der eine sein obrister leutenant gewest, seind auch zu dem alten häufen. 3 Mich bedunkt, Cloten habe der schlag gerurt. Wehren ist 60 und Klott 66 jähr alt gewest. Es hat nit wenig schrecken ins volk gebracht, aber man hat es gott bevehlen muessen. So wenig Papisten zu uns fallen, so wenig glaub ich auch stossen zu dem von Guise; dan er aint- weder gar verzagt sein muss oder kein gross volk haben, sonsten hette er sich änderst in der tat erwiesen. Den gresten abbruch tun die bauren, da sie etwan die kranke knecht, so nicht folgen können und bisweilen erst im dritten tag hernachkommen, zu todt schlagen. Dagegen muss mancher unschuldiger bauer bisweilen wiederumb die schuch ausziehen. Von den krankheiten erholen sich viel knecht wieder, dieweil man wiederumb die muhlen und bisweilen ein trunk weins hat. Die Weintrauben und das obs tun viel schaden, item das man oft an inficirten orten hat muessen liegen, wie dan Frankreich itzo mit pestilenz, krieg und hunger stete geplagt wirt." Von den 39 vom Adel und 3 Grafen unter seiner Rennfahne ist noch keiner gestorben, wie auch von seinen Aufwärtern. „Nous sommes mervellieusement tormentez avec le canons [! ?], mais sans cela nous mourerons de faim. Was vor verreterische praktichen Lotringen in unserm leger sich zu gebrauchen understanden und wie wir ihme hinwieder geantwortet, ist aus dem inschluss mit I. II. HI. zu sehen." 4 Marb. Frkr. 1588. I. Cop. 1 Ebd. S. 270 f. 2 Dies ist nicht richtig, wie überhaupt der ganze Bericht noch viel zu optimistisch gehalten ist; vgl. Eph. S. 230 über die Unbot- mässigkeit der Basier Knechte am 13. Sept; Schmidt S. 101; 103. s Eph. S. 247 f; 252; 284 f; 263; Tuetey I, 82 f. 4 Eph. S. 232; 236 f; Mem. III, 187 ff; Tuetey I, 88 ff; Schmidt S. 102. Die beiden deutschen Patente Lothringens, datirt Neufchasteau 13./23. Sept., Marb. Frkr. 1587, I, f. 87 ff; Copp; in der „coppie de la promesse de mons r de Lorraine" findet sich nichts von dem bei La Hug. III, 188 erwähnten Angebot von 300000 fl. Die Antwort des deutschen Kriegsvolks vom 26. Sept. Marb. a. a. O. f. 91. 76 1587 88—89. Oktober 88. Jobann von Nassau an (Romberg?). (Zettel). Hat das bewusste Werk bei der K. von England und ihrem Parlament, den niederländischen Staaten, J. C, L. Wilhelm, den Schweizern und den navarrischen Gesandten sowie etlichen R. Städten ziemlich angezettelt; erwartet in Kurzem die Antworten, aus England und Niederland noch vor Martini. Vor wenigen Tagen ergab sich gar gute Gelegenheit mit dem K. von Dänemark und etlichen R. Städten, worüber er mit dem Sohn und etlichen vornehmen Räten des K. binnen wenigen Tagen in Dillenburg oder in der Nähe ferner zu handeln bedacht ist. Das Werk bisher sehr gehindert dadurch, dass er nicht von Haus kommen und etliche Herrn ansprechen konnte „noch mehr guter leute umb uns haben, welche uns die hand bieten möchten" ; sein Vorschlag wird den Herrn, die der Sache nicht vorher nachgedacht, zuerst fremd und unmöglich, zum Teil auch verdächtig oder gefährlich erscheinen. 1 Wiesbaden, Dillenb* Korr. Conc. Oktober 89. P a llavi ein o an S egur. 2 (Ungünstige Wirkung der englischen Reise La Huguerye's. Englische London Teilnahme am Verlaufe des Feldzugs. Ein Nachzug unter J. C. Führung wünschenswert.) Schrieb vor wenigen Tagen an S. „en l'armee", wohin der Herr „Foulk Greuuil" abging, erfuhr aber „dernierement" durch Sehr, des seig r Calandrini vom 4. Sept., S. sei in Deutschland geblieben. Averli noch nicht angekommen. Bittet künftig die Briefe durch Calandrin zu schicken. 2 „Je ne doubte point que le rapport de La Huguerie de pardelä aura tendu ä fin que mons r le duc Casimir et les aultres n'esperent auleune chose de nous, non plus que de ceux qui ne sont au monde; ce qui aura possibile este cause que mons r le duc non seulement se sera refrodi en ses actions, 1 Vgl. No. 80. Am pfälzischen Hof fanden die Vorschläge J., für die sich dort Philipp der Jüngere von Winnenberg bemühte, wenig Anklang; vgl. J.Korr, mit Winnenberg ebd; in seinemSchr. aus Wittgenstein vom 14. Okt. bedauert J. die kurze abschlägige Antwort, worauf er die 1000 Pf. und 2 Fähnlein Knechte in Wartgeld abgedankt habe; er glaubt, „das mistrauen und die praeiudicia, welche Bitterichius droben gepflanzt und eingeproft, können so balt nit auswachsen und vergehen" ; S.> Thomas sei auch nicht immer ungläubig geblieben. Er meint, man hätte auf dem von ihm vorgeschlagenen Weg den Anzug der Reiter des K. von Frankreich hindern oder wenigstens Parma im Niederland derart beschäftigen können, dass man vielleicht Wesel und den von Neuenar entsetzt, „Niemägen" oder andere Oerter erobert, mindestens die spanischen Truppen zum Abzug aus Lothringen und Frankreich genötigt hätte. Damals hoffte J. noch auf dänische Anknüpfungen in den nächsten Tagen. Am 25. Okt. schreibt er dem Amtmann Branck zu Jdstein, der bewusste junge Herr sei wegen Krankheit und Winterszeit nicht herausgekommen. Am 23. Nov. meldet Winnenberg nach einem Gespräch mit Putlitz und Reuber zu Kreuznach, die Gemüter schienen geneigt; man möchte nur sicher wissen, was andere, besonders die G. [Grafen] dazu tun wollen. 2 J. C. Kalender zum 15. Dezember: „Calendrini ankörnen." 89—90. 1587 77 roais aussi il aura neglige de nous faire entendre Testat des affaires et les executions d'iceulx; dont je suis este" infinieraent marri pour pregiudice que cependant en resulte au public. Mais vous scavez l'oppiniou que des du comencenient vous eustes de voyage de la dicte Huguerie, 1 et scavez aussi que c'estoit hors de temps ni avec les raisons requises qu'on l'euvoyoit ä faire nouvelles demandes, par oü il ne fault point que je prende la peine d'excuser lafroidur de sa expedition; aussi il ne serviroit de rien estant choses pass6es. Plus expödient me semble qu'il soit de vous dire qae nous avous autant veille la conduite et les progres de l'armee, comme pourroit avoir fait le mesme mons r le due, que nous s'esjouissons de la ouyr si avance en la France hors des difficultes de l'entree et en termes de faire le bien que avons desire et pretendu." Sie werden alles für die Erhaltung der Armee aufbieten und hoffen von der gleichen Stimmung J. C. durch dessen Sehr, und S. Bericht zu hören. S. möge dahin wirken, dass J. C. bestimmt werde „ä faire une nouvelle levöe de 4000 chevaulx et aller luy-mesme en France environ le mois de janvier ä refrecher l'armee et ä donnerperfection ä l'oeuvre"; glaubt, dass die Königin die ganzen Kosten übernehmen würde. . . . Pb. Vc. Colbert 402 f. 192. ür. 90. Strassburger Katsprotokoll. Oktober (Das Bündniss mit den evangelischen Kantonen.) Strass- Die Dreizehn, Fünfzehn und ledigen 21 referiren durch den Stadtschreiber an Schöffen und Ammann : Veranlassung und Verlauf der ao. 84 mit den evangelischen Eidgenossen angeknüpften Verhandlungen, die schliesslich an dem Widerspruch der Katholischen scheiterten; man kam hierauf zu dem ursprünglichen Gedanken zurück die Vereinigung nur bei den Evangelischen zu suchen, um so mehr als der Kaiser selbst dagegen wirkte und Österreich die Eidgenossen warme, sie hätten nicht Macht Bündnisse zu schliessen, endlich der Kaiser sogar dem schwäbischen Kreis auftrug sich zu erkundigen und Hinderung zu tun. Der Rat schickte zu den schwäbischen Kreisständen nach Ulm und diese, mit dem ihnen gegebenen Bericht zufrieden, schrieben in diesem Sinne an den Kaiser. Man habe auch Nachricht, „das etliche ebur und forsten M. H. deswegen gar nicht verdenken, daher dan J. Mt. jetzo rüewiger, woher es aber J. Mt. komen, das steud einem frei zu mutmassen.'' Da man sich dadurch vom R. nicht absondere und auch sehe, wie es mit den Benachbarten, sonderlich der Landsrettung halben beschaffen, habe man mit Zürich und Bern, die eine grosso Mannschaft vermögen, einen Tag zu Basel vereinbart von der Kapitulation zu reden. Dies sei am 10. „diss" [!] zu Basel vor sich gegangen. Die Kapitulation wurde verlesen und über 2 Punkte Bedenken begehrt (Festsetzung des Monatssolds für 1 Fähnlein und Veringerung der zu hinterlegenden Summe sowie dass man die Früchte nur bis Basel liefern müsse); doch solle deshalb die Hand- 1 Vgl. No. 20. bürg 78 1587 90—92. lung nicht verschlagen werden. Erkannt: nach der Herrn Bedenken, „doch das raans der religion halben wol vorsehe". 1 Str. Prot. Oktober 91. Pfalzgraf Johann an Johann Casimir. 8 Zwei- Teilt ein Sehr. Schombergs 2 mit, „desgleichen was derjenig, so brücken jj e zwe j S p an j S che pferd vor E. L. schwager mitgebracht, mundlich referirt, daraus E. L. allerhand arcaniteten und seltzame mucken werden vernemen und sich in vielem darnach haben zu richten. Ich will Casparn nur kurzlich antworten, dan ich wol sehe, das nichts mit ieme itziger zeit auszurichten, sondern das er besser uf der Liga dan des konigs Seiten". 3 Ma. 54b. i f. 384. Eigh. Oktober 92. Johann Casimir an Basel. 11 Neu- Auf ihr Sehr, vom 30. Sept. über die Stärkung der Liga in schloss Frankreich durch die Spanier und die Katholischen in der Schweiz. Gegen 3000 Reiter des K. von Frankreich haben im Stift Köln den Rhein überschritten. Will trotz seiner bisher erfolglosen Bemühungen für eine Zusammensetzung aller evangelischen Stände auch weiterhin wirken; erwartet Bericht seiner an verschiedene Orte abgefertigten Gesandten wegen eines Nachzugs für Navarra, ist aber entschlossen, auch ohne willfährige Antwort von allen Seiten mit ihnen u. a., die die gemeine Gefahr besser beherzigen, das Seinige wie bisher zu tun. Schlägt vertrauliche Beratung seiner Gesandten mit ihnen u. a. evangelischen Eidgenossen vor, etwa zu Strassburg. Vom navarrischen Kriegsvolk ist ihm bisher nichts Gewisses zugekommen; lothringische und metzische Zeitungen melden, dass sie bisher ungehindert gezogen sind, wohin sie gewollt, und den K. von Navarra selbst erwarten sollen; vermutlich sind sie nunmehr bei- 1 Vgl. hiezu den Aufsatz von A. Meister in der Z. f. Gesch. des Oberrheins XLVIII (n. F. IX), 1894, S. 638 ff; besonders S. 659 A. 2. Am 16. Sept. schreibt Ernst von Mansfeld an Dänemark aus Strassburg, der Stettmeister Kettenheim, der Ammeister Fuchs und der Syndikus Hochfelder seien nach Basel gezogen, um das Bündniss mit den ev. Schweizern fertig zu machen (Kopenh. Or.). - Vgl. No. 85. J. C. antwortete am 14. Okt. aus Kreuznach, wo er eben mit Gemahlin und Pflegesohn angekommen war, Seh. Mucken seien ihm nichts Neues. Am 5. Okt. berichtet Johann Georg von Brandenburg dem Kf. Christian durch Joachim Friedrich mitgeteilte Aeusserungen Schombergs, er habe von den deutschen Kriegssachen und Werbungen an der Kff. und Fürsten Höfe gute Kundschaft und wolle der von Sachsen und Brandenburg in Wartgeld genommenen Leute nach Ausgang ihrer Monate dem König zum Besten wohl mächtig werden (Dr. 8540, Or.). 3 Ein Entschuldigungsschr. Schombergs an K. Heinrich III., . „de Drou-St.-Bale", 17./27. Okt., worin er zu erklären sucht, weshalb er auf vier Depeschen der K. an ihn und ein kgl. Sehr, an Guise bisher doch nicht zur Armee gekommen sei, Pb. V c Colbert 10, eigh. 92—94. 1587 79 sammen; allerdings ist inzwischen das Volk durch Krankheit nicht wenig geschwächt worden, so dass ein Nachzug hoch von Nöten ist. Basel, St. 91/135. Krlegsacta 1567—87. f. 522 (nach Abschrift von Herrn Dr. Boos). 93. König Friedrich von Dänemark an Graf Philipp Oktober von Hohenlohe. 1 Hadersleben Dankt für das von H. dem Ritter Melchior von Scheuna mitgegebene Memorial: Traktat der K. Elisabeth mit den Niederlanden; Hs. Ungelegenheit mit „Noritz", von Leicester angestiftet."' Andeutung über die Unwahrscheinlichkeit eines baldigen Friedens zwischen Spanien und England und über die zu besorgende Gefahr, falls Spanien die Lande wieder in seiner Gewalt haben sollte. Sein eigner im vorigen Jahr unternommener Versuch einen Frieden zu vermitteln blieb bisher ohne Erfolg; auf seinen Vorschlag eines Orts erbot sich Parma Gesandte dorthin zu schicken, England aber erklärte sich gegen den Ort und erbot sich einen andern vorzuschlagen, seitdem sind aber etliche Monate vergangen. England wird bei den Erfolgen des „Üraken" keine Lust zum Frieden haben. Hat daher Parma wieder abgeschrieben. Das Kriegsglück könnte sich freilich auch gegen England wenden und dann Spanien keine Neigung zum Frieden zeigen. 8 Kopenhagen, D. Prot. 1586—88. _. Oktober »4. König Friedrich von Dänemark an Joachim 15 Friedrich von Magdeburg. Hadersleben Auf J. F. Sehr, vom 20. Sept. . . . Lübeck und Hamburg haben trotz seiner Bemühungen durch seinen Statthalter u. a. Räte sich der Kontribution geweigert, weil nicht alle, sondern nur etliche Stände der A. C. sich des navarrischen Kriegswesens annehmen. Verschiebung der für Oktober geplanten Reise- seines Sohnes Ulrich 1 Vgl. No. 43 (S.34 A .2). Am 30. Sept. schrieb Hohenlohe aus Magdeburg an die dänischen R. Räte, seine Mitgesandten, von denen er sich in Hamburg getrennt, hätten ihn nicht wie verabredet, in Heidelberg erwartet, wo sie nur 2 Tage verweilten ; erst dieser Tage habe er erfahren, sie wollten von Kursachsen nach Hamburg und Dänemark gehen; er bitte sie seiner Reputation wegen bis zu seiner Ankunft aufzuhalten; er wolle sofort reisen, trotz seines Versprechens den Kf. nochmals aufzusuchen (Kopenh. Holland, Or.). Neuenar, der am 4. Sept. zu Meppen den Joh. Mensingius bei F..beglaubigt, bezieht sich in einem Sehr, an F. aus dem Haag vom 17. Sept. auf den Bericht des von Schonaw (ebd.). Vgl. 5 Vgl. Bor III, 27 ff; 74; 76. 3 Vgl. No. 68 (S. 57 A. 2). 80 1587 94—95. nach Strassburg bis zum Frühling. 1 Dankt für die Aufnahme seines Sohnes Ulrich zum Magdeburger Kanonikus, worüber er letzte Pfingsten mit J. F. durch Heinrich Ramel hatte reden lassen. . . . Kopenh., D. Prot. 1586—88. Oktober 95- Andreas Pauli an Joachim Camera rius. 20 Dresden Die unkluge Sorglosigkeit gegenüber dem wachsenden Sturm; „vides multis, dum nimiurii cunctantur, accidere, quod rustico, qui expectabat, dum deflueret amr.is. Sed haec non sunt äjiurrfXpwt e t sint inter nos dicta." Das Hausen der Navarrischen im Elsass und Umgegend. Die Ausplünderung Sturms. "Wünscht seinem Freund Dohna alles Gute; doch ahnt er Schlimmes, da D. keine genügende Autorität gegenüber dem zügellosen Volk besitzen soll. Muss zu Anfang November nach Naumburg zu einem Konvent sächsischer, brandenburgischer und hessischer Räte. „Theologi nostri iterum libenter aliquid moverent, si possent, qua de re alio tempore plura." Christoph 2 führte ihm einmal aus einem Sehr, des Mirus au einen Professor oder Magister zu Jena vor etwa 8 Jahren die Aeusserung an: „non se posse existimare ill mum electorem piae memoriae serio Lutheranam religionem promotam cupere et Calvinistas per- fecto odio persequi, cum me tantopere amaret et foveret." Sollte sich etwas der Art „inter ipsius [Chr.] schedas" finden, so bittet er es ihm zu schicken „ob graves causas, quas aliquando ex me intelliges". a Bm. Coli. Camerar. XXIV. Or. 2 Vgl. S. 76 A. 1; Meister, Kapitelstreit S. 273 f; Ehses- Me ister, I. 1, 298 A. 3. Die Werbung des Grafen Ernst von Mansfeld beim Strassburgcr Rat am 20. Sept., die im Namen des K. die Präsentation und Wahl Ulrichs für eine Massregel im Interesse der Kapitularsache erklärte, stellte die Ankunft des Prinzen, der zu Strassburg studiren sollte, für diesen Herbst in Aussicht (Strassb. Prot.); der Rat antwortete am 21. Sept. mit Glückwunsch und Zusage, der geistlichen Jurisdiktion auch fernerhin keine Statt geben zu wollen (Kopenh. Staden Strasburg, Or.). Aber schon am 22. Sept. (pr. 7. Nov.) berichtete F. an Mansfeld über Erkrankung und Herstellung des Prinzen, der vorläufig nicht reisen könne. M. antwortete am 30. Nov., es empfehle sich, zunächst über das Nichtkommen des Prinzen weder beim Rat der Stadt, die bereits die Einholung vorbereite, noch beim B., den kath. Kapitularen und dem Kaiser etwas verlauten zu lassen; der B. sei, um das Kommen des Prinzen zu verhindern, selbst zur Winterszeit zu Salzburg, Erzh. Ferdinand und kürzlich nach Wien zum Erzh. Ernst und nach Prag zum Kaiser gereist. Im Bruderhof sei bereits Wohnung bestellt und „erbaut" worden und ein anderweitiges Unterbringen des Prinzen würde dem Kapitel Schimpf und den Pfaffen Freude bereiten. Wegen der elsässischen Güter sei man mit Lothringen bereits unter dem Namen eines Grafen übereingekommen (ebd. Strasb. Domkap. eigh.). 2 Christ. Herdesianus, vgl. I. 84: A. 1. 3 Am 19. Sept. schreibt Tossanus an Grynaeus: „Audio dimitti aulicum concionatorem saxonicum" (Cuno, Tossanus II, 108 f.). Vgl. Ritter II, 6 f. 96—97. 1587 81 96. Johann Casimir an König Friedrich von Dänemark. Oktober 31 Verweist auf sein letztes Schreiben vom 17. Sept. nebst Zeit- Heidelungen. "Weiterer Bericht über den Feldzug (nach einem Sehr, berg seines Agenten aus dem Lager vom 6. Eine aufgefangene Instruktion Lothringens für den (von Beaujeu auf der Kückkehr gefangenen) Kammerherrn mons r de Villy an den Papst nebst Antwort; beiliegend A. und B. [fehlt]. 1 Die Antwort bezieht sich freilich auf Villys mündliche Relation, doch zeigt die Guise geschickte Hülfe bereits die Wirkung. Die Zeitungen von einem päpstlichen Zu- schuss von 300 000 Kronen für diesen Krieg stimmen mit der lothring. Instruktion überein. Andere bei Villy gefundene Briefe melden von einer Verbindung zwischen Lothringens ältester Tochter und Parmas ältestem Sohn Rainutio Farnesio; vgl. die Zeitungen C. und D. [fehlt]. Daher Verstärkung des deutschen Volks von den Hauptleuten begehrt und auch vom Rat zu Bern (vgl. E. [fehlt]) angeregt. Der Feind an Zahl weit überlegen. Ueber die ehrgeizigen Absichten der Guisen vgl. das Sehr, der alten Herzogin von Lothringen an ihren Sohn sub F [fehlt]. Ein Nachzug und daher weitere Geldhülfe unerlässlich. 2 P. S. Beilage II [fehlt]* was Guise eigh. über die Niederlage der deutschen Reiter an Lothringen geschrieben haben soll. 8 Hofft, es sei nicht wahr oder nicht so schlimm, da von andern Orten nichts verlautet; in Nancy selbst glauben es viel gute Leute auch nicht; wohl von den Guisen ausgesprengt, um Lothringen noch weiter ins Spiel zu führen und den Anzug der kgl. Reiter zu beschleunigen. Briefe aus dem Lager berichten aber von viel Krankheit ; u. a. die Obersten "Wehren und Klott mit beiden Söhnen gestorben. P. S. Briefe von Dohna, aus Genf und sonst Zeitungen; beil. Extrakt [fehlt]. Kopenh, Jon. Casimir. Or. 97. Segur an (Pallavicino). Novbr - (Englands Vertrauen auf J. C. Ein zweites Heer und ein anderer an ur fürstlicher Führer nötig. La Noue. Das dänische Geld.) Freute sich sehr über P. Sehr, vom 2. Okt.;* das vom 14. nahm ihm einen Teil seiner Hoffnung und zeigte ihm, dass einige „de ceux qui gouvernent vostre barque" immer dieselben sind. Das erste Sehr. Hess die Königin mit der Sendung des „seig r Greuuel" geneigt erscheinen ,.d'ayder encor ä nostre armee qui est en France" und sogar die Kosten für eine zweite zu tragen. Leider „on i Vgl. LaHug, Eph. S. 197; 244 ff; 295 f; Mem. III, 142 ff; 197 (mit Auszügen der oben angeführten Schriftstücke); der Lothringer heisst eigentlich Villers. 2 Vgl. No. 83; 89; 92. 8 Gemeint ist das Gefecht von Vimory am 16./26. Okt.; vgl. La Hug. Eph. S. 334 ff; in den Memoiren geht er über dieses Ereigniss wie über die folgenden mit Stillschweigen hinweg, vgl. III, 200 A. 2; de Croze II, 32 ff. (mit falschem Datum); 299,; Tuetey I, 105 ff; Schmidt S. 119 ff; Segesser III, 248. 4 Vgl. No. 89. Bezo ldj Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir, HL 6 82 1587 97—98. s'attachoit du tout au duc Cazimir", der doch nicht wohl selbst kommen kann, „et d'avantage le passe" nous devroit instruire". Es gibt noch andere Fürsten, „qui le feront aussy bien que luy, et mesme il y a moyen de le luy faire trouver bon." Nachdem er aber Averly 1 gesehen und „l'estat de nos affaires" von ihm gehört hat, meint er, das müsste die Räte der Königin zu doppeltem Eifer und zur Dankbarkeit für seine rechtzeitigen Mahnungen wegen der Armee veranlassen. Die Zeichen an gefährlichen Stellen auf der See machen es möglich den Schiffbruch zu verhüten..... Vorschlag einer zweiten Werbung; Hinweis auf die Streitkräfte Frankreichs, Lothringens und Parmas. Bittet P. die Königin, den Grossschatzmeister, Walsingham und die guten Räte zur Eile anzutreiben; „qu'on ne s'arreste plus au duc Cazimir ni ä autre prince, quel qui soit, d'AUemagne." Er wünscht die Unterstützung J. C. und der andern, ohne deren Rat „ne ferons rien". Aber ist das Geld in den Händen der Hauptinteressenten, so lässt alles sich besser und billiger machen; 3 oder 4 Fürsten haben die grösste Lust und sie werden den Geeignetsten wählen mit Rat P's „ou de celuy qu'il plaira ä S. M. d'envoyer". Hofft, dass noch vor P. La Noue hier sein wird, „qui est le premier homme de ce temps" und der Königin als „directeur de cest affaire" angenehm sein dürfte. „Et je vous asseure qu'il viendra". Bittet sich an La Noue und nicht an die Deutschen zu wenden. Es hat keinen Zweck Sehr, der Fürsten und des Landgrafen an die Königin abzuwarten. Die 100000 Taler Dänemarks u. a. Fürsten sind ganz oder zum grössten Teil an J. C. geliefert worden, der sich vermutlich hierausfür seine eigenen Auslagen entschädigen will. Sie werden für die Verwendung dieses Gelds zur zweiten „leveV wirken; hofft auf weiteren Zuschuss Dänemarks und der andern Fürsten. P. möge bald mit genügenden Mitteln kommen; man müsste aber von den früheren Einschränkungen absehen, . . . Pb. Vo. Colbert 401 £ 73 Cor Novbr. 98. Georg Hans an König Heinrich von Navarra. (Jetzige und vormalige Durchkreuzung seiner Anknüpfungen mit den Veldenz Hugenotten und Niederländern durch Kurpfalz. Sein Vermittlungsversuch in Nancy. Pfalzburg. J. C. frühere Verhandlungen mit Guise.) H. wird durch „Segeurs" über die schlimmen Folgen unterrichtet sein, die das Fehlen eines fürstlichen Befehlshabers für die Armee gehabt hat. Man hätte, wie S. und La Noue bestätigen werden, seinem Rat folgen sollen; aber der Neid J, C, der die Uebertragung des Kommandos an Georg Gustav an unannehmbare Bedingungen (vor allem Verzicht auf die veldenzischen Erbansprüche, d. h. auf das Drittel von 125 Aemtern und 94 Städten und auf 27 Jahre Einkünfte) knüpfte, verdarb alles; vgl. seine Erklärung anS. über die Anerbietungen J. G. durch Buy. 2 Vergehens erbot er sich 1 Vgl. No. 78. 2 Vgl. No. 48 (S. 36 A. 3). In ähnlichen Klagen über J. C. ergeht sich ein höchst weitschweifiges Sehr, des Pf. an die K. von England (s. d. Mb. f. 44 und 93), aus dem einzelne Abschnitte in den folgenden Anm. angeführt werden sollen. 98. 1587 83 bei der Unordnung und dem Stillliegen der Armee „de maroher Novbr. plustost en propre persoane". S., der wusste, „que j'estois re- 16 cherse de la maison de Guise", verhandelte mit ihm laut Abschrift Bs; 1 aber J. C. Leute hinderten S. an der Unterzeichnung des Vertrags, „disantz ä luy que son ambassade ne portöit pas de faire faire une seconde levße, ains qu'il falloit un nouveau pouvoir et vostre consentement, promettant de vous envoyer des incontinent les dictes articles et que en dix septmaisne il aurroit responce, me priant de ne me mescontenter". Er teilte hierauf S. und LaNoue mit, es sei nicht das erste Mal, dass sein guter Wille schlecht belohnt wurde und „que le duc Casimir m'avoit jouee". Das erste Mal, als Christoph von Würtemberg ihn zum Befehlshaber der von Roishausen nach Frankreich geführten Armee 2 vorschlug, „voyant que je avois tousjours ayme et hante la nation francaise et aussy estant ayme reciproquement d'eulx qui me cognoissoint et allors nögocioient les affaires de leur secours en France"; verwies sein Vormund Pf. Wolfgang auf sein Versprechen an den K. von Schweden „de me envoyer vers luy pour 1'accomplissement de mon mariaige". 3 Als er aus Schweden zurückkam, bat ihn sein Vetter der Prinz de Porcian um Unterstützung gegen den Kardinal von Lothringen, der P. hatte vergiften wollen, laut Geständniss eines zu Paris gerichteten Edelmanns. 4 Es kam hierüber (er hat die Briefe S. gezeigt) ein Bündniss zwischen Kf. Friedrich und ihm zu Stande; da Fr. damals in Gefahr schwebte vom Kaiser überzogen zu werden, wie Johann Friedrich von Sachsen, sollte J. C. mit ihm zu Feld ziehen und sie sollten im Fall einer Bekriegung der Pfalz umkehren. Aber.eben als sein Gesandter mit der Meldung der Bereitschaft seiner Obersten, Rittmeister und Hauptleute bei Porcian war, wurde dieser vergiftet. Er teilte dies persönlich dem Kf. mit, der aber seine Aussöhnung mit dem Kaiser einleitete und Aussicht auf die Vermählung J. C. mit der Tochter Kursachsens, daher keine weitere Lust zum Krieg hatte und ihm riet seine Truppenhülfe dem Prinzen von Conde und dem Admiral anzubieten. Die Briefe wurden durch „mons r de Chambre nomine Infantius" hingeschickt; Conde und der Admiral antworteten zustimmend. „Maintenant le duc Casimir m'avoit promis de rechef de marcher avec moy. Et l'electeur Friderich son pere et luy, entendahs mes secretz me jouirent un tour, comme s'ensuit. C'est ä scavoir que apres que les eglises avoint envoie des ambassadeurs vers moy pour entendre encors ma continuation de ma bonne volonte de marcher pour leur secours, je leur fis responce que j'estois deliböre avec la mesme affection de m'employer, comme j'avois mande au prince de Conde 1 Vgl. No. 65. 2 Im J. 1562. In der eingehenden Darstellung der Vorverhandlungen für diesen Zug bei Heidenhain, die Unionspolitik des L. Philipp von Hessen (Halle 1890) S. 448 ff. findet sich von dem oben Behaupteten nicht die geringste Spur. 3 Vgl. I. S. 31 A. 2. 4 Ueber Antoine de Croy seig r de Porcien (f 15. Mai 1567) vgl. Haag, La France prot. IV* (Paris 1884), 923 ff. 6* 84 1587 98. Novbr. et mons r l'amiral; touttefois qu'on debvoit donuer bonnes asseur- 16 ances et capitulation. Maintenant les ambassadeurs venant ä Heidelberg sont debausches du [!] l'electeur Friderich et du duc Casimir et conclurent sans mon sceu, que le due Casimir debvoit marcher, comme il a faict". So musste er seinen Obersten u. s. w., wie Burkhard von Barby bezeugen wird, das Wartgeld zahlen. Er warf J. C. bei dessen Rückkehr im Lager von Billigheim den Bruch seines Versprechens vor; J. C. entschuldigte sich, die Gesandten hätten ihm gesagt, G. H. habe keine Lust zu marschiren. 1 Das dritte Mal, als Wolfgang nach Frankreich zog, hatte der marquis de Renel, Porcien's Bruder, mit ihm vereinbart, er solle mit 30000 fl., die er zu Strassburg hatte, einem Teil „du douere de ma femrae", für die Unterstützung der Kirchen Truppen werben. Einige Wochen darauf traf er auf dem Weg nach Heidelberg Renel mit Francourt, die von dort zurückkamen, obwohl R. ihm versprochen, nicht dort zu verkehren und nichts von seiner Werbung zu entdecken. R. sagte ihm, Fr. habe mit Wolfgang wegen der Werbung abgeschlossen; wegen seiner Unkosten werde man zwischen ihm und Wolfgang vermitteln, worauf aber Wolfgang nie einging. 2 Viertens : die von Languedoc hatten ihn um Hülfe ersucht durch die Herren de Mon- breu und S. Romain, „envoyant deux ambassadeurs, le seig r Gas- ques et Alexander Gotin. Et apres avoir faict des grandes voiages vers l'empereur et les electeurs, acquis parmission [!] de lever assistance et moyen de d&ivrer les eglises totalement, avec l'ayde de dieu, venant ä, Heidelberg, ayant desjä debourche et faict des despences plus que quarante mille florics, et trouvant le prince de Conde k Heidelberg, Tun des ambassadeurs, s r Gasques, a este" debausche et ammene luy et tous ses papiers. Dont le duc Casimir s'excusa sur le prince de Conde" et le prince de Cond6pareillement sur le duc Casimir, m'envoyant des gentilzhommes et mons r de Lanthi de s'excuser, ayant demaude l'arrest sur sa personne ä Strasbourg pour ravoir les documens, s'excusa que le duc Casimir et son pere l'avoint faict faire. Par ainssy le secours aux eglises feut retarde quasi un an et demy, les povres eglises affligees en peine languissant et moy en honte et perte". 3 Dann kam der Verlust wegen der Kirchen der Niederlande, deren dringende Aufforderung sie nicht zu verlassen, ihn „l'engaigement de Pfaltzbourg" kostete". 4 1 Auch für diese Darstellung des Pf. ist mir sonst kein Beleg bekannt. 2 Ebenso. Vgl. I S. 48 ff; K. Menzel, Pf. Wolfgang (München 1893) S. 489 ff; über Francourt's Anwesenheit in Heidelberg im Juli und Sept. 1568 Kluckhohn, Br. Friedr. des Frommen II, 234; 241. 3 Vgl. hiezu I S. 145. 4 In dem Sehr, an die K. von England sagt G. H. hierüber: „laquelle [la ville de Pf.] j' avois engaige pour donner secours aux Pays-Bas, devant que V. M t(S avoit pris leur protection, comme les lettres du docteur Junius le tesmoignent comme chef des ambassadeurs des Estats estant en France avec ces mots subsequents: „Nous vous prions, supplions et adjurons par 1' honneur de dieu de ne nous haban- donner point." IA-dessus Pf. a est6 engaig6 et donne h trois coronnelz franQois ä ung chaseun 25000 florins faisant la somme de 75 000 florins, dont je n'ay retire que 22000 florins de mons r de Dompmartin, et 98. 1587 85 Endlich Schade und Schande für ihn und seinen Sohn in diesem Novbr. Krieg. Lothringen hatte ihn ersucht als Vermittler nach Nancy zu ^ kommen, wo er bereits nach dem Rat Segur's mit L. die Versicherung der Reiter auf 300 000 fl. und die Rückgabe von Pfalzburg eingeleitet, dann an Bouillon geschrieben hatte, er wolle nach Nancy gehen, um zu vermitteln. Man Hess sich diese gute Gelegenheit entgehen und ruinirte zwecklos Lothringen, dessen Zusage nichts gegen Navarra zu unternehmen er bereits vorbereitet hatte. 1 Ersucht H. dies zu seiner Rechtfertigung den Kirchen zur Kenntniss zu bringen und gemäss der Zusage Segur's dafür zu sorgen, dass ihm beim Frieden Pfalzburg zurückgegeben werde; dagegen „je responderay tousjours pour cent mille florins pour em- ployer mon fils ä une seconde levöe ou un autre fois"' Hat bis jetzt die Anerbietungen der Gegner nicht angenommen und ist bereit auf seine Forderungen • von einigen 100 000 ecus an den K. von Frankreich zu verzichten. Bittet um Erklärung über die Verwendung seines Sohnes, der in Gottesfurcht, Wissenschaften und Kenntniss mehrerer Sprachen auferzogen gegenwärtig Gelegenheit hätte sich in den polnischen und schwedischen Händeln hervorzutun. Schickt Abschriften seiner Sehr, an die K. von England und bittet um Aeusserung über die H., Schweden und Polen betreffenden Punkte. 2 J. C. Gereiztheit gegen ihn kommt hauptsächlich daher, dass er J. C. brieflich ermahnte, Segur nicht so unwürdig zu behandeln und keine solchen „stratagemes vers le duc de Lorraine" zu gebrauchen, wobei er J. C an jene gleichzeitigen Verhandlungen Beutterichs mit den Kirchen zu Ntmes und mit dem Herzog von 175000 florins auxAllemands et la reste aux ambassadeurs et negoti- ateurs. Et la cause de ceste perte la pluspart oceasionne par mons r Dompmartin, lequel comme ambassadeur vers le roy de France m'avoit faict entendre, comme le roy et et la royne-mere desiroyent tenir la main, dont puis apres le roy les a dösavoue et aussy suis este pippe et 1' argent de Pf. despendu." Vgl. II. 240. 1 Im Sehr, an England berührt G. H. seine Verhandlungen mit Lothringen nur kurz; er sei auf Ersuchen L. zur Vermittlung nach Nancy gekommen, habe aber auf seine Sehr, an Dohna keine Antwort erhalten. Dagegen berichtet er, J. C. habe an L. geschickt und Schonung gegen freien Durchzug versprechen lassen, „et quant ä luy qu* il dösireroit Wen qu' on passoit aultre part, avec tout piain des excuses et entre aultres: ce qu'il t'aisoit ouvertement, les aultres partisans et princes faisoyent couvertement, et que l'armee n'estoit pas ä luy" ; gleichzeitig habe aber J. C. Segur angetrieben ausser dem Durchzug auch Geld von L. zu verlangen. Vgl. hiezu No. 57; 76. 2 Im Sehr, an England schlägt G. H. angesichts der Gefahr, dass Spanien anlässlich des polnischen Tronstreites sich zu Ungunsten der Niederländer Danzigs und der preussischen Seestädte bemächtigen könnte, Unterstützung des Prinzen von Schweden vor, wozu er sich natürlich selbst bereit erklärt, ferner die englische Vermittlung einer Heirat zwischen der Schwester des schwedischen Prinzen und Navarra, der seine Gemahlin mit gutem Recht Verstössen könne, sowie die Vermählung des Prinzen selbst mit einer Verwandten Elisabeths; auch hier erbietet*er sich '„pour enfiler les affaires et moyenner le plus dextrement que je pourroy." 86 1587 98—100. Guise erinnerte. 1 Dieses Sehr, trug ihm und seinem Sohn Übeln Lohn ein ....... Bittet um Erklärung durch diesen seinen Gesandten.* Mb. 131. it. 61. Cop. Novbr. 99. Johann Casimir an die Abgeordneten der Stadt 23 Köln zu Prag. Heidel- erg Hat gehört, was sie bei seinen Räten wegen ihres Streits mit "Wilhelm von Harff und der brabantischen Eegierung und über die jülichischen Lizenten geworben, und darauf sowohl für sich an den Kaiser als mit Mainz und Trier an Jülich geschrieben. Sie können jetzt sehen, was ihnen ihr Verfahren gegen gutherzige Christen bei Spanien austrägt. Ihre Herrn sollen Christo und seinem Evangelio wenn nicht Kirchen, doch einen Stall oder eine Scheune zur öffentlichen Uebung der Religion einräumen, nach dem Recht, das ihnen der Rel. Frieden gewährt. Sonst werden er u. a. Evangelische sich ihrer Sachen nicht mehr annehmen. Marb., Pfalx 1684—7. Cop.J Novbr. 100. Johann Casimir an den Kaiser. 24 Heidel- Auf das kais. Sehr, [vom 26. Sept.]. Da der Prinz von Schweden berg die Wahl angenommen und sich bereits stark in Polen eingestellt, auch einen grossen Anhang hat, gewinnt die Sache ein weites Aussehen; der Kaiser möge sorgen, dass sie ohne Schaden und Nachteil für die Brüder und Erblande des Kaisers, sowie für das Reich zu gutem Ende komme; will nicht unterlassen, falls er etwas gutes neben andern dabei tun kann, „in sonderbarer betrachtung, das 1 Im Sehr, an England sagt G. H., die navarrischen Gesandten hätten Abschriften „des lettres originaulx dont les originaulx sont ä ceste heure entre mes mains". Vgl. No. 39. 2 Im Sehr, an England deutet G. H. noch an, er habe gegenüber der Verweigerung seines Rechts von Seiten J. C. ein Mittel gefunden, „d'avoir ma raison, que V. M tä vueille nullement penser ny jamais se laisser persuader que pourtant je vueille estre contre la religion ny favoriser les Catholiques, mais bien m'en servir deleur commoditez." — G. H. Beglaubigung Malleroy's bei Navarra sowie seine Sehr, an Malleroy und Clervant, alle vom G. Dez. (Mb. f. 82 ff. Orr.) scheinen nicht abgegangen zu sein. 8 Am 22. Nov. (Cop. ebd.). Das Anbringen der städtischen Gesandten bei Kurpfalz am 23. Okt. (ebd. Cop.) betraf vor allem die schon seit 1560 schwebenden Streitigkeiten der Stadt mit dem Junker Wilhelm von Harff, Herren zu Hürth (vgl. Weinsberg II, 78 A. 1; III, 389; 394 f.), der die Sache trotz kais. Interzession und Verweisung an das R. K. G. vor die Gerichtsbarkeit der brabantischen Regierung gezogen hatte. Am l./ll. Jan. 1588 wurde im Kölner Rat Sehr, der Gesandten aus Prag nebst Cop. des Sehr. J. C. an den Kaiser verlesen, ferner das Conc. eines Dankschr. „ad prineipes elec- tores" wegen Verwendung beim Kaiser, das durch eigne Botschaf abgefertigt werden sollte (Köln. Ratsprot. XXXVIII, 161). 100—101. 1B87 87 villeicht der dritt man in solcher dissipation sein heil zu versuchen auch nicht feiren möchte". . . . Berlin, E. IX. 8 od. Cop. 101. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. Novbr. (Kurff. Tag zu Speier; Bedrohung der ständischen Freiheiten; Partei- „ ., . Hchkeit. Ein K. Tag in Sicht. Polnische Sache. Abstellung der Seidel- Beschwerden.) berg Auf W. Sehr, vom 11. Die beabsichtigte kurf. Zusammenkunft zu Speier 1 ist nicht zu Stande gekommen, weil die Ursache, warum sie ausgeschrieben („nemlich das navarrisch kriegsvolk aus dem Elsass fortgezogen und durch Lotringen passiert") nicht mehr vorbanden war. Abraham Bock hatte schon Befehl empfangen, Sachsen zu vertreten. Nun ist ein weiterer Tag „us gesuchtem fundament des künftigen abzugs" auf den 1. Januar nach Speier ausgeschrieben, 5 wobei die kais. Kommissarien sein sollen, gegen das alte Herkommen, aber er kann es nicht ändern. Das Ausschreiben bespricht die Ungewissheit der Entscheidung in Frankreich, man müsse gute Vorbereitung dagegen treffen; aber das dürfte kaum der vornehmste scopus sein ; warum ist man hier so ängstlich, während man den vom niederländ. Kriegswesen betroffenen Ständen, Jülich, Münster etc. nicht geholfen, sondern sogar die Spanier gegen ihre Klagen verteidigt und bei der Traktation im K. Bat sitzen lassen hat. 8 Glaubt, es sei darum zu tun, das, was auf dem R. Tag von anno 70 und seither der Patenten wegen gesucht worden, wieder zu urgiren „und also zum wenigsten itzo abermaln ein vorbau zu legen, wie künftig alle macht der teutschen gewerb in der kais. Mt. hende allein zu bringen". Damit kann man die Evangelischen in und ausserhalb des Reichs dem Papst unterwerfen und die Freiheiten der kurf., fürstlichen und gräflichen Häuser in Deutschland vollends beseitigen. „Und uf solches möchte auch wol ein reichstag folgen und dis orts angezettelt werden." An und für sich wäre ein solcher sehr nötig, aber die Erfahrung seit 30 Jahren lehrt, dass es dort nicht um Abstellung der ständischen Beschwerungen, sondern nur um Kontributionen zu tun ist, was der alten Freiheit des röm. Reichs widerspricht. Erinnert an die Weigerung des Pf. Friedrich, eine von K. Friedrich III. begehrte Kontribution zu bewilligen, da er nicht denke, das Reich schatzbar machen zu helfen; doch gab er zuletzt nach dem Kaiser zu Ehren. Seitdem ist es, weit gekommen. „Nichts desto weniger dörfen sich auch noch kaiserische rät finden, die solchen jetzo schier plutröstigen von den undertonen ausgepressten schweiss, wie die jüngst Regenspurgisch hülf, nur ein badgeld nennen". Man könnte wohl anderweitig dem Reich ein Patrimonium schaffen, ohne immer die Rechnung auf deni Beutel der Untertanen zu machen. 1 Vgl. No. 72. 2 Vgl. Mainz an J. C, Aschaffenburg 30. Okt./9. Nov. (Marb. Cop.), mit der Begründung, der Kaiser wünsche den Tag, um sich einstweilen für den Ausgang des französischen Kriegs vorzusehen. 8 Vgl. I. 357; 385; II. 413. 88 1587 102. An dem polnischen Wesen, „wie man sich auswickle, damit nicht ein hungarisch wesen daraus ervolge", ist dem Reich viel gelegen. Bis jetzt gehen aher Sachsen und Brandenburg noch sehr bedächtig; werden wohl, wenn etwas weiteresauf die Bahn kommt, „mit uns correspondenz zu halten sich nicht absondern." 1 Gegenüber dieser vermutlichen Verrichtung der Kommissarien Zusammenstimmung der weltlichen Kff. wohl von Nöten. Auf Abstellung der Beschwerden zu denken: die Schätzungen, ohne dass man einen entsprechenden Schirm verspürt; erinnert an Cilli, Schaumburg an der Donau, Costnitz, Bisanz, Utrecht, Cammerich, Lingen, Campen, Schwollen, Deventer u. a. m., „wie Wurtemberg, soviel das aigen- tumb belaugt, dem reich entzogen," Oesterreich und Burgund sich sich der R.Jurisdiktion erledigt haben; beil. Copien betr. die Praktiken mit der Stadt Köln- Endlich K. Gerichts- und Religionsbeschwerden (Köln, Strassburg, Aachen, Würzburg). Wie ist das gegen Gott und die Posterität zu verantworten? Ersucht W., seinen Einfluss bei S. und Br. geltend zu machen. Wird er allein gelassen, so ist wenigstens sein Gewissen salvirt. 2 Marb., Pfalz 1854—7. Or. Novbr. 102. Instruktion Segur's für den an Johann Casimir 27 abgefertigten Bongars. (Frank- (La Noue. Sehr. Pallavicinos. Keine Nachricht von J. C. Englische fürt) Geldhülfe. Bitte um Darlehen. Dietz von Schönberg.) S. wollte vor einem Monat J. C. aufsuchen, um ihm B's Bericht über seine sächsische Reise sowie Sehr. Palavicini's mitzuteilen, fand ihn aber nicht in Heidelberg und wollte nach Basel, um La Noue zu treffen und zu J. C. zurück zu bringen. Auf die Nachricht, La Noue könne nicht so bald kommen, kehrte er unterwegs um nach Heidelberg und, da er J. C. wieder nicht traf, in diese Stadt. 8 Da er J. C. Rückkehr zu spät erfuhr und jetzt unwohl ist, .schickt er B. Hat 3 Sehr. Palavicini's erhalten: 1) vom 2. Okt., worin P. versichert, „que la royne fera les avances d'une seconde 1 Am 29. Nov. antwortet J. C. auf ein Sehr, des Kf. Johann Georg vom 31. Okt.; er billigt die Haltung der beiden Kff., da ein Krieg beider Parteien dem R. so nachteilig wäre, wie es vor Jahren mit Ungarn gegangen, „daran man noch zu dauen" [er meint den Streit zwischen K. Ferdinand und Zapolya], und ersucht J. G. den einen Teil zum Abstand bewegen zu helfen (Berl. Cop.). Aehnlich schreibt M. Joachim Friedrich am 26. Nov. aus Ansbach an J. C, die Kff. sollten vermitteln nnd einstweilen einenWaffenstillstandvorschlagen(Marb.Frkr. 1587. III. Cop.). Dagegen schreiben Sachsen und Brandenburg am 19. Dez. an M. Georg Friedrich, eine Vermittlung, um die sie von den Interessenten niemals ersucht worden, sei ganz untunlich (Berlin, Cop.). 2 L. W. antwortet am 8. Dez, ablehnend; er habe bereits an die Kff. geschrieben. 3 Am lo. Okt. hatte J. C. Heidelberg verlassen, um nach Kreuznach zu gehen, wo er am 13. eintraf und den von M. Philipp von Baden eingesetzten lutherischen Pfarrer Scheuerlein absetzte und gewaltsam wegführen Hess (vgl. Back, die evangel. Kirche II, Bonn 1873, S. 466 ff). J. C, den seine Gemahlin und sein Pflegesohn begleiteten, kam am 26. nach Heidelberg zurück und ging am 2. Nov. wieder weg zur Jagd, zunächst nach Friedeisheim, dann am 4. nach Kaiserslautern; erst am 21. war er wieder in Heidelberg (Kalender). 102. ■ 1587 89 levee de IUI m chevaux"; 2) vom 14. Okt.: Averly's Ankunft 1 Novbr. habe sie beunruhigt, aber durch Sehr. S. bei seiner Bäckkehr aus ^ Heidelberg vom 18. Sept. hätten sie sich wieder beruhigt „et attendoyent en bonne de>otion m r Junius'"; um dessen Verhandlung nicht zu stören, habe Averly heute am 14. England verlassen; 3) vom 27. Okt: Junius sei vor 3 Tagen angekommen. Ueber den Inhalt der Antworten S. wird B. berichten, da leider keine Abschrift vorhanden, „ayant semblablement fait voir au dit s r Junius et au docteur que S. A. envoyoit en Hollande 2 les letres qu'il escrivoit en ces pays-lä". Trotz seines guten "Willens für die Sache erkennt aber S., „que S. Alt- ne 1' a pas fort agreable"; seit seinem Abschied zu Neuscbloss, wo J. C. ihn seiner Gnade versicherte und ihm von allem Mitteilung zu machen versprach, hat J. C ihm keine Nachricht zukommen lassen, weder von sich noch über die Armee noch über die Kontribution Dänemarks u. a. Fürsten, die doch S. erwirkt hat, noch über die Depeschen an Dänemark und die Fürsten durch „Podlitz" u. a. Und doch wäre es Putlitz zu Statten gekommen, wenn er etwas von S. bei sich gehabt hätte, das die Zustimmung der navarrischen Vertreter zu J. C. Schritt bekundete. Da Navarra „se reposeroit bien sur luy [S.] de son estat et de sa vie", müsste man diese Dinge nicht ohne S. betreiben; „il suplie S. Alt. d' y pourvoir ä 1' advenir". S. hat sichere Nachricht, dass die Königin bereits Geld an Palavicini geliefert und dieser bereits einen Teil nach Deutschland geschickt hat und den Rest folgen lässt. Man muss sich nicht an den im Sehr. Palavicini's erhobenen Schwierigkeiten stossen, „car ce sont traits du pays". La Noue „viendra lors qu'il sera temps. Que s'il eust pense que S. Alt. 1' eust eu agreable, il fust desjä icy. Luy discourir de 1' esperance qu' on a de l'union des eglises." J. C. möge sich an seine Aeusserungen zu Mannheim 8 gegen S. über dessen „promesses" erinnern und an das Erbieten „de les acquiter des lors." Damals war es noch nicht an der Zeit; jetzt, wo es geschehen muss, bittet • er, da die Kosten seines deutschen Aufenthalts es ihm unmöglich machen, J. C. um etwa 2000 escus, die sich hundertfältig lohnen werden. Seine eigenen Auslagen könnten aus dem von den Fürsten für Navarra aufgebrachten Geld gedeckt werden; er begnügt sich mit dem, was Dohna für sein Kommando und .Beutterich erhalten haben. Sie leihen hier nicht leicht und er entlehnt ungern, hat zuletzt„einJAnerbieten von Putlitz abgelehnt. Bei Strassburg sah er den schwer beleidigten Schonberg, der J. C. mehr nützen oder schaden kann, als andere seines Standes in Deutschland, worauf er Rücksicht zu nehmen bittet.* Pb. Vo Colbert 402 f. 220. Cop. 1 Vgl. No. 78; 89. 2 Vgl. No. 93 (S. 79 A. 1). Der Gesandte nach Holland war nach der Verteidigungsschrift Segurs vom J. 1588 D. Gerardus Vothius (vgl. I. No. 207 A. 2). 8 Vgl. No. 81. 4 Vgl. No. 63. Im Kalender J. C. der durchgestrichene Vermerk zum 31. November [!]: „Segurio diener Boncars auch bei mir gewest, mit ime discourirt". 90 1587 103-106. No v J> r - 103. Johann Casimir an Segur. 28 Heidel- Hat es verschoben, an S. zu schreiben, teils weil er selbst berg weg war, teils weil er Nachricht aus dem Lager erwartete; teilt letztere mit, um die bisherige gute Haltung der Reiter zu beweisen; hofft, dass Navarra, von dem sie nicht viel Kunde hatten, falls er Saulmur genommen hat, sich .doch noch mit ihnen vereinigt. Es wäre Schade und unverzeihlich eine solche Armee zu Grunde gehen zu lassen, die nach allen Zufällen doch noch entschlossen ist und „a tousjours fait teste ä l'ennemi". Erwartet S. Meinung. . . . Pb. Vc Colbert 402. f. 222. Or. Dezember 104. Pallavicino an König Friedrich von Dänemark. 6 Gegenüber dem päpstlichen Bündniss zur Ausrottung der reinen Religion schlägt die Königin F. und anderen deutschen evangelischen Fürsten ein Defensivbündniss vor ; jeder von den Fürsten soll eine gewisse Geldsumme etwa in einer R. Stadt hinterlegen, „quae honesto foenori collocata certos redifus quotaunis refundat"; hievon könnte man eine Anzahl Obersten und Räte „ceu foederis ineundi procuratores" unterhalten, das Ganze im Notfall nach Vereinbarung der Verbündeten zur Defension verwenden. Schon die Nachricht hievon würde die Päpstlichen veranlassen Ruhe zu halten, da sie vor allem durch die mangelnde Einigkeit der evangelischen Fürsten ermutigt werden. Treten zunächst auch nur die K. und wenige Fürsten zusammen, so wird das Bündniss vonTagzuTag wachsen; verweist auf den sehmalkaldischen Bund. . . . Dr. 7280. Engelend. Sachen. Or. Dezember 105. Johann von Nassau an Georg von Romburg. „... Konnte zu dem von R. angedeuteten Werk nichts tun, da noch bure" k e ' n B escne ^ von den vornehmsten Häuptern gekommen. Befiehlt 8 das, was er allein nicht heben kann, Gott bis zu besserer Gelegenheit. Der dänische Prinz wegen Krankheit wieder umgekehrt. Die beiden Gesandten nach England und in die Niederlande noch nicht angekommen. Wie es mit J. C. steht, zeigt das beil. Or. Hätte er selbst abkommen, oder einen Vertreter schicken können, so wäre es mit dem bewussten Werk anders gegangen....... Ob nicht wenigstens bei den Landschaften eine Landrettung oder Widerstand gegeu die Spanier durchzubringen ? 1 . . . Wiesbaden, Dillenb. Korr. Cop. Dezember 106. Joachim Friedrich von Magdeburg an Landin „ ^ graf Wilhelm. Bamberg Navarras und der Deutschen Misserfolg mit Begierde erwartet; vermutlich durch den B. von Metz, der zu Mainz residirt, oder dgl. ausgesprengt. Schickt Mitteilungen von J. C. . . . Der Nachzug ist ohne Schimpf und Nachteil nicht anzustellen; selbst mit 200 000 1 Am gl. Tag schreibt J. an Grünrade im gleichen Sinn und mit der Nachricht, von den abgedankten Truppen Jülichs würden noch etliche für J. C. zu haben sein (ebd.). Vgl. No. 88. 106—107. 1587 91 fl. von England, Dänemark u. a. wären kaum 12000 Mann aufzustellen und kaum durch die Pässe und das verheerte Lothringen zu bringen; abwärts sind die Parma'schen und lützelburgischenTruppen, aufwärts die Erzherzoge, Savoien und die kath. Schweizer. Hiezu die Gefahr in Polen. ... W. soll sich mit J. C. verständigen, wie obige Hindernisse zu umgehen. . . . Wurde von M. Georg Friedrich aus beweglichen Ursachen aufgehalten. (P. S.) Erfolg des viel geringeren Zugs ao. 62. „In deinem namen, herr, wollen wir das panier ufwerfen." Gott will die Ehre haben. Einstweilen ein Winterlager zu schlagen oder den K. von Frankreich zum Frieden und zur Sendung seines und des navarrischen Kriegsvolks nach Artois gegen Parma zu veranlassen; England könnte auch helfen. Bittet W. das beil. Sehr, an den K. von Frankreich [Ansbach 20. Nov.] ins Französische übersetzen und hinein gelangen zu lassen. Schomberg sucht den Sieg Navarras zu verkleinern; sein Sehr, zeigt, „das gewiss das deutsche evangelische . gebluet bei ihme fast kalt worden". Gerücht, J. C. oder dessen Theologen hätten das Lesen der lutherischen Schriften verboten; schickt Cop. seines Sehr, an J. C. [26. Nov.] und bittet W. auch zu schreiben. . . . Mar|). Frkr. 1587. III. Or. (pr. Kasnol 21. Dez.). 107. Christian von Sachsen an König Friedrich vonDezember Dänemark. 12 Dresden Auf F. Ersuchen (durch einen Einspännigen) um Bericht darüber, ob er wirklich in seinen Landen die lutherischen Prädikanten abschaffe und calvinische dafür berufe und einsetze; der Knecht, der ihm die kgl. Antwort vom 22. Nov. brachte, wurde ebenfalls nm diese Dinge befragt. Bleibt bei seiner F. durch dessen Knecht zugestellten Erklärung, „das wir in der religion bisanher in unseren landen nicht die geringste verenderung gemacht, auch dasselbe zu tun nicht bedacht sein". Hat seit dem Tod seines Vaters keine Person zum Kirchendienst gebraucht, die nicht schon zu Lebzeiten des Vaters im Predigtamt gewesen. Solche Reden kommen wohl von unruhigen Köpfen, „die keinen zwank leiden und lieber uns die obrigkeit regieren als geburlichen und schuldigen gehorsamb leisten wolten". Da aber F. nach seinem Bericht auch von vornehmen Potentaten im Reich deshalb mündlich und schriftlich angelangt worden ist, bittet er um ganz vertrauliche Mitteilung, woher und von wem diese Reden an den K. gekommen. 1 Kopenh., Sachsen A. Or. (pr. 27. Dez.). 1 Vgl. No. 95. Am 17. Dez. schrieb Ludwig von Würtemberg an den Kf. wegen des Gerüchts, dieser wolle von der Konkordienformel zurücktreten und das alte corpus doctrinae wieder einführen (Dresden, 10313, eigh.). Auf die durchaus ablehnende Antwort vom 3. Jan. 1588 (Richard, der Kanzler Krell I, 269 ff.) erklärte L., er stelle die Sache Gott anheim und habe das Seinige getan (Dr. a. a. Or.). Im April 1588 schrieb M. Georg Friedrich ebenfalls warnend, unter Hinweis auf die bedenkliche Umgestaltung der Univ. Wittenberg, an den Kf. (ebd. Or.). 92 1587 108—109. Dezember 108. Landgraf Wilhelm au Johann Casimir. 16 Kassel Zeitung, die L. Ludwig von Mainz und Trier erhalten hat. Ist dem wirklich so, so wäre es ihm nicht nur für die guten Leute insgesammt, sundern besonders für Dohna, dessen aufrichtige und gute Gesinnung er kennt, von Herzen leid, dass sie von den heillosen Franzosen so jämmerlich hineingelockt und auf die Fleischbank geliefert worden sein sollten. Bittet um Mitteilung des wahren Sachverhalts. „Sonderlich aber ist ein loblich stuck, das die eigenwillische Schweizer sich nicht allein ins konigs dinst, sondern auch nimmermehr gegen den konig zu dienen haben bewegen lassen. Wolte gott, wir mochten den falschen Segurium, der author totius gladii ist, am lichten galgen sehen hengen." 1 Marb., Frkr, 1587. III. Cop. (Dezbr.) 109. Werbung des englischen Gesandten Daniel Rogers 2 bei König Friedrich von Dänemark. (Schottische Heirat. Niederländische Friedenshandlung. Päpstliches Bündniss; Unterstützung Navarras; Ermahnung der deutschen Fürsten; ein Nachzug.) 1) Schottische Heiratssache ;* Schottland hat diese Verhandlung ohne Wissen der Königin angeknüpft. 2) Niederländisches Friedenswerk; 4 Dank für die Bemühungen der K.; in ihrem Sehr, vom August bat die Königin um Sendung der dänischen Gesandten zum 20. Sept. nach Emden, wo sie Geleite für die Reise in die Niederlande von der Königin und Leicester und auf englische Veranlassung auch von Parma erhalten sollten. Leicester sollte inzwischen die Stände, deren Ansichten wegen der Pazifikation sehr geteilt waren, vorbereiten, fand sie aber „ab hoc proposito alienissimos; . . . populi animus satis dexter est, sed primores ordinum populo abusi omnibus modis dissuadent" teils aus Ehrgeiz teils aus Habsucht; daher kommt die bisherige Hinderung und nicht von der Königin, die im höchsten Grade geneigt ist; die dänischen Ge- 1 Aehnlich L. W. in seiner Antwort an Magdeburg (vgl. No. 106) vom 22. Dez.: Dohna könne billig wie Moses sagen, es sei kein gemarterter Mensch auf Erden gewesen als er; die Franzosen haben sich weniger als nichts um seinen Befehl gekümmert und etliche ihn endlich verraten; die Truppen sind umhergeführt wurden wie die Narren; „der verlogene Segurius" verliess sie auf dem Musterplatz; Navarra schrieb ihnen nicht ein Brieflein und nahm sich ihrer nichts an, vielleicht weil er sich schämte seine Zusagen nicht halten zu können, wahrscheinlich auch r uf des losen mans Segurii anschunden" [instigarel; man brachte sie an verpestete Örter u. s. w. Betreffs des Nachzugs stimmt er ganz mit J. F. überein (Marb. Cop.). — Am 22. Nov./2. Dez. schickte ! Moncassin aus Metz an Pf. Johann sehr ungünstige Mitteilungen über die Invasionsarmee, u. a. über die bevorstehende Kapitulation der Schweizer mit dem K. von Frankreich (ebd. I. Cop.). 2 Vgl. I. No. 57; 72; 97; Gott. Gel. Anz. 1900 S. 545 A. 1. 3 Vermählung K. Jakobs mit einer dänischen Prinzessin, vgl. Cal. of State Paper s, domestic series, 1581-1590, Lond. 1865, S. 361; Addenrta 1580-1625, S. 272; 287; Ehses, N. B. I. 2,.421. 4 Vgl. No. 93. 109—110. • 1587 93 sandten sollen, da alles von der Rel. Freiheit abhängt, diese bei Parma unter Hinweis auf die Genter Pazifikation und den Kölner Kongress sowie auf das Beispiel Karls V., Ferdinands, Karls IX., Heinrichs III. durchzusetzen suchen und im Notfall damit drohen, dass Dänemark und England gemeinsame Sache gegen Spanien machen und auch die deutschen Fürsten ihrer Religion zur Unterstützung veranlassen würden, denn diese sind ja bei einem Sieg Spaniens in den Niederlanden und Errichtung der päpstlichen Inquisition selbst ihrer Gewissensfreiheit nicht mehr sicher, ,,impri- mis, si attente expenderint, quo familia austriaca adspiret." 3) Frankreich und Navarra. Die Ziele des päpstlichen Bündnisses, „quod publice hodie a papa, Hispaniarum rege Jtalisque principibus asseritur et ostentatur," 1 beschränken sich nicht auf Frankreich; Unterstützung Guises durch Spanien und die Verbündeten in Deutschland und Italien. „Existimet ser ma V. M. omnium piorum hominum animos in V. M. intentos esse, qui et oculos suos in Germaniae principes defixerunt, communibus votis postulantes, afflictissimum regem ne negligant; quem desertumser ma regina auguratur, cum ab ill mo Cäsimiro duce intelligat, neminem ad exercitum, qui nuper inGallias missus est, promovendum quicquam c o nt r i b u isse." Die Königin hofft, dass der K. mit ihr Navarra unterstützen und die übrigen deutschen Fürsten nicht nur durch sein. Beispiel, sondern auch durch Gesandte auffordern wird, das Gleiche zu tun. Die Niederlage des in Frankreich stehenden sehr bedrohten Heers wird für die deutschen Fürsten der Anfang eignen Unheils werden; „confidit vero [die Königin], si de novis militum supplementis in usum Navarreni regis in Gallias submittendis serio agatur, regem Galliae permotum iri, ut ad solidam pacem regno suo concedcndam animum matnrius convertat". 2 (Schädigung dänischer Untertanen durch Piraten und dänische Gegenmassregeln. Streit zwischen den englischen Kaufleuten und den Hamburgern). 3 Kopenh. England A. Or. HO. Kurfürst Christian an den Kaiser. Dezember 26 Konnte das Ansuchen des Zacharius Köler mit kais. Patenten rj re8 den für Erzh. Maximilian werben zu dürfen, nicht bewilligen, da er auch den Gegnern keine Werbung gestattet und sich bei der ohnedies gefährlichen Lage dieser Sache nicht teilhaftig machen will; hat seinen Untertanen durch Mandate jede fremde Bestallung ohne seine Erlaubniss untersagt.. Berlin, K. 9. Polen. Cop. 1 Vgl. Ehses-Meister, N. B. I. 1, 250 f; hiezu Gott. Gel. Anz. 1897 S. 321 ff. 2 Am 24. Dez. schrieb K. Friedrich aus Hadersleben an J. C. (Kopenh. d. Prot.) über diesen englischen Vorschlag eines Nachzugs, der übrigens, wenn, wie er kaum hoffe, etliche Fürsten geneigt sein sollten, keinesfalls vor dem Frühjahr oder Sommer vor sich gehen könnte. 8 Vgl. Ritter, D.G.II, 466; Ehrenberg, Hamburg und England im Zeitalter der K. Elisabeth, Jena 1896. 94 1587 111. DezemberlLL Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich. Heidel- Warnungen vom Grafen vonMümpelgart; würde, wenn er nicht erg Vormund und Administrator wäre, des Streichs nicht erwarten, sondern „in der person inen sovil an andern orten zu schaffen zu geben, das sie mein und meines pflegsohns land verhoffentlich wurden vergessen"; so kann er aber die Administration nicht verlassen. Bittet für den Notfall um stattliche Hülfe mit Geld und Volk und um eine Zusammenkunft in Rotenburg an der Tauber. 1 Dresden. 9305. Cop. 1 Unter gl. Datum an M. Georg Friedrich über einen Konvent der Räte in Sachen Mümpelgartä (ebd. Cop.). Am 17. Dez. berichtet L. Georg von Hessen seinem Bruder Ludwig, J. C. habe ihm zu Neuschloss auf der Schweinhatz mitgetheilt, der M. von „Burges" [Burgau], des Erzh. [Ferdinand] Sohn, der eine Zeit lang zu Köln gelegen, wolle in die Pfalz ziehen, wegen des beabsichtigten Nachzugs für Navarra; J. C. Sehr, an die K. von England sollen in die Hände Parmas gekommen [sein (Marb. Frkr. 1588. I. Cop.). An den Strassburger Rat hatte Pf. Johann eine Mitteilung des Pf. Reichard gelangen lassen, Parma solle einen Schlag gegen ihre Stadt beabsichtigen (Strassb. Ratsprot.). — Friedrich vonWürtemberg hatte sich am 18. Dez. wegen des guisischen Einfalls an J. C. gewendet (Dresden, Cop.) Vgl. Tuetey I, 162 ff; 187 ff. 1588. 112. Antwort Segur's auf eine pfälzische Anklageschrift. 1 „Articuli Heidelbergenses. Eesponsum ad eosdem. I. Dominus Segurius tempore collecti Dominus Segurius tempore in Alsatia exercitus literas ad regem collecti in Alsatia exercitus Navarraeum atque etiam reginam literas ad regem Navarraeum Angliae et quosdam imperii principes atque etiam reginam Angliae scripsit. Quibus regem quidem Na- ptaliosquoquescripsit,quibus varraeum monuit, ut quandoquidem 1 Ueber den hässlichen Federkrieg, der zwischen den Vertretern Navarras und den Pfälzern nach dem kläglichen Ausgang des Feldzugs von 1587 sich erhob, vgl. Thuanus LXXXVII. 14 (var. lect.); H. Hagen, Zur Gesch. der Philologie (Berl. 1879) S. 79 ff; Anquez S. 22 f; La Hug. Mem. III, XV ff. (de Ruble); Schmidt, Dohna S. 143 ff. Die überlebenden Hauptteilnehmer des Kriegsrats, die im Dez. 1587 mit La Noue u. a. in Genf zusammentrafen, hatten sich das Wort gegeben das Vergangene im Interesse der Sache begraben sein zulassen (La Hug. Epb. S. 478; Thuanus a. a. 0.). Ich weiss nicht, ob Quitry vor oder nach dieser Abmachung seinen vertraulichen, aber gegebenen Falls ohne Nennung seines Namens zu verwertenden Bericht vom 2G. Dez. 1587 an Segur verfasste (La Hug. Eph. S. 465ff; bes. S. 475). Fast gleichzeitig hatte Chätillon, längst von der Armee getrennt, seinen „Discours" für Navarra, der für Quitry nichts weniger als günstig lautete, am 31. Dez. zu Montpellier vollendet (Delaborde S. 320 f; 469 ff). Auf der anderen Seite arbeitete La Huguerye, im Febr. 1588 nach Heidelberg zurückgekehrt, für J. C. seine weitschweifige („ung gros volume") und gegen die Navarrischen höchst feindselige ,Ephemeride" aus (La Hug. Mem. III, 214 f; 222). Gegen La Huguerye richten sich in erster Linie verschiedene Denkschriften, in denen die Vertreter Navarras sich zu rechtfertigan und die gegen sie erhobenen Anklagen zu entkräften oder den Gegnern zur Last legen suchen (eine Anzahl davon abgedruckt in La Hug. Eph. S. 482 ff), Man kann aber nicht sagen, dass diese Schriftstücke sich etwa durchweg auf den uns vorliegenden Text der Ephemeride bezögen, der erst mit dem 24. Juli 1587 beginnt. Vielmehr greifen z. B. No. V. und No. VI. des Anhangs zur Eph. auf frühere Zeiten zurück, No. VI. sogar auf das J. 1583. Die Kechtfertigung Quitry's (No. IV, S. 482 ff.) besteht aus einer Zusammenstellung der von den Pfälzern, vor allem von La Hug. begangenen Fehler (zu S. 482 A. 3: mit der Chiffre M. N. ist nicht Quitry gemeint, sondern Monsieur de La Noue). Das Memoire Couvrelles' (No. V, S. 497 ff.) gibt auf der linken Spalte die 96 1588 112. salus Germanorum maxime hie exercitus sine iusto et legitimo pessumdata est; idque ut capite subsistere diu non posset, mit- fieret cum detrimento auc- teret quam primum prineipem Con- toritatisprincipisPalatini, ut daeum, qui exercitum aeeiperet; ipse putatur, in votis habuit. interim utereturopportunitatetemporis ad res suas stabiliendas et ad exercitum reeipiendum se praepararet. In hauptsächlich gegen Segur und Quitry gerichteten Vorwürfe der Pfälzer, auf der rechten tipalte die Entgegnung (zu S. 500 A. 2: die Stelle: „il taxe 1'honneur du mort" bezieht sich nicht auf Beutterich, sondern auf den am 1. Jan. 1588 n. St. verstorbenen Clervant); wiederholt wird auf eine zu erwartende Rechtfertigung Quitry's hingewiesen (S. 503); die letzten pfälzischen Klageartikel (S. 508) erwähnen den Tod Conde's (t 5. März 1588). Das folgende Stück (No. VI, S. 509 ff.), dessen Urheberschaft von de Ruble dem Gesandten des Reaux, von Laubespin Clervant zugeschrieben wird und ebenfalls auf der einen Spalte pfälzische Anklagen, auf der andern die Entgegnung gibt, rührt weder von des Reaux her, auf dessen bevorstehende Werbung in Deutschland es Bezug nimmt (S. 509; 521), noch von Clervant, der noch im Dez. 1587 gestorben war und übrigens auf S. 510 erwähnt wird. Des Reaux war am 6./16. Jan. 1588 in Bern, am l./ll. Febr. in Aarau (Segesser III, 271; 303); La Hug. III, 222 f. lässt ihn im Febr. nach Heidelberg kommen (vgl. Eph. S. 478), was durch J. C. Kalender bestätigt wird: 4. Febr. „Le Reau de la part du roy de Navare ariva"; 18. Februar: „le s r de Reau navarischer gesandter zu mir komen lassen, nachmittag audienz geben"; 19: „despesche le s r de Reaux". Die Stelle zu Beginn des Schriftstücks (S. 509): „nous l'avons faict antendre plusieurs fois au roy de Navarre" (die Notwendigkeit einen französischen Prinzen zur Armee zu schicken) weist ebenso wie die Aeusserungen zu Artikel 6 auf S. 513 und mehrfach im Folgenden (S. 514 f; 522) auf eine Gesammterklärung der während des Feldzugs in der Armee anwesenden Vertreter Navarras; die Abfassungszeit ist bedingt durch die Kenntniss von der Sendung Reaux's, der am 19./29. Dez. zu Nerac von Navarra abgefertigt wurde und am 6./16. Jan. in Bern war. Wir haben es jedenfalls in No. V. und VI. mit Beantwortung nicht einer einzigen, sondern verschiedener von pfälzischer Seite ausgegangener Beschwerdeschriften zu tun, wie auch Segur in seinem Sehr, vom G.Juni von vielen solchen Ausstreuungen der Gegner spricht (Eph. S. 477 f.), während andererseits Dohna in seinem „Kurzen und wahrhaftigen Bericht" sich gegen alle bisher über den Feldzug ausgegangenen „Schriften, discours und Zeitungen, gedruckte oder ungedruckte" wendet. Diesen gedruckten Bericht setzte Dohna selbst seit dem 31. März 1588 zu Frankfurt in Umlauf; zugleich, stellte er dem Dr. Glauburg daselbst eine Schrift gegen Segur mit dem Titel: „Per- fidia et imposturae Segurii" zu (Eph. 8. 478 f; La Hug. III, 224 ist ausserdem von einer Schrift der am Zug beteiligten deutschen Edel- leute gegen Navarra die Rede, die aber auf den Wunsch der Heidelberger selbst nicht veröffentlicht worden sei). Sögur übergab hierauf seinerseits Glauburg „un escrit responsif" (Eph. 478), das mit der von dem jungen Bongars verf. „Responsio ad scriptum Fabiani a Donaw" (Anquez S. XXVII f. Schmidt S. 148 f.) identisch ist. Diese Schrift findet sich auch in deutscher Uebersetzung dem Dohna'schen „Bericht" beigefügt in einem Miinchener Druck von 1588, den M. Joh. Bapt. Badweyler unter dem Titel: „Calvinisch Badstuebl" herausgab; den beiden Schriften ist „Das Gebett der Caluinischen vund Zwinglischen Predicant.en in der Euangelischen Eydgnossenschafft auff allen Cantzlen 112. 1588 97 Angliam autem scripsit, quoniam huius exercitus ruina manifesta esset, incum- berent ipsi in id, ut regina aliquid conferret, quo confirmari posset. Idem ad duos imperii principes scripsit. 1 In eoque non principis Palatini auc- toritatem aut ullius alterius convellere voluit, sed ruenti aedificio succurrere. Imo ipsi principi Palatino quinto et sexto Septembris eadem illa denun- tiavit 2 Si illi audire vera praedi- fuer das Teutche Kriegsvolck ... gebettet, Anno 87." vorausgeschickt, alle 3 Stücke mit höhnischen Glossen ausgestattet; die Vorrede besagt, dass die armen Calvinisten einander so schön und sauber waschen, „das sie glitzen vnd gleissen, als wie das edl schweindl wans auss der kotlachen kombt" (Bm. Polem. 290). Dohna kehrte nach Einsicht der „Kesponsio" sofort nach Frankfurt zurück, um den ungenannten Verf. zur Kechenschaft zu ziehen, erzielte aber mit seinem in deutscher, französischer und lateinischer Sprache publizirten Plakat, das den Schreiber zum Zweikampf forderte (Eph. S. 528 ff.), nur ein noch viel boshafteres, im Stil der Dunkelmännerbriefe gehaltenes lat. Pamphlet von Bongars (Hagen S. 160 ff.). Inzwischen war am 30. März ein für Dohna und La Huguerye sehr günstiges Sehr. Chastillon's an J. C. vom 17. Febr. eingetroffen (La Hug. Eph. S. 480; 531 f; vgl. Dela- borde S. 323 ff; La Hug. Mem. III, 230). Und am 2. Mai richtete einer der Teilnehmer des Feldzugs, Graf Eberhard von Solms, ein entrüstetes Sehr, über die Antwort Segur's an Dohna; er hätte gewünscht, den Eindruck von S. Sehr, auf Chastillon mitanzusehen, der „niemals mit der anderen Franzosen hantirnng zufriden gewesen"; S. werde wohl von allen, die sein Sehr, gelesen, und besonders von den Teilnehmern des Zugs für einen Schelm gehalten werden (Dohna- aches Archiv, Sohlobitten, eigh., bei Schmidt S. 153 nicht ganz genau wiedergegeben). Dass Dohna's „Bericht" als die offizielle Heidelberger Darstellung zu betrachten ist, zeigt ein Fragment, das sich teilweise mit dem gedruckten Text (Bm. Eur. 345/9, S. 34 f.) wörtlich deckt und mit eigh. Korrekturen J. C. versehen ist. Im Aug. 1588 schrieb Duplessis-Mornay an Buzanval: „Bella illa nostra abierunt in duellum; fudit Borussus immensa illa Gotthorum agmina" (Mem. de Mornay III, suppl. S. 123). — Dem oben abgedruckten Schriftstück vermag ich nicht mit Sicherheit seine Stelle in dem Verlauf der hier charakter- isirten literarischen Fehde anzuweisen. Es findet sich ausserdem Pb. V° Colbert 402 f. 14 ein längeres Stück: „Calumniae Heidelbergensium et ad eos responsio", das hauptsächlich gegen La Hug. als den eigentlichen Urheber alles Uebels gerichtet einigermassen an die Angabe im Sehr. Segur's vom 6. Juni ,(Eph. S. 480) erinnert, er wolle vor seinem Abschied von Deutschland in den Händen einiger guter und einsichtsvoller Fürsten lassen „un petit discours, auquel j'ay. mis une partie des occasions que nous avons de nous plaindre de ses [J. C] conseillers." Ernst von Mansfeld führt in seinem Sehr, an Dänemark vom 23. Jan. 1588 (Kopenh.) unter den Ursachen der Niederlage der Deutschen an: „item das sie ein welschen commissarien gehabt, der sie gefuhret, der nun alle ire anschlege gewust, die er dem feinde stetigs zugeschriben, ja des feindes Soldaten unter den jenigen des nachts unbekant gewesen." 1 Vgl. No. 73; 78; 81. 2 Vgl. No. 81; 102. Boxold, Briefe des Pfalzgrafen Jobann Casimir. III. 7 98 1588 112. II. Scriptarum literarum ip- sum postea poenituisse apud eos, qui ipsum de illarum praeiudicio admonuerunt. III. Hinc factum esse illius literis, ut fides Germanici exercitus regi Navarreno suspecta sit facta atque ideo auxilia illa ad se recipere noluerit. IV. Ipsos quoque Germanos in Lotharingia contra German- orum ducum consilia a Gallis tamdiu circumductos, donec omniafuneribus implerentur. V. Porro et ipsum regem Navarrenum per tot mensium spatium nullam omnino sui adventus significationem de- disse nee, quid ipsis facien- dum aut quorsum eundum foret, per suos admonuisse. centem noluerunt, non ipsius eulpam esse; multo minus ipsi adscribi debere, si quid dux ille exercitus et La Hug- uerie inprimis in Gallia peceaverunt, ut sane fecerunt. Nemo ipso domino Segurio aegrius fert aeeeptam cladem, et optaret, ut Ulis volentibus fuisset, falsum eum vatem reddere. Dominus D. Euberus seit, an dominum Segurium poenituerit. Neque sane benefactorum aut benedictorum poenitere quemquam debet. Hoc autem fecit, ut prineipem Palatinum omni quidem culpa liberum diceret, cuius mi- nistri ipsius rei essent nimis manifesti. Tantum abest, ut rex Navarrenus ea auxilia ad se recipere noluerit, ut ipsemet summo cum vitae suae et rerum publicarum periculo ad Ligerim pervenerit, pontem construxerit et transitum toto pene Septembri tenuerit; quem illo duce aliud iter capessente et undique ingruentibus in ipsum hos- tibus reliquerit. In Lotharingia vix xv dies repletos; cuius consilio, nescit dominus Segurius. Sed quaerit, cuiusnam consilio sex et amplius septimanae in Alsatia exaetae sint ? cuius consilio Alsatia depopulata, Lotharingia. et extra eam Guisii pro- vincia Jonvillensis conservata? cuius consilio, cum facile et pene incruente debellari potuisset, pugna vitata sit? cuius consilio, cum vado transiri Ligeris et ad regem Navarrae perveniri potuisset, Lutetia petita sit? etc. Gregarius hoc forte miles vere dicere potest, ipse dux non potest. Et sciunt ea dere ipsi, qui missos a rege viderunt, audiverunt, certiora quam ipse dominus Segurius. Constat tarnen ipsi Monglassium, Morlantiura et Sennetonium viros nobiles atque etiam alios missos esse. 1 1 Ueber die Sendung Monglat's zur Armee im Sept./Okt. 1587 vgl' La Hug. Eph. S. 249; 284 ff; 290; 299 ff., über die Sendung Seneton's im Okt. ebd. 351; hiezu Mem. de Mornay I, 801; 807; 826 ff. 112-113. 1588 99 VI. Ex quibus ruina exercitus Germanici sit subsecuta. Itaque ex superioribus articnlis ipsorum non infertur, quod inferunt. Sed audiant ipsi etiam consequentiam. Dux tanto oneri irapar praepositus est exercitui. Cum occasio pugnandi oblata est, pugnare nolnit; cumvigi- landum fuit, non vigilavit; cum vapu- landum non fuit, vapulavit; et quae restituere debebat, perdidit. Nunc in ea tempora devenimus, ut non maledicendum, sed benefaciendum sit, non errores celandi, sed emen- dandi sint, non innocentes calum- niandi, sed nocentes fugiendi, denique ea vitanda, per quae iam aliquoties naufragium fecimus, ea inquirenda et persequenda, per quae restitui ia- centia possint." Pb. Vc Colbcrt 401, f. 115. 113. G-edenkzettel Johann Casimirs. „Segur folio 4 a dict qu'il ne vouloit point tenir la capitulation, qu'il l'avoit bien signe, qu'il n'avoit point est6, quant fut traicte. m'a tax6 ä mon honneur: voudroit avoir le bras couppö, damit er die capitulation underschrieben hat. 1 10 etil Traicte avecque Hossonville: pour tirer de l'argent de Loraine.' 12 . . pour le chef de l'arme a este long temps traictö: Boullon ont voulu avoir le Welsch: les reutres ung Alemant: Baron fol. 29. von Donaw a este esleu chef des estrangiers, mais qu'il prendroit le mot du guet de M r de Boullon. 8 14 a este reproche ä Gitri qu'il avoit receu 3000 r. 26. Febr.). * Febniar ^22. König Friedrich von Dänemark an Landgraf Haders- Wilhelm, leben Beabsichtigte im vorigen Sommer seinen Sohn Ulrich im Herbst nach Strassburg Studirens halber zu schicken; da derselbe aber eben um die Zeit der Reise krank und bis zu seiner völligen Genesung die Jahreszeit rauh und die Wege schlecht wurden, verschob er damals die Reise bis zum Frühjahr, etwa zwischen Ostern und Pfingsten. 3 Trägt jedoch neuerdings Bedenken wegen der Zeitungen von der durch das französische Kriegswesen verursachten Unsicherheit an der deutschen Grenze und um Strassburg herum. Bittet um genaue Auskunft hierüber und Gutachten wegen der Abschickung des Sohns.* Kopenh. Stiaab. Domcap. I. 2/3. Or. 1 Vgl. No. 10a (S. 93 A. 2). 2 Am 20. Febr. berichtet J. C. weiter über die Praktiken des Nuntius zu Köln, der sich „zum furieren des Parmischen Kriegsvolks gebrauchen last" (Beilage fehlt) und über die Drohung einer vornehmen im R. gesessenen Perann wie auch anderer, noch in diesem Jahr solle und müsse der ganze Rheinstrom und besonders Rurpfalz wieder zum Papsttum gebracht werden „und das der treiber dazu schon vorhanden" (pr. 18. März, Kopenh. a. a. 0.); ein Sehr, vom 24. Febr. verweist auf das in der hinteren Grafschaft Sponheim eingefallene Kriegsvolk Parmas (ebd.). Am 19. März antwortet F. auf J. C. Sehr, vom 29. Jan., 10. und 20. Febr. mit dem Hinweis auf seine eigenen Sehr, an Sachsen und Brandenburg vom 20. Febr., die die englischen Vorschläge (Nach- zug und ev. Gegenbündniss) befürworten (ebd. d. Prot; F. an Sachsen, Dr. 7280, Or; an L. Wilhelm 20. Jan. Marb. Frkr. 1588, Or.1. Sachsens unbedingt ablehnende Antwort, Annaberg 12. Febr., mit Hinweis auf die ebenfalls abgelehnten Bündnissvorschläge Englands noch vor dem Tod seines Vaters (vgl. II. 327 A. 1), Kopenh. Sachsen A. Or. (pr. 1. Aprih. 8 Vgl. No. 94. 4 Kanzleivermerk: „Dies schreiben ist nicht abgangen, dan J. K. Mt. sich bedacht und entlich entschlossen, S. F. Gn. vortzuschicken, in meinung L. Wilhelmen zu ersuchen, das S. F. Gn. das geleide uf ein par hundert pferde bis gen Strasburg Sterken solten. Interim M tas ipsius mortua est". — Am 23. Jan. richtete Ernst von Mansfeld aus Strassburg ein sehr umfängliches Sehr, an F., worin er u. a. berichtet, 123—124, 1588 107 123. Markgraf Georg Friedrich an Sachsen und Februar Brandenburg. ' Ansbach Guisischer Einfall. Vertritt das Hülfsgesuch von Pfalz und Würtemberg sowie deren Bitte bei .S. und Br. einen evangelischen Konvent anzuregen. Schritte der Bedrängten beim Kaiser oder beim Speirer Konvent wären fruchtlos ohne Interzession sämmtlicher Staude A. C. oder doch der beiden Kff. beim Kaiser. Falls ein allgemeiner Konvent bedenklich erscheint, schlägt er eine Zusammenkunft von Bäten der vornehmsten Kff. und Fürsten vor, die dann mit den andern Ständen handeln und ein allgemeines evangelisches Defensionswerk zu Stande bringen können. 1 Dr. 9305, Or. 124. König Philipp II. an Mendoza. Februar 8 -------- „En lo de nueva baxada de reytres a esse reyno procurad por 18 todas vias que se estorve por el dano de que su buelta seria ä Madrid la causa catholica y por ötros muchos respectos, en que os valdreys del medio que para ello se os ha ofrecido, lo quäl ha defundar el man beabsichtige das Generalkapitel und die Wahl eines Bischofs womöglich im Februar zu veranstalten und die Herren seien entschlossen „in guter geheimb" den Prinzen Ulrich zu wählen; dahin war schon seine Andeutung im vorigen Sehr, über seine Beise zu F. gemeint; F. möge bedenken : „wer ehe kumpt, der mahlt auch ehe" (Kopenh. Or.). Am 29. Jan. empfahl Mansfeld wiederholt die Reise Ulrichs möglichst zu beschleunigen; sonst würde „der, so sich zuerst darumb angenomen" [Magdeburg für seinen Sohn August], nicht so leicht abzuweisen sein; die beste Beisezeit sei hier zwischen Palmen und Pfingsten; der jetzige Bischof biete natürlich alles auf, um die Reise zu hintertreiben (ebd. eigh.). Vgl. Meister S. 306 ff. Am 26. März äussert Magdeburg in einem Sehr, an F. ernste Bedenken gegen das beabsichtigte Generalkapitel, meint jedoch: „wo E. K. W. . . . son zur stete were, hette es weniger bedenken, das S. L. imands oder an dero stat zugeordnet wurde" (Kopenh. Or. pr. 13. April). 1 Vgl. No. 111. Weitere Sehr. J. C. an G. Fr. vom 5.13. IG. Jan. Dresden a. a. 0. Im nämlichen Sinn wie G. Ff. schreibt Joachim Friedrich von Magdeburg am 8. Febr. aus Halle an Kf. Christian, unter Hinweis auch auf Parmas Einfall ins Kölnische und die Bedrohung des Stifts Strassburg und mit dem Vorschlag eines Konvents von Räten, auch aus den R. Städten; es handle sich um die Möglichkeit eines Einfalls von 50—-60 000 Mann; man müsse sich gefasst machen; er sei schon in der Musterung und Aut'mahnung begriffen (ebd. Or. pr. Dresden 15. Febr.). Die beiden Kff. waren aber gegen den vorgeschlagenen Konvent (Brandenburg an Sachsen, 20. Febr. ebd. Or.); doch boten sie wegen des guisischen Einfalls und der polnischen Wirren Ritterschaft und Landschaft zur Bereitschaft auf (Johann Georg an Dänemark, 23. Febr. Berlin B. A. 9 Polen, Conc). Während Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar Würtemberg die Erlaubniss zur Werbung von Volk gegen Guise erteilte (F. W. an Kf. Christian, 18. Jan. Dr. 9088, 0r.), schlug Christian das gleiche wiederholt an ihn gerichtete Ansuchen J. C. ab (Chr. an Brandenburg 31. Jan. ebd. 9310, Conc. Krell); vgl. No. 110. 108 1588 124—126. hechadizo [?] y nuevo confidente en conveniencias generales del bien comun desse reyno, y de no enpobrecer & Inglaterra con el dinero que de fuerca avria de dar para la leva"..... Pa. 1448. Conc. Februar |25. König Friedrich von Dänemark an Christian Haders- von Sachsen. leben Befürwortet gegenüber den päpstlichen Rüstungen in- und ausserhalb des R. eine christliche Liga zur beständigen Defension, da man nach der Regel, dass den Ketzern kein Glaube zu halten sei, sich nicht auf den Rel. Frieden verlassen kann. (P. S.) Glaubwürdige Nachrichten, ansehnliche Räte und Diener etlicher vornehmer Herren im R. hätten Pension von in- und ausländischen papistischen Häuptern und wirkten zum Nachteil der Stände A. C. Ein Vornehmer in Frankreich rühmte sich, er wisse besser, was in den geheimsten Ratschlägen der vornehmsten Kff. und Fürsten trak- tirt und beschlossen werde als deren eigene gemeine Räte, wobei er ein Packet Briefe zeigte mit der Aeusserung, „da were ihm zugeschrieben alles, was wir mit E. L. und anderen herren zu Lüneburg gehandelt, und hette sich sein herr der konig zu Frankreich darfur nicht fast zu besorgen". Hörte dies von einem ehrlichen Mann und Augenzeugen. Empfiehlt bei Verhandlung über solche Rel. Sachen mit andern Herren oder deren Räten Achtung auf den Unterschied der Personen, die etwa solche papistische Pensionen haben möchten. 1 Dr. 7280. Or. Kopenh. D. Prot. Februar 126. Christian von Sachsen an Landgraf Wilhelm. 21 Dresden ^uf -yy. Sehr, vom 13.; verweist auf seine Antwort an den Gesandten Harstel. Billigt die Bereitschaft des rheinischen Kreises, da sich noch mehr zutragen kann; die Franzosen werden hiedurch „nicht so fast irritirt als verursacht werden sollen, das sie sich gleichwol hinfuro solcher einfelle sobald nicht unterstehen mochten"; freilich muss man sich mit dem bedachten Ausziehen wohl vorsehen. Eine Verwendung gegen Bonn und Berk oder an der polnisch- schlesischen Grenze hält er für ganz ausgeschlossen. Parmas Rüstungen gelten wohl England. Im Notfall verweist er auf die Ver- 1 Diese Warnung bezieht sich vor allem auf Kaspar von Schom- berg und dessen alte Beziehungen zum kursächsischen Hof (vgl. z. B. I. 229; II. 374), wo sein Bruder Hans Wolfgang 1586 Hofmarschall geworden war (Ritter, Briefe und Akten I, 11). — Chr. lehnte am 11. März das Biindniss ab (Dr. a. a. 0. Conc. Krell) und bat am 14. März um vertrauliche Mitteilung, „wer diejenigen unter meinen geheimen raten oder furnemen dienern sein tuen . . . domit ich mich für denselben hueten und die dardurch entstehende gefar in Zeiten abwenden könne"; er werde diesen Freundschaftsdienst nie vergessen und „unvermarkt E. K. W. person halben" verfahren (ebd. eigh. Conc). 126—128. 1588 109 bindung aller R. Stände mit einander und auf die vorhandenen besonderen Einungen. 1 Dr. 9305. Conc. (Krell.) 127. Johann Casimir an die Geheimen zu Strassburg. Februar 24 Einfall des fremden Volks in die Grafschaft Spanheim. 2 Kün- Hei( j e i_ digt seinen bevorstehenden Anmarsch an 3 und bittet Acht zu geben, Derg dass sich nicht droben ein anderes Volk hervor tue. Zürich, Zeitungen. Cop. 128- Minucci an den Herzog von Urbino. Februar . , 24 . . . Eine vormals beim Herzog [von Baiern] in Gnaden ge- März standene, dann aber „per sue ribalderie" fortgejagte Persönlichkeit 5 1 Vgl. No. 119 A. 3. In ähnlichem Sinn schrieb Chr. am 11. März Munchen aus Dresden an Friedrich von Dänemark (vgl. No. 121 A. 2); obwohl er angesichts der Unterstützung Kölns durch spanische Truppen, der Werbungen Erzh. Maximilians und der für die Niederlande bestimmten Reiter des M. von Burgau u. s. w. zugibt, dass sich Gefahr ergeben könnte, verweist er darauf, dass es bei der Aufforderung der Kreishülfe gegen den Einfall in Mümpelgart die päpstischen Stände nicht an sich fehlen Hessen; man müsse sich auf ihre Erklärungen verlassen, bis man ein anderes im Werk erfahren; er bliebe bei dem Bedenken seines Vaters vom 31. Juli 1585 und bei seinem eigenen Sehr. • rem 12. Febr. (ebd.); vorläufig sollten die Stände A. C. jeder für sich auf seine Defension bedacht sein und im Fall eines Angriffs päpstischer Stände müssten sie treu und fest zusammenhalten. In einem weiteren Sehr, vom 29. März lehnte Chr. die Einladung des K. ihn in Hamburg zu besuchen wogen der Schwangerschaft seiner Gemahlin und der gefährlichen Läufe ab und bleibt wegen der Papisten bei seinem Sehr, vom 11. März (Kopenh. Sachsen A. Orr.). 2 Am 22. Febr./3. März richtete Louis de Beauvau, seig r de Trem- blecourt (La Hug. Mem. 111, 338 A. 2), Befehlshaber einer nach Bonn marschierenden' spanischen Truppenabteilung, ein drohendes Sehr, „de nostre quartier de Grenff" (?) an den Pf. Karl, er werde einem etwaigen Angriff mit 4000 Arkebusieren zuvorkommen, „qui est une partie de ceulx qui ont si bien estrille les reistres qui sont venus en France, lesquels ont encores la mesme vertu et le mesme courage de s'opposer contre vingt mille aultres en pleine campaigne; parquoy je ne crains toutes voz menees et attenderay avec bonne devotion celuy qui se voudra esprouver contre moy"; bleiben wei de er, so lang es seinem Kommandeur Chimay beliebe; amSchluss: „je vous supplie me mander, si vous voules declarer pour ami ou ennemi, et que ce soit demain" (Dr. 8280, Cop.). Vgl. hiezu F. Back, die ev. Kirche im Lande zwischen Rhein, Mosel, Nahe und Glan II, 491 ff. Am 18. März berichtet J. C. dem L.. Wilhelm über Klagen des Pf. Karl und über einen spanischen Anschlag auf Bacharach und Caub (Marb. Briefw. mit Pf. J. C. 1580—1592). 3 J. C. Kalender zum 1. März : „Nach essens bei Ostofen das regi- ment knecht gemustert"; dort übernachtet; 2: „das regiment knecht im feld zusammenkommen lassen, articelsbrief turlesen und darnach schweren lassen"; nach Alzei; 4: Rat gehalten, was mit dem Kriegsvolk anzufangen; 5: Konsultation abermals wegen des Kriegsvolks; mit Putlitz diskurirt; am 11. zu Heidelberg ein Fähnlein Landvolk zum Ausschuss gemustert. Vgl. No. 115. Am 14. kam Pf. Karl nach Heidelberg. 110 1588 128—129. suchte „i dl passati" mit] einigen andern eine bairische Festung in die Hände des Herzogs von Neuburg zu bringen; die Sache wurde entdeckt und die Schuldigen „fuori del principale" verhaftet. Neuburg setzt seine Rüstungen fort, wie die andern protestantischen Fürsten nah und fern, ohne dass man bisher ihre Absichten erkennt. Baiern folgt ihrem Beispiel „per potersi bisognando come si dice parar le mosche" und „ha fatto inforzare gagliardamente il presidio d'Ingolstad". 1 Rom, preuss. histor. Institut, Lettere di Minucci II f. 3S7b. Cop. Februar 129. Martin Schenck an Johann Casimir. 29 Bonn Erinnert an seine Erklärung im Namen Gebhards auf dem kurf. Kollegialtag zu Speier. 2 Die von Jülich angeregten, durch Salentin von Isenburg, Anthoni von Eltz und Oberst Brembdt im Namen des B. Ernst von Lüttich geführten Unterhandlungen, die einen Anstand auf 8 Monate bezweckten, wurden durch Parma abgebrochen, da sein Herr Protektor des Erzstifts Köln und ihm seine Eroberungen vom Kapitel garantirt seien. 8 Nun hat sich hier in der Kanzlei 4 gefunden, dass eine Reihe von geistlichen und weltlichen Ständen, „darunder auch etliche, so sich der A. C. rühmen, dem jegenteil mit furlegung einer grossen summen gelds, auch dinsten, damit die belagerung vor Neuss befordert worden, die hand gepoten"; was im Notfall in specie darzutun und ihm als einem ehrliebenden Deutschen schmerzlich zu vernehmen gewesen. "Wendet sich daher mit dieser Erinnerung an J. C. als den besonderen Beschützer der deutschen Libertät und Freiheit. Sein Herr der Kf. ist freilich allein den Spaniern nicht gewachsen, sucht aber einen Rücken bei andern ausländischen Potentaten. Aber alle 1 Am 8./18. März berichtet M., Würtemberg habe sein Kriegsvolk entlassen, ebenso Neuburg; Baiern habe überhaupt kein Volk angeworben, sondern nur seinen Adel und die Hofleute aufgemahnt. — Am. 30. März/9. April 1589 berichtet der Statthalter zu Ingolstadt an Wilhelm von Baiern über Katholikenverfolgung und Rüstungen in Neuburg (Mc. Fürstensachen 124, Or.). 2 Vom 2. Januar, gedruckt bei (F e r b e r), Gesch. der Familie Schenk (1860) S. 243 ff. 8 Vgl. über diese Verhandlungen Gott. Gel. Anz. 1900 S. 521 ff; über die Haltung Parma's Ehses, N. B. I. 2, 95 f; 100 A. 2; 106. 4 Heber die von Schenk erbeuteten Akten des Kf .Ernst vgl. No. 154. Am 9. Juni 1598 berichtet ein pfälzischer Rat (Kolbinger?) an Kf. Friedrich IV. u. a.: „Die bonnische acta, welche in II tomos in gelb pergament eingeheftet, J. F. Gn. [J. C.] mir in 8 bre ao. 91. selbst zugestellt und ich in etwas durchblettert, hab ich im 9 ber ao. 93. aus E. Ch. Gn. befelch dem von Plessen zugestellt; der würdet sie sonder zweifei seither widerum an gehörende ort gelievert haben. Man hat aber auch, das solche acta hinder P. seien, nie viel geschreis gemacht, ohnerachtet sie seither von churf. Gebharten begert worden, drumb auch nachmaln billich das werk in geheimbd gehalten würdet" (Mb. 96/5, eigh.). 129—130. 1588 111 drohenden Zerrüttungen Hessen sich durch ernstes Zusammensetzen der religionsverwandten Stände vermeiden. Bittet J. C. mit andern Ständen sich der Sache anzunehmen; ist eventuell bereit, Bonn und Berk [Rheinberg] J. C. oder einem andern unparteiischen Fürsten einzuräumen. P. S. Erhält eben ein Packet von der K. von England, des Inhalts, sie habe vernommen, „das allerhand trauungen hin und wieder wider E. F. Dt. eines feindlichen Überfalls halben spargiret und ausgössen werden", und beauftrage ihn, im Notfall auf J. C. Erfordern demselben mit 2000 Pferden zu Hülfe zu ziehen. Erwartet J. C's Resolution, falls sich nicht sonst eine Gelegenheit gibt, denselben persönlich aufzusuchen und darüber anzusprechen, wozu er von der K. ausdrücklichen Befehl hat. 1 Düsseid., churcöln. Kriegsakten 24. f. 20. ff. Cop. Marb., Pfalz Oop. 130. Gedenkzettel Johann Casimirs.' (Februar) „Discours de noz princes de l'empire et esfcrangers chrestiens. Dennemark. Ist zornig uf seine gesandten gewesen, daz sie dem churf, das leid geklagt, als sie erfaren gehabt, daz er sich wider anderwerts verstadt gehabt. Zu Lüneburg hat er sich kuniglich und christlich erzeigt. 20 m dalar mitleidenlich hilf geben. Sein 2 ten söhn im stift Strasburg geton und dem kaiser der capitular halb ein heroisch schreiben geton. Hat 20 m dalar mitleidenlich hilf gesteuert. Engeland. Lecestre. Engeland hat sich rund contra Spa. erwiesen. Für ein weib ists gnugsam, mir ander stend solten uns darin spigeln. 1 Am l./ll. März verliess Schenk Bonn, um sich zu J. C. zu begeben (Buch Weinsberg IV, 1898, S. 12). 2 Diese Aufzeichnungen (gedruckt bei Häusser, Tagebuch J. C. S. 401—406), die sich grösstenteils auf Vergangenes zu rückbeziehen und namentlich die sächsische Politik unter August und Christian zusammenfassend behandeln, geben nur wenige. Anhaltspunkte für die Zeit ihrer Entstehung. Die Erwähnung des Kollegialtags (vgl. No. 118) zeigt, dass sie frühestens Ende Januar oder Anfang Februar 1588 ahgefasst sein können. Auf der anderen Seite scheint mir die Annahme ihrer Abfassung nach der spanischen Werbung und der Unterredung mit Salis (4. 9. April) ausgeschlossen zu seiu. Während z. B. hier ein baldiger K. Tag als vermutliches Ergebniss der sächsicheD Politik bezeichnet wird, berührt die Unterredung mit Salis das Gerücht von einer Ablehnung des R. Tags durch Sachsen und Brandenburg.- Ferner ist hier keine Rede von den im März zwischen J. C. und Schenk gepflogenen Verhandlungen. Die wiederholte Erwähnung der zu fassenden kriegerischen „resolution" weist endlich auf eine Zeit, in der J. C. zum Losschlagen geneigt war; einmal heisst es ausdrücklich: „mander au L. Wilh. ma resolution". Dies würde auf Ende Febr. und Anfang März passen, wo J. C. Musterungen von geworbenen Truppen und Landvolk abhielt (No. 127, S. 109 A. 3); in seinem Kalender vermerkt er zum 27. Februar : „Jeckel lackay gen Cassel abgefertigt". Ueber L. Wilhelms Schritte bei Sachsen zu Gunsten einer Unterstützung der Pfalz vgl. No. 126. 112 1588 130. (Febrnar) Sie hat Walsingheim in Galia gesandt und dem kunig die pratica contra ir person zu erofnen. 1 Gallia hat für die schottisch kunigin gebeten. Holand Seheland haben sich ganz und gar Engeland ergeben. 100 m \^ Navara geben mitleidenliche hilf. Tractirt matrimonium zwischen Schotten und Dennemark. 2 Hat noch 40 m gülden weiters bewilligt. 3 Sax regiment. Hat ein weib in ein gewixten sack gesteckt mit einer schlangen, catzen und eim hanen uf die heidnisch weis; sie hat 2 kinder umbgebracht. Ein grossen diament hat der kunig zu vermuten durch Caspar Schomberg Sax verehren lassen; das verhindert alle hilf. 4 Maxime d'une meschancete; haben mein bruder erinnert, sich seines amps zu brauchen, wollen ime 3000 pf. zuschicken, und haben nie willens gehabt zu werben. 6 Will seinen Schwester nichts geben anforderung von mutterlicher erbfall halb. 0 Hat gesagt, er wolle sein Schwager B.zuHalberstadt so breit schlagen. Sax hat Guitry gefenglich gen Dresen lassen füren, Baroni sein jung Henrich Karben. 7 Saxen regiment. 100 000 fl. dem kaiser abgeschlagen. Empfehet seine lehen nit personlich. 8 Sax und Brandenburg haben samptlich kaiser ser beschickt wegen her Bopell ausgegossen reden. 0 Sie beiden haben den kaiser anfangs unruhe in Frankreich erinnert, daz ir Mt. den kunig zum frieden vermanen solt. Mir hat er geschrieben, wen die erklerung des kunigs kerne, woll er helfen schliessen. 10 Jl n'y a ny coeur ny loyaute en cest homme. Jl trait sa patrie; voluptas sucht er; wir werden bald ein reichstag haben. 11 1 Im Febr. 1587 wurde Wade in ausserordentlicher Mission nach Frankreich geschickt (Teulet V, 465 f.); Walsingham's Sendungen dorthin fallen in viel frühere Zeit (1570, 1581). Ueber die Sendung Bellievres nach England zu Gunsten Maria Stuarts vgl. La Hug III, 234 f. 2 Vgl. No. 109. 3 Vgl. II. 514. 4 Ueber das kgl. Geschenk an Kf. August auf Schombergs Anregung vgl. I. 237; 279. 8 Vgl. hiezu II. 101 (besonders Antn. 6 und 7); 140. 0 Vgl. No. 19. 7 Vgl. No. 24. 8 Vgl. II. 491; 512 A. 2. 0 Vgl. Anm. 32; über Popel von Lobkowitz I. 336 A. 1. 10 Die Mahnung an den Kaiser fällt noch in die Regierung des Kf. August (II. 402); die zweite Erklärung gab Kf. Christian am 24. Sept. 1586 gegen J. C. und L. Wilhelm und wiederholte sie am 4. Nov. (II. 489; 498 A. 2; vgl. auch 442 A. 2). 11 Ein ganz unbegründeter Vorwurf gegen die damalige sächsische Politik; vgl. No. 147 (S. 134). Zu dem folgenden Vorwurf wegen des gefangenen Herzogs Johann Friedrich vgl. Bommel V, 601 A. 89. 130. 1588 113 Er verhindert gefangen Sax erlediguug und coludirt mit dem(Fobruar) kaiser. 40 m dalar hat Sax seliger Don Johan zu der Colnischen expe- dition dem Don Johan Manrigo furgeliehen. 1 Jl fault estriller mit anforderung, car mon bischof will bei mir stehen. Mein gemahl morgengab verschreibung und heurat, auch widumb wieder zu fordern. Ma femme luy a escrit, prie, mais il n'a rien respondu.* Je pense fermement que il pense attirer tout les meilleur gens en l'empire, wie er dan tut mit allen fursten, welche er alle an sie [sie] zeucht, damit den ander, so uf ine sehen und sehen müssen, die hand gespert werde. Nota, durch dise stratagemata hat er den kunig zu Dennemark an sich gezogen. 3 Alein weil Pfalz ine nit adorieren will, so lest er sie im stich sitzen. Braunschweig wurd er sowol als mich für den köpf stossen wegen der anforderung halb. Zu Wolf von Erlach, so Wir. diener: er wolt, das die von Genf ausgetilgt wurden.* Gestatt, daz seine bevelchsleut das sie [sie] von den Ligueurs bestelt werden, wie dan Sax marschalk Stachius von Honsperg furschrift an Guisa, damit er uf ein regimenfc knecht bestellt. 6 1 Vgl. hiezu I. S. 578; Hirn II, 475 A. 4; Piot, Corresp. de Granvelle IX, 291 f. ' Am 5. Dez. 1587 schreibt Pf. Elisabeth aus Heidelberg an Kf. Christian, sie habe laDge kein Sehr, von ihm empfangen, wisse die Ursache nicht und hoffe nicht, dass ihr Bruder, zu dem sie ihre höchste Zuflucht und Trost habe, seine brüderliche Liebe ganz von ihr abgewendet habe; sie bitte ihn, ihr sein brüderliches Herz zu erklären (Dr. 8539, Or.). Vgl. No. 19 (S. 15 A. 2). 8 Die Behauptung eines Leipziger Briefs vom 5. Mai 1586 (vgl. I. 457 A. 2), Kf. Christian sei, aus Ursachen, die nicht wohl zu schreiben, nicht gut dänemärkisch, ist trotz ihrer Berufung auf das Zeugniss eines anhaltischen Bats mit Vorsicht aufzunehmen. Man könnte allenfalls an eine Verstimmung des Kf. über die Ermahnungen denken, die ihm K. Friedrich gelegentlich der Kondolenz beim Tod des Kf. August namentlich in Bezug auf- ein besseres Ver- hältniss zum Adel und zur Ritterschaft zu Teil werden Hess (F. an Christian, 5. März 1586. Kopenh. d. Prot.). Aber der K. bemühte sich auf alle Weise die Beziehungen zu Christian möglichst vertraulich zu gestalten. Er setzte ihn von den Verhandlungen mit Spanien und England in Kenntniss (Chr. an F., Dresden 28. Mai 1586, Kopenh. Sachsen A. Or.) und lud ihn nebst Brandenburg am 4. Juni zum Besuch in Segeberg ein, mit dem Erbieten, falls dies Chr. ungelegen sei, selbst nach Lüneburg zu kommen (ebd. D. Prot.). Ein Sehr. F. an Chr. vom 9. Sept. 1587 trägt den eigh. Zusatz: „und drynke dych hyeneben ent gross glass mit wyen zu alsse myen truwer fetter undt bruder, den ich fan hertzen lybt habe" (Dr. 8539, Or.). 1 Vgl. No. 8. B Bongars berührte in seinem Sehr, an L. Wilhelm vom 7. Juni 1587 (S. 46 A. 2) das Gerücht, die Guisianer hätten in Deutschland geworben und besonders sächsische Adelige gewonnen „ipsius Cels. connivente". L. W. teilte dies am 19. Juni J. C. mit: der Kf. werde von „etzlichen Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 8 114 1588 130. (Februar) Er hat einem bewilligt 1000 pf. Guisa zuzufuren; Sax hats mit sein eigen handschrift den consens bewilligt. Gitry gen Dresen gefangen gefart. Mein furierer Silvester Dhen aus derstadt heissen ziehen, als wen er ein verreter were. Ich solt es ime verweisen. Sax wol haltens. Uf dem depufcationtag Wurms haben sie gute correspondenz mit mir gehapt. 1 Uf dem landtag zu Torgau concordibuch abolirt.* Uf den colegialtag gute leut geschickt. 3 Hessen betreffend. L. W. hat sein testament gemacht, seine ret und aus allen stedten 2 person des rats zusamen erfordert und seinem söhn geloben und schweren lassen, kein ander hern zu erkennen. Nota, als ich bei S. L. im land zwei mal bin gewesen, hat L. Ludwig zu Hessen einen argwöhn uf mich gefast, als wen ich ein executor des testaments sein solte. 4 L. Ludwig hat keine erben. L. Gorg ist baufellig und S. L. eltister söhn gleichfals; stehet also daz haus leis. L. W. hat dem kaiser geld furzuleihen rund abgeschlagen, da er doch zuvor. Mander au L. Wilh. ma resolution: Nemlich daz mir werben wollen und ich schir bedacht eigner person zu ziehen. 5 Hat 12 000 fl. Navarra mitleidenlich hilf geliehen. Actions des Landgrafen. 1) seind sie in religione uneins; 2) den ledigen landgraf unbillich gefangen; 3) beschreien mich gegen menniglich Umbstadt halb; 4) mit der zollfreiheit die Pfalz fexirt. 6 Jl fault prendre resolution. Wie mich die pfaffen mit Parma dreuen, hat was hinder sieb. Den proces, so in camera furgehet.' E. L. wohl bekanten personen" sehr gegen die Navarrischen verhetzt (Marb. Cop.). Dass Stachius von Honsberg vom Kf. eine Empfehlung an Guise erlangt habe, meldet schon die „Zeitung aus Franken" vom 12. März (oben No. 24, S. 18 A. 3). 1 Vgl. II. 413. ' Vgl. No. 107. 8 Vgl. No. 95; 118. * Ueber das dritte Testament L. Wilhelms vom 25. Juni 1586 vgl. Eommel V, 832; Kopp, Bruchstücke zur Erläuterung der teutschen Gesch. II, 114 ff. Auf seiner Reise im Sommer und Herbat 1586 kam J. C. zweimal mit L. Wilhelm zusammen (II. 467; 485; Schmidt, Donna S. 70). 6 Vgl. S. 111 A. 2. 6 Vgl. Rommel V, 579 A. 73; über die Gefangenschaft, in der die Landgrafen den Grafen Christoph von Diez, einen Sohn ihres Vaters von Margaretha von Säle, seit 1570 bis zu seinem Tod hielten, ebd. S. 88 ff; über die Handel mit Pfalz -wegen Umstadt oben No. 2; 10. ' Gemeint ist der seit 1584 am R. K. G. schwebende Prozess der im Testament des Kf. Ludwig ernannten Mitvormünder gegen J. C. auf 130. 1588 115 Nota, stadt Speir sindicus von fiscal gehört, Franzosen ein (Februar) anscblag "Weissenberg hetten. La lettre que l'empereur m'a escrit Eger und Pleienstein halb. Baden möcht was anfangen, dan er sich vernehmen lassen, mit hilf Parma will er dis alles richtig machen. Von keinem freund hab ich mich nichts zu behelfen oder httlf zu gewarten. Tout ceux qui ont contribue. 1 20 000 dalar Dennemark, fa: 23333 fl. 5 batzen. 15 000 dalar Ad. Magdenburg, fa zu 15 batzen — 14666 fl. 10 batzen. 12 000 gülden L. Wilhem zu Hessen; gold fl. Halberstadt; 10 000 gülden Halberstadt; 30 000 gülden churf. Pfalz, 20 m von der camer und 10 m Verwaltung. Nota: geschutz, kraut und lot sampt hämisch zum regiment knecht hab ich darzü geben und bezahlt. Engeland. Herausgabe des Testaments; vgl. II. No. 295; Ritter I, 633; 645. Im März 1588 drangen die Kläger auf endliche Vornahme der Revision. (Fortges. Reverien S. 118 f.). 1 Ma. 545/4 f. 452 ff. findet sich eine „verzeichnus alles gelts, so zum navarrischen kriegswesen in anno 87. zugeschossen worden, wo dasselb hin verwendet worden und der könig von Navarra M. Gn. H. noch schuldig ist" aus dem J. 1589. Geliefert wurden: 155000 fl. von England, 18000 fl. vom Herzog von Bouillon, 15746 fl. von den Kirchen in Frankreich durch Hans Sarrazin (vgl. II. 435); „über obige drei posten" streckte J. C. Navarra an Geld, Geschütz, Munition, Pferden und Rüstungen vor 109530 fl. 14 1 /, Batzen; diese Summe setzt sich folgendermassen zusammen: Heimlicher Zuschuss des Administrators Heinrich Julius von Halberstadt: 11680 fl. 3 Batzen; aus der kf. Pfalz Kammer 20000 fl; von kf. Pfalz Verwaltung 10000 fl; von J. 0. selbst 9957 fl. ll 1 /, Batzen; aus kf. Pfalz Zeughaus 45 Zentner Pulver = 1220 fl; Hufeisen, Nägel und Radschienen 92 fl. 5 1 /, B.; J. C. aus seiner Kammer und Zeughaus und für Wehren, Geschütz u. s. w. 15986 fl.; Pferde und Wagen zur Artillerie = 14526 1 /» fl.; Darlehen der' Stadt Strassburg (vgl. S. 51 A. 1) 20000 fl.; Geschütz von Strassburg = 6068 fl. 2 B.; zusammen: 109530 fl. 14% B., die Navarra noch schuldet. . . . Nach Abzug vom Musterplatz geliefert: 55076 fl. 14 B. (L. Wilhelm 12000 fl.; Dänemark 20000 Taler = 24180 fl. 10 B.; Magdeburg 15000 Taler = 18896 fl. 4 B.). Davon ausgegeben: zurück an J. C. 9957 fl. 11 V» B.; an J. C. Kammer 15986 fl.; an Strassburg 20000 fl.; an Segur zweimal nachgeliefert 3533 B. 5 B.; für allerhand Zehrungen u. a. Unkosten wegen des Zugs 1931 fl. 2% B.; Ueberschuss laut der letzten Quartalrechnung „des verschienen 88. jars", 3668 fl. 7 B. Zahlt Navarra die 109530 ü. 14V 2 B. zurück, so hat J. C. noch an die kf. Pfalz, die Stadt Strassburg für Geschütz, L. Wilhelm und Magdeburg zurückzuerstatten 82803 fl. 4 B. Dies von obiger Schuld abgezogen ergiebt einen Rest von 26727 fl. 10 1 /, B.; hiezu der Ueberschuss von 3668 fl. 7 B., zusammen als Rest zum Besten J. C. 30396 fl. 2% B.; dieser Ueberschuss kommt daher, dass „meines erachtens" die Zuschüsse Dänemarks und Halberstadts nicht zurückgezahlt zu werden brauchen. 8* 116 1588 130-132. Elle ne peult faire paix sans le consentement de son peuple, dan durch das regiment ist sie hienein in krieg gezwungen worden. Sie hat ein agenten bei den Türken, welcher erprakticirt, das der Turk mit Spa. kein frieden machen soll 1 . Zudem ire undertonen contribuiren eine grosse summa gelds, gleichfalls Holl- und Sehelender. Jtem Draco hat er auch nit ein statlich erobert nit allein itzunder, sonder zuvor, wie verzeichniss ausweiset. Holl- und Seheland haben sich absolute ir der kunigin ergeben. Sie hat 100 m ^7 mitleidenlich Navara et pour la cause fur- gestreckt und vielleicht noch". Heidelberg, Univ. Bibl. Pal Germ. 763. fol. 44a—52. Eigb.. (gedr. bei Hänsaer, Tagebuch J. C. S. 401 ff.) 4. März 131. Christian von Sachsen an den Kaiser. Dresden Auf das kais. Sehr, vom 21. Febr. betr. die Erledigung Erzh. Maximilians.' Ist wie von Anfang an und jetzt mehr als je gegen jede Gewalt und namentlich gegen Beiziehung fremder Hülfe. Unterhandlung von Seiten der R. Stände ist aussichtslos. Befürwortet den Vorschlag im Sehr, des polnischen Kanzlers an den B. von Breslau (Aufstellung einer Kommission von beiden Teilen wegen der Erledigung und eines beständigen Friedens auf Grund der alten Kompaktaten zwischen der Krone Böhmen und Polen). Berlin. R. 9. Polen. Cop. 9. März 132. Joachim Friedrich von Magdeburg an Landgraf Halle Wilhelm. . . . Kürzlich war ein eigner dänischer Kurier bei ihm, der zu Sachsen und Brandenburg sollte; versprach demselben seine Antwort beim L. zukommen zu lassen. 3 Ein weiteres Sehr. Navarras. Hat 1 Vgl. die Werbung eines englischen Gesandten beim Sultan vom 9. Nov. 1587 bei Chr. Gottl. von Fried berg, Newer calvinischer Modell (1616) S. 61 ff; hiezu Cbarriere IV, 554 A; 623 A. 1. 1 Nach der Niederlage bei Pitschen am 24. Jan. 1588 war Maximilian in die Gefangenschaft des Siegers, des Grosskanzlers Zamojski geraten. Kf. Christian wies noch einmal am 3. April ein kais. durch Ladislaus Popel von Lobkowitz in Dresden angebrachtes Gesuch um Unterstützung der Krone Böhmen gegen Polen mit 2000 Pf. zurück, ebenso Brandenburg am 24. April (Berlin E. 9, Polen). Kf. Johann Georg hatte schon am 2. April dem K. Sigismund höchst freundschaftlich geschrieben, er habe nebst Magdeburg Gesandte zur Beglückwünschung an den K. abgefertigt; „nos R. V. S. in regio solio confirmata . . non medioeri cura liberati sumus" (ebd.). J. C. erwähnt in seinen Kalendernotizen von 1588 Audienz eines polnischen Gesandten zu Heidelberg am 25. April, Abfertigung desselben am 27. April. * K. Friedrich schrieb am 17. Febr. aus Sonderburg an J. Fr., er trage Bedenken bei den Ständen A. C. weiter zu sollizitiren, und schlage J. Fr. eine Zusammenkunft gelegentlich der Hamburger Huldigung an Trinitatis vor (Kopenh. D. Prot.). Am 26. März äussert sich J. Fr. gegen den K., eine Partikulardefension sei ganz untunlich, und schlägt wie oben eine Zusammensetzung mit Zutun aller oder „in abschlag der Papisten" der ev. Stände vor (ebd. Strasb. Domcap. I. 2 d Or.). 132-133. 1588 117 mit seinen Mahnungen zu „mekrer munterkeit" bisher nur widerwärtiges Nachdenken verursacht; glaubt sich trotzdem nicht berechtigt die Hand ganz abzuziehen und schlägt eine gemeine und vertrauliche Zusammensetzung vor, unter Billigung des vom König eingeschlagenen Wegs. Mehr Vorsicht als im niedersächsischen Kreis bedarf es am Rhein und in Franken: ob man die Papisten zuziehen soll oder nicht. Eine geheime Zusammensetzung nicht durchführbar, weil etliche doch nicht beistimmen und der Plan der Evangelischen dann offenbar gemacht würde. W. könnte diese Dinge mit Pfalz, M. Georg Friedrich und Würtemberg beraten und weiter an die andern rheinischen und oberländischen Fürsten und an die evangelischen Grafen und Stände gelangen lassen. Er kann mit Dänemark im niedersächsischen Kreis das Gleiche tun. .... Es gibt sonst andere Nebensachen und Bedenken, die weder der Feder noch jedermann zu vertrauen. Hat jetzt wenig geeignete Leute und bittet W. einen der Seinigen, etwa den Kammersekretarius Heugel auf Laetare zu ihm zu schicken. Marb. Frkr. 1588. Or. (pr. KaBsel 18. März). 133. Johann Casimir an Landgraf "Wilhelm. 9. März Lorsch Sohickt Oop. eines Sehr, von Schenk (vom letzten Febr.). Schenk war dieser Tage bei ihm.' Diese Sachen billig besser zu bedenken als bisher. Bittet um W. Gutachten. 1 Marb. Pfalz. Cop. 134. Martin Schenk an Graf Hermann von Wied. 10. März Bonn Weiss nichts von einer Friedenshandlung zu Bonn, die allein bei seinem gnädigsten Herrn steht, der dabei bei seiner Bundes- 1 Ueber gl. Datum schreibt J. C. an die Stände von Jülich, Kleve, Berg und Mark unter Mitteilung des Sehr, von Schenk, Jülich solle bei den Nachbarkreisen um die ordentliche Kreishülfe ersuchen; er selbst sei zur Hülfe bereit (Düsseid. Kurköln. Kriegsakten 24, Cop.) Pf. Elisabeth von Veldenz meldet ihrem Bruder Ludwig von Würtemberg am 17. März u. a.: Schenk sei nun länger als 8 Tage bei J. C. gewesen und solle noch da sein; „wil'dem herzog Pon übergeben; der herzog macht, das wir mit gewalt weren kriek bekummen" (Stuttg. Pfalz 22 a , eigh.). In seinem Kalender vermerkt J. C. zum 6. März: Putlitz nach Neu- schloss „zum Schenken"; zum 8. März: mit wenig Gesind auf Lorsch gezogen, „alda ritter von Bleiblek [d. h. Schenk, der sich Herr zu Blyenbeck nannte und von Leicester zum Ritter geschlagen worden war, vgl. Ferber S. 191; 217 ff; 239; 289] angesprochen; der ganz häuf uf Neuenschloss gezogen"; 9. nach Heidelberg; 10: „abends Boutlitz und Canzler zum Schenken geschickt"; 30: „volgens bin ich gen Schwetzingen zogen, alda Martin Schenk zu mir komen"; 1. April: von Schwetzingen nach Heidelberg; unterwegs gehetzt; „Martin Schenk mit mir genomen; disen tag allerhand gescheften verricht"; 5. April: „Schenk sein abschid genomen". Das Sehr. Schenks vom 10. März aus Bonn kann natürlich nicht dort von ihm selbst ausgefertigt worden sein. 118 1588 134—136. genossen nioht vergessen wird. Ist von den Gegnern um einen Anstand von 8 Monaten ersucht worden, aber er hat bei ihnen keinen Fortgang und „mich bedunkt besser zu haben ein guten krieg dan ein bösen freden". Die Spanischen, der von Baiern und das Domkapitel lassen sich öffentlich verlauten, vor der Eroberung von Neuss sei der ganze Erzstift ihnen den Spanischen in Händen und übergeben worden; so äusserten sich unlängst die bairischen Räte, besonders der von Bornum, in Gegenwart etlicher jülichischer Räte. Bittet um Beförderung seiner in dem Zettel an Nassau niedergelegten Forderungen, allenfalls auch um Aenderungen zu seinen Gunsten, Düaseld. Erat). 5a f. 41. Or. 14. März 135. Lobbetius an Paul Hochfelder. 1 Strass- burg . . . Jacobaeus, dessen Sehr, an H. er nach H's Auftrag dem Ammeister gab, schreibt, Believre und de la Guische hätten in Nanci mit Lothringen verhandelt „on ne scayt de quoy; ilz n'y ont este que deux jours, puis s'en sont retourne" vers le roy. 5 Le s r de Rieux qui avoit este" leur precurseur, est comme on dit passe jusque ä Sedan''. Kriegsnachrichten von Jametz und Sedan. „On escrit que les dits s rs de Believre et la Guische, avant de venir ä Nancy, furent trouver le duc de Guise lä oü il estoit et furent bien trois jours avec luy ä confeVer secretement. On pense que le roy leur ä faict tenir propos de poser les armes (das werden sie wol lassen) et de fayre une paix generalle. Dieu la doint bonne. On escrit de quelque lieu que le prince qu'on dit avoir Charge de lever 2 regiment de landsquenetz, n'a perdu sespasd'aller ä Nancy," car on lui a aecordö une bonne et grosse pension annuelle. Vostre voiage ne vous apportera ce proufit particulier; aussi n'avez-vous faict telles offres que luy. Le gouverneur de Metz envoye tin homme vers le duc Casimire, lequel personaige avoit charge de quelque amy de me parier; toutesfois je ne Tay encores veu et ne sera pass6 par ceste ville". Man spricht von einer Versammlung der Liga im Luxemburger Land. . . . Straub. A. A. 831. Eigh. 15. März 136. Christian von Sachsen an König Heinrich von Dresden Navarra. Auf H. Sehr, vom 29. Dez.* Gratulirt zum Sieg, bedauert den Ausgang des deutschen Zugs. Gott wird dem K. weiter helfen. 1 Ueber Lobbetius vgl. I. 171; 175; • Geiz kofier, Selbstbiogr. (hera. von A. Wolf, 1873) S. 57; Z. des hist. Ver. f. Schwaben I, 163; Reifferscheid, Quellen zur Gesch. des geistigen Lebens in D. I. (1889), 687; Sehr. Hotman's an L. aus dem J. 1587 in Hotom. epp. S. 198 ff; andere Sehr, an L. bei Mieg. Monum. pietatis II, 91 ff; R e i f f e r s c h e i d S. 676 ff. a Vgl. de Croze II, 49 ff; 315; 318 ff. 3 Gemeint ist wohl M. Karl von Burgau. * Vgl. das Sehr, an Dänemark gleichen Datums in den Lettres mi ssives II, 323 ff. und die dort S. 327 A. 3 verzeichneten 16. 136-137. 1588 119 Ist seinerseits gegen die päpstlichen Praktiken gefasst, einem allgemeinen Bttndniss der Evangelischen aber stehen zur Zeit noch zahlreiche Hindernisse im Weg; der K. wird hierüber bereits durch J. C., an den er deswegen geschrieben, berichtet worden sein. Dr. 9304, frzüs.,Legation 1586—90. Cop. 137. Bellievre an Brulart. .... „Monsieur le cardinal de Guise m'a dict qu'ilz ont avis rz que mons r de la Noue a practique ä Heildeberg de fere le mariage Chalons du neveu du Casimir le comte Palatin avecques madamoiselle de Bouillon 1 et qu'ilz veulent employer en cela ceste levee de reistres qui marchent sans mener chariotz. Je ne vous baille pas ceste nouvelle pour certaine". . . . Pb. f. fr. 3403, f. 25. Eigh. 138. König Friedrich von Dänemark an Landgraf 26, Marz Wilhelm. An k d o e y rs * Niederlage der Deutschen in Frankreich; soll den Ständen der A. C. zur Warnung dienen und das deutsche Rachegefühl erwecken. Einnahme von Bonn; Parma gegen Schenk. Glaubt an die Absicht Sehr, an deutsche Fürsten (unter denen J. C. fehlt); das Sehr, an Julius von Braunschweig VIII, 324 ff. Die Orr. des Sehr, an Sachsen Dr. 9304, des Sehr, an L. Wilhelm (pr. Kassel 27. Febr.) Marb. Frkr. 1588. In dem Sehr, vom 25. Dez. an Strasshurg (Lettres missives II, 321 f; Reuss S. 85 f; Or. pr. 1. Febr. Strassb. A. A. 1857) und an Zürich (Zürich, Reislaufen 1559—1670) beglaubigt H. den Herrn de Reaux (vgl. Segesser III, 271; 303). Ueber die Werbung R. bei J. C. im Februar vgl. S. 96 Anm. 1 Vgl. über den damaligen Aufenthalt La Noue's in Deutschland und seine Rückkehr nach Genf No.U5.(S.100A.3); Hauser, La Noue S. 228; La Hug. III, 217 ff; über die irrige Annahme, er sei bereits im Febr. nach Sedan gekommen, ebd. 233 A. 1. La Noue schreibt am 16. Febr. 1588 aus Frankfurt an Hatton über J. C. verspätete Massregeln gegen die Truppen der Liga und die Notwendigkeit einer ev. Union (Nicolas, Hatton, S. XXXVIII ff.). Tatsächlich beschäftigte sich Heinrich von Navarra, nachdem Herzog Wilhelm Robert von Bouillon am 1. Jan. zu Genf gestorben war, angelegentlich mit der Vermählung der Schwester des Verstorbenen, Herzogin Charlotte, und regte bei La Noue, den der Herzog zu seinem Testamentsvollstrecker bestimmt hatte (Hauser, S. 216), ihre Verbindung mit Turenne an; da aber dieser keine grosse Lust zeigte, beauftragte Navarra im Mai 1588, um dem Projekt einer Vermählung der Herzogin mit dem zweiten Sohn Lothringens zuvorzukommen, Segur und de la Roche ihre Verbindung mit dem pfälzischen Kurprinzen Friedrich oder mit dem Prinzen Christian von Anhalt zu betreiben (Mein. d. Mornay, ed. 1624, I, 843 ff; hiedurch wird mein in den Gott. Gel. A nz. 1900 S. 531 A. 2 geäusserter Zweifel an der Behauptung bei La Hug. 111, 339 hinfällig). La Noue fühlte sich durch seine 1585 gegen die Guisen und Lothringen eingegangenen Verpflichtungen derart gebunden, dass er geradezu für jenes lothringische Heirats- projekt eintrat (Hauser, S. 137; 233). 120 1588 138-140. des Kölner Kapitels, beide Erzbischöfe abzusetzen und die Regierung bis zum Tod beider Elekten dem Salentin von Isenburg zu übertragen. Hat sich vor zwei Jahren zur Vermittlung zwischen Spanien und England erboten. England trat jedoch, während Parma Gesandte schicken wollte, zurück, da es sich mit Holland und Seeland dess- halb nicht habe einigen können, erklärte aber neuerdings, die Ver- gleichung mit Holland und Seeland immer noch zu betreiben. Er seinerseits will keine Erinnerung mehr tun. Marb. Frankr. 1586. Or. (pr. Kottenburg 13. April). 26. März ]jJ9. Johann Casimir an Joachim Friedrich von H b tg" Magdeburg. Hat wegen der Invasion von Mümpelgart und der Drohungen des spanischen Kriegsvolks und auf Ersuchen der Bedrängten als Kreisobrister ein Regiment Knechte und eine Anzahl Reiter werben lassen, hört aber, nach Auszahlung des Anrittgelds und eines Monatsolds, von Mandaten und Verboten der Kff. von Sachsen und Brandenburg, 1 obwohl es doch kundbar, dass er die Reiter zu keinem anderen Ende als zu Beschützung der Pfalz und daher des kurrheinischen Kreises werben Hess, wie auch der Kaiser die K. G. Visitation abgesagt und ihm den Schutz des K. G. anbefohlen hat. Es ist ihm nicht um die geringe Zahl Reiter zu tun, sondern um die vorauszusehende Ermutigung des Feinds und insgemein der Papisten. J. F. wird an Orten, da er vor andern angesehen, diese Dinge auf andere Wege zu richten wissen, „damit wir und andere nicht gezwungen werden, anderwärts uns einen ruken zu machen." Mb. 102/5 f. 49 f. Cono. 2 8. Mär z 14Q. Bürgermeister und Rat zu Köln an den Kaiser. 7. April Köln Auf das kais. Sehr, vom 9. März. Dass von Personen hohen oder niederen Stands oder ihren Bürgern mit Drohung oder Gefährlichkeiten auf die Zulassung der andern Lehre und Opinionen gedrungen werde, davon wissen sie nichts, als was ihren Gesandten zu Prag von etlichen Herrn sie anzulangen schriftlich zugemutet sein mag. Wollen bei der alten Religion bleiben, wie unter den vorigen Kaisern. 2 Wh., Antiquiora in causa Köln. Or. Köln, Eel. Akten 1800—89 f. 278 Cop 1 EBd. das gedruckte sächs. Mandaf, Dresden 17. Febr., das den Lehnsleuten vom Adel befiehlt sich am 17. März zu Weissenaee mustern zu lassen und gemäss dem Mandat vom 15. März 1583 (vgl. II. 101 A. 6) keine fremde Bestallung ohne kf. Erlaubnisa anzunehmen. 3 Das kais. Sehr, vom 9. März war durch ein Sehr. Erzh. Ferdinands und Wilhelms von Baiern vom 16. Febr. (Wh. Or.) veranlasst worden. Beide Fürsten wandten sich auch unmittelbar an den Rat, der ihnen ähnlich antwortete wie dem Kaiser (in dem Sehr, an Baiern vom 29. April/9. Mai, Ma. 399/40, Or., wird auf das Sehr, eines R. Fürsten, d. h. J. C., an ihre Gesandten in Prag Bezug genommen; vgl. Köln. Ratsprot. XXXVIII, 225; hiezu Ehses I. 2, 126). 141. 1588 121 141. Andreas Christian an GrafJohann von Nassau. 1 - A P ril (J. C. und Schenk. Vermittlung zwischen Kf. Ernst und Gebhard Truchsess. Frankfurt Pf. Johanns religiöse Wandlung. Landrettung. Aenderungen am pfälzischen Hof). Werbung zu Heidelberg. J. C. ist zur Zeit (vertraulich zu schreiben) nicht im Geringsten gefasst, „di stat Bonn, wie man danieden davon gesagt und ein gross geschrei hat ausgebracht, zu entsetzen", sondern hat wegen allerhand Warnungen vor einem der Pfalz drohenden Einfall nur ein Regiment Knechte errichtet, hievon Martin Schenk auf dessen Begehren 500 Schützen zur Verstärkung der Bonner Garnison und ausserdem von Bacharach etliche Schiffe mit Frucht dorthin geschickt; alles soll glücklich in Bonn angekommen sein. 1 J. C. billigt J. Bemühungen um einen annehmbaren Frieden und Abschaffung des spanischen Kriegsvolks aus dem Reich und besorgt ebenso wie J., dass die Religion oder ihre Freistellung beim Gegenteil nicht zu erhalten und dass jedenfalls „churf. Truchses der man nicht were, welcher dieselbige, wann er schon wolte, wurde können durchtreiben'', hat trotzdem die von J. hierüber gestellte Frage seinen Theologen und politischen Räten zur Begutachtung überwiesen und war mit den Bedingungen des abgestandenen Herrn gar wohl zufrieden, deren Annahme er dem Kf. Truchsess empfehlen wolle.' Da er Martin Schenks Ankunft nicht abwarten konnte, sondern nach J. Befehl über Hanau zurück eilen musste, wurde verabschiedet, dass J. C den täglich erwarteten Obersten zu sofortiger Abfertigung des Kommissarius Frink an Truchsess veranlassen solle; Frink, den er zu Heidelberg traf, ist hiezu bereit und wird seinen Weg über Dillenburg und Andernach nehmen und J. das Bedenken über jene Frage und die Vereinbarung J. C. mit dem Obersten über diese Schickung sowie über Zeit und Ort der Verhandlung mitbringen. Inzwischen kann J. entweder an den i Vgl. Ehses, N. B. I. 2, 125; 129 f; Ferber S. 268; Weinsberg IV, 16. Am 19. März stellt J. C. einen Pass bis Bacharach aus für 15 Malter Frucht, 20 Tonnen und 1 Fass Pulver, 12 Tonnen Butter u. s. w., bestimmt für die ins Amt Bacharach geordneten 2 Fähnlein Knechte (Düsseid. Kriegsakten 24, Conc), tatsächlich für Schenk. 2 Deber die ursprünglich von Jülich angeregten Verhandlungen zwischen Kf. Ernst und Gebhard Truchsess bezw. Schenk, die dann auch von den wetterauischen Grafen aufgenommen wurden (Ennen V, 210 f); Vergleich zwischen Salentin von Isenburg, Johann von Nassau, Heinrich und Hermann von Sayn und Wilhelm und Hermann von Wied vom 24. Febr. hierüber und über die gemeinsame Aufstellung von Kriegsvolk zur Defensive, nicht besiegelt, Düsseid. Erzb. 5?) vergl. No. 129; Ferber S. 261 ff; Gott. Gel. Anz. 1900 S. 521 f; 525. In einem Sehr, an Johann von Nassau, Bonn 10. März (Düsseld. Or.), stellt Schenk, da der gesuchte Anstand durch Parma, den Herzog von Baiern und das Domkapitel vereitelt wurde, für Zusage der Schonung des rechten Rheinnfers Bedingungen (Kontribution aus dem Amt Drachenfels und Deutz, 2000 Taler monatlich aus Westfalen und allen rechtsrheinischen Aemtern u. s. w.) Am 2./12. April instruirt Jülich seine an Schenk zur Friedenshandlung abgefertigten Bäte Otto von dem Byland Herrn zu Rheid und Dietrich von Eickel (Ma. 399/40 Cop.). 122 1588 141. 1. April abgestandenen Herrn oder an die Grafen von Sayn und Wied schreiben und namentlich veranlassen, dass der Abgestandene den Sachen bis zu Ankunft des Kommissars einen Anstand gebe und von den Spaniern nichts Tätliches vornehmen lasse. „Und ist von- nöten, das sie danieden in der furcht und wahn bleiben und gelassen wurden, das hochstermelter herzog [J. C] sterker sei als er ist, damit sie desto weniger wieder zurück fallen. 1 Sonst sein J. F. Gn. noch wol auf und lustig gewesen" und berichtete, wie nicht allein Schenk ihm allerhand zu Bonn gefundene Schreiben zugestellt, „sondern auch von andern vertrauten leuten, auch aus derkeis. Mt. hof weren zugeschickt, das allerhand praktiken vom gegenteil uf J. F. Gn. und die churf. Pfalz gemacht weren", ferner dass Mainz, Trier und Strassburg wegen Schenks und der pfälzischen Werbung an.ihn geschickt und geschrieben, namentlich Mainz über einen angeblichen Anschlag Schenks auf Mainz, 2 worauf J. C. antwortete, Schenk sei von der K. von England zu ihm geschickt und man werde ihm selbst nicht verdenken, dass er sich auf jene Warnungen hin gefasst mache; wenn M. Tr. und Str. ihm seine Sicherheit verbürgten, wolle er mit ihnen und männiglich gern Frieden halten und keine Ursachen zu innerem Krieg im Reich geben..... Herzog Hans von Zweibrücken, der bei J. C. war, trug ihm Grüsse an J. auf. „Und sind J. F. Gn. auch numehr der religion halben mit uns allerdings eines und werden itzo einen eignen catechismum, so sie mehrerteils selbst gemacht vor J. F. Gn. kirchen, zu Heidelberg drucken lassen"; nur hat man, da man dem von Grünrade die scripta von den Zeremonien nicht zuschicken wollte, J. F. Gn. noch nicht zu völliger Uebereinstimmung in den Zeremonien „mit uns" bringen können; „doch habe ich den von Grunradt berichtet, was E. Gn] mit denselben scriptis vorhetten und welcher gestaltM. Crollio dieselbige zu revidiren und in meliorem formam zu redigiren weren zugestalt worden und hernacher wurden getruckt werden; welches er ganz gern vernommen hat." 3 1 Ueber den Eindruck der Nachrichten von J. 0. Rüstungen auf die Gegner vgl. Bellievre und La Guiche an K. Heinrich III., Cbälons 11./21. März (de Croze II, 49 A. 3; ausgelassen eine Stelle des Or. Pb. f. fr. 3403, die u. a. besagt: „Non n'avons peu s^avoir pour certain, si les dictes levees marcheront ou non, estantz mis les reistres en warteguelt. II semble que les princes d'AUemaigne sont plustost entres en quelque craincte que l'on n'entreprenne sur eux du couste du duc de Parma, si tant est que la paix se resolve avecques 1' Angloys, qu'ilz ne sont pour entreprendre une nouvelle guerre, si ce n'est peult-estre qu'ilz estimassent que les places de Sedan et Jamectz sont en dangier"). Gradenigo schreibt am 2./12. April dem Dogen, Casimir stehe im Begriff mit 12000 Mann Bonn zu Hülfe zu kommen; auch Sachsen und Brandenburg sollen 30000 Mann bereit halten, „pochi dicono perBonna, ma molti per vendicar le ingiurie delli Ghisa" (Wien, D. V. XV.). Am 4./14. April meldet Mendoza dem K. Philipp II., Casimir habe Lothringen erklärt, seine Rüstungen seien für die Verteidigung von Bonn bestimmt (de Croze II, 327). Vgl. auch Desjardins IV, 765ff; 767. 2 Deber einen Anschlag Schenks gegen Trier berichtet Frangipani am 2. März (Ehses, N. B. I. 2, 101). 8 Deber die religiöse Wandlung Pf. Johanns berichtet Grünrade im Februar 1588 an Grynaens (Cuno I, 189). Ueber die seit Jahren 141. 1588 123 Sprach mit dem Kanzler über die Landrettung, las ihm J. Sehr. 1. April und die Ursachen, dass J. sich nicht zeitiger erklärt, vor und gab ihm die Zusätze J. zum Heidelberger Abschied in Abschrift, mit dem Bemerken, „das man mit 2000 fl. zu sollichem werk schwerlich kommen noch die andern grafen hierzu vieler Ursachen halber wurde bringen können", ferner dass J. nicht allein auf den Krieg als das äusserste Mittel, sondern zumeist auf Errichtung eines collegium und aerarium sehe, „derwegen sie [J.] dann hibei und bis solang man Dennemark, Engelland, die Niederland, Brandenburg, Braunschweig, Hessen und etliche der reichsstätte hierzu gleichergestalt vermögen möchte, etwas weiters wurden tun müssen." 1 Der Kanzler besorgte, bei andern Potentaten werde eine Beisteuer schwerlich zu erlangen sein, und empfahl vorerst eine Verständigung J. und der Wetterauischen Grafen und R. Städte mit seinem Herrn. . . . Dohna zieht ab; der Stebler Dietz von Wamboldt ist nicht mehr in den vorigen Gnaden ; an seiner Statt soll J. früherer Hofjunker Hövell kommen, den er da fand und der für den Herrn von Hohensachsen ein Haus in Heidelberg bestellen sollte; diesem hat nach seinem Abschied in den Niederlanden J. C. das Amt „Moschbach" zugesagt, von dem Julius von Thüngen zurückgetreten ist. Auch der Marschalk Wolff Dietrich Behm wird abziehen. „Und werden mehrerteils solche mutationes dem herrn von Putlitz und dem canzler schuld gegeben, dan dieselbige den apt gern allein, wie bisher der herr von Dohna und Beutrick getan, regiren wollen. 2 " Düsseid. Kurkbln. Erzb. Gebli. Truchs* 5a f. 116. Or. eingeleiteten ersten Schritte vgl. Häb erlin XV, 111 ff; Back II, 499 f. J. C. vermerkt in seinem Kalender von 1587 zum 5. Mai: Friedeisheim, „frue mit H. Hans [der am 2. Mai in Billigheim zu ihm gekommen war] allerhand teologische sachen verriebt". Die politischen und persönlichen Beziehungen zwischen beiden Fürsten gestalteten sich damals immer vertraulicher. Wir finden Pf. Johann vom 16. bis 18. Febr. 1587 in Heidelberg, dann wieder beide Fürsten in Heidelberg, Neustadt, Lautern vom 11. bis 18. März zusammen. Am 25. Juni kam Pf. Johann schon wieder nach Heidelberg; J. C. vermerkt zum 26.: allerhand mit Herzog Hans verrichtet, zum 27.: den ganzen Tag mit Herzog Hans Geschäfte verrichtet. Vom 18. August bis zum 1. Sept. jagten sie zusammen; dann trafen sie sich wieder am 14. Nov. zu Kaiserslautern. Zum 3. Febr. 1588 vermerkt J. C.: „ist H. Hans pfalzgraf gemahlin sampt derselben kinder wegen der S ta Liga tyrannei ankörnen und also exiles von'haus und hof ziehen müssen"; die Pfalzgräfin hatte dann am 24. zu Heidelberg eine Fehlgeburt. Vergl. No. 119. Am 13. März kam der Kanzler des:Pf. Jobann, am 23. dieser selbst nach Heidelberg; zum 27: „darnach H. Hans P. mir furgelesen, was S. L. bedacht in druck ausgehen zu lassen". Am 3. April zog Pf. Johann weg; vom 4. bis 8. Mai waren beide Pfalzgrafen wieder in Friedrichsbühel zusammen. Ein Warnungsschr. Würtembergs an J. vom 30. Mai und J. Antwort vom 2. Juni, worin der Pf. sich gewillt erklärt die Wahrheit seines Katechismus vor einem Kel. Tag aller ev. Stände darzutun, W. die Rückkehr etlicher widerspänstiger Kirchendiener nach Würtemberg ankündigt und W. warnt nicht Schritte herauszufordern, die er lieber unterliesse, Strassb. prot. Seminar (Lettres diverses, Bd. H—L, No. 127 f. Copp.). 1 Vgl. No. 88; 105. 2 Ueber die Veränderungen am pfälzischen Hof, namentlich die 124 1588 142. 2. April 142. Johann Casi mir an Landgraf Wilhelm. Heidel- erg Werbung des navarrischen Gesandten Roche-Chandieu oder Sadeles, der zu W. kommen wird. 1 Wird mit Unrecht verdächtigt, mit Schenk unter der Decke zu liegen, obwohl er demselben auf englische Patente hin Werbung gestattet hat, freilich nur ungern. Hofft auf friedlichen Austrag der kölnischen Sache. Marb. Frankr. 1588. Or. Entfernung Dohnas, vgl. Schmidt, Dohna S, 153 f. Donna äussert sich fast mit denselben Worten wie Chr. über Putlitz und Reuber; sie hätten, fährt er fort, J. C. so lang in den Ohren gelegen, bis sich dieser ein oder zwei Mal „mit Worten etwas seltzam gegen mir stelleten, und war doch nicht rechter ernst". Dietz Wambold, Kolbinger und Heinrich Pelen, die es wohl wussten, verheimlichten es D., um einen Bruch zu verhüten, gaben aber dann D. selbst den Rat sich etwas zu absentiren; die anderen würden es dann so grob machen, dass er bald würde zurückgefordert werden. Da jene beiden geltend machten, die üble Nachrede gegen D. wegen des Feldzugs übertrage sich auch auf J. C, der ihn bei sich behalte, erbat D. Urlaub und enthielt sich, da er nicht gleich wegziehen konnte, möglichst des Hofs. Trotzdem lud ihn J. C. jedesmal ein, wenn er in die Nähe verreiste (D. Selb3tbiogr.). — Reuber war am 1. Okt. 1587 Kanzler geworden (Bestallung, Karlsruhe, Pfalz, Kopialb. 571); vgl. sein Sehr, an Hotman vom 24. März 1588 (Hotom. epp. S. 211). TJeber Johann Philipp Freiherrn zu Hohensachsen vgl. Jahrb. f. seh weiz. Gesch. III. (1878), 49-ff; Widderll, 66;überHans Dietrich von Wambold ebd. I, 54. Das Amt des Marschalks ging im Lauf des Jahrs 1588 von Mörle genannt Beheim an Johann Bock von Erpfenstein über, ebd. S. 50. 1 Antoine de la Roche Chandieu, genannt Sadeel und Zamariel (vgl. üher ihn Bernus im Bulletin de la soc. pour l'hist. du prot. fran$. 1888), dessen Sendung in die Schweiz und nach Deutschland Navarra in einem Sehr, an Segur vom Jan. 1588 (nicht Nov. 1587, wie ea in den Lettres missives II, 316 datirt ist; vgl. mit der Stelle über die Rückkehr Chastülon's, Monlouet's u. a. ebd. 317; Mem. de Mornay I, 834 f; Chastillon trennte sich von der Armee erst nach dem.8. Dez. 1587, Delaborde S. 301; 488 ff.) ankündigt, erhielt am 29. Jan. zu Montauban Instruktion für seine Werbung bei J. C. (Auszug im Bulletin S. 618 f; über seine Sendung in die Schweiz vgl. Delaborde S. 322; seine Beglaubigung bei L. Wilhelm gl. Datums (pr. Kassel 14. April) nebst einem Begleitschr. des Abgesandten der französischen Kirchen Marb. a. a. 0. Orr.) Nach J. C. Kalendernotizen kam er am 1. April nach Heidelberg, hatte am 2. Audienz und predigte am 24. in der französischen Kirche. Vgl. La Hug. III, 223 ff; 230; Epb. S. 480; 531 f; Delaborde S. 323 f; Hotom. epp. S. 149; 212. Ein Sehr. Beza's an Heinrich von Navarra, das nach dem Tod Conde's — f 5. März 1588 — zum engen Anschluss an J. C. rät, bei Aumale, Hist. des princes de Conde II, 424 ff. Auf la Roche Chandieu folgte ein zweiter Sendbote Navarras, Couvrelles, vgl. La Hug. III, 227 ff; J. C. im Kalender zum 3. April: „Couvreles m' a conte des nouvelles de France". — Am 29. April antwortet der Strassburger Rat Navarra auf die durch Reaux und Rochechandieu überbrachten kgl. Sehr. (Str. A. A. 1857 Conc.) 143. 1588 125 143. Pfalzgräfin Chriitina 1 an Landgraf Ludwig. 3 - A P ril Heidel- Es geht ihr von Herzen übel wegen der Religion, „den mich herg mein pfleg herr vater hart darmit angreif und mich ganz und gar darzu zwingen will, auch mir alle mein gesinlich, welches auf mich bescheden ist auf mich zu warden, auch meiner religun ist, alles von mir nimpt und mir eitel kalfenschs leut will zugeben, die mich zu der zwingellischen religion unterrichten sollen, welches mich, 1 Vgl. Abb. der Münchener Akademie III. Kl. XIV. 3(1879), 7 ff. Im J. 1586 schien das Verhältniss zwischen J. 0. und seiner Gemahlin sich wieder gebessert zu haben; am 10. Juli d.J. beglückwünschte ihn Pf. Johann zur Geburt eines Sohnes (Ma. 545/4 Or.) offenbar auf Grund eines irrigen Gerüchts; am 14. April 1586 schreibt Pf. Anna von Zweibrücken an ihren Sohn Philipp Ludwig, er möge sich wegen des Landgerichts Weiden mit J. C. friedlich vertragen; sie hoffe sogar eine engere Verbindung zwischen den pfälzischen Linien durch Vermählung von Ph. L. Tochter mit dem Kurprinzen und von Ph. L. Sohn Wolfgang Wilhelm mit J. C. Tochter anzubahnen, „welche dan ein gar schon freulen ist im 8. jar; kan schon auch den catechismus und vil sprüch aus der schrift"; sie habe jetzt zu Birkenfeld mit J. C. Gemahlin darüber geredet, „hats J. L. nicht gar ausgeschlagen" (Me. R. No. 103, eigh.). Christinas Bruder, der Kurprinz Friedrich war für das reformirte Be- kenntniss gewonnen worden; am 19. April 1587 schreibt Tossanus, der kurz vorher seine Frau verloren hatte, an Grynaeus: „me recolligo, exbilaratus iunioris principis communione, qui nobiscum coenam domini participavit" (Cuno II, 118, irrig zum Jahr 1586, vgl. ebd. 119 f.). J. C. verzeichnet in seinen Kalendern jedesmal seine Anwesenheit bei den sehr häufig (wohl monatlich) mit dem jungen Herrn vorgenommenen Examina; zum 1. April 1585 vermerkt er: „den jungen bern examinirt, ist gar wol bestanden"; zum 30. Sept. 1586 ein Examen „welches 3 stund geweret". Einmal, beim 6. April 1585, begegnet die Notiz: „execution mit dem jungen bern furgenomen" (vgl. II. 315 A. 1). Zum 13. März 1587: „Disen ganzen tag mit meines pflegsohns examen zugebracht und H. Hans beigewont". Damals war Pf. Friedrich Rektor der Universität, als welcher er nach J. C. Aufzeichnung am 22. Januar 1587 „nachmittag . . seine oration und abends ein banket gehalten" (Vgl. Cod. lat. Mon. 1632 f. 4; 16 ff.; Hautz II, 126; Cuno I, 188 f.). Zum 20. Dez. 1587 vermerkt dann J. C.: „Hat mein pflegsohn sein rectoratampt resignirt gehabt und durch das ganz colieio der professoren wider erwelet und acceptirt"; zum 14. Januar 1588: „hat mein pflegsohn sein oration geton als ein rectori". Nachdem Friedrich am 16. April 1587 kommunizirt hatte, vermerkt J. C. zum 3. Sept. des Jahres: Nachtmahl, „mein pflegsohn darzu gangen". Friedrich begleitete dann im Oktober seinen Pflegevater nach Kreuznach, wo J. C. eine gewaltsame Aenderung des Kirchenregiments vornahm (angekündigt durch sein Sehr, an M. Philipp von Baden, Heidelberg, 10. Oktober, Mb. 114/3 1 f. 231, Cop.; vgl. die ausführliche Darstellung bei Back II, 466 ff; J. C. in seinem Kalender zum 17. Oktober : in des jungen Herrn Gemach den Pfarrer [Scheuerlein] examiniren lassen; „nachmittag hab ich demselben beigewonet"). Es ist sicherlich kein Zufall, dass iw J. 1587 J. C. Aufzeichnungen anfangen von dem „jungen Herrn" oder „Pflegsohn" gelegentlich auch in vertraulicherem Ton zu reden ; 5. Juli: „mit Fritz uf der schütten zu nacht gessen"; 25. Juli: „mit meinem jungen prinz birseben zogen"; 21. November: „ist mein Fritz mir entgegen zogen"; 6. Juli 1588: „ist mein söhn birseben zogen"; 6. November: „abends mit meinem jungen prinzen zu nacht gessen." Beim 11. August 1588 vermerkt er wieder: • 126 1588 143. 3. April mein herzlieber herr vater, von herz ser bekumer und bedribt und ich von herzen gern bei meiner religun bleiben wolt, dabei mich mein herzlieber herr vater und mein herzliebe frau mutter seiger gedechtnus auferzogen haben, wan icli nor beistant hette, damit ich armes Verlasses weslein doch aus solchem schwere creuz und irdeum mechde komen". Bittet um Gottes willen ihr zu helfen; „ich will mich doch drucken, wie ich kan und sol," wenn L. sie nur zu sich nimmt. Ihr Pflegevater hat sie zweimal hart angefochten; das erste Mal, wie man ihnen den lutherischen Pfarrer nahm, war sie ein Vierteljahr schwach in Folge des Schreckens; das zweite Mal, als er ihr durch die Herzogin am 28. März die Entfernung ihres Gesindes ankündigte, worauf sie 8 Tage das Zimmer nicht verlassen konnte; auch sollen die calvinischen Pfarrer zu ihr kommen und sie unterrichten. Herzog Hans von Zweibrücken hat ihr auf mündliches Hülfegesuch eine sehr „letze" Antwort gegeben; machen es alle Verwandten so, „so wollt ich, das ich so dif unter Nachtmahl, „jung her comunicirt". Eigh. Sehr, des Grynaeus aus Basel an den jungen Pfalzgrafen vom 15. Juni (Dank für einen Becher und Sendung des Pervigilium Christi von Remus) und 2. Sept. 1588 (Dank für die vom Pf. übernommene Patenschaft bei seiner Tochter) Bm. Coli. Cam.IX; vgl. Mieg 11,129. Auch Hotman näherte sich dem jungen „Kurfürsten" mit literarischen Dedikationen (Hotom. epp. S. 195 f; 206 ff; 212; 226; 231), wogegen Andreae auf den Erben der Pfalz durch Widmung von Streitschriften gegen die Reformirten einzuwirken suchte (vgl. C u n o II, 89). Ueber das Verhältniss zu seiner Gemahlin und ihre religiöse Haltung, die sich damals den Zumutungen des Gemahls völlig anbequemt zu haben scheint, geben J. C. Kalenderaufzeichungen gleichfalls manchen Aufschluss. Wenn er zum 27. Juli 1585 vermerkt: „ma femme fit la cene", so bezieht sich dies auf ihren damals noch nicht angetasteten lutherischen Gottesdienst (vgl. Kluckhohn, Ehe S. 73). Als sie im Nov. 1586 an den „kindsblattern" erkrankte und sehr schwach wurde, blieb der Gemahl ihr zur Seite (5. Nov.: „stetigs bei meiner gemahl blieben"; 15.: wegen ma femme grosse schwacheit daheim blieben"; 16: „wegen ma femme schwacheit nit in die canzlei gangen", was ihn freilich nicht abhielt am 15. und 17. das im Schloss gehaltene Löwenpaar mit einem Ochsen kämpfen zu lassen; „dieweil der ox so bos gewesen, das niemand mit ime hat können ubereinkomen, so hab ich ine erschossen"). Noch im J. 1587 besucht er mit seiner Gemahlin wiederholt (23. Mai, 14. Juli) ihren Viehof, verzeichnet Spaziergänge und Abendmahlzeiten im Freien mit ihr und lässt sie seine wegreisende Schwester Anna Elisabeth bis Worms begleiten. Im September finden wir sie bei den Jagden um Neuschloss an der Seite J. C; am 15. geht sie mit dem Kurprinzen nach Heidelberg und am 24. vermerkt J. C. in Friedeisheim : „ist mein gemahlin von Heidelberg zu mir komen". Dann trat der von mir (s. o.) früher festgestellte Umschwung ein; nach Heidelberg zurückgekehrt vermerkt J. C. zum 27. September: Predigt im Schloss; „darnach traicte avecque ma compagne touchant son ministre". Elisabeth wurde genötigt dem reformirten Gottesdienst beizuwohnen; 25. Dezember: „frue zum heiligen geist predigt gangen, ma compagne aussy, apres le presche das heilig abendmahl gehalten"; 26: „abermals sampt mein gemahl in die stadtpredigt gangen"; 31: „frue mit meiner gemahlin Stadt predigt gangen"; 1. Jan. 1588: ebenso; 7. Januar: „frue mit mein gemahl Stadt kirchen zogen"; 4. Februar: Stadt Predigt; „darnach D. Hypolitus [a Colli] mit mein gemahlin und pflegsohn ein söhn aus der tauf gehoben"; 3. April: „bin ich mit mein 143—144. 1588 127 der erden lege, als ich darüber gehen." Bittet, dem Herzog und der Herzogin nichts zu verraten, ihr auch keine Briefe zu schicken, da diese alle aufgehalten werden. Marb. Pfalz 1588—89. Eigh. 144- Gutachten Johann Casimirs über die Friedens- 3. April traktation in der Kölnischen Sache. Heidel- . berg Auf die Frage etlicher christlicher und gutherziger Stände, ob man mit gutem Gewissen Kf. Gebhard raten könne, auch ohne Verstattung der evangelischen Religion im Stift Köln sich vom Stift abhandeln zu lassen. J. C. findet nach fleissiger Erwägung einen solchen Rat ein schweres Werk und Gewissens halber bedenklich, weil der Kf. nur der wahren christlichen Religion wegen die Sache angefangen hat; wenn man sagt, seine Mittel seien zu schwach, so kann ja Gott • auch geringe Mittel segnen ; ferner würde es den Eindruck machen, als wolle der Kf. mehr auf sich. und seinen Privatnutzen als auf die gemeine Sache sehen, und ausserdem dadurch der geistliche Vorbehalt zum Nachteil der Stände A. C. mehr und mehr bestätigt und gleichsam authentisiert. Dagegen ergibt sich bei rechter Erwägung der Umstände, des jetzigen Status der Sache, der Zeit und Gelegenheit, dass man mit gutem Gewissen, doch auf hernach gemeldete Bedingungen, dem Kf. Gebhard zum Abstand raten kann, aus folgenden Ursachen. 1) Das offenkundige dem Erzstift Köln und den benachbarten Landen erwachsene Elend, das, falls Bonn belagert wird, nur noch zunehmen würde, zeigt, dass dies nicht der Weg ist, die evangelische Lehre zu befördern; vielmehr könnten viele benachbarten Kirchen dadurch in Gefahr und Untergang geraten. 2) B. Gebhart ist von allen evangelischen Ständen verlassen, sein Gegner von allen mit wenigen Ausnahmen als Kf. zu Köln anerkannt, vom Papst, Spanien u. a. Fürsten und Ständen seiner Religion mit Volk und Geld unterstützt, in den Kfif. Verein aufgenommen und auf vielen Deputations- u. a. Tagen in den Kff. Rat gezogen worden- 3) Kf. Gebhart hat nicht die Mittel, sich wieder in Besitz des Stifts zu setzen oder auch nur die Stadt Bonn zu entsetzen, da England und die Staaten mit sich selbst zu schaffen, „und gibt die erfahrung, das man der enden leichtlicher hilf etwas anfangen, welches man nachgehents, da der hülf am besten von nöten, in medio cursu stecken lässt". 4) Es möchte dafür gehalten werden, dass B. Gebhart „das rechte mittel nicht ist, dadurch gott der allmechtig dis löblich werk vortsetzen wolle, dieweil (wie man davon redet) S. Ch. Gn. mehr auf gut tag, wollust und' andere dergleichen sachen dan solche schwere gedanken sich legen sollen". Darum und weil Gott zu seiner Zeit auch andere Mittel erwecken kann und jeder dem Frieden nachjagen soll, hält J. C. dafür, da gemahl in die Stadt predigt als der betag zogen". Auch auf jener Reise nach Kreuznach (s. o.) musste ihn Elisabeth begleiten; er vermerkt zum 16. Okt. 1587: „frue ist mein gemahl sampt dem jungen hern gen Sobernheim zogen, alda zu mittag gessen, abends widerkomen". 128 1588 144. 3. April der Friede ohne Abstand nicht zu erlangen, könne man dem B. Gebhart mit gutem Gewissen dazu raten, dem Beispiel seines Vorfahren B. Hermann zu folgen; die Stände beider Religionen sollen um so mehr zur Herstellung des Friedens raten, als sonst die Spanier ihren Fuss immer weiter ins Reich setzen dürften. Die Friedenstraktation ist einzuleiten durch einen Anstand auf mindestens 6 oder 7 Monate, nach dem Vorschlag Jülichs. 1) "Während einer benannten nicht zu kurzen Zeit sollen alle Feindseligkeiten ruhen, unter Wahrung des beiderseitigen jetzigen Besitzstands im Stift Köln. 2) Da J. C. vor dem spanischen und kölnischen Kriegsvolk gewarnt wird, wodurch er leicht bewegt werden könnte zu seiner Sicherheit den Krieg im Stift Köln zu foviren, und da er bei der Friedenshandlung viel Gutes schaffen könnte, „in betrachtung S. F. Gn. churf. Gebharts mehr dan einiger anderer stand mechtig", soll er mit den Seinigen in den Frieden einbegriffen und vor der Bedrohung durch Parma und dessen Kriegsleute gesichert werden, damit man die Friedenshandlung um so ungehinderter trieben könne. [Punkt 3)—9) behandeln Sicherung des Verkehrs, Kontribution für Schenk u. a.J Was die Friedenshandlung betrifft, so wären 1) als Unterhändler zuzuziehen Mainz wegen seiner bekannten Friedfertigkeit, J. C., 1 Wilhelm von Jülich und Wilhelm von Hessen; als Ort etwa „Sant Gewehr" oder Rheinfels zu wählen. 2) Die Räte der Kriegführenden sowie die Gesandten der Unterhändler sind mit genügender Gewalt und Pass zu sichern, Kf. Gebhard in die Nähe, etwa nach Niederwesel, Emmerich oder in die Schanze des Grafenwerts zu bringen, damit man leicht in einem Tag seine fernere Resolution erholen kann. 3) Betreffs der Mittel wäre dahin zu handeln, dass der Erste und der Neuerwählte vom Kurfürstentum abstünden und dem Kapitel wieder freie Wahl Hessen; ist dies nicht zu erreichen und wird auf Gebharts Abstand gedrungen, so wäre G., da der Friede sonst nicht zu erhalten, dazu zu vermögen, doch unter der Klausel, dass G. durch diesen freiwilligen Abstand den Ständen A. C. des geistlichen Vorbehalts halber nichts begeben oder präjudiziert haben wolle. 2) Da das öffentliche Exerzitium der Religion im Stift Köln gütlich nicht zu erlangen, so könnte man es dahin richten, dass publicum exercitium, wo es bisher im Schwung war, auch ferner verstattet, sonst aber im ganzen Erzstift niemand der Religion wegen molestirt oder gar vertrieben werde. 3) Obwohl das Anerbieten der Abfindung des Kf. nicht so gar schlecht, soll man doch soviel wie möglich und besonders einen Ort zu seiner Residenz (was freilich schwer fallen wird) zu erlangen suchen. 4) Der Aufwand der Pfalz für den kölnischen Krieg, „dafür . . J. F. Gn. ohne das des 1 Eine nassauische Aufzeichnung erhebt hiegegen folgende Einwände: 1) J. C; ist wegen der reformirten Religion und seiner Unterstützung der bedrängten Christen, besonders der kölnischen verdächtig; 2) gilt für parteiisch wegen des kölnischen Kriegs und seiner Ansprüche an das Erzstift und besonders auf die Stadt Bonn kraft der Obligation Gebhards [vgl. II. 115; S. 460J; 3) die anderen Unterhändler, besonders die Papistischen werden sich voraussichtlich mit ihm nicht wohl vergleichen können (Düsseid. a. a. 0. f. 131). 144—145. . 1588 129 erzstifts stett, Schlösser, zoll und anders und in spetle die Stadt Bonn hypothecirt", sowie der Sold des Kriegsvolks müssen erstattet werden; 5) ebenso bei der Rückgabe von Bonn und Berck an das Stift nach dem Frieden der Sold der dortigen Garnisonen und die von Schenk aufgewandten Unkosten, wovon die aufgehobene Zollnutzung abgezogen werden kann; gegen Schenk wird man sich mit barem Geld und ansehnlichen Lehenstücken abfinden müssen. 6) Beständige herzliche amnistia für alles, was im kölnischen Krieg vorgelaufen, für die Prinzipale und ihre Anhänger und Helfer. 7) Die während des Kriegs wider die R. Ordnungen erfolgte Steigerung der Zölle und ihre Erschwerung (Lizenten!) sind gänzlich abzustellen, damit der Rheinstrom, „so ein Zeitlang öd gelegen", wieder .,gebauen" und die Hantierung auf ihm erhalten werde. 8) Her evangelischen Kapitularen zu Strassburg nicht zu vergessen. 9) Auf genügende Versicherung dieser Vergleichung bedacht zu sein, wozu die Bestätigung des Kaisers und der übrigen Kff. nötig ist. Das alles hat der Pfalzgraf auf das Anbringen Johanns von Nassau durch dessen Rat D. Andreas Christian zu Papier zu bringen und S. Gn. zuzufertigen befohlen, ohne jemand vorgreifen zu wollen, sondern zu anderer „mehrerm nachsinnen". Düsseldorf, CUur-Cüln. Erzb. 5a, f. 10T ff. Or 145. Erklärung Johann Casimirs auf eine Werbung 4. April des Grafen Emicho von Leiningen. (Angebot spanischer Pension durch Peter Ernst von Mansfeld, abgelehnt. J. C. Feldzüge in Frankreich und den Niederlanden. Spanische Drohungen gegen Pfalz.) Der Graf zu Leiningen hat unlängst zu Alzei dem Administrator J. C. in Geheim und gutem Vertrauen mündlich und mit Vorlegung der Or. Instruktion zu erkennen gegeben, wie sein Vetter Graf Peter Ernst zu Mansfeld, kgl. Oberst und Gubernator des Herzogtums Lützenburg, ihn durch einen Abgesandten verwarnen zu lassen, sich bei vorgehenden Kriegsexpeditionen keinem Teil anhängig zu machen, „dieweil die Sachen weiter dan man vieleicht vermeinen möcht heraus schlagen könten"; dass auch Mansfeld wegen seiner natürlichen Affektion zum deutschen Vaterland gern sehen wollte, dass die deutschen Kff. und Fürsten, so sich des Kriegs befleissen, das auch in Acht nähmen und dahin trachteten, mit dem Reich zugetanen und benachbarten Potentaten, besonders mit dem K. von Spanien in gute Vertraulichkeit zu kommen, um jene Gefahr abzuwenden ; „dass auch wolermelter graf Peter Ernst solches zu befördern begirig, insonderheit da bei höchstgedachtem pfalzgraven etwas zu erhalten, S. Gn. von wegen deren zu Augspurg auf dem reichstag vor jaren mit S. des pfalzgraven F. Gn. gemachter kundschaft* 1 ...........gedachter pfalzgrave nit * Das Aktenstück am obern Rand wasserfleckig und dadurch zum Teil unleserlich geworden; Ausfall von fast 3 Zeilen. 1 Dies könnte sich, wenn persönliche Bekanntschaft gemeint ist, nur auf den R. Tag von 1566 beziehen. — In Alzei war J. C, mit Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 9 130 1588 145. 4 April, alleine mit der K. W. zu Hispanien in ein gutes vertrauen kommen, sonder auch järlichs eine ansehlige pension dannen hero zu gewarten haben möcht". J. C, in Alzei zu beschäftigt, um sich eigentlich erklären zu können, hat seither den Sachen etwas tiefer nachgedacht. Zweifelt vor allem nicht daran, dass Mansfeld es mit dem Reich und besonders den evangelischen Kff. und Fürsten noch gut und treulich meint, und erkennt Ms. gute Gesinnung gegen ihn selbst mit Dank an, wie denn die zu Augsburg gemachte Kundschaft auch bei ihm noch ungeschwächt besteht, was er dem Grafen lieber mit Werken als mit Worten zu erkennen geben würde. Die Warnung ist nicht in den Wind zu schlagen, doch auch mit Mass zu verstehen, „das man nemblich mit solchem stilsitzen und neutralisiern nichts wieder gott und die liebe des nechsten, auch nichts gegen des Vaterlands wolfart handle"; ausserdem pflegen einbrechende fremde Nationen auch ihrer sogenannten Freunde nicht zu verschonen und die Neutralisten von beiden Teilen am Meisten bedrängt zu werden. Auch Hülfsgesuche bedrängter ausländischer Christen „wieder des babsts und seiner bluthunde der inquisitorn und Jebusiter, von denen sich die könige und potentaten dieser weit bedoren lassen, gewalt und blutdürstige anschlege" darf man um so weniger von der Hand weisen als man nach ihrer Unterdrückung sich offenbar in Deutschland gleicher Praktiken des Papstes zu befahren hat. J. C. bemerkt hiezu, dass er sich zum zweiten Mal in Frankreich gebrauchen lassen nicht wieder den König und dessen Land und Leute, sondern nur den bedrängten Christen und dem König selbst zum Besten, wie in den Pazifikations- edikten ausdrücklich anerkannt worden ist, wogegen J. C. nach dem Abfall des Königs von seinem Friedensedikt die ihm zugestandenen Fürstentümer sammt Bestallung „in einer stunde" zurückgeben liess, um einem Herrn, der wider beschworene Edikte handelt, nicht verpflichtet zu sein. 1 Auch in Niederland galt sein Zug nicht dem König, sondern denen, die auf päpstliche Anstiftung den königlichen Namen missbrauchten und die Lande um ihre uralten Privilegien bringen wollten; wie sein Abzug beweist (obwohl er gute Gelegenheit gehabt, „etliche fürneme provincien an sich zu ziehen") 3 , sobald er bei der Mehrheit der Staaten einen andern als den obigen scopum erkannte. Wie sein Vater und Bruder ist J. C. durchaus für eine Verständigung des K. von Spanien mit seinen Untertanen auf dem Boden der Duldung beider Religionen und der alten Freiheiten ; die K. von England würde sich abhandeln lassen. Solang aber, wie es sich ansehen lässt, diese Mittel nicht angenommen und die päpstlichen Praktiken fortgesetzt werden, sieht J. C. keine Möglichkeit eines guten Vertrauens zwischen Spanien und den evangelischen Fürsten. J. C. würde nach dem Beispiel seinem Kriegsvolk beschäftigt, vom 2. bis zum 6. März 1588 ; zum 30. vermerkt er: Burggraf zu Alzei „bei mir gewesen". Mit Emicho dem Jungeren von Leiningen hatte J. C. (wie auch mit dem Aelteren) vielfach freundschaftlichen Verkehr; so jagte er mit ihm zusammen bei Frankental und Neuschloss im Okt. 1587 (Kalender). 1 Vgl. I. 45. 2 Vgl. I. 129 A. 2; 135; 141. 145-146. 1588 131 seiner Vorfahren, die freilich ihrer treuen Dienste bei Maximilian L, Philipp und Karl V. nicht viel genossen haben, gern dem K. von Spanien dienen, „wann alleine S. F. Gn. vernemen möchten, das solches mit gutem gewissen und unverweislichkeit geschehen kan und wozu die K. W. S. F. Gn. zu gebrauchen gedächten, darüber es sich dan auch hiebevor, als S. F. Gn. zum zweiten mahl von J. K. W. zu Hispanien pension angeboten worden, gestossen. 1 Und dieweil S. F. Gn, eben so wenig als hiebevor sich zu underdruckung der religion oder wieder das vaterland teutscher nation, ja vielmehr zu handhabung gotlicher warheit und des Vaterlands reputation und wolfart sich gebrauchen zu lassen gedenken, kan S. F. Gn. nicht erachten, warumb die K. W. zu Hispanien S. F. Gn. eine järliche pension verordnen oder wozu dieselbe S. F. Gn. dienst möchten gebrauchen wollen". Auf (befriedigende) Aufklärung Mansfelds aber erbietet sich J. C. es ferner zu bedanken und sich so zu erklären, dass man seine Neigung mit Spanien in gutem Vertrauen zu stehen und dem K. zu dienen sr/üren soll. Uebrigens kommen ihm Warnungen zu, das spanische Kriegsvolk, das sich zur Belagerung von Bonn anschickt, lasse sich ungescheut vernehmen, vor oder nach der Einnahme der Stadt „S. F. Gn. feindlich heimzusuchen", was dem Vorschlag Mansfelds ganz zuwider und nicht der Weg zu einer solchen Vertraulichkeit, „dazu S. F. Gn. sonst nit ungeneigt", ist. „Dan S. F. Gn. sich weder durch betrauung noch auch järliche pensiones, wie statlich dieselben auch sein mögen, sich dazu nicht werden bewegen lassen". Er hält es für ein ungegründetes Geschrei, möchte aber doch Mansfelds Erklärung darüber gern haben. 2 Brüssel, secr. allem, reg. 480 f. 198. Or. 146. Hieronymus Graf von Porzia an Montalto. . ~z' - 25. Erzh. Ferdinand, „oltre all' haver havuto questi dl assai che April trattare col duca di Ariscotto," kam ausserdem in gewohnter Weise Innsbruck seinen religiösen Pflichten nach und hatte schliesslich noch mit dem hevorstehenden Abzug seines Sohnes des Markgrafen mit einem deutschen Regiment nach Flandern zu tun, weshalb' Giovan Manri- 1 Diese zweite Anknüpfung zwischen Spanien und J. C. fällt ins J. 1582 (I. 299; 307; 418 S. 556; II. 8; 475 S. 139; Kervyn VI, 136 A. 2). 1 Diese Erklärung Btellte J. C. laut seinem Sehr. Heidelberg 4. April dem Grafen Emicho dem Jüngeren von Leiningen zur Uebermittlung an Mansfeld zu, mit der Bitte ihn von der darauf folgenden Antwort zu verständigen (Düsseid. Kriegsakten 24 f. 53, Conc). Vgl. Gott. Gel. Anz. 1900 S. 524 f. La Hug. III. 237 weiss von einer Sendung Parmas an J. C. (s. u.) und macht ausserdem Andeutungen über Verhandlungen, die J. C. durch Dommartin mit einem spanischen Befehlshaber, dem Marquis de Havrecht, anknüpfen Hess, und über eine angebliche Aeusserung Philipps II. hierüber, die Navarra hinterbracht worden sei, S. 239 ff. Vgl. No. 54; unten 22. März/1. April 1590. 9* 132 1588 146—147 quez und ein Gesandter Parmas hier sind. „JI che essendosi saputo da principi heretici, il duca di Wirtembergh a contemplatione del Palatino ha scritto due mani di lettere all ser mo arciduca, il qnale me l'ha detto," worin Würtemberg um Aufklärung über die Ursache dieses Zugs ersuchte, „avvertendolo insieme a guardar, contra chi dovessino voltar queste armi; onde S. Alt. con molta brevitä ha risposto, che sicome non ha mai d'haver altra mira che de ubbidire a S. M** in tutto et per tutto, cosl il suo figliuolo et hora et sempre sarä per fare tutto quello che li comanderä S. M fi , et che se nessuno per questo e entrato in sospetto, si guardi, sicome s'attenderä a guardare S. Alt. ancora, senza perö pensare di offen- dere quelli che non cercaranno di far dispiacere a lei." 1 . . . Rom, Vat. Aren. Germania 113 f. 451. Or. (April) 147. Gedenkzettel Johann Casimirs. 2 „Avecque le colonnel Salis discours. 3 Qestiones. 1 Vgl. E h 8 e 8 I. 2, 92 A. 1; 98 A. 2. Porzia, schon früher „anno 1586 missus a Sixto V. summo pontifice Oenipontum, in Bavariam et Salz- purghum pro foedere Lanspergico renovando" (vgl. das „summarium" seiner Reisen in Deutschland 31a. 311/2), trat damals auf Betreiben Baierns, das vor allem den Wiedereintritt Ferdinands lind die Aufnahme Spaniens in den Bund wünschte, wiederholt, aber ohne Erfolg beim Erzh. hiefür ein; ein undatirter Bericht Porzia's an Baiern aus Rom (Ha. a. a. 0.) sagt hierüber: „Jo ho parlato al papa in nome del arciduca Ferdinando circa la lega et li ho detto, che egli per tirarla in- anzi non conosce il miglior mezo di quello dell'autoritä dell'Jmperatore, poiche in altro modo non si converria mai con li altri principi confe- derati. II papa, se bene m' ha ascoltato benignamente, non mi ha perö dato risposta, ristringendosene le spale". Auch auf die Bitte, den Nuntius beim Kaiser zu gelegentlicher Anregung der Sache zu veranlassen, gab der Papst keine Antwort, wahrscheinlich weil er besorgt weiterhin genötigt zu werden „suplire col metterci del interesse et del suo". Ueber die Zurückhaltung Frangipani's in der gleichen Sache vgl. Ehses 1.2,78 f; 89 f; 98 ff; 106. Ueber das damalige Verhältniss Ferdinands zu Würtemberg vgl. No. 119 (S. 104 A. 1); Hirn II, 149 f. 2 Gedruckt bei H ausser, Tagebuch J. C. S. 408 ff. 8 Vgl. über Rudolf von Salis, der, obwohl Protestant, 1573 kais. Generalfeldzeugmeister und 1582 R. Freiherr wurde und 1600 zu Basel starb, Salis-Soglio, die Familie von Salis (Lindau 1891) S. 86 f. Vgl. „le Grison" No. 150. J. C. im Kalender zum 8. April 1588: „Le s r Salis ariva" ; 9. April: „mit her von Salis discourirt". Salis war nach einer Kalendernotiz schon am 3. April 1586 bei J. C. gewesen. Am 30. April 1586 schreibt Kolbinger aus Heidelberg an Dohna nach Worms: „111 mua princeps nescio quid de domtno Salicio mecum collocu- turus est. Rogo itaque G. T., eius ut mihi litteras remittat etsignificet, quid sibi videatur Uli respondendum" (Bm. Coli. Cam. XV, eigh.). Am 17./27. Okt. 1587 meldet Zane dem Dogen, Erzh. Maximilian habe keinen anderen Kriegsführer bei sich „che un suo maggiordomo che fa con honorata carica alla guerra di Zeghet et si dice il colonello Salice Grisone" (Wh. D. V.). Am 18./28. Jan. 1592 berichtet der venezianische Gesandte aus Prag, der Freiherr von Salis habe nach ihm eben zugegangenen Briefen aus Heidelberg den Tod J. C. gemeldet (ebd.). 147. 1588 133 Kais, gesandt zu mir der her von Röder. 1 (April) Schickung Sax und Brandenburg. 3 Was ir musterung bedeut 2 churf. Ob sie Maximiliane- geliehen haben. Ob kein.reichstag furhanden sei. Was die österreichischen Herrn beisamen tun." Was Ascott des ort geworben.* Seine"advisation bedank ich mich. 6 Aliance'des'Suisses coment. 6 Was von der saneta Liga gesagt wurd.' Kais, schreiben an Guisa picante. Was die Behem tun wollen; offensive. 8 i Der Gesandte war damals noch nicht in der Pfalz eingetroffen, 8 . u. In seinem Kalender vermerkt J. C. zum 2. Mai die Ankunft eines liais. Gesandten, dem er am 3. Mai Audienz erteilte. Ein Freiherr Melchior von Redern erwähnt im Laus itz. Magazin XL VI, 261 f; Gesandter Erzh. Maximilians in Polen 1587, Caro, das Interregum Polens (1861) S. 58. 2 S. u. No. 151. J. C. Kalender zum 20. April: „mit der Instruction'an beden churf. zu tuen gehabt". 8 Ueber die vom Kaiser im Febr. 1588 angeregte Versammlung der Erzherzoge in Prag (wegen der polnischen Sache), die aber erst im August wirklich stattfand, vgl. Hirn II, 278 f. 4 lieber die Sendung des Herzogs Philipp von Aerschot nach Prag vgl. K h s e s, Nunt. Ber. I. 2, 92 ; Puteo 9./19. Jan. 1588 aus Prag an Montalto: „Giunse mercordi il duca di Ariscot per le investiture delle terre di paesi Bassi dipendenti dall' Imperatore per quello che finhora s'intende. Aggiungono aleuni che sia ancora per trattar matrimonio" (Rom, Yat. Arch. Germania 111). Ernst von Mansfeld berichtet am 23. Januar dem K. Friedrich von Dänemark (vgl.No. 122, S.106 A.4), Spanien habe den Herzog von Arscot, noch einen niederländischen Freiherrn und einen verschmitzten Doktor aus Luxemburg an die deutschen Kff. und Fürsten gesandt, um diese zu beruhigen und dem König deutsches Kriegsvolk zu verschaffen; sie seien zuerst nach Prag zum Kaiser, hätten viel Geld bei sieb, „viel gut spanisch leut und diener und pensionarios zu machen, alle höfe der herrn und derselben gelegenheit auszuforschen, wir mir ein guter mann im lande von Lutzemburg, so ein heimlicher Nicodemus, gesagt" [wohl sein Vetter Peter Ernst, bei dem er im Herbst 1587 zu Luxemburg gewesen war]; nach Prag gehen' sie angeblich wegen der Heirat [mit der Infantin], die der Kaiser ersitzen lasse (Kopenh.). Vgl. eine Aeusserung in dem Sehr, des Tossanus an Grynaeus vom 17. Juli 1588 (Cuno II, 123): „Quae ab Arescoto profeeta Nehe- miae [J. C] nunciari voluistis, parum nostros officere videntur, qui eius ingenium norunt"; von einer Freundschaft mit Spanien oder Oesterreich könne gar keine Rede sein. Am 19./29. März meldet Puteo, die Minister des katholischen Königs [San demente und Aerschot] hätten dem Kaiser über die Rüstungen Casimirs, der Landgrafen von Hessen, Sachsens u. a. Prott. berichtet und im Interesse des Unternehmens gegen Bonn und der bedrohten Niederlande um Einschreiten dagegen ersucht (Rom a. a. 0.). « Vgl. No. 141 (S. 122). 6 S. u. S. 134. ' Vgl. Qött. Gel. Anz. 1897 S. 322 f; 1900 S. 540 A. 2. 8 Am 4./14. M6rz meldet Puteo aus Prag, die Böhmen schickten Ladislaus Popel an Sachsen, Brandenburg und Casimir um Vorbereitung 134 1588 147, (April) Eines romischen konigs. NB. Die polnischen stend haben sich gegen Ernstus entschuldigt, dieweil er romischer konig werden soll, Mein contribution hab ich inbehalten. "Wen der Turk gen Marseilles ankumpt, was das bedeuten wnrd 1 , Savoy jalousia. Teutschmeistertumb und Volda halb." Ob mir freistellung erhalten mochten. Spa. umb mich sich bewirbt. 8 Schweiz und Strasburg sein verglichen. Kaiser dringt uf die revision, aber Visitation ist eingestehe etc. etc.* Evangelische capitular zu Strasburg, und Dennemark ein söhn hienein geton, was man sagt. Wie sich bei Schweiz confederation zu suchen sein möcht, ob er sich wolte darin gebrauchen lassen. Ob er noch diener sei oder nit. Ob ich ine von meinem geld kunt zahlen, so ich kaiser schuldig bin, consens bei kaiser auszubringen. Schenk einnemung Bon und das er bei mir gewesen sei. Man dräuet mir von allen orten, darumb ich mich armirn müssen defensive. Freistellung zu erhalten künftig wähl. "Wie der statum in Galia stehet und was man am hof davon sagen tut. Kaiser lest sich regieren von dem spanischen und papstischen gesandten, so stetigs am hof seind. Jr Mt. nemen sich keiner gescheft an. Mariage d'Espagne in bron gefallen. Kaiser Sax entboten, seine reiter, so er in'-wartgeld gehabt, abzudanken, welches er parirt. Am hof ist man mir gar feind. Es verwundert ine, das der von Roder, so vom kaiser zu mir abgefertigt, noch nit ankörnen. Cron Behem Sachen halb. Sax und Brandenburg sollen reichstag platt abgeschlagen haben. 6 der von ihnen diesem Königreich geschuldeten Hülfe (Rom, a. a. 0.). Aehnlich Gradenigo am 20. Febr./l. März: sie hätten an die 3 Kff. geschrieben, „che per vigor delle conventioni mutue debbino esser all 1 ordine con li 2 m cavalli che sono obligati per eiaseuno per il tempo che saranno chiamati dal regno" (Wh. D. V. XV). Vgl. No. 131. 1 Vgl.No. 130(S.116 A.l); über versuchte Anknüpfungen Navarras mit der Pforte Mem. de Mornay I, 607 (1586); La Hug. III, 250 A. 1. Minucci berichtet am 28. Okt./7. Nov. 1586 aus München dem Herzog von Urbino: „Avvisano da diverse parti, che la regina d' Inghilterra, il re di Navarra et il Casimiro sollicitino il Turco ad aecordare col Persiano et a voltare l'armi in Ongheria, offerendosi quasi in preda la povera et infelice Germania" (Rom, pr. hist. Inst. Lettere di Minucci n, 36i). 2 üeber Fulda vgl. Ehses, N. B. I. 2, XLIX ff; überErzh. Ferdinands Bemühungen um die Nachfolge Karls von Burgau in der Hoch- meiaterwürde Hirn II, 277; hiezu No. 119, S. 104 A. 5. 3 Vgl. No. 145. 4 Vgl. No. 130 (S. 114 A. 7). 6 Vgl. ebd. (S. 112 A. 11). 147—148. 1588 135 Kaiser füret mit huren ein unordenlichs leben. Alle camerhern seind von Spa. besoldt. Guisa hat alle bevelch wider mich zu exequirn, und Chimay uf ine bescheiden wie auch M. in Burgau. Nota, wen Jamais, Sedan und Bon werden erobert, als dan der Pfalz. Dis obgemelt hat der von Ascott am kais. hof öffentlich heraus gesagt und der von Salis gehört. Weiters hat er Ascott gesagt, wen mir Strasburg und Coln haben, darnach wollen mir den ganzen Khein gebieten und ein- bekomen. Ascott hat furgeben, er woll in Italia ziehen; ob es war ist, Geschehen. Der feind wurd mir die sporen mit meinem kriegsvolk betriefen lassen darnach etc. Die stend in Behera haben etwas bewilligt, aber zur defension. In kurzem sollen alle ostereichische hern zu Prag zusamen komen zu tractirn, wie sie Maximiliano erledigen. Die Ungern wollen nichts willigen, Nota, das hab ich Salis gesagt, das Spa. hat lassen mit mir handln, aber dieweil ich weiss, das er nach der monarchie tracht, will ich nit helfen dazu, dan man künftig sagen wurd, ich hett darzu geholfen mit meinem stillsitzen. Und demnach ich nun wol spure, das keiner dem andern in noten numer beispringt, auch creis hilf nichts, also muss ich bedacht sein, ein rucken zu suchen; ist es dem B. Ernst erlaubt sich des Spa. schütz und schirm zu gebrauchen, dadurch allenthalben im reich das feur ang[e]zundet, so ist es einem andern auch nit unrecht zu seiner defension. Das man sagen will, ich fang alle bendl ahn, ist nit neues; meine vorfaren haben es auch getan 1 , furnemlich dahin gesehen worden, damit das feur aus dem reich erhalten werde etc. Im Niderland habe ich dem Matias kaiser sein bruder gedienet; hab ich iu dem zuviel geton, so hat der kaiser auch unrecht und sein bruder. Aber der zeit hett man bessere correspondenz miteinander gehabt, wer es besser abgangen, sonderlich dieweil England mit im spiel gebracht. Mit dem colnischen handl beruf ich mich uf mein ausschreiben. Zudem kais. mandata ich parirt, aber der ander part de facto als fortgefaren." Heidelberg, Un. BIbl. Cod. palat. 768 f. 57a—62b Eigb. 148. Instruktion Johann Casimirs für seinen an die !*• April Königin von England abgefertigten Rat D. Petrus H b e ^ el " D e n a i s. (Ursachen des Misslingens des französischen Zugs. Warum J. C. weder selbst mitziehen noch einen fürstlichen Führer stellen konnte. Schwere 1 J. C. wird vor allem an Friedrich den Siegreichen (vgl. No. 10, S. 9) gedacht haben, mit dem er selbst bei Mich. Eyzinger, Thesaurus principum hac aetate in Europa viventium (Köln 1591) S. 131 ff. verglichen wird. 136 1588 148. 16. April Bedrohung der Pfalz dnrch die Liga. J. C. Rüstungen. Englische Unterstützung für Schenk und J. C. Spanisches Angehot an J. C. Die Friedenshandlung zwischen England und Spanien. Verständigung mit Dänemark zu Gunsten Navarras. Warnung an Heinrich III. vor den Absichten der Guisen). D. soll durch Walsigam Audienz erlangen und in Kürze die Veranlassung der Gesandtschaft des D. Junius, seine Instruktion und Werbung wiederholen und die Königin an ihre damalige Bewilligung einer Hülfe von 40 000 fl. zum Nachzug erinnern, welche Summe aber wegen des unerwarteten Ausgangs der Sache in Frankreich nicht erlegt wurde. 1 J. C. habe das Menschenmögliche für gute Anstellung und Fortsetzung der Expedition getan und aus eigenem Säckel über 100 000 fl. aufgewendet. Die Königin werde über die Ursache der Unordnung und Zerrüttung genügend unterrichtet sein: „nemblich so hab der almächtige gott seinen scheinbaren zorn wegen unserer Sünde wider uns gefasst an tag geben und darneben, das er die ruten von handen zu legen und ferner Züchtigung einzustellen noch nit gemeint, uns verständigen wollen." Schon ehe man Lothringen erreichte, machte sich Mangel, dann Krankheit im Heer fühlbar; die Schweizer waren schon vor ihrem Abfall nicht mehr ein Drittel so stark wie beim Auszug. Von Navarra, der durch die erdichteten Schreiben seines Gesandten Segurii verhetzt wurde, bekam man keine Nachricht über Vereinigung der Heere. Das Volk wurde von etlichen französischen Kriegsräten, „die vielleicht was anders darunder gesucht", übel geführt; vgl. das gedruckte Ausschreiben. 3 Der grösste und verderblichste Streich sei aber durch Untreue und Abfall der Schweizer zugefügt worden; drei ihrer Häupter seien von den Zürichern gerichtet, der vierte in Abwesenheit des Landes verwiesen worden. 3 * Dies alles machte das Kriegsvolk unwillig und ungehorsam, wodurch dem Feind Gelegenheit zu seinen Ueberfällen gegeben und schliesslich das Pazis- ziren mit dem Feind notwendig gemacht wurde. Hieraus erscheint, „das demjenigen, so der almächtige in seim geheimen rat also disponirt gehabt, kein menschliche Vorsehung vorkommen mögen und das J. F. Gn. demnach dessen alles, wie gemeldt, keine schuld tragen." Hier könnte die K. den Vorwurf erheben, dass J. F. Gn. nicht gemäss der Kapitulation selbst den Zug mitgemacht oder wenigstens eine andere fürstliche Person an seiner Statt geordnet habe. Zur Entschuldigung genügen wohl die entgegenstehenden Hindernisse. * Durchgestrichen; „Nota: Dieser Schweizer namen lrirzu zu setzen, da vielleicht ich derhalben befragt werden solte". Am Rand von anderer Hand, gleichfalls durchgestrichen: „Bei Colbinger zu erfragen." 1 Vgl. No. 83; 102; 119; Cal. of State Papers 1581—1590, S. 436; La H u g. III, 223; 225. Am 10. April erstattete Junius seine Relation in Heidelberg; zum 16. vermerkt J. C. in seinem Kalender: „D. Denais wegzogen". Ueber den Strassburger P. Denais vgl. A. D. B. V, 49; Reifferscheid S. 694; Hotom. epp. S. 208; Mieg II, 109 f; Burmannus, Sylloge epp. II, 359 f. 2 Gemeint ist Dohna's „Kurzer und wahrhaftiger Bericht"; vgl. S. 96 Anm. 8 Vgl. Segesser in, 274 A. 2. 148. 1588 137 Einmal hätte auch die Anwesenheit J. F. Gn. nicht wohl alle 16. April Widerwärtigkeiten überwinden oder den Ausgang abwenden können, wogegen die Abwesenheit J. F. Gn. von Haus nicht nur die Pfalz, sondern die reformirte Religion im ganzen Reich in höchste Gefahr gebracht hätte. Die evangelischen Fürsten, die sich einer Kontutel mit J. F. Gn. anmassen, hätten die Gelegenheit ergriffen, alle gute Reformation in der Pfalz umzustossen und ihre groben Irrtümer bei der jungen Herrschaft und den Untertanen mit Gewalt wieder einzuführen; Widerstand hätten sie dabei nicht gefunden, wohl aber viele Helfer und Förderer. Auch für den beabsichtigten Nachzug hätte J. F. Gn. mehr hier aussen als drinnen nützen können. Deshalb hielt es J. F. Gn. für ratsam nicht mitzuziehen und wurde auch von dem navarrischen Gesandten an Statt ihres Herrn und der französischen Kirchen, „als deneu zu guten J. F. Gn. sich persönlich verlobt", dieser Zusage enthoben und in seinem Beschluss bestärkt. Mit den zwei früheren Zügen J. F. Gn. hatte es eine andere Bewandtniss, weil damals sein Vater noch lebte und für die Sache in Deutschland sorgte. Wie viel daran gelegen, dass J. F. Gn. diesmal im Land blieb, zeigte der Einfall in Mümpelgart; der geplante Angriff auf die Pfalz wurde nur durch J. F. Gn. eilende Gegenrüstung u. a. Mittel rechtzeitig abgewendet. Der unglückliche Ausgang des Zugs hätte vollends J. F. Gn. bei den Kriegsleuten, anderen Fürsten und dem Feind zur Verkleinerung gereicht, „welche an jetzo noch gottlob in guter reputation stehen und an ihren berümpten namen nichts verloren oder kein abbruch gelitten." Eine andere fürstliche Person war mit aller Mühe nicht aufzutreiben. H. Ott von Leinenburg, der zuerst geneigt war, habe sich nachher mit Leibsschwachheit entschuldigt; darauf wurde H. Philipp von Braunschweig zum Grobenhagen ersucht, lehnte aber als sächsischer Diener und aus anderen Ursachen rundweg ab. Ebenso entschuldigte sich der selige Fürst Joachim Ernst von Anhalt, der sich anfangs willfährig zeigte, nachher mit seinem Alter, sein Sohn Fürst Christian mit seiner Jugend und Unerfahrenheit. Auch eine Verhandlung mit Graf Albrecbt von Barby war vergebens. 1 Als hierauf J. F. Gn. diese Sache L. Wilhelm mitteilte, schlug dieser für sich und aus eignem Antrieb den Herrn von Dona vor, dem nichts mangle, weder an Gemüt, Verstand noch christlichem Eifer, unter Erinnerung an den hessischen Marschalk, derao. 61 einen deutschen Haufen rühmlich in Frankreich geführt habe. Trotzdem habe J. F. Gd. den Herrn von Dona nicht zum Feldobristen verordnet, sondern auf den Musterplatz geschickt, um sein Nichtkoramen zu entschuldigen und die Wahl eines Haupts zu veranlassen. J. F. G. und die navarrischen Gesandten hätten deu H. von Buillon gern als Generalobersten gesehen, die Deutschen wollten den aber nicht und nötigten Dona gegen seinen Willen die auf ihn gefallene Wahl aller Obersten anzunehmen. 1 Vgl. über Barby No. 83; La Hug. Eph. S. 55; ebd. S. 511 A. 3 und 550 glaubt der Herausgeber irriger Weise diese Persönlichkeit mit Kf. Christian von Sachsen identifiziren zu müssen. 138 1588 148. 16. April Die ligischen Haufen, die den herausziehenden deutschen Reitern entgegenzogen und, als diese von Mäcon ihren Weg durch Savoien nahmen, in Mttmpelgart einfielen, waren gänzlich bedacht J. F. Gn. und ihr Land anzugreifen, wenn nicht Gott ihnen andere Geschäfte mit Eroberung von Bonn und Gefangennahme Erzherzog Maximilians „vorgeschnitten" und J. F. Gn. nicht sich mit einer ziemlichen Anzahl* gefasst gemacht hätte; so zogen die Feinde an die Mosel, legten sich Herzog Karl und M. Philipp ins Land und gaben ihre Absicht gegen die Pfalz auf, da J. F. Gn. die Kriegsrüstung fortsetzte. 1 Dies verursachte weitere Kosten. J. F. Gn. kann sich von keinem Benachbarten, auch den Blutsverwandten und nächsten Freunden, einiger Hülfe oder Beistands getrösten, da sie teils der Religion, teils der Kontutel wegen ganz zuwider sind; von anderen ist wegen ihrer Furchtsamkeit nichts zu erwarten; in summa, unter den Evangelischen würden viele auf den Fall nur zu eifrig sein, J. F. Gn. von Land und Leuten verjagen zu helfen, während auf der anderen Seite der Kaiser, Spanien, Frankreich und der ganze päpstliche Anhang in Folge der früheren Züge J. F. Gn. zum Schutz der Christen in Frankreich und Niederland seine Feinde sind. J. F. Gn. hört fortwährend, dass die Spanier bei Bonn, der Markgraf von Burgau mit 15 Fähnlein und 1500 Pferden und Guise aus Lothringen ihn zugleich von drei Seiten überfallen sollen; bekam erst neulich vom kais. Hof Bericht, wie man dort und sonst unter den Ligurirten der Ansicht sei, bei einer Verwirklichung der Pläne der Liga und Spaniens müsse zuerst die Pfalz gedämpft und unterdrückt werden. 2 Da nun J. F. Gn. sich diese Gefahr nur durch Widerstand gegen die Tyrannei der Feinde Christi und durch treuen Dienst für die Königin zugezogen und da die Königin ohne Ruhm zu melden keinen besseren und treueren Freund hat als J. F. Gn., nach dessen Unterdrückung der Papst, Spanien und die Liga ihr Intent gegen die Königin u. a. Evangelische viel leichter durchsetzen würden: bittet J. F. Gn. die Königin ihm in solcher Not die bülfliche Hand zu bieten, zumal sie reiche Mittel besitzt und Spanien jetzt für die Erledigung des Erzh, Maximilian jedenfalls den Säckel wird aufziehen müssen. Es giebt zwei Wege der gemeinen Sache und J. Mt. selbBt zu helfen. Einmal könnte J. Mt. dem Feind soviel in den Niederlanden zu schaffen geben, dass er von Bonn ablassen müsse, und den Obersten Schenk mit Geld unterstützen, wie J. F. Gn. bereits mit Geld, Volk, Proviant, Geschütz und Munition geholfen und über 15 000 fl. aufgewendet, auch den Rhein für den Feind gesperrt hat; ohne diesen Beistand, den Pfalz nur J. Mt. zu Gefallen und auf deren Patent hin geleistet, hätte sich Bonn, wo kein halb Pfund Pulver und kein Geschütz zu finden war, nicht bis jetzt halten können; 8 Bonn sei so gelegen, „das derselben aus der Pfalz und * Am Rand: „Si quaeratur de viribus, 1 regiment knecht, 1000 pferd; die Anordnung gemacht 18 m vom landvolk jederzeit bereit zu halten und bereits tausend französisch schützen in bestallung." 1 Vgl. No. 141. 8 Vgl. No. 147. 8 Vgl. No. 141. 148. 1588 139 von dannen noch den andren vestungen, auch den Staden könne 16. April geholfen und die zufuhr den Bhein hinab dem feind abgestrickt werden." Zum andern wolle J. Mt. eine namhafte Summe, etwa 200 m Kronen* nach Deutschland liefern zu folgendem Gebrauch: 1) man könnte dafür nach Bedarf deutsche Reiter und Knechte für J. Mt. werben und bis auf den Musterplatz bringen; 2) das Geld, falls J. Mt. eine neue Hülfe für Navarra bewilligen würde, nach J. Mt, Gefallen dafür verwenden; 3) „das auch M. Gn. H., da J. F. Gn. ein not anginge, solchen Vorrat zu dero defension anzugreifen macht hette", gegen Hypothekirung seiner Lande und Leute. Da man ferner gutes Kriegsvolk nur dann bekommen kann, wenn man Obersten, Rittmeister etc. ständig in Bestallung hält, J. F. Gn. aber dies sowohl für sich selbst als J. Mt. zu .Diensten getan und sich dadurch in grosse Unkosten geworfen hat, wolle J. Mt. ihm weiter ungefähr 8 m Kronen jährlich zu Frankfurt in beiden Messen zu zwei Zielen erlegen lassen; wogegen J. F. Gn. sich erbiete soviele Obersten etc. zu halten, dass man jederzeit in der Eile 4000 Pferde und 3 Regimenter Knechte aufbringen könne; wobei J. F. Gn. keinen eigenen Vorteil sucht, sondern, um gute Leute zu haben, noch von dem Seinigen dazu tun will. So könnte . man 1) den Gegnern die besten Leute abstricken und die Werbung sehr erschweren, 2) in jedem Notfall des Volks gewiss sein und keine solchen Täuschungen zn gewärtigen haben, wie sie Adolf von Neuenar zweimal begegnet sind. Sollte wider Erwarten M. Gn. H. von J. Mt. hülflos gelassen werden, „so gedechten gleichwol J. F. Gn. die tag ihres lebens wider dero gewissen nichts vorzunehmen. Sie würden aber genottrengt werden, in solche weg zu willigen, dardurch sie ihr selbsten und den ihrigen ruhe und Sicherheit schaffen könne, ungeachtet wie es sonsten mit dem gemeinen wesen eine gestalt und beschaffenheit gewinne, lnmassen dan deroselben albereit von ** Spanien nit gar unannemliche mittel vorgeschlagen und angeboten worden". M. Gn. H. hat auch von der Friedenshandlung, worin England mit Spanien stehen soll, Bericht erhalten und würde einem Frieden, durch den die Niederlande bei der rechten Religion und ihren alten Rechten und Privilegien bleiben würden, nicht widerraten, auch nach Vermögen fördern helfen. J. F. Gn. besorge aber, dass Spanien unter dem Schein des Friedens neue Verräterei und Praktiken gegen die christlichen Kirchen, vor allem aber gegen J. Mt. suchen; von England sei den Spaniern soviel Abbruch, Hohn und Sohaden geschehen, dass keine Vergleichung, Verbindung oder Verschwörung so hoch sein könne, um die Spanier abzuhalten sie zu brechen und J. Mt. zu beschädigen. Daher möge J. Mt. das Schwert in Händen * Am Rand: „Nota: algemach bis auf 100 m abzusteigen und auf den fall zu erbieten, das J. F. Gn. das ihre auch pro rata darzulegen wolle, auch über die proportion." ** Durchgestrichen: „Frankreich und." HO 1588 148. 16. April behalten und einem Feind nicht trauen, 'der Tag und Nacht mit dem Gedanken umgeht sich ganz Europa unterwürfig zu machen; J. Mt. hat ja bereits gute Mittel,*die besten Häfen in Seeland und die vornehmsten Oerter in Holland in Gehorsam und Devotion. Sollte aber die Friedenshandlung fortgehen und Spanien (was kaum zu erwarten) die obigen Bedingungen bewilligen, so bitte J. F. Gn. J. Mt., ihn, seine Lande und Leute, churf. Pfalz u. a. evangelische deutsche Kff., Fürsten und Stände, die sich bisher des niederländischen Kriegswesens teilhaftig gemacht, in den Frieden aufzunehmen und vor Spanien zu^versichern. Endlich begehrt J. F. Gn., da vor wenigen Tagen ein navarrischer Gesandter hier um weitere Hülfe ansuchte, M. Gn. H. aber allein hiefür zu schwach und man sich auf keinen anderen Fürsten zu verlassen, von J. Mt. Rat und Beistand, „ob J. Mt. mit Denenmark, dahin man einzig und allein ein hoffnung zu setzen, handien lassen wolle". Es ist eine hohe Notdurft, die armen Christen in Frankreich nicht zu verlassen, angesichts des neuerlichen Beschlusses zu Nancy, 1 den König erst recht in die Liga zu ziehen und deren Exekution mit Ernst anzugreifen; noch vor Kurzem wurde in Bonn ein Verzeichniss dessen gefunden, was die geistlichen und weltlichen päpstischen Fürsten u. a. Stände dem B. von Lüttich zu gut für die Belagerung von Neuss kontribuirt haben (je 12 Monate). 2 Da ferner die Absicht des Hauses Guise auf die französische Krone durch die Vergiftung des Prinzen von Conde sich immer mehr kundgibt und sie offenbar den König seinen nächsten Blutsverwandten nachschicken wollen, wäre J. Mt. zu ersuchen, den K. von Frankreich vor den Guisianern zu warnen und wegen der in Sedan schwer bedrohten Fräulein, der Tochter Conde's und der Herzogin von Bouillon, auch die Städte Sedan und Jamais zu vermahnen, da ihr üebergang in die Gewalt der Guisianer auch Metz und schliesslich die ganze Krone in Gefahr bringen müsste. Dabei wäre J. Mt. daran zu erinnern, wie der K. zu Anfang dieser letzten Unruhe durch „Believren" eine Konföderation wider die Guisianer gesucht, wodurch vielleicht viele Sachen hätten verhindert werden können. 8 Da ein solches Ansuchen bei den deutschen Kff. und bei J. Mt wiederholt werden könnte, begehrt J. F. Gn. von J. Mt. ihr Gutachten und Mitteilung, was sie in solchem Fall zu tun gedenke, um sich darnach richten zu können. Der Gesandte soll, was ihm begegnet und geantwortet wird, fleissig aufzeichnen und bei seiner Rückkehr J. F. Gn. schriftliche Relation tun. „Signatum Heidelberg, under J. F. Gn. handzeichen und hie- furgetrucktem secret, den 16. Aprilis ao. 88." Düsseldorf. Cuur Cölu. Kriegsaktea 24 f. 60—81. Conc. (Donais). 1 Vgl. de Croze II. 45 f. 8 Vgl. Ehses-Meister 1. 1, 129; 282 ff; Gott. Gel. Anz. 1897 S. 315 A. 1; Ruetz, Finanzzustände, S. 23; 39. a Vgl. hiezu L'Estoile. Memoires-journaux III (Paris 1876). 61; oben No. 26; 76. 149—150. 1588 141 149. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. 18. April Heidel- Treiben des „Afterpapstes" Schmidtlein zu Ansbach, wo er u. a. Der S den Hofprediger ins Gefängnis gebracht. Da diese Verwirrung dem Papsttum und seinen neuen Propheten, den Jesuitern, das Schwert in die Hand gibt, möge W. allein oder mit Magdeburg oder andern den M. Georg Friedrich warnen. Wenn es von ihm selbst ausginge, würde dieser Gesell nur noch heftiger gegeD die ansbachischen Geistlichen auftreten. 1 (P. S.) Auf W. Sehr, vom 8. über Sadeel's Ankunft mit der Andeutung, „als solten wir kurzverschienen abermaln ein gute nuss bekommen haben", die mit andern zusammen zu dem etwa von Sadeel betriebenen Werk Leute bewegen könnte. Weiss von keinem solchen Werk. Das verdächtige Benehmen eines Handelsmanns auf pfälzischer Strasse führte zu keinem Ergebniss, so dass auf diese Nuss nicht zu rechnen. Es wurde dem Werk viel dienlicher sein, „wann der verborgen äff zu Ziegenhain einmal an die sonne kerne". Will aber nach Vermögen für die Ehre Gottes und Wohlfahrt des Vaterlands beitragen. 2 Marb. Pfalz. Cop. 150. Gedenkzettel Johann Casimirs. 8 (April) „Reichs sachen. Kaiser anlangend. 1° fürt er ein gottlos leben dem ganzen römischen reich ver- kleinerlich und niemand redet im ein. Nota: obwol kaiser Maximiliani für seinem tod dem churf. zu Saxen bevolchen, so hat er doch nichts darzu geredt, sondern dem wasser sein lauf gelassen. 4 2° Wie die justicia in camera sowohl auch zu hof ergehet, ist notorio, dan erstlich Spa. und papst gesandt ordinari am hof seind, haben und füren das regiment; zum zweiten nemen sich J. Mt. sich [!] keiner gescheften an, sondern delectirn sich ir irer volup- tatis. 3° Was er dem Parma und allen andern, so unser religion zuwider seind, furschub getan, das ist zu vil notorio, nemblich mit ausgebung patenten, bösen briefen geschrieben, auch pratica anzustellen wider die jenigen, so den betrangten geholfen, das weisen die brief aus, so er an Guisa und suusten andere vom hof aus an Parma getan, intereepirt worden. 6 1 Vgl. das Sehr, des Tossanus an Grynaeus vom 16. Jan. 1590 bei Cuno II, 102; hiezu I, 329; Herzog, Real-Enzykl. I 3 , 505. 2 Die Anspielung beziehen sich auf eine angeblich von J. C. gemachte Beute an Geld. Ueber Sadeel vgl. No. 14^'. 8 Gedruckt bei Haus s er, Tagebuch S. 406 f. Diese Aufzeichnungen, nach der Unterredung mit Salis („le Grison", No. 147) abgefasst, hängen wohl mit der Sendung J. C. an Sachsen und Brandenburg No. 151 zusammen. * Vgl. II. 399 (S. 326). 6 Am 22. April/2. Mai uud 5./15. Mai 1587 berichtet Khevenhüller dem Kaiser, in den landes von Bordeaux sei ein Depeschenträger nieder- 142 im 150. (April) Le Grisöü m'a dit que l'empereur estoit en crainte que la courone luy cheust, dicht und tracht, wie es zu behaupten sei. Kaiser hat ein fein gebrauch, das er bei den chur, fursten und stedt vil tausend entlehnet alles uf die künftige contribution, also das diejenigen, so furgeliehen, not halben, damit sie wieder zu ir geld komen, einwilligen. Nota: die stedt, so nit leihen wollen, werden bedrauet etc. und aus forcht müssen. Nota: daraus ist abzunemen, das kaiser alle reichsstedt gern dahin gebracht hett, damit im rat alle bapisten weren, das er also jederzeit hette zu erlangen, was er begerte etc. Exemplum Augspurg. Oder aber etlich stedt willigen, damit sie etwan zoll oder änderst erlangen, dadurch ander stend im reich beschwert. Kaiser hat Den: vil clinodia geschickt, gelt darauf zu entle neu, aber ist abgewiesen worden. Kaiser mit seine unnutze schreiben hat er gemacht, das sich Strasburg vom reich begeben und zu Schweiz geschlagen, wie Basel. Nota: kunt man nit Grinems [!] erlernen, warumb solchs besehenen. 1 In religione Sachen, wie er sich vil parteisch erzeigt, ist wider sein capitulation. Er solt sich dahin befleissigen, damit er das reich in fried und einigkeit erhilt, aber leider erzeigt sich zu vil parteisch und wurd nit anders werden können, bis Spa. und bapst gesandten abge- schaft; andere ret durch die churfursten verordnet. Mocht jemands sagen, dem kaiser muss man nit also strikte verfaren etc. Darauf die antwort, man sehe, wie d[ie] Ungern und Behem sich verhalten; sie wollen ire gravamina richtig gemacht haben. 8 Warumb sollen mir billich, ja billiger dergleichen tun, in betracht- ung das alle benachparte kunigreich unser reich respectirn und darauf sehen unsere action". Heidelberg, Univ. Bibl. Pal. Germ. 768, f. 53a—56a. Eigh. geworfen und ein kais. Kurier gefangen worden; der letztere brachte dann die Briefe an die Kaiserin und Philipp II. erbrochen mit, während die Sehr, des Kaisers und seiner Minister an Khevenhüller von den Hugenotten zurückbehalten wurden (Nürnb. German. Museum). Auf ein ähnliches mir sonst nicht bekanntes Vorkommniss nimmt die obige Stelle Bezug. Ein Sehr, des Kaisers an Parma im Sinne der Liga erwähnt II. 399 (S. 327); an Guise oben S. 133. 1 Vgl. No. 147. „Grinems" ist Grynaeus. 2 Mit Ungarn und Böhmen und ihrer voraussichtlichen Losreissung von Oesterreich beschäftigte sich J. C. schon seit Jahren, vgl. I. 418 (S. 555; 560); II. 399 (S. 322; 326). Eine „Zeitung von Pruin uberschickt, aus Wien" 17. Jan. 1587 (Dr. 10708) berichtet von einer angeblichen Aufforderung Kinski's u. a. böhmischer Herren an Sachsen, den Kaiser zu vertreiben und das Land einzunehmen; Sachsen solle die Briefe dem Kaiser geschickt und die Fortsetzung der väterlichen Freundschaft (Kf. Augusts) versprochen haben, worauf der Kaiser einen Reichstag angesetzt und die Herren aufgefordert habe sich auf Gnade 151. 1588 143 151. Instruktion Johann Casimirs für seine an (26. April) Sachsen abgefertigten Gesandten. 1 (Hülfsgesuch und Zusammenstellung von Beschwerden.) J. C. Rüstungen wegen des guisischen Einfalls und der Warnungen vom Kaiserhof von Absichten gegen die Pfalz, die verwirklicht worden wären, wenn man Nachricht gehabt hätte, dass Sachsen still sitzen würde. Bittet für den Notfall um Hülfe mit Geld und Volk und um Gestattung von Werbungen. Darlegung zunächst folgender gemeiner Beschwerden. 1) Das Reich wird durch Spanien und den Papst vermittelst des Kaisers regiert; die vornehmsten R. Hofräte in span. u, päpstl. Sold; aachische u. a. Sachen. Erweiterung des burgundischen Kreises, Entfremdung Utrechts, Cam- merichs, Gelderns u. s. w. vom Reich, „provincien in Utopia". Auch Stift und Stadt Köln sollen bereits burgundisch, d. h. spanisch sein. Spaniens Aussicht auf Jülich, zum Schaden Brandenburgs u. a. Fürsten. In Italien Mailand, Finar und Siena okkupirt. Auch der Österreich. Kreis wächst zur Schmälerung des Reichs; Cilli, Hagenau, Fulda, der deutsche Orden. 2) Die Hoheit der Kff. wird oder Ungnade zu ergeben. Vgl. hiezu Hir n II, 110. Der venezianische Gesandte Vincenzo Öradenigo schreibt aus Prag am 13./23. Febr. an den Dogen nicht über dieses Gerücht, wohl aber von der Forderung eines Landtags von Seiten der böhmischen Stände, die endlich das durchsetzen wollten, was ihnen K. Maximilian vor der Wahl Rudolfs auf Veranlassung Sachens zugestanden habe, nämlich „che le cose del regno siano restituite in pristino et come erano avanti la ribelione", ausserdem aber noch mehr, d. h. die Verwandlung des Reichs in ein Wahlreich wie Polen. Sie fordern den Landtag vor dem geplanten R. Tag; damit ergibt sich für die R. Fürsten Gelegenheit für alle möglichen Praktiken, vor allem für Sachsen und Brandenburg, „la mira de' quali non e altro che di levare l'imperio delle mani di questi" (Wien, D. V. XV. Or.). 1 Die Gesandten waren Adam Gans von Putlitz und L. Culman. In einem eigh. Sehr, an Kf. Christian, Heidelberg 26. April verweist J. C. wegen der päpstischen Drohungen gegen ihn und der Gefährdung der deutschen Rel. und Freiheit auf die Werbung beider Räte, bittet daneben eines besonderen Punkts wegen um persönliche geheime Audienz für Putlitz und um Erklärung, wie sie die Notdurft des R. und J. C. erfordert (Dr. ebd.). In einem Sehr, vom 2. Mai beauftragt J. C. die Gesandten, auch die beschwerlichen Neuerungen des Statthalters zu Mergentheim im Namen des abwesenden Erzb. Maximilian bei Sachsen und Brandenburg zur Sprache zu bringen; der alte Deutschmeister sollte seine Administration wieder aufnehmen ; zur pfälzischen Revision solle Sachsen D. Paul, D. Grell oder D. Pistoris schicken (Ma. 545/4 f. 402, Or.). Kf. Christian versprach nach der Werbung schriftliche'Antwort an J. C. nach der Abreise Brandenburgs, der damals bei ihm war. Diese Antwort, Dresden 4. Juni, ist durchaus ablehnend, erklärt die R. Ordnungen für völlig ausreichend gegen jede auswärtige Gewalt und eine ev. Versammlung für durchaus untunlich; es solle nur jeder Stand den R. Ordnungen nachkommen, sich der ausländischen Sachen enthalten, nichts gegen Land- und Rel. Frieden vornehmen, mit den Bonachbarten gute Korrespondenz und Ruhe halten (ebd. Conc. Krell). Ebenso ablehnend Brandenburg am 7. Juni. 144 158g 151. (26. April)täglich geschwächt, ihr Rat gilt nichts beim Kaiser (köla., strass- burg., augsburg. Sache u. s. w.). Die Kff. sollten eben selbst mehr auf das Vaterland als auf die Person des Ksisers sehen; Tacitus sagt: „Ordinum et procerum ad principem nirais humiles preces et adulatio eura ex bono principe faciunt tyrannum." Der Kaiser verfährt in der Bewilligung von Zöllen rechtswidrig (bair. Aufschlag, würtemberg. Salzburg. Zoll u. s. w.). Die Zusammenkünfte der Kurff. oft eingestellt oder kais. Kommissarien beigezogen, die dann alles dirigiren. 3) Die Stände, die etwas auf Reichs- oder anderen Tagen vorbringen, was dem Papst, Spanien und Oesterreich nicht gefällig, gelten als unruhig und man fährt ihnen übers Maul, während die anderen als die gehorsamen bei Hof karessirt und mit materiellen Vorteilen bedacht werden. 4) Die Freiheit der deutschen Ritterschaft wird als Frechheit bezeichnet und im Punkt der Kriegsbestallungen unleidlich eingeschränkt. Selbst die Fürsten sollen jedesmal erst beim Kaiser um Erlaubniss und Patente einkommen. Die früher wenig bekannten mandata avocatoria. 5) Den fremden Nationen wird aller Mutwille gegen das Reich zugelassen. 6) Die Verleihung der Regalien an geistliche Stände von der päpstlichen Konfirmation abhängig gemacht, während doch nur die Wahl und kais. Jnvestitur einen zum R. Fürsten macht. 7) Das Archiv des Reichs in schlechter Verwahrung. Besondere Gravanima der Stände der A. 0.: 1) Offne Angriffe der Jesuiten auf die A. C, Publikation der Bulle in Trier. 2) Wiedereinführung der päpstlichen Zensuren und Exkommunikationen im Reich, gegen den Buchstaben des Rel. Fr. (§ damit auch ob- berührte beiderseits Rel. Verwandte etc.) 3) Hinderung der Stände A. C. an der Rel. Uebung (Ortenburg, Aachen); vgl. die 2. Beilage zu Gebhards Ausschreiben. 4) Oeffentliche Aeusserung der Jesuiten, der Religionsfrieden sei nach dem Tridentinum als erloschen zu betrachten. Ein vornehmer R. Stand bezeichnete ihn als einen abgedrungeuen. Auf die gegenteiligen Erbietungen und Beteurungen der Päpstlichen darf man nichts geben, denn sie haben die Regel: Man soll den Keizern keinen Glauben halten. Obwohl es unter den Geistlichen vielleicht etliche gibt, die sich nicht zur Vertilgung der A. C.Verwandten gebrauchen Hessen, so würden dieselben doch sogleich vom Papst abgesetzt und durch die in Rom von den Jesuiten erzogenen abgefeimten giftigen papistischen Bluthunde ersetzt werden. Mainz hat sich erklärt, er wolle lieber resigniren als die Religion unterdrücken helfen. Man hat auf dem Wormser Dep. Tag gesehen, wie ihre Verpflichtungen gegen den Papst selbst in einer rein weltlichen Sache (de usuris in causa meri mutui) massgebend waren. Sie sollten sich der scharfen Juramente entledigen und nur dem Reich anhängig sein, wie Cicero schreibt: „Ne quis plus quam unius civitatis civis sit." 5) Vertreibung evangelischer Untertanen durch papistische Obrigkeiten, während der Rel. Friede nur von Freistellung des Auszugs spricht. 6) Die Declaration K. Ferdinands nicht anerkannt und den Kommunen das Exercitium entzogen. 7) Praktiken gegen die A. C. in den Reichsstädten (die Jesuiten in Augsburg, Ansinnen des Kaisers an die Räte in Augsburg und Köln). 8) Offenes Hervortreten der S. 151—152. 1588 145 Liga mit ihren Absichten. An Exekutoren wird es ihr in Deutschland so wenig fehlen wie in Frankreich. Vertrauen der Papisten auf Spanien (Köln, Würzburg) „als den rechten schultheissen (wie sie ihnen ungescheucht nennen dörfen)." Auch Ehrgeizige wie Guise würden sich finden. Unter der Mangelhaftigkeit der Justizverwaltung haben die Papisten gleichfalls zu leiden (Finar und Spanien, Vallis Tarri und Spanien, Würzburg und Fulda, Fugger und Maxelrain; überall ist die Erhöhung Oesterreichs und Spaniens massgebend). Benachteiligung der A. C. Verwandten am K. Gericht; nur päpstische Referenten in allen Klagen auf den Rel. Frieden; der Unterhalt des K. Gerichts zuweilen zum Nutzen des Kaisers missbraucht (Verpflegung der nach Speier kommenden kais. Diener). Man sollte diesen Posten den Ständen abnehmen und aus dem Stift Fulda be- sreiten. Die Visitation heuer vom Kaiser ohne Wissen der Stände eingestellt, vielleicht weil Magdeburg an der Reihe war. Rebellion gegen den Kaiser hiemit nicht gemeint, gegen Gottes Wort. Aber der Kaiser ist kein Erb-, sondern ein erwählter Herr, der mit Rat der Stände, besonders der Kff. nach den R. Gesetzen und nicht mit den Gesandten des Papstes und Spaniens oder allein regieren sollte; Tacitus sagt: „cum is, qui imperat, uni sibi vult rationem reddi eorum, quorum cognitio ad iudices (h. e. imperii sive regni ordines) pertinet, tyrannicam administrationem esse". Es gilt gegen die fremde Monarchie für Kaiser und Reich einzutreten. Die Kff. müssen mehr auf das Reich als auf die Person das Kaisers sehen, dem sie, solang er des Reichs Wohlfahrt fördert, die Hand bieten, wenn er sich aber davon ableiten lässt, ihn mit gebührender Bescheidenheit, „auch ernst uf den notfall, wie unsere vorältern getan", davon abhalten sollen. Der Kf. würde bei Vergleichung der alten Granannia vor dem Passauer Vertrag finden, dass man damals nicht halb soviel Ursache zur Klage gehabt. Trotzdem haben die Kurff. und Fürsten die zulässigen ernsten Mittel ergriffen, nach dem schon heidnischen Grundsatz: „salutem et libertatem populi supremam legem esse".....Schlägt eine Zusammenkunft aller Stände A. C. vor. Von einem R. Tag nur Verschlimmerung zu erwarten. . . Dr. 8082. Cop. 152. Randbemerkungen Johann Casimirs zu einem 27. April Schreiben seiner Kommissare. 1 .... „Das sie ein mistrauen der Zahlung halben in mich setzen wolten, befrembt mich; beger zu wissen, ob sie nochmals daruf beharren wollen..... Nota dises punctes muss Putlitz 1 Am 25. April bevollmächtigte J. C. zur Musterung der 2 Fahnen Reiter Bechtoldaheims und Vohensteins und der Pferde Wieds (vgl. No. 115 A. 3) seinen Generalobristleutnant Hermann von Wied, den Burggrafen zu Alzei Winnenberg, den Hofmarschall Wolf Dietrich von Merle genannt Behemb, die Räte Oberst Schregel und Sebastian TJriel von Appenzell. Das Prot, der Verhandlungen des Burggrafen, des Marschalls und Bezold. Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III 10 146 1588 152. 27. April nachgeschickt • werden sich zu beschweren bei L. W. zu Hessen, 1 .... Das reich ist aussetzig und fulet das feur nit; ist darumb nit gesagt, das ich mir die haut über die ohren ziehen lass. 8 . . .... Ich hab inen im colnischen zug mehr geben als ich mich versprochen hette, und were ein reutig schaf darunder, so im colnischen zug mitgewesen und mir vil ufmutzen wolt, will ich den Schregels mit den Rittmeistern zu Guntersblum am 26. April zeigt, in welchen schlechten Ruf J. C. beim deutschen Kriegsvolk gekommen war. Die Reiter forderten Versicherung ihrer Bezahlung, unter Hinweis darauf, wie sie wiederholt nicht nur in Frankreich, sondern auch im kölnischen Zug „angefiiret worden", äusserten sich misstrauisch über die wahre Absicht von J. C. Rüstungen und verlangten nicht ausserhalb der Pfalz verwendet zu werden. Auch die Rittmeister selbst erklärten, sie hätten gehört, dieser Zug sei nicht der Pfalz zum Besten gemeint, sondern man werde sich unterstehen „sie anderwerts zu verstecken; wofern man dessen nu gesinnet, gedechten sie nicht zu reiten, aber bei churf. Pfalz wolten sie leib, gut und blut aufsetzen". Dem Bericht der Kommissare vom 26. April (pr. 27. April) fügte J. C. die obigen Randbemerkungen bei und schickte es dann in den Rat, wo beschlossen wurde sich dieser Reiter zu entäussern, da es ihnen nicht Ernst sei P. zu dienen. Daraufhin schickte J. C. Kolbinger nebst dem Pfennigmeister mit dem glossirten Sehr, zu den Kommissaren, denen K. am 29. April J. C. Beschluss mitteilte die Reiter nicht mustern, sondern nur etlichen Redlichen vom Adel Dienst anbieten zu lassen. Die Mehrzahl der Kommissare missbilligte diese Absicht; der Marschall äusserte, J. C. sei noch nicht über den Graben, unter Hinweis auf Bonn und den M. von Burgau. Als aber K. bei seinem Auftrag blieb, erklärten sie am 30. April den Rittmeistern und dem Ausschuss der Reiter, J. C. beurlaube sie, weil sie J. 0. den brabantischen und kölnischen Zug vorgerückt und den Sack vor die Tür geworfen, sich nur in der Pfalz gebrauchen lassen wollten u. s. w. Die Rittmeister entgegneten, die Reiter seien auch in dem französischen Zug nie bezahlt, Versicherung des Solds neulich auch bei Lothringen durchgesetzt worden, ihre Bestallung gehe auf den oberrheinischen (!) Kreis. Am 3. Mai brachte dann K. Befehl von J. C, die Musterung, aber so scharf als möglich vorzunehmen, was am 4. Mai geschah (Mb. a. a. 0.). Schon am 3. April hatte der Marschall Morien aus Frankfurt an J. C. berichtet, einer von den Reitern habe hier spanisches Anrittgeld ausgegeben, ein anderer sei nach Empfang des pfälz. Gelds zu den Spaniern gegangen; Parma solle hier insgeheim einen Sekretär haben, ebenso Kaspar von Schönberg, der sich rühmen soll, „wie er so gar artig mit 20000 krönen sei durch die Pfalz unangefochten kommen". 1 Dies bezieht sich auf die Warnung, die einem Reiter Vohnesteins Kaspar von Lo zu Marburg auf dem Schloss erteilt worden war (vgl. No. 115 A. 3) und bezüglich deren am 26. April der Marschall geäussert hatte, die Gesinnung L. Ludwigs gegen J. C. sei bekannt; „P. würde niemants ohne gegebene ursach überziehen". Am 27. April wurde den Rittmeistern gesagt, die Bestallung gehe „wider alle P. feind", die doch nicht in der Pfalz zu suchen seien; es könnte sich also begeben, „das man inen suchen müst". Obwohl sich die Reiter damit zufrieden gaben, kamen sie doch am 30. April auf die Marburger Warnung zurück und Vohenstein fügte bei, er sei auch von einem Verwandten gewarnt worden: „L. Wilhelm wer in willens das stift Fulda einzunemen mit gewalt; dazu wolt P. ime die reuter zn hülf schicken". ' Bezieht sich auf den Marburger Vorwurf des Mangels einer R. Bestallung. 152—154. 1588 147 namhaft gemacht hahen und mein noturft nach der gebur ansehen, dan solche meutmacher will ich under dem häufen nit leiden. . . . . Nota, diejenigen, so in Prankreich gewesen, solten nichts liebers wünschen und begeren dan das sie wieder hinunder füret, damit sie sich ires Schadens erholen konten; wenn sie nur begerten das- jenig, was sie an meinen bruder herzog Christoffel selig angesunnen und versprochen müssen, nemlich das er sie nit über die Mass füren solt und an ort, da sie kein mangel haben mochten und nach verflissung des monats uf reichsboden wider zu füren und abzudanken, so wolten sie willigen, und haben hierauf ein halben monat empfangen; und dieweil sie nit über die Mass gewolt, so ist der Spanier herüber komen, hat inen abgedankt und das ander halb monat bezahlt. 1 ......In summa, ich trag meiner Sachen kein scheu, wils auch öffentlich ausgehen lassen, damit ein jeder die unbillikeit spüren mag." Mb. 102/5 f. 118 ff. Eigh. 153. Antwort Johann Casimirs auf eine Werbung im 28. April Namen Parmas. Heidelberg Auf mündliche und schriftliche Werbung des Simon Rudolf von Schönberg, wonach P. gegenüber dem „erdichteten Wahn", die spanische Unterstützung Kölns sei gegen das R. gerichtet, erklärt, sie gehe nur gegen die strassenräuberischen Eroberer von Bonn. Hat ausserdem Warnung erhalten, die spanische Hülfe sei vor oder nach Belagerung Bonns hauptsächlich gegen die Pfalz gemeint, wie das Kriegsvolk und dessen Befehlshaber wiederholt „herausge- stossen". Mit P. Erklärung steht im Widerspruch das Hausen in Jülich und anderwärts sowie das Auftreten Tremblecourt's, der „gleichsam das ganze reich gebocht," wie auch das Volk des M. von Burgau. Der K. und Parma müssten, um des Verdachts enthoben zu sein, dies alles abstellen und gütlichen oder ernstlichen Austrag der kölnischen Sache befördern, da für die Stände A. C. das Recht des Neuerwählten keineswegs feststeht. Glaubt nicht an das Gerücht, das untere Stift Köln habe sich an Spanien ergeben, wünschte jedoch die Erklärung, der K. wolle nichts Fremdes an sich reissen, durch die Tat widerlegt zu sehen. 8 • Brüssel, secr. aU, reg. 450 f. 203. Or. Str. A. A. 757. Cop. 154. Gedenkzettel Johann Casimirs. 8 (Mai) „Avecque le marquis Q[. . • .]* Contribution ich hinderhalten letz[. . .] 1 Vgl. das ungünstige Urteil über Pf. Christophs Truppen bei La Hug. I, 219 f. * J. C. im Kalender zum 27. April: „einer von Schonberg von Parma wegen ankörnen"; 28. April: „den parmischen gesandten, als er mit mir gessen gehabt, abgefertigt". 8 Gedruckt bei H ausser, Tagebuch J. C. S. 378 ff. * Gemeint ist, wie sich aus dem Folgenden ergibt, der M. Georg Friedrich, einer der Kontutoren, aber trotzdem damals in freundlichen 10* 148 158S 154. (Mai) Nouveau empereur Ernstus haben sich Poln entschuldigt, nit erweidet. Contutel sachen halb- Colegialtag. 1 Churf. Gebhart sachen halb. Navarra hilf und endtschuldigung. Maximiliano. Ungern nichts willigen wollen. Den Schlesinger ir Schätzung zum krieg kumpt inen schwer. Das gemehl, so die ordensherrn vom [gjulden fluss die grossen tier erstechen. 3 M. Jacob zu Baden gewerb Peckadl." Beziehungen zu J. C. (vgl. No. 123) und am Kaiserhof der Gegenstand wunderlicher Besorgnisse. Gradenigo, der sich die unglaublichsten Geschichten aufbinden Hess, berichtet dem Dogen am 26. März/5. April, vom R. Tag sei zunächst nicht die Rede, weil die ketzerischen Kff. auf die Wahl eines römischen Königs drängen wollten; ihr Kandidat sei der M. von Ansbach, „huomo molto gratioso et dall' esser heretico in fuori di qualita honoratissime", mit 100000 Talern Einkünften; der Kaiser wolle seinem Bruder Ernst die ungarische Krone verschaffen, um diese Absicht durchkreuzen zu können. Am 7./17. Mai erzählt Gr. von einer beabsichtigten Berliner Zusammenkunft Sachsens und Brandenburgs mit Dänemark, die durch dessen Tod vereitelt worden sei. Man wollte dort verhandeln 1) über die römische Königswahl, die auf Ansbach oder auf den Schwiegervater Brandenburgs, den Fürsten von Anhalt (!) gelenkt werden solle; möglicherweise würde Mainz den Evangelischen beistimmen; bis jetzt habe Gott ihre Ratschläge zu nichte gemacht; 2) über die Vertreibung und Fernhaltung der Spanier vom R. (Wien, D. V.). — Dass freilich nicht Sachsen und Brandenburg, wohl aber J. C. sich damals mit dem Gedanken trug, „einen anderen Kaiser zu machen" und „die Spanier abzuschaffen", beweisen die folgenden Aufzeichnungen. Vgl. eine Aeusserung Guise's bei de Croze II, 332. — J. C. Gedenkzettel bezieht sich auf geplante Verhandlungen mit M. Georg Friedrieb, die, eventuell durch Sendung eines ansbachischen Vertrauensmanns vorzubereiten, auf Seiten J. C. den Charakter eines geradezu rückhaltlosen Vertrauens tragen sollten; er spricht von einem Zug vor BonD, von der Möglichkeit Metz wiederzugewinnen, will sogar über das spanische Angebot den Rat des Markgrafen einholen und mit ihm eine enge Verbindung eingehen, wobei namentlich auch Polen und der deutsche Orden ins Auge gefasst werden. Endlich wird noch die Kaiserwahl berührt und der angebliche Rücktritt des Kf. von Köln hiefür in Anschlag gebracht. — Vgl. eine' bairische Zeitung über einen prot. Fürstenkonvent bei M. Georg Friedrich Okt. 1587 bei Ehses I. 2, 33. 1 Vgl. No. 118. ' Vgl. I. 352 A. 1; 399; 413. " Vgl. über die Werbungen des M. für Lothringen Kleinschmidt, Jakob 111. M. zu Baden (1875) S. 40 f; 48; über Gerüchte von seinem bevorstehenden Rel. Wechsel ebd. S. 45 ff. Nikolaus Peckatel war Jakobs Hofmeister (vgl. ein bei den 13 zu Strassburg verlesenes Sehr. aus Durlach vom 1. Febr. 1586, Str. A. A. 832; über das mecklenburg. Geschlecht der P. Buchwald, deutsches Gesellschaftsleben im endenden M. A. I, 1888 S. 117 f.) und wird in dem Sehr. Bernsdorfs an Sachsen vom 2. Jan. 1588 (S. 104 A. 2) als Rittmeister bei den spanischen Werbungen Burgaus, Braunschweigs und Piatos aufgeführt. Ueber Ottheinrich von Braunschweig vgl. No. 64. 154. 1588 149 H. Ottohenrich mameluck wirbt. (Mai) M. im Bargau Werbung. Sax reichstag abgeschlagen, gravamina. Lignitz sa fille k l'empereur. 1 Uneinikeit mitt Nürnberg. Alchimia halb. [M. A]lbrecht testament.' Discours unser geistlichen im reich. Engelender den Spa. schaden uf der sehe geton mit zunemen. Was die pfaffen bei der Liga geton. Belegerung Metz, Parma Guisa getrieb und schlussel im re[ich]. Nachbarlichen irrung geleits halb [. . .] Teutschen meister, Neckersolms u[nd] Mergentheimb. 8 Ernstus pratica wider die stadt Co[ln] hat sich befunden Bonischen canzle[i] pnnces. ion?] s ta Liga halb.* Noblesse conspiration contfre les Kais, schreiben an Parma execut[ H. Gorg Hansen P. unbillichs anforderung. Die belegerung für Bon ufzuschlagen moy en propre personne.' Schenk bei mir gewesen. Brief aus der canzlei Bon ist gefunden, das die geistlichen 12 monat Romerzug gegeben haben. 6 H. Wilhelm zu Bairn hat 600 m fl. dem bruder furgestreckt und ufgenomen. Die Poln wissen, daz E. L. Maximiliano 50 m fl. furgestreckt. Consequenz. Sax verhindert mich an mein Werbung.' M. G. F. zu beschweren. Ob nit Partein 8 zu begeren, daz S. L. ine zu mir schicken wolt, kunt ich ime vil particularia vertrauen und dad[urch] sonder le guet, ob es sicher ist. Visitationstag wegen adminstrator Magdenburg halb bescheh[en]. Nota, vorig jar Salzburg furgezogfen]. 9 Freistellung müssen wir erlangen und bastischen [sie] nuncio gar abschaffen oder ein ander kaiser machen, der uns gibt, was recht und billich, und justicia dem arm als dem reichen ergehen lass. i Vgl. I. 418 (S. 555; 560). 2 Was mit dieser Bezugnahme auf Albrecht Alcibiades gemeint ist, vermag ich nicht zu sagen (ob die letzte „Erklärung' 1 gegen seine Widersacher vom April 1556? vgl. Voigt, Albr. Ale. II, 247 ff.). 8 Vgl. No. 147; Voigt, Gesch. dea deutschen Ritterordens II, 260 ff. Im Kalender vermerkt J. C. zum 6. Mai: „ist der alt Teutsch- meister zu mir komen" (Heinrich von Bobenhausen, vgl. Voigt II, 259). 4 Vgl. No. 150. 6 Vgl. No. 130 (S. 114); 141; 163 A. 2. 6 Vgl. Ehses- Meister, N.B. I. 1, 129 A. 4; 282 ff; Gott.Gel. Anz. 1897 S. 315 A. 1. ' Die Rittmeister J. C. erklärten am 26. April, es seien ihnen wegen des sächsischen Mandats (vgl. No. 110) viele Reiter ausgeblieben. 8 Rat G.Fr. Vgl. Dohna an seinenBruder Achatius,Lauternl0.Aprill580: „Es ist niemand in Preussen, der ihn [J. C] kennet, als Partein, ausserhalb Wirschberger und andere auslender, so lange bei der Pfalz her- komen" (Archiv Dohna-Lauck). 9 Vgl. No. 33; Häberlin XV, 31 ff; Ritter I, 645 f. 150 1588 154. (Mai) Die Spanier müssen abgesohaft werden aus dem land, wie es schon zum 2 ten mal besehenen, und muss sein, sunsten sitzen mir imer under einander in eim mustrauen. H. Hans Friedrichs erledigung. Was Caspar von Scbonberg uf die kindtauf L. Moritz zu Hessen an Pfalz, Sax und Hessen geworben [. . .] confederatio mit Galia. 1 Sax seliger zu Wien hett schier d[ie] s ta Liga underschrieben; mutter Anna hat stark am wagen geschoben. 2 H. Ludwig zu Wirtemberg die von Augspurg in dise beschwerung sich vertröst und stecken lassen. 8 Recuperation Metz zu ersuchen; wer weiss bei den schwirigen ze[iten|, was man ausrichten mocht. Alt churf. Sax Mathes Lobe zu [. . .] Parma geschickt haben mit erpi[eten]. Don Johan Manrigo 40 m dalar geliehen Spa. zum besten. 1 Uf dem creistag zu Nurmberg ist zimlich uf mich gestochen worden im abschied. 6 Was Spa. hiebevor bei mir gesucht und neulich durch G. P. Ernst Mansfeld repitirt, rats bei S. L. zu suchen. 6 Dieweil offenbar, das die geistlichen zusamengeschossen, S la Liga contribuirt, das mir Evangelischen gleichfals teten und uf den notfall einander beifallen. Extract mitzunemen, so zu dem werk contribuirt.' Sax und Brandenburg zu avisirn, das alles, was bei inen ge- schucht, Galia durch mittl Caspar sein bruder erkundigen. 8 Unsere geistlichen geben den chur- und fursten süsse und glatten worten, aber man muss den hern in specie ihre buberei endtecken. Was die pfaffen mit H. ßeichart praticirn, mich aus der ad- ministration zu stossen. Was Spa. nun zum dritten mal mit mir gehandlt, die S ta Liga hiebevor auch. Kunig zu Poln eine gemahlin, so Aug. conf. sei, administrator und [....?] mit vilen umbstenden discourirn. Maximilian beschwert den orden gar sehr, wol auszufuren und S. L. seind interessirt weg[en] Preussen; wenn sie mit mir wollen anstehen heimlich, wollen mir der Sachen recht tuen etc. Pratica sunt multiplex. Stad und cleresei Coln sich ganz den Spa. ergeben; der B. Ernst uf anhalten bapst. nuncio gutwillig abgestanden; also haben wir ein starke stim künftig zu einer wähl. 1 Vgl. I. S. 83 f. 3 Ygl. I. 8. 93 ff; No. 418 (S. 555); II. 399 (S. 326). » Vgl. II. 431 A. 1. 4 Vgl. I. 418 (S. 555); III. 130 (S. 113). 5 Vgl. Häberlin XV, 80 ff; besonders S. 86; auch die oben von J. C. berührte „Uneinigkeit mit Nürnberg" wegen der Herrschaft Heideck kam dort zur Sprache, S. 91. 8 Vgl. No. 145; 148. ' Vgl. No. 130 (S. 115 A. 1). 8 Vgl. No. 125. 154—156. 1587 151 Zu beschweren, daz mir Sax abgeschlagen zu werben etc. zu meiner defension. Anforderung wegen [bei] Sax, 1 daz S. L. sich wolten neben churf. Brandenburg under handln." Heidelberg, Univ. Bibl. Ood. Pal. Germ, 768 f. 13— 15. Eign. 155. Zeitung aus Köln. 2 5. Mai Köln „Gnedigster herr!" Möchte „E. F. Gn." nichts Ungegründetes melden; sieht aber hier mit Augen, wie mit diesen spanischen „vergaderungen" nicht nur Bonn oder das Erzstift Köln, sondern Deutschland gemeint ist. Hört von glaubhaften Leuten, etliche vornehme Leute (von denen sie es empfangen) hätten mit ihren Augen zu Lüttich ein eigli. Sehr. Parmas gesehen, woraus hervorgehe, dass er sich mit Baiern dahin verglichen, dass der König oder seine Verordneten allein für sich Bonn einnehmen und das ganze Erzstift dem König für immer impatroniren sollen, gegen ein dem Kf. zu zahlendes Jahrgeld. Dafür spricht auch Folgendes. Die Königlichen haben in etlichen Flecken und Dörfern des Unterstifts bereits die Huldigung im Namen des K, gefordert. Die Untertanen erbaten Bedenkzeit und wandten sich nach Neuss, wo ihnen Stör erklärte, er stelle ihnen heim, was sie tun wollten; er würde, falls jemand von des K. wegen die Huldigung von ihm und der Stadt Neuss forderte, sie leisten; sein Nachbar zu Kaiserswert sei wie er glaube gleichen Sinns. Der Kf. habe etliche Wallonen beurlaubt, mit der Aeusserung, er bedürfe keiner Kriegsleute, da Parma stark genug sein werde das Stift zu bezwingen..... Ma. 545/4 f. 415. Cop. 156. Johann Casimir an Bürgermeister und Rat zu 14» Mai Köln. Heidel- Weitere Beschwerungen ihrer ev. Mitbürger der Religion wegen könnten Trennung unter der Bürgerschaft veranlassen und denen Gelegenheit geben, „so euch ohne das gern ans leder weren." In einer Stadt hat das im Rel. Fr. gewährte Recht nicht der Magistrat allein, wie andere geborne und vererbte Obrigkeiten, sondern die ganze Kommune und Bürgerschaft, „von und aus welchen der rat und magistrat gezogen wurdet", als ein Stand des Reichs. Obwohl also die Bürger die Religion ihrer Stadt ändern können, sollte man doch eine Minderheit hierin nicht zwingen, „dieweil doch gleich über seines gleichen keinen gewalt bette". Köln würde sich sonst die Gunst der ev. Stände entziehen, die die Stadt gegen ihre politischen Gegner vertreten haben. 8 Köln, Kel. Akten 1580—89, f. 20. Cop. berg i Vgl. No. 130. 2 Vgl. No. 129; 153; über die diesem Gerücht zu Grund liegenden Tatsachen Gott. Gel. Anz. 1900 S. 533 f. (nach den DepeschenFran- gipani's bei Ehsea, N. B. I. 2). 3 Vgl. No. 140. Kurz vorher hatte der Kaiser, Baiern und Erzh. Ferdinand den Hat zur Standhaftigkeit in Sachen der Religion ermahnt 152 1588 157—158. 18 - 157. Wilhelm von Baiern an Erzherzog Ferdinand. 28 M '. Ein Sehr. Triers über das kölnische Wesen. Jülich will mit 1 Mainz und Trier der Stadt Bonn halber wieder gütlich unterhandeln, 1 München wo jjj 0 jj ne v j e j Aussicht, denn die zwei, die von Jülich hiezu vorgenommen, sind, wie glaubwürdig berichtet, von dem Mainzer nach Speier und von da za J. C. verreist, „welches uns nit wenig verdechtlich"; zu vermuten, „das si daselb nit vil fridfertigs werden geschmidet haben. . . . F. Bedenken gegen das Betreiben der Aechtung Schenks lassen sich hören, aber man soll trotzdem bedenken, was an und für sich dem Recht und den R. Konstitutionen entspricht, namentlich aber das böse Beispiel; „sonst wurde zu disen zeiten kainer leichtlich in die acht erklert werden". Ersucht wiederholt um Mitbeförderung der Acht beim Kaiser, dem Trier desswegen schon geschrieben hat. 2 Ist aber allenfalls bereit, nach der Ansicht von Mainz den Ausgang der jetzigen Unterhandlung abzuwarten. Ma. 399/46. Cop. 30. Mai 158. Bericht an d e n Str assburger Rat. Nancy (Unterredung mit Graf Johann von Salm; Lothringens Verhältniss zu Strassburg; Warnung vor den Franzosen). („Zeitung usz Nancy und Frankreich vom 30. Maio ao. 88. alt stilo"; auf der Rückseite bemerkt: „das am lotringischen hof unsere geheime sachen auch tractirt werden"). Zu Nanoy haben der Herzog und der Graf von Salm 3 schon Bericht über das Bündniss mit Zürich und Bern; sie glauben wohl (Köln, Ratsprot. 38 f. 201 b ; 225 a ). In einem Sehr, an Baiern vom 29. April/9. Mai stellt der Eat Schickungen und Drohungen von Ständen A. C. in Abrede, abgesehen von dem, was ein R. Fürst (J. C.) zu Ende des vorigen Jahres ihrem am Kaiserhof befindlichen Gesandten eröffnet haben möge (vgl. S. 120 A. 2). J. C. schrieb am 14. Mai an den Rat auch über die Erledigung eines Peter Hanff (Köln, Rel. Akten a. a. 0.). Ein Sehr, des Rats an J. C. vom 5./15. Juni dankt für J. C. Eintreten zu ihren Gunsten, erklärt aber ohne den Kaiser sich in Rel. Sachen nicht weiter äussern zu können. Der Kaiser, dem der Rat am 12./22. Juni schrieb, riet in seiner Antwort vom 2./12. Sept. sich mit J. C. nicht weiter einzulassen (Wh, Antiquiora in causa Köln). 1 Jülichs Instruktionen für Otto Byland von Rheidt und Dietrich von Eickel zur Werbung bei Schenk und bei Trier, beide 2./12. April. Am 17./27. April schreibt Trier deshalb an den Kaiser, am 23. April/3. Mai Baiern (unter Ablehnung des vorgeschlagenen kathol. Konvents). Am 10./20. Mai schreibt Mainz an Baiern, er habe Ende April die Werbung der zwei Gesandten Jülichs wegen eines Vergleichs zwischen Kurköln und Schenk gehört und hoffe bei der Geneigtheit Kölns günstigen Erfolg der Vermittelung (Ma. ebd. Cop.). J. C. vermerkt in seinem Kalender sein Zusammentreffen mit zwei jüliebischen Gesandten, die ihm dann nach Friedrichsbühel folgten, beim B. von Speier zu Udenheim am 4. Mai. Vgl. hiezu das Sehr, von Mainz und Trier an den Papst Sixtus V. 29. Juni/9. Juli hei Ehses, N. B. I. 2. 167 f. a Vgl. Hirn II, 197. Der Nuntius Frangipani hatte schon am 15./25. Febr. die Betreibung der Acht gegen Schenk von Seiten des Papstes angeregt (Ehses S. 97), was der Papst aber ablehnte (S. 112). ' Vgl. über Graf Johann von Salm 1.410; II 323 (S. 253); La Hug. II, 152; III, 10. 159. 1588 153 an feindliche Absichten Strassburgs mit andern Fürsten und Herrn zusammen, da sie sehr fragen, ob sich kein Volk röstet Sie sagen, wenn jetzt angegriffen würde, wüssten sie keinen sonderlichen Widerstand zu tun, wenn Spanien nicht hilft. Erschöpfung des Landes durch Krieg und Krankheit; neue Steuern, u.a. auf jedes Fensterkreuz, in Vorbereitung. Graf Johann von Salm „hat mir . . allerhand furgehalten", mit Befehl es vertraulich an „meine gnedigen herren alhie" zu berichten; er und der Herzog seien der Stadt nachbarlich und freundlich gesinnt, aber der Rat habe den vertriebenen Franzosen zu viel Glauben geschenkt und mache sich dadurch als parteiisch verhasst; solche Leute geben für Gutes bösen Lohn, wie sie ihm seine Herrschaft und den Strassburgern ihr Land verherrt haben; Erinnerung an den Anschlag auf die Stadt vor Jahren, als Malleroy angeblich ins Niederland ziehen wollte und sie zu „Badonwilles" besondere Instrumente für ihr Vorhaben machen Hessen; er habe sich sehr um die Entdeckung des Anschlags bemüht; „wie ers dan durch ein landkind solches lautbar gemacht hat, hab J. Gn. und der Herzog darnach alsbald M. Gn. H. gewarnet;" 1 der Rat solle, statt sich so parteiisch zu erzeigen und dadurch bei den Fürsten und Herren verhasst zu machen, gute Wacht und gute Polizei halten; wie J. Gn. auch den deutschen Fürsten oft geraten habe die Franzosen u. a. ihre Sachen selbst ausmachen zu lassen, dann könnten sie, wenn sich die andern selbst abgemattet, „hernacher wol drucken und deinen;*' es sei nicht gut, dass die Städte sich hierin gebrauchen Hessen; Fürsten uud Potentaten werden bald wieder einig, die Städte aber lang nachher verhasst und beschwert; die im Rat beschlossenen Sachen blieben zuweilen bei etlichen so lang verschwiegen, „bitz man hinaus kommt;" dann wisse man es alsbald an andern Orten..... Am 28. „pasatto" war Don Johan von Madrix auf dem Durchzug zu Parma in Nancy; täglich kommen spanische Befehlshaber durch. Lothringen rüstet gegen Jametz, das er als ein Lehen vom Haus Bar begehrt, während er auf Sedan keinen Anspruch hat; am 29. „pasato" Bassompierre zur Musterung von M. Jakobs Volk bei Santerfort abgefertigt. Str. A. A. 836. Cop. 159. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm, 6. Juni Heidel- Pariser Tumult. Zweifelhaft, ob die Feindschaft zwischen Guise Der ß und dem König wirklich oder nur scheinbar ist. 8 Ernst Friedrich von Baden schlägt eine Zusammenkunft vor (die auch Pf. Johann, Strassburg u. a. für nötig halten). Der Kaiser soll mit Sachsen und Brandenburg in Bautzen zusammengekommen sein, auchErzh. Ferdinand dorthin kommen. Marb. Frankr. 1588. Or. 1 Vgl. über diesen Anschlag gegen Strassburg 1578/79 I. No. 179: 182; 189; 223. 2 J. C. schreibt hierüber schon'am 14. Mai an Julius von Braun- schweig, nach Mitteilungen eines aus Nancy gekommenen AdeligeD, und 154 1588 160—161. 18 - 160. Puteo an Montalto. 28- _ . . . „Dui dl sono, non havendo io lasciato di ricordare con Juni 0 g n i opportunitä il bisogno di rimediare alle cose di Bonna, spedl Prag s. M 4i a quella volta un araldo, il quäle doverä cosl a capitani de lo Schench comme a Bonnesi intimare la pena del bando imperiale, se non e rilasciata et ritornata a l'obedienza del arcivescovo quella cittä. Jl medesimo araldo ha ordine di passare a Casimiro per farli intendere che non faccia alcun motivo, come doverä far sapere anco a l'essercito catholico che si levi di quelle parti, intendendosi perö questo in caso che Bonna sia restituita." 1 Rom, Vat. Arch. Germania 111, f. 251. Or. 161- Gradenigo an den Dogen. (Sächsische Gesandtschaft. R. Tag und R. Beschwerden. Römische 18. Königswahl. Die Armada.) 28, Die sächsischen Gesandten 2 haben ihre Abfertigung noch nicht Juni erhalten, nach ihrer Meinung wegen der Verstimmung des Kaisers Prag über die Bonner Sache, da die Begünstigung des Truchsess durch das Haus Sachsen offenkundig sei. Hat einen der Gesandten gefragt, ob der R. Tag bald stattfinden werde. Der Gesandte erklärte jedoch, es sei vorher zu erledigen der Bonner Handel durch Rücktritt beider Erzbischöfe und Neuwahl, 3 das unbefugte Vorgehen Würzburgs gegen die A. 0., der Strassburger Streit zwischen B. und Kapitel, das Eindringen der Spanier im Reich und viele andere Dinge; ,,ne si poträ fare se non con l'opera de uno delli ser mi arciduchi, che vadi in Sassonia, perche il duca loro non vorrä venir qul in corte ne medesimamente l'imperator si curerä. Fra^ tanto la M. S. resta senza le ordinarie contribntioni. Et ragionando erinnert an die Werbung des Advokaten David heim Papst vor vielen Jahren (vgl. Thuanus LXIII. 8); ebenso an Pf. J. am 24. und 28. Mai (Hannover, W. 1474, Orr.). Am 7. Juni schlägt er Julius einen Konvent der Räte vor (ebd. Or.); der Nürnberger Bat weigert sich in einem Sehr, an J. C. vom 17. Juni an einem solchen Konvent teilzunehmen (Nürnb. Kopialb.). Vgl. auch Hotom. epp. S. 216; Cuno II, 129. 1 Vgl. die Berichte des kais. Kegistrators Joh. Manhart an Baiern aus Prag, 4./14. und 18./28. Juni, mit der Behauptung, die Mandata gegen Schenk und Consorten seien noch hier, wegen Nachricht von Friedenshandlung (Ma. 232/4). * Vgl. über die Gesandtschaft von Sachsen, Brandenburg und Hessen wegen der von ihnen errichteten Erbeinigung, deren kais. Bestätigung sie nicht erlangten, Meister, Akten (Strassb. 1898) S. 32; hiezn M i e g, Monum. pietatis II, 151 f. Die Erbeinigung zwischen Sachsen und Böhmen von 1579 war schon am 24. Okt. 1587 erneuert worden (Berlin, Sachsen, B. XLI. No. 1»). Vgl. hiezu I. 418 A. 18. Nach der Depesche Gradenigo's vom 25. Juni/5. Juli wurden die sächsischen Gesandten mit Dank für die Mitteilungen Sachsens und der anderen Fürsten und mit dem Versprechen entlassen, der Kaiser wolle wegen der Spanier „far ogni buon officio con il re cattolico"; auch sei „l'araldo partito ultimamente per Bona con il bando imperiale" beauftragt die katholische Partei in gleicher Weise zu bedrohen „sotto pretesto della quiete publica", wie dies schon bei der früheren Belagerung Bonns freilich vergebens geschehen sei. 3 Vgl. No. 138. 161—162. 1588 155 cade tra se et noi proposi to del re de'Eomani; egli mi respose, che il duca sta nella sua solita opinione di voler l'arciduca Ferdinande-, 1 et non teneva volon tä vers o aleuno delli prineipi giovani, perche sono troppo Spagnoli, onde voriano introdur li riti di Spagna, che non serviria ad altro che per poner tutta la Germania in confusione. Da questo dunque sipuö conoscerilstatodi questa ser ma casa con la Germania, il quäl per certo e molto ristretto. E vero, che le cose potriano mutar forma con li eventi delT armata spagnola, alla quäle se piacesse a dio conce- dere vittoria, non e dubio, che li pensieri di Sassonia et di tutti li altri Protestanti s'humilierano; che se per caso il fine di essa fusse infelice et che l'armata restasse vinta, non e dubbio, che tutte le cose passeriano in queste parti malissimo per questa casa". V Wh. D. V. XV. Or. (teilweise chiffrirt, mit Auflösung). 162. Denkschrift des Pfalzgrafen Georg Hans. 8 mi. Juni) (Niederländische Aussichten und Ansprüche des Pfalzgrafen. Admiral- werk. Aegyptischer Kanal. Diversion gegen Spanien in Italien.) Der Pf. hatte mit Alencon eine Kapitulation, wonach er dessen oberster Leutnant und zweite Person sowohl in politischen als Kriegssachen und im Todesfall dessen Erbe, doch ausserhalb Brabaut sein sollte. „Letzlich hat er [Alencon] mit den Brabendern auch gehandlet, damit er jemands hette und nicht allein dem prinzen mit seinen ratschlagen underworfen were, angehalten, das sie J. F. Gn. auch für seinen leutenambt leiden möchten. Durch solche sollici- tation seind J. F. Gn. mit den staden in kundschaft kommen und haben nach des von Alensons todt sie J. F. Gn. mit diesen worten ersucht: Vous prions, supplions etadjurons de nous abandonner point." 8 Die Ursachen, die J. F. Gn. zu erwägen angezeigt worden: l) dass der Prinz von Uranien, obwohl wenig befreundet, allein mit seinem Verstand und Demut die Brabanten regiert und erhalten „und das J. F. Gn. ihme eines teils nachvolgen .könden, mit den gaben des Verstands und sitsamkeit"; 2) sei J. F. Gn. befugt zu Holland und Seeland, weil es den Pfalzgrafen gehört und durch eines Pf. Tochter, die sich übel gehalten, an Burgund gekommen, auch Pf. Christoph mit einem holländischen Goldgulden, so ein Pf. 1 Vgl. I. No. 292; 296; Hirn II, 102. 2 Am 24. Juni schreibt G. H. an Julius von Braunschweig: „Wir schicken auch E. L. hiemit in vertrauen die fundamentalursachen, was uns zu dem brabandischen Handel bewegt, dern wegen wir dann Pfalzburg versetzt", um dessen Lösung es sich bei der Werbung seines Gesandten Johann Jsrael Bössler vor allem handelt (Wolfenb. Or. pr. 18. Juli). Vgl. No. 98 (S. 84). 3 Vgl. über den Vertrag Alencon's mit G. H. und über dessen vergebliche Reise nach Frankreich und grobe Sehr, an Heinrich III. 1581 Patriot. Archiv XII (1790), 72 ff; 129 ff; I. 311; 314; 315; Jahrb. der Gesellschaft f.lothring. Gesch. III (1891), 28 ff. 156 1588 162. (24. Juni)daselbst gemünzt, sein Leben geendet; 1 3) sehe man ausdrücklich, dass man, wenn man dem Papst nicht Widerstand tue, einen Krieg in Deutschland hätte; 4) weil J. F. Gn. jedesmal zu dem Admiral- werk geraten, 8 damit man dem Keich aus dem Fundament hätte helfen können, dass man dazu gute Gelegenheit hätte haben können „und also von dem ad maiora"; 5) hätte J. F. Gn., also mächtig im Meer geworden, desto eher mit anderen Handlungen fortkommen können, besonders weil er im muskowitischen Krieg „mit der neuen fartufScalofscaufetlich hundert meilenlands bekommen hettenkönden", welche Handlung ihm viel Geld gekostet laut den Ausschr.an die niedersächs. Kreisstände und auf dem Dep. Tag den Ständen übergeben. 8 Die Commoditates für J. F. Gn.: 1) gutes Verhältniss zur K. von England und Beförderung der Heirat seines Sohns mit ihrer Base; 2) sein Schwager Herzog Karl in Schweden zu solchen Sachen geneigt; 3) ebenso der K. von Schweden; 4) Verschwägerung mit dem K. von Polen; 5) ferner mit Dänemark und Ulrich von Mecklenburg; 6) ein nächster Freund „an der seekanten" der Graf von Emden; 7) Bruderschaft und Verscb.wägerung mit Graf Johann von Oldenburg; 8) Verwandtschaft mit den Herzogen von Sachsen- Lauenburg, darunter der B. von Bremen; 9) „das J. F. Gn. durch ein einich mittel, so nit vier tonnen golts die Venetianer gecostet, mit J. F. Gn. kunst das wasser, so der keiser Traianus hat das mehrerteil gemacht zwischen dem mari rubro und dem Nilo, 4 die nervös belli den Spaniern abgestrickt netten, mit allen kaufmanns- gewerben aus Portugal und Jndien"; 10) „das durch factiones der panditen in Jtalien, auch verstendnuss in dreien königreichen mit furnehmen spanischen und neapolitanischen fursten J. F. Gn. Spanien und Jtalien sovil zu schaffen betten geben könden, das sie Brabant vergessen, wie dann auch die religionsverwandten in Teutschland und anderswo kein ander mittel haben, die tirannei der religion abzuwenden als durch ein tertium"; 11) „ist gleichwolnon sapientis dicere: non putaram, hetten J. F. Gn. nit gemeint, das die Bra- bender nochmalen so unbestendig, nach sovil erlittenem ungluck und das sie befunden hetten, ihre inconstantia ihnen nit gedient hette, also das mutabiles [!] und J. F. Gn. wider in stich setzen sollten"; 12) J. F Gn. höfisch Gemüt und dass sie ihre Kinder auch gern in Reputation gebracht; sein erwachsener Sohn hätte ihm die Hand bieten können; „were es glucklich fortgangen, hette es jederman für ein gut und weis werk gehalten, weil es aber gefeiet, so muss es nur ein narrenstuck sein, dernhalben der poet nit unbillich gesagt: Careat successibus opto Quisquis ab eventu facta notanda putat." Wolfenbüttel. Pfalz 4. Cop, 1 Gemeint ist die Herrschaft der Witteisbacher in Holland, Seeland und Hennegau im XIV. UDd XV. Jahrhundert, die mit dem Tod Jakobäas (1436) ihr Ende erreichte. 2 Vgl. H ö h 1 b a u m in den Mitt. aus dem Kölner Stadtarchiv, Heft XVIII. 3 Vgl. I. 154; Dahlin, Gesch. von Schweden (ubers. von Dähnert) III. 2, 104; Schiemann in den Mitt. aus der livländ. Gesch. XV (1892), 117 ff. 4 Vgl. Unsere Zeit, 1870, I, 10 f. 163. 1588 157 163. D. Johannes Vest, Fiskal, an Wilhelm von Baiern. ^ 30. . . . Herzog Casimir hat, im Beisein des jungen Pf. und des Juni Herzogs von Zweibrücken, sein Landvolk dieser Tage mustern und Speier blinde Scharmüzel halten lassen. 1 Die geworbenen Schützen und die pfälzischen Untertanen sollen, in die 11000 stark, von Weissenburg bis Landau liegen. J. C. soll vorhaben, in die 1200 Schützennach Bacbarach, die übrigen nebst 8000 Schweizern nach Lothringen „vor Jahmis" zu schicken. Glaubt nicht, dass J. C. sein Landvolk so in die Schanze schlagen wird. 3 Ma. 227/2 f. 23. Or. 1 Am 10. Juni befiehlt J. C. dem Pfennigmeister Jakob Striegel, nach Bezahlung des Regiments Knechte die Reiter im Amt Oppenheim mit Winnenberg zusammen zu mustern (Mb. 102/5). Im Cod. lat. Monac. 10741 findet sich f. 185 ff. eine „Elegia gratulatoria in abitum — mag- nanimi herois domini Johannis Casimiri — militatum abeuntis Heidelberga decimo die junii anno salutis 1588", dem Kurprinzen Friedrich gewidmet, lieber eine angebliche Misshandlung Friedrichs durch J. C. gelegentlich einer vor etwa 13 Wochen im Amt Alzei vorgenommenen Musterung schrieb eben damals, am 8. Juni, Pf. Reichard an M. Georg Friedrich (Fortges. Reverien Beil. S. 119 ff.). Kurz vorher hatte aber gerade Reichard, indem er es unterliess den Revisionstermin zu Speier zu beschicken, das dort am 22. Mai/13. Juni erlassene für J. C. ausserordentlich günstige Dekret einer vorläufigen Einstellung der Revision mit veranlasst (vgl. ebd. 123 ff; Häberlin XV, 38 ff.). 3 Das Gerücht von einem Zug nach Jametz ist um so erklärlicher ah eben damals La Noue wieder am pfälzischen Hof weilte; über seine vergeblichen Bemühungen um Unterstützung der Herzogin von Bouillon und Navarras vgl. Haus er S. 229; 313 ff; La Hug. III, 241 ff. Was sich der venezianische Gesandte in Prag erzählen Hess und dem Dogen berichtete, ist ein drastischer Beleg für die damalige Legendenbildung. Er schreibt am 25. Juni/5. Juli, J. C. habe mit 3000 Mann die befreundete B. Stadt („terra franca imperiale") „Boidemburgh" überrumpeln wollen, sei aber durch das städtische Geschütz unter Verlust von 100 Mann zurückgewiesen worden und beschiesse jetzt seinerseits die Stadt; es handle sich um Erbeutung des in der Kathedrale befindlichen Schatzes, der Krone u. a. Insignien des dort begrabenen Kaisers Heinrieb, im Wert von 400000 V; die Bürger hätten einen Kurier an den Kaiser gesandt. Am 2./12. Juli meldet Gradenigo, der nach Bonn abgefertigte Herold solle auch J. C. unter Androhung der Acht zur Aufhebung der Belagerung von „Boidemburgh" auffordern; man traue J. C. ähnliche Absichten gegen andere reiche Städte der Nachbarschaft zu und der Herold habe „commissione bastante per tutte", werde aber vermutlich wenig ausrichten, da J. C. „assicuratosi sopra li favori che tiene con li prineipi protestanti" (I) kaum gehorchen dürfte. Sollte dieses auf den Quedlinburger Dom bezügliche Märchen vielleicht aus dem Gerücht einer Bedrohung von Ladenburg entstanden sein, das vom B. von Worms zur Hälfte an Kurpfalz verpfändet war? Das tätliche Vorgehen J. C. gegen den katholischen Gottesdienst daselbst fällt freilich erst in den September 1588 (Häberlin XV, 110). Etwas weniger phantastisch sind die Berichte Minucci's aus München; er lässt allerdings am 20./30. April Schenk immer noch in der Pfalz verweilen und schreibt am 10./20. Mai, ein gestern angekommener Bote aus Speier berichte, „che in quei con- torni si trovava il Casimiro in persona con 8 m raistri, co' quali chi dice ch'egli passerä in Franza et chi altrove, ma dio solo sa sin qul di 158 1588 164. 27. Juni 164. Pfalzgräfin Anna von Zweibrücken an Pfalzgraf Mfisen- Philipp Ludwig, heim . . . Ziemlich still, ausser dass J. C. Reiter und Landsknechte in der Pfalz hält; vorige Woche zogen ihrer 600 Reiter eine Meile von hier, ohne Ph. L. Bruders Land zu beschädigen; man weiss nicht anders, als dass sie zum Schutz der Pfalz gehalten werden. Des Markgrafen Haufe, wegen dessen J. C. das Volk werben Hess, soll auch vorüber sein.....Ausführlich über die zweibrückische Erklärung des Katechismus und ihre Korrespondenz deshalb mit Pf. Johann, 1 „S. L. meinung ist, die erklerung sei nichts als das certo i suoi pravi disegni. II Schench e tuttavia seco et insta et preme per tirar quelle forze alla volta di Bonna" (Lettere di Minucci II). Schenk war aber damals bereits nach England gegangen (J. C. Kalender zum 1. Mai: „Martin Schenck s'embarca ä Flissingen pour aler en Engleterre"; vgl. F erber S. 265 f.). J. C. war vom 1.—3. Mai in Heidelberg, ging dann nach Wersau und am 4. über Udenheim nach Friedrichsbühel; am 8. wieder nach Wersau, wo „mein gemahl mit allen kindern" zu ihm kam, am 9. nach Heidelberg, von da am 18. nach Friedeisheim und Lautern, am 19. nach Landstuhl, am 20. nach Zweibrücken, wo er mit Pf. Johann allerhand besprach, am 21. nach Lautern, am 22. nach Winzingen, am 23. zurück nach Heidelberg, wo er bis zum 10. Juni blieb. Nur einmal, am 10. Mai vermerkt er Geschäfte wegen seines Kriegsvolks. La Noue kam am 14. Mai nach Heidelberg; „Diskurse" mit ihm vermerkt J. C. zum 15. und 24. Mai und 2. Juni. Am 10. Juni ging J. C. nach Wersau, am 11. nach Germersheim, am 12. nach Billigheim, am 13. nach Bergzabern, wo Pf. Johann eintraf; am 14. „frue uf und zum Regiment zogen, welchs in der Schlachtordnung gestanden; haben mir mit einander scharmielzet [!]. Darnach mit dem obersten graf Herman von Wid zu mittag gessen, hernacher zu St. Remich zogen"; 15. Billigheim; 16. Ankunft La Noue's; 17. zwischen Landau und Edenkoben „mein regiment landvolk zusammen füren lassen, solchs besichtigt"; Friedrichsbühel; 18: „ung gentilhome de Sedan ms r de Stivo genant" [vgl. H au s e r S. 229 Anm. 1]; 19. mit Pf. Johann nach Winzingen, 20. nach Lautern; „La Noue ala ä Strasburg": 21. „est arrive capitaine La Coste, Joli. Discouru avecqueeux"; Pf. Johann, der bei J. C. blieb, besichtigte mit ihm auch am 24. beim „Schmidenberger wagen" J.C.zwei Rittmeister mit ihren Reitern und ging dann nach Zweibrücken, J. C. nach Landstuhl zu Sickingen; 25. nach dem Essen „uf der neiden bei Ramstein am Langenbusch zogen, alda ich meine 2 geworbene reuterfanen zu- samen komen lassen, besichtigt", dann nach Lautern und über Friedels- heim am 27. nach Heidelberg, wo in den nächsten Tagen die Grafen Heinrieb von Kassel, Otto von Barby und Georg von Erbach eintrafen und am 5. Juli Feldstücke beschossen wurden; am 7. Juli „die gesandten von Wurms furgehabt". Am 13. Juli „ist graf Carl Ludwig president zu [Speir bei mir gewesen". Vielleicht hängt dieser Besuch mit der folgenden Entlassung des Kriegsvolks zusammen; s. u. Am 25. Juni/5. Juli berichtet Puteo aus Prag, der Kaiser und seine Minister hätten Bich heute ihm gegenüber wegen der Strassburger Sache entschuldigt „con le difficultä di tempi et de le cose che corrono, particolarmente hora che Casimiro aecostatosi con le sue genti a Veisse Cronenberg, ove da li cittadini li sono anco stati amazzati XX huomini, fä temere, che si potesse dar occasione a qualche tumulto in evento che si volesse tentare una tale essecutione" (Rom, Germania 111 f. 264). 1 Vgl. hierüber Back, die ev. Kirche II, 499 ff. Pf. Anna suchte auch weiterhin ihren Sohn Johann gegenüber Philipp Ludwig in Schutz 164—165. 1588 159 wort gotes und müoht den hohen verstendigen vileicht sein, ich kan aber nit ales also verstehen, wie vorgemelt. Ich halt, unser hergott hab im sein herz bewart, das er den irtum darin nit verstehe, den S. L. mir auf die irigen ponkten hat gar recht geant- wort, und kan er doch nit mirken, das es anders in der erklerung stehet, als er darvon ret. Deshalben ich verhoff, wen ers recht erkenen sölt, er wörts endern lessen, den ich S. L. gmüt hirin möntlich und schriftlich nicht anders erkenen kan den das er mit ernst gedenkt das wort gotes zu befürdern und des babst 1er zu widerstreiten." Hat J. eine Vergleichung aus dem zu Wittemberg 1536 zwischen Luther und den Oberländern vereinbarten Buch geschrieben und geschickt; hofft, J. werde sich darauf eines andern bedacht haben und sich vielleicht auf der Hirschfaist eines andern bereden lassen.... Me. E. 103. Eigh- 165. Khevenhüller an den Kaiser. 3. (Philipp II. über die Durchführung des Unternehmens gegen England und 13. die augenblickliche Gunst der politischen und militärischen Lage.) Juli Der König hat dem Herzog von Medina Sydonia, der nach erfolgter „borasca" anfragte, ob er die Fahrt fortsetzen solle, Durchführung des englischen Unternehmens befohlen, trotz der Beschädigung der Schiffe u. s. w., aus folgenden Gründen. Ein Aufgeben des Unternehmens „animaria mucho ä los contrarius y pensarian los herejes que dios era mas de su parte que de la de su M ad cath ca ; mas desto que por agora estava seguro de no ser inquietado de Francia y poco del Turco y assimismo del rey de Scotia, pues era offendido de la reyna por la muerte de su madre, y de quien algo se podria rezelar, era el rey de Dennemarca que muriö, y que su hijo como mozo tenio otras cosas en que entender; mas desto no se entendia que los principes protestantes del imperio se movian en favor de la reyna; assimismo estava assegurado de los cantones de los Suizaros que no se moverian contra el ni consen- tieren que otros (pues son agora coligados suyos) lo hiziessen; mas desto que el duque de Parma estava con muy buen exercito en Flandes ä su parescer del duque muy bastante (tomando tierra en Inglaterra con este otro que se enbia de Espana) de conseguirloquesepretende. Assimissmo tenia entendido su M ad que no faltariau algunos devotos suyos y catolicos en Inglaterra aparejados de ponerse de su parte teni- endo occasion para ello. Dises ist ain sachen, darumben wenig wissen, derhalber ain notdurft, das in der gehaimb gehalten werde." . . . Nürnb. Nat. Mus. Cod. 4961 x IV, 312 f. Oop. zu nehmen (12. August: J. meine es nicht so arg und erbiete sich, wenn aus Gottes Wort widerlegt, alles wieder abzuschaffen; sie sei gestern beim Abendmahl gewesen, das nicht anders als bisher gehalten wurde; 16. Oktober: J. habe sie ersucht die Brüder zu bitten, dass er in seiner Regierung ungehindert sein wolle, „wie E. L. gern hete, das in geschehe"; seine Erklärung sei nur durch die Prediger mit ihren unerhörten Ueber- griffen hervorgerufen worden u. s. w.; „den mirs mein herz krengt, das ir brüder um etlicher wort willen sölt einander ungünstig werden"; man könnte sich wohl vergleichen, „ob schon sonst niemant sein neid und geistliche hoffart darzu brecht"; J. sei sehr erzürt über den Vorwurf, er sei ein Calvinist oder Zwingler (Me. a. a. 0.). 160 1688 166—167. 9- 166. Gradenigo an den Dogen. 19 (Sendung Rosenbergs nach Sachsen. Konvent der Erzherzoge. R. Tag.) Juli ^ ra S Die Sendung Rosenbergs nach Sachsen 1 bezweckte dreierlei. 1) Aufklärung der Herzogs und der andern prot. Fürsten darüber, dass der Konvent der Herzoge nur durch die polnische Sache veranlasst sei; der Herzog wurde zur Teilnahme eingeladen, lehnte aber ab; er werde ein anderes Mal nach Prag kommen. „Questo officio fü molto opportuno per la publicatione della lega, che si dice esser stata fatta in Roma contra heretici, della quäle questi principi protestanti giä molto tempo hanno havuto sentimento non senza dubbio, che l'imperator fosse compreso in detta capitulatione." Daher „continuati disgusti" zwischen dem Kaiser und den Fürsten, die durch die Sendung R. einigermassen gehoben sein dürften. 2) Verkauf der Lausitzer Städte ; der Herzog lehnte die Erlegung einer so hohen Summe ab, erbot sich aber gegen Verpfändung dem Kaiser nach seinen Kräften zu dienen. 3) R. Tag; der Herzog sollte vorher nach Prag kommen „per accommodar alcune differ- entie, perche si possa con la debita digniU principiar et finir essa dieta, concludeodosi chiaramente, che se non precede questo abboc- camento, impossibile sia, che si facci la dieta, come giä si scrisse". Einige vom Herzog erhobene Bedenken wurden von R. sofort beseitigt; der Herzog „ha dato intentione de venir qul dopo questo convento". Immerhin kann ein Zeitpunkt für den wegen der Türken- hülfe unentbehrlichen R. Tag noch nicht bestimmt werden, „doven- dosi prima veder qualche essito delle cose di Polonia." 2 . . . Wh. D. V. 15. Or. 167. Puteo an Montalto. 2. August Prag .....„E ritornato l'araldo, che de la M^.S. fu mandato a questi giorni per intimare il bando imperiale a quelli di Bonna; i quali havendo risposto che essi non potevano disporre di niente senza saputa et ordine del Truchses et Schench suoi capi, hanno preso tempo a darne lor conto et a risolversi. Casimiro, o perche li mancasse il denaro da trattenere l'essercito che haveva giä 1 Der Oberstburggräf von Böhmen, Wilhelm von Rosenberg (vgl. Zöchbaur S. 21) ging nach Gradenigo's Bericht vom 25. Juni/5. Juli am 18./28. Juni nach Sachsen als Gesandter „per la stretta amicitia ch'egli ha con quel duca" (vgl. das gl. Datum in dem Bericht bei Meister, Akten S. 32) und kam am 1./11. Juli zurück; der Kf. empfing ihn selbst an der Grenze (Gradenigo 2./12. Juli). 2 Puteo schreibt am 9./19. Juli an Montalto, Rosenbergs Sendung habe hauptsächlich „alcumi disqusti" Sachsens beseitigen und ihm durch die Einladung zum Konvent jeden deshalb geschöpften Verdacht benehmen sollen. Man hört, R. habe von Sachsen Zusage erhalten „di doversi contentare finiti questi negotii che s'intimi la dieta, a la quäle egli voglia internenire per sodisfare maggiormente la Mtfc S. Ma piacesse a dio che non vi fosse tanta mione" (Rom, Germania 111. Or.). 167—169. 1588 161 messo insieme, o perche havesse subodoralo, che a lui ancora era destinato l'araldo, ha prevennto con licentiare tutte le sue genti; 1 et fra esso et Sassonia si crede che sia poca intelligentia". Rom, Germania 111 S. 281. Or. 168. Joachim Friedrich von Magdeburg an Christian 28. Juli von Sachsen. Halle Navarrische Werbung an Sachsen, Aus den Reden der Gesandten geht hervor, dass man sich vor den papistischen Praktiken wohl hüten muss und die Liga schliesslich auch Deutschland treffen wird. Es wird einer nach dem andern gefressen, wie es mit dem orientalischen Reich ergangen ist. Was würden Rel. Friede und R. Konstitution gegenüber einer guten Gelegenheit des Papstes und seines Anhangs gelten? Es handelt sich aber nicht nur um die Freiheit der Gewissen, sondern es würde dann kein vornehmes Haus in Deutschland bei Stand und Ehren bleiben. Vgl. die Exempel in Frankreich und den Niederlanden. Sie würden dann auch in Deutschland „andere seulen setzen, weil sie sich sonsten iderzeit hetten vor den reliquiis zu befahren", nach der bekannten Praxis des Papsts wie der Türken ,,ad slabiliendum regnum sive tyrannidem". Trägt nicht, wie ihm mit Unrecht zugemessen wird, Lust zu Weiterungen, möchte aber gern den Sachen vorbauen helfen.... Dr. 9304. Or. 169. Andreas Pauli an Joachim Camerarius. 2 - Auguat Iit'Pq fl p n (Taufe zu Dresden. Rosenberg. Konvent der Erzherzoge. Polen und die Armada. Verhaftung des Hofpredigers Mirus.) . . . Zur Taufe der Prinzessin geladen Brandenburg, L.Wilhelm, Philipp von Braunschweig, Anhalt u. a. „Facile intelliges, ill mnm electorem Pragam non profecturum nee omnia ita se habere, quae de Rosenbergio eiusque legatione sparsa apud vos fuerunt. Fuit is quidem apud nos, humaniter ab electore habitus, voluitque ad haec nostra solennia festa reverti, nisi ob conventum archidueum fuisset impeditus. . . . Certe ille ipse Rosenbergius de Sarmaticis rebus suseepta consilia non omnino probare mihi videtur. Faxit deus, ut in illo conventu aliquid constituatur, quod ecclesiae et reipublicae christianae sit salutare! 2 Consilia mir[a] involvuntnr et, quod multi non crederent, ex classe Hispanica eiusque fortuna etiam hae Sarmaticae res a parte Austriaca pendere videntur. 1 Vgl. No. 163A.2; Ehses I. 2, 172; Gott. Gel. Anz. 190OS.526 A. 3. Am 17. Juli gab J. C. Befehl die Reiter aus dem Amt Lautern wieder ins Amt Oppenheim zu führen; am 25. bevollmächtigte er den Hofmarschall Morien, den Amtmann zu Oppenheim Heinrich von Wuttenaw und Kolbinger zur Abdankung, die (nach Sehr. Vohensteins an Kolbinger vom 9. August) zu Oppenheim am 28. Juli erfolgte (Mb. 102/5). In seinem Kalender vermerkt J. C. zum 25. Juli: „abends bei den Junkern, so ich abgedankt, zu na'cht gessen bei dem kornacker in der vorstadt" [zu^Heidelberg]. 2 Vgl. No. 166. Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 11 162 1588 179—170. Quod si ea, ut multis ex locis ad nos etiam scriptum est, naufra- gium passa fuit, plurima mutabuntur, quae antea pro certissimis et immotis fuerunt habita. 1 Interim profecto non valde decorum est, bonum Maximilianum tamdiu captivum detineri. 2 ...... Est certe plane necessarium, 87iprfdpiov istorum petulantiam cohiberi, quod nisi fiat, non tantum inecclesia, sedinrepublica quoque magna mala dabunt. Mirus noster miram bis diebus fortunam expertus fuit miri sub imagine casus, ut Maior de eo cecinit. Nam cum erga ill mum electorem petulantius et insolentius, ut id genus homi- num solet, se gessisset nee eulpam agnoscere vellet, domi suae primum (ut loquuntur) comperendinatus et paucis diebus post hinc noctu avectus fuit. 3 Quo pervenerit, nesoio. Haec res faciet, ut multi cristas demittant, qui impossibile hactenus iudicarunt, ut tale aliquid aeeideret. Sed haec inter nos." Bm Coli. Cam. XXIV. f. 127. Or. 10.August 170. Johann Casimir an König Christian IV. von Heidel- Dänemark. ers (Niederländische Werbung: evangelischer Konvent und Defensivbund.) Werbung der hier eingetroffenen Gesandten der unirten Provinzen Floris von Brederode, Nicolaus Sylla und Labertus Hohen- radius; sie sind zu den deutschen Fürsten abgefertigt neben dem Admiral von Holland, der mit Graf Philipp von Hohenlohe sich zu Sachsen und Brandenburg begeben und zu Hamburg von ihnen getrennt habe; 4 gegenüber der päpstlichen Liga (deren Wirkung auch in Deutschland, wo sie noch nicht offen hervortritt, zu merken ist) und gegenüber dem Eindringen der Spanier ins E., bei der zweifellosen Bedrohung der evangelischen Stände des R. eine Zusammenkunft der evangelischen Potentaten, Könige, Kff., Fürsten und Stände zur Errichtung einer Defensivverständniss zu empfehlen; England wäre geneigt und habe sich erboten, wenn andere auch das Ihrige tun würden, 120000 Kronen zu erlegen; ebenso erbieten sich die Staaten zu einer ihnen proportionaliter aufzulegenden Kontribution; die Gesandten suchten von vornherein etwaigen Bedenken der Stände der A. C. gegen eine Zusammenkunft zu be- ' Vgl. No. 161. Am 9. September schreibt Pauli: „Quid arehi- duces Pragae egerint, mirifico studio celatur. Et fortassis Uli ipsi, qui deliberationibus interfuerint, iam nesciunt, cum clades illa Hispanica proeul dubio omnia illa consilia non parum perturbarit". 2 Vgl. Manhart an Baiern, Prag 6./16. August: J. C. erklärt sein Gemüt in viel Weg, „hat nit unlängst seine gesandten beim Schweden in Poln gehabt, ime gratulirt und seine stattliche oificia anerpoten" (Ma. 232/4). 3 Vgl. über die Szene zwischen Mirus und dem Kf. den Bericht der kf. Käte vom 17. Juli 1588 in der Zeitschr. f. hist. Theologie 1848, S. 335 f.; hiezu Mieg, Monum. piet. II, 99. * Vgl. über diese Gesandtschaft und ihre Instruktion vom 24. Juni Bor III, 296 f. (die obigen Namen zu berichtigen: Dr. Nicasius Silla und Lubbertius Hoenraet); Thuanus LXXXIX. 20. J. C. vermerkt in seinem Kalender zum 25. Juli: Audienz der Gesandten der niederländischen Staaten. 170—172. 1588 163 gegnen. Erinnert an einen früheren Vorschlag Englands und an den ao. 83 beabsichtigten Konvent der A. 0. Verwandten. Seitdem haben sich die Beschwerden nur gemehrt. Hat sich in einer Vorantwort bereit erklärt sich von dem Beschluss Dänemarks, Sachsens und Brandenburgs u. a. evangelischer Fürsten nicht absondern zu wollen; bittet um Mitteilung der dänischen Antwort auf die Werbung. 1 Kopenh. Holland A. Or. 171. Antwort Christians von Sachsen auf die Werbungl°- Au g U8t des navarrischen Gesandten du Pay. Dresden Des deutschen Kriegsvolks wegen sei der K. beim Kf. vollständig entschuldigt. Der Kf. hoffe, Gott werde den K. weiter nicht verlassen ; eine Schickung an den K. von Frankreich könne man jedoch den Fürsten der A. C. nach der Behandlung ihrer vorigen Gesandtschaft und aus andern Ursachen nicht zumuten. Wegen der Sachen Navarras lasse er es bei seiner früher gegebenen Antwort bewenden, woraus genugsam zu ersehen, warum er nicht mehr dabei tun könne. 2 Dr. 9304, franzöa. Legation 1585—90. Cop. 172. Gradenigo an den Dogen. 13. 23 (Spanische Heirat und römische Königswahl. Projekt einer Reise des . * Kaisers nach Sachsen.) gus Prag ...... Verhandlungen der Erzherzoge über die Heirat des Kaisers; Beschluss dahin zu wirken, dass entweder Ernst, wenn seine Wahl zum römischen König durchzusetzen sei, oder, falls 1 Am 12. August befürwortet Kf. Christian, am 16. Kf. Johann Georg, beide aus Dresden, bei K.Christian IV. die Werbung Hohenlohes (Kopenh. Orr. pr. 9. Dez.; dagegen J. C. Sehr, bereits pr. 31. Okt.). Putlitz als Gesandter J. C. in einem Bericht von Bogers aus Dänemark vom 10. August erwähnt (Ellis, original letters IL 3, 153). Hoenraet brachte seine Werbung bei Sachsen im Sept. an und befürwortete Unterstützung Navarras durch die deutschen Fürsten, die einen Konvent veranstalten sollten, mit niederländischer Hülfe ; er hatte Empfehlungsschr. von J. C, Pf. Johann, Magdeburg und L. Wilhelm, wurde aber vollkommen ablehnend beschieden (Ponikau und Krell an Kf. Christian, Sitzenroda 19. Sept. Dr. 9310, Or.). Ueber eine nicht verwirklichte Anregung bei den Staaten von Holland die Truppen J. C. und Würtem- bergs zum Entsatz von Bonn zu verwenden vgl. Bor III, 328; über einen Beschluss der Generalstaaten vom 10. Aug. wegen Entschädigung J. C. für seine Kosten nach dem Entsatz von Bonn Ferber S. 268. 2 Vgl. No. 168. Der Gesandte Michel Hurault de L'Hospital (hier Huraldus Hospitalius genannt), seig r du Fay, Kanzler Navarras, war zu Anfang 1588 nach England abgefertigt worden (Duplessis- Mornay IV, 126 ff; 167; 181; 195; 206; 209 f; 244); vgl. Lettres missives II, 337; 365; F. Beglaubigung bei Sachsen 12. März, Dr. 9304, Or., Lettres II, 353 ff; bei den Fürsten von Anhalt gl. Datums Beckmann II, 212 f; vgl.hiezu S.296; III, 130; bei Dänemark 22. März Lettres 356 f. Im Juli 1588 beglaubigt Navarra bei J. C. den s r de Clermont d' Amboyse (ebd. 386 f.), der am 22. August in Heidelberg eintraf, am 24. Audienz hatte und am 25. nach Sedan ging (J. C. Kalender). 11* 164 1588 172. 13. dies nicht gelinge, der Kaiser die Infantin heirate. 1 „Tra alcuni 237~ molto intendenti si ragiona", dass der Kaiser deshalb sehr bald nach August Sachsen gehen werde, unter Hinweis auf die Reise Maximilians mit der Kaiserin, als es sich um die Wahl Rudolfs handelte, 2 und auf die ausgesucht liebenswürdige Pflege der erkrankten Kaiserin von Seiten des Kf. Um so mehr sei die Reise jetzt angezeigt, „perche in questo duca vive maggior ambitione et piü alti pensieri"; ausserdem ist die Verhandlung sehr schwierig, weniger wegen der Spanierin, deren Name „in quelle parti" aus vielen Gründen ver- hasst ist, als weil die prot. Kff. sieb bereits dahin hören lassen, die Wahl sei jetzt nicht nötig, da der Kaiser jung sei und keines Helfers bedürfe; „poi quanto alla successione dicono che si mariti". 3 Wh. D. V. XV. Or. (chiffrirtj, 1 Vgl. Zöchbaur S. 35. 'Als Khevenhüller bei seiner Werbung in der polnischen Sache am 13./23. März 1588 an die Stelle kam: „und obwol zu verhoffen, es werde das kaisertumb auch inkonftig bei unserm löblichen haus Osterreich continuiren etc., ist mir der konig in die red (mostrando algun sentimiento) gefallen, diziendo: „Razon saria que tanbien se entendiesse en esto, pues es negocio tan importante assi para el beneficio publico como para la conservacion de nuestra casa". Kh. antwortete, der Kaiser werde sicherlich mit erstem diese wichtige Sache bedenken und ins Werk richten. „Replicö: Razon saria que lo hiziesse, y assi se lo podeys escrivii" (Kh. an den, Kaiser, 18./28. März, Nürnu. Germ. Mus. Uop.). Am 19./29. März meldete Idiaquez im Namen des Königs Kh., Philipp II. wolle zur Traktation demente, Ascot und Gonzaga abordnen und habe den Papst um Sendung eines Legaten angehen lassen (ebd.). Der Legat, schon in Innsbruck mit Misstrauen begrüsst (Hirn II, 282 A. 3), kam nach der Meldung Gradeuigo's vom 2./12. Juli zu Anfang Juli nach Wien, erhielt aber wegen der Reise nach Prag den Bescheid vom Kaiser, „che il venir o il non venir era posto in sua mano", wahrscheinlich um der Welt zu zeigen, „ch'egli non sia stato procurato" (Wh. D. V.). Kh. äussert in seinem Sehr, an den Kaiser vom 22. April/1. Mai die Besorgniss, „der bapst seie mehr wider als mit uns", und berichtet, ein toskanischer Gesandter habe u. a. Philipp II. gewarnt, man müsse, falls man die römische Krone dem Haus Oesterreich erhalten wolle, vorsichtig gehen, „aus dem allerlei gefehrliche practiken hierüber schweben". 2 Vgl." I. S. 138; 187 f. 8 Der Nuntius zu Prag berichtet am 6./16. August: die Erzherzoge Ernst und Matthias sollten zum Kf. von Sachsen gehen und dieser vielleicht nach Prag kommen, um über den R. Tag zu verhandeln; am 13./23. August: man spricht vom R. Tag sowie davon, „che prima potria S. M 4i stessa et non piü gli areiduchi andare in Sassonia", wo dieser Tage die Protestanten zur Taufe eines Prinzen zusammentrafen, „senza perö trattar cosa aleuna pregiudiciale"; am 10./20. September: die Bemühungen S. dementes um kais. Einschreiten gegen Aachen, das sonst „diventerä ben presto una nuova Geneva", kaum erfolgreich, da man des R. Tags wegen jeden Anstoss bei den Protestanten zu vermeiden strebt; am 16./26. September: „la voce risvegliata della dieta imperiale acquista ogni di di forze", doch weiss man nicht, ob der Kaiser, der um Weihnachten nach Wien gehen soll, nicht zuerst den ungarischen R. Tag abhalten wird (Rom, Germania 111, Orr.). 173—174. 1588 165 173- Rat und Geistliche zu Sedan und Jametz an 18 - 28. August Meister und Rat zu Strassburg. Ihre schwere Bedrängniss; was die festen Plätze in Ungarn gegen die Türken, das bedeuten diese beiden Städte als Bollwerk gegen die Pläne und Einverständnisse der Ligue Und des Lothringers in Deutschland. Bitten zugleich ihrer jungen Fürstin zu liebe ihnen mit einer Geldsumme zu helfen, die La Noue, '„qui est par delä", 1 einnehmen und mit dem, was von den Schweizern ein- kommt, verwenden oder ihnen schicken wird. Str. A. A. 1857. Or. (pr. 6. Sept.) 174. Vertrag zwischen Pfalzgraf Georg Hans und ^ 7 - Johann Casimir. Se P tbr « G. H. verschreibt J. C. Stadt und Amt Pfalzburg, deren Lösung J. C. übernimmt, und die Gemeinschaft Guttenberg. Doch muss G. H. ausserdem die Dörfer Berlingen und Zillingen und den "Wald Seischeid zu Pfalzburg schlagen und auf die Irrungen und Einträge gegenüber den Klöstern Lixheim und Krafttal durch lützelsteinische Ansprüche verzichten. Alles auf ewigen Wiederkauf, aber nur in die Hände von G. H. oder dessen Söhnen und Erben, gegen Erstattung der 430 000 fi. und aller Unkosten (Baukosten nicht über 20 000 fl.). Zu der ursprünglichen Pfandsumme von 400000 fi. soll Kurpfalz an Lotbringen nötigenfalls den Abgang am Zins noch bis zu 30 000 fl., doch nicht darüber, zahlen und dieselben zum Kaufschilling schlagen. Kurpfalz soll 200000 fl. nebst dem Abgang sogleich bar an Lothringen zahlen und die von diesem aufgenommene Schuld von 100000 fl., ferner von den Schulden auf Guttenberg soviel übernehmen, dass die Summe der 430 000 fl. voll wird. Durch die Lösung soll der Kontrakt zwischen G. H. und Lothringen nicht gutgeheissen oder den alten Verträgen über Alienirung von Land und Leuten irgendwie präjudizirt werden; Pfalzburg und Guttenstein sollen auch im Fall der Wiederlösung ewig in pfälzischem Besitz bleiben. 2 Mb. 327/22 f. 46; f. 216. Copp. 1 Vgl. No. 162 A. 2; Hauser S. 318 f. Beilage des obigen Sehr, ein Verzeichniss von Hülfsgeldern für Sedan und Jametz: Genf 1200, Zürich 500 ecus, „Basle- un Sachet plein d'or cachete, oü pouvoient estre 300 escus", Schaffhausen 60 fl., „le Palatinat environ 2000 fl.", die französische Kirche zu Basel 250 ecus. Am 27. Jan./6. Febr. 1589 danken Geistliche und Aelteste zu Sedan dem Strassburger Bat für eine Unterstützung von 300 escus (Str. ebd."). La Noue's Anwesenheit zu Heidelberg im August, von J. C. in seinen Kalendernotizen auffallender Weise nicht erwähnt. Berührt!! Eeuber in 'einem Sehr, vom 21. August (Hotom. e'pp. S. 220). 2 Vgl. No. II. 504; III. 57/ DasJEnde der 5jährigen RückkaufsfristVar herangekommen, ohne das die langwierigen Verhandlungen über die- Wiederlösung Pfalzbnrgs zu einem Abscbluss geführt hatten. Am 14.]Mai 1588 bat G. H. den Kaiser, die erforderlichen 400000 fl. von 166 1588 175. 3.0ktober 175, Pfalzgraf Johann an Johann Casimir. Z W61" brücken (Pfalzburg. Kölnische Pazifikation. LeicestersTod. Französische Vorgänge. Sibylla von Jülich.) Auf J. C. eigh. Sehr, vom 29. Sept. zur pfalzburgischen Lösungssache hat Gott seinen Segen gegeben. Auch Lothringen wird wohl gern sein Geld wieder bekommen und gute Freunde und Nachbarn dem rheinischen, schwäbischen und fränkischen Kreis aufzubringen; am 14. Juni ersuchte K. Johann von Schweden, der Schwager G. H., Ludwig von Würtemberg ihm die zur Lösung nötige Summe anzugeben und den drohenden unwiderruflichen Schaden verhüten zu helfen (Stuttg. Pfalz). Eine Tagung G. H. zu Heidelberg mit den Vertretern von Kurpfalz, Neuburg, Zweibrücken und Simmern 22. Juli ff. verlief wie gewöhnlich erfolglos; sein Angebot aller seiner Güter und Aemter zur Versicherung gegen ein ziemliches Deputat für ihn und seine Familie wurde abgelehnt. Er drohte schliesslich, wenn man ihn mit Pfalzburg im Stich lasse, werde er Lützelstein für die ihm angebotenen 600000 fl. verkaufen, die Hälfte davon anlegen und die andere Hälfte verkriegen (Bericht der neuburg. Räte, Heidelb. 30. Juli, Mb. 327/23, Conc). Im Sept. finden wir dann J. C. eifrig bemüht das für die Lösung nötige Geld aufzutreiben; er wandte sich an die Stände der Oberpfalz (Sehr, an seine Eegierung in Amberg, 12. Sept., und weitere Verhandlungen durch Kolbinger Mc. Fürstensachen IL spec. lit. E. CXXIII. 1015), an Ulm mit der Bitte um ein unverzinsliches Darlehen von 200 000 fl., das abgeschlagen wurde (Eoth von Schreckenstein an Philipp Ludwig, 30. Sept., Mb. 327/24); vielleicht hängt die Beglaubigung des Putlitz bei den Geheimen zu Strassbnrg. (12. Sept., Str. A. A. 683, Or.) auch hiemit zusammen. Am 13. Sept. kam Georg Hans nach Heidelberg, wo vom 14. bis 21. auch Pf. Johann weilte. Am 27. Sept. beglaubigt J. C. bei Lothringen seine Bevollmächtigten in Sachen der Lösung Pfalzburgs Putlitz, Pastor, Schrögl und Fraiss (Jahrb. der Gesellsch. f. lothring. Gesch. III, 1891, S. 23 f.). Am 28. Sept. stellto J. C. zur Erleichterung dos Wiederkaufs G. H. einen Revers aus, dass er ohne Bewilligung G. H. nicht über 50000 fl. für Befestigung der Stadt aufwenden, die darauf vorhandenen Schulden 8 Jahre lang nicht tilgen wolle u. s w. (Mb. 327/22 Cop.); unter dem gl. Datum willigte J. O. in eine Versammlung der Pfalzgrafen zur Beratung der Mittel, wodurch G. H. zu helfen sei, nachdem G. H. vorgeschlagen hatte, den Verwandten auch Lützelstein und Steintal abzutreten, die Zinsen der 430000 und der noch weiter aufzunehmenden 100000 fl. aus den Nutzbarkeiten in den sämmtlichen abgetretenen Besitzungen zu bestreiten und ihm selbst nur ein jährliches Deputat von 3000 fl. sowie das Drittel des Ertrags aus den Eisenbergwerken zu überlassen (ebd.). Vom 1. Okt. datirt dann die Urk. des Verkaufs von Pfalzburg und Guttenberg an J. C, Pf. Friedrich und dessen Nachkommen für 430000 fl., nach ausdrücklicher Bewilligung, eigh. Unterschrift und Besiegelung durch G. H. und seinen ältesten Sohn Georg Gustav (ebd. sowie Stuttg. Pfalz Copp.; der Revers J. C. gl. Datums und die Urk. des Verzichts der Pf. Anna auf Pfalzburg und Guttenberg als ihr Wittum vom 30. Sept. Stuttg. Pfalz). J. C. in seinem Kalender zum 28. Sept.: „mit H. Gorg Hansen des kaufs geschlossen." — Am Kaiserhof hegte man den Verdacht, J. C. wolle Geld aufnehmen, nicht um Pfalzburg zu lösen, sondern „veramente . . . pensando volersene a far nova ievata di gente"; er sei aber, soviel der Kaiser höre, überall abschlägig beschieden worden (Puteo an Montalto, Prag 15./25. Okt. Rom, Germ. 111 S. 368). 175—176. 1588 167 behalten. Bedauert, dass beide LL. von Hessen sich so von ihrem Geld und den würt. Pfaffen regieren lassen und nicht bedenken, dass sie auch im Notfall gute Freunde brauchen könnten. . . . Zeitungen vom Herrn von Reydt über Bonn und die kölnische Pazifikation; „wie aber den Spaniern und irem anhang gefeilig seie, des reichs nutz und friden zu befurdern, ist daraus gnugsam abzunemen," dass der mehr als billige Vergleich Reydts mit Schenk nicht angenommen wurde; trotzdem möge J. C, die Sache bei seinen Mitkff. um Jülichs u. a. Benachbarten willen auf dgl. Mittel bringen helfen, „darmit die hauptsach doch dermal eins nur zu geburender verhör, Beratschlagung und wo immer muglig zur erörterung möchte gebracht werden." Bedauert Leicester's Tod. Hat gleichen Bericht über den Einzug Guises. „Und mus notwendig in der cron Frankreich ein grosse enderung folgen, dan ich ganzlich glaub und hoff, que dieu par ce roy ou par le roy de Navarre qui de bon droict est son successour, fairay [!] ung monde nouveau dans le royaume de France, und dasselbig im zu ehren und seiner betrübten Christenheit zu gutem," Von Joli und La Coste noch keine Antwort. . . . „Des herzogen von Espernon herausgeschickte kleinoter halt ich darfur, werd la partage sein, darvon La Coste geschriben, und setze ich in keinen zweifei, er werde dem gemachten abschied ein genügen tun; gott geb sein gnad darzu." Man wünscht eine Heirat zwischen Sibylla von Jülich und dem ältesten Sohn des Herzogs von Lothringen. Bittet um Gutachten, wie solches zu verhüten. Ma. 515/4 f. 430. Eigh. 176. Johann Wilhelm Stuckii an Ulmer. 4.0ktober Missbilligt die Versuche Andreas den Schweizern näher zu Zuricl1 treten. „Hoc ipso tempore" kam „Adamus Gans a Buthis", bran- denburg. Erbmarschall, als Gesandter J. C. zuerst nach Bern, dann hiehcr „propter ccrta quaedam negotia". Dessen Aeusserungen über Andrea: „suspendio potius quam colloquio aut ullo honore dignum esse" zu Bern „coram D. Molinaeo et aliis proceribus." . . . Der Baron ist sehr angesehen bei dem Pfalzgrafen und ein frommer und gelehrter Herr, der elegant Latein spricht. Seine Reise nach Schaffhausen gab er auf, da er das im Namen seiner Fürsten nachgesuchte Darlehen in Bern und hier nicht erhielt und zu Basel Privatgeschäfte hat. 2 . . . Bin. Cod. lat. 11470b f. 220. Cop. 1 An den Züricher Theologen Johann Wilhelm Stncki schrieb über Andrea auch Tossanus wiederholt im Dez. 1588 (Cuno II, 88 f.). 2 J. C. Kalender zum 3. Oktober: „Poutlitz aus Helvetia ankörnen, mit ime discourirt." Am 19. Dez. warnt J. C. die 4 evangelischen Orte der Eidgenossenschaft unter Bezugnahme auf Putlitz, den er jiinsthin „etlicher unser sachen halben" zu ihnen gesandt, vorAndreae; er verweist auf das Konkordienbuch und das Mümpelgarder Gespräch (IL 429) und meint, man sollte A. höchsten einen Nationalsynodus aller vom Papsttum Abgesonderten vorschlagen, einen solchen würde auch er befördern (Bern, Kirchl. Angell. 1560—1653, Cop.). Am 22.J|Jan. 1589 erwidern Syndiques und Rat von Genf auf J. C. Sehr, vom 7. und die Werbung des „baron Putlies", ihre Lage habe sich neuerdings verschlimmert und sie bäten nm Rat und Geneigtheit (Genf, Arch. Cop. des lettres 1589). 168 1588 177. 8-Oktober 177. Johann Casimir an Pfalzgraf Philipp Ludwig. Heidel- (Der Heidelberger Vertrag von G. H. als ein erzwungener nicht ratifizirt, berg Beratung der Agnaten; Schritte bei Lothringen, Baiern und dem Kaiser.) Wider Erwarten und nachdem er selbst bereits eine ansehnliche Summe aufgebracht, hat Georg Hans, nachdem zuerst Pf. Georg Gustav die Ratifikation verweigert, 1 den Heidelberger Vertrag über die Lösung von Pfalzburg, den er „bei fürstlichen ehren an eines leiblichen geschwornen eids statt zu halten bewilligt", ohne jeden Grund für erzwungen erklärt: er hätte, „da er solche vergleichung nit eingangen were, Verstrickungen und anders sich besorgen müssen". 2 Da das Verbleiben Pfalzburgs bei Lothringen für das 1 Schon am 13. Sept. hatte G. H. Gemahlin Pf. Anna den Herzog von Lothringen um 6 Monate weitere Frist für die Lösung ersucht, da ihr Gemahl zu harte Bedingungen gegenüber den Agnaten eingegangen sei (Jahrb. f. lothr. Gesch. III, 22 f.). In der Tat scheinen hauptsächlich sie und ihre Schwiegertochter, die Gemahlin Georg Gustavs Elisabeth von Würtemberg, den Heidelberger Vertrag zu Fall gebracht zu haben. Am 7. Oktober verweigerten die beiden Fürstinnen zugleich im Namen Georg Gustavs in einem Sehr, aus Lützelstein an J. C. die Ratifikation des ohne ihr Vorwissen „auf vilfaltiges einbilden und vertrösten" abgeschlossenen Vertrags. Am 11. Okt. trafen G. H. und Anna mit Georg Gustav zugleich für dessen Bruder und Gemahlin ein Abkommen, wonach Georg Gustav gegen Abtretung von Lützelstein, Gutenberg u. a. Stücken die Lösung von Pfalzburg und die väterliche Schuldenlast von etwa 210000 fl. übernehmen, G. H. sich nur Veldenz, Steintal und Illkirch und die Erbforderung an die Verwandten sowie facultatem testandi und väterlichen Gehorsam und Ehre vorbehalten und die von Georg Gustav zu übernehmende Administration erst nach Heimzahlung von Kapital und Interessen wieder antreten sollte. G. H. sollte vom Sohn 10000 fl. vorgestreckt erhalten und wollte auf Schloss Minfeld die Erbforderungssache betreiben. 2 J. C. verwahrte sich wiederholt gegen die Behauptung, er habe den Vortrag erschlichen oder erzwungen (an Pf. Elisabeth 13. Okt.; an Pf. Anna 5. Nov., mit der Bemerkung, er denke sich in keine weitere Handluug einzulassen und wünsche Georg Gustav zur Lösung und veränderten Haushaltung guten Erfolg). Trotzdem hatte er auch nach der Weigerung der Ratifikation durch Dr. Dietrich Weyer, der früher im Dienst Kf. Friedrichs III. und J. C. gestanden hatte (I. S. 157 f.), jetzt aber Oberamtmann G. H. war, die Verhandlungen mit den Veldenzern noch fortführen lassen; am 16. Okt. schrieb Weyer aus Strassburg an J. C. noch ziemlich hoffnungsvoll; man könnte an Stelle Gutenbergs das für die Pfalz noch besser geeignete Steintal einsetzen; W. legte einen Auszug des veldenzischen Schuldenverzeichnisses bei: 220000 fl. zu 11000 fl. Zinsen jährlich ohne die Pfalzburgische Schuld; nach Abzug der Zinsen von dem Jahreseinkommen zu IG 500 fl. blieben als Rest der Einnahme 5500 fl. gegen eine Jahresausgabe von 13550 fl.; auch mit Pfalzburg ergab sich ein Mehr der Jahresausgabe von 15000 fl. (Mb. 327/22 f. 174). Die.Verhandlungen blieben erfolglos; auch ein Versuch bei G. H., dein*mau vorhalten Hess, „qu'il se vouloit mettre en tutelle" und zwar durch „mesdames", schlug vollständig fehl. G. H. verfiel in seine gewohnten Gross- sprechereien und Drohungen, erklärte die Lösung Pfalzburgs durch seinen Sohn für gesichert, rühmte sich ausserdem eines hohen Angebots von Epernon, dem er nach Aussage des Berichterstatters „articles . . . trop ridicules" vorschlagen wollte, weigerte die Abtretung von Steintal, da er J. C. nicht zum Nachbarn haben wolle, der auch 177. 1588 169 Haus Pfalz, andere Stände am Rhein und des Reichs unheilvoll 8 - 0ktober und ausserdem sehr schimpflich sein würde, schlägt er eine Schickung der interessirten Agnaten an Lothringen vor, damit der Herzog gegen genügende Versicherung von ihrer Seite die Lösung vor sich gehen lasse; ferner, da Lothringen (der seinen Sohn zum Bischof von Strasshurg machen möchte) wahrscheinlich dieses Ansuchen ablehnen wird, eine Beratung von Räten der Agnaten zu Heidelberg am 27. Oktober darüber, was in diesem Falle zu tun und ob nicht der Kaiser um Invention bei Lothringen zu ersuchen wäre; 1 dabei wäre es sehr förderlich, „das man E. L. an dem kaiserischen hof mit allem geneigtem willen wol gewogen". . . . Schickt Cop. der Instruktion für die Abgesandten an Lothringen; will seinerseits die Räte Johann Philipp von Helmstatt und D. Ludwig Culman und den Amtmann zu Lautern Konrad Kolb den Jüngern schicken. P. S. Da ihm G. Hs. grundlose Beschuldigung zu Herzen geht, „als solten wir S. L. zu dissem losungscontract gezwungen und gegen deroselbigen etwas tetlichs vorzunehmen im werk gestanden sein, da doch S. L. als ein angenehmer gast bei uns in aller Sicherheit gewesen, umb die getroffene vergleichung Selbsten gebeten Pfalzburg sofort in Krieg verwickeln würde, und „dit en souspirant aue madame sa fille k son parteraent hiy avoit offert tonte honnestete' digne d'une bonne fille, et au' eile estoit femme d'esprit pour gouver- neur un royaume, tnais ou'elle luy avoit dit tout court ou'elle ne luv vouloit pas aider ä le ruiner"; übrigens denke er in 3 Wochen 100 Meilen von hier zu sein (Bericht eines Ungenannten an Weyer 16. Okt. Mb. a. a. 0. f. 190"). Wie sehr die veldenzischen Frauen die ganze Sache in die Hand genommen hatten, zeigt auch die Nachricht, Johann von Salm habe der Herzogin [Anna] entboten, die Dilation [des Rückkaufstevmins] sei allein ihr zu Ehren geschehen, „dan mit J. F. Gn. herrn gemahel wolle man nichts zu schaffen haben" (ebd. f. 181; undatirter Bericht Weyers). Ein von Anna unterzeichnetes Schriftstück vom 23. Okt. („gründliche, erhebliche und rechtmessige Ursachen" der Weigerung der Ratifikation, ebd. 206 Cop.; Stufig. Pfalz, Or.) erwähnt u. a. die Absicht J. C, in Pfalzburg die Heidelbergische Religion einzuführen. Unter gl. Datum schrieb Anna, am 30. Okt. Georg Gustav im gleichen Sinn an J. C. 1 Dies widerrät Pf. Johann in seiner Antwort vom 24. Okt., ehe Lothringen die Lösung geweigert habe; wegen der angeblichen Nötigung sollten die Agnaten G. H. beschicken, verwarnen und zum Halten seines Wortes ermahnen; J. C. wisse übrigens, was über die Mittel, wie man sich vor den ewigen ungereimten Händeln G. H. sicherstellen könne, früher wiederholt bedacht und von ihm mündlieh und schriftlich J. C. angezeigt worden sei; das Beste wäre, wenn G. H. die Regierung niederlegte (Mb. 327/25 Cop.). Vgl. J. Vorschlag einer Verhaftung G. H. durch J. C. I. 310. Pf. Philipp Ludwig empfiehlt in seiner Instruktion vom 19. Okt. für seine zu einem Konvent in Heidelberg abgeordneten Räte sich wegen der ungereimten Händel (i. H. an den Kaiser zu wenden (ebd. 327/22). Der Konvent, auf dem J. C. sich bereit erklärte statt Gutenbergs Steintal in den Vertrag einzusetzen, blieb ohne Ergebniss (Neuburg. Bericht Heidelb. 31. Okt. ebd.). Den Vorschlag J. C, die Lösnng Pfalzburgs den übrigen Agnaten zu überlassen, lehnt Pf. Johann am 8. Nov. ab (ebd. 327/25). Ein Gutachten der würt. Räte vom 19. Nov. erklärt den Heidelberger Vertrag für rechtlich unanfechtbar (Stuttg. Pfalz). 170 1588 177—178. ■ und deroselbigen von uns aller freundlicher willen erzeigt und erwiesen worden", hat er durch seine Räte G. H. aufgefordert ihm die ehrvergessenen nichtswerten losen Leute, die nach G. Hs. Sehr, das behauptet haben, zu nennen. Da er die Sache nicht auffsich sitzen lassen will, bittet er Ph. L. um Bedenken hierüber „und ob nicht auf mittel zu denken, wie man mehrbemelts unsers vetters herzog Georg Hansen ungereumbter händel, so kein ond^gewinnen wollen, sonder einer nach dem andern ervolget, einmal gesichert sein möcht". Ob nicht der Herzog von Baiern, der auch früher in der pfalz- burgischen Sache an Lothringen geschrieben hat, durch Ph. L. um schriftliche Vermahnung Lothringens zu ersuchen wäre. Freilich gibt der Umstand, „das di Jesuiter vornemblich dise sachen treiben und Lothringens L. anhangen sollen, mit zugemüetfüerung, das diser ort (wie es in warheit auch ist) ein tür und Schlüssel zum Reinstrom", wenig Hoffnung bei Baiern, der ihnen auch wohl gewogen. 1 Mb. 327/22 f. 37. Or. (präs. Neub. 14 Okt.) M. m. an Pf. Johann: 327/25 f. 5 f. Cop. 14; 178. Johann Casimir an seine Räte Putlitz, Hütten Oktober Heidel- undGrünraae. berg Da sein Pflegsohn die Vornehmsten des Rats zu Strassburg einladen und vielleicht von ihnen eingeladen werden wird, könnte derselbe beim Rat bitten 1) um Wiedereröffnung einer französischen Kirche und 2) um Abstellung der Lästerung unserer wahren christlichen Religion bei den Predigern, welch letzteres Sachsen, Brandenburg und Magdeburg endlich angeordnet haben. Obwohl vielleicht nicht viel zu erreichen ist, da ad 1) das Eindringen von Leichtfertigen und Verrätern unter dem Schein der Religion entgegengehalten und durch 2) die Prediger erst recht halsstarrig gemacht werden könnten, sollen sie sich doch hierüber ad partem mit Paul Hochfelder besprechen und danach handeln und ev. die Dinge vor dem Bankett im Beisein seines.,. Pflegsohnes anbringen. 2 Mh. 435/14. Conc. 1 In der Tat befürwortete Wilhelm']von Baiern am 26. Okt./5. Nov. bei Lothringen auf Wunsch der gesammten Pf. deren bevorstehendes Ersuchen wegen der Lösung (Mb. 327/22, Or.). Aber J. C. verweigerte die Teilnahme an der Beschickung Lothringens (J. C. an Philipp Ludwig, 31. Dez.; Mb. 327/25, Or.). — Ein undatirtes und unbezeich- netes Sehr. (Mb. 327/22 f. 170) berichtet von Umtrieben des B. von Strassburg gegen die Lösung,; Lothringen wünsche keinenfalls : ,'den Rückfall Pfalzburgs an G. H., der doch nur wieder „avec un autre plus grand" verhandeln werde, wie seine Prahlereien wegen Epernon's zeigen, und würde einer Verständigung von „madame", die ihm schon vor der Reise G. H. nach Lautern geschrieben 'und der zu Liebe er den Aufschub bewilligt habe (vgl. S. 168 A. 1 und 2), mit J. C. keine besonderen Schwierigkeiten entgegensetzen; G. H. habe in Pfalzburg zum Präsidenten von Nancy (Alix, vgl. Jahrb. f. lothr. Gesch. III, 20 f.) gesagt: „j'ay bien trompe le duc Casimir et le gros Weier", und wolle nach Schwaben gehen, was man ihm auszureden suche. Auch die ev. Kapitularen zu Strassburg ersuchte J. C. am 18. Nov. unter Hinweis auf die Umtriebe des Bischofs die Lösung zu befördern (Str. Conc. Vgl. hiezu die von J. C. den|Kapitularen am 12. Okt. zugeschickte Zeitung bei Meister, Akten S. 42 A. 1.). 2 Abänderung eines früheren Conc. nach den Bemerkungen J. C. 179—180. 1588 171 179. Khevenhüller an den Kaiser. 26. Oktbr. . . . Bemerkt nicht, „das man derzeit von der Liga sancta 5. Novbr. traktier"; der „presens rerum Status" ist für Suchen von Neuerungen nicht geeignet. „Nachdem aber dergleichen Sachen furnemb- lich in der römischen schmiten geschmidt und abtriben", möge der K. seinen Gesandten in Rom zur Nachforschung veranlassen, „dan das vor disem hierüber was auf der pan gewest, bedarf kaines zweifeis.".. Nürnb. German. Museum. Cod. 4961 x, IV, 326. Cop. 180. Instruktion des Herzogs Julius von Braun- 30. schweig für seinen an die Staaten von Holland und Oktober Seeland abgefertigten Eat Franciscus Bodemund. Wolfen- buttel (Anerbieten zur Friedensvermittlung im Einverständniss mit Parma.) B. soll beim Ausschuss oder primores von den Staaten Audienz nachsuchen und zunächst J. Bedauern über die Fortdauer des Krieges aussprechen sowie dass er längst wegen der Beschwerung der Benachbarten Parma hätte beschicken wollen, aber bei der Erfolglosigkeit der Bemühungen des Kaisers, der Kff. und Fürsten es zunächst noch unterlassen habe. Auf die Nachricht von Friedensverhandlungen zwischen Spanien und England nebst Holland und Seeland habe er im letzten Frühling Parma besuchen lassen (zum Teil auch anderer Sachen wie der Schulden Herzog Erichs wegen 1 ) und namentlich darauf hingewiesen, dass man bei der Traktation von spanischer Seite die Saiten nicht zu genau und steif spannen, sondern Gottes Ehre, sein Wort und das bonum publicum das erste und letzte sein lassen möge. Parma erklärte sich schiedlich und friedliebend; er habe Befehl, die Verhandlungen, solange ein Friede ohne Verletzung der kgl. Reputation zu erhoffen sei, nicht zergehen zu lassen; die zur Gnade ausgestreckten Arme seines Herrn seien noch nicht geschlossen. J. gebe dies den Staaten tiefer zu erwägen. Auch das inzwischen erfolgte Scheitern der Verhandlungen sowie die Gottlob abgewendete Armada hätten ihn von seinem Vorhaben nicht abgebracht, zumal auch jene Schuldsache diese [neue] Beschickung Parmas notwendig mache. Auf Befragen der Staaten soll der Gesandte erklären, nach J. Ue'berzeugung sei es Parma und dem König mit der Friedentraktation rechter Ernst, da Parma in seiner Resolution den Wunsch ausgedrückt habe, dass J- dieselbe bei den Staaten von Holland und Seeland befördern möge. Sollten die Staaten der Ansicht sein, dass J.; etwas dazu helfen könne, so solle es an ihm nicht fehlen. 2 Wolfenblittel. Holland 2. Or. in einem eigh. Sehr, an Reuber vom" 13. Okt. (ebd.)/'wo einmal der französischenAnschläge auf Strassburg gedacht und dann betont wird, dass „die|pfaffen das schwort in ir hand haben, nemlich den povel, also das der rat irer nit mechtig ist"; auch seien päpstisch Gesinnte unter.dem Rat. 1 B. machte Verdugo den Vorschlag_. „de Lingano comitatu in solutum dando." ■ Beglaubigungsschr. für Bodemund 30. Sept. 1588 an denJHam- burger und den Bremer Rat, 30. Okt. an die Staaten von Holland und 172 1588 181. w 6 - 181. Johann Casimir an Pfalzgraf Johann. November Kann sich über die Ursache von Moncassin's Verstrickung und darüber, ob das Erbieten des Gouverneurs in der Zitadelle „N. Seeland, 13.' Nov. an Karl von Aremberg, Reinhard Ott, Gubernator zu Artois und obersten Sekretär des Rats der Staaten, an einen Rat und Sekretär Garnerus, an Peter Ernst von Mansfeld, Karl von Mans- feld, den spanischen Obersten Freiherrn von Billv ebd. Ein beil. „memoria! vor Franciscum Bodemund nach Holl- und Seeland" (eigh. unterzeichnet und beRieeelf) geht doch über den Inhalt der 'obigen Instr. hinaus. Am 21./31. Mai schreibt Parma ans Brügge an Herzog Julius, er habe den brannschweigischen Gesandten Kaspar de Wrede, Dr. Joachim Götz und Franciscus von Baudemont seine eigh. Antwort auf ihre Werbung zugestellt (Brüssel, Secr. all. Reg. 28S). B. berichtete damals nach seiner Rückkehr, etliche der vornehmsten spanischen Räte hätten ihm zu verstehen gegeben, es sei in den spanischen con- siliis der Gedanke aufgetaucht, da Holland und Seeland mit Kriegsmacht nicht zu bezwingen, ihre Belassung im jetzigen Stand aber mit der Reputation des Königs nicht vereinbar sei, sie einem benachbarten Fürsten ihrer Religion zn übergeben „und etwa zu lehen anzusetzen", wobei des Herzogs ,T. wegen der hergebrachten guten Korrespondenz seines Hauses mit Oesterreich und Burgund „im besten mitgedacht worden". J. glaube nun nicht, dass es den spanischen Räten damit rechter Ernst gewesen, geschweige denn dass es im Rat des Königs beschlossen worden sei, da Spanien bisher alle Friedensverhandlungen an der Frage der Zulassung einer anderen Religion oder eines Rel. Fr. wie im R. habe scheitern lassen. Wäre es aber auch recht gemeint, so würde sich doch angesichts der jetzigen Läse kaum ein Kf. oder Fürst A. C. ohne Verletzung seines Gewissens und seines guten Rufs beim R. und seinen Rel. Genossen auf ein solches gewiss auch sonst beschwerlich verklausuliertes Lehensverhältniss einlassen wollen. J. habe für sich und seine Söhne kein BedürfniSs nach Gebietserweiterung unter so bedenklichen Bedingungen und wolle nicht „das albereithabende durch ein hoffendes" aufs Spiel setzen, zumal bei der Verbitterung zwischen Spanien und England. Er habe mit der calvinischen Rel. in England nichts gemein, aber sein Haus stehe von jeher mit der Krone England im besten "Verhältniss und er und alle seine Vettern seien infolge der Vermählung Heinrichs des Löwen mit Rixa, der Tochter König Richards, „von königlichem englischem geblut mit entsprossen." Ausserdem sei es ungewiss, ob Holland und Seeland zu einem derartigen Ausweg geneigt wären oder nicht lieber in ihrem jetzigen Stand verbleiben wollten. Der sicherste Weg zur Versöhnung wäre jedenfalls Einführung des im R. angenommenen Rel. Fr. in H. und S. durch den König. Trotzdem soll B. nur für sich und ohne J. zu nennen bei den Staaten und Untertanen in H. und S. sondiren, wie sie darüber dächten und welchen R. Fürsten sie eventuell am liebsten zum Herrn haben würden. Hat die Sache sowohl beim K. als bei H. und S. irgendwie Aussicht auf Erfolg und damit auf Herbeiführung des Friedens mit England 'und den sämmt- lichen noch widerstrebenden Niederländern und auf Fortpflanzung der Rel. Freiheit, so will es J. an seine Bluts- und Rel. Verwandten sowie an den Kaiser gelangen lassen und alles, was möglich, gern mitbefördern; vorher aber kann er allein sich nicht einlassen. — B. geriet durch seine Verhandlungen mit den Spaniern (so mitVerdugo in Groningen) bei den Staaten in Verdacht, ging dann nach England, wurde auf der Rückreise von den Spaniern verhaftet und in Gravelingen festgehalten, aber endlich in Brüssel losgelassen. Vgl. Gott. Gel. Anz. 1900 S. 546. 181. 1588 173 betreffend" recht gemeint und ob es durch Mitteilungen von N. über ■ 6. die bewusste Sache oder durch Moncassin's Briefe veranlasst sei, November noch kein Urteil bilden. Daher Beantwortung des Erbietens durch J. „in genere generalissimo" und mit Gegenerbieten der Fortsetzung der mit M. gehaltenen Korrespondenz mit dem Gouverneur u. a. Dienern des Königs, auch Epernon, falls dieser wieder nach Metz kommen sollte. 1 IIa. 515/4 t. 432. Conc. 1 Vgl. über Moncassin und seine Stellung in Metz als Stellvertreter Epernon's La Hug. II, 357 A. 2; III, 236; Br. J. C. II. 401; 4U3A.1; 442; III. 135; 154(S. 150); 175; über Misstrauen Epernon's gegen M. auch Thuanus LXXXI. 10. Nach der Hist. generale de Metz III (1775) wäre M. auf Befehl Epernon's durch den Kommandeur der Zitadelle Koger de Comminges s r de Soboles wegen Verdachts des Einverständnisses mit Lothringen am 21./31. Okt. 1588 verhaftet worden, während La Hug. III, 228 ff; 232; 234; 236 von einem durch Couvrelles in Heidelberg angeregten Projekt berichtet, wonach Metz nebst den 3 Bistümern mit Zustimmung Heinrichs III. und Epernon's J. C. unter französischer Oberhoheit überlassen werden sollte; M. habe mit J. C. durch La Coste und Joly verhandelt. Das Datum des obigen Sehr, ist im Conc. jedenfalls irrig als „6. 8 bria ao. etc. 88" angegeben. Am 27. Okt. ersucht Pf. Johann Soboles um Aufklärung darüber, dass einem seiuer Diener Sehr, an M. zu Metz gewaltsam abgenommen und erbrochen worden seien. Ein Bericht über den Aufenthalt eines (zweiten ?) pfalzgräflichen Dieners in Metz besagt, derselbe sei „mardi le 29 d'oetobre" (demnach a. St.) dort angekommen, sofort auf die Zitadelle geführt und seine Sehr, dem Gouverneur übergeben worden, der Antwort versprach; M. sei bei der Musterung der Truppen durch den Gouverneur auf Befehl des K. und Epernon's verhaftet worden und bei den Katholiken in der Stadt gehe das Gerücht, er werde enthauptet werden, weil er am 31. Okt. 300 hugenottische Reiter habe einlassen wollen, um die Papisten umzubringen; die Soldaten klagten gegen ihn, er habe ihnen den Sold seit 3 Jahren vorenthalten. Diesen Bericht nebst seiner Korr. mit Soboles schickte J. am 1. Nov. an J. C, mit dem Bemerken: „ich sorg, es steck ein gross bubenstuck darhinder". Am 28. Nov. schickt er weitere Sehr, von Soboles sowie ein Sehr. Joly's an seinen Kanzler Schwebel, alle im 0r., letzteres auch in Cop., „so gut wir sie lesen künden". Das Sehr. Joly's (Cop. mit verschiedenen Lücken) berichtet, er habe M. in seiner Haft besucht und dieser ihn gebeten J. zu ersuchen „de vouloir escripre ä la grande M. [J. C. ?] et dire ä la vostre qu'il n'est arreste pour aueun mesfait, mais seulement pour une sinistre opinion que N. [Epernon?] a conceu de luy, comme s'il eust partieipe aux pernicieux conseils de mons 1 ' de Tafan son frere qni s'est bände contre le dict N.; que cela ne l'empesche pas de demeurer fort homme de bien et tres-humble serviteur ä leurs Alt. et Exe"; er hoffe bald frei zu sein und in grösserem Ansehen als je; Joly, der sich „Grand- pierre" unterzeichnet und den Kanzler bittet an M., aber „au blanc" und durch ihn zu schreiben, hofft am 15. Dez. beim Pf. in Zweibrücken zu sein und ihm Nachrichten zu bringen, „qui luy agreeront et ä tous autres". Unten ist vermerkt: „Present. Hagenaw 23. 9 bria 88" (Ma. a. a. 0.). La Noue klagt in seinen Sehr, an Montpensier vor und nach der Uebergabe von Jametz an Lothringen (19./29. Dez. 1588) bitter über das Zaudern Epernon's und seiner Vertreter in Metz, auf deren Erklärung gegen Lothringen er rechnete: noch am 20. Jan. sagt er, sie hätten bisher nur Worte gegeben; „celles de Montcassin 174 1588 182—184. 28. Nov. 182. Königin Sophia von Dänemark an Christian von K £ onen - Sachsen, bürg Dankt für dessen Gesandtschaft und Erbieten. Ihr Gemahl war kurz vor seinem Ableben fest entschlossen, ihren Sohn Ulrich Studirens halber, besonders aber als erwählten Kapitularen nach Strassburg zu schicken, was dann zunächst durch die Kriegsunruhen im Elsass u. a. Hinderungen unterblieb. Bittet um den Rat Ch., der allein vor anderen R. Fürsten diese Sache ihrem Sohn und allen hohen Ständen A. C. zum Besten zu billigem Ende zu befördern vermag. 1 Schottische Gesandtschaft hier im Oktober wegen Werbung des Königs um die Hand ihrer ältesten oder, falls diese verlobt, ihrer zweiten Tochter..... Dresden. 7981. Or. 6. Dezbr. 183. Johann Casimir an Landgraf Wilhelmr Heidelberg Klagen des Rats zu Aachen über Umtriebe der Gegner am kais. Hof; Bitte um Schutz gegen bereits erkannte ungünstige Mandate. Hat an den Kaiser geschrieben; bittet W. Sachsen und Brandenburg zu ernstlichem Einschreiten zu ermahnen. 2 Marb. Pfalz 1538—89. Or. 21.Dezbr. 184. Landgraf "Wilhelm an Johann Casimir. Kassel Kölnische Sache. Zur Zeit wird Alles noch im Namen der Baiern verwaltet und Parma zeigt eine Moderation, welche ihres gleichen sucht, daher derselbe nicht zu irritiren, aber gut Acht zu geben. Marb. Pfalz 1588—89. Cop. ont estö artificieuzes; celles de Saubolle, qui maintenant commande, je les tins pour sinceres. Mays ilz n'oseroient se mouvoir sans leur gouverneur" (Hauser S. 323; vgl. S. 236; 320; 328). 1 Die Antwort, Dresden 21. Jan. 1589 (ebd. Conc. Krell) rät zu vorläufiger Verschiebung der Reise und verspricht wiederholte Erinnerung in der Strassburger Sache beim Kaiser mit Brandenburg und Hessen. — Schritte beim Kaiser hatte der Kf. bereits in der Antwort auf eine Wertung der Gesandten der dänischen R. Räte und des Herzogs Ulrich von Mecklenburg, Sitzenroda 17. Sept. 1588 unter Hinweis auf sein Sehr, an K. Friedrich vom 9. März 1587, angeboten. (Kopenh. Sachsen A., Or.; ebd. Auszug der dän. Instruktion vom 26. August). 2 Vgl. hiezuL. Keller, Gegenreformation II (1887), 93 f; Ehses I. 2, 212; 250; 262; 516 f. Am 24. Sept./4. Okt. berichtet Gradenigo aus Prag, die Absicht der Spanier zu Gunsten der Aachener Katholiken einzuschreiten habe Sachsen und Brandenburg veranlasst beim Kaiser den R. Tag zu betreiben, der in Regensburg zusammentreten solle (Wh. D. V. XV). 185. 1588 175 185- Pauli an Dohna. 23. Dezbr. Dresden (Polnische Sache. Evangelische Gönner Spaniens. Die Zänkereien der Theologen und das sächsische Mandat.) Die polnische Friedenshandlung wird nun nach dem Scheitern der Armada endlich mit Ernst angegriffen werden. „Quodsi His- panis ea res ex voto successisset, sine dubio plura tentassent, id quod non dissimulant etiam aliqui ex nostris A. C. addictis, qui Hispanis multo aequiores sunt quam reginae Angliae ob infoelix illud dissidium theologicum, quo Germania magno suo malo hoc tempore concutitur. Nos insanis istis theologastrorum clamoribus frenum iniicere conati sumus mandato nuper publice proposito, cuius exemplura ad Gisium nostrum misi. Sed non credis, quam perversa de eo sint iudicia non sacerdotum tantum, sed principum etiam quo- rundam, adderem etiam magis explicate: principissarum, nisi iam ante scires, quod in causis religionis „has penes arbitrium est et ius et norma loquendi." Ego talibus rebus parum moveor et vellem quosdam [jaTaioXoyou? ita hoc mandato consternere, ut se ipsos suspenderent ac ita impura illa ora sibimet ipsis obturarent, quibus alioquin moderari non possent. Sed baec more nostro. 1 ...... Praeterea potius iam cogito, ut me aliquando plane ex aulicis negociis extricem, nedum ut novis me immisceam." 2 Bm. Coli. Cam. XXIV. f. 193. Cop. 1 Vgl. hiezu Hotom. epp. S. 221 f.; Cuno II, 88; über das sächsische Eel. Mandat vom 28. Aug. 1588 Z. f. hist. Theol. 1848 S. 325 ff. Wie man am Kaiserhof über diese Dinge sprach, zeigt eine Depesche Puteo's vom 29. Okt./8. November: das Mandat verfolge einen anderen als den in seinem "Wortlaut angegebenen Zweck, „perche, vedendosi il detto duca tener tuttavia ne li suoi stati predi- canti calvinisti et accarezzarli, si giudiea, che questa novitä et pro- hibitione sia tutta indiirzzata a tirare i popoli lutterani pian piano, si che non se n'accorgano, nel Calvinismo, mentre non haveranno chi detesti quei dogmi, ma ben chi glieli andarä adombrando et suppo- nendo a poco a poco" ; der Haupthäresiareh „Sellexeder" [Selneccer] denke deshalb nach Preussen überzusiedeln [er ging nach Magdeburg und dann nach Hildesheim]. Rom, Germania 111,'S. 378. 2 Trotzdem finden wir P. im Anfang des folgenden Jahres mit einer Sendung zu M. Georg Friedrich beauftragt; vgl. sein Sehr, an Hotman, Nürnberg, 18. März 1589 (Hotom. epp. S. 228): „abfui ab aula per duos fere menses, ad marchionem Raucombum [!] Moltz- pachum [d. h. Onoltzpachum] profectus, unde iam domum redeo"; vgl. ebd. S. 232. 1589. 7. Januar 186- Johann von Nassau an Otto von Grünrade. Dur „ (Gerüchte über Beschwerung des jungen Pf. Friedrich, des pfälzischen s Adels und des E. K. G. durch J. C. Hütten.) Fortdauer der früher von ihm berichteten Calumnien, dass J. C. gegen den jungen Herrn fast rauh und hart sein solle. Der junge Herr soll sich selbst brieflich bei einer fürstlichen Person beklagt haben, er werde wider seinen Willen und Gewissen zu einer andern Religion gezwungen, „mit dem anhang, das J. F. Gn., sobald gott der herr sie aus diesen banden erlösen und deroselben ichtes luft geben und uf freie fuesse helfen wurde, sie sich alsdan zu weiland ihres herrn vaters seligen religion begeben und desselben testament gehorsamblich nachsetzen und geleben wolle." Hofft, Gott werde dergleichen Gedichte nebst den dahinter steckenden, zum Teil durch Leute, die es billig nicht tun sollten, getriebenen Praktiken an Tag bringen und zu nichte machen. 1 Sonst 1 Vgl. No. 2; 10; 143. In seiner ausführlichen Widerlegung, Heidelberg 29. Januar versichert Gr., der junge Herr liebe J. 0. herzlich und wie seinen eigenen Vater und sei nach seinem eigenen Bekenntniss niemals zur Religion gezwungen worden; die dem jungen Herrn zugelegten Reden könnte dessen Schwester über sich geschrieben oder ausgegeben haben; sie werde aus Schweden und von anderen Orten heftig und unablässig sollizitirt und habe durch Zutun Christinas von Zweibrücken die Landgräfin zu Marburg veranlasst sie durch Sehr, an J. C. und dessen Gemahlin zu begehren, was abgeschlagen wurde; der junge Herr dagegen möchte seine Schwester durchaus zur [refor- mirten] Religion bringen (Wiesb. ebd. eigh.). Vgl. über den Kurprinzen auch ein Sehr. Reubers vom 6. Febr. (Hotom epp, S. 226). Am 10. März schreibt Kolbinger an den damals in Polen weilenden Dohna: „Si Magn. T. tanto desiderio flagraret redeundi, atque boniadventum eius exspeetant, fortassis non abs re fuerit illius, quem scio te semper amasse. Soboles illa nostra te expetit, istum [vielleicht Hütten ?] fastidire videtur non immerito. Verum quum non dübitem, eadem te ex aliis quoque prius intellexisse, plura addere nihil refert, ne currenti calcaria addere velle videar. Res nostrae, feliciter aliquandiu externis insidiis superatis, internis quibusdam technis laborare videntur. Vehementer metuo, ne detestabilis illius ingratitudinis, qua laborant ii, qui divina beneficia principe nostro ad gubernacula reipublicae collocato passim effusa non agnoseunt, gravissimae poenae paulo post comites sint futurae". (Mb. 113/3°, eigh.). Ueber Dohnas Zurück- 186. 1589 177 besteht bei etlichen Grafen und dem Adel an und in der Kurpfalz 7. Januar eine nicht geringe Alienation der Gemüter gegen J. C. wegen verschiedener Neuerungen und Geschwindigkeiten, die gegen sie teils durch die Beamten teils durch die kf. Kanzlei „besonders mit der landsfurstlichen obrigkeit oder landsesseren' 1 vorgenommen, zum Teil von J. C. selbst angedroht werden sollen. Etliche sagen auch, das K. G. werde durch Kurpfalz dermassen eng gehalten und bedroht, besonders in Rel. Sachen, dass man sich bald keiner Erkennt- niss gegen Pfalz werde unterfangen dürfen noch wollen, da ihnen oft gedroht werde, „das keiner vor der stat Speier sicher sein solle." . . . Den Abgang Huttens vom jungen Herrn würde er sehr bedauern; es hätte fast das Ansehen, „als ob moderati und pacifici homines sich des orts nicht arten." 1 Wiesbaden, Dillenb. Korr. Cop. berufung nach Heidelberg vgl. Schmidt S. 157 f. In seinem Kalender vermerkt er zum 29. April: „Mein Schwab [sein Diener] von Heidelberg wiederkommen. Laus deo!" Die Stelle aus seiner Selbst- biogr., die bei Schmidt ganz falsch wiedergegeben ist (Seh. lässt z. B. auch Wambold an Dohna schreiben!), lautet: Der Schwabe „bracht mir ein ganz gnediges schreiben von M. Gn. H., in massen solches neben andern mit J. F. Gn. handen geschrieben noch bei der hand, darin J. F. Gn. begerten ich mich wiederumb förderlich zu derselben solt begeben; und schrieb Colbinger, Phelen (Titz Wamolt, der ehrliche gesell, der auch mit in Frankreich war, der war interim gestorben) und andere, ich solte nicht lange ausbleiben; M. Gn. H. würde von den duumviris [Putlitz und Reuber] also gemartert, das er keine ruhe konnte haben, bis Baroni wieder bei ihm were". — Die Gerüchte über J. C. feindliche Gesinnung gegen seinen Pflegesohn kamen nicht zur Ruhe. Am 16./26. Sept. 1589 schreibt Gradenigo aus Prag an den Dogen, J. C. habe gegenwärtig mit der Bekehrung seines Neffen und seines ganzen Landes zum Calvinismus (nach sächsischem Vorgang) zu tun, weshalb er sich wohl nicht in Person für Navarra erheben, sondern Sancy nur Werbung von Truppen und Unterstützung bei anderen Fürsten zugestehen werde. Seine Vormundschaft daure noch drei Jahre, „onde vogliono molti, che per esser Casimiro, come ognuno sa, piü tosto de pensieri ellevati, che altramente egli habbia animo a levarsi il nepote per restar lui patrone del Palatinato" (Wh. D. V. XVI. Or. chiffr.). 1 Ueber Georg Ludwig von Hütten vgl. Münchener Sitzungsberichte 1882, II, 148 A. 2; Ouno I, 281 f; 292. Am 30. April 1586 schreibt Kolbinger aus Heidelberg an Dohna über Verhandlungen mit Hütten, um diesen zur Uebernahme des Hofmeisteramts bei dem jungen Pf. zu bestimmen; sie hatten „ante menses aliquot" stattgefunden und wegen der Gehaltsfrage zu keinem Ergebniss geführt, obwohl J. C. selbst verschiedenen Einwürfen älterer Räte gegenüber den Wunsch Grünrades nach einem Kollegen und „facilitatem morum et Hutteni probitatem virtutisque Studium" betonte; „eiusmodi ingenia rara esse et difficillima inventu"; Hütten verliess Heidelberg „non salutato principe" am 29. April (Bm. Coli. Cam. XV, eigh.). Am 7. April 1587 schreibt Tossanus an Grynaeus: „Huttenum adhuc expeetamus" (Cuno II, 120). Ludwig von Sayn-Witgenstein an Grünrade, 22. Juli 1587: „Saluta Huttenum collegam tuum" (Tagebuch Ludwigs V, mitgeteilt von Herrn Pastor Cuno). Am 31. Jan. 1589 schreibt Kolbinger aus Heidelberg an Philipp Camerarius: „Huttenus adhuc nobiscum est, utrum autem mansurus in posterum sit, ignoro. Nam ad liberiorem vitam, cuius ut in libertate altus et natus semper avidissimus atque studiosissimus Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 12 178 1589 187. 14 187. Ludwig von Würtemberg an Pfalzgraf Reichard. Januar Stuttgart Hat hier Tage lang mündlich mit G. H. verhandelt, dessen Mittel zur Lösung von Pfalzburg er unerspriesslich und gefährlich, ja unmöglich für Gemahlin und Kinder G. H. fand, wogegen G. H. die von ihm vorgeschlagene Uebertragung der gesammten Administration auf Georg Gustav zurückwies, zuletzt aber endliche Resolution versprach, die bis jetzt nicht eingetroffen ist. 1 G. H. soll auchnoch^die Grafschaft V[eldenzJ an einen „der K. genant" verpfändet haben und das Geld mit heillosem Gesind unnütz draufgehen lassen, während seine Gemahlin und Kinder Mangel leiden. R. u. a. Stammesgenossen müssen Rat schaffen. 3 St. Pfalz. Conc. fuit, aspirare videtur, quem tarnen absque singulari iactura non dimit- temus" (Berl. Bibl. Sammlung Meusebach, eigh.). 1 Schon am 24. Dez. 1588 hatten Räte Würtembergs mit G. H. zu Stuttgart vergebens verhandelt; G. H. gestand u. a., er habe bei der Unterzeichnung des Heidelberger Vertrags dem Protonotar u. a. von der Kanzlei gesagt, er habe seit langer Zeit keine so schwere Feder geführt als diese, und habe sich schon damals darauf vertröstet, dass die geforderte Unterzeichnung seiner Gemahlin und seines Sohnes den Vertrag wieder umstossen werde, „so J. F. Gn. in sichere ort kernen"; ausserdem kam er auf seine Erfindungen und auf sein Ver- hältniss zu Kaiser Maximilian zu sprechen, der selbst bekannt habe, „das S. Pf. Georg Hansen F. Gn. nechst gott J. kais. Mt. die kaiserliche cron uf dem köpf erhalten helfen, so vor den arglistigen anschlagen mit diser Werbung [G. H.] zuruckgetriben und verhindert worden" (Mb. 327/25). Am 11. Jan. schrieb Ludwig ähnlich wie oben an Reichard an Pf. Philipp Ludwig (ebd. Or.). 2 Im Febr. traten G. H., Pf. Johann und Räte von Neuburg und Baden-Hochberg zu einer natürlich wieder vergeblichen Verhandlung in Bergzabern zusammen. G. H. machte jetzt die Haltung des Heidelberger Vertrags (dessen Originale in den Händen nicht J. C, sondern Georg Gustavs waren) von der Anrichtung seiner „Nutzbarkeiten", der Schmelzwerke, der lüttichschen Wasserkunst, der lothringischen Salzkunst u. s. w. abhängig und warf mit Angeboten von „Tremeli" und Epernon um sich; er gebrauchte das Gleichniss von einem, der „bis an das maul" im Wasser auf einem Tuch steht, an dessen aufs Land reichende Enden andere Leute angebunden sind; ziehen sie ihn nicht heraus, so bringt er beim Ertrinken auch sie in gleiche Not. Uebrigens hatte Lothringen den Lösungstermin bis zum 1. Okt. 1589 verlängert. Das neuburgische Nebenmemorial vom 5. Febr. zeigt starkes Misstrauen gegen J. C. wegen des Calvinismus und etwaiger Absichten den Vertrag mit Gewalt durchzusetzen. J. C. lehnte in einem Sehr, an Pf. Johann vom 18. Febr. jede weitere Verhandlung mit den Veldenzern ab und erklärte den Nutzen der Lösung für Kurpfalz infolge der veränderten Lage der Liga als höchst zweifelhaft, „dan wir ein ross umb ein pfeifen geben müesten". Der Abschied zu Bergzabern vom 21. Febr. besagte, die Lösung solle, falls G. H. vier Monate vor dem Termin sich hiezu ausser Stand erkläre, den Agnaten zustehen; G. H. weigerte sich aber vorläufig jeder bindenden Erklärung. Die Notlage seiner Familie gab er zu, „dan man leichtlich ermessen könt, nicht zu essen haben sei der grösste Mangel, so man auf erden gehaben möcht." Pf. Johann erklärte zornig die würtem- bergischen Pfaffen für die Urheber dieser ganzen Zerrüttung (Mb. 327/25). 188-189. 1589 179 188. Johann Ca simir an Pfalzgraf Reichard. 22 - Januar Guises Hinrichtung 1 von Italien aus bestätigt. Dass der K. von Heidel- Frankreich Kuriere an den Kaiser und an ihn geschickt habe, 6 scheint ein leeres Gerücht zu sein. 2 Ma. 545[5 f. 42. Conc. 189. König Heinrich III. an Johann Casimir. 10- 20. „Ce n'est de maintenant que je suis ä connoistre Testat que Februar je puis faire de vostre amitie"; beglaubigt den Ueberbringer und Blois 1 Zeitungen über den Mord der Guisen schickt Graf Friedrich von Wüitemberg am 3. Jan. (ebd. f. 31, Or.). Aber schon in einer Predigt, die Tossanus am 31. Dez. 1588 hielt, wird Guise's Tod als Gerücht erwähnt und mit einer Bemerkung über „admirabilia dei iudicia" begleitet (Tossani orationum vol. unum S. 159). Die Darstellung bei La Hug. III, 262 ff., wo u. a. von J. C. Verstimmung über diese Predigt die Eede ist, richtet sich schon durch die Behauptung, Gerüchte über die Ermordung der Guisen seien „vers la Noe'I" in Heidelberg eingetroffen und Tossanus habe am 31. Dez. seiner Freude Ausdruck gegeben, nachdem sie durch Sehr. Heinrichs III. selbst bestätigt worden seien (vgl. Cuno I, 301). Die wirkliche Stimmung am pfälzischen Hof ergibt sich aus dem Sehr, des Kanzlers Reuber an Hotman vom 8. Jan., wo von „admiranda . . . ecclesiae liberatio" und „tarn solemni vindieta de hostibus et coniuratis sumpta" gesprochen wird (Hotom. epp. S. 223 f.), und vom 6. Febr., wo es heisst: „Regis vestri facinus admiramur omnes, in quo insignem ecclesiae dei liberationem cernere licet" (ebd. 227). Tossanus hatte in seiner Predigt J. C. Triumph über die Liga im J. 1588 gefeiert; seine Verteidigungsmassregeln hätten bewirkt, „ut paulo post non tarn hostis Casimire quam Casimirus hosti formidolosus esset et talem om- nino Casimirum Liga Romana agnosceret, quales veteres Romanos post Cannensem cladem fuisse scribit in offieiis Cicero". In seinem Kalender notirt J. C. zum 14. Dez. 1588 (a. St.): „Guisa masacrit worden zu Blois". 2 Am 31. Jan. schreibt Kolbinger aus Heidelberg an Philipp Camerarius: „Imperatorem certe affirmant nuncic- aeeepto quasi ex- animatum paullo post recollectis viribus prae indignatione et dolore pene furore percitum fuisse. Praecipui in aula imperatoria iam non dubitant palam asserere Lutheranis in Germania omnibus ultimam vitae horam institisse. Haec tarnen nostri prineipes uno excepto non anteiligere admoniti aut intellecta ad animum admittere nolunt" (Berlin, Bibl. Sammlung Meusebach, eigh.). Frangipani, der die Nachricht am 2./12. Jan. erhalten hatte (Ehses, N. B. I. 2, 218) behauptet einmal, alle deutschen Fürsten hätten die Tat missbilligt, ein anderes Mal, sie sei wahrscheinlich auf Rat Englands und der deutschen Protestanten geschehen (ebd. 268; 295; 298); vgl. auch Hotom. epp. S. 227. Ein prot. Pamphlet („Zeitung aus N. vom 9. januarii anno etc. 89", Berlin, R. 9 No. l d ; am Schluss: „D. Peuceri zugekommene Zeitungen") knüpft an die Tat von Blois die Erzählung von einem Beschluss Philipps II. unbedingte Gewissensfreiheit zu gewähren, dasselbe bei der K. von England zu erwirken und sie mit dem Erzh. Maximilian zu verheiraten; spanische Gesandte würden deshalb an den K. von Frankreich, den Kaiser und J. C. abgefertigt! 12* 180 1589 189—191. bittet um Unterstützung „aux affaires que concernent ma conser- vation et celle de mon estat." 1 Ma. M5|5 f. 69, eigh. (pr. 22. März). 11. 190. Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich. Februar Heidel- Schickt die gewünschte Fürschrift an den K. von Polen; die g kurze Fassung der Gratulation dadurch veranlasst, dass er dieselbe , bereits im Vorjahr durch einen eigenen in andern seinen und seines Pflegesohnes Geschäften abgefertigten Gesandten ausführlich hat verrichten lassen. 2 Mb. 90|U f. 1. Cono. 14. 191. Sögur 3 an Heinrich Julius von Halberstadt. Februar Rochelle Navarras Freude über H. J. Neigung für ihn und die Kirchen. Günstige Lage: „ipsa coniurationis pontificiae capita dei gratia iacent." Wundert sich, dass noch immer kein Fürst sich offen als Genossen des K. in diesem christlichen Werk bekannt hat. Der K. hofft ganz besonders auf H. J., „cuius ingenium novit suapte natura magnum et ad magna tendens," 4 . . . Hannover. Or. 1 Gleichlautende oder ähnliche eigh. Sehr. gl. Datums an Christian von Sachsen (Dr. 9305 I, beil. eine Rechtfertigung der „punition du duc de Guise et cardinal son fröre"), Pf. Johann (Ma. 545/5), Julius von Braunschweig (Hannover), L. Wilhelm (Marb. Frkr. 1589, I; pr. Kassel 15. April; beginnt: „c'est ä ce coup que je vous semons do la promesse que vous me feistes ä Vach, que vous m'assisteriez non seulenient de vostre bourse, mais de vostre personne au besoing"; vgl. I. S. 122 f.). Eine Cop. der Vollmacht des K. lür seine Gesandten in der .Schweiz Sillery (Brulart) und Sancy vom 23. Jan./2. Febr. schickt Pf. Johann unter dem 25. März an J. C. (Ma. f. 99) vgl. hiezu Zurlauben V, 578 ff; Segesser III, 377 ff. Eine Nachricht aus Speier vom 30. Januar, die Gesandten des K. seien 5 Tage in Heidelberg gewesen und der Kf. von Sachsen, der stark in Rüstung, werde dort erwartet, ist leeres Gerücht (Pancratius an Philipp Ludwig, Mb. 336/20). 2 Vgl. S. 162 A. 2. Dohna in seinem Kalender 1589: 3. März Briefe von Heidelberg; 14. dem Grosskauzier seine Dienste offerirtund „de faelici rerum gestarum successu" gratulirt; derselbe sagte „opus esse nobis alia occasione conferendi . . . Item cum Heidensteinio quaedam secreta etc. etc." 3 Segur war erkrankt (Lettres missives II, 405; 411), weshalb eben damals an seiner Stelle Bongars nach Deutschland abgefertigt wurde (ebd. 430 ff.; Anquez S. XXXI.). Ein Sehr. S. vom 14. Febr. aus Rochelle an Joachim u. Philipp CamerariusBm. Coli. Cam.XIV.No.27. 4 Navarra hatte nach der Katastrophe in Blois am 1. Jan. 1589 de Fresne-Canaye und des R6aux mit der Veranstaltung von Werbungen in Deutschland beauftragt, wohin auch Coignet de la Tuilerie über England abging, und die Führung der aufzubringenden Armee dem noch in Sedan befindlichen de La Noue übertragen (Lettres miss. II, 421 ff.). In seinem Sehr, an de Fresne weist er bereits auf die Notwendigkeit hin die deutschen Fürsten für Schomberg günstig zu stimmen und mit J. C. nach dem Rat La Noue's und den mündlichen 192. 1589 181 192. Kurpfälzische Zusammenstellung von 2 ^. ■du j j tp i • i. Februar Beschwerden der Evangelischen. Beim Vortrag an den Kaiser wegen der Strassburger Kapillären auch folgende Punkte hereinzuziehen: 1 1) Aachen und Wim- pfen; 2) Verjagung ev. Untertanen durch papistische Stände gegen den Eel. Fr.; 3) Beschwerung durch die niederländischen Kriege. Fernere Gravamina: Beschwerung der Rel. Verwandten und papistische Besetzung des Rats in Köln und Augsburg; Ueberhand- nehmen der Jesuiten; papistische Bestellung der ev. Kirchen in Augsburg. Im Erzstift Köln die Rel. Verwandten sogar bei Taufe, Hochzeit und Begräbniss zu den papistischen Zeremonien gezwungen. R. Regalien an geistliche Stände nur nach päpstlicher Konfirmation verliehen. Verketzerung der A. C. nicht nur durch die Jesuiten, sondern auch durch geistliche Stände ; vgl. das trierische Mandat mit der Bulle, das salzburgische Verbot des Handels und Wandels für Rel. Verwandte, den Eid des B. von Würzburg für die Konvertiten. Einreissen der päpstlichen Zensuren, die der Kaiser nicht suspendiren will, vgl. ein Sehr, an Sachsen und Brandenburg. Wer nicht vor dem Rel. Fr. reformirt gehabt, wird daran verhindert, vgl. B. Gebhard, Ortenburg, Aachen. Rel. Fr. für ein Interim und durch das Trienter Konzil aufgehoben erklärt. Geschwinde Prozesse gegen Machseirain. Jurisdiktionen vom K. G. an den Hof trans- ferirt. Dem K. G. das Prozediren in Rel. Sachen zu meiden untersagt, vgl. Gebhard, Aachen. Seit Menschengedenken Graf Löwenstein der einzige ev. K. Richter; keine ev. Präsidenten mehr; untüchtige papistische Assessoren den evangelischen vorgezogen. Eröffnungen Tuileries zu verhandeln. Kgl. Empfehlungsschr. für Bongars vom 12. Febr. ebd. 430 ff. Am 15. Febr. ergingen kgl. Sehr, an Kursachsen mit der Ankündigung (nicht namentlich bezeichneter) Gesandter, an Kursachsen, Kuibrandenburg, Magdeburg, Neuburg, Julius von Braunschweig, Ulrich von Mecklenburg und Würtemberg mit Beschwerden über die Anhänger der Konkordienformel und dem Vorschlag eines ev. Rel. Gesprächs (ebd. 432 ff.). Ein Sehr, an Heinrich Julius von Halberstadt gl. Datums rühmt dessen „animuminnosresque nostras egregium" und die Hoffnungen aller Guten auf ihn nach S6gur's Bericht (Hannover, Or.); ein Sehr, an Christian von Anhalt beglaubigt Bongars (Beckmann II, 296 f.). 1 Vgl. über die grosse prot. Interzession beim Kaiser für die Strassburger Kapitularen Ehses-Meister N. B. I. 309 ff; 349 ff; Meister, Kapitelstreit S. 313 ff; man kann doch nicht sagen, das die pfälz. Zusammenstellung nur „ein wenig verändert" in die Werbung der Gesandten übergegangen sei, denn gerade die meisten und schärfsten Ausfälle des pfälzischen Schriftstücks, vor allem die gegen den Kaiser selbst gerichteten sowie die ausführliche Kritik der Handhabung des K. G. wurden nicht aufgenommen. Vgl. zur Sache ähnliche Zusammenstellungen aus den J. 1582 und 1585/6 I. 332; 354 (beide kurpfälzisch); II. 392; 399; 413; III. 151 (1588). Am 26. Jan. 1589 äussert sich L. Georg gegen seinen Bruder Ludwig über ein Sehr. J. C. wegen der Schickung an den Kaiser, die eine weitläufige Sache, „so allerhand praeiudicia uf sich" (Darmstadt, Fam. Nachr. 31, Conc). Die Landgrafen enthielten sich auch tatsächlich der Teilnahme. 182 1589 192. 25. Die Rel. Sachen Papisten ad referendum gegeben, unter andere Februar titulos (Pfändungen etc.) gezogen. Die Kanzlei zu Speier mit lauter Papisten besetzt. Papisten bei den Prozessen mehr gefördert als Evangelische. Verwalter und Protonotarien bestimmen nach ihrem Belieben die Strafen und Termine. Wer bei den Visitationen die Zustände am K. G. aufdeckt, dem fährt man übers Maul. Fiskal prozedirt heftig gegen Evangelische, aber nicht gegen Geistliche wegen der Kontribution. Jurisdiktion des K. G. durch die kais. Kommissarien (in Rel. Sachen nur Papisten) geschwächt; man will keine Appellation zulassen. Visitationen vom Kaiser ohne Konsens der Stände eingestellt; im Vorjahr Salzburg Magdeburg widerrechtlich vorgezogen. 1 Der Kaiser soll die Gesandten des Papstes und Spaniens abschaffen oder sich nicht so von ihnen einnehmen lassen. Der Kaiser darf keinen R. Stand sine causae cognitione in die Acht erklären laut Kapitulation. Das Reich wird durch Fremde regiert, die kais. Räte haben meist Dienstgeld vom Papst und Spanien und kommuniziren des R. Sachen. Der burgundische Kreis erweitert sich auf Kosten des R. (Deventer, Campen, Zwolle, Utrecht, Cambrai u. s. w.) Herzogtum Jülich „steet leis"; verfällt der kinderlose junge Herr, so setzt sich Spanien mit seinem stets bereiten Heer hinein, wie es in Italien dem R. Mailand u. a. genommen hat. Auch der österreichische Kreis erweitert sich stets, ohne Beschwerungen für das R. tragen zu wollen; mache die Konstitutionen mit im R. Rat, berufe sich aber gegen sie auf seine Privilegien. Heimfallende Grafschaften und Herrschaften nach kais. Gefallen verliehen gegen die Kapitulation. Bedenken der Kff. und Fürsten beim Kaiser fruchten nichts; vgl. den Durchzug Albas ohne Kaution, so dass man sich an den Bürgen entschädigen konnte. Der Kaiser gibt Zollprivilegien ohne Konsens der Kff, Der Papst soll dgl. dem B. von Salzburg gegeben haben. Keine Konvente der Kff. und Fürsten mehr ohne kais. Gesandte. Wenn auf dem R. Tag ein Gesandter offen redet und Burgund oder Oesterreich anrührt, heisst man ihn ungehorsam; 2 andere, die leis gehen, sind gehorsam und bekommen Exspektanzen auf Lehen u.a. Der Kaiser will keine Werbung eines R. Standes, selbst zur Defen- sion, ohne kais. Patente gestatten; gibt Patente nach seinem Belieben. „In summa, keiser heb einen hoch und den andern nieder respectu religionis, halt keine gleicheit." Niemand sagt dem Kaiser etwas; früher wurde der Spanier beschickt z. B. als der Rhein mit etlichen Fischgarnen überzogen werden sollte, damit kein Laich herauf komme. Spanien zeigt sich als Exekutor der Liga. Wie es mit der Justiz steht, ist bekannt. Vgl. Ferrara gegen Spanien und Parma und princeps Vallis Tari gegen den Papst, trotz der Bedenken der R. Stände ao. 82. Mb. 1H/15. 1 Vgl. Häberlin XIV, 620. 2 Dies bezieht sich auf die kais. Massregelung Ehems beim Augsburger R. Tag 1582 (I. 396). 193—194. 1589 183 193- Zacharias Geizkofler 1 an Erzherzog Ferdinand. 4- 14. Die Gesandten der protestirenden Fürsten werden vornehm- März lieh diese Punkte proponiren: 1) Einstellung der Exekution gegen P ra S die Strasshurger Domherren bis auf eine R. Versammlung; 2) Aachen und Augsburg nicht in exercitio relig. zu beschweren; 3) Abschaffung des niederländischen Kriegsvolks vom R. Boden; 4) Abmahnung Salzburgs und Würzburgs von ihrem Vorhaben und Persekution; 5) Interzession für Ortenburg. „Sunsten haben die Pfalzischen vil andere puneten furbringen, die anderen aber darein nit willigen wollen, sonderlich aber des herren von Mechsrains halber, der deswegen ain aignen diener zu dem Casimiro abgefertiget, so vor 2 Tagen mit befelch an desselben gesante ankommen; weliches J. Mt. gar frembt furkombt, das er bei dem schütz suchen will, der sich in allem derselben ungesorsamblich wiedersötzt." 2 . . . . Iimsbr. Kais. kgl. und fttrstL Sehr. Eigh. 194. Schomberg an Pfalzgraf Johann. Der K. schreibt an J. behufs Werbung von 400 Reitern, die mit den Truppen Tinteville's zusammen den s r de Saint Paul vor Tours Ankunft der für die Liga geworbenen Reiter aus der Champagne vertrieben sollen. 3 Es muss geheim bleiben, für wen die Werbung geschieht; die Reiter müssen Ende April oder spätestens 15. Mai a. St. in Metz sein; Nevers soll mit ihnen zugleich in der Cham- pagen eintreffen .....Die Reiter sollen das Gebiet Lothringens schonen; der K. hat seit den „dernieres aeeidens" bereits zweimal an J. und die andern deutschen Fürsten geschrieben, das letzte Mal eigh.; vielleicht sind die Sehr, nicht angekommen." J. möge dem TJeberbringer des letzten kgl. Sehr, sagen, „qu'il n'aye ny ä escrire ny ä envoyer personne par decä, ains poursuivre tousjours sa nögotiation avec V. Exe. attendant de mes nouvelles." . . Ma. 545|5 f. 00. Cop. 1 Vgl. über ihn Ad. Wolf, Lucas Geizkofler {Wien 1873) S. 191 ff. 2 Die T Berichte des Nuntius Puteo aus Prag über die Interzession (Eks es-Meist er I. 1, 309 ff.) entsprechen, was die Werbung der Evangelischenj betrifft, nicht dem offiziellen Aktenstück vom 8./18. März. Ueber den nach Rückkehr der Gesandten von J. C. ausgeschriebenen Korrespondenztag ev. Stände zu Heilbronn (11. Mai) und die dortige Betonung der Verfassungswidrigkeit des kais. Verfahrens vgl. M e,ijs|t!ejr ,'^Kapitelstreit S. 315 f. 8 J. C, der sich eigh. einen Auszug aus diesem Sehr, machte, bemerkt hiezu: „Nun ist St. Paul lengst schon zum duc du Maine uf Paris* gezogen;*Tauft schon wider einander". Vgl. über St. Paul Lettxeis mi'ss'ives II, 428 A. 2; über Tinteville ebd. IIF, 185 A. 1. 4 ^Zu einem Sehr. Tinteville's an J., Chälons 27. Apr./7. Mai (Ma. f.'189*), ( das auf die beiden kgl. Sehr, wegen der zu schickenden Reiter verweist, bemerkt J. C. eigh.: „Ergo wurd keine intereepirt worden sein, wie Baradatt furgeben hat; hat mir auch den namen nie sagen wollen." 184 1589 195—196. 11. März 195. Johann Casimir an Christian von Sachsen. 1 Ueber die deutschen Werbungen der „Ligeurs" und das par- mische Volk im Stift Trier; bittet um Forderung der Kaution von den Obersten.* Es ist seltsam den Rebellen gegen ihren König und Feinden der ev. Religion Vorschub zu leisten, zumal da nach Zeitungen aus Italien der Papst sich mit Spanien, Ferrara, Mantua, Savoien, Maiun und den Seinigen nach dem Tod der Guisen einer neuen Liga verglichen haben soll. Mb. 114|1 f. 87. Cono. berg 26. März 196. Joh ann C asimir an Pf alzgraf Johann. hl»rt ( Bara dats Werbung und ungenügende Beglaubigung. Sehr. Schomberga. Johann soll nicht selbst reisen). Hat die zu Winzingen getroffene Verabredung, wonach er mit J. an die andern Herrn schreiben oder schicken sollte, bei näherer Ueberlegung nicht ratsam gefunden. 3 Ebensowenig soll Barada mit seinen ganz ungenügenden Kredenzschreiben (ohne seinen Namen und ohne kgl. Siegel) sich zu den andern Herren begeben, zumal er keine Instruktion hat und selbst „wenig red und antwort zu geben und darumb das hauptwerk, wie es des konigs und ganzer sachen notturft erfordert, nicht auszufueren weiss," ja die ganze 1 M. m. an Kurbrandenburg, Magdeburg, L. Wilhelm und Julius von Braunschweig. . a Vgl. hiezu Ehses I. 2, 262; 269; 273; 286. Am 13. Febr. schikt J. C. an L. Wilhelm Zeitungen über einen drohenden Einfall der Spanier in die Pfalz (Marb. Korr. mit Pfalz, Or.); am 21. Febr. berichten die neuburgischen Räte aus Bergzabern, das parmische Volk, das nach Maestricht ziehe, lasse sich verlauten „zuvor ain suppen in der Pfalz zu essen" (Mb. 327/25). Auf der andern Seite gingen die Gerüchte von Kriegsplänen J. C. nicht aus; Minucci schreibt am 25. Jan./4. Febr. aus Rom an Baiern, der Papst habe ihm gesagt Trier und Köln wie die BB. von Basel und Strassburg ängstigten sich über Werbungen J. C, die aber wahrscheinlich für Frankreich bestimmt seien, „regem- que ipsum ipsius [J. C] et Navarraei quesiturum amicitiam, si a Guisiis periculum imminere animadvertat". In Maulbronn erregte die Aufmahnung pfälzischer Angehöriger durch J. C. Besorgniss (Abt von Maulbronn an Ludwig von Würtemberg 17. März, St. Pfalz 14°, II). Vgl. auch Segesser III, 392 A. 1; 427. 3 Vgl. No. 189; Ritter, Briefe und Akten I, 9 ff; ebd. 9 A. 3 die Kritik der Darstellung bei Thuanus XCV. 22. Am 16./26. Febr. befürwortet Schomberg aus Blois bei Pf. Johann die Werbung des (nicht genannten) kgl. Gesandten, der „amplement instruit" sei, und fügt bei: „le roy attend que V. Exe. prendra vous-mesmes la peine d'aller vers tous les princes pour moyenner le dict prest [300000 escus]; je me veulx promettre que V. Exe. le fera" (Ma. 545/5 f. 52, Cop. nach dem eigh. Or.). Am 21. März a. St. stellt Sancy, kgl. Gesandter in der Schweiz, dem Pf. Johann Vollmacht aus für Aufbringungieiner Anleihe für den K. bis zu 200000 fl. (ebd. f. 67, Cop.). Am gl. Tag brachte Baradat seine Werbung bei Pf. Johann an (Darlehen]von 300 000 6cus auf 3 Jahre gegen Versicherung auf die Einkünfte*von Lyon, Chälons und Riom tür Werbung von 6000 Reitern und 8000 196. 1589 185 Sache bei den ev. Fürsten verdächtig machen könnte. Dagegen 26. März soll J. nach Laut beiliegenden Conc. an Sachsen, Brandenburg, Magdeburg und L. Wilhelm schreiben; der Gesandte wäre mit Vorantwort und Vertröstung auf den Entschluss der andern Herrn zurückzuschicken. Beiligend Cop. seines Sehr, an den K. und das von seinen orthographischen Fehlern gereinigte schriftliche Anbringen Baradat's. Hat im Conc. darauf hingewiesen, dass Schom- bergs Sehr, im Or. an Sachsen geschickt werde, und seine Zusammenkunft mit 3. übergangen. [P. S.J Hat dem Gesandten angedeutet, dass er dessen Rückkehr für ratsamer halte, und sich von demselben seine Kredenzbriefe und die Sehr. J. au Sachsen und Hessen geben lassen. Da aber der Gesandte erwähnte, er habe auch Privatschr. von Schomberg an dessen Bruder, den sächsischen Marschalk, soll J. dieselben dem Gesandten abfordern und sich zum persönlichen Besuch der Herren oder Schickung eines vertrauten Rats erbieten. „Mit solcher meinung konten E. L. ine hinziehen lassen. Aber E. L. dorfen sich darumb nicht eigener person uf den weg machen, sonder bleibt bei voriger meinung, das E. L. die ding schriftlich verrichten." Doch ist die Sendung eines Vertrauten zu jedem einzelnen Fürsten angezeigt. Auch an Braunschweig, Würtemberg und Ansbach wäre zu schreiben, da sich Kredpnzon nn sie vorfinden. 1 Ma. 54515 f. 92. Conc. Mann zu Fuss in Deutschland und viermonatliche Besoldung der kgl. Armee; die Werbung datirt vom 10./20. Febr. Dr. 9305). Noch am 21. März lud Johann J. C. zu einer Zusammenkunft ein, die in Win- zingen stattfand; J. sagt in seinem Sehr., Jean Barrada (in einem Sehr. 2. April richtig: Wilhelm von Baradat, vgl. Lettre s miss. III, 129 A. 1) sei ein Diener Schombergs und begleitet von dem kgl. Kurier Lyon, der Handschr des K. für J. und J. C. bei sich habe (Ma. f. 71, Or. pr. 22. März). Noch aus Winzingen befürwortet J. am 23. März die Werbung B. bei Sachsen und Hessen, da er selbst durch die Entbindung seiner Gemahlin u. a. Geschäfte sowie durch das spanische Volk im Stift Trier verhindert sei nach Schombergs Gutachten B. selbst zu begleiten (ebd. Cop.). Von gl. Datum seine ganz allgemein gehaltene Antwort an Heinrich III. sowie eine Weisung an die Gesandten in der Schweiz Brulart und Sancy, deren Sehr, vom 15./25 März ihm Baradat zustellte, sich wegen der Truppen und des Gelds unmittelbar an J. C. zu wenden. Am 24. März schreibt J. an Schomberg über seine Reise mit B. zu J. C, den er „bien affectionne" fand; „si le roy le veult et s'il se pourra faire avec le conseil de ses amis, il sera bien rösolu d'assister le roy non seulement avec ses bons moyens, mais aussi avec sa propre per- sonne"; Seh. müsse jedoch so schnell als möglich „avec plein pouvoir et entiere rösolution du roy" nach Deutschland kommen und der K. sich mit Navarra vergleichen und Rel. Freiheit gewähren (ebd. Copp). Seh. ging aber, angeblich durch Gefährdung seiner Reiseroute genötigt, mit seinem Begleiter de Thou nach Südfrankreich und dann nach Italien (Thuanus a. a. 0.). Am 23. April/3. Mai schrieb er an J. aus Tours, s. u. 1 Am 27. März schrieb J. C. an Heinrich III., er habe, da Baradat „n'a charge de passer plus outre", mit Pf. J. verabredet, dieser solle B. „lettres de creance" an die andern prot. Fürsten mit befürwortenden Sehr, schicken; deren Erklärung wollten er und J. dann mit ihrer eigenen Erschliessung dem Gouverneur der Metzer Zitadelle zustellen 186 1589 197—198. 28. Märzl97. Bürgermeister und Rat zu Frankfurt an Johann Frankfurt Casimir. Lehnen J. C. wiederholtes Ansuchen ab, seinem Rat Michael La Hugerie auf eine Zeitlang Wohnung dahier zu gestatten, weil derselbe bei Personen hohen und niedern. Standes alllerlei Anhang haben soll, woraus ihnen bei ihrer amtlichen Stellung leicht die Ungnade J. C's. erwachsen könnte. „Segurius Pardillianus" wurde ebenfalls gewarnt, er möge sich an einen gewahrsameren Ort begehen, und hat bisher gutwillig diese Stadt gemieden. Prankf. K. Angel, f. 163. nr. 10002. Cono. 3 - A P ril 198. Johann Casimir an Dohna. (Dohnas Rückkehr. Die Spanier an der Mosel. Französische Werbungen gegen Savoien; Beistand der Schweizer. Navarras Erfolge und Zusammenkunft mit Heinrich III.; dessen Sehr, an J. C. Dänemarks Tod. Kaspar und Dietrich von Schönberg. Erwerbung von Metz. Strassburger Sache. Ev. Gesandtschaft in Prag. Magdeburg u. Preussen, Revision. Visitation eingestellt. Jagd. La Noue. Die englische Flotte.) „Mein gnedigen gruss zuvor, lieber baron! Eur letzt schreiben under dato den 16. februarii ist mir den 25. martii durch eur lackai uberantwort worden und bin mit eur entschuldigen eurs aus- (Ma. f. 94, Cop.). Am 29. März spricht J. C. seine Ueberzeugung gegen J. dahin aus, der ganze Handel sei „von Casparn und Dietzen von Schonberg ein lauter practicierwerk" und grosse Vorsicht nötig (ebd. f. 106, Conc). Ein Sehr. Heinrichs III. an J., Tours 8./18. März, das die Werbung von 400 Reitern betraf und auf Schomberg verwies und von J. nebst Sehr. Seh. und des Gouverneurs von Metz am 31. März an J. C. geschickt wurde (vgl. No. 194), machte diesen .nur noch misstrauischer; er ging auf J. Vorschlag, Schenk hiefür zu gebrauchen, nicht ein, sondern warnte in seiner Antwort vom 2. April J. mit dem Beispiel Mümpelgarts und den Drohungen des spanischen Kriegsvolks. — Die höchst ablehnende und misstrauische Haltung J. C. gegenüber dem Gesuch Heinrichs in., die besonders auch in dem Sehr, an Dohna vom 3. April hervortritt, wurde gewiss nicht durch die Angst vor dem spanischen Volk im Trierischen bestimmt; seine alte und tiefe Abneigung gegen Kaspar von Schomberg spielt jedenfalls dabei eine bedeutende Rolle, aber erklärt doch auch nicht alles. Der Bericht bei La Hug. III, 266 ff. über J. O. Anwürfe bei Lothringen behufs einer engeren Verbindung, einer Art von Rheinbund unter Leitung beider Fürsten ist, solange anderweitige Bestätigung fehlt, natürlich mit grösster Vorsicht aufzunehmen; dass aber eben damals J. C. durch La Hug. mit Lothringen Verkehr unterhielt, steht ausser Zweifel (Lepage, Lettres de Charles de Lorraine, 1864, S. 115 f.). — Nicht sicher unterzubringen vermag ich ein Heidelberger Verzeichniss von Briefaufschriften, die sich auf Schomberg beziehen (Ma. 545/5 f. 21): „1) A mons r mons r le Loup Rabver, estont ä prösent ä Cassel. Nota, ob Schonberger hierunder gemeint. 2) A monsr mons r Federich. 3) A mons r mons r Daniel le Reicq, secretere [de monseigneur le lantgraf. 4) A mons r mons r Videmarq, secretere de mons r de Schonberg. Was in dem einen Brief ä mons r le Loup~ge- standen: Gard<5s-vous bien des pastes du lion. Item: Quand je ne vous cerche, je suis apres de vous". 198. 1589 187 bleibens zufrieden, jedoch will mich versehen, wen ir eur gescheften 3. April werdet uf ein ort gericht haben, ir euch unseumlich wider einstellen, car depuis la mort de Guisa et son frere le cardinal hat sich vil dings verendert und ist heutigs tags ein gross gewerb sonderlich uf der Liga seiten; besorg aber, was sie nit in den stiften bekomen, sunsten schwerlich ufkomen werden. Spa. hat nun ein lange zeit sein furnembst kriegsvolk in dem stift Trier und ander herumb- liegende orter an der Musel liegend, bedrauen der Pfalz, wie hiebevor besehenen; verhoff zu gott, sie werden es auch dabei bewenden lassen. Mir andern tuen kein ander preparation darzu, dan das mir etlich stedt und flecken an der Musel besetzen; Trier und Mainz haben an mich gesunnen, das kriegsvolk zu beschreiben, hab es bewilligt mit dieser condition, wen sie uf unser erinnern nit parieren wollten, das sie die pfaffen neben und mit mir und ander darzu tuen, was sich vermog reichsconstitution geburet; ist solch begern wider von ihnen replicirt worden; bin darauf nachmals meiner meinung blieben. Und demnach ich verstehe, das die ritterschaft im stift Trier, auch die Untertanen ganz unwillig und begeren nur wie Petrus dareinzuschlagen, sur ce je fay les sonder; wen sie ein lust darzu haben, wollen mir sehen, wie mit disem zerstrenetfen] volk ubereins zu komen sein möcht; und wolt euch meines teils auch gern dabei wünschen. 1 Der kunig wirbt nichts besonders, dan Harecourt 600 pferd, capitaine Lambour 600 oder wo er es ufbringen kan, 1000 landsknecht Soldaten, sollen uf Genf zuziehen, halt dafür, Savoy widerstand zu tuen, damit er nit weiter in Frankreich einreiss. 2 Dan die Schweizer dem kunig beistand zu tun mit irem eussersten vermögen anerpoten, etlich bapstischen 1 Vgl. Ehses I. 2, 269. Am 27. März schreibt Kolbinger aus Heidelberg an Dohna: Die, die jetzt uin Hülfe gegen die Spanier an der Mosel flehten, gaben im Vorjahr in der gleichen Gefahr unsern Soldaten kaum für einen Tag Quartier und Kost; „at nobis integrum non est communem securitatem tanti emere; Wirtembergicus aliquid monstri alit, cuius tarnen subditi terrore panico perculsi a nostra vi et impetu inepte sibi metuunt". Trier sei vermutlich schon gestorben; „vix similis obstinatiae canonici eligent aut invenient" (Mb. 113/3° f. 12, eigh. - ). Ein Konvent von Räten der rheinischen Kff., den Köln aber nicht beschickte, fand wegen des Durchzugs Ottheinrichs von Braunschweig, Karls von Mansfeld und Melchiors von Eltz Ende April in Koblenz statt; am 30. April berichten die zurückreisenden pfälzischen Eäte, die Spanier seien ins Kölnische gezogen; Trier habe etliches Landvolk beisammen (Mb. Hill). 2 Vgl. Segesser III, 383 ff; 403. Nicolas de Haraucourt, der am 17. März sich zu Solothurn verpflichtete für Genf 200 leichte Reiter und 600 Mann zu Fuss aufzubringen (Ma. 545/5 Or.), schrieb am 16. April aus Strassburg an J. C, Kriechingen, dem er Briefe Sancy's für J. C. zugestellt habe, sei daran, um Durchzug durch die Pfalz nachzusuchen (ebd. f. 159). Am l./ll. April schreibt Sancy aus Solothurn an Pf. Johann über den bevorstehenden Angriff der Genfer auf Savoien und bittet um Sendung von 100000 fl., falls J. die Werbung von 3000 Pf. und 6000 Knechten nicht tunlich finde (ebd. f. 120). Kolbinger klagt in seinem Sehr, an Dohna, Bern und Genf veranstalteten Werbungen durch den Lothringer Haraucourt „insalutato magis- tratu nostro principe' 1 . 188 1589 198. 3. April orter wolen sich auch darzu schlagen und mithelfen. Die gesandten von des kunigs von Frankreichs wegen zu den Schweizer geben für, sie hetten wol gewalt und bestallung, 1200 pferd ufzubringen, wollten gern einen zum oberster [!] haben, und stehet darauf, sie mich darunder ersuchen mochten, *„einen furzuschlagen". Ditz von Schonberg ist diser befelch zu Frankfort angeboten worden, aber abgeschlagen. Le roy cherge argent partout, mais j'espere que les Parisiens et aultres rebelles poieront bien l'escot etc. etc. Ich furcht, der von Maine wurd den kurzen halm ziehen müssen; er hat nit sonders vil volk, verlaufen teglichs von ime weg, der Franzosen gebrauch nach. Die Spanier, so an der Musel liegen, halt ich dafür, das sie nit in Frankreich ziehen werden; der hunger hat sie daher gedrieben und machen ein gross geschrei. Wen nun Engeland itzunder ein stark werbuug in Teutschland furnemen tet, kunt man nit wissen, ob es in Frankreich, Lutzelburg, Burgund oder aber Niderland gelten solt; möcht solchs die Spaniart wol im zäum halten. 1 Es wurd sich dies jar noch vil seltzams ding carten, davon man itzunder nit judicirn kan; gott wende es alles nur zu seines namens ehre und seiner betrubte[n] kirchen zum besten, amen. Navarra triumphirt, nimmt ein flecken nach dem ander[n] ein, hat kein widerstand. Man gibt für, das die beiden kunig nit weit von Tours beieinander sollen gewesen sein; ist dem also, desto besser. Ich hab aber dessen kein grund, den was an allen orten aus Paris gesprengt wurd, welchs nur den kunig desto mer bei dem gemeinen man verbittert zu machen. 2 Lion ist auch von kunig revoltirt; als solchs der kunig vernomen, hat er gelacht und gesagt: „Tant plus d'argent", also das er sein rechnung macht, sie werden in die buxen blasen müssen. Etzlichen mochten inen wol imaginirn, es wurd dem kunig also ergehen, wie Spania im Niderland; ego non credo, sonder ir werdet gewis verneinen, das er noch dis jar escnmera-il la plus grand part. Savoy wurd gnugsam widerstand finden; dan Schweizer und was für teutsch kriegs- volk geworben wurd, darzu La Valette, Desdiguieres und, will man für gewiss sagen, Espernon, die sollen sich alle zusamen wider Savoy schlagen, also das er gnugsam zu schaffen finden wurd, und ist noch zu besorgen, weil er in Saluso zu tuen haben werde, das nit di Berner ime noch in seinem land an' einem ort einfall tuen etc. Sy Espagne vouloit maintenant monrir, ce seroit une belle compagnie pour la roine raere. Le roy m'a mende, ponrquoy il a este presse de faire ce qu'il a fait; habt * Das mit „ " Bezeichnete am Rand eingeschaltet. 1 Am 11. April sendet J. C. dem Pf. Johann das Mahnschr. eines vornehmen Herrn aus England, „so am negsten nmb und bei der konigin. auch den wichtigsten und geheimbsten gescheften beiwohnt", wegen Unterstützung Navarras; er wolle sich an einem gemeinsamen Werk beteiligen, aber nicht abgesondert beladen (Ma. ebd. f. 118, Conc). 2 Ueber die zu Tours geführten Verhandlungen Mornay's mit Heinrich III., die mit Hülfe Schombergs die Uebereinknnft vom 3./13. April herbeiführten, vgl. Dupl. Mornay IV, 343 ff; Thuanus XCV. 8. . 198. 1589 189 solchs hiebei zu empfangen, das dienet bei guten gesellen wol. 3. April Tenes-le 14= jour secret, car le roy Tenvoiera ä aultres princes; oder aber meldet rat, von wem ir es empfangen habt; il y a en ce faict icy beaucoup a considerer. 1 Ich vernim auch itzunder, das die kunische[!] gesandten, so zu Soluturn in Schweiz, als nemlich Harle et Sanse [!] seind, wollten gern befurdern, damit Ditz von Schonberg 3000 pferd und 6000 landsknecht ufbringen möcht; mais l'argent manque; et si les princes d'Allemagne ne aident, ist zu besorgen, des kunigs sachen den krebsgang gewinen möcht, und ich wolt es gern dahin richten helfen, das durch Navara autoritet dem kunig mit teutschen reuter und knechten die hand geboten wurde; und wen er itzunder geld hett oder Engeland helfen wolt, mochten etlich fursten auch noch etwas dabei tuen. Aber unser fromer kunig zu Denemark der ist zu frue in gott verschieden. L. Wilhelm zu Hessen hat ein eignen dienergestert zu mir geschickt, zu erlernen, ob das war sei, so man ausgesprengt, das mir etlich eseln mit geld geladen zukomen weren und das ich in Werbung stunde. Dis geschrei hat lang geweret, daher auch das Geschrei erschollen, das die Spanier, so an der Musel liegen, sich vernemen lassen, wen ich in Frankreich ziehen will, wollen sie mir den pass weren ete. Frankreich wurd mich nit gebrauchen, noch vil weniger darunder ersuchen; dan Caspar und Ditz von Schonberg werden es nimermehr zulassen, dan sie ir reputation, ich hett schier gesagt, ir diepstal verlieren werden etc. etc.* Sie haben beide kein gunst mer under den kriegsleuten, werden doch renk und mittel zusamenkeren, sonderlich Caspar von Schonberg durch seinen bruder, so marschalk am saxischen hof ist, damit sie uf den beinen komen mögen. . Ich werde auch glaublich bericht, das der kunig die protestierende fursten umb ein anleihens ersuchen willens; 8 leihen sie geld allein und hat Caspar als veldmarschalk das direktorium, und wurd es erger werden, dan zuvor nie, sonderlich wieder unser glaubens- genossen. Darumb stehe ich in dise[n] gedanken, das was mir fursten tun wolten, das mir dem kunig ein anzahl reuter und knechten ufgebracht, zugeschickt und einen monat sold, wo aber drei monat inen versichert von uns wurden, das er uns Metz zum underpfand wider einräumen wolt und das ein teutscher fürst zum haupt verordnet wurde etc. 4 Ich besorg aber, unsere herfn werden nichts darzu tuen. Was für beschwerliche reichssachen heutigs furgehen, ein buch papier wer nit davon zu schreiben; zu eur ankunft werdet ihr das alles vernehmen. Unsere legatus [!j am kaiserlichen hof ewangelischen capitular wegen zu Strasburg hab[en] nicht vil guts ausgericht, sonder die sau und den Undank hab ich verdienen 1 J. C. schickt Dohna nicht die eigentliche Werbung Baradat's, sondern nur die Rechtfertigung des Verfahrens gegen die Guisen, vgl. S. 180 A. 1. 2 Vgl. S. 185 A. 1, über J. C. Abneigung gegen Dietrich von Schönberg La. Hug. III, 267 f. 3 J. C. verheimlicht Dohna das bereits durch Baradat an ihn gebrachte Ansuchen. 1 Hier tritt der Hintergedanke der Erwerbung von Metz deutlich hervor; vgl. S. 150; 173 A. 1. 190 1589 198. 3. April müssen etc. wie der alt brauch gewesen. Reveil matin. 1 Administrator soll sein eltisten söhn, welcher nun ein gute zeit zu Strasburg studiert, in Preussen schicken, vieleicht ein heurat zu dreffen oder zu einem künftigen erben. Ich vernim, das M. Gorg Fridrich nit vil lust mer hab, sich wider in Preussen zu begeben. Kaiser hat mir zu erkennen gegeben, das meine revisionssachen im junio iren fortgang haben soll etc.; das ist ein dank. 2 So wurd auch dis jar sowol als fernet kein Visitation aus Ursachen, das man den administratorn nit wil darzu lassen; daraus wol abzunehmen, was man im schilt füret. Es wurd einmal ein gemein Visitation müssen furgenommen werden et fauldra faire une chambre mipartie, wie in Frankreich vor zeiten ä tous les chambres de parlement etc. 8 Ich kan und weis euch nicht sonders mehr zuschreiben, dan das der aurhanenkrig im ampt Lautern dises vergangen merz wol abgangen; drei pfalzgrafen als nemlichen uf Braunschweischen [?] H. Reichart, H. Hans unruhe und H. Carln etc.; 7 hanen hab ich selbsten geschossen. Ich hab euch zu der gesellschaft manch mal wol gewünscht. B. zu Trier ist totlich krank; was in Polu furgehet, bin ich eurm erpieten nach berichts und eur widerkunft bald gewertig. La Noue est tousjours ä Sedan; son fils sera en liberte; aber 4 furnemer spanischen herrn werden gegen ine in England los gegeben, welchs den vater sehr erfreuen wurd. 4 L'armee navale d'Engleterre n'est pas encore donnee voile, encore que le bruict court qu'elle a mis pied en terre pres La Rochelle. 5 Mit der zeit wurd dis alles besser reif werden. So ist die Sachen so verbittert in Galia wider einander, das kein reconciliation zu gedenken oder zu hoffen ist; so verbittert seind die parteien wider einander. A vostre venue vous aprendr6s beaucoup de particularites, welche ankunft ich gewarten tue. Eurm bruder sagt mein gnedigen gruss und die- 1 „Le Keveille-Matin des Frangois" (1574) ist die unerbittlichste literarische Verkörperung jener Rachestimmung, die durch die Bartholomäusnacht unter den Hugenotten erweckt worden war. Die Schrift geisselt u. a. die kurzsichtige Tatenscheu der deutschen Protestanten und ist durchzogen von Ausfällen gegen die Tyrannen und von Verherrlichungen des Widerstandsrechts bis zum Tyrannenmord. Die damalige Erbitterung des Heidelberger Hofs über den Kaiser bringt Kolbingers Sehr, an Dohna (S. 187 A. 1) wiederholt zum Ausdruck. „Nostri legati nondumPraga rediere; responsum imperatorium videor auribus meis iam praesentiscere; mora opus fuit, quia Roma et ex Hispania oracula petenda". Schon vorher wird gesagt: „Nunc ex aula Caesarea inter caetera impudentiae iuxta atque vehementiae plena ad Saxoniae prineipes scriptum: Evangelicos hactenus abusos Pontificiorum facilitate et humanitate non amplius meminisse, se non iure, sed quadam Imuxela et gratia toleratos. Quid ? Dicamne, quod res est ? Vix tantum adversarii in perniciem nostram moliri videntur, quantum nostris effeminatissimo animo indignissima quaeque perferen- tibus perpetrare facile possent". 2 Vgl. Häberlin XV, 170. 8 Dieses Zugeständniss war den Hugenotten im Frieden von 157G gemacht, aber schon im Friedensedikt des nächsten Jahres wieder eingeschränkt worden (vgl. Polenz IV, 58; 123). 4 Irrige Nachricht, vgl. La Hug. III, 35 A. 1. c Vgl. Ehses, N. B. I. 2, 258 A. 1. 198-200. 1589 191 weil ime wol mit schlafarischen [!] zeitung wol gedienet, so hab ich ime hiemit etliche zuschicken wollen, und bringt ime eins von meinet wegen. Hiemit gott bevolen. Vostre bon compagnon Ditz Wamolt ist auch zum alten häufen; Stocki oberster leutenampt wird mit der Jungfrau Reblingerin bis sontag über 8 tag oben hochzeit haben; wolt wünschen, das ihr auch dabei sein kunt. Datum 3. Aprilis anno 1589. Vostre bien affectionne" amy J. Casimir. Bm. Coli. Camerar. XXXV. Eigh. (pr. Königsberg 29. April). 199. Werbung im Namen Sancy's bei Pfalzgraf 8 - A pnl -r r. Zwei- Johann, brücken S. bezieht sich auf sein Sehr, an J., 1 „attandu qu'en la dili- gence consiste le brin du Service du roy". Sollte die Kürze der Zeit die erbetene Werbung verhindern, so bittet S. um Unterstützung der Zahlung der von S. geworbenen Truppen durch J. durch „teile somme que bon iuy semblera" entweder gegen die angebotene „procuration" oder, falls dies untunlich, auf eigenen Kredit gegen Versicherung von S. Ferner bittet S., da Sobole die Metzer Garnison nicht mehr zu bezahlen im Stand ist, um Erlegung von 20000 escus an Sobole gegen dessen Empfangsbescheinigung und nachfolgende Obligation des Königs, ev. „sur la responce et caution des estats de la ville de Metz". 2 Ma. 545/5 f. 118. Cop. 200. Otto von dem Byland Herr zu Rheidt an Pfalz- 8. graf Johann. 18 - April War im Auftrag Jülichs wegen Abschaffung der Spanier vom Kö ' n 26. Jan. bis zum 17. März in Brüssel. Parma erklärte es für 1 S. bat am 15./25. März aus Solothnrn J. um Aufbringung von 1000 oder 1200 Reitern und 50000 escus zur Sicherung des Aufmarsches für seine und die aus Deutschland nach Bourgogne und Champagne ziehenden Truppen auf Grund seiner und Brulart's „bons pouvoirs et procurations du roy" (pr. 21. März). In einem Sehr, aus Basel vom 21./31. März schickt S. dem Pf. die kgl. „procuration" mit einer „Substitution que j'en ay pass6 en blanc jusques ä la coneurrance de cent mille escus" behufs Aufbringung von 3000 Reitern und 5 oder 6000 Landsknechten; der Gouverneur von Metz, Tinteville und La Noue erklären dies für ausreichend, um dem K. die Oberhand in Champagne und Bourgogne und die Treue verschiedener jetzt wankender Städte zu sichern; er wagt diesen Schritt auch ohne besonderen Befehl des K., mit dem der Verkehr jetzt für sie sehr erschwert ist, „comme je s§ay que V. Exe. est le prince d'Allemagne, sur l'advis et amityö duquel le roy repose aujourdhuy ses affaires de delä", und bittet J. auch womöglich die nicht minder notwendige Geldunterstützung für Metz in Betracht zu ziehen; in einem P. S. entschuldigt er sich, dass er die Substitution auf J. Namen habe abfassen lassen, da der Notar eine Ausstellung „en blanc" als gegen deutsche Gewohnheit verweigert habe (Ma. f. 83; 102; Copp.). 192 1589 200—201. unmöglich bis zur Eroberung der von den Feinden besetzten Plätze und Unterwerfung der Rebellen Köln, Jülich, den rheinischen und den westfälischen Kreis zu verschonen. 1 . . Man würde aber eine "Wiederaufnahme der 1579 zerschlagenen Friedenshandlung nicht ungern sehen. Da er „jungstlich zu Friderichsbühl" J. C. sehr wohl geneigt zur Förderung des Friedens in den Niederlanden fand, bittet er J- 0. um Interzession beim Kaiser mit Mainz u. a. Fürsten zu ersuchen, ebenso Hessen, dass er sich mit Braunschweig des Werks annehme. Will nächstens zu Hessen und Braunschweig gehen, und bittet um Sendung der Copp. von J. Sehr, an J. C. und Mainz nach Kassel. 2 Mc. Jülich. Sucesä. Streit fasc. 72. Cop. 12. April 201. (Johann Minsing?) an Heinrich Pelen. Haag (Gertruidenberg. Die Staaten und Schenk; Rheidts Verräterei. Erbitterung des Jungherzogs vod Jülich gegen die Spanier. Neuenar und Hohensaxen gegen Schenk. Parmas Geldmangel). „Domine Henrice!" Grosse Aufregung hier unter dem gemeinen Mann seit der schmählichen Aufhebung der Belagerung von Ger- truidenberg. „Execrantur Status et eorum consilia". Feldmarschall Viliers und Admiral Verdugos beide tot." „In diesem zustand begeren die Staden des obersten Schenken, und in Sonderheit der gemein peuple will haben, man solle ime under äugen gehen; dan sie sehen wohl, es hab sonsten der krig gering authoritat. Viliers ist Schenken alzeit ufsetzig gewesen und ime nie kein ehr gegonnet; mocht nunmehr änderst werden. Aber Schenk lest sich nichts irr machen, sonder bevestigt sein schanz beim Zollhaus zum heftigsten und ligt dem feind stets in hären". 1 Ueber Rheidts Werbung und Vorschläge berichtet Parma am 24.' Febr./6. März an Philipp II.: Pazifikation durch Mainz, Trier, Braunschweig und Hessen unter kais. Vermittlung; Projekt Martin Schenk für Ungarn oder Polen in kais. Dienste zu nehmen u. s. w. (Brüssel, pap. d'etat et de l'audience 190, Conc). Ueber Gerüchte von einer Aussöhnung Schenks mit Spanien vgl. Ehses, N. B. I. 2, 215; 246. J. beantwortet das Sehr. Rheidts vom 18. April, ohne an Parmas guten Willen zu glauben, habe er doch an J. C. und L. W. geschrieben. Dagegen erklärt sich Philipp Ludwig in einem Sehr, an J. vom 6. Mai bereit, sich mit J. an dem Ersuchen beim Kaiser wegen der Friedenshandlung zu beteiligen. 2 Am 4./14. April ersucht Rheidt den spanischen Rentmeister „zu dem Grave", die ihm von Parma und den kgl. Räten zu Brüssel für wichtige Verrichtungen im Auftrag Parmas angewiesenen 5900 fl. brabantisch auszuzahlen oder gegen „pension" in Herzogenbusch zu verschaffen (Ma. 545/5 f. 124t>, Cop.). 3 Vgl. über den mutmasslichen Schreiber No. 43; über die Meuterei der Garnison von Gertruidenberg, die Aufhebung der von den Staaten angeordneten Belagerung und die Kapitulation der Garnison mit Parma am l./ll. April Bor III, 403 ff; hierzu Ehses I. 2, 273. 201. 1589 193 Man hat mit 0. nahe 36 a gehandlet; wie aber heiligende 16- April brief intercipirt worden und ime in handen kommen, hat er ein wandern krausen sin krigt, dan ine der 24. 16. 48. b von 49. 29. 26- 14. 52. c ein anders und das es von fursten des reichs hero kommen, eingebildet. Was er vor ein reise vor habe, kont ir inliegend verneinen; wan man im felde mit ime zu sprechen kerne, kont man hören, was er vor Sachen hinder ime 94 d betreffend. 1 15° e kont 23 f söhn H. J- advisirn, wan man der orts in vestimen- tis ovium und als oberster leutenant des westphalischen kreis kerne. 0. ist ganz unsinnig über obgemelten 49. 29. 14. 54. und spurt itzo, das man ine wolle umb den hals bringen. Er muss durch 15° gebiet." Der junge Herzog von Jülich ist wütend darüber, dass die Spanier einem Lakaien, den er wegen ihrer Plünderungen mit Briefen abfertigte, ein Ohr abgeschnitten haben, während es das Hofgesinde dem Lakaien, einem gewaltigen Fuchsschwänzer bei des Herzogs Gemahlin, wohl gönnte. „Hochgedachter junge herr, sagt man, wolle nun mit gewalt Geus werden, dan weil S. F. Gn. sehen, das die Spanier seine hern und er zum betteler darüber wurd, kan ers auch in die leng nicht leiden;" soll neulich von dem spanischen Oberst „Ciconien" auf das Amt „Brück" 18000 fl. aufgenommen, Iselstein auf das Amt Ravenstein 10000 Taler geliehen und 17 g ihm Bestallung auf Frankreich zugeschickt haben. 2 a Dechiffrirt: „Pol b „her". c „Raidt". ä „Spanien". e „P." (Pfalz). f „H. Julius". g „Hohensachsen". 1 „0." ist Martin Schenk. Am 31. März/10. April schreibt Rheidt aus Rheidt an „0." auf dessen eigh. Sehr, über „den hauptman, so sich in der Rom. kais. Mt. dinst gegen den erbfeind gebrauchen wolt lassen und darumb angesprochen" [Schenk], und bittet um Mitteilung der Bedingungen und der nötigen Vollmacht und Instruktion, ev. durch einen genügend beglaubigten Dritten, falls „er in der person allerhand gefars halben nit dahin gelangen kont", jedenfalls aber um eine persönliche Zusammenkunft am 10. oder 12. Mai; er müsse etwa 14 Tage nach Braunschweig und Hessen verreisen (Ma. 545/5 f. 124a, Cop.). Der weiterhin genannte Oberstleutnant des westfäl. Kreises ist eben Rheidt. Vgl. No. 200. Hieher gehört auch ein ebenfalls Pelen zugeschickter Auszug eines Sehr, des Dr. Otto Hartius, Agenten und Advokaten des westfäl. Kreises im Rat von Brabant, aus Brüssel vom 22. Febr./4. März an den Bürgermeister von Nymwegen, in dem es heisst: „On traicte avec celuy qui doibt travayller par delä, esperant qu'en deulx mois on serat quite de luy"; wegen dieser und noch wichtigerer Sachen geht von hier jemand an den Kaiserhof, „avec lequel suis-je ici estö empeche plusieurs sepmaines"; Gott möge alles zu seiner Ehre und „nostre delivrance . . de ceste guerre" gelingen lassen; Parma sei auf die Bedeutung der Schenkenschanze aufmerksam gemacjfct worden (Ma. 545/5 f. 122, Cop.). Ueber O. Hartius vgl. Inventarisvan het oud archief der gemeente Roermond IL 1 (1871),107 ff. 2 Ueber die Beschwerde und die Erbitterung des Jungherzogs Johann Wilhelm gegen die Spanier vgl. Stieve, Z. Berg. Gesch. Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 13 194 1589 201—202. 20 a will sein gerechtigkeit zu 4. 94. b übergeben, derwegen er dan alzeit verhindert hat, das 0. kein 78°tund 79 j bekommen, wie wohl 42 d ime das vor 6 wochen bevohlen und dieweil sie er- faren, ime 0- solches vorenthalten, ein starken filz darüber geschri- ben. Ich mocht gern wissen, was 17 vor ein dinst droben habe; er ist 0. nicht gut und vor sein person couarde en diable, kan aber wohl rechnen. Der prinz von Parma ist itzunder gar bloss, dan der Wechsel fallirt, hat nicht soviel zu wegen bringen können, das er die in Gertrudenberg bezale, sondern müssen ime borgen. "Was es in Frankreich geben werde, erwarten wir mit schmerzen; verhoff, 0. solle nunmehr zum feldmarschalk der 42 gemacht werden, nam sero sapiunt Friges, 1 Bitt, wollet dieses mein eilend schreiben P. debito modo und formlich furbringen; verdine ich wider und bitt umb bescheid, was seit hero neues aus Frankreich, Jlend G. [?], 12. Aprilis ao. 89. Tuus [unleserlicher Namenszug]. Entschuldigt mich beim herrn canzler; wan er inliegende brief lesen wurd, wurd er bald merken, quid antea scripserim." Ma. 545/5 f. 122. Or. 18. April 202. Landgraf Wilhelm an Christian von Sachsen, Kassel Werbung eines französischen Gesandten. Der K. scheint demnach wirklich nicht aus eigenem Antrieb den letzten Krieg angefangen und die deutschen Gesandten beschimpft zu haben und fast anteactorum poenitentiam und Gnade zu suchen. Es wäre grosses Geld wert, könnte man dadurch den K. aus den zwei gottlosen Bündnissen, dem Bayonnischen und der Sancta Liga, bringen. Durch undankbares Zurückstossen dieser Gelegenheit könnte man vielleicht den eignen Untergang herbeiführen. Hat den Gesandten ohne endgültige Antwort entlassen und wartet auf die Erklärung Chr. u. a. Herren. Ob nicht anstatt der vom K. angebotenen Städte die Verpfändung von Metz, Toul und Verdun zu erlangen wäre ? Dann wäre das Geld nicht übel angelegt. 2 Dr. 9305. I. d. Or. a „Neuenar". b „Coln Spanien". c f „Kriegsvolk", a „Staden". Ver. XIII, 143; Ehses I. 2, 257 f; über den Statthalter Cigogna in Eoermonde ebd. 114; 310 A.l; überHohensachsen van der Aa VI, 301 f. über Ysselstein ebd. XII. 2,6. 1 Vgl. Ferber S. 275 ff; Ehses I. 2, 215; 246; über damalige Anknüpfungen Scbenks mit J. C. Ferber S. 279. 8 M. m. an Magdeburg. — Baradat, von Pf. Johann mit Em- pfehlungsschr. (vom 2. April, an Hessen, Magdeburg, Sachsen und Brandenburg) und mit einem Begleiter, dem Faut zu Falkenburg Salomon von Ketschaw, versehen, kam am 12. April nach Kassel und erhielt von L. W. am 19. April eine ausweichende Antwort; L. W. •schreibt den 22. April an J., es sei höchst bedenklich, dass Heinrich III. sich noch zur papstischen Eel. bekenne, ja sogar öffentlich erkläre, die Hugenotten bis aufs Aeusserste verfolgen zu wollen. Am 24. April meldete sich B., dem L. W. ebenfalls einen Diener beigegeben hatte, 203—205. 1589 195 203. Pfalzgraf Johann an Wilhelm von Jülich. 20. April Zwei- Empfiehlt gegenüber der neulichen Bedrohung der Stadt Aachen Drücken durch die kais. Kommissare und die Gesandten Ws. und Parmas unter Bezugnahme auf die Werbung der Gesandten evangelischer Stände beim Kaiser die Anwendung gütlicher Mitte!, 1 Mc. Jül. Snoc. Streit, f. 72: h. 200. Cop. 204. Instruktion K. Philipps II. für den nach Frank- 21. Apr il reich, abgefertigten Commandeur Juan de Moreo. 1-Mai San . . „AI conde de Salma direys alll, como se le ha despachado Lorenzo la cedula de un habito mostrandole, como este es el camino para su pretension y la buena voluntad que yo le tengo. AI coronel Sanblemont direys tambien la satifacion que tengo de sus servicios, y que assi terne con ellos y con su persona la quenta que es razon; y sin dezirle a el mas que esto, informareys despues en Flandes al duque mi sobrino de lo que pretende, para que me informe de lo que en ello convendra. Procurad en la dicha Lorena de informaros bien de las personas que antes os lo apuntaron la forma que entienden que avria para prendar ä Casimiro en que no inquiete con levas pefjudiciales ä la christiandad, sino que antes las impida y se sosiegue; y dareys despues al duque mi sobrino muy particular quenta desto y de todo lo demas que alll passaredes, para que pues se lo tengo cometido, pueda guiarlo en la forma que convenga." . .,. . Pa. K. 1449. 205. Walsingham an (Johann Casimir.) 1 26. April (Praktiken Parmas in Schottland. Gute Nachrichten aus Frankreich. 6. Mai Wunsch der Königin nach einer Verbindung mit den deutschen Protestanten.) „Le duc de Parme a dernierement pratique quelque chose en Escosse et par ses menees a eu de grandes intelligences avec quelques uns des seigneurs du paus pour y mettre sus une nouvelle zu Halle bei Joachim Friedrich, der ihn am 26. „in der enge" empfing und „gutwillig", aber nicht bindend beantwortete. Am 26. April befürwortete J. Fr. bei Sachsen und Brandenburg Unterstützung des Königs, der vielleicht doch noch aus einem Saulus ein Paulus werden könnte, aber nicht offen, sondern unter der Hand; man könnte dabei „Metz und was daherumb ist" wieder bekommen. Am 4. Mai wurden B. und Kötschaw zu Dresden von Pauli und Krall gehört, am 5. mit Vorantwort entlassen, ebenso am 13. in Berlin. Sachsen und Brandenburg versprachen ihre endgültige Antwort nach Kassel zu schicken. Immerhin erklärte sich Kf. Christian am 4. Mai gegen Brandenburg für Unterstützung des Königs, aber insgeheim und durch Vermittlung L. W., dem er am 6. Mai Stellung von Reitern und Lieferung eines Monats für den Musterplatz vorschlug (Dr. 9305; Ma. 545/5). 1 Vgl. Bitter, D. G. II, 70; Ehs es I. 2, 212; 250 A. 2; 516 f; ein Sehr. J. C. an L. Wilhelm vom 20. März 1589 bei K e 11 e r, Gegenreformation II, 96. 1 Auszug, am 14. Juni von J. C. an L. Wilhelm geschickt. 13* 196 1589 205—207. alteration, mais le roy ayant descouvert la pratique ä bon heur s'est mis en campagne avec ses forces contre les chefs de la partie, lesquels il poursuit en personne, de sorte qu'avec l'assistance de la roine ma souveraine il y a bien d'esperance que le roy a ce coup depestrera son royaume de tous les principaulx Papistes qui ont tant de fois trouble le repos d'iceluy. 1 Monsieur Stafford estant revenu de France nous a apporte de grandes esperances que toutes choses s'acommoderont bien en ces quartiers-lä, mesme- ment ä cause de l'accord qui a este maintenant fait entre le roy et le roy de Navarre. Et si les princes d'Allemagne qui fönt profession de la vraye religion pourront estre induits de prendre la commodite que par le moyen de cest accord leur est präsentee, il est bien d'apparence que le roy perdra encores beaucoup de son autorifoj et n'aura point la puissance de faire tant de mal pour l'advance- ment de sa partie, oomme il desire. Auquel fin Sa M td a bien d'envie de se joindre avec lesdits princes par ses ministres y expres- sement envoyez, mais le peu de fruit qu'elle a recueilli des negotia- tions passees, luy a donne" bien l'occasion de ne se mesler davan- tage en l'affaire sans premierement entendre la disposition des dits princes." Ma. 545/5 f. 182. Cop. 16. April206. König Heinrich von Navarra an Johann Casimir. 7. Mai Seine Vereinigung mit dem König gegen dessen Feinde. Be- Saumur glaubigt den s r de R6aus zur Werbung neben den kgl. Gesandten und Agenten und ersucht um Hülfe gemäss „l'afectyon qu'aves touryours demonstre au byen de cest estat." Ma. 545J5 f. 153. Eigh. (pr. 27. August)« 27. April 207. Joachim Friedrich von Magdeburg an Christian Halle von Sachsen. Unterstützung des K. von Frankreich; die Verbindung mit Frkr. vormals, besonders für den Rel. Fr., den Evangelischen vorteilhaft. Chr. kann dabei grossen Namen und Ruhm erwerben und dem Fürsten Christian von Anhalt zur Vermählung mit der von Lothringen vergebens in Gutem und mit Gewalt für seinen Sohn begehrten Erbin von Bouillon und zu einem Einkommen von 120 000 Franken verhelfen; die ev. Fürsten bekämen so zwischen Frankreich und Deutschland einen vertrauten Nachbarn und Pass. Schomberg soll schon in Deutschland sein und gute Resolution erwarten. In der Stille zu traktiren. 8 Dr. 9305. I. f. 30. Or. 1 Vgl. D. Calderwood, The Hist. of the Kirk of Scotland (ed. 1844) V, 6 ff. 2 Ein Sehr. Navarras an den Strassburger Rat, Tours 26. Apr., 6. Mai, mit Beglaubigung Sancy's oder eines von S. beauftragten Überbringers behufs Erwirkung einer Geldhülfe, wurde in Strassburg bereits am 27. Mai präsentirt (Str. A. A. 1858, Or.). 8 Am 30. April sehrieb auch Dietrich von Schönberg an L. Wilhelm über Lothringens Vorgehen gegen Jametz und fügte bei: „Ich wünschte 208-209. 1589 197 208. Pfalzgraf Johann an Pfalzgraf Georg Hans. 27. April Zwei- Hat glaubwürdig gehört, Gr. H. wolle sein Amt Veldenz auf Drucken - Wiederlösung an Friedrich Cratz von Scharpfenstein 1 um 32000 fl. verkaufen. Obwohl er hofft, dass G. H. nicht nach der Alienation Z u Pfalzburg weitere gefährliche Kontrakte vornehmen wird, wollte er ihn doch um Aufklärung ersuchen. 3 Mb. 827[26 f. J. Cop. 209. Instruktion Joh. Casimirs für den an Landgraf Wilhelm abgeordneten Herrn von Putlitz. J. 0. hat sich gegen Sancy erboten, mit L. W. die Mittel zu einer der grossen Werbung vorhergehenden geringeren „levee" bei- zuschaffen. Wenn W. sammt dem unbenannten Fürsten 150000 fl. und J. C. mit seinen Vettern Philipp Ludwig und Johann sowie M. [Ernst] Friedrich in die 100000 fl. darleihen würden, so blieben, die erste „levee" zu 100000 fl. gerechnet, noch 150000 und bei der zu erwartenden Beteiligung von Magdeburg, M. Georg Friedrich, Heinrich Julius von Braunschweig, Würtemberg u. a. für den grossen Nachzug 200000 fl. übrig. Dann würde gewiss auch England mehr von herzen, das ein Amadis de Gaule under den jungen teutschen fürsten were, der das schöne wolgezogene freulin von ihren feinden erretten wolt"; viele ehrliche Leute und er selbst würden gern dabei sein und 100000 Taler zur Hülfe genügen (Marb. Frkr. 1589, I, Or.). Als die Gesandten wieder nach Halle zurückkamen, teilte der Kanzler Meckbach Kötschaw mit, er habe Förderung der französischen Sache bei Sachsen nnd Brandenburg durch Johann Georg von Anhalt durchgesetzt; der Administrator betreibe einen Konvent der Räte zu Kassel und sei entschlossen, mit andern auch ohne Zutun der beiden Kff. den K. nicht zu verlassen, doch sei Schombergs Anwesenheit wünschenswert (Bericht Kötschaw's an Pf. Johann vom Mai, Ma. 545/5 f. 168, Cop.). Johann Georg von Anhalt (vgl. sein Sehr, an Magdeburg, Dessau 23. Mai, Marb. Frkr. 1589, II, Cop.) besprach sich in der Tat am 16. Mai zu Berlin mit dem Kf. von Brandenburg, der aber von der ganzen Sache nichts wissen wollte, dem K. misstraute und das Projekt „mit der von Bullion" durchaus widerriet; „wer es aber tun wolte, der möchte es auf sein ebenteuer tun"; Kursachsen sei allerdings geneigt dem K. mit Volk und Geld zu helfen, was Christian von Anhalt bestätigte. 1 In einem Sehr, an Philipp Ludwig vom 22. Mai fügt J. bei: „oder vielleicht in dessen namen dem bischof von Trier". 2 Vgl. No. 187. G. H. erklärte am 2. Mai, er habe mit Kratz nur eine gewöhnliche Zinsverschreibung für 20000 fl. abgeschlossen: er beschwerte sich bitter über die feindliche Haltung J. und die Umtriebe des zweibrückischen Rats Gallus Tüschelin; am 15. Mai wies der letztere im Auftrag J. brieflich G. H. „Verläumdungen" wegen der Hintertreibung des Verkaufs von Veldenz zurück und forderte von 6. H. Erklärung darüber, wen er mit dem Rheinbad u. dgl. meine. Dies bezieht sich auf das Sehr. G. H. an J. vom 2. Mai, worin es n. a. heisst, neulich habe ein Pf. gesagt, „wenn er uns bei den haaren hette im Rhein im wasser, wolte er uns fahren lassen"; man sehe hieran die christliche Liebe und Blutsverwandschaft. Mai 198 1589 209—210. als je zuvor beitragen. Ein englischer Gesandter an W. und J. C. unterwegs. J. C. ist daran, bei den Staaten eine ansehnliche Hülfe zu erlangen. 1 Wie es mit der Assekuration und Obligation zu halten? Auf ein qualifiziertes Haupt für den Nachzug zu denken. Schlägt vor, das gesammelte Geld bei W. und in Heidelberg z u hinterlegen. Ma. 544/5 f. 232. Cop. 8. Mai 210. Johann Casimir an Pfalzgraf Johann. Heidelberg Auf J. Sehr, vom 5. Mai. Zunehmende Bedenken: Alles nur durch kgl. Diener gesucht; alte Schulden der Krone an Pf., Undank; J. C. wird sogar als Anhänger der Liga hingestellt u. s. w. Versehreibung ohne kgl. Approbation nicht bindend. Ob es nicht Gliedern des Reichs verweislich, zur Erhaltung der Garnison von Metz beizutragen?' Kf. Friedrich hat einst eine von Brandenburg 1 Vgl. S. 202 A. 1. Am 27. Mai beauftragt J. C. Putlitz, der zur Beerdigung des Herzogs Julius von Braunschweig (f 3. Mai) reiste, auf der Hin- oder Rückreise mit L. Wilhelm und dem Administrator über die französische Sache zu reden und J. C. Bereitwilligkeit mit andern zu erklären (Ma. f. 234). Putlitz traf am 28. Mai zu Kassel „capiten Barradaf und Lyon, die bei den Kff. wenig ausgerichtet und nur mit etlichen Räten traktirt hätten; der Marschall Hans Wolf von Schönberg habe nie mit B. geredet und sei nicht zu ihm gekommen; dagegen rühmten sie das gnädige Erbieten des Administrators. L. W. habe P. nicht zur Hochzeit [der L. Anna Maria] erfordert (P. an J. C., Münden 29. Mai, ebd. f. 279, eigh.). Vgl. über eine prophetische Warnung L. W. an Baradat Thuanus XCVI. 7 (IV S. 762). 3 J., der schon am 8. April J. C. Misstrauen gegen die Werbung Baradat's lebhaft bedauert hatte, schickte am 12. April seinen Kanzler Schwebel aus triftigen Ursachen an J. C; es handelte sich offenbar um die Geldunterstützung für Metz (vgl. No. 199), über die sich eine lebhafte Korrespondenz zwischen beiden Pf. entspann. Während Sancy (Thonon 3./13. Mai), dem J. die „procurations" zurückgeschickt hatte (vgl. ebd.), und Sobolle (Metz 3./13. und 5./15. Mai) bei J. auf Abschluss drängten und auch Tinteville durch Couvrelles um schleunige Sendung der 600 Reiter bat (Chalons 27. Apr./7. Mai), nahm J. C. seine bereits gegebene Zusage, auf welche hin J. mit La Coste abgeschlossen und dem Gouverneur von Metz in diesem Sinn Nachricht gegeben hatte, wieder zurück und erhob alle möglichen Bedenken, statt die in Zweibrücken beschlossene Obligation über ein Darlehen von 25000 fl. zn vollziehen, obwohl J. sich für die Zurückzahlung bis Weihnachten verbürgen wollte. Am 11. Mai beantwortete J. das obige Sehr, mit ausführlichen Gegenargumenten; seine nach Metz gegebene Erklärung mache es ihm und J. C. unmöglich, mit Anstand zurückzutreten; die Verhandlung mit Epernon, Sobolle, La Coste, Joly und Sancy sei so gut wie mit dem K. selbst; die Verdächtigung J. C, von der ihm bisher nichts vorgekommen, würde durch Weigerung der Hülfe nur bestätigt werden; auf Drohungen habe doch J. C. früher nie etwas gegeben; „und wollte gott, E. L. her vater seliger wäre noch im leben, S. L. wurde ir sonder zweifei diese itzige . . Gelegenheit besser angelegen sein lassen als das sie sich mit dem exempel der gesambten preussischen belehnung, Mai Metz Dresden 210-212. 1589 199 begehrte Mitschickung an Polen, Preussens wegen, abgeschlagen. 1 Bedenklich, sich abgesondert in dieses Spiel einzulassen; erinnert an Mümpelgard. Das Geld bis auf Weiteres zurückzuhalten. (Zettel.) Es wird mit Schenk gehandelt, dass er sich in Ungarn oder Polen gebrauchen lasse. Beiliegende drei Copp. bebestätigen, dass man damit die Spanier in den Niederlanden von ihm befreien will, und zeigen, durch wen dies praktizirt und was von der gütlichen Unterhandlung zu halten, dass es ferner mit Par- ma's Geld und durch die Person, zu der er und J. sich eines Bessern hätten versehen sollen, getrieben wird. Dies in hohem Vertrauen. 8 Ma. 545/5 f. 184; 190. Conc. 211. Sobolle an Pfalzgraf Johann. __ iL 19 . . . „Je scay qu'avec celuy que mon dict s r d'Espernon m'en- voye, y a un secretaire de monseigneur le duc Casimir. Et celluy- ]a pourra rendre bon compte ä V. Exe. de tout ce qu'il a veu ä rabonchement du roy et du roy de Navarre, 8 qui a este receu de Sa M t6 avec ung tres-bon visage. Jl y a trefve aecordee entre eux pour un an". Wird die Erklärungen beider drucken lassen und J. schicken. . . . Ma. 545|5 f. 194. Oop. 212. Christian von Sachsen an Landgraf Wilhelm. 12> Mai (Baradat's Werbung. Gründe gegen und für eine Unterstützung Heinrichs III. Bedingungen für ein etwa zu gewährendes Darlehen. Konvent mit L, W. in Langensalza. Das spanische Kriegsvolk im Trierischen.) W. Sehr, vom 18. April und die Werbung Barada's. Bedenken: die ni«hericre Unzuverlässigkeit des K., die Rücksicht auf den damit es viel ein andere gelegenheit . . von diesem guten vorhaben Bolten abwendig machen lassen" u. s. w.; er hoffe, „was E. L. einmal sincere zugesagt, das werden sie auch constanter vollziehen" (Anspielung auf J. C. Wahlspruch; Ma. f. 196, eigh.). Es half alles nichts; J. C. erklärte am 15. Mai jedenfalls die Bückkehr seines französischen Sekretärs (Durant) abwarten zu müssen und bezog sich am 27. Mai auf künftige Beschlüsse Sachsens, Brandenburgs, Magdeburgs und Anhalts, am 6. Juni auf gemeinsame Beförderung des Hauptwerks statt vorheriger Verzettelung des Geldes (Ma. 545/5). J. suchte inzwischen hei Strassburg (29. Mai, Str. 1858) und Frankfurt (31. Mai; Antwort ]. Juni ablehnend; Frkf. R. Angell.) die Lieferung von Wagen und Artilleriepferden für den König durchzusetzen. 1 Dies bezieht sich wohl auf die Gesammtbelehnung der Hohen- zollern mit Preussen im Jahr 1569. • Vgl. No. 201. Auch J. schreibt am 11. Mai, er hätte sich von bewusster Person (Rheidt) solcher Praktiken nicht versehen; man müsse sich vor dgl. weltweisen Leuten, bis ihre Klugheit vor Gott und der Welt zu Schanden werde, vorsehen. 3 Am 12./22. Mai verweist Sobolle wiederholt J. auf den glaub*- würdigen Bericht dieses Sekretärs bezüglich „des nouvelles de ce coste-lä"; ebenso Joly am 13./23. Mai, mit dem Beifügen, er habe mit dem Sekretär s r Durant über einen ihm selbst erteilten wichtigen Auftrag gesprochen „pour en conferer avec S. Alt." [J. C.]; Durant solle^e3_auch J. eröffnen. 200 1589 212. 12. Mai Kaiser uod die päpstlichen Stände, die schimpfliche Abfertigung der deutschen Gesandten (wegen deren er den Gesandten nicht persönlich empfangen hat); ob der K. nicht die Fürsten nur versuchen, seine Gegner schrecken, die bewilligte Hülfe schliesslich gegen die bedrängten Christen gebrauchen wolle? Endlich ungenügende Persönlichkeit und Vollmacht des Gesandten. Andererseits Widerstand gegen die Obrigkeit ein böses Exempel. 1 Man könnte vielleicht den Christen in Frankreich Sicherheit oder gar freie Religionsübung erlangen, den K. gewinnen. Frühere Verdienst e der Krone Frankreich um die A. C. Verwandten. Der K. bisher unter dem Zwang der Guisen. Das Anlehen Hesse sich wohl verantworten, 3 zumal der K. ja bei der päpstlichen Religion bleibt. Die Beschimpfung der Legation, die der K. sehr bereut, vielleicht von den Guisischen veranlasst. Glaubt auch, der K. wolle jetzt nur ihre Gesinnung kennen lernen und dann erst vornehme Gesandte und Räte mit Vollmacht abordnen. Seine Ansicht für den Fall einer Unterstützung: 1) Etliche unter den angelangten Fürsten sollen sich über eine bestimmte Summe vereinigen und einer aus ihnen dieselbe dem K. vorschiessen. Ein allgemeines Werk und Versammlungen der Räte nicht rätlich. Er würde zunächst mit W, zusammenkommen, dem das Weitere als dem Kundigsten zu überlassen wäre; die R. Konstitutionen im Auge zu behalten. Mit den Personen der Kff. hat es ein besonderes Bedenken; hat unlängst ein Anlehen an einen hohen Ort abgeschlagen. 3 2) Der K. müsste insgeheim eine Versicherung machen, dass die Hülfe auch zu Gunsten der Rel. Verwandten gemeint sei und dass in ganz Frankreich unter Beobachtung der alten Pazifikationsedikte die päpstische und ev. Religionsübung freigestellt werden sollten/ 3) Die Versicherung des Gelds betreffend, wünscht er Verpfändung von Metz und zwei andern Städten, womöglich Toul und Verdun, auch Lyon. 6 4) Ob nicht Navarra mithereinzuziehen und der K. damit gleichsam zu einem Urteil über die Succession zu veranlassen wäre? 5) Man sollte eine Gegenobligation vom K. bekommen, worin er Gegenhülfe und ewigen Frieden mit den Paziszenten zusagen würde. Bittet um W's Gutachten und schlägt eine persönliche Zusammenkunft in Langensalza vor, wo sie Alles verabreden und ins Reine bringen wollen. Bittet um baldige Aeusserung und Geheimhaltung der Sache. 6 1 In einem kursächs. Memorial für die Zusammenkunft mit Hessen, wo die obigen Argumente und Vorschläge zusammengestellt und zum Teil ergänzt sind (Dr. ebd. Cop; eine weitere Ausführung dieser Pukte Conc, ist von Krells Hand), wird gleichfalls darauf Gewicht gelegt, dass man Navarra früher nicht unterstützt habe, als es sich um Bündniss oder Hülfe wider die Obrigkeit handelte, jetzt aber sei N. mit seiner Obrigkeit einig; „in solchen feilen hilft ein her dem andern billich propter exemplum". 3 Im Memorial: „dergleichen anlehen ist in reichsordnungen nicht verboten". a Vgl. No. 130 (S. 112); 166. 4 Dies fehlt im Memorial. 6 Das Memorial fordert nur Metz. Vgl. hiezu eine Äusserung von Bongars gegen Segur 23. April (Anquez S. 25). 6 Vgl. S. 194 A. 2; über den politischen Umschwung in Dresden 212-213. 1589 201 P. S. Mainz hat sich nach den Zeitungen wegen des im Trierischen liegenden spanischen Kriegsvolks aller Gebühr und den Verfassungen nach erklärt. Geschähe dies von den andern auch, so würden diesfalls viele Klagen erspart. Marburg, Frkr. 1589. 1. Or. (pr. Kassel 16. Mai), Dr. 9305. 1. Conc. (Krell). 213- Alexander von Parma an San demente. 28^Mai (Ausschreitungen des Kriegsvolks im Trierischen. Veranlassung zum 7. Juni Einrücken die Rüstungen J. C. und anderer gegen Lothringen und Spaa der Anmarsch Friedrichs von Würtemberg.) Auf S. C Sehr, vom 29. April und 16. Mai, tiberbracht durch Graf Hermann von Manderscheid und übereinstimmend mit dem, was der Kaiser ihm durch den Grafen schreiben Hess. Die Zügel- losigkeit des Kriegsvolks im Gebiet Triers u. a. R. Fürsten „me a pessado en el alma"; hat Einleitung des Strafverfahrens gegen die Schuldigsten angeordnet. Alles kommt von der Schwäche der Befehlshaber, die seinen Vorschriften nicht nachkommen, und von seiner Krankheit. Hat schon vor dem Eintreffen des Grafen den Abzug der Truppen veranlasst und die Frage der Entschädigung der trierischen Vasallen den kgl. Räten zu Brüssel überwiesen. Dem Kaiser soll S. C. vorstellen, „como allende de la necesidad qne me ha con- strenido ä prevalerme del alojämiento no he podido dejar de hacello, viendo qne el dnque Casimiro y otros prineipes del imperio vezinos armavan ä toda furia con voz y disignio de entrar no solamente en el estado del duque de Lorrena, cuyo amparo y conservacion el rey mi seiior tiene tan apeebos, como se sabe, pero que era con intento de venir acia Thionvila y toda esta frontera del pays de Lucemburg, para ver de ocupar algunas plazas y abrirse por alll el camino ä Metz y k Francia, lo quäl yo no podia ny devia sofrir, tiniendo el cargo y la obligacion que tengo al servicio de Su M ad . Antes haviendo tenido en este puncto avisso de que el conde de Monbeliart, haviendo sentado en balde el pazo de Savoya, havia tomado la derota y viene caminando a gran priessa para ganar el passo; que aqui digo creo que sere' forcado de aeudir allä con Eitter, Br. und A. I, 11 f. Schon in dem Sehr, des Kf. an Branden-' bürg vom 4. Mai wird „bevorab der religion halben" Versicherung für nötig erklärt. Da die Antwort L. W. auf das Sehr, vom 12. auf sich warten Hess, ersuchte der Kf. W. am 26. noch einmal um sofortige Erklärung, worauf W. am 28. als Ort des Konvents Schmalkalden und ausserdem die Beiziehung J. C. vorschlug. Der Kf. lehnte am 3. Juni beides ab; er und W. sollten, um Aufsehen zu vermeiden, allein am 18. Juni in Langensalza zusammenkommen; dagegen sei Schombergs Anwesenheit notwendig (Marb. Frkr. 1589. I, Or.; pr. Kassel 6. Juni; ebd. die Zusage W. vom 6. Juni). Am 1. Juni schreibt Pauli aus Dresden an J. Camerarius : „Haec scripsi valde oecupatus. Nam aula nostra nescio quid mutationum hoc tempore parturire videtur, quas utinam foeliciter enitatur! . . Haec inter nos dieta tarnen sinf. (Bm. Coli. Cam. XXIV, Or.). — Brandenburg hatte das sächs. Sehr, vom 1 Mai am 7. durchaus ablehnend beantwortet (Dr. Or.). 202 1589 213-215. todas las fuercas que se pudieren juntar, para impedir este disi- gnio, pues claro esta que ni nos cumple ni se sufre en materia de estado de dexar ä gente tan enemiga y tan declarada ä firmar el pie en parte, de donde tanto dano y desasosiego se les podria recrecer no solamente a Su M ad , pero a estos sus pobres vassallos y aun al bien unibersal de sus negocios."..... Wh., Ms. 595. VII. Cop. 6. Juni 214. Instruction Neuenars für seinen an Landgraf Utrecht ^üheim nnd Johann Casimir abgesandten Sekretär Johannes Thyllius. Die Vornehmsten von den niederländischen Staaten haben sich gegen den Grafen erklärt, wenn das R. eine namhafte Zahl von Reitern und Fussvolk sowie Schanzgräber für etliche Monate aufbringe und besolde, wollten sie eine Anzahl von Reitern und Schützen aus den Niederlanden zu denselben unter Befehl des Grafen stossen lassen, um den Feind aus dem Stift Köln zu vertreiben. Die Sache unvermerkt durch vertraute Personen scheinbar zu Gunsten des Grafen anzustellen. Bittet um Gutachten, ob dies bei den R. Ständen zu erhalten. Sollte dies nicht tunlich sein, so sollen die beiden Fürsten doch dahin wirken, dass im Fall einer Sequestration des Stifts ihm 6eine Lande und Leute mit Freistellung der Religion wieder eingeräumt werden. 1 Ma. 545] 5 f. 253. Or. 8- 215. Karl von Lothringen an Johann Casimir." 18. j uni Dankt für die Freundschaftversicherungen in J. C. letztem Sehr. „ die er erwiedert und bei jeder Gelegenheit betätigen wird. „Auquel y effect toutes-fois je remets ä vostre diserötion de veoir ce qui vous semble de meilleur, de nous en adviser par communication, teile que je vous ay escrit dernierement, ou par teile autre voye que vous jugerez plus convenable au temps, afin de n'oublier un seul point de l'amytie parfaicte que nous sommes resolus de rendre reeiproquement Tun h l'autre en oecurrences präsentes. Sur quoy attendant responce de vous pour y satisfaire de ma part, je me recommanderay tres-affectueusement ä vostre bonne gräce et prieray dieu" u. r. w. Marb. Kurpfalz 1DS0—91. Cop. (extraict). 1 Beglaubigung Utrecht 31. Mai, pr. 7. Juli; die Werbung am 8. Juli in Heidelberg angebracht. Schon am 5. Mai beglaubigen die Generalstaaten im Haag den Dr. Honradius bei J. C über dessen standhafte Affektion zur gemeinen Sache der unirten Niederlande ihre zurückgekehrten Gesandten Brederode, de Sille und Honradius (vgl. No. 170) berichtet haben. Am 17. Mai spricht Moritz von Nassau J. C. seine fortdauernde Verehrung und Dienstwilligkeit aus (Orr. ebd. pr. 7. Juli). Am 24. Mai schreibt Schrtfgl aus Frankfurt, Truchsess habe an Banos geschrieben, die Holländischen hätten Frankreich und Navarra zu einem Gesammtkrieg gegen Spanien in Flandern aufgefordert (Mb. 114/1 f. 206, eigh.) '-Vgl. S. 185 A. 1; No. 197. Das obige Sehr, ist offenbar identisch mit dem bei La Hu g. III, 293 erwähnten, das dort vom 9. Juni (a. St.) datirt 216. ■ 1589 203 216. Beschwerdeartikel Johann Casimirs gegen seine 10, Juni Gemahlin. „Etliche puncten, so J. F. Gn. dero gemahel hat lassen für- halten durch den canzler doctor Keber [!] und doctor Ehum [!] des herzogen canzler, den 10 ten junii anno 1589. 1. Wann sie in die kirchen soll gehn und gottes wort anhören, so schlaf sie und spin oder webe, und also gottes wort nit vleissig zuehöre. 2. So sei sie neulich aus der kirchen geloffen, wie der neu caplan hat anfangen zue predigen. 3. Darnach auch beide fräulin mit ihr hinaus genommen, also ursach geben dem fräulin zum bösen exempel. 4. Sie gehe zue keinem naohtmal und halt auch mit ihren exempeln die bede fräulin davon mit ab. 5. Die- weil man den zweien fräulin ein hofmeister und ein hofmeisterin bestellen hat wollen und albereit bestellt worden sein, sie dasselbige gehindert und Vertröstung geben, das sie wolle anders sie in reli- gionssachen verhalten und darein schicken, welchs dero beider keines geschehen, derohalben ihren herrn zum Unwillen ursach gebe. 6. So sei sie neulich zue Lautereck bei herzog Georg Gustavo heimlicher weis in ainer camer zum nachtmal gangen. 7. Sie hat das fräulin Christina auch mit darzue genommen, welches ihr nicht gebüret; das ihme solchs zu verantworten stehet als eim administrator, wie sie in warer religion uferzogen werden. 8. Sie ziehe das fräulin Dorothea zum luterischen catechismum und halt sie von dem heidelbergischen ab, wie dann P. neulich darzue kommen, das sie solchen hab vor der band gehabt. 9. Sie gebe ursach, das der junge herr kein freien zugang haben mag zu seiner Schwester, gespräch mit ihr zue halten. 10. So hab sie neulich den Lucas Feyerabend und hausschneider, das sie sein zum nachtmal gangen, mit harten ehrrüerigen worten angefahrn, also ursach gebe, das andere, so nicht dörfen frei und willig zu meines gnedigen herrn wird (vgl. die Inhaltsangabe: „remectant toutesfois la communication a la discretion dudit s r duc Casimir"); es ist die Antwort auf ein Sehr. J. C, das La Hug. III, 290f. vom 30. Mai datirt und das nach seiner Angabe bereits ein Zurückweichen J. C. von der früher eifrig betriebenen Annäherung an Lothringen dargestellt hätte. Dies ergibt sich in der Tat aus J. C. Antwort an Lothringen vom 18. Juni (No. 220). von der La Hug. nichts erfuhr, während er die Ueberreichung des lothr. Sehr, an J. C. ganz richtig auf den 16. Juni ansetzt (III, 294). J. C, der eben damals in seiner Politik eine entschiedene Wendung zu Gunsten Heinrichs III. und Navarras eintreten Hess (v.el. No. 218), war offenbar entschlossen die früheren Velleitäten bezüglich Lothringens und damit auch den Unterhändler fallen zu lassen (vgl. La Hug. III, 298 f.). Das obige Sehr, beweist aber, dass in der Tat geheime Verhandlungen zwischen beiden Fürsten eingeleitet worden waren. Noch am 5. Juni schreibt Dietrich von Schönberg an den Strassburger Rat aus Bischweiler von Zeitungen, dass „der von Hassovile" (der von La Hug. in dieser Sache mehrfach erwähnte lothringische Vertrauensmann Haussonville) bei J. C. und a. deutschen Fürsten zu Kassel sein solle (Str. A. A. 836, Or.). Am 4. Juli schreibt J. C. auf eine Anfrage des Pf. Keichard, Lothringen habe allerdings einen Gesandten in Kassel gehabt (zur Hochzeit von L. Wilhelms Tochter Anna Maria?). 204 1589 216-217. religion gehn, die doch die warheit verstehu. 11. Dardurch werd der Jägermeister, haushofmeister, Affenstein, Cannossky und ire weiber durch dises exempel abgehalten, sie auch besorgen müssen, wann sie zue der Wahrheit treten, ihnen solchs gleichfals begegnen würt. Wiewol P. bedacht und albereit dero raten bevelch geton, bemelten personen fürzuhalten, das man niemand am hof, so nicht diser religion beifallen, abzuschaffen, wie man dann wol Jägermeister, haushofmeister, Affenstein und Cannossky den sack geben kann, dieweiln ihres gleichen wol zu finden sei. 12. Sie verkleinern ihren herrn bei fremden leuten und also wieder ihres herrn repu- tation tue. 13. Sie soll nunmer mit andern gespräch halten und sie unterrichten lassen. 14. Sie hab neulich in der kircken zue Lautern gelacht, in beisein fürstlicher personen." 1 Marb., Pfalz 1588—1589. Cop. 12. Juni 217. Pfalzgraf Johann an Johann Casimir. Zweibrücken Hofft auf Unterstützung des K. von Frankreich durch die ev. deutschen Fürsten und hielte einen deutschen Fürsten als direc. torium der Hülfe für sehr wünschenswert. Betreffs Pf. Reichardsi hat er aber folgende Bedenken: 1) R. könnte denken, man wolle ihm zu diesem Krieg raten, um seiner vollends ledig zu werden; 1 Vgl. Abb. der bair. Akad. der Wiss. III. Klasse, XIV. 3 (1879), 9 ff; das dort wiedergegebene Sehr, der Pf. Christina vom 20. Juni wurde durch den Adressaten Chanovsky mit einem eigh. Sehr, vom 6. Juli dem Rat L. Ludwigs Raw von Holzhausen zugestellt (Marb. ebd.). Bei Widder, Beschreibung der Pfalz I, 58 wird zum J. 1584 ein „Heinrich Cognowsky von Danzendorf (!) als „über das kleine Waidwerk" gesetzt angeführt; noch im J. 1599 erscheint ein „Canouski, falkenmeister" am kurpfälzischen Hof, wohl derselbe (Z. f. Gesch. des Oberrheins XXXIII, 254). — Am 11. Juli schreibt Dr. Pancratius aus Speier an Philipp Ludwig, man habe kürzlich zu Heidelberg mit den noch der reinen A. C. anhängenden Personen ein neues Examen angefangen, „darüber etliche täglichs ihres Urlaubs gewärtig"; besonders heftig habe man in J. C. Gemahlin und Fräulein Christina gedrungen, „der meinung und mit ausgedrucktem anhang, man werde ernstlicher und anders mit ihnen müssen handeln, wann sie sich in der guet und mit freundligkeit nicht wollten gewinnen oder weisen lassen" (Mb. 336/20, Or.). Am 17. Juli schreibt Pf. Elisabeth aus Heidelberg an Kf. Christian „als E. L. arme, doch dreue Schwester", es gehe ihr und den Ihrigen gut, aber Christian möge sich nicht so fremd gegen sie halten und ihr schreiben, „den ich mich allein nach gott uf E. L. als meinen dreuen bruder verlasse, den E. L., gott weis, allein mein zeitlicher drost sein"; Chr. möge sie nimmermehr aus seinem Herzen kommen lassen (Dr. 8539, eigh.). 1 Pf. Reichard, damals im 68. Jahr, hatte am 5. Juni den Obersten Hans Bernhard von Walbron mit vertraulicher mündlicher Werbung bei J. C. beauftragt und war auf die Antwort zweier zu befragender Fürsten (J. und L. Wilhelm) vertröstet worden, worauf er (15. Juni) J. C. für seinen besten Freund erklärte. Am 30. Juni schreibt er an J. C, er habe gehofft, durch einen Feldzug in diesem Jahr „mich in meinen zugestandenen trubsalen [Tod seiner 2. Gemahlin Amalia 4. Mai 1589] etlicher massen widerumb aufzurichten". J. C. erwiederte am 4. Juli, es werde vor Ausgang des Jahres kaum etwas geschehen; von 217—218. 1589 205 2) er kann den vornehmen Ständen nicht vorgreifen und würde sich, wenn diese nicht wollen, bei R. Undank verdienen; 3) R. ist sehr alt „und nit geringer leihsunvermüglicheit", auch sein Land dem Feuer sehr nahe gelegen; fürchtet, R. würde vor Ende des Zugs „darnieder liegen"; 4) J. C. weiss am Besten, wie wenig R. der reformirten Rel. gewogen und zuweilen mit den Pfaffen, besonders Köln, mehr Korrespondenz hält als gut ist; J. C., er u. a, können deshalb die Verantwortung nicht übernehmen..... Ma. 545/5 f. 282. Bigli. 218. Johann Casimir an L. Wilhelm von Hessen. 14. Juni Da er von Pf. Johann über W. und des Administrators Geneigtheit, dem K. von Frankreich gegen die Liga zu helfen, unterrichtet und durch ein Schreiben Walsingham's über die Gesinnung der Königin von England in Bezug hierauf verständigt worden ist, teilt er W. den betr. Teil von Walsingham's Sehr, mit. 1 Obwohl der K. noch die Evangelischen für Ketzer erklärt, muss man doch einmal erwägen, dass ihn seine Untertanen „wider alle götliche, naturliche und beschriebne rechten von seinem anererbten konig- reich" Verstössen wollen, dann, dass vielleicht Gott durch den K. von Frankreich wider dessen Willen dem K. von Navarra den Weg zur französischen Krone bereiten will. Sieg oder Untergang des Papsttums oder der Evangelischen hängt am Ausgang dieser Sache. Daher sollte man diese herrliche Occasion, sich ein für allemal vor dem Antichrist zu versichern, nicht aus der Hand lassen. Erbietet sich zur Teilnahme an einem gemeinen Werk, während er ohne Zutun anderer aus allerhand bewegenden Ursachen sich nicht einzulassen gedenkt. 2 Marb. Pfalz 1580—91, Or. den Beschlüssen zu Langensalza habe er noch keine Kunde. Tatsächlich hatte J. C. den obigen Bedenken J. vollkommen zugestimmt (an J. 16. Juni) und lehnte am 21. Juli eine Zusammenkunft mit R. ab, der (17. Juli) vergebens darauf gedrungen hatte, da man Schomberg, der bereits in Sachsen und zu J. C. unterwegs sein solle, zuvorkommen müsse. R. vermutet schon in seinem Sehr, an 'J. C. vom 21. Juli, „das meine bewuste sache wirt in den bronnen gefallen sein". 1 Vgl. No. 205. 2 M. m. an Magdeburg. Joachim Friedrich schrieb an J. C. aus Halle am 4. Juni u. a., der Papst solle sich um Aussöhnung Heinrichs III. mit den Guisen und Ligisten bemühen und dabei von etlichen in Deutschland unterstützt werden (Ma. 545/5, Or.). J. C. antwortete am 25. Juni, er habe davon nichts gehört, wolle es aber durch drifte Hand [über Metz] an Navarra [und La Noue] gelangen lassen (Ma. Conc; vgl. J. C. an Pf. Johann, 24. Juni). Am 22. Juni schreibt Tossanus aus Heidelberg an Ulmer: „In Gallia omnia sunt adhuc dubio in statu; vere unus inter aspides et basiliscos ambulat Navarrenus, cuius animi fortitudinem et zelum omnes praedicant. Sed optimi quique prineipes a malis consiliariis nonnunquam sedueuntur et solent Galli in diem vivere ... Animus non deesset nostris et adestiustissima causa; utinam consilium non deesset nee deessent nervi belli!" (Bm. cod. lat. 11470b, Cop.). 206 1589 219—221. 16. Juni 219., Syndiques und Rat zu Genf an Johann Casimir. Genf Neue Bedrängniss durch Savoien, verstärkt durch spanische, päpstliche und französische Hülfe; bisher hat sie Gott beschirmt. Bitten um ein Darlehen und beglaubigen desshalb den s r Chevalier. 1 Genf. Arch. Cop. des lettroH 1589. Conc. 18. Juni 220. Johann Casimir an Karl von Lothringen. Heidelberg Erhielt K. Sehr, am 16.; erfreut über K. guten Willen und Freundschaft. Bat als guter Freund und Verwandter, „que vous ne soyez par quelques embarque avec la Ligue", zum Schaden seines Landes. K., „qui avez l'honneur d'estre prince d'Empire", würde besser tun sich neutral zu halten und den Ausgang „de ceste miserable tragedie" abzuwarten als die Partie zu ergreifen, „de laquelle vous avez estes soubconnez cy-devant". Die Macht eines K. von Frankreich ist gross und „l'appuy sur les subjeets d'autruy et du commun peuple est trop foible pour en esperer quelque chose certaine". Bittet K. diesen Freundschaftsdienst gut aufzunehmen. Marb. Kurpfalz 1580—91. Cop. 19. Juni 221. Abschied des Tags zu Langensalza. Langensalza Christian von Sachsen und Landgraf Wilhelm bewilligen dem K. von Frankreich ein Darlehen von 100 000 fl. auf 3 Jahre, die der Geheimhaltung wegen W. in seinem Namen vorstreckt, gegen gewöhnliche Verpflichtung und folgende Bedingungen: 1) dass die Hülfe nur gegen die Rebellen, nicht gegen das R., 2) nicht gegen Navarra und die Evangelischen in Frankreich gebraucht, 3) dass Lyon, Riom und Chälons dafür verpfändet werden und Navarra als der nächste Successor sich unterschreibt, endlich 4) „das S. K. W. uns in unsern künftigen anligen widerumb beispringen und jegen uns in bestendigem guten vertrauen iderzeit verharren wollen, wie dan auch itzo alspalt eine notul solcher Obligation abgeredt und beschlossen worden". Der Gesandte soll zunächst nur eine allgemeine Antwort, aber zugleich durch die hessischen Räte mündlichen Bericht von obigen Bedingungen erhalten. In der Bestallung müssen nicht nur Kaiser und Reich, sondern auch Navarra und die Evangelischen in Frankreich ausdrücklich ausgenommen und die Beobachtung der 1 Ebenso an L. Wilhelm, 17. Juni (Marb. Schweiz, Or.); ein Em- pfehlungsschr. von Beza für Chevalier an einen Geistlichen, Genf 18. Juni, Genf, Bibl. publ. 117 (Conc). J. C. bewilligte 6000 Pistoletkronen (an die 13 zu Strassburg, 4. Juli, Str. 1858, Or; an L. W. 21. Juli, mit der Angabe: 10000 fl.); L. W. lehnte das Darlehen ab (Kassel 4. Aug. Marb. Conc), unter Hinweis auf das üble Gerücht „de republ. Gene- vensi propter infoelicem illam de religione concertationem"; auch Magdeburg (an Genf 22. Aug.) und Heinrich Julius von Braunschweig (an J. C. 28. Aug.) lehnten ab (Ma. 545/6). J. C. schrieb zu Gunsten der Genfer auch an K. Elisabeth (Reuber an Hotman, 4. Juli, Hotom, epp. S. 252 f.); vgl hiezu Scrinium antiquar. VIII, 694ff, 221—222. 1589 207 R. Ordnungen zugesichert sein. Antwort auf ein eventuelles kais. Sehr, vereinbart; sonst geheim zu halten, Anfragen andrer Fürsten dahin zu beantworten, man solle den K. nicht lassen, nach Gelegenheit vertraulicher und mündlicher Bericht, aber ohne Nennung des Kf. 1 Dr. 9305, I. f. 181 ff. Or. 222. Johann Casimir an Heinrich Julius von Braun-22. Juni schweig. Heidelberg Etliche deutsche Eeiter bei den Ligisten in Frankreich sollen geäussert haben, wenn H. J. Vater noch gelebt, wäre ihnen der Fortzug nicht gestattet worden. H. J. kennt aber so gut wie der Vater die Absichten der Liga, die ja neuerdings vom Papst in erweiterter Gestalt aufgenommen worden ist. 2 Mb. 114/1 f. 200. Conc. 1 Vgl. Kitter I. 12. L. W. nahm Baradat und „mons r Volmar" nach Langensalza mit (B. an Pf. Johann, Kassel 15. Juni, Ma. 545/5). Noch einmal liess Kf. Christian dem L. W. die früher (No. 212) vorgebrachten und wiederholt zusammengestellten (S. 200 A. 1.) Argumente und Gegenargumente vortragen (Prot. Dr. 8U86). Hervorzuheben ist die Forderung, die zu fassenden Beschlüsse sollten niemandem zugeschrieben, sondern, wo es nötig, mündlich mitgeteilt werden; nach Ansicht des Kf. könnten sich Pfalz, der Administrator, Braunschweig, M. Georg Friedrich und Würtemberg „auch zusamentun und mit einander vergleichen". — J. 0. wundert sich in seinem Sehr, an Pf. Johann vom 30. Juni, dass er auf sein Sehr, vom 14. Juni von L. W. keine Antwort erhalten habe. Ein Sehr. L. W. vom 26. Juni, das am 6. Juli in Heidelberg eintraf, versprach mündlichen Bericht, da diese Dinge der Feder nicht zu vertrauen. Am 3. Juli wiederholt W. diese Zusage, mit dem ganz vertraulichen Zusatz, Sachsen habe das Darlehen bewilligt, es solle aber nicht kraft eines Bündnisses, sondern nur aus gutem Willen und Mitleid „et quasi aus jegenptiieht" geschehen; Brandenburg und Magdeburg würden auch das Ihrige tun; die Pfalzgrafen, Braunschweig und Würtemberg sollten sich auch beteiligen (pr. 12. Juli). Brandenburg antwortete aber auf eine Werbung Christians von Anhalt nach wie vor unbedingt ablehnend (Anhalt an Sachsen, Köln an der Spree 7. Juli, Dr. 9305, eigh.). — Zu beachten ist, dass die von Sachsen noch in dem Vortrag an L. W. festgehaltene Forderung der Verpfändung von Metz im Abschied aufgegeben ist. — Vgl. den späteren Bericht Krells (1597) über die Werbung Baradat's und den Tag zu Langensalza in der Sammlung vermischter Nachrichte.n zur sächs. Gesch. IV (1770), 149 ff. 2 Über die anfängliche Fortsetzung der Politik des Vaters durch Heinrich Julius vgl. Kitt er, a. a. ü. 42. Dass der junge Herzog nach dem Tod des Vaters einen Boten mit Sehr, ap Parma abfertigte, berichtet am 15. und 19. Juni Graf Hermann von Mander- scheid dem Pf. Reichard (Mb. 96/9;. Kursachsen liess H. J. nicht nur vor den Hetzereien seiner Theologen, sondern auch vor den vielen Irrungen mit den Nachbarn warnen, in die sieh Herzog Julius verwickelt hatte (Relation Paull's über seine Werbung, Braunschweig 26, Juni, Dr. 7263); am 7. Aug. schreibt Pauli an Camerarius: „Non credis, quanta in illis locis morte Juliana facta sit mutatio, quae utinam bono reipublicae cedat!" (Bm. Coli. cam. XXIV). Frangipani, der auf den Regierungswechsel ungegründete Hoffmingen zu Gunsten des 208 1589 223—224. 3. 223- Karl von Lothringen an Johann Casimir. 13. Juli Erhielt „par le porteur vostre messager" J, C zwei Sehr, vom Nanc y 18. und 26. Juni. Hat für den Schutz der von Pfalz abhängigen Klöster Lixheim und Kraffthal vor den spanischen und italienischen Hülfsvölkern bereits Sorge getragen. „Quant au conseil et advis que me donnez par la seconde lettre, je le prens et reeois de fort bonne part de vous, sur rentiere confidence et asseurance que j'ay de vostre bonne volonte et affection en mon endroiet". Hat bisher stets dahin getrachtet mit seinen Nachbarn in Ruhe und Eintracht zu leben und seinerseits jeden Anlass zu Missverstand vermeiden. „Mais si l'on me vient agacer mal ä propos et sans occasion, il fault par necessite que j'advise et cerche les moyens de me conserver et obvier, entant que possible est, aux pernicieuses entreprises que l'on pourroit faire contre moy et mon estat, vous remerciant neanmoins bien affectueusement du bon conseil qu'en ce vous me donnez, lequel je ne puis prendre autrement que de fort bonne part, ainsy que dict est". . . . Marb., Kurpfalz 15S0—91. Oop. 13. Juli 224. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. Heidelberg Auf W. Sehr, vom 3. Wird bei dem von W. höchst vertraulich angeregten Anlehen gern das Seine tun; W. möge es bei Würtemberg richtig machen und dafür sorgen, dass es nicht gleich von dort, wie sonst geschehe, an den kais. Hof gebracht werde, üb nicht durch Sachsen und Brandenburg bei der Krone Dänemark um eine mitleidige Hülfe anzuhalten ? Bei förderlicher Untertützung der Krone Frankreich wäre die Liga bald zu Grunde gerichtet, weil Spanien wegen der englischen Armada anderwärts wenig helfen kann ; zumal wenn wirklich, wie Wilhelm von Nassau seinem Vetter Johann geschrieben, die Flotte aus Indien in die Hände der Engländer gekommen sein sollte. Der Papst pflegt mehr zu nehmen als zu geben, wie er Savoien erst verhetzt hat und jetzt im Stich Iässt. 1 Katholizismus setzte (Ehses, N. B. I. 2, 285), berichtet im Okt. von einer Kondolenzgesandtschaft Parma's an Heinrich Julius (ebd. 373). Er bestätigte auch die Tatsache, dass H. J. den für die Ligue angeworbenen Truppen seines Vetters Otto Heinrich den Durchzug gestattete (ebd. 295). Zu Ehses S. 373 vgl. das Sehr. Hermann Hortenbergs aus Köln an Wilhelm von Baiern vom 28. Aug./7. Sept: „Paucis abhinediebus exDaniarediit Ferdinandus Lopes gubernatorarcisKerpen- sis; is nunc rursus nomine regis catholici destinatur orator ad Bruns- vicensem, quem audio peramice ad Parmensem et regem literas dedisse" (Ma. 378/4 f. 48, eigh.). 1 Vgl. ein Sehr. Zündelins aus Venedig vom 6./16. Juni, wo dies berührt wird und es weiter heisst: „Sacro autem iunetis foedere spem auxiliorum ostentat potius quam praestat hactenus. Quasi certe surdus esset, ita nihil audit, de peeunia depromenda cum fit mentio. Interea novis exaetionibus et tributis imperandis cogitat" u. s. w; er sei überall so verhasst, „ut oneris mole ruiturus videatur, si vita ipsi obtingat longior" (Bm. Coli. Cam. XXII; eigh.). 224—225. 1589 209 Schomberg vom K. längst nach England geschickt; man wundert sich in Frankreich noch keine Nachricht von seiner Ankunft in zu haben. Es soll daher ein anderer Gesandter unterwegs sein. 1 Von einer Gefangenschaft Seh. weiss man nichts. Ma. 515/5 f. 341. Conc. (Reuber.) 225. Johann Casimir an Karl von Lothringen. 5 14- Juli (Wiederholte Warnung des Herzogs als seines Jugendfreundes vor der Heidel- Ligue und vor dem feindlichen Vorgehen gegen die Herzogin von Bouillon.) er S Auf K. Sehr, vom 13. (pr. 9. Juli). Dankt für die Versorgung der Klöster. Freut sich über die gute Aufnahme seines Rats; „auquel pourceque ne me respondez comme j'estimois et esperois que feriez, je vous ay bien encores voulu prier par la präsente de eroire que l'advis et conseil ne procedoit que d'un tres-grand ddsir que j'ay de veoir vos affaires en bon train et vostre pays remis en Testat et splendeur, auquel il a este cy-devant, et non despen- dant d'une issue que tous clairvoyants aux affaires presentes jugent et disent tout hault ne pouvoir estre que tres-perilleuse. Que si je ne vous avois cogneu des longstemps prince facile et de tres-bon naturel, et si ce n'estoit l'amytie que nous avons eue des nos jeunes ans, ayants este nourris ensemble, et laquelle mesmes nous avous tousjours depuis eultivee par une bonne correspondance, je ne m'hazarderois derechef, monsieur mon cousin, ä vous exhorter au nom de dieu de penser ä Testat de vos affaires et ne mespriser les advertissements, par lesquels vous meilleurs et plus fidelles amis vous exhortent de quitter leparty de la Ligue etconsiderer vifvement et ä bon escient Tissue tres-dangereuse qui vous peut advenir et aux vostres, vous s6parant d'avec la couronne de France, ä laquelle vous avez eu honneur jusques icy d'estre allie". Weiss, dass K. nach der Aufforderung des Königs durch den s r de Leoudieu [?] die junge Herzogin von Bouillon in Ruhe zu lassen und sich gütlich auseinanderzusetzen, statt einer so gerechten Aufforderung stattzugeben, sich entschlossen hat vielmehr das Schloss von Jametz noch stärker zu bedrängen und 8 Geschütze hinzuschaffen, „sauf 1 Am 16. Juli schrieb Pf. Johann aus Zweibrücken an J. C, Baradat [dem J. für seine Bückreise nach Frankreich u. a. ein Sehr, vom 12. Juli an Navarra mit Glückwunsch, Erbieten und Beglaubigung zustellte] reise heute von hier zu Schomberg, der vor 14 Tagen in Dresden angekommen sein solle; ebenso solle der kgl. Gesandte Mons 1 ' de St. Martin mit Dommartin zusammen bereits bei J. C. sein. J. C. antwortete aus Heidelberg am 19. Juli, Schombergs Anwesenheit in Dresden, von der er sonst nichts gehört habe, werde jedenfalls der Sache des Königs zugute kommen; St. Martin habe keinen kgl. Befehl, nur Sehr. Sancy's und der Stadt Langres an ihn, die er nebst Antworten beilegt, und Dommartin's Bitte um Geldhülfe für eine Werbung habe er gleichfalls abgelehnt. — Am 14. Juli meldete Lobbetius aus Strassburg J. C. u. a. den Tod Segur's (Ma. 545/5). 2 Von J. C. nebst seiner früheren Korr. mit Lothringen am 19. Juli an L. Wilhelm geschickt, den er bittet, Lothringen auch abzumahnen; unter gl. Datum schreibt er an Prof. Johann, er bedauere, dass sich Lothringen In ein so gefährliches Spiel eingelassen habe (Ma. 545/5). Bezold . Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 14 210 1589 225-226. vostre respect" ein sehr schlechter Rat von solchen, die den Ruin Lothringens am Liebsten sehen würden. Bittet K. die Krone Frankreich, deren Nachbar und Verbündeter er ist, in Betracht zu ziehen; der Staat des Königs, dessen Sache schlecht zu stehen scheint, „est en la main de dieu, qui est le soustien des thrones qu'il a establis et qui ne laisse jamais impunie la rebellion manifeste d'un peuple". Der König, von mächtigen Freunden unterstützt, kann bald Gelegenheit haben sich für Ks. Weigerung zu rächen. Auch der völlige Sieg über ein verwaistes fürstliches Mädchen von 14 Jahren ohne alle Hülfe würde K. keine Ehre bringen; auch sie kann in Zukunft vielleicht „par l'ayde de ceux auxquels eile s'alliera", Gelegenheit zur Rache finden. „Pensez au reste, je vous prie, que dieu est le dieu et protecteur des orphelins". Wiederholte dringende Warnung, K. möge nicht die Existenz seines Staats an eine ebenso geringfügige als gefährliche Sache setzen.. ; Marb. Karpfalz 1580—91. Oop. 24. Juli 226. Memo rial Pfalzgraf Reichards für den an Johann Simmern Casimir abgesandten Obristen Hans Bernhard von Walbron. (Schombergs frühere Beziehungen zur Ligue; sein Kommando der deutschen Hülfstruppen für Heinrich III. zu verhindern.) Dank für J. C. vetterliche und beständige Gesinnung in seiner bewussten Sache, die für alle Stände A. C. und besonders für die ganze Pfalz wichtig ist. Die ev. Fürsten sollen sich nach dem Beispiel K. Heinrichs ao. 52. erweisen und vor allem einen aus ihrer Mitte zu dem Werk deputiren, um so mehr als Kaspar von Schönberg ohne Zweifel seinen Bruder, Ernst von Mandelslohe und Stachins von Honsberg u. a., die früher der Liga gedient, zu diesem Werk ziehen möchte, nach J. C. Andeutung gegen Walbron. Kaspar würde, wenn man Leute und Geld ohne ein fürstliches Haupt verabfolgte, am Liebsten selbst das Haupt sein und auch jbei der Ernennung eines jungen Fürsten „das regiment in händen und das bett in alweg mit den vier zipfeln gar behalten". Erinnert an Seh. „blinde ge- fengnus zum anfang der Liga" sowie daran, dass er den König zwei Jahre lang zu der Liga gereizt und hier aussen an etliche nach Guise's Tod sehr parteiische Briefe im Sinn der Liga geschrieben habe, 1 Um so mehr wird er sich jetzt bemühen dem König seine Treue zu beweisen, aber als einer, der französisch und in Frank- i Vgl. II. 332 A. 1; 336; 360. Am 31. Juli berichtet Reichard J. C, Seh. habe bald nach Guise's Tod ein Brieflein nach Koblenz geschrieben, „das die Schweizer auch zu dem erlichen handel geholfen etc. (vermeinende H. von Guis dot) sich haben gebrauchen lassen, welchs one verdacht nit ist" (Ma 545/6 eigh.). J. C. antwortete am 4. August, mit Seh. solle man sich zur Zeit noch nicht aufhalten, aber er werde des Briefleins nach Koblenz gelegentlich und gebührenden Orts Erinnerung tun. Am 9. Aug. berichtigt J. C. eine Mitteilung Reichard's, Friedrich von Würtemberg sei zum Feldherrn gewählt; Fr. sei nur an der Werbung Kriechingens beteiligt; es sei noch nichts versäumt. 226-228. 1589 211 reich seinen Stand zu erhalten gedenkt; daher und wegen der früheren verdächtigen Handlungen würde er beim Kriegsvolk leicht in Argwohn geraten und wegen seines Standes zum Schaden der Sache ebenso wenig Gehorsam finden wie Dohna. Ob Seh. bei derK. von England war und obJ. C weiss, was diese zu tun gedenkt? Man soll unauffällig durch Walbron bei Hessen, Sachsen und Seh. selbst Erkundigung einziehen, um so mehr als.angeblich drinnen Lands bereits für den König geworben werden soll; ob Kaspar u. a. dies Gerücht verbreiten, „damit man hieaussen still stehe und er es alles also darinnen allein koche ?" J. C. könnte Walbron unvermerkt jemanden zuordnen. Vielleicht kann man Kaspar entweder zum König vorausschicken oder zum Nachzug hier aussen lassen oder nach seinem Stand im Zug gebrauchen. Sollte Kaspar schon, mit den Obristen gehandelt haben, so könnte man die Verdächtigen für den Nachzug in "Wartgeld halten. 1 Ma. 545|5 t, 364. Cop. 227. Maire und Schöffen der Stadt Langres an Johann 31. Juli Casimir. loTÄ^st Ersuchen J. C, das Attentat auf den K. von Frankreich, seinen Verbündeten, rächen zu helfen und seine alte Treue gegen die Franzosen auch diesmal zu bewahren. 2 Ma. 545/5 f. 27. Or. (pr. 8. August). 228. W al singham an Johann Casimir. 2. August (Unterstützung des neuen Königs von Frankreich. Verbindung Eng- Nonsuch lands mit den deutschen Protestanten. Genf. Verhaftung Belamy's.) Hat den Inhalt der Sehr. J. C. vom vorigen Monat sofort der Königin mitgeteilt, die über die Geneigtheit der Fürsten zur Unter- 1 Ls kann überraschen, dass J. C. am 12. August wirklich das Anerbieten Reichards bei L. Wilhelm auf das Wärmste befürwortet; ein juDger Fürst werde keinen Gehorsam finden ; R. habe ao. 67 in Ungarn gefochten, sei beredt und ansehnlich von Natur und noch so gut zu Pferd wie vor 20 Jahren (Marb. Frkr. 1589, III, Or.). L. W. antwortete am 18. August ausweichend, indem er R. Gesinnung lobt; er wolle es erwägen und weiter gelangen lassen (Ma. 545/6, Or.). R. selbst schrieb am 10. Aug. an J. C. und L. W. um ihren Rat, wobei er angab, er habe vor Zeiten das Anerbieten etlicher stattlicher und guter Leute, General über die deutschen TruppeD des Königs zu werden, abgeschlagen, aber nach dem Tod seiner Gemahlin mehr Lust dazu bekommen (ebd. Cop.). 2 Das Sehr, wurde durch Lobbetius aus Strassburg am 6. August an J. C. weiter befördert. Am 5. Aug. schickte Pf. Johann ein an ihn gerichtetes Sehr. Sobolle's vom 2./12. August, das den Tod des K. noch als blosses Gerücht behandelt, an J. 0. Auch Matth. Weicker hatte schon am 5. Aug. über die Verwundung des K. an J. 0. berichtet. L. Wilhelm meinte noch in einem Sehr, an J. C. vom 12. August, wäre die Nachricht sicher, so hätten „die pfaffen wol anders mit den glocken ge- pempelt und triumphirt", doch mache ihn J. C. Mitteilung vom 7. ernstlich besorgt (Ma. 545/6). Vgl. das Sehr, des Tossanus an Grynaeus vom 25. Aug. bei Cuno II, 99f; Schmidt, Dohna S. 159. 14* 212 1589 228—229. Stützung des K. von Frankreich sehr erfreut war. Jetzt nach der Ermordung des Königs werden voraussichtlich die Fürsten ihren Zug zur Unterstützung seines Nachfolgers und damit auch zur Sicherung ihrer eignen Staaten um so ernsthafter in Angriff zu nehmen, „qui en une mesme cause nepeuvent que courir une mesme fortune". Je grösser die Ehre ist „que dieu nous a faict et ä touto la chrestiente en establissant le dict roy au siege et throne d'un si grand et si puissant royaulme", um so mehr müssen die von Gott zur Erkenntniss seiner Wahrheit berufenen Könige und Fürsten alle ihre Mittel gegen die „Ligeurs" aufbieten und zu diesem Zweck ebenfalls ein enges Bündniss unter sich schliessen. J. C. möge sich erinnern, dass nächst der Königin „il n'y a prince au monde tant hayi et ä qui les dicts Ligeurs veulent pis qu' ä V. Exe", und daher die andern Fürsten nach Kräften antreiben. Sobald die täglich erwarteten Nachrichten vom König eintreffen, wird die Königin einen für Verhandlung und Abschluss bevollmächtigten Edelmann zu J. C. und den anderen Fürsten abfertigen. 1 Genf zu unterstützen ist die Königin wegen der grossen Auslagen im vorigen und in diesem Jahr nicht in der Lage, da sie fortwährend gegen Spanien auf der Hut und auch auf die Erhaltung des K. von Frankreich bedacht sein muss, 2 Sie dankt J. C. „infiniement" für die Verhaftung und das Verhör eines gewissen Belamy und bittet um dessen Auslieferung zu Händen Zulchers oder eines anderen Vertrauensmanns, der ihn auf der nächsten Frankfurter Messe dem Gouverneur der englischen Kaufleute zu „Stoad" zum Transport hieher übergeben kann. 3 Ma. 54516 f. 86. Or. (pr. 18. August). 14.August 229. König Heinrich IV. an Johann Casimir. Senlis „Mon cousyn! Les bons ofres que vous aves cy-devant fayts en faveur des afayres du feu roy monseigneur et fröre contre ses anemys, fait ass6s conoistre l'afectyon que vous aves au byen de ceste couronne, laquelle je m'assure que vous ne dymynuerös pas an mon androyt, ayant jusqu'ycy rendu tant de preuve de vostre bonne volonte an mon partyculyer, qu'yl n'y a prynce dont l'amytye me soyt sy asseuree. Je vous prye, mon cousyn, an fayre conoystre les efets an ceste ocasyon selon ce que le s r de 1 Damit hatte es noch gute Weile. Erst nach langwierigen Verhandlungen mit den Gesandten Heinrichs IV. Beauvoir-Lanocle und de Fresne-lanaye, im Herbst und Winter 1589 (vgl. Lettres missives III, 54 f; eOf; 120f; 97; 133 A.3; Kymer III, 12 f; Anquez S.80)ent- schloss sich Elisabeth zur Abfertigung Pallavicino's an die deutschen Fürsten; s. u. Vgl. No. 237. 2 Vgl. No. 219. 3 Vgl. hiefür weitere Belege Gott. Gel. Anz. 1900, S. 527 A. 1; am 25. Sov. wurde B. in der Tat in London verhört. Am 5. Sept. bittet J. C. den L. Wilhelm um Zulassung des Transports des Gefangenen durch hessisches Gebiet; B., „so in unser hofkammer", sei als verdächtig examinirt worden und es habe sich gezeigt, dass er bereits aus der Haft der K. von England entkommen war (Marb. Pfalz, Or.). 229—230. 1589 213 Sancy, que j'anvoye vers vous et vers tous les prynces du St. Empyre, vous fera plus partyculyerement antandre le besoyn que j'en ay, esperant neantmoyns avec l'ayde de dyeu, qu'un pront secours me donera de qoy conserver l'avantage, que j'ay sur mes anemys, en atandant q'une bone et grande armee nous an face antyerement avoyr la r6son. Je vous prye vous y anployer selon la confyanse que j'ay an vous, et croyre le dyt s r de Sancy comme raoy-mesmes, qu'y prye dyeu, mon cousyn, qu'yl vous conserve. Vostre hon cousyn Henry". Jla. 545|6 f. 15d. Eigh. (pr. 29. Aug.)i 230. Jobann von Trier an Kardinal Montalto. __A_ 14. Auf M. Sehr, vom 15. April. Die Klagen über Gefährdung Au 8 ust der Wormser Kirche durch die häufige Abwesenheit und das Alter Wittlich des Bischofs und durch das Trachten der benachbarten Ketzer nach den Kirchengütern. Die Klage gegen den B. nicht begründet. Es ist bekannt, dass die Residenz seiner Vorgänger, Ladenburg, nur eine Meile vom Sitz der Pfalzgrafen Heidelberg entfernt ist, die Einwohner des zur Hälfte pfälzischer Gerichtsbarkeit unterstehenden Städtchens Kalvinisten sind und die Hauptkirche schon unter B. Dietrich von • dem altern Pfalzgrafen gewaltsam weggenommen wurde, so dass nur ein „sacellum aedibus episcopi contiguum" übrig blieb, „in quo sacramenta catholico ritu et non raro cum periculo admini- strantur.. . Quod cum praeterita aestate ipse dux Casimirus recludi fecisset, episcopus camerae imperialis mandato immunitati restituit et ut sacra ibidem deineeps fierent (quibus tarnen cives sub gravi in transgressores constituta poena interesse non possunt) obtinuit". Der B. konnte deshalb nicht in seiner Residenz weilen, ohne täglich schwere Bedrängniss zu gewärtigen, und hat gegenüber der Macht seiner Widersacher keine andere Waffe als die Mandate des K. G., „inde consequutam indignationem et sustinere et pro necessi- tate declinare oportere". Daher hat er auf die Nachricht, dass der B. jede Woche oder doch alle 14 Tage nach Ladenburg komme, um seines Amts zu warten, mit andern katholischen Nachbarfürsten den B. zur Vermeidung schlimmeren Unheils vor einem so häufigen Besuch der Stadt, gewarnt. 2 .... ■Koblenz, Staatsarchiv Trier, Aa. 2, Verh. zu Rum 1551—1600. Conc. 1 Sehr, des K. an Sachsen vom 29. Juli/8. Aug. Lettres miss. TU, 10 f (Dr. 9305, Or.); an Johann Georg von Anhalt vom 7. und 8. Aus. Beckmann IT, 213; ein Sehr, an Sachsen vom 4./14. Aug. Dr. a. a. O. eish; vom 17./27. Aug. an Christian IV. von Dänemark, Lettres III, 31 ff. — J. C. und Pf. Johann sandten dem K. am 15. Aug. aus Friedrichs- liühl gemeinsam Kondolenz, Glückwunsch und Bitte um Abfertigung von Bevollmächtigten (Ma. 545/6 f. 71). *» 2 Vgl. hiezu Kluckhohn, Br. Friedr. des Fr mmen I, 76 ff; 577 A.2; Pa'piers de Granvelle VIII, 666; IX, 116; Ehses 1/2, 272f; Häher'lin XV, 108 ff. J. C. vermerkt in seinem Kalender zum 7. Juli 1588: „die gesandten von Wurms furgehabt". 214 1589 231-232. 10- 231. Schomberg an Haas Wolf von Schönberg. 20. August Musste duroh „Provintz" und zur See nach Italien, da die Liga Florenz j nm a i] e "Wege verlegte. 1 Will in Kurzem bei ihnen sein und bittet dies „mons r Baradat und Milchen [!] zu verstendigen, auch M. Gn. H. undertenigst zu vermelden"; der Kf. möge es weiter an den Landgrafen gelangen lassen. Gerücht, der König sei ermordet; glaubt es nicht. Ma. 545|6 f. 221. Cop. 11.August 232, Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. Heidel- erg Tod des K. von Frankreich gewiss. Was haben hienach erst die vom Papsttum Abgesonderten zu erwarten? Die unerhörte Felonie exemplarisch zu rächen. Der Abfall mancher bisher kgl. Papisten von Navarra zu befürchten, besonders ohne ausländische Hülfe. W. möge für die Uebertragung der für den verstorbenen K. bewilligten Hülfe 2 auf den Nachfolger, und zwar etwas reichlicher, da die Gefahr grösser als vorher, sowie für die sofortige Verwirklichung dieser Hülfe eintreten. Nicht auf die kgl. Gesandten zu warten; an genügender Versicherung von Seiten des K. nicht zu zweifeln. Bittet um rasche Antwort „dan diese sache uns dermassen angelegen, das . . dieselbe mit uns, wie man.zu sagen pflegt, niedergehet und aufstehet. Der allmächtig gott wolle allenthalben die herzen der vermögenden und die äugen bei zeiten uns auftun, damit nicht schlafend überfallen werden". . . . Marb. Frkr. 1589. Or. 1 Vgl. No. 194; 198. Am 23. Apr./3. Mai hatte Seh. aus Tours an Pf. Johann geschrieben, wegen der Hülfe an Geld und Volk für Heinrich III. und als Termin für Lauf- und Anrittgeld den 1. Juni gesetzt, „dans lequel jour ou peu de .jours apres j'espere me rendre (et par mer) ä Cassel" (Ma. 545/5f. 205, Cop; auch in Dr. und Str. Copp.). Über seine Reise vgl. deThou, memoires (Petitot 1,37; 417 ff; 439). Am 20./30. Aug. schreibt er, seit dem 16./26. Aug. über den. Tod seines Herrn vergewissert, an drei kgl. Agenten in Frankfurt, Perrot, Charron und jLe Roux, er wolle übermorgen abreisen, über Venedig nach Prag und dann an den sächsischen Hof; Briefe an ihn seien durch einen Kaufmann Kuchenmeister in Leipzig seinem älteren Bruder (Hans Wolf) zuzuschicken; er hoffe in 7—8 Wochen dort zu sein, könne aber ohne inzwischen eingetroffene „resolution de France" nichts machen, da seine Vollmachten jetzt erloschen seien (Ma. 545/6 f. 263, Cop.). 2 Am 31. Juli hatte L. W. seinen Rat Georg von Meysenbug an L. Georg, J. C. und Würtemberg abgefertigt. Nach einer Instr. j. C. für seinen an Philipp Ludwig abgefertigten Rat Bernhard von Hövel vom 17. Sept. (Ma. 545/6 f. 240, Or.) teilte M. mit, L. W. wolle 40000 Taler und ein Ungenannter (Sachsen) den Rest an einem Gesammt- betrag von 150000 fl. vorstrecken; J. C. möge mit Pf. Philipp Ludwig, Pf. Johann und M. Ernst Friedrich 100000 Taler zusammenschiessen. M. überreichte seine Beglaubigung zn.Neuschloss am 5. Aug. ^nd^schrieb am 14. Aug. aus Heidelberg, J. C, der nach Germersheim verreist war, um mit Pf. Johann und M. Ernst Friedrich von der gleichen Sache zu handeln, habe durch den Kanzler Reuber geantwortet, bei dem jetzt für gewiss geltenden Tod des Königs müsse man die Übertragung des Be- 233-244 X589 215 233. Jean Durant an Johann Casimir. 16.August Heidel- Chandien bittet um rasche und befriedigende Abfertigung des berg Herrn des Reaux. Setzt dies' bei der Wichtigkeit der französischen Sache voraus; „car si le pape perdoit l'appuy de la France, il deviendroit bientost papillon, c'est ä dire petit pape". D. R. hat Schomberg im Daulphine gelassen „pour la grande difficulte des passages"; fürchtet, „qu'il ne coure fortune, ou bien (ce que j'oseray secrettement dire ä V. Alt.) qu'ayant ouy la mort de son maistre, il ne face quelque part une bonne pose, pour veoir quelle partie sera plus forte." Sehr. Lothringens an die von Langres; „le dict duc a bien envie de se faire roy de France, mais il joue ä se faire duc sans terre;" schützt die Erhaltung der Religion vor. Wird D. R- Ankunft J. C. melden und denselben, wenn dies gewünscht wird, begleiten, „m'assurant que .j'esclarciray V. Alt. de beaueoup de choses qu'il pourra proposer". 1 Ma. 545|6 f. 90. Eigh. (pr. 19. Aug.). 234. Andreas Pancratius an Pfalzgraf Philipp 16.August Ludwig. s P eier J. C. ist zu Friedrichsbühel; dieser Tage waren der frühere Kf. Gebhard und der Graf von Neaenar zu Neuschloss und Schwetz- willigten auf Navarra bei den 'beteiligten Fürsten anregen und im Bejahungsfall sofort die Frage des Feldobersten und der Truppenzahl regeln; J. C. wolle eventuell England und die Niederlande um Geldhülfe ersuchen. Am 21. Aug. schrieb J. C. an L. W. aus Mannheim in deichen) Sinne, mit dem Beifügen, er stehe im Werk mit Philipp Ludwig, Johann und Ernst Friedrich das Seinige dabei zu tun. Würtem- berg sollte laut der Instruktion Meyseubugs mit Hinweis auf die französische Unterstützung seines Vaters und Grossvaters zu einer Beisteuer von 50000 Talern aufgefordert werden. Am 4. August berichtete Dr. Meckbach aus Berlin an L. W. über seine Werbung bei M. Georg Friedrich, der erklärte sich wie sonst in dgl. Sachen der Mehrheit an- schliessen zu wollen; Magdeburg habe Dlrich von Mecklenburg, der zuerst „ex Flaccianorum opinione" die Calvinisten für gefährlicher er-' klärte als die Papisten, zu der Zusage gebracht sich.bedenken zu wollen, und auch mit dem Kf. seinem Vater verhandelt, der aber nur versprach es nicht hindern zu wollen. Magdeburg wolle Meckbach zu Heinrich Julius schicken und ausserdem den Erzb. von Bremen, Holstein, Lüneburg ersuchen lassen (Marb. Frkr. 1589; Ma 545/6). 1 Am 15. Aug. schreibt Durant an den jKammersekretär Heinrich Pelen, nach Chandieu's Bericht habe Des Reaux noch seine Papiere zu erwarten, die er?wegen der Schwierigkeit seiner Reise auf andrem Weg geschickt habe; „quant ämoy, j'eusses mieulxfaimfe mourir ämon retour de France [vgl. S. 198 A. 2] que de charger un autre que moy des papiers de mon! maistre,mais c'est tousjours'la coustume que les plus sages fönt les plus lourdes faultes". Seh. und D. R. hätten sich im Dauphine getrennt, um sich in Deutschland wieder zu treffen; Seh. würde demnach über Montbeliard 'oder Lothringen gegangen, also nicht, wie ihm Pf. Johann'schrieb, am 25. Juni in Leipzig angekommen sein. Er würde D. R. gern zu J. C. begleiten und bittet P. dies bei J. C. zu erwirken, aus vielen Gründen, „lesquelles pourrez aisement penser" (pr. 19. Juni [!] zu Mannheim, ebd. 515/5 f. 295, eigh.). 216 1589 234-236. ingen bei J. C, sind aber jetzt nach Strassburg, wo, wie man sagt, Gebhard künftig residiren will. 1 Putlitz ist wieder in Heidelberg eingetroffen, nachdem er eine ansehnliche Zahl pommerischer, mär- Irischer und mecklenburgischer Reiter für J. C. geworben, die binnen 2 Monaten in die Pfalz kommen sollen. Kursachsen soll am 1. September nach Stuttgart, von da zu J. C nach Heidelberg kommen. Mb. 336|20 f. 59. Or. 18.August 235. Durant an Johann Casimir. Heidelberg Nachrichten von einem englischen Kaufmann: Verurteilung des duc d'Arondelle; Praktiken des Kardinals Alanus, Abfertigung eines englischen Gesandten Namens Dyar nach Deutschland; Tod der K. von England etc. Bittet J. C, im Hinblick auf die letzte Zeitung sich mehr als je zu hüten. Der Kaufmann wusste nichts von de la Tuillerie und Buy. a Absicht der Königin, Frankreich zu unterstützen. . . Nach Sehr, aus Nürnberg dauert die Beförderung von Truppen nach Spanien fort, wahrscheinlich für das Königreich Navarra bestimmt. Maximilians Haft; Wegbleiben der Ungarn vom Tag." Ha. 545|6 t. 92. Eigh. 236. Der Nuntius Priuli an Montalto. —9g— (Schombergs Eintreten für die französische Tronkandidatur Lothringens ^~ ugt und gut katholische Gesinnung.) Florenz Berichtet ausführlich über eine Unterredung mit Schomberg, der ihn heute in seinem Haus mit Rucellai aufsuchte. Seh. sprach sich betreffs der Nachfolge an der französischen Krone auf das Entschiedenste sowohl gegen den Kardinal von Bourbon als gegen Navarra aus, unter dem die Interessen der katholischen Kirche leiden und Frankreich nicht zur Ruhe kommen würde, befürwortete dagegen auf das Wärmste die Erhebung des Herzogs von Lothringen zum K. von Frankreich; dieser werde den deutschen Fürsten wegen seiner engen Verbindung mit fast allen unter ihnen,.besonders mit dem Landgrafen, und als R. Fürst willkommen sein; „et questi essendo re non darebbero aiuto aleuno al Navarro ne lascierebbero entrar nella Francia loro populi armati per offenderlo, con che si potrebbe parimente sperar, ch'essi prineipi d'Alemagna divertissero et Inghilterra et Suizzeri a non moversi per il Navarro". Seh. machte ihm einen sehr günstigen Eindruck; Seh. ist zwar^Deutscher, aber in Frankreich erzogen und obwohl aus Sachsen gebürtig „nondimeno buono catholico et devoto, et che ha combatuto cinque volte contra heretici; et non nega come servitore devotissimo che 1 Vgl. zu der Übersiedlung Gebhards aus den Niederlanden nach Strassburg Ehses, N.B.I. 2, 346 A.2; Meister, Kapitelstreit S. 327ff; Bedenken Magdeburgs hiegesen vom 4. August bei Meister, Akten S. 54 f. Über den Besuch Johann Georgs von Brandenburg sowie der Kapitularen Solms und Mansfeld in der Pfalz im Aug. 1589 ebd. 56. 2 Vgl.No.237; über das Gerücht vom Tod Elisabeths .Ehse s I. 2,346. 8 Gemeint sind die Verhandlungen zu Beuthen zwischen dem Kaiser und Polen; vgl. Häberlin XV,, ,152. 236—238. 1589 217. era del giä, re Henrico, che non andasse di presente in Alemagna per procurargli occorrendi altri aiuti, ma si fermerä qua, fin che gionga il corriere di Lione et qualche altro amico di Francia". 1 . Eom, Nunziatura di Firenze 12 A. f. 123 ff. Or. 237. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. 23.August Frankental (Zettel.) Erhielt dieser Tage Sehr, der K. von England aus „Nonsuzh" 2. huius: nach Eintreffen sicherer Botschaft vom neuen K. von Frankreich werde sie jemanden zu W., J. C. u. a. deutschen Fürsten wegen der Unterstützung des K. senden, wozu sie das Ihrige beitragen wolle. 3 Durch ein solches gemeines Werk würde der Lauf des Evangeliums auch ausserhalb Frankreichs befördert und dem Papsttum ein grosser Stoss gegeben, „auch unser geist- lichkeit im reich, die ein zeit hero sehr hochmutig worden (wie ich dan glaublich vernomen, das sich der bischof zu Salzburg öffentlich im geloch hören lassen dörfen, er hett auch gelt und so man ine an Saxen Hess, wolt er ime die Sachen wohl machen), 3 etlicher massen im zäum gehalten werden können". Bittet W., das Werk bei den Herren drinnen Lands zu befördern ; man muss jetzt für einen Mann stehen. Weist man die Königin wieder wie früher ab, so ist zu fürchten, sie „als ein weibsbild" möchte auf die Dauer des Kriegs müde werden und sich mit Spanien vergleichen, „inmassen ohne das deswegen hiebevor starke traetationes furgangen seind"; das kann nur durch dieses Mittel verhütet werden. Marb., Frier. 1589 III. Eigh. [,,Ut in literls«]. Ma. 545|6 f. 114. Cono. 238. Kanzler und Räte zu Heidelberg an Johann 25Au S u st n . • Heidel- Casimir. berg Beiliegenden französ. Diskurs über des Königs Entleibung wollte de la Hugrie zu Speier drucken lassen. Der dortige Drucker sandte ihn jedoch an einen hiesigen, Abr. Schmessmann, der ihn den Räten vorlegte. Der Diskurs, von Huguerie's Hand, ist dermassen gestellt, 1 Schon am 17./27. August berichtet der Nuntius in einer chiffrirten Depesche über Schombergs Absicht in Italien Geld für eine Reiterwerbung K. Heinrichs III. aufzubringen; jetzt nach der Nachricht vom Tod des K. warte er hier auf eine weitere Kunde, „mostrando di essere passato in Italia per spasmo et non per altro negocio" (Rom, ebd. 12 S. 24). Über Schombergs Übertritt zum Katholizismus vgl. II. 360 A. 4. In einem ligistiseben Schriftstück von 1586 wird er bereits als Vertrauensmann der „princes eatholiques" aufgeführt (Mem. d'Estat II, 160). — Am 22. Aug./l. Sept. 1589 schreibt Zündelin aus Venedig an Camerarius: „Lotharingus etiamnunc de Gall. regno sibi tradendo pontificem inter- cessore Florentino sollicitat" /Bm. Coli. Cam. XXII, eigh.). Vgl. hierüber D e sj a r d i n s V, 52 ff; 68 f; 71; 74 f. 3 Vgl. No. 228. 3 Am 26. Aug./5. Sept. berichtet Gradenigo aus Prag, Sachsen baue eine grosse Festung an der Elbe an der böhmischen Grenze, man wisse nicht weshalb; von Böhmen habe er doch keinenfalls etwas zu befürchten (Wh. D. V. XVI.). f 218 1589 238-239. „das er von einem Papisten nicht besser adornirt und zugerichtet werden könden." So spricht er von einer innerlichen Bewegung, die den Mönch zu der Tat veranlasst habe, um die eigentlichen Anstifter zu entschuldigen. Sie haben den Druck, der J. C. bei vielen verweislich gewesen wäre, untersagt. Hugrie treibt zu Speier nichts anderes als sich der Liga zum Besten zu erkundigen. 1 Ma. 545|6 f. 133. Or. (pr. 28. Aug.) 29.Äugust 239. Werbung Sancys bei Johann Casimir.« bere " (Spaniens Beziehungen zum französischen Bürgerkrieg. Heinrichs III, g Werbung um deutsche Hülfe durch die Aenderung der Reise Schombergs, von dem noch keine Nachricht kam, verzögert; Beauftragung Sancy's; Ermordung des Königs; dessen Nachfolger ersucht durch Sancy die deutschen Fürsten um eine vorläufige Unterstützung mit Truppen und Geld bis zum Ahschluss eines Bündnisses mit ihm und England, und zwar um 2500—3000 Pferde und ebensoviel Fussgänger, um die Summe von 150 000 ecus, ferner um Unterstützung der Metzer Garnison mit 7—8000 ecus und um baldige Bezeichnung der Befehlshaber für die deutschen Truppen.) „Monsieur! Le soing que vous avez cy-devant monstre avoir des affaires de France, faict croire au roy que vous ne les aban- donerez pas en ceste occasion et considörerez de plus en plus, que, comme la conservation de la France est entierement conjointe ä 1 Vgl. biezu die Ausführungen La Hug. III, 300 ff. über die Ermordung Heinrichs III. als einen Akt der göttlichen Gerechtigkeit, ganz in ligistischem Sinn, sowie die Ansahen über seine Beziehungen zum Jesuitenrektor in Speier S. 317 f; 322 ff. 2 Ueber Sancy's neue Sendung und Instruktion (vom 29. Juli/8. Aug. Anquez S. 27 A. 2) vgl. Th uan us XCVIII. 2; Sehr. Heinrichs IV. (ohne Nennuns seiner Bevollmächtigten) an Sachsen und Würtemberg vom 29. Juli/8. Aug. Lettres miss. III, 10f; kgl. Beglaubigung für Sancy und Bongars bei Christian IV. von Dänemark; 17./27. Aug., ebd. 31 ff. Nach einem Sehr. Dompmartin's aus Strassburg vom 14. Aug. an J. C, (Ma. 545/6, eigb.) wäre S. am 4. a. St. zu Senlis vom König geschieden und am 11. im Montbeliard eingetroffen, von wo aus er J. C. durch D. bitten liess die anderen Fürsten von seinem Kommen zu benachrichtigen. Über S. und Des Reaux' Unterredung mit LatHug. zu Speier vgl. La Hug. III, 316 f. Eine Zeitung aus Strassburg vom 23. Aug./2. Sept. meldet die Ankunft S. und eines zweiten Gesandten von Basel her in Strassburg, ihre Werbung beim Rat und das Gerücht, sie sollten für Navarra um' ein sächsisches Fräulein werben (Meister, Akten S. 56). Am 27. Aug. kamen beide Gesandten nach Heidelberg (Reuber an J. C, Ma. a. a. O.j. — Dohna, der am 9. August wieder in Heidelberg eingetroffen und von J. C. mit der Versicherung begrüsst worden war, er wolle sich des Jochs (von Putlitz und Reuber) entledigen, durfte am 29. Aug. die beiden Franzosen zur Audienz bei Hof führen (Schmidt S. 158 ff.). Von einer sofortigen Absetzung des Putlitz (ebd. S. 159) war jedoch nicht die Rede. Vielmehr versichert Dohna selbst in seinem Kalender von 1589 zum 30. und 31. August; „ist er [Sancy] bei uns geblieben und hat mit P. tractiret allein Putlicio et cancellario Reubero prae- sente, remotis reliquis"; am Band: „NB." und später beigefügt: „Et hie erat ipsorum scopus, ut omnes ab omnibus consiliis renoverent 239. 1589 219 celle de tous les princes d'Allemaigne, speciallement de la tres-29. August. illustre maison des Palatius, qui pour le voisinage et consanguinite semblent y avoir le plus proche interest, il est temps que vous metiez la raain ä l'oeuvre et aydiez ä refröner les mauvais desseings de ceulx qui par la ruyne de tous les estatz de la chrestiente aspirent ä la monarchie universelle". Die frischen Proben der spanischen Herrschaft liegen auch in Deutschland zu Tage- Spanien nährt den Bürgerkrieg in Frankreich seit 30 Jahren; nach Umsturz dieser Monarchie mit Hülfe des Hauses von Lothringen würden die Nachbarstaaten schutzlos der Eroberung preisgegeben sein. Nach vergeblichen Versuchen die französischen Könige in die von ihnen unter dem Schein der Rel. errichtete Ligue zu ziehen bedienten sich die Spanier des Herzogs von Guise, der den König aus Paris verjagte und sich in Blois seiner Person und Krone bemächtigt hätte, wenn ihn der König nicht rechtzeitig hätte töten lassen. Aber Mayenne mit den Seinen und der Mehrzahl der Städte führte die Rebellion weiter. Der verstorbene K. wollte gegen sie neben dem treugebliebenen Adel eine starke Hülfsarmee bei den Schweizern und den deutschen Fürsten aufbringen, „mais le malheur a voulu que le s r de Schomberg, qui des le mois de may fufc deppute par Sa M li pour cest effect, aye pris une si mauvaise adresse ä sou chemin, qu'au Heu qu'il avoit assure Sa M t4r que dans la fin de juin il seroit en Allemaigne et deux mois apres luy rendroit sur la frontiere le secours qu'il auroit obtenu des princes, il n'y aye encores nulles nouvelles de luy par decä;" 1 der K. wurde hierüber nur durch den Bericht des „comme precur- seur" vorangeschickten Baradat getröstet, wonach die Fürsten gewillt waren sich seiner Sache anzunehmen. „Voyant donques la longueur du voyage du dict s r de Schomberg et le prejudice quo ce retardement pouvoyt apporter ä. ses afföres pour beaucoup de considerations, des aussy-tost qu'il eust recueilly les forces que je luy avois amenö de Suisse, 3 il se resolut de me depescher de decä par chemin plus court et moings difficille, pour fere entendre ä messieurs les princes du St. Empire le grand commencement que dieu luy avoit donne de bonheur et prosperite contre ses ennemys et contractor avec eulx et les villes imperiales une bonne alliance et ad clavum sederent soli. Male hoc consilium utrique cessit". Am 1. Sept. Hess J. C. seine Verhandlung mit S. Dohna durch Putlitz mitteilen. — Am 4. Sept. schreibt S. aus Frankfurt (wo er seine "Werbung um Hülfe beim Rat anbrachte, Frkf. R. Angel, f. 163, No. 10008, Or.) über die Kapitulation mit Lanty, über Schomberg, der zu Augsburg krank liegen solle, und Lothringens Angst (Ma. a. a. 0. f. 195, Or.). Pf. Johann, dem Sancy am 2. Sept. seine "Werbung schriftlich gesandt hatte, verfasste am 5. Sept. Empfehlungsschr. für S. an Sachsen, Magdeburg, L. Wilhelm, Philipp Ludwig und M. Ernst Friedrieb, und schickte seine Antwort auf drei kgl. Sehr, am 8. Sept. an S., seinen Rat Volmar mit Sehr, des K. und S. an M. Ernst Friedrich nach Durlach, der aber seine endgültige Erklärung verschob; das Gleiche tat Philipp Ludwig in seiner Antwort vom 25. Sept. auf die Werbung des kurpfälz. Abgesandten Bernhard von Hövel (Ma. a. a. 0.). 1 Vgl. No. 224. 3 Vgl. Segesser III, 402f. 220 1589 239. 29.Augustp OU r la deffence commune des ungs et des autres par un mutuel secours en cas de n^cessite, les priant cependant de luy departir quelque secours prompt d'hommes et d'argent, pour pouvoir plus promptement venir ä bout de ses afferes, comme il en estoit en tres-beau chemin et espeVance presque certaine". Als aber die Armee des K. vor Paris stand und die Abgesandten von 22 Städten zur Verhandlung mit dem K. eingetroffen waren, wussten die Feinde keinen andern Ausweg mehr als das Attentat eines Jakobinermönchs, der als Ueberbringer eines Sehr, von dem in der Bastille sitzenden ersten Präsidenten an den K. diesen am 1. August im Unterleib verwundete. Die Aerzte hielten die Wunde nicht für tötlich, aber der K. starb am nächsten Morgen, „laissant au roy de present son successeur un regret incroyable pour la singuliere amytye et bienvueillance qu'il luy monstroyt depuis qu'ü l'avoit raproche de luy". Die Feinde sahen sich jedoch in ihrer Hoffnung getäuscht, da die Ungeheuerlichkeit der Tat die Prinzen und die Beamten der Krone erst recht veranlasste dem rechtmässigen Nachfolger zu huldigen und auch die kgl. gesinnten Städte sämmt- lich treu blieben, „tellement que pour l'establir entierement ä la possession de la couronne, k laquelle il a pleu h dieu l'appeller, il ne luy reste, sinon qu'il plaise aux princes du St. Empire de luy departir promtement les moyens, dont ilz estoyent resolus de secourir le feu roy, pour opposer aux forces que le narty contraire tasche de luy jester promptement sur les bras, pour l'acabler devant qu'il se puisse establir". Daher hat der jetzige K. sobald als möglich S. zu den R. Fürsten abgefertigt, um ihre Kondolenz zum Tod seines Vorgängers entgegenzunehmen und sie um Fortsetzung der dem Vorgänger bewiesenen Freundschaft, sowie um Unterstützung gegen die fortwährend durch auswärtige Streitkräfte sich verstärkenden gemeinsamen Feinde zu ersuchen, „estant anjourd'huy vostre cause entierement conjointe h la sienne". Der K., für sich allein nicht in der Lage der heute gegen ihn vereinigten Macht „de voz ennemys" zu widerstehen, bittet bis zum Abschlnss des notwendigen Bündnisses zwischen ihm, England und den Fürsten und bis zu der nachfolgenden Aufstellung einer grösseren Armee von Seiten der Fürsten ihn vorläufig möglichst rasch mit einer kleineren Truppenzahl und dem Sold für einige Monate zu unterstützen; er hat S. „de bons et amples pouvoirs" gegeben und erbietet sich zur Versicherung nicht nur auf „les deniers ordineres du royaulme", sondern auf sein eigenes Erbe, das grösser ist als das irgend eines früheren K. von Frankreich und noch nicht „hypoteque aux debtes du royaulme. . . *Faict ä Heidelberg, ce 29. aougst 1589. N. de Harlay Sancy.* Tout ce que dessus se resoult en ce que le roy prie affectueusement tous messieurs les princes du St. Empire et chaseun d'eulx de fere en sorte, qu' au plustost il puisse estre secouru d'une legere force, comme de deux mil cinq cens ou troys mil chevaulx et autant de gens de pied, pour maintenir l'advantaige Von Sancy's Hand. 239. 1589 221 que dieu luy a donne sur ses ennemys et luy ayder ä tenir la29. August campaigne, de peur que les villes qui sont encores attendantes pour voir, qui sera celluy que demeurera le maistre, voyans le roy infe- rieur et contrainet de relascher la campaigne, ne se laissent telle- ment intimider que de recevoir de leurs garnizons, chose qu'elles n'ont point encor voulu fere; lors il seroit difficille de les retirer de leurs mains. Et le mal qui se peult aujourd'huy empescher avec une bien legere force, ne se pourroit lors reparer avec une tres-grande armee. L'arrivee du marquis du Pont, qui s'est ache- mine en France depuis mon partement d'aupres du roy, 1 sera cause que ce secours luy soit tant plus neeessöre, parce que ses ennemys sont inopineement fortifiez des forces du dict marquis. Le roy prie aussy mes dietz sieurs les princes de l'assister pour soldoyer les dictes forces de cent cinquante mil eseuz, qui est la moitie de ce qu'ilz auroyent aecorde au feu roy, reservant le surplus avec ce qui pourra venir d'Angleterre et d'ailleurs pour soldoyer la grande armee, estant ce secours d'argent subit mainte- nant tres-necessere, parce que les choses sont en tel desordre et confusion en France, que pour ceste heure SaM tä n'a aultre moyen de soldoyer les forces qu'elle leve de decä que ce qui proviendra du dict prest, esperant nöantmoings que les dictes forces bien polieees par la dicte solde, comme dict est, luy donneront moyen de nettoyer quelques provinces, desquelles puis apres il tirera, de quoy les entretenir, ce qui ne se peult esperer sans l'ordre et la police que le payement susdict peult apporter en son armee. II se presente inopinement un moyen pour lever partie des dictes forces promptement, auquel il est necessaire de pourvoir, qui est Frentz et les aultres forces qui ont receu l'enreidtgel au nom du duc de Nevers, auxquelles il fault pourvoir de place- monstre et d'argent pour les payer, les obligeant par ce moyen de serment au roy. Mais cest argent tant pour eulx que pour les quinze cens chevaulx, dont le feu roy avoyt donne la Charge au baron de Dompmartin, se prendra sur la susdicte somme. Lesquelles forces de France et baron de Dompmartin seront süffisantes pour ce premier secours, si on s'en peult asseurer. 2 Comme semblablement le roy prie mes dietz sieurs les princes, speciallement mons r le duc Casimir, de le secourir promptement de sept ou huict mil eseuz pour la garnizon de Mets, afin de leur faire fere monstre et les engager ä fere le serment ä Sa M t6 , offrant de rendre la dite sOmme sur ce premier prest de cent cinquante mil eseuz. 3 1 Am 19./29. Aug. schreibt Flavigny aus Metz an „le greffier de Strasbourg" (Str. AA. 1859): „Mons r le marquis du Pont [Lothringens Sohn] s'estoit achemine vers Chalons avecq touttes ses forces pensant la sur- prendre, mais il s'est trouve trompe". 3 Deber die Werbungen vun Frentz (vgl. Eh ses I. 2, 342 A. 2), Dommartin u. a. vgl. Thuanus a. a. 0; Meister a. a. 0; La Eng, III, 319 f. s Vgl. No. 210. Am 30. Aug. bestätigt Sancy zu Heidelberg den Empfang eines Darlehens J. C. für den K. im Betrag von 8000 escus pistoletz zur Bezahlung der Garnison von Metz (München, Staatsarchiv K. rot 46/9. Cop.)- 222 1589 239—241. Eemetant au bon advis et jugement de mes dictz sieurs les princes de choisir telz chefz et cappitaines qu'ilz jugeront estre ä propos pour la conduite de la grande armee, 1 dont mes dictz sieurs se resouldront, s'il leur piaist, au plustost pour eviter la longueur qui n'est pas de moindre prejudice que la nullite du secours. Faict* ä Heidelberg, le jour et an que dessus. N. de Harlay Sancy.* Ma. 54516 f. 149. Or. (pr. 29. Aug.) 31.August 240. Landgraf Wilhelm und Landgraf Ludwig an Ludwig von Würtemberg. Auf Würtembergs Sehr, vom 14. August. Haben von diesen neuen Mähren sonst nichts gehört, auch kürzlich einen Gesandten Lothringens in Privatsachen bei sich gehabt, der gerade das Gegenteil vorbrachte; können nicht glauben, dass ein so frommer und weiser Herr derart gegen grosse Herren und nahestehende Freunde beim Papst vorgehen sollte; selbst wenn Lothringen dazu verleitet worden wäre, hätte er doch den Sachen eine bessere Farbe angestrichen und wäre nicht so mit der Türe ins Haus gefallen. Bedauern die übereilte Mitteilung an den Kaiser; eine kais. Interpellation Lothringens nebst Aufforderung den Autor zu nennen kann merkliche Verbitterung und grosse Weiterungen herbeiführen. 2 Marb. Frkr. 1589. II. Copp. 6. Septbr. 241. Pfalzgraf Reichard an Johann Casimir. Simmern Die von Pf. Georg Hans beabsichtigte Alienation der Grafschaft Veldenz an Karl von Mansfeld, Gouverneur zu Luxemburg, oder dessen Schwiegersohn Verdugo. Gespräch Dietrich Weiher's * Von üancy's Hand. 1 Am 5. Sept. schreibt Pf. Eeichard an J. C, die französischen Gesandten, mit denen J. C. wohl abgeschlossen habe, hätten auch seiner Person an etlichen Orten gedacht; da er aber von J. C. über die be- wusste Sache nichts mehr gehört habe, nehme er an, man werde seiner nicht bedürfen. Am 14. bept. schreibt J. C. an R., Sancy habe sich wegen einer eilenden Hülfe von 3000 Pferden mit Dommartin, Dohna und „Frentz de Schlanders" eingelassen, und erbietet sich mit S. zu handeln, falls B. den Befehl über eine so geringe Zahl übernehmen wolle; er hatte dies R. am 8. Sept. widerraten, obwohl er damals die Zahl auf 4000 Reiter und 2000 Knechte angab (Ma. 545/6). 2 Ueber die angebliche Werbung eines Lothringischen Gesandten bei Sixtus V., die Würtemberg am 14. August nicht nur verschiedenen prot. Fürsten, sondern auch dem Kaiser mitteilte, vgl. Stieve in den ^.bh. der Münchener Akademie, III. Klasse, XV. 1 (1879), 13 A. 1; Gott. Gel. Anz. 1900 S. 540 A. 2. Abschriften des Pampbiets z. B. Bm. Cod. lat. 10415 und 10427, Wien, Hotbibl. cod. lat. 8880. Am 31. Aug. teilt es L. W. J. C. mit (Ma. 545/6). L. Ludwig vollzog das obige Gesammtschr., meinte aber in einem Sehr, an L. W. vom 7. Sept., Würtemberg müsse doch ganz sicheren Bericht gehabt und man solle ein wachsames Auge darauf haben, 241-242. 1589 223 mit G-. H., der die Grafschaft an Parma selbst ablassen und J. C. in der Erbforderungssache ernstlich requiriren will, „und sollen die requirenten fast frembde fursten, graven und herren sein." Teilt seine Korr. mit G. H. mit und bittet um Gutachten, wie diesen sorglichen Handlungen wirksam abzuhelfen. „Dan wir die Sachen dermassen beschaffen befinden, das man ein bissle über not essen muess." Will selbst zu G. H. gehen. 1 Ma. 545|4 f. 417. Or. 242. Der Nuntius Priuli an Montalto. 7. Schomberg, der Montag nach Lucca reiste, „e partito ancora g ept 'b r di lä per ritirarsi in Alemagna, quando (in certo luogo per il camino, F . dove ha messo Tordine che sia l'avviso) non trovi commissione del duca di Lorena, che passi al suo servitio in Lorena, nel quäl caso passerä subito al servitio di esso duca di Lorena." Seh. würde gern von Florenz nach Rom gegangen sein, fürchtete aber, „che il cardinale di Sans non gli facesse fare qualche burla, havendo esso in Francia (per pa- role passate) fatto dare delle bastonate ad un fratello di esso cardinale. Et mi 'pare ancora, che per ciö non si habbia fidato di tener il 1 Vgl. No. 208. lieber die Erbforderungsansprüche G. H. an Kurpfalz und ihre Betreibung seit 1567 vgl. Patriot. Archiv XII, 13 ff; Gümbel S. 77 f; über den Diffamationsprozess von Kurpfalz und J. C. gegen G. H., der seit 1583 am K. G. schwebte und am 22. April 1589 zu Ungunsten der Kläger entschieden worden war, P. Ar eh. XII, 43 ff. Am 2. Juli erklärte G. H. dem Pf. Johann, dass er wegen der Lösung von Pfalzburg mit dem K. von Frankreich in Unterhandlung stehe und dem Abschied zu Bergzabern (vgl. No. 187 A. 2) nicht nachkommen könne; er wollte seiner Erbansprüche wegen Kurpfalz nicht die Lösung gestatten. J. C. parirte das Urteil des K. G. durch eine an G. H. gerichtete Requisition bezüglich des einzuschlagenden Austragsverfahrens (P. Aren. XII, 50; 56 f.), während Würtemberg , dem sein unruhiger Schwiegervater allmählich „ein dorn in äugen" geworden war, mit Neuburg über endliche Abstellung dieser unerträglichen Verhältnisse verhandeln Hess; ein würtembergischer Gesandter teilte den neuburgischen Bäten „sub rosa" mit, einige würtembergische Räte hielten es für den besten Ausweg, „das dieser herr an ein Verwahrsam ort getan werde" ; es müsste ja nicht gerade Hohentwiel oder Asberg sein; G. H. könnte dort alle Notdurft, auch Gesellschaft haben und seine Künste und Al- chemie treiben; ihrem Herrn hätten sie aber zunächst davon nichts gesagt. Die Neuburgischen waren ebenfalls der Ansicht, dass ohne eine Verwahrung G. H. alle seine Vorschläge u. s. w. nur „ein bloses spiegelfechten" bleiben würden; der Würtemberger riet, dieses „extremum medium", das schon früher angeregt (vgl. II. 240 A. 4; 282 A. 2; 302 A. 1; 310) und ohne den Widerstand seines Herrn auch angewendet worden wäre, zu ergreifen und, nachdem es geschehen, den Kaiser zu beschicken (Mb. 327/26, neuburg. Beratung 27. Sept.; neuburg. Gutachten für einen Konvent zu Heilbronn, den Neuburg und Würtemberg in einem Gesammtschr. an J.C. vom 29. Sept. anregten). G. H. hatte inzwischen, nachdem Reichard ebenfalls vergebens persönlich mit ihm verhandelt hatte, die kurpfälzische Requisition mit einer Gegenrequisition beantwortet (P. Ar eh. XII, 51 ff.), „also das die Sachen uf allen tailen sich ganz beschwerlichen ansehen lassen" (Reichard an Pf. Elisabeth von Veldenz, 24. Sept. Mb. a. a. 0.), und Reichard gegenüber mit Krieg gegen Kurpfalz gedroht, 224 1589 242-243. Camino (nel partir suo di qua) per la via di Bologna. Et vengo pur asicurato, che questo signore ha vissuto sempre catholicamente. Ma intendo che ha in Alemagna un fratello che e heretico, il quäle e luogotenente generale et favoritissimo del duca di Sassonia." 1 Rom, FireDze 12 S. 27. Auflösung des chiffr. Or. 12.Septbr. 243. Sancy an Johann Casimir. Kaasel „Done" wird über die hiesigen Verhandlungen berichten. Hat nach sechstägigem Aufenthalt endlich vom Landgrafen die Obligation, für die 100000 fi. erhalten, „que luy et son amy prestent, lequel ne veult pas estre nomme; et ne m'a neantmoings rien voulu delivrer, jusques ä ce qu'il scache, si la mort survenue du feu roy depuis leur entreveue n'auroit point change la volonte de l'aultre. Je m'en vay pardelä pour en estre resolu avec un des secretaires du dict s r le landtgraff." So konnte er Dohna nicht einmal sein Anrittgeld bezahlen. Die versprochene Summe scheint ihm für die beiden Fürsten sehr gering. J. C. möge daher sich der Sache besonders annehmen, „selon la congnoissance qu'elle a plus que tous les aultres, de combien il importe. Mais je luy en parleray davantage ä mon retour." 2 Ma, 545|G f. 255. Or. (pr. 19. Sept.) 1 Vgl. No. 236. a L. Wilhelm hatte noch am 4. Sept. J. C. seine Bedenken gegen eine kriegerische Unterstützung Heinrichs IV. wiederholt auseinandergesetzt (ebd. Or.). Putlitz, der am 6. Sept. in Kassel eintraf und am 7. seine Werbung durch Heugel anbringen liess (J. C. wolle, falls W. u. a. etwas tun, „cum consortibus" 80000 fl. und mehr anlegen; die Generalstaaten würden 100000, England mindestens 100000 liefern), berichtet J. C. aus Kassel am 13. Sept., L. W. habe Sancy „mit vielen vordreis- ligen und unnötigen fragen, auch unmuglichen conditionibus von einem tage zum andern umbgefuret" und schliesslich sogar die Kleidung des Gesandten und seiner Diener gerügt und abschaffen wollen, „wie E. F. G. solches von dem von Dohnaw nicht ohn gelechter vernemen werden"; Heinrich Julius, bei dem er seine Werbung in Münden anbringen wolle, sei hieher gebeten, werde aber vermutlich nicht kommen; Hans Wolf von Schonberg und Hans Georg von Ponick zögen vom sächsischen Hof ab, wie man sage, mit wenig Gnaden (Ma. f. 257, eigh.). L. W. schrieb am 15. Sept. an j. C. über seine Vereinbarung mit Sancy; wegen der eilenden Hülfe müsse er die Erklärung von bewusstem Ort abwarten; er habe Sancy Heugel mitgegeben und wolle sich weiter als früher verabredet in dieses Spiel nicht einlassen (ebd. f. 267, Or. pr, 25. Sept.). Dohna, dem Sancy ein Kommando über 1000 Pferde zugesagt hatte, ging mit nach Kassel, wurde aber, da weder Geld noch Bestellung da war, auf die erste künftige Werbung vertröstet, schloss am 15. mit einem Rittmeister zu Braunschweig ab und kam am 23. nach Heidelberg, am 25. zuj. C, den er „bei der hütten und der neuen mül" antraf (Dohna's Kalender 1589). Am 30. Sept. schrieb L. W. aus Vacha an Reuber, die Zeitungen von einer Schlacht in Frankreich, von der ein am 27. Sept. n. St. aus Dieppe an Sancy und Des Reaux abgefertigter Bote nichts gemeldet habe, halte er für französische Lügen, worin die Franzosen Meister seien. Hiezu bemerkt Reuber: „Dis werden auch franzosische lügen sein, dan es unmüglich, das ein gesandter, so den 27. stylo novo zu Diepen abgefertigt, vur dato dieses Schreibens zu Cassel ankörnen" (Ma. 545/6 f. 294, Or.). 244—245. 1589 225 244. PfalzgrafJohann an Johann Casimir. „ 16 ; Septbr. Das christliche Werk des Kf. Gebhard von Köln nicht ersitzen . .^l 1 " zu lassen; J. C. möge bei den Ständen der A. C. die Erörterung r c eu desselben mit andern Eel. Beschwerden auf einem gemeinen Bei. Tag oder sonst anregen. Kf. Gebhard würde die Mittel, die ihm die Stände A. C. an die Hand geben, soviel Gewissens und Ehren halb möglich, nicht ausschlagen; er weiss, dass hier nichts übereilt oder temere vorgenommen werden darf.....Gebhard hat bisher gegenüber allen Anerbietungen für seinen Privatnutzen standhaft ausgehalten und lebt jetzt in Strassburg von den geringen Einkünften seines Dekanats. J. C. u. a. vornehme Stände A. C. sollten G. bis auf bessere Gelegenheit eine jährliche Unterhaltung verordnen, damit er nicht gezwungen werde bei ausländischen Potentaten Hülfe zu suchen. 1 Mb. 114|12 f. 35. Or. 245. Pfalzgräfin Elisabeth an Chris tian von 23. Sachsen. Septbr. Heidel- (Ein Sehr. Christians. Ihre Anforderung. Ihre Bedrängniss in Sachen berg der Religion. Bittet um eine Einladung zum Bruder.) Kann ihre Freude über Chr. Sehr, gar nicht genugsam ausdrücken. Glückwunsch zum Sohn; Gott möge diesem und den Eltern alle zeitliche und ewige Wohlfahrt bescheren. Sieht aus dem Sehr, „das E. L. mir wider gewogen sein"; stand wegen Chr. langen Schweigens in Sorge bei ihm in Ungnade zu sein; Gott weiss, wie leid es ihr wäre, Chr. mit irgend etwas Ursache zum Zürnen gegeben zu haben. Was die Anforderung betrifft, derentwegen Chr. irgend eine Unfreundschaft auf sie gefasst haben könnte, so muss sie mit dem zufrieden sein, waz ihr Herr tut, „den mein herr der fraget mich nicht umb rat. Gott weiss, das mir mit Uneinigkeit nicht wol ist"; wollte lieber nichts haben als des Bruders Ungnade. Steht in schwesterlichem Vertrauen, dass Chr. es recht machen wird. „Es schat £. L. als Gott sei lob ein reicher churfurst nicht und hilft mir sehr wol und viel." Hat sie Chr. erzürnt, so bittet sie um Verzeihung und er möge das brüderliche Herz nicht von ihr wenden. 1 Am 10. Sept. war J. mit Gebhard in Strassburg zusammengekommen (J. anJ. C, Strassb. 11. Sept.. Ma. 545/6, Or.). Vgl. Meister, Kapitelstreit S. 330 ff; Dr. Johann Weiss, von Gebhard an Magdeburg u. a. Fürsten abgefertigt (ebd. 333 ff.), berichtet G. am 3. Okt. aus Heidelberg, er habe, da J. C. mit dem nach Ostfriesland ziehenden M. Ernst Friedrich nach Hanau verreiste (bestätigt durch Dohna, Kalender zum 1. und 2. Okt.; vgl. C u n o II, 98 f.), mit dem Kanzler (Reuber) verhandelt; vorher teilt er eine Aeusserung Joachim Friedrichs „in consilio" mit, „wenn das volk, so fortziehen soll, wieder heimziehen werde, mit gluk, wie man hofft, solte alsdan E. Oh. Gn. sach vorgenommen werden; andere particularia wollen sich nicht schreiben lassen" (Str. AA. 772, eigh.). Bezolä . Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir, III. 15 226 1589 245—246. Kann nicht verschweigen, dass ihr hier allerhand Beschwerung „under äugen stost"', will aber nicht klagen, sondern mit dem Zeitlichen sich leiden, solang ihr Gott Gnade verleiht. In Sachen der Religion möge sie aber Chr. auf ihr Anrufen um Gotteswillen nicht verlassen. Sie fangen immer wieder etwas Neues in der Religion mit ihr an, einmal über das andere, dass sie bald nicht weiss, wohinaus. „Sie haben sich seither verdrost, das mein bruder mit mir zornet; man hat auch gemeint, mein bruder und mich der anforderuug halben zusammenzuhetzen, also das mein bruder meiner nicht mer achten wird." Sie will aber lieber nichts haben als ihres Bruders Gnade und Freundschaft „in meinen grossen nöten" ermangeln. „Ach, mein liber dreuer bruder beforderns doch, das ich doch aus dem wesen komen mocht. Ist E. L. mir nichts schöltig zu geben, so schreiben E. L. mir nur ein: weil ich dir nichts scholtig bin zu geben von der frau mutter, so will ich dir doch dis geben, das du mein dreu bruderlich gemut darbei erkennen kanst." Wäre gern bei ihm; hätte viel mit ihm zu reden und Rat zu fragen, das der Feder nicht zu vertrauen; wenn es auch nur einen Tag sein könnte; zu Langensalza oder sonst an einem nicht zu entlegenen Ort; „bis da konts mein Herr E. L. nicht abschlagen..... Datum Heidelberg, den 23. septembris anno 89. Bin trostlicher antwort von E. L. gewertig und das man die brife niemands geben hett als mir in meinen henden. E. L. ganz getreue Schwester bis in mein tot Elisabeth." Dr. 8539, Eigh. 26.Septbr. ^46. Der Kaiser an Khevenhüller. 6 Oktober(Tri ers Beschwerden und der kölnische Gesandte in Spanien. Verdacht ' geheimer Verträge des Kf. von Köln mit Spanien zum Nachteil des Pra S Reichs.) Ersieht aus Kh. Sehr, vom 19. August, warum derselbe in den ihm anbefohlenen trierischen Sachen nicht vorkommen und Bescheid erlangen konnte; 1 dass ein kölnischer Gesandter, von Linden, an den spanischen Hof kam, wie er traktirt, was er vermutlich angebracht und wie er sich bei Kh. anmeldete und von diesem beantwortet wurde. In Sachen der trierischen Beschwerden (ähnliche Klagen kommen fortwährend an ihn) soll Kh. bei nächster Gelegenheit auf Abstellung dringen. Was Köln und dessen Gesandten betrifft, „da sihet es ime nicht allein aus denen durch dich vermelten Ursachen und umbständen fast gleich, als ob etwas solches, wie vermutet, gesucht wurd, sondern es auch umb sein des churf. gubernament und haushaltung, furnemblich aber mit dem täglichen aufnemen nit schlechter summa von dem von Parma und das die königliche prae- sidia noch immer fort in den kölnischen stetten liegen bleiben und unterhalten werden, also beschaffen, das sich nicht wol ein anderes vermuten lest als das etwan dergleichen verborgene conträet und 1 Vgl. No. 213; Gott. Gel. An z. 1900 S. 535 A. 1. 246—247. 1589 227 subjection in schutzverwandtnuss vorgehen oder doch zum wenigsten beut oder morgen under dem praetext aufgewendten uncostens ein ius retentionis gesucht und praetendirt werden möchte." Was in diesem Fall ihm für beschwerlicher Verdacht erwachsen würde (abgesehen von der Zerrüttung im Kff. Kollegium), kann Kh. leicht ermessen. Billigt, dass Kh. sich bei diesem Verdacht der Sachen des Gesandten nicht angenommen, sondern diesen nach Gebühr erinnert hat. Kh. soll beim König vorbauen, sobald er merkt, dass durch diesen oder einen anderen Gesandten etwas dergleichen gesucht werde, damit nichts zu Yerkleinerung und Nachteil von Kaiser und Reich eingegangen oder bewilligt werde. Will den Dingen in aller Geheim nachfragen und Kh. mitteilen, was ferner erforderlich sein sollte. 1 Mb. 414)77 f. 735 f. Cop. 247. Krell an Christian vonSachsen. 27. Septbr. Hat dem französischen Gesandten die bewusste Anzeige getan. Dresden Derselbe dankt für die Beförderung bei Brandenburg; die andere Eesolution aber machte solchen Eindruck, „dass ich ihnen darob etliche mal prae gaudio seufzen sehen." Der Gesandte erklärte, sein K. wolle es um Sachsen „mit der hant und allem seinem vermögen" wieder verdienen. Pf. Casimir hat für Pfalz und Baden 80000 fl. bewilligt, Mömpelgart 45000 Kronen, der Administrator nach Heugels Bericht 25 000 fl. Strassburg hat schon 40000 fl. geliehen; auf Nürnberg und Ulm gute Hoffnung.* Dr. 9305. Eigh. i Gött. Gel. Anz. 1900 S. 540 Ä. 1; 553 A. 1. ' Die Werbung Sancy's zu Dresden erfolgte am 25. Sept. Am 27. Sept. richtete Kf. Christian ein Sehr, mit Kondolenz, Glückwunsch und Erbieten zum Besten des Königs zu wirken an Heinrich IV. und schrieb an L. Wilhelm, er sei mit der Uebertragung. der Langensalzaer Bewilligung auf den neuen K. und mit der zwischen L. W. und Sancy vereinbarten Versicherung (auf Chalons, Langres und Dieppe) einverstanden; er werde seinen Anteil (60000 fl.) am 20. Okt. einliefern (Dr. ebd.). Sancy war in Dresden insgeheim von Krell und Pauli angehört worden (L. W. an Reuber, 30. Sept., Ma. 545/6, Or.). Am 9. Okt. schlägt L. W. dem Kf. Christian vor, zur Ergänzung des Darlehens von 300000 Kronen noch eine Reihe von anderen Fürsten anzugehen; bewilligt hätten bisher: Sachsen und Hessen 100000 fl., Brandenburg 34000, Pfalz und Baden 80 000, Magdeburg 30000, zusammen 244000, so dass noch 206000 fl. fehlen; diese wären so zu verteilen: Braunschweig 40000, Würtemberg 50000, M.Georg Friedrich 25000, Friedrich Wilhelm vonSachsen 15000, Mecklenburg 30000, Pommern 30000, Holstein 25000; der Rest könnte bei Dänemark zu erhalten sein. Christian lehnte am 16. Okt. den Vorschlag ab; warum er bei Dänemark in dieser Sache nichts anbringen möchte, habe er jüngst dem hessischen Gesandten mitgeteilt. Sancy habe erklärt, der K. wünsche nicht mehr 300000 Kronen, sondern nur Gulden (Dr. a. a. O.). Vgl. Ritter I, 12 f. 15* 228 1589 248. 5.Oktober248. Bericht des sächsischen Abgesandten Winter übereine Unterredung mit der Pf alzgräfin Elisabeth. (Audienz bei Elisabeth, die um Einladung nach Sachsen bittet; ihre Ueberwachung undBedrängniss iu Sachen der Religion; Absicht ihr die Tochter wegzunehmen; Gerücht von Kf. Christians Abfall.) „5. octobris an. 89. Fabian Winter: Berichtet, das E. Ch. Gn. Schwester ihm das schreiben an E. Ch. Gn. in derselben cammer zugestelt, mit hevelich dasselbe E. Ch. Gn. zu eigenen hauden zu überantworten. Daneben habe sie ihm befohlen, E. Ch. Gn. untertenigst einzubringen, das si E. Ch. Gn. schreiben halben höchlich erfreuet, das si dardurch über di fröliche botschaft vermerkt, das si von E. Ch. Gn. nit gar verlassen. Und ob si gleich oft an E. Ch. Gn. zu schreiben gesinnet, so sei J. F. Gn. doch solches zu tun verboten; sei hart bestelt, das si wenig brife vorschicken konnte. Wolte gern bei E. Ch. Gn. nur einen tag sein. J. F. Gn. hetten diesen sommer zu E. Ch. Gn. kommen wollen, man hette J. F. Gn. aber das freulein nit mit wollen folgen lassen, derwegen es vorblieben. Nun wüste sie keinen rat weiter, es were dan, das E. Ch. Gn. sie kegen'ihrem herren vorbei, das er J. F. Gn. erlauben wolte. In weltlichen Sachen hetten J. F. Gn. durchaus keine klage, dan si ihres herzens wünsch und lust. Was aber di religion anlangete, sei J. F. Gn. unmuglich, darein zu bewilligen, das si ihres herren religion annemen solte. Die rate sollen ihr derhalben sehr zusetzen; man habe ihr nie so hart zugesetzt als eben itzund, aus diser ursach, das das geschrei hinaus kommen, als were E. Ch. Gn. abgefallen; und wurden J. F. Gn. die obren oft damit gerieben, das si nun nit vil hülf mehr von E. Ch. Gn. haben werden. Man were auch noch bedacht, man wolte ihr das freulein nemen und dasselbe ihres herren Schwester der landgrefin, wie si geredt, zuschicken. Solches sehen J. F. Gn. nicht gern, sondern wolten si viel lieber alhir bei E. Ch. Gn. wissen. Es were auch wi ihm welle, so trage doch J. F. Gn. sinn und gemut zum vaterlande. Es mochten villeicht E. Ch. Gn. denken, es were J. F. Gn. getrieb, so bisher furgefallen. Aber got wüste, das es nicht, sondern si wolte E. Ch. Gn. wol einen weg weisen. Und were an dem, das E. Ch.Gn. nichts vorhetten, auch über der tafel reden konten, ihr herr erfure es. Und beten J. F. Gn., E. Ch. Gn. wolten si doch uf ihr itzig schreiben wider beantworten und niemand anders zu ihr abfertigen dan ihn Fabian Wintern, weil itzo niemand besser gelegenheit wüste als er, welchs si in ihrem schreiben zu erwehnen vorgessen." 1 Dr. 8539. Pfalz. Pf. Joh. Cas., Qemalilg (u. s. w.) Sehr, an Kf. Christian 1688—91. Cono. Krell.) 1 Vgl. No. 245. Tossanus seinerseits schreibt am 25. August an Grynaeus höchst sorgenvoll über den Zorn Satans gegen J. C. und seinen Pflegesohn und über die Undankbarkeit der Pfalz, die Gottes Rache herausfordere (Cuno II, 100). Am 30. Sept. teilt er dagegen mit: „Heri interfui trimestri examini junioris prineipis, qui nobis omnibus, qui aderamus, satisfecit, licet venationes S. Cels. multis diebus oecuparint" (ebd. 99). 249—250. 1589 229 249. Johann Casimir an Pfalzgraf Philipp Ludwig ,f 0 ' und Ludwig von Würtemberg. Heidel- Auf ihr Gesaramtschr. vom 29. Sept. Obwohl es schwer halten Der S wird G. H. aus dem Verderben herauszuhelfen und er alle Ursache hätte nach allem, was vorhergegangen, G. H. „schwimmen und waten zu lassen", will er doch den begehrten Konvent auf 9. Nov. nach Heilbronu ansetzen und die Pf. Johann und Reichard benachrichtigen. M. Ernst Friedrich von Baden ist mit seiner Gemahlin nach Ostfriesland verreist. An Parma zu schreiben hält er nicht für ratsam; „neben dem das wir bishero nicht im brauch hergebracht, viel schreiben mit demselben zu wechseln'', würde Parma, wenn er wirklich Veldenz kaufen wollte, dadurch höchstens darin bestärkt. Ein mandatum de non alienando beim K. G. zu erwirken. (Zettel an Ph. L. eigh.) Reichard soll im Begriff stehen sich mit der älteren Tochter G. H. zu vermählen, weshalb R. Teilnahme an der Beratung über diese Sache nicht wohl tunlich ist; verschiebt die Einladung R. bis auf Verständigung Ph. L. mit Würtemberg. 1 Mb. 327|26 f. 89. Or. '250. Wilhelm von Baiern an Jakob Kurz. 10 - K. möge dem immer gefährlicheren Strassburger Handel beim 20. Kaiser zu steuern suchen. Da die mutwilligen Ungeistlichen vermutlich Oktober zumeist durch die Aussicht auf Hülfe von J. C. in ihrem Ungehorsam München bestärkt werden, könnte mau, da J. C. jetzt die Revision zu Speier verloren haben soll, die Exekution, „dtmit er also mit sich selbs 1 Der 1521 geborene und jüngst zum zweiten Mal verwittwete Reichard heiratete in der Tat im Dez, 1589 die 1571 geborene Tochter G. H. Anna Margaretha (Gümbel S. 105 f.). — Die Verhandlungen zu Heilbronn 10. Nov. ff. führten natürlich wieder zu nichts als zum Beschluss einer Beschickung G. H. wegen Zession der Regierung an seinen Sohn Georg Gustav und der Vorbereitung eines Mandats wegen Veldenz am K. G; Kurpfalz, das neben Simmern, Neuburg, Zweibrücken und Würtemberg vertreten war, regte den Ankauf von Veldenz durch die nächsten Agnaten an (Neuburg. Bericht 21. Nov.). J. C. weigerte sich aber an der Beschickung G. H. und seines Sohns teilzunehmen (an Neuburg, Zweibrücken u. s. w. 24. Nov.). — Ueber den Verlauf des Streits zwischen Kurpfalz und G. H. seit dem K. G. Urteil vom 28. April 1589 und die beiderseitigen Schritte beim K. G. vgl. Patriot. Archiv XII, 50 ff; in der Bibliothek des Münchener Staatsarchivs finden sich ausser der auf S. 62 angeführten „Summarischen und artikulirten Klag" (Bihl. No. 707) folgende Druckschriften: „Exceptiones and Beylagen — Herrn Georg Hansen — auf auszbrachte zweite citation super leg. Diffamari vnd darauff am Keyserlichen Cammergericht vermeynt übergeben Libell: Gegen und wider — Herrn Johann Casimir Pfalzgraffen — MDLXXXX" (No. 708); „Extract Desz Ausztrags zwischen Hertzog Ludwigen Pfaltz- graffen und Graffen zu Veldentz etc. Vnd Hertzog Friderichen Pfalzgraffen und Graffen zu Spanheym. In Sachen Veldentz Contra Chur- fürstliche Pfaltz et consorten" (no. 709); „Copia Ergangener Vrtheil In Sachen Veldentz. Contra Churfürstliche Pfaltz. L. Diffamari" (No. 710, mit einer Requisition J. C. vom 2. Sept. 1589, der Antwort G. H. vom 20. Sept. u. s. w.). 230 1589 250—251. zu schaffen hette", dem wie er hört dazu geneigten Landgrafen von Hessen und vielleicht auch Würtemherg übertragen. Dies nur vertrauliche Meldung für K. und „in grosster" geheim zu halten. 1 Ma. 399)46 f. 130. Oonc. f 1 ' 251. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. Oktober Will, da er der Stadt Genf vorgeschossen und zur Bezahlung der Metzer Garnison beigetragen hat, mit Erlegung seines Anteils bis zur zweiten grösseren „levee" warten. Pf. Johann erklärte sich auf 10 000 fl., Philipp Ludwig und M. Ernst Friedrich wollen ohne M. Georg Friedrich und Würtemberg nichts tun; W. könnte sie allein oder mit Magdeburg ermahnen. 2 Ma. 545|6 f. 297. Conc. 1 Das Urteil des R. K. G. in der Revisionssache war am 27. August zu Ungunsten J. C. gefällt worden (Häberlin XV, 188 f.). — Neben Ludwig von Hessen war aucb sein Bruder Georg damals über eine Geleitssache mit J. C. in Streit geraten und schrieb am 14. Nov. an L. Wilhelm: „wir vermuten uns aber anders nicht dan das S. L. ihrem gebrauch nach mit dem köpf hindurch und also die sach mit gewält durchznbringen werden understehen wollen" (Darmstadt, Rel. Sachen, Conc). — Der Nuntius Visconti berichtet aus Prag am 30. Sept./lO. Oktober, J. O. rüste stark für Navarra, „ma si crede [che] egli non andar- ebbe in persona, per dubio che ha, che il langravio di Ilassia et duca di Vitemberg contutori del giovane elettore non li levino il governo dell' elettorato passando mala intelligenza tra di loro per la setta calvinistica, in che fa educare l'elettore"; Führer des Heers soll der alte Pf. Richard werden (Rom, Germania 112 S. 550, Or.). 3 L.W. antwortete am 21. Okt. äusserst entrüstet; auch die, die das Beste dabei tun sollten, wollten von ihrem jetzigen Erbieten das vor 2 Jahren Erlegte abgezogen haben; selbst J. C. wolle sich offenbar herausziehen; hätte er sich „des backenstreichs verschen" so hätte er andern den Anfang überlassen, statt jetzt dem „bewussten Ort" (Sachsen) gegenüber mit seinem Eifer sich in eine peinlche Lage versetzt zu sehen (ebd. f. 338, Or.). Er hatte schon am 16. Okt. Heugel zu geheimer Audienz bei J. C. beglaubigt. Am 25. Okt. klagt er gegen Pf. Johann, die Sache sehe nach einer Wiederholung des tragicus exitus vor 2 Jahren aus (Marb. Conc). Am 22. Okt. traf Sancy zu Heidelberg ein (Bernhard von Hövel an Neuburg, 30. Okt.); die Fürsten „drinnen Lands" hatten nach einem Verzeichniss Ma. 545/6 f. 316 wirklich vorgestreckt: Sachsen 600000 fl., Brandenburg 18000, L. Wilhelm 40000, Braunschweig 16000, Magdeburg 18000, zusammen 152000. Bei den süddeutschen Fürsten ergaben sich dagegen trotz aller gegenseitigen Mahnungen immer wieder Schwierigkeiten, zumal auch in der Aufbringung der nötigen Gelder. Würtemberg bewilligte schliesslich 18000 fl. (Sancy an J. C. Stuttgart 29.0kt., Ma. Or.), unter Berufung auf Brandenburg. Pf. Johann wollte bei J.C. entleihen, um zahlen zu können, J. C. bei der Stadt Strassburg und ausserdem bei Sancy alle möglichen Zusicherungen der bewaffneten Unterstützung gegen einen etwaigen Ueberfall der Pfalz und wegen der französischen Rückstände erreichen (Instr. für Dohna 27. Okt. Ma.). Auch Pf. Johann schloss am 18. Nov. zu Bergzabern mit Sancy einen Vertrag wegen Versicherung nicht nur des neuen Darlehens, sondern auch der Schulden der Krone Frankreich an seinen Vater Pf. Wolfgang. Am 22. Nov. stellte Sancy für den König, dessen Obligation binnen 3 Monaten zu liefern sei, einen Schuldbrief über 30000 fl. auf 3 Jahre aus 5 die kgl. Obligation sollte auch die ausständigen alten Schulden, 252—254. 1589 231 252. Christian von Sachsen an Johann Georg n 16- ,., , , Oktober vonBrandenbnrg. Sitzen- Werbung zweier Gesandten Erzh. Maximilians Georg Erasmus roda von Licbtenstein und Andreas Haynwaldt bei seinen Räten betr. die Bedenkzeit, die der Erzh. des abgeredeten iuramenti halb genommen, sowie die Bitte, wegen der Irrung zwischen ihrem Herrn als Meister deutschen Ordens und dem Kommenthur Konrad von Knipping an J. C., der sich dieses Streits mit teilhaftig gemacht, zu schreiben. 1 P. S. Die Gesandten geben dem Erzh. immer den Königstitel, was in seiner Antwort und von seinen Räten durchaus vermieden wurde. 2 Berlin R. 9. Polen. Or. 253. Johann Casimir an Landgraf Wilhelm. 18. (P. S.) Auch hier hat vor etwa 4 "Wochen ein „Italus, Oktober schwarz von person", sich für einen Gesanden der K. von England Heidel- angezeigt und bei ihm Audienz begehrt; da er aber zuvor die Kredenz ^erg sehen wollte und der Italiener nur ein Sehr. Walsingham's hatte, „darin seiner mit dem geringsten wort nicht gedacht gewesen", Hess er den Mann, als einen vermutlichen Kundschafter, nicht vor und verweigerte auch eine Bitte um Darlehen. . . , Marb. Kurpfalz 1580—91. Or. 254. Gradenigo an den Dogen. 18. Beurteilung der Stellung Venedigs zu Heinrich IV. am Kaiserhof und 28. bei den Protestanten. Ueberreichung eines Sehr. Heinrich IV. an den Oktober Kaiser durch Ancel. Gegenschritte des spanischen Gesandten und des Prag Nuntius. Die venezianischen Depeschen und Senatsverhandlungen an den Kaiser, Spanien und den Papst verraten. Hinweis auf die Aufnahme eines englischen Gesandten am Kaiserhof 1577.) „La deliberation e di V. S. in ricever mons r di alles zusammen 273024 fl. gewährleisten und S. ausserdem beim K. Unterstützung der Pfalz im Fall einer Bedrängniss erwirken (München, Staatsarchiv K. rot 46/9 Or; eine Notiz Pelen's besagt, dass die kgl. Obligation „doch nur über die 30000 fl." ausgestellt worden sei). Neuburg bewilligte nur 6000 fl. (Reuber an J. C, 6. Nov.). Eine Obligation Heinrich IV. über 24000 Taler, vorgestreckt auf 3 Jahre von B. Heinrich Julius von Halberstadt (!), Le Mans 5. Dez. 1589, Hannover, Cop. Magdeburg schickte nur 10000 fl. (L. Wilhelm an Magdeburg 27. Nov.). 1 Vgl. S. 149 A.3. Visconti berichtet aus Prag am 14./24. Oktober, Erzh. Maximilian sei letzten Mittwoch „per le terre del suo maestrato" abgereist „con mal animo contro il Cassimiro per haver dato aiuto a uno heretico di oecupar due commende dell' ordine theutonicö, et si e lasciato intendere di volersene risentire con l'armi"; er habe kais. Sehr, mit Befehl ihm alle Hülfe zu leisten an die „prineipi capitani" des fränkischen Kreises. Weiter am 21./31. Oktober: die Ankunft eines von .T. C. an den Kaiser abgefertigten Doktors werde mit dieser Sache in Beziehung gebracht (Rom, Germania 112 S. 564 f; 573). 2 Vgl. No. 131; 190; Ritter, D. G. II, 86; Hirn 11,284. Krell riet dem Kf. am 12. Okt., sich mit der Jagd zu entschuldigen und die Werbung durch Pauli und Hans von Seidlitz anhören zu lassen (Dr. 9675, Or.). Die Antwort auf die Werbung, Zabeltitz 14. Okt., lehnte das Sehr, an J. C. unbedingt ab. cosa indubitata, che V. S. . in bnona summa nella fiera passata d i Francfort a ions r diSansisperilre; anziso certo, che questa in Spagna dall' ambasciato 1 De Maisse, langjähriger Gesandter Frankreichs in Venedig ; vgl. Hübner II, 262 ff. 254. 1589 233 18. che il re di Navarra era stato publicato et accettato da molti per re diFranciaconformealladechiaratione 28. di Enrico terzo, il secretario di Francia, che in Oktober questo carico ha servito 16 anni a quella Corona, si publicö per ministro diNavarra come re di Francia; cosl piü volte egli come tale dimandö l'audientia dell' Im peratore al sig r Ronfo, la quäle vedendoli esser diferita, egli ricercö il sig r Ronfo, se la causa de IIa dilatione nascea per dubio, che si havesse, che egli nontenesse lalettera di credenza;alcherispose S. S ia , che la dilatione nasceva perle molte occupationi dell' Imperator. Finalmente gionsero due Francesi dimons r diSancis, liquali, se bene fü publicato all' hora et creduto da tutti li ministri de principi, che venivano per complir loro medesimi con 1'Imperator per nome di Navarra, nondimeno non venero ad altro effetto che per portar al detto secr etario una lettera del re di Navarra come re di Francia nell' Imperator et un' altra lettera pur del re nel secretario, per la quäle li commetteva, che se Sansis non poteva esser essibitore della lettera nell' Imper- atore, egli supplisca et faccia l'ufficio con S. S ia . [!] Cosl andato il secretario al sig r Ronfo demandata l'audientia disse, che egli conveniva far l'ufficio con l'Imperator per il re suo, perche Sansis non haveva potuto venire a compire, et mostrato a S. S ia nna lettera sigillata disse, che quella era lettera del re suo, pregando S. S ia far saper all'jmperator dell' instanza sua et parimente della lettera et di chi ella era; al che il sig r Ronfo rispose che molto bene stava, et iscusando la tardanza li promisse audie n ti a per il giorno seguente. Questo officio fü fatto nella stantia ordinaria del si g r Ronfo alla presentia della gente di Genoa et di doi altri, li quali udirono, quanto disse il secretario, et di piü viderola lettera sigil lata co n lettere- all' intorno, che dicevano Henrico quarto re di Francia et Navarra. Poi il giorno dietro dopo pranso il secretario solo hebbe l'audientia, et l'Imperator accettö l'ufficio et lettera, la quäle sottoscritta come il sigillo, ciö e Henrico quarto re diFrancia etNavarra, dando conto particolare all' Imperator di Henrico terzo, della d e chiar at ion e sua e t dell' esser publicato re con multe parole officiose in questo genere, concludendo con offerir la buona amicitia sua. Etpiü oltre un giorno avanti la pre sen tatione della lettera l'ambasciatore di Spagna havendo presentito l'arivo di essa fü al sig r Ronfo et l'avvertlsopral'accettarla, come l'am bas ciator medesimo mi ha detto; parimente dopo la presentatione S. S ia ritornö al sig r Ronfo e't si dolse modestamente, che l'Imperator l'havesse 234 1589 254, * 8 - accettato; onde l'ambasciator mi disse, che le fü 28. risposto non esser cosa da mirar intorno ad essa, Oktober poiche la Germania non accostuma di andar con li pontigli, ma con una pienezza overo chietezza ordi- naria tedesca. Ma non contento di questo S. S ia trovö il nontio et fece ufficio seco, perche andasse all' Imperator avertendo la S. Ces. M tä , che non trat- tasse alcuna cosa con Navarra overo suoi commessi, p erche er a scomunic ato; il che fü subito esseguito del nontio, senza che egli havesse lettere ne com- missione da Roma. Cosi andato all'Imperator disse, che egli haveva inteso, cheS. Ces. M. haveva accettato una lettera di Navarra per mano del secretario; che mirasse di non far cosa, chepotesse apportardis- gusto alla S. S u et travaglio a S. M. Ces., consigli- andola a non rispondere, ma differir qualsisia cosa a tempo piü opportuno. II nontio mi ha detto esser stato risposto, che non si farä altro et che non es nada, perche la lettera e nella forma che ho detto di sopra, che non repetisco. II giorno medesimo poco dapoi il sig 1 ' ambasciator di Spagna fü all' Imperator per il medesimo ufficio, modestamente dolen- dosi della lettera accettata et advertendo S. M. Ces. a non proceder piü oltre, perche oltre l'offesa che la faria alla lega santa, il re suo zio non resteria contento, massime essendosi hora dechiarito publi- camente contra il re di Navarra. Ne per il vero fin hora si e fatto altro, non si e perö potuto vietar, che l'accettar della detta lettera non sia stato subito pub licato per tutta la corte non senza admiratione dell' universale, in modo che il tutto e stato scritto da Toscana, Ferrara et Mantoa, et credo io da tutti li ministri de principi. Parimente il nontio mi ha detto haver scritto al papa l'avertimento dato all' Imperator, et per l'ordinario passato S. S ia hebbe lettere di lode da S. S ta . Hora questo essersi publica t o per la corte, che l'Imperator habbia accettate la sude t.ta lettera, ha dispiaciuto grandemente a S. M. Ces. non senza qualche travaglio del sig r Ronfo, onde molto male sentono, che se ne parli; anzi si teme, che il secretario di Francia non sia per l'av- venire per esser admesso all' audientia di qualsisia ministro, et molto meno dell' Imperator. Et giä li ministri si lassiano intender, che cosi sarä, pensando forte per questa via di far cader la voce et dar d'in- tender al mondo, che l'Imperator, quantunque habbia accettato la lettera, non voglia anchora riconoscer il principe di Bearne per re di'Francia. Chiamano Spagnoli et quelli, che seguono quella fattione, principe di Bearne quello, che da tutti e nominato re di Navarra, per non pregiudicar al re di Spagna, che per- 254—255. 1589 235 haver quasi tutto quel regno si inscrive re diNavarra. Questo e quel trato, che sin' hora e passato in questa corte; se occorrer'ä piu oltre, V. S. haverä il debito aviso. Fra tanto voglio supplicar V. S. con ogni rive- rente affetto che concorrendo in questa lettera molti particolari di momento, nei quali con-vengono esser interressati molti, ella voglia commandar ristretta- mente notabile secretezza, perche risapendosi saria con grandissimo [Idanno] di servitio suo et a me molto impedimento per ben servirla. Et questo dico, perche quanto io scrivo, anzi quanto si tratta in quell' ill mo et ecc m0 senato, tutto q ui si sa per via de 11' impera- tore come per via di Spagna et di Roma, et con l'occa- sione di questa unione sempre trattano ristrettamente insieme, concludendosi ogni cosa tra loro, dico di Roma et Spagna. Etsiaiscusata l'istanza con la passione che provo in me medesimo per il servitio suo. Ho in- teso, che l'anno 1577 fü quiun sig r Depsiden [!]Inglese figliuolo del vicere dilrlando mandato ambasciator della regina d'Inghilterra per dolersi con il presente Imperatore della morte di Massimiliano suo padre; et l'ambasciator fü spesato et molto honorato dall' Imperator, 1 il quäl poco da poi mandö il camerier P rainer per ri portar alla regina l'ordine della Garetiera, che haveva suo padre. II che sia per aviso." Wh. D. V. XVI' Or. (cLiffrirt, mit Auflösung). 255. Gebhard Truchsess an D. Johann Weiss. 2 19. Oktober (Sehr. Mansfelds, Magdeburgs und Meckbachs; man will ihn bestimmen Strassburg wieder zu verlassen. Seine Verpflichtung gegen J. C. und Strass- hedrängte Lage. Meckbach's Tätigkeit und Stellung am Kaiserhof. bürg Eine Erklärung der Gründe seines Hieherkommens. Seine Ehe. Das kölnische Werk.) .... „Mansfeld hat an mich ein ausfürlich et ut ne multa dicam, ein solches schreiben getan, das, da es zum ersten mit des administrators seinem hieher gelangt, so soll ich an stund, da schon die schuch zurück plieben, ausgerissen sein, et licet illum semper ab eo, quod ipsum cognovi, sincere dilexerim, nunc vero adamo, veneror, adoro. Et taedet me mei, das ich soweit im land herumber geschwnrmet, mich mit soviel Sachen gehudelt und besudelt, auch nunmehr quadragenarius und schier, ja sonder schier meinen meister gefunden zu haben bekennen muss..... Des administrators schreiben an Solms, ob es wol ganz scharpf, so meldet es allein, mich von hier abzuhalten, die causae, warumb, auch meines erachtens wohl abzuleinen. Aber die reiterirten schärpfe 1 Gemeint ist die Kondolenzgesandschaft Philipp Sidney's an Rudolf II. 1576/77. 2 Im Auszug und einzelne Stellen im Wortlaut bei Meister; Eapitelstreit S. 334 ff. 236 1589 255. n , 19 * sowohl per Meckbach als was ausfürlich Mansfeld schreibt, seind Oktober wag g p at jj 0mmen . Und demnach in der eil kein ort zu finden dahin man sicherlich sich hette wissen zu retiriren (dan es meiner person halben was mehr ufsehens, als es mit andern), Pfalz auch nit zu überladen, weil er, über das, was hievor notorie von ihme uf die cölnische sach gewendt, umb 30 000 Frankf. gülden in neu- licheit vor mich bürg worden, etlich tausent gülden bar gelt gelehnet, damit ich itzunder in handlung stehe, er wider ein jähr mit der Widerlegung wolle gedult haben, geschweigen der geringen sachen, was wein, körn, habern und ochsen angehet, das ich zum teil empfangen und etlichs noch gewertig bin, in summa ich bis dahero neben Zvveibrucken sonst keinen von allen forsten gehabt, der sich meiner im geringsten angenommen, und also ihne, soviel eim Christen gepuret, tanquam sacram anchoram respectiren müssen." Ueberdies hat er eine Kur begonnen und will nicht den Pfaffen in ihrem anno climacterio den Trost erweisen, sein eigner Mörder zu werden. Ist ferner hier durch die Einrichtung seines Haushalts in Schulden geraten, kann nicht ohne dieselben zu zahlen abreisen. Jedenfalls würde ihm ein Umzug auf 2000 fl. zu stehen kommen. Ausserdem muss er auf seinen Bruder 1 Eücksicht nehmen; derselbe könnte daraufhin sich „mit den andern in ein precipitanz einlassen, so mich und mein herzliebe gemahl ganz an den bettel- stab möchte bringen, das mir kein redlich geborn fürstlich gemut, vielweniger ein christ gönnen wurd. Sed haec omnia missa faciamus und lasst uns das werk selberst erwegen. Dan ich durch die Mans- feldisch gloss Meckbachs text meines eracbtens im fundament also hingenommen. Die synagoga 2 ist suspicax, fürchtet sich ire libertet uf künftige fäll einer election zu verlieren, welches ihnen durch die Papisten sonder zweifei artig wird eingepflanzt werden. Und zweifei auch gar nicht, Brandenburg und der administrator haben der überweisen narren (deren dan die ganze weit voll je und allwegen gewesen und noch ist) genung umb sich, hat man also mit dem domestico malo viel zu schaffen. Das die sach apud Imperatorera und den pfaffen verhasst, ist per se, der wahre modus aber, wie ichs verstehe, ist diser, weil Meckbach bei den kais. raten, haud dubie durch sondere hilf des allmechtigen und seinen beiwohnenden hohen verstand, in credit kommen, die sachen dardurch so weit gebracht, das sie allein sehen, wie man sich des strassburgischen werks entladen und an die sammentliche reichsstende weisen könnte, quod certe maximum est, und in sorgen stehen, das vertrauen durch dis mein tun geschwecht möchte werden, bevorab weil ich in dem extract spure, das er selberst meines hnruferreisens sich allerhand bedenken macht. Nun wird sich Meckbach seim beiwohnenden verstand nach wohl zu berichten wissen, quod inter consiliarios et ipsum nulla sit firma et fixa amicitia, dan je keiner den andern von sein selbs wegen liebet, sonder propter tertium aliquid, hie, ut publicum bonum promoveat, illi vero, .ut Imperatorem et se ipsos ab hoc onere liberent et sicut praeterea privati apud illos etc. 1 Vgl. Meister S. 329. 1 Die ev. Kapitularen. 255—266. 1589 237 Daraus muss folgen, dass beiderseits noch viel argwohns (wie dan er selberst bekennet) im gemut steckt." Die Frage ist, ob die Suspizion seiner Person halber besser durch seinen Weggang von hier bis zu Ablauf der Legation (wie Mansfeld und Solms melden) oder durch eine runde deutsche Erklärung (wie hiebei) der Gründe seines Hieherkommens diskutirt werden könnte. Seines Erachtens (aber ohne dem Urteil Mansfelds, Meckbachs, Ws. und des Administrators opponiren zu wollen) wird man, „ob man wohl uf diser ätziger legation das gröbste durch gottlicher Verleihung möchte abhobeln", doch in dieser u. a. Sachen immer die Leute gebrauchen müssen, „dardurch sich hernechst die kais. rät, das sie hindergangen und gedeuschet, villeicht so gar unbillich nit zu beklagen." Ihn künftig ganz von hier und diesen Sachen auszuschliessen wird wohl einem christlichen Herzen nicht beifallen. Dagegen werden sie bei Mitteilung seiner offenen Erklärung und Erinnerung an die jetzigen Läufe, („darzu itzt die polnische handlung villeicht nit so gar inopportune infällt") zu ihrem eigenen Besten warten, „bis ich mich in der gegen dem administrator und auch der alhiesigen stat gegebener erklerung vergreife (wie dan in hoc theatro, da ich neben dem pfaff Hansen 1 so manchen scharpfen ufseher werde haben, nichts wird können bedeckt bleiben)". Eine Berufung auf seine Ehe wäre lächerlich „und da mans dem primat 2 nit wehren soll (welches mich verursacht das die kaiserlichen nit wohl werden dörfen vorbringen), warumb wolte mans uf eim geringern tumbstift eim tumbdechant usque ad decisionem causae, bevorab damit man ein schlafenden nit erweckte, nit gestatten ? Und wird in disem allem das colnisch werk sehr respectirt werden; dörft schier sagen, ich von meim antagonisten in despectum des B. von Strassburg selbst möchte beistand kriegen. Adhucne titubamus an ipsa meridiana luce lichnum quaerimus? Vale, mi Candide." Str. A. A. 772. Cop. .256. Johann Casimir an Joachim Friedrich von 23. Magdeburg und Heinrich Julius von Braunschweig. 0ktober Heidel- (Die Schickung an den Kaiser. Interzession in Köln. Keine Unbescheiden- berg heir, aber mehr Ernst. Gegen Anwendung von Geschenken am Kaiserhof. Weigert sich Gebhard Truchsess zum Verlassen Strassburgs aufzufordern. Keine neue Reformation in der Pfalz.) Auf ihr Sehr, vom 29. Sept. betr. seine Anregung wegen der Schickung an den Kaiser u. a. Beschwerden der evangel. Stände. 3 1 B. Johann von Strassburg. 2 Der Primat: Magdeburg. Vgl. Meister S. 331 f; 336. 8 Vgl. No. 244; über den Beschluss des niedersächsischen Kreistags zu Lüneburg im Juli zu Gunsten der von J. C. angeregten Schickung an den Kaiser vgl. Meister S. 316; nur die Vertreter Hildesheims hatten protestirt (Sehr, des Domherrn Hermann von Horen- burg an Baiern, Bildesheim 11. August st. ant., wo es heisst, der rheinische 238 1589 256. 20. Die Interzession beim Kölner Rat für die dortigen Rel. Verwandten, Oktober die man unter dem Vorwand politischen Ungehorsams verjagen möchte, wird auch von L. Wilhelm gebilligt. 1 Er will auch keineswegs die Sachen beim Kaiser durch Unbescheidenheit verderben; „allein wollen die ding dennocht also gehandlet sein, damit man zu spuren, das es uns ein rechtschaffener ernst ist; und wie wir mit E. LL., das sich ein schwerer stein nicht uf einmal walzen lest einig seind, also halten wir auch darvon, wann man den schweren stein, der je lenger je grosser und lästiger wurd, nicht änderst dann ein zeit hero beschehen mit manns henden angreifen solte, er werde wohl an seinem ort und also forthen uns am weg liegen bleiben". Wären die Fürsten zu Anfang der Wiederbringung des Evangeliums so leis und subtil wie jetzt gegangen, so hätte man die Sachen nicht so weit gebracht. Wenn ein jeder das Seine bei allgemeiner Notdurft verrichtet, so heisst das nicht den höheren Ständen vorgreifen. Während sie die bewusste Verehrung nochmals für notwendig erachten, muss er, in Anbetracht des verweislichen und dem Herkommen widersprechenden Eingangs sowie der Unlust der hier aussen gesessenen Stände, seine Ablehnung wiederholen. Gibt zu bedenken, „wann unser gegenteil die Papisten, denen es ohne das gleich gilt, durch was mittel er zu seinem intent gelangen mögen, gewahr werden solten, das man es dieserseits auf Schenkungen und Verehrungen setzen will, ob es ihnen schwer sein wurd, uns mit vil tausenden weit zu überbieten und durch uberheufung herunter zu stechen". Auf ihre Bitte, den Erzb. Gebhard zur Aufgabe seiner Strass- burger Residenz zu veranlassen, erklärt er, er habe von der im vorigen Sommer vollzogenen Uebersiedlung erst gehört, als G. in Kreis sei mit dem niedersächsischen einig „die freistellung von I. Jlt. herausser zu tringen", doch werde es ihnen hoffentlich zu Wasser werden, Ma. 38/20 f. 275). Ueber den weiteren Lüneburger Beschluss in Prag mit Bestechung zu wirken vgl. Meister S. 3431 Am 12. Sept. fordert J. C. den Strassburger Rat auf, sich nach dem Beispiel des niedersächs. Kreises an der Schickung zu beteiligen (Str. AA. 839, Or.). 1 Am 12. Sept. fordert J. C. den Strassburger Rat (s. o.) und den M. Georg Friedrich auf, die Beschwerden der Evangelischen zu Köln in die Werbung beim Kaiser aufzunehmen, ferner den Kölner Rat und das R. K. G. zu beschicken, jenen mit Sperrung der Hantirung und des Geleits, diesem mit Sperrung der ev. Beitrüge zu bedrohen. Neben der Supplikation der Kölner Evangelischen teilt er auch Zeitung von L.Wilhelm mit, wonach etliche vornehme Personen zu Köln die Unterwerfung der Stadt unter das Haus Burgund durch Vertreibung der ev. Bürger vorbereiten wollten; „es soll auch dieses nicht allein mit derstat Cöln, sondern auch andern höhern fürgehen" (Str. a. a. 0., Nürnb. Suppl. J. VII. Cop.). M. Georg Friedrich gab wegen der ev. Kölner seinen Abgeordneten nach Prag entsprechende Weisung, lehnte aber die Beschickung des Kölner Rats und des K. G. ab, falls nicht die ev. Fürsten hierin gemeinsam vorgingen (Nürnb. Conc,), Vgl. Meister S. 341 256-257. 1589 239 Frankfurt angelangt ihn verständigte, und habe G.bei einer Zusammenkunft auf einem Jagdhaus sein Vorhaben nicht widerraten können, ,sonder zu mehrer derselben [S. L.] Sicherheit unsern rat und lieben getreuen den herrn von Buttlitz zugeben"; 1 da G. durch die äusserste Not u. a. erhebliche Ursachen (wie J. Fr. durch seinen Bat Dr. Weiss gehört haben wird) veraplasst und Rat und Kapitel zu Strassburg mit seiner Residenz wohl zufrieden sind, gebührt es ihm nicht, ,,da wir S. L. die noch uberigen prosamlin missgönnen und sie volgent genzlich ins elend Verstössen helfen wolten"; das Dekanat ist übrigens auch in G. Abwesenheit immer durch dessen Statthalter versehen worden, so dass G. jetzt persönlich nicht deterioris conditionis sein soll. Glaubt nicht, dass der Kaiser wegen G. mehr zürnt, „als das E. LL. und andere evangelische fursten iren son, brudern und verwandten der enden uf dem stift haben, die J. Mt. ohne alleD zweifei mehr in die äugen stechen als bischof Gebhard", von dem der Kaiser und die Päpstischen nichts Sonderliches zu fürchten haben. Die Zulassung einer Ver- stossung G. durch den Kaiser würde ein höchst gefährliches Präjudiz für alle evangelischen Stände schaffen. Das Gerücht endlieh, seine Theologen und Kirchenräte hätten wieder eine Reformation vor, ist ganz unbegründet und keinerlei Bedürfniss für eine Neuerung vorhanden, wie er auch niemanden verfolgt und den Gegnern kein Beispiel zu ihrem unbefugten Beginnen geben will, vielmehr nur seinen obrigkeitlichen Pflichten nachkommt. Str. AA. 772. f. 80 ff. Cop. 257. Landgraf Wilhelm von Hessen an Christina 23. TT . . . Oktober vonHolstein. _ Kassel . . Falls die geplante Vermählung ihrer Tochter mit dem jungen E. von Polen keinen Fortgang hat, schlägt er ihr eine Heirat derselben mit dem K. von Frankreich und Navarra vor, der „mit keinem besser als mit dem konig David zu vergleichen ist." z Marb., Frkr. 1589. I. Cono. 1 Vgl. No. 234; Meister S. 328 f; Frangipani's Aeusserungen über Gebhard Ehses I. 2, 377; 380. Diese schon vor der Schickung zu Tage tretenden Meinungsverschiedenheiten unter den Hauptbeteiligten veranlassten J. C. am 18. Okt. dem Pf. Johann zu schreiben, man werden wohl am Kaiserhof diesmal wenig ausrichten, vielmehr die Beschwerden nur zunehmen, „welches dann billich hoch zu betrauren und ein unfehlbare anzeiguug des göttlichen zorns über unsere sunde und zukünftiger straf ist" (Str. AA. 772, Cop.). Dohna vermerkt in seinem Kalender zum 9. Oktober: „gegen abent sich ein grosser wint erhoben, gott gebe zu gutem", zum 18: „hac nocte vil stralen am himel". 2 Vgl. über W.'s Schwester Christina von Holstein-Gottorp Rommel V, 612 ff. Die Korrespondenz über das Heiratsprojekt setzte sich bis in den Febr, 1590 fort; W. sprach auch mit Sancy, der dazu „nit übel gelautet" und das Bild der Prinzessin begehrte. 240 1589 258-259. 25. 258. Pfalzgräfin Elisabeth anChristian vonSachsen Oktober . Heidel- Bittet Chr. ihrem Gemahl zu schreiben, „das mein nerr mich j, er ~ zu E. L. erlauben wolt; den es meinen herren recht verdreust, das E. L. im nichts darvon geschrieben hat. Ich sorge sunsten, ich krige kein erlaubnis". Ferner möge Chr. ihr inzwischen ein oder zweimal durch seine Gemahlin schreiben lassen, „das ich ja nicht aussen bleiben solte, das mein herr sihet, das meines bruders wil recht ist. Es wird schwer zugehen, sol ich erlaubnis bekomen von meinen herren. Ach, wie herzlich verlangt mich zu meinem bruder! Der libe gott wol mir doch di freude gunen umb seines üben sohns willen, Amen. Ach, herzer bruder, sehet, wie mein bruder machen mocht, das ich zu E. L. möge komen ! Hiemit befehle ich E. L. nochmals dem üben gott und befehle mich in meines üben bruders dreues bruderliches herz. Datem Heidelberg, den 25. Octobris anno 89. E. L. gedreue Schwester, weil ich das leben habe, Elisabeth". Dr. 8539 (Pf. Joh. Cas. — Sehr. — 1678—91). f. 108. Eigh. 28. 259- Visconti an Montalto. Oktober •-------- Ankunft von Gesandten aller protestantischen Fürsten zu Gunsten 7. der Strassburger Apostaten, unter Führung des Vertreters von Novbr. K ur pfalz. Gelegentlich der Audienz der katholischen Gesandten Prag sieht man deutlich, „che non la vogliano pigliare con li prineipi protestanti ne mostrano che il negotiv li prema nel modo che doveria." Die kath. Gesandten haben ihn nicht, wie er erwartete, von allem verständigt noch ihm die Art und Weise ihres Anbringens beim Kaiser behufs entsprechenden Vorgehens von seiner Seite mitgeteilt. Einige, wie die Trierer, kamen erst, als er sie zum Essen einlud. Der Salzburger, bei dem er sich über die andern beschwerte, deutete an, „che quelli, apresso de' quali resta la somma del negotio, ipar che non gustino che li ministri di S. S ta s'intromettano nelle cose dell' Imperio". . . Die Mainzischen sollen besondern Befehl haben. weder von Aachen noch von sonst etwas ausser der Strassburger Sache zu handeln. 1 Schickt die ihm zugekommene, bereits früher erwähnte Schrift, die dem Kaiser übersandt worden ist, „accioche veda meglio la malignitä et veleno delli heretici autori di essa". 2 Rom, Germania 112 S. 575. Or. 1 Ueber die Werbungen von Gesandten protestantischer und katholischer R. Stände beim Kaiser im Okt. und Nov. 1589 vgl. Ehses- Meister, N. B. I. 1, 366 ff; Meister, Kapitelstreit S. 338 ff; Stieve IV, 47 f; Hirn II, 204 f. 2 Gemeint ist das pseudolothring. Pamphlet (vgl. No. 240), über das V. schon am 14./24. Okt. berichtet hatte: „Li giorni a dietro fü mandato all' Imperatore in un mazzo di lettere una scrittura" (u. s w. mit Inhaltsangabe); die Schrift habe zuerst dem Kaiser grosse Aufregung verursacht „et si e mandato da me secretamente et sotto altro pretesto per cavar, se di Borna io tenevo aviso aleuno di tal cosa. Ma si sono poi ben presto chiariti che ciö non e stato altro che inventione d'alcuno heretico per seminar materia di discordie et dissensioni. Con tutto ciö tengono la scrittura molto secreta per le false maledicenze et detrattione che contiene della persona di S. M ta " (Eom a. a. 0. S. 564). 260-261. 1589 241 260. Johann Casimir an den Kaiser. 1. Novbr Auf die kais. Sehr, vom 3. August und 17. Oktober, betreffend seinen Prozess am K. G. mit Nürnberg. Hat denselben nach Bat seines Vaters und Bruders angefangen. Bestreitet die Kompetenz des böhmischen Landrechts in dieser Sache. 1 Ma. 515|4 f. 4C0. Cop. 261. Rucellai an Schomberg. ,—_— 11. (Der päpstliche Legat. Stellung Toskanas zur Ligue, zu Lothringen, Novbr. Navarra und Kursachsen. Bemerkungen Schombergs über Navarra, (p\ oieDZ ) Savoien, Spanien, Lothringen. Der Uebertritt Heinrichs IV.) Fügt seinen Mitteilungen vom 20. Okt. über den päpstlichen Legaten 2 bei, dass dieser vom Papst Keinen anderen Auftrag hat als die Freilassung des Kardinals von Bourbon zu betreiben, dem Papst über den Zustand Frankreichs zu berichten und namentlich den Kardinal von Vendöme dem K. von Navarrra abspenstig zu machen und im Notfall dem Kardinal von Bourbon zu substituiren. Vom K. von Spanien aber hat der Legat Befehl in Frankreich für Savoien und gegen die Nachfolge Navarras zu wirken; der Legat hat vergebens den Papst um Vollmacht ersucht alle Anhänger Navarras, besonders die Bourbons zu exkommuniziren; der Papst will dem K. nicht hiedurch den Weg zum Uebertritt versperren. Die bewussten 100000 W sollen nur zur Erledigung Bourbons angegriffen, also der Ligue mehr gezeigt als geliefert werden. An der angeblichen Zusage von 25 000 W monatlich für die Ligue ist gar nichts, obwohl der Papst im Konsistorium sich entschlössen erklärt hat den Schatz im Kastell St. Ange anzugreifen, um Frankreich nicht unter einen ketzerischen König kommen zu lassen. Spanien soll der Ligue 80 000 W. monatlich zugesagt haben. Die hierüber schreiben, glauben, er wolle seinem Schwiegersohn Savoien die französische Krone verschaffen und für sich einige Grenzstädte, die sog. Schlüssel des Königreichs, erwerben, falls sich dies aber nicht erreichen lässt, Frankreich durch den Zwiespalt schwächen und Savoien wenigstens ein gutes Stück davon zu Händen _________ 1 Es handelt sich um die von der Stadt Nürnberg im Landshuter Erbfolgestreit eroberten vormals bairischen Ortschaften, die zum Teil böhmische Lehen und den Witteisbachern nur gegen Wiedereinlösungs- recht verpfändet waren. Im Jahre 1521 hatte der Eat bei den Pfälzern einen förmlichen Verzicht auf ihre bis dahin aufrecht erhaltenen Ansprüche durchgesetzt. Am 1. März 1589 zedirte Pf. Reinhard seine Ansprüche in der Revokation der 1521 an Nürnberg veräusserten pfälzischen Besitzungen an J. C. und Pf. Friedrich (Ma. f. 456, Cop.). 8 Ueber die Sendung des Legaten Gaetani nach Frankreich im Herbst 1589 vgl. Hübner II, 248 ff; L'Epinois, La Ligue et les Papes (Paris 1886) S. 351 ff; über den Schreiber des obigen Briefs, den toskanischen Grosshofmeister, No. 236; S. 244. Bezold. Briefe des Pfalzgrafcn Johann Casimir. III. 16 242 1589 261. L bringend Der Legat ist hier vom Grossherzog als Gesandter des 11. Papstes und langjähriger Diener dieses Hauses hochgeehrt worden 1 Novbr. trotzdem denkt der Grossherzog nicht daran für die Ligue Geld (Florenz)beizusteuern oder sich sonst dieser Legation anhängig zu machen; der Papst hat auch gar keinen Versuch mehr gemacht. Seh. kann aus den bewussten zwei Diskursen ersehen, dass der Grossherzog nicht im Geringsten der Ligue zugetan ist; vgl. die Klagen des Papstes und der Diener Spaniens zu Rom über sein Eintreten für den verstorbenen König „es occasions passees" und die seitherigen wiederholten Warnungen des Papstes vor der Ligue durch den Grossherzog. Deshalb kommen die zwischen der Ligue und dem Papst verkehrenden Gesandten nicht mehr hier durch, nur ein Buchführer von Paris Nivelle, der vergebens mit Jeronimo Gondy verhandelte und in Rom klagte, das grossherzogliche Paar habe ihn nur ausholen wollen und die Grossherzogin der Ligue die Schuld am Tod der Guisen wie des Königs, überhaupt am Ruin Frankreichs und der Zerrüttung der Christenheit zugemessen. Diou hat in Rom den toskanischen Gesandten niemals besucht. 1 Die Feinde der Ligue haben also gar keine Ursache dem Grossherzog zu misstrauen. Seh. soll den Kf. von Sachsen (und andere protestantische Fürsten nach Sachsens Gutdünken) hierüber beruhigen und Sachsen versichern, dass nicht nur der Grossherzog, sondern auch Mantua, Genua und Parma b weder mit Geld noch mit Volk der Ligue Beistand leisten werden. Der Grossherzog glaubt auch, der Papst werde, wenn man dem Bock recht an die Hörner greifen würde, die Fäuste auch nicht tief in den Beutel stossen. Ferrara vermied eine mündliche Besprechung mit dem Legaten trotz päpstlichen Ersuchens. Venedig steht ohnedies gut mit Navarra, so dass die Ligue nur von Spanien und Savoien Hülfe erwarten kann. Der letztere ist von geringer Macht und eigennützig; der erstere selbst in seinen eigenen Anschlägen nicht mehr so hitzig und beharrlich, geschweige denn für andere Leute; er suchte kürzlich beim Grossherzog um ein Darlehen von 500 000 W nach, bei Mantua um 300 000, beides vergebens. Mantua braucht sein Geld selbst für allerhand bevorstehende Fälle. 0 Bei Ferrara soll es ebenso gegangen sein. Spanien hat also nicht so viel Geld als er wünschte 3 und mehr „entreprises", die es durchführen muss c und die Millionen erfordern. Welche Mühe sich der Grossherzog gab Lothringen zur Neutralität zu bereden, hat Seh. bei seinem hiesigen Aufenthalt gesehen; dies ist seit Seh. Abreise fortgesetzt worden. Beim Eintreffen der toskanischen Briefe in Nancy war aber der marquis Du Pont bereits der Ligue zugezogen. Lothringen erklärte dies brieflich aus folgenden Ursachen. Einmal habe er es für schimpflich bei allen Katholischen gehalten seinen Sohn an der Unterstützung seiner Blutsfreunde in einem Rel. Krieg gegen » A" *> B" c C" d D" „Ä, „D. „\J. „U. e „Nota, kegen Engeland." 1 Vgl. über die Sendung des commandeur de Diou sowie Nivelle's nach Rom L'Epinois S. 342 ff; Hübner II, 247. 261. 1589 243 die Todfeinde ihres Hauses zu hindern; dann habe sich Navarra L stets als sein Todfeind bewiesen, durch Verheerung seines Landes 11. ao. 87, Beschützung der von Bouillon, Verläumdung Lothringens Novbr. beim verstorbenen König u. s. w. Trotzdem ist der Vater jetzt (Florenz) den fortgesetzten Bemühungen des Grossherzogs nicht mehr ganz unzugänglich und der Sohn wird sieh hoffentlich auch dazu bewegen lassen. Dagegen verspricht sich der Grossherzog auch, dass Navarra sich nicht weigern werde Lothringen die nötige Versicherung und Entschädigung („vorgenugung") zu tun. a Sie schicken jetzt deswegen zu Lothringen, mit der Nachricht, dass Mayne zu Rom die königliche Autorität zu erlangen sucht. ,,So melden wir ihm auch, was ihr uns S. Gn. belangent geschriben, und wie entlichen sein eusserst verderben ihm vor der tur stehet, wo er nicht der Ligue sich bei Zeiten entschleget." Lenoncourt war zu Rom „per far complimenti" und willigte im Namen seines Herrn in die Erhebung des B. von Metz zum Kardinal; dies geschieht auf Bitten der Grossherzogin, die ihren Bruder in der Nähe haben möchte; der Yaterwird dann auch eher den andern Sohn zurückfordern. Lenoncourt hat mit Fingern greifen können, dass die Ligue hiezuland nicht viel zu erwarten hat. 1 Sie glauben nicht, dass Lothringen den spanischen Orden annimmt (wovon nur Seh. berichtet). Gegen Navarra wird sich der Grossherzog keineswegs aufwiegeln lassen, denn die Verschiedenheit der Religion bedingt durchaus keine Feindschaft zwischen ihnen. So steht ja der Grossherzog auch in gutem Vernehmen mit dem Kf. von Sachsen „und ist entlichen dahin entschlossen, höchste und vertrauliche freundschaft mit ihm zu pflegen, ob sie gleich nicht einer religion sein", was nur in Glaubenssachen, nicht aber in weltlichen Sachen in Betracht kommt, wo er sich nach dem Besten seiner Lande und Leute richtet. Der Grossherzog verzweifelt noch nicht daran, dass Navarra den katholischen Glauben annehmen solle; beim Papst sind trotz der gegnerischen Praktiken die Wege dahin gerichtet, dass er den König nicht abweisen wird. b Selbst wenn Navarra nicht katholisch würde, zieht der Grossherzog die französische Krone „in eines verstendigen, tapfern und streitbaren königes henden" einer Zerreissung des Königreichs vor, die nicht einmal die Ketzerei aus Frankreich verjagen würde. Seh. möge die protestantischen Kff. und Fürsten über die Gesinnung und Absichten des Grossherzogs „absolute" versichern, der sich dabei versieht, Sachsen werde diese seine Deklaration „so prudenter und vertraulich 1 ' behandeln, dass ihm der Papst und Spanien nicht in die Haare gebracht werden; „den sein gut treu teutsches herz werde ihm sonsten übel belohnet werden' 1 . Sie haben hier (wie auch in Spanien) nunmehr die Trauer wegen des Ablebens des Königs angelegt. 0 XL novemb. stilo novo". [Bemerkungen Schombergs.] „A. Nota des koniges aus Hispanien grossen eifer die catholische religion in Frankreich zu conserviren. „Li. „C. „VJ. 1 Vgl. S. 217 A. 1; über die Werbung des Kardinals Lenoncourt in Rom für Lothringen L'Epinois S. 350 f; Desjardins V, 67 f: 71. tc*. 244 1589 261. I. B. Hieraus ist zu merken, das der herzog von Parma den II. könig zu Hispanien nicht gerne will allzugewaltig sehen. Et sub- Novbr. intelligitur, das ihm das maul nach den Niderlanden stinke, waa (Florenz) der könig das haupt leget. Davon soll E. Ch. Gn. weiter mundlichen undertenigster bericht von mir geschehen. 1 C. Damit meinet er Savoye." Mantua und Savoien stehen sehr schlecht wegen des Herzogtums Monferat und Savoien hat Mantua nach dem Leben trachten lassen, so dass dieser trotz des spanischen Ordens im Herzeu Spanien nicht anhängt; sucht durch den französischen Gesandten General der Venezianer zu werden und dadurch einen Rücken gegen Savoien zu erlangen. „D. In dieser consequenz irret der grossherzog, den ich guten grund habe, das die letzte flotte aus Indien IX million goldes gebracht", die der König ganz für sich behielt, gegen Assignationen an die Privateigentümer des grösseren Teils. Die Gesuche um Darlehen gehen, „wie ich dem grosshofmeister wider geschriben", darauf, entweder den italienischen Fürsten, wie vormals Genua, allgemach die Schwungfedern auszurupfen oder, falls sie abschlagen, sie zu hindern andere damit zu unterstützen, besonders gegen Savoien, „weil er wol weiss, das die italienischen fursten ihm nicht grün sein; mag auch villeicht von der sachen von welcher E. Ch. Gn. ich bericht getan, als ich das erste mal bei E. Ch. Gn. gewest, etwas in dem winde vernommen haben. 1 Den der könig aus Hispanien wendet mehr auf kundschaft als alle potentaten in und ausserhalb der Christenheit miteinander nicht tun." E. Nach der Entleibuug der Guisen liess der verstorbene König Lothringen, damit dieser sehe, dass der K. nicht, wie die Feinde verbreiteten, das ganze Haus Lothringen ausrotten wolle, anbieten, dessen ältesten Sohn zum Gubernator von Metz, Toul und Verdun zu machen, gegen Versicherung von Vater und Sohn „solches nicht von der cron Frankreich zu wenden". 3 So oder ähnlich müsste auch jetzt zwischen dem K. und Lothringen gehandelt werden. Bleibt Lothringen auch nur neutral, so kann die Ligue keinen Bestand haben; „derhalben I. Mt. des herzogs von Lotringen freundschaft mehr frommens als Lotringens verderbunge und verherunge nutz oder aufnehmen bringen mag. Und solches sage ich mehr Teutschland und Frankreich zum besten als Lotringen", obwohl dem Herzog wegen vielfach erzeigter Gnade mit allem gutem Willen zugetan. Lothringen kann mit Hülfe des niederländisch-spanischen Kriegsvolks seine Ptätze wohl vor dem deutschen Kriegsvolk des K. verteidigen und so wird leider viel Wasser zu Tal fliessen, ehe der K. mit seinem französischen Volk Lothringen überziehen kann. Je mehr Feinde der K. hat, je lang- 1 Vgl. A. Laugel in der Eev. des deux mondes 111.72(1885), S. 192f; 197; über frühere Gerüchte dieser Art Mem. de MornayM Suppl. S. 130; 132 (Sehr, von Duplessis M. vom 13. und 18. Okt. 1588); Fea, Alessandro Farnese (Turin 1886) S. 316 ff. a Vgl. No. 264. 0 Vgl. de Croze II, 184f. ; 261-262. 1589 245 samer wird er auf einen grünen Zweig kommen. Auch könnte die Verwüstung Lothringens den Grossherzog („doch nicht leichtlich") au s den Sprüngen bringen „und der zöge darnach die andern italianischen fürsten bei der faust hinder sich hero", was auch eine, doch nicht die vornehmste Ursache war, „darumb ich den von Sancy seinen zog durch Lotringen zu nehmen widerraten habe; folget er meinem rat nicht, mag er seine gefahr darüber ausstehen; damit aber wurde dem könige und teutschen reputation nicht gedienet sein, wo er irgent eine schnappe nimbt, da gott vor sei. F. Es ist des königes gluck und heil, das die italienischen fürsten und die Gatholischen in Frankreich ihnen die gedanken schöppen, I. Mt. werde catholisch werden, den solches helt sie abe den spanischen furnemen so blind beizuplatzen und durch solche Irennunge der catholischen stende und potentaten wird die Ligne peschwecht und die Christenheit eines generalreligionkriges gefreiet. Under des gehet irgent der tolle unsinnige hund der b'apst mit tode abe oder könig aus Hispanien ; so bleibet der Ligue werk sticken. G. Solches muss dem bapst nicht allerdinge wol gefalle, den er nicht hat wollen dem könige sein begengnuss zu Rom halten, wie man sonsten allen catholischen königen zu tun pfleget." Es wäre notwendig und dem K. zuträglich, wenn auch der Kaiser nach bisher stets geübtem Brauch Trauer anlegte; jedenfalls trauern in Frankreich K. und Königin, wenn ein römischer Kaiser stirbt. 1 Dr. 9304. Eigh. (Schomberg). 262. Kolbinger an Dohna. .5. Novbr. Heidel- . . „Hodie tandem M. T. litteras 2. huius datas a nebulone g accepimus admirarique satis non potuimus, famulum tuum absque litteris ad nos rediisse; finxit furcifer, se a praefectis Badensibus detentum et de litteris perscrutatum fuisse, quod neque credere potui et falsum esse iam iam ex tuo cognovi. In tanta igitur rei incertitudine putavimus negocium maturandum, quamvis in ea ego magis magisque confirmer sententia, suspitionem illi nullam subfuisse nee de fuga cogitasse. Sed facile illi aliquid ex termis innotescere potuit. Itaque eum heri paulo post famuli tui reditum in aedes Marschalli accersivimus, accersitum in curiam, deinde ante diluculum Manhemium sine strepitu et nemine quasi animadvertente captivum, ut iussi sumus, curavimus. Nihil quasi timoris alieuius aut cons- cientiae perterrefeetae simili deprehendimus. Idem aeeidit paulo post eademque nocte gibboso illi notissimo, deliciis Madamae nostrae. Nam eodem temporis momento de ea re litteras prineipis accepimus et ex tuo de reditu Poloni cognovimus. Haec G. T. 'Vgl. L'Epinois S. 347. Der Nuntius in Prag schreibt am 4./14. Nov. 1589 an Montalto, er bedaure, dass der Papst ungehalten darüber war, „perche non habbia dissuaso l'Imperatore del vestire di lutto per la morte del re Henrico di Francia" (Rom, Germania 112, 589). 246 1589 262—263. paucis certiorem facere volui. Ob man nun bei disen personen vischen oder krebsen werde, gibt die zeit zu erkennen. 1 Steffan begehrt E. Gn. zu verstendigen, si werden vor dem ll ten von binnen nicht verrücken. Etiam atque etiam vale. Mb. 113|3c f. 16. Bigh. 9.Novbr. 263, Schrögl an Johann Casimir. Heidel- erg Berichtet über seine Verrichtung zu Hanau. Graf Philipp der Jüngere hat das Fräulein 2 hieher geschickt und ist nach dem Elsass gezogen. Hat Schultheiss und Käte der Stadt Hanau J. C. Beistands versichert, worauf die Vertreter des Grafen Philipp die Räte mit der Ungnade ihres Herrn bedrohten und dieselben bei ihrer ersten Erklärung wegen des Oberamtmanns zu bleiben aufforderte „sinteinmal es den andern nit umb den oberamtman, sonder umb di religion zutun"; sie sollten das Fräulein ehren und schützen, 1 Vgl. meine Mitteilungen über „die letzten Jahre der Pf. Elisabeth" in den Abb. der Münchener Akad. III. Klasse, XIV. 3 (1879) 12 ff' hiezu Kluckhohn, ebd. XII. 2 (1873), 164 A. 1; Bi tter, D. G. Il' 50f; Ehses N. B I. 2, 428; 488; Gott. Gel. Anz. 1900 S. 527 ff. - Meine in den Münch. Abb. S. 16 ausgesprochene Vermutung von der Identität des verhafteten Polen mit dem früber (No. 216) erwähnten Jägermeister Cbanovsky erwies sich als irrig angesichts der Eintragung Dohna's in seinem Kalender von 1589: „November. 2. iussus sum proficisci noch Baden, propter Stanislaum Lubowiezky". Nach Mitteilung von Herrn Geb. Bat Caro (Breslau) erwähnt der Genealog Paprocki (1580) einen Stanislaw Lubowiecki (aus dem Wappen Kurszaba) als „ritterlichen Jüngling"; St. stand wie sein Vater Bartosz und seine 4 Brüder im kgl. Dienst. Der Verhaftete versah in Heidelberg das Amt eines Vorschneiders (und Mundschenken)bei der fürstlichen Tafel; vgl.meine Abh.S. 14;21 A.l; Kluckhohn a.a.O. Auch Frangipani, der bei Ehses S. 428 als den Anlass zu seiner Verhaftung eine vermutlich ausgeschmückte Geschichte gibt, bezeichnet ihn als „trinciante" des Pfalzgrafen, Visconti (3./13. März 1590) und der venezianische Gesandte (Gott. Gel. Anz. S. 529 A. 3) als „trinciante" der Pfalzgräfin. La II ug. III, 329 spricht nur von „le gentilhomme Poulennois", während der Berichterstatter des Landgrafen Georg hervorhebt, der Pole habe sich für einen Ereiberrn ausgegeben (L. Georg an L. Ludwig 16. Novbr.; unten No. 273). J. 0. war kurz vor der Katastrophe nach Kaiserslautern gereist (Johann Heugel an L. Wilhelm, Heidelberg 2. Nov. Marb. Frkr. 1589, IV). Ein Sehr. Sancy's an J. C. vom 29. Oktbr. wurde am 4. Novbr. in Kaiserslautern überreicht (Vermerk: „Pr. Casimirslautem, den 4. 8 bris [!] ao. etc. 89", Ma. 545/6); am gl. Tag schreibt J. C. aus Lautern an Braunschweig und an Kanzler und Bäte zu Heidelberg über die französische Sache (ebd.). Eine Aeusserung Beubers in einem Sehr. an J. C.'j Heidelberg 3. November (ebd. eigb.), es heisse, Dohna sei hier über die Brücke gezogen, also nicht wie er meinte nach Strassburg, zeigt, dass der Kanzler damals nicht in das Geheimniss gezogen war. Dohna ging von Baden nach Strassburg und kam erst am 16. Dezember wieder nach Heidelberg (Dohna's Kalender). 2 Die Kinder des 1580 verstorbenen Grafen Philipp Ludwig I. von Hanau-Münzenberg, deren Mutter Magdalena sich 1581 mit Johann von Nassau vermählt hatte, standen bis zur Mündigkeit unter Vormundschaft 263-264. 1589 247 über dem Prädikanten nnd seiner Lehre halten und keine Aender- ung verstatten. Die Antwort des Kats war durchaus ablehnend. Graf Wilhelm von Wied äusserte, den Grafen Philipp habe sehr verdrossen, dass ihn Pfalz etwas imperiose nach Hanau erfordert und Graf Johann ihn schmählich angegriffen habe; letzterer habe Peter Scher vorgeworfen, es wäre noch nie etwas Gutes von Würtemberg gekommen. Wied glaubt nicht au tätliches Vornehmen seines Scbwähers, wohl aber an Schritte beim K. G., an das eine neue Supplikation der Hanauischen Untertertanen gerichtet ist. „Ich halt wohl darfur, Menz soll im graf Philipsen die pölz in camera fidern". . . Hat seinen Nachfolger Winnenberg instruirt. . . Mb. 96/7 f. 260 f. eigh. 264. Schomberg 1 an Christian von Sachsen. Novbr (Zwei Diskurse für den Papst Seine angeblichen Praktiken in Florenz.Kleinhof Geht nach Heidelberg.) Schickt die bewussten zwei Discours , so konzipirt, als wenn ein Rat des Grossherzogs diesem sein Bedenken zustellen würde. Der Kf. möge bedenken, dass der Ratschlag, der den Papst abhalten soll sich durch Spanien in diese Händel stecken zu lassen, von einem katholischen Fürsten, der vor wenig Tagen noch Kardinal war, an den Papst geschickt wird, und wird die gute Gesinnung der Grafen von Nassau und Hanau-Lichtenberg; Kurpfalz hatte auf Veranlassung Nassaus die Obervormundschaft übernommen und den jungen Graf Philipp Ludwig II, der erst im J. 1596 znr Regierung gelangte, liess sich für das reformirte Bekenntniss gewinnen (Hanauisches Magazin IV, 1781, S. 341 f; Ersch und Gruber II. 2, 1828, S. 58 ff.). Seine Schwester Maria, deren Vormünder Johann von Nassau, Ludwig von Wittgenstein und die beiden Grafen von Hanau-Lichtenberg waren, der aber Pf. Reichard einen seiner Amtleute als Beistand zuordnete, lebte in Hanau für sich und erregte durch ihre kostspielige und wenig schickliche Haushaltung Anstoss; man warf ihr u. a. vor, sie habe eine Hebamme ins Haus genommen und ausserdem die Schwägerin eines Henkers in Dienst (J. C. und Reichard an die Vormünder, 19. Juli 1589, nur von J. C. unterzeichnet und nicht präs.). Der Gegensatz der Bekenntnisse spielte mit herein; die ref. Vormünder Nassau und Wittgenstein erhielten im April 1589 ein Mandat des K. G. auf Herausgabe ihrer Pupillen, der Grafen Philipp Ludwig und Albrecht, nach Hanau, während J. C, über Aeusserungen des Hanauer Predigers Sauter wegen des häufigen Rel. Wechsels in der Pfalz ungehalten, im Sept. 1589 daran dachte selbst nach Hanau zugehen. Er beschloss als „honorarius tutor" einzugreifen, als^Philipp der Jüngere von H. Lichtenberg seine Base Maria gegen den Willen der Mitvormünder nach Bebenhausen brachte und den Peter Scher von Schwarzenberg zum Oberamtmann einsetzte. (Mb. a. a. 0.) 1 Seh. kam im Herbst aus Italien nach Deutschland, wo man ihn längst erwartet hatte (No. 224); am 12. August wundert sich L. Wilhelm in einem Sehr, an J.C., dass man gar nichts von Seh. erfahre (Ma. 545/6. Or.); am 30. Aug. wendet sich Pf. Johann an Johann von Salm, dessen hieher gesandte Packete für Seh. er nach Sachsen weitergeschickt habe, um Auskunft darüber, wo Seh. eigentlich sei (ebd.). Am 18. Nov. berichtet Dr. Weiss aus Eisleben Gebhard Truchsess, er habe Seh. vor 5 Wochen 248 1589 264-265, dieses Fürsten gegen Navarra und die Krone Frankreich erkennen „auch daraus ahnemen, wie schedeliche praktiken ich (dem heidelbergischen aussprengen nach) zu Florenz getrieben. Ich will g e - schweigen, was E. Ch. Gn. ich den herzog von Savoye belangend untertenigst berichtet habe". Der kleinere Discours geht dahin dass der Papst keinenfalls die Erhebung Mayne's zum König oder die Aufstellung eines K. durch Mayne und den Rat der saincte union zu Paris gestatten soll. Der grosse ist eine Widerlegung der Proposition des spanischen Gesandten und der spanischen Kardinäle dass der Papst den K. von Navarra, auch wenn derselbe katholisch werde, nicht als K. von Frankreich anerkennen solle. "Will nötigenfalls den Discours übersetzen; ,,denn es nicht unnötig, das E. Ch. Gn. solche motiven alle wissen und in dem köpfe haben". Beil. , das letzte Sehr. Lothringens und Mayne's an ihn, sowie Cop. eines Sehr, des jetzigen Königs; 1 „das original neme ich mit mir nach ; Heidelberg, auf das M. Gn. F. und H. herzog Johann Casimir sehen möge, was I. Mt. von mir helt, was mir mein voriger her und dieser noch getrauet, auch was er an mich begeret". . . Dr. 72S7, Casp. v. Bchöub. — Sehr. 1569—91. Eigh. „ : 265. Kolbinger an Dohna. Novbr. > ° Heidel- (Sancy's Reiter. Werbung für GeDf. Die Katastrophe der Pfalzgräfin. berg Reuber und Putlitz.) Erhielt D. Sehr, vom 9., 10. und 12.; die „beede erste seind, als ich zu Manheimb im bewusten* negocio gewest, 2 gen Schwetzingen geschikt, daselbst von P. erbrochen und mir mit diesem bescheid wider hereingeschikt worden, das P. dis mal nichts darauf tun konnte, quod verum fuit, propter negocium illud lamen- * Die Unterstreichungen rühren vom Empfänger her. }n Leipzig getroffen ; von dort sei Seh. nach Dresden gereist, wohin er Jetzt wieder von L. Wilhelm zurückgekehrt sei; man traue Seh., von dem er mirabilia vernommen, nicht allerdings (Str. A. A. 772, eigh.). In der Tat kündigte Seh. am 13. Okt. aus Leipzig dem Kf. Christian unter Beilage des eigh. Kredenzschr. des verstorbenen K. Beine Werbung und Berichterstattung über den Stand der französischen Sache in Italien an(Dr. 9305, I. f. 248, eigh.). Was Seh. im obigen Sehr, mit dem „Heidelbergischen Aussprengen" meint, vermag ich nicht genauer nachzuweisen. 1 Mir nicht bekannt. 3 Vgl. No. 262. Am 13. Nov. schreibt Pancratius aus Speier über die kürzliche Einziehung eines polnischen Freiherrn und Beurlaubung etlicher Diener der Herzogin zu Heidelberg wisse er noch nichts Sicheres und wolle die umlaufenden Gerüchte lieber nicht mitteilen (Mb. 334/40. Or.). Am 16. Nov. schreibt L. Georg seinem Bruder, er habe „äusserlich" Bericht erhalten, J. C. habe den Polacken, der eine Zeitlang am Hof gewesen und sich für einen Herrn ausgegeben, neulich um Mitternacht greifen und auf einem Karren nach Mannheim in Haft bringen lassen; nach dem Gerücht habe der Polack J. C. vergiften wollen; es solle auch ein Zwerg, den J. C. Gemahlin bei sich gehabt und in ihrer Apotheke gebraucht hatte, „milgegriffen" und nach Mannheim geführt worden sein. Es wäre nicht gut, wenn solche Possen auch in Deutschland aufkommen sollten (Marb. Pfalz, Or.) 265—266. 1589 249 tabile." P. hat das Besehren Sancy's wegen des Passes zu Oppenheim oder sonst über Rhein abgeschlagen; die Reiter des Frentz ziehen wie die Dompmartin's über die Bergstrasse; P. hat auch ihre von Mainz angeregte Beschickung abgeschlagen, ebenso die wallonische Werbung für Genf, „kan sich in das verwirt und hudel- mennisch wesen nicht verrichten, wollen auch vil weniger drein verstehen, das E. Gn. sich mit 50 pferden dahin begeben solten." 1 Die Pfaffenknechte im Elsass sind ziemlich kleinlaut; man könnte, wenn man ein wenig anders zur Sache täte, ihren Hochmut gar stillen. Der Abzug des metzischen Gelds wird Sancy nicht gefallen. . . „Dompmartins apotheken halber wird es verloren sein; dann sich cum principissa merkliche enderung zugetragen. Habemus iamprincipemviduum. Sed de ista terri- bili caussa non integrum est scribere. Coram omnia cum stupore intelliges. 0 admirandam providentiam et iustitiam divinam! 2 Valde importuno tempore te caremus, cum neminem P. habeat, cuius consilio nunc uti possit et solatio. P. hat dem canzler hart verweisen lassen, das er seine brief gen Straspurg nicht an E. Gn. dirigirt. Aber es seind Neidhards stuklin, die muess man also bis zu seiner zeit ein guts ding sein lassen. Er und Butlitz meilen sich non obscure, das man inen das holdselig gescheft nicht vertraut, auch sie nicht darvon wissen lest. Ich bitt, E. Gn. wollen meiner mit dem titul del secretaire d'estat verschonen, dann ich meine wunder gehört, wie sich die schlangen im rat neulich me absente so unnutz drüber gemacht haben. In summa, ipsis estgrande nefas et morte pian- dum, das P. seiner gesellen treu erkennt, die sie zu Verstössen under sich entschlossen. Wann man die entsatzung Genf mit rechtschaffnen mittein angriffe, möchte ich wünschen, das sich E. Gn. darzu gebrauchen Hessen. Dann ich nit sähe, wie ein redlicher mann in ander weg seine gaben und zeit löblicher und gott wolgefelliger anlegen könnte." Mb. 113/3 c. f. 17. Eigh. 266. Karl von Lothringen an Pfalzgraf Johann. 17. 2~7. Beschwerde über das in Deutschland verbreitete „falsche Libell" Novbr. von der lothringischen Werbung in Rom; hat den Kaiser und das Nancy Haus Oesterreich, die er sammt anderen R. Fürsten angetastet haben soll, stets vor allen andern in Ehren gehalten. Hat einen 1 Pankratius am 13. November: „Weil niemand unter herrn Fabian von Donaw in Frankreich ziehen wollen, hat er den Genfern mit 600 pferden und 800 schützen zn hulf kommen sollen"; Savoien soll aber aus dem Feld gezogen sein. Ueber Dohna's Reise mit Sancy nach. Strassburg und Gefährdung bei der lothring. Invasion vgl. Schmidt S. 161 f. 3 Was die Apotheke betrifft, so wissen wir, dass Pf. Elisabeth gleich ihrer Mutter (vgl. Weber, Anna Churf. zu Sachsen, S. 433 ff.) gelegentlich selbst medizinirte, vgl. II. 429. — Dohna, der am 16. Dez. nach Heidelberg zurückkam, ging von da „stracks nach Heppenheim. Princeps mihi communicavit secretissima" (Kalender). 250 1589 266—268. vom Adel nach Rom geschickt, wegen der französischen Wirren, ohne irgendwie des Reichs zu gedenken; man kann sich über diese keineswegs geheim angebrachte Werbung bei den kais. und andern Gesandten in Rom erkundigen. Bittet um Aufklärung und ev. Bestrafung der autores, fautores und Verbreiter. 1 Str. A. A. 838, Cop. 22. 267. Johann Casimir an Graf Ludwig von Novbr. T „ . . .,--. L ö w e n s t e i n. Heidelberg Rät L., seine Beschwerden auch an Sachsen, Brandenburg, Magdeburg, Brauuschweig und L. Wilhelm zu bringe;', als eine gemeinsame Angelegenheit der A. C. Verwandten. Verweist auf die Vergleichung eines früheren Abts von Brumbach Clemens Leusser mit Würzburg. 2 Ma. 544|4 f. 446. Conc. 27. 268. Johann Casimir an Meister und Rat zu Novbr. c. , Strassburg. (Sancys Truppen; der lolhringische Einfall und die zu ergreifenden Massregeln.) Das lange Verziehen der Musterung sehr nachteilig. Hat an Lothringen geschrieben. 3 Sancy muss sich sehr in Acht nehmen, 1 Vgl. No. 240; 259; Hirn H, 172 A. 3; über das Anbringen Lenoncourt's in Rom Okt. 1589, in dem übrigens auch ausdrücklich davon gesprochen wird J. C. im Zaum zu halten und ein Bündniss mit den geistlichen Kff. anzubahnen, S. 243 A. 1, 2 Veranlasst durch das Sehr. L. vom 15. Nov., in dem über Landfriedensbruch des B. von Würzburg gegen L. Gebiet, besonders das Kloster Brumbach Klage geführt wird; am 26. Nov. verwendet sich J. C. beim M. Georg Friedrich zu Gunsten L. (Ma. a. a. 0.). Vgl. Häberlin XIV, 607 ff. 3 Das Sehr. gl. Datums ermahnt, Strassburg u. a. elsässische 8tände sowie die pfälzischen Orte Lixheim und Krafftbal (vgl. Gümbel S. 35) nicht weiter zu bedrängen und sein Volk vom R. Boden zurückzuziehen (Str. Cop.). Der pfälzische Trompeter, der die Mahnung überbrachte (J. C. an Ammeister Wicker 29. Nov.; Lobbetius an Hochfelder s. d. ebd.), kehrte mit einem Sehr, vom 4./14. Dez. zurück, worin Lothringen seinen Zug rechtfertigte, auf Strassburgs feindselige Haltung hinwies und J. C. versicherte : „vous me trouverez autant vostre que nul aultre prince" (Lepage, lettres et instr. de Charles III, S. 277 f.). Reclit- fertigungsschr. wegen seines Einfalls hatte Lothringen schon am 10./20. Nov. aus Bar an verschiedene R. Stände gerichtet (an Strassburg und L. Georg Str. a. a. 0.). ,T. C. wandte sich unter ausdrücklicher Beschuldigung des B. von Strassburg als des Anstifters am 28. Nov. wegen einer Beschickung Lothringens au Mainz (Str. Cop.), am 29. an Sachsen (s. u.) und Hessen, am 3. Dez. an M. Georg Friedrich (Str. Copp.) Am 24. Nov. beglaubigt er Dohna für ein mündliches Anbringen bei den Geheimen zu Strassburg (Ma. 545(6, Conc), am 4. Dez. Putlitz, der nach Strassburg uud Basel abgefertigt wurde, bei den ev. Kapitularen (Str. Or.). 268—269. 1589 251 die benachbarten Evangelischen müssen die Musterung und den Zug möglichst fördern und sich zur Hülfe für den Fall der Not gefasst machen. Will sich hierin seinem vorigen Erbieten gemäss verhalten. [Nachschrift.] Die Nachricht von dem starken Einfall des Lothringers mit seinem Sohn in den Elsass erklärt er sich so, dass der Herzog sowohl das für den König bestimmte Kriegsvolk zersprengen als das Stift Strassburg für seinen Sohn einnehmen und den deutschen Verbündeten des Königs eins dreinschlagen will. Will Alles dagegen tun; zunächst sollen sie bei Sancy die Musterung und Aufstellung an einem zur Verteidigung geeigneten Platz betreiben. Erbietet sich Kriegsräte zu schicken und etliche 1000 Mann an die elsässische Grenze zu legen. Die Eidgenossen um Hülfe zu ersuchen und das Geld nicht anzusehen. Sancy soll mons r Tintevill und Marschal d'Aumont zu einem kräftigen Angriff auf Lothringen, unterstützt durch Metz und Marsal, ermahnen. 1 Benachrichtigt sofort andere ev. Fürsten sowie den Kreisobersten und die Ausschreibenden. (Strassb. A. A. 83C. Or. (gel. bei den 21:29. Nov.) 269. LaudgrafGeorgan Landgraf Ludwig. 28. Novbr. (Ein Bericht über die Heidelberger Familienkatastrophe.) Darmstadt Teilt auf L. Bitte mit, einer seiner Diener, der kurz nach der Verhaftung des Polen und der anderen Person zu Heidelberg war, habe ihm bei seiner Rückkehr berichtet, „das doselbst die mur- melung gangen, wie das gedachter Polack von deswegen, dieweil er im verdacht seie, als sole er mit herzog Johan Casimiri gemahlin in unpfiiehten zu tun gehabt, ingezogen und nachdem volgcnts das seinig durchsucht worden, etzliche brieflein, so in ihrer der berzogin namen an inen geschrieben, funden sein sollen, welche die person, mit ihme ingezogen, soll geschrieben haben." Die Herzogin soll „noch in einem besondern gemach und niemand als ein burgerin aus der Stadt bei ihr sein" und J. G. dies alles an Kursachsen haben gelangen lassen, mit Begebren, „das S. L. jemands doselbst- hin naher Heidelberg abfertigen und also der sachen gründlichen bericht innehmen und iuquirirn lassen wole; seid dero zeit aber solle nichts weiteres vorgenomen sein."* Sein Diener habe ausserdem vertraulich erfaren, „das der Polack kurz vor seiner Verhaftung zu Durlach uf einer hochzeit gewesen seie und sich do- selbsten solte haben vernehmen lassen, wan er sich wider gen Heidelberg begeb, so zihe er in den tod etc. Darbei .dan einer, mit dem er sich wol vor mehr gewesen, welcher ihme geraten, dieweil es die gelegenheit mit ihme hab, das er derhalben sich anders- * Im Conc. durchgestrichen: „Und obwol gesagt werde, das die beden verhafte personen, der Polack und Schreiber, hingericht seien, so soll doch nichts daran und allein zu dem ende gesagt werden, damit also das geschrei nicht zu gross werden mochte." 1 Vgl. hiezu Thuanus XCVI1I. 3; La Hug. III, 319; 321; 331. 252 1589 269. 28. Novbr.wohinaus wenden solte, und damit er also aus der gefahr pleiben Darmstadtmochte, wolle er selbst mit ihme zihen und ibme forthelfen; darauf er aber geantwortet haben sole, er konte von Heidelberg nicht hinweg komen. Als er nun wider gen Heidelberg komen und doselbst uf einer hochzeit gewesen, sei er von dem marschalk userfordert worden. Hab er so balt über tisch seine ring und anders, was er bei sich gehabt, herfurgelegt und offenlich gesagt, wer nun von denselben etwas haben wolte, solte es zu sich nemen; dan er wisse wol, das es anders mit ihme werden wurde. Darauf er auch volgents handfest gemacht, uf eine karch geschmitet und naher Manheim gefurt worden seie." Ist seitdem ferner berichtet worden, „das sie die herzogin ihr Verantwortung zu hören, und sonderlich das herzog Casimir selbsten sie boren wolte, bitten solle. Derhalben sihet uns die sach sehr verdechtig an, sonderlich weil der Polack sich zuvor der rede, das nemblich er in den tod gehe, wan er gen Heidelberg zihe, verneinen lassen, desgleichen das sie allein den herzogen sie zu hören bittet. Dan E. L. noch wol ingedenk sein werden, wie es hiebevor herzog Erichs zu Braunschweig gemahlin gangen; darumb wir uns in disem fall auch allerlei gedanken machen." Bittet um strenge Geheimhaltung sowie um Vernichtung dieses Briefs. 1 Darmst. R. Relig. Sachen Conv. 16. Cono. 1 Am 2. Dez. verspricht L. Ludwig Geheimhaltung und bemerkt, er habe allerhand Gedanken, „das es darmit nicht recht zugehe und man etwa daher allein zu andern dingen ursach suche"; es werde gewiss allerseits grosse Weitläufigkeit und Verbitterung hervorrufen (Darmst. Or.). Ueber J. C. Weigerung seine Gemahlin selbst anzuhören vgl. La Hu g. III, 329; ebd. 328 f.; 331 über die Anwesenheit des Herzogs Johann Friedrich von Sachsen- Koburg, der sich dem französischen Zug anschliessen wollte, aber wieder umkehrte, in der Pfalz; er war am 11. Nov. in Speier angekommen und von da nach Germersheim gereist (Pancratius 13. Nov. s. o.). Dass J. C. mit seinem sächsischen Neffen in Frankental zusammen sei und in Germersheim erwartet werde, berichtet Pancratius am 4. Dez.; er fügt bei: „jungsverschienen sontags [30. Nov.] hat man wieder angefangen, für gedachts herzogen J. C. gemahl expresse und öffentlich auf der canzel zu bitten, welches zuvor in etlichen predigten unterlassen und eingestelt worden: doch wird die heerbauken noch nit, wie sonsten zu Heidelberg breuchlicb, gebrauchet etc. Gott helf der Unschuld und wehre dem übel." In demselben Sehr, erwähnt er die Krankheit des Jungherzogs von Jülich, nicht „citra suspicionem propinati et assumti veneni." Kurz vorher verbreitete sich in Strassburg das Gerücht, ein Oberstleutnant Jakobs von Baden sei wegen Mordversuchs gegen Navarra gevierteilt worden (M. Jakob an den Strassburger Rat 14. Nov. Str. 838). Ueber das Schicksal der beiden Gefangenen zu Mannheim vgl. Münch. Abhandl. XIV. 3, 16 f.; die dort angeführte Zeitung aus Strassburg, 7. Febr. st. ant. 1590, beiliegend einem Sehr, des Agenten Stöckhl an Baiern aus Innsbruck vom 7./17. März (Ma. 231[13) berichtet, J. C. sei in nicht geringer Beschwerniss über den Handel seiner Gemahlin mit einem Polacken, „welcher mit vil medicamenta und anderem, als er vor diesem gestudiert, bei mir gewesen; der solle zu 7 in 8 malen mit ir zu tuen gehabt haben und jedesmal zue 100 cronen von ir verehrt worden;" der Polacke, zu Mannheim in sehr harte Haft verordnet, sei „unlangs" derselbigen ledig, aber in der Pfalz wieder ergriffen und auf Befehl J. C. zur Verhütung 270. 1589 253 270. Johann Casimir an Christian von Sachsen. 29. Lothringischer Einfall, ohne Zweifel vornehmlich durch den B. von Strassburg veranlasst, „der jederzeit mit ungluck schwanger gaDgen" und dem Herzog helfen will sich des Bistums für seinen zweiten Sohn zu bemächtigen und die Mandate des Kaisers gegen die evangelischen Kapitularen zu exequiren. Gefahr für die ev. Fürsten, die die navarrische Hülfe befördert haben. Der Einfall geschieht zweifellos mit Rat und Billigung der ligafreundlichen Stände im Reich; daher alle evangelischen Fürsten interessirt. P. S. Bericht von der Stadt Strassburg über die Zersprengung des navarrischen Volks. Auf die kommenden französischen Reiter wartet ausser den Lothringern Jakob von Baden; Anmarsch von du Pont und 5O00 Spaniern. Rüstet sich zur Gegenwehr. Aufmahnung der dreifachen Hülfe nötig. 1 • Dr. 93CD. Or. weitereu Entkommens in etliche Zentner Eisen geschlagen worden; „gott wolle ine und allen betrüebten trösten"; die Fürstin soll, aller fürstlichen Ornamente und Kleidung beraubt, wie ihre vormalige Kammerfrau gekleidet und ebenfalls in schwerer Haft sein, auch von Weibspersonen nur eine alte Frau zu ibr gelassen werden. 1 Ueber die Zersprengung des navarrischen Fussvolks vgl. Thu- anus XCVIII. 2; Ehses, N.B.I.2, 421; 426 f.; 526 ff.; Mossmann im Bull, du musee hist. de Mulhouse VI, 1881, S. 25 ff.; Eitter, Br. u. A. I, 14; Segesser IV, 42 ff.; Meister S. 348 ff.; über die Dienste, die La Hug. Lothringen dabei erwies, La Hug. III, 320 ff.; 330 f. Ein Lied auf die Niederlage der deutschen Landsknechte im Jahrb. f. Gesch. Sprache u. Litt. Eis. Lothr. XIV (1898), 134 ff. —i Sachsens Antwort an J. C. vom 17. Dez. (Conc. Krell) verweist auf die B. Ordnungen. Am 4. Dez. schreibt J. C. an die ev. Kapitularen über die Vorbereitung der nötigen Schritte, um „die tabulae naufragae wider zu recolligiren" und die nötige Gegenwehr anzustellen; am 7. Dez. betont er die Notwendigkeit allgemeinen Zusammenwirkens, da man es nun mit der ganzen antichristlichen Liga und ihrem vornehmsten Haupt, dem von Lothringen, zu tun habe (Str. A. A. 772, Orr.). Die ev. Kapitularen (vgl. Meister, S. 349 f.) bitten am 2. Dez. J. C. um seinen Bat für eine Verhandlung, die sie in ein paar Tagen mit dem Rat wegen Mitteilung der Sache an die Fürsten zur Verhütung weiteren Unheils einleiten wollen, und schreiben unter gl. Datum an Magdeburg, Heinrich Julius, L. Wilhelm, Wilhelm von Lüneburg, Pf. Johann und die wetterauischen Grafen (Str. 772; 838). Am 25. Dez. berichtet Pancratius dem Pf. Philipp Ludwige J. C. habe den Ausschuss im ganzen Land gemahnt sich bereit zu halten und bei der nächsten Mahnung auf zu sein; es seien schon eine grosse Zahl Rüstwagen in den Aemtern zugerichtet (Ma. 336/20) ; vgl. E h s e s I. 2, 428 f.; 437. Ein vertrauliches Sehr, an einen Strassburger über lothringische Spionage in Strassburg und Heidelberg (Str. A. A. 838, Cop.) teilt u. a. mit, ein ev. Adeliger, lothringischer, bischöflicher und hanauischer Lehensmann, habe neulich zu Pfalzburg seine Nichtbeteiligung an dem Ausfall entschuldigt und einen lothring. Obersten gewarnt, sie könnten auf B. Boden einen schlafenden Hund aufwecken, worauf der Oberst erwiderte, sie seien nicht nur über die Stärke der Navarrischen, sondern auch über alles, was in Strassburg und in der Pfalz vorgehe, ganz genau- unterrichtet; Lothringen habe zu Speier 3 Personen unter dem Vorwaud ihrer Privatangelegenheiten als Kundschafter, einen Welschen [La Hug.] und 2 Deutsche, die abwechselnd in Heidelberg spionirten, 254 1589 271—272 2. 271. Markgraf Jakob von Baden an Meister und Rat • 12 \ zu Strassburg. Dezember Freiburg Begehrt, da die Reiter aus Basel ins Breisgau zurückziehen und andere Reiter und Schützen von der Pfalz her sich nähern, ihm keine Benachteiligung aufzunötigen oder aufnötigen zu lassen und ihm durch diesen Gesandten rund und aufrecht zu erklären, was sie hierin tun wollen. 1 Str. A. A. 838. Or. Q 272. Joachim Friedrick von Magdeburg, Heinrich o. Dezemberjulius von Braunschweig und Ulrich von Mecklenburg an Christian von Sachsen. 2 (Katholische und protestantische Gesandte beim Kaiser. Gegenüber der parteiischen kais. Resolution und dem Zusammenhalten der Katholischen vertrauliche Zusammensetzung der Evangelischen notwendig.) Die nach dem Lüneburger Kreisabschied 8 von ihnen an den Kaiser abgefertigten Gesandten trafen in Prag die Gesandten fast aller vornehmsten papistischen Stände bis auf Bamberg und Speier, die ihre Werbung etwas früher beim Kaiser anbrachten. Die ev. Gesandten konnten eine Mitteilung des gegnerischen Anbringens nicht erlangen, obwohl ihre Audienz bis auf den 9. Tag nachher verschoben wurde, so dass ihr Anbringen nicht auf das gegnerische Bezug nehmen konnte. Als gelegentlich ihrer Audienz deshalb ad partem Erinnerung geschah, erhielten sie eine Vertröstung, worauf nichts erfolgte. „Und seind also beide teil gesandten nach langer deliberation zugleich uf einen tag expedirt". Die Resolution des Gegenteils konnten die Ihrigen auch nicht erlangen, „vermutlichst aber, das ihnen, was disseits vorgangen, nicht ohncommunicirt plieben. Und da schon die keis. resolution dern unsern, wie sie gewisse nachrichtung erlangt, etwas zeitlicher verfertigt, haben sie dieselbe doch allererst den 10. oder 12 ten tag hernach empfangen, darunder dan der nuncius apostolicus auch nicht gefeiert". Resolution und Vortrag der Ihrigen heiligend (A. und B.). Endlich erhielten sie ganz insgeheim und fast im Abzug, doch vor Ueber- gabe der Replik „von privatis" die Proposition des Gegenteils 1 Pr. 8. Dez. a St. zugleich im Namen des Ausschusses der vor- deröst. Lande. Zwischen J. und dem Rat entspann sich eine sehr gereizte Korrespondenz; J. erklärte die Knechte, die wegen des Zuges ins Elsass von seinem Regiment entlassen sein wollten, für meineidige Schurken ; die Teilnahme etlicher Fähnlein seines Regiments an dem lothringischen Einfall sei ohne sein Wissen und gegen seinen Wunsch erfolgt und er werde sich nötigenfalls an „euch den particularper- sonen" rächen (J. an den Rat, Emmendingen 20. Dez. pr. 25. Dez. ebd.). Die Antwort vom 5. Januar, die Fortsetzung der früheren vertraulichen Korrespondenz anbot, besänftigte den Markgrafen (J. an den Rat. 2. Febr. 1590, ebd.). 2 M. M. an Johann Georg von Brandenburg. 8 Vegl. No. 256. 272. 1589 255 (Cop. C), ohne in ihre Replik weiter darauf zu antworten „dan 3. Dezbr. was sie vermeinet, das zu verhuetung gefährlicher einfuhrung von nöten sein möge"; das Uebrige ad referendum genommen und auf das kais. Erbieten gestellt (vgl. Cop. D). Als eine allgemeine christliche Sache wollten sie dies Chr. wegen der hergebrachten Korrespondenz zwischen dem ober- und niedersächsischen Kreis und „als dem vornembsten der A.C. verwandten stand und mitglied" mitteilen. Ersuchen, da die kais. Resolution die Absicht äussert, „E. L. wie auch uns und die andere fursten etwa durch Schickung 1 oder auch in Schriften ferner der gelegen- heit wie auch von des andern teils vorbringen bericht einwenden zu lassen", um Mitteilung, wie Chr. zu antworten denkt. Nach ihrer unmassgeblichen Meinung sollte man in obigem Fall dieses wichtige Werk an alle Mitverwandten verweisen und daher denselben zunächst Mitteilung machen. Denn die Resolution hat entweder den Sinn, dass der Kaiser den andern etwas gratifiziren müssen, um sie damit abzuweisen, „und das auch diser evangelische teil ungehört so gar nicht übereilet, sonder der gesuchte executionprocess etwas suspendiret wurde, darunder dan andere bessere mittel und becruemicheit villeicht an band laufen möchten", oder nach jenes Teils Opinion eine Trennung zu machen oder dieses "Work dem ordentlichen Prozess zu entziehen. Wie dem sei, so ist vertrauliche Zusammensetzung um so nötiger als die kais. Resolution auf dem Weg der gegnerischen Proposition schreitet und ihre vornehmsten Argumente daher gezogen hat; „wie wir dan die nachrichtung haben, das auch in privato colloquio von demjenigen, welcher die feder angesezt, eben dasselbige mit sonderlicher bewegnuss und mehr als sonst von keinem officier angezogen, die sich aller bescheidenheit gebrauchet und vermerken lassen". Die Absicht geht auf bessere Unterstützung des Papstums, weshalb auch die Inhaber von Stiftern oder geistlichen Gütern ohne römische Konfirmation derselben nicht fähig erachtet werden, „ob es schon also diser zeit bis zu besserer gelegenheit tolerirt wurd, der ursach dan kein evangelischer bischoff oder prelat di regalien erlangen kau", unter dem Schein dass man dem Papst nicht vorgreifen dürfe und der Kaiser dessen Schutz eidlich versprochen habe. 2 Eine Berufung auf die Gegenverpflichtu.ng führt zur Disputation über Freistellung und Vorbehalt, wobei die Gegner ihnen die ihnen nie in den Sinn gekommene Absicht unterschieben die Stifter zu zerreissen und ad proprios usus zu ziehen, die R. Städte vom Rel. Fr. ausschliessen wollen, sogar behaupten, der Kaiser sei in seiner vorigen Resolution zu weit gegangen etc., während es 1 Am 18. Nov. bewilligt Kf. Christian dem kais. GesändtenSeyfried von Promnitz Audienz für den 29. Nov. in Dresden (Dr. Copial 558). Am 16./26. Dez. berichtet Gradenigo aus Prag, der Rat Hornstein stehe im Begriff, wegen des R. Tags, der wohl im nächsten Herbst stattfinden werde, zu Sachsen und den andern Kurfürsten zu gehen; zu Sachsen werde ausserdem morgen der Raron „Promeuitz" gehen, um für den Kaiser ein Darlehen von 200000 Talsrn gegen Versicherung auf die zu bewilligende Kontribution zu erheben (Wh. D. V. XVI.). 2 Vgl. Gott. Gel. Anz. 1897 S. 313 f. 256 1589 272-373. sich bei der Strassburger Sache nur um gegenseitige Duldung der beiden Religionen, wie von Alters herkommen, handelt. Dies kann ernstlich erhärtet werden. Das andere wegen der Resignation fällt von selbst, da die Grafen zu derselben erbötig sind, falls S. u. a. es für gut ansehen. Das Erbieten mit den jungen ev. Fürsten, Grafen und Herren widerspricht dem 1. Hauptpunkt; man weiss, dass keiner mit gutem Gewissen dies tun kann. „Und eben ist das der rechte griff, unsere confessionverwandten von stiften eben dadurch und mit den geschärpften juramenten, so uf den papst gerichtet, fein höflich zu removiren oder abzuhalten". Vgl. die tägliche Erfahrung mit den Geistlichen und die Einstellung der so nötigen K. G. Visitation wegen Magdeburgs. 1 Man sollte daher der starken und einmütigen offenbaren Zusammensetzung der Kff. und Fürsten von der andern Religion etwas ähnliches auf dieser Seite je eher je besser (z.B. unvermerkt durch Kreisversammlungenj entgegenstellen. Sie wissen kein anderes Mittel den Beschwerden abzuhelfen oder auch nur dem Kaiser ev. jetzt richtig und ohne Trennung zu antworten. Viele grosse Sachen würden durch eine solche Vertraulichkeit gefördert und der Friede erhalten und widerwärtige Praktiken abgewendet. Str. A. A. 772. Cop. 7.Dezbr.273. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen. Dessau (Bericht über die Heidelberger Familienkatastrophe.) Traf bei seiner gestrigen Ankunft die kurf. und fürstlichen Gesandten noch sämmtlich hier an. Will Chr.. berichten, was er von einem über J. C. bewusste Sachen gehört hat. „Und hat nemblich landgraf Georgen heubtmann zu Lichtenberg, so einer unter den abgesandten, folgenden bericht öffentlich über disch getan, das sein herr landgraf George von unterschiedlichen orten dieses solte verstendiget worden sein, das an dem pfelzischen hofe ein Polacke gewesen, welcher sich für einen freiherrn ausgeben und sich mit den hofdienern wenig vorgleichen können; insonderheit were er vormals mit dem von Donau und dem von Budlitz zu Unfrieden worden, auch ein ursach gewesen, das Rudlof Löser vom Heidelbergischen hofe gezogen. Gedachter Polacke habe sich nichts desto weniger bei der herrschaft zu insinuiren gewust, das er anderen furgezogen worden, dergestalt das er dem Pfalzgrafen für der tafel gedinet. Nun hette sichs begeben, das der pfalzgraf auf der jagt gewesen und unversehens einer gekommen, der nach dem Polacken gefraget, den er ihm und sonst keinem andern ein schreiben zuzustellen. Darauf der pfalzgraf demjenigen das schreiben aus der hand gerissen, aufgebrochen und gelesen, ferner alsobald be- felich getan, gemelten Polacken gefenglich anzunehmen, welcher folgende nacht nach Manheim in gefengnuss gefurt worden. Und dieses wüste man gewiss. Wer aber das schreiben geschrieben oder in wes namen und was darinnen gestanden, hielte man in Vgl. S. 149; 182. 274-275. 1589 257 groser geheim. Doch wurde geschrieben, der Polacke hette von seinem anmaner ein schreiben bekommen: warumb er so lange verzöge und seinen herrn (gleich wie er hette zugesagt) nicht umb das leben brechte? Es were auch noch ein zwark eingezogen worden, welcher umb diese Sachen auch mit Wissenschaft gehatt. Insonderheit solle er etzliche praeparirte venena und vorgiftete furlegmesser bei sich gehabt haben. Dieses ist ungefehrlich der berieht gewesen. Nun sind wol meine gedanken, das (wie die weit itzo bös und untreu) dem Polacken eine bestalte sache von seinen wiederwertigen wiederfaren können. Weil aber der zwark auch sonderlich mit eingezogen worden, ist vormutlich, die Sachen müssen aller ding nicht richtig sein. Solchs hab E. Gn. ich dienstlichen vermelden sollen." Dr. 8540. Anhalt. Sehr, an Ch. Christ, zu Sachsen 1082—91. Eigh. 274. Schomberg an Christ ian von Sachsen. 9. Dezbr. Jüden- .... Lothringens Drohung wohl durch den B. von Strassburg g und Erzh. Ferdinand veranlasst. Hat den Grossherzog ersucht, L. zu raten, wer ihm nichts tue, dem solle er auch nichts tun, besonders dem deutschen Kriegsvolk „zu verhutunge eines bösen nachwinters." .... Der Kaiser sprach nochmals mit dem kgl. Agenten x über die französischen Sachen, aber ohne jemals den König zu nennen, auf dessen Sehr, noch keine Antwort erfolgt ist..... Dr. 7281. Eigh. 275- Hermann von Manderscheid an Pfalzgraf 11. Reichard. 21. Dezember .... Der von Buy soll sein Volk selbst aufbringen und nach Blanken- der Sammlung sich bei einem oder dem anderen Herren in Frank- heim reich in Dienst geben wollen. Gibt sich für navarrisch aus und führt den Titel eines bestallten Obersten des K. von Frankreich; sagt dazu, er habe Pasporten von Parma, dem Gubernator von Luxemburg und dessen Sohn Graf Karl. 2 Mb. 96|9 f. 291. Or. 1 Ancel. Es handelt sich um ein bereits im Sept. 1589 an den Kaiser gerichtetes Gesuch Heinrich IV. ihm Werbungen im R. zu gestatten. Hierüber sowie über die damit zusammenhängende Frage, ob er Heinrich von Navarra den Titel eines K. von Frankreich zugestehen solle, forderte der Kaiser Gutachten von den Erzherzogen und einigen Kff. Sachsen (vgl. Arch. f. Sachs. Gesch. VII, 291 ff.) und Brandenburg sprachen sich zu Gunsten Heinrichs IV. aus, Erzh. Ferdinand, Erzh. Karl und Mainz gegen eine sofortige Anerkennung des neuen Königs, Matthias gegen die Werbungen, aber für Einräumung des Titels eines „Erwählten" (Wh., Gallica, Copp.; vgl. Hirn II, 232.). Ausführlich und öfter berichten hierüber der Nuntius und der venezianische Gesandte am Kaiserhof; vgl. No. 256. 2 Am 10./20. Jan. berichtet Manderscheid, Buy (der inzwischen abgezogen war) sei Ende Dezember im Trierischen zu Manderfeld und daselbst ein Gesandter des Pf. Georg Hans bei ihm gewesen. Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. HI. 17 258 1589 276—277. !3. 276. Volmar an Johann Casimir. Dezember Zwei- Beil. ein Sehr. Schombergs (fehlt), wonach dieser bei J. C. in r c en Ungnade gekommen zu sein und mit seinem Besuch Missfallen zu erregen fürchtet. Ist etwas daran, so wird Seh. Verantwortung J. C sicher befriedigen. Hat Seh., dem er seit lange sehr verpflichtet ist, die Vorantwort erteilt, er habe nie etwas derart gehört wolle sich aber erkundigen und zweifle nicht, dass Seh., falls er zu J. C. begehre, bei diesem wie früher allen guten und gnädigen "Willen finden werde. 1 Ma. B45|6 f. S80. Eigh. 17. 277. Joachim Friedrich von Magdeburg an Johann Casimir. Sancy's Unvorsichtigkeit. Strassburg hätte sich nebst J. C. und den Schweizer Bundesgenossen zur Abwehr gefasst halten sollen. Hat J. C. Ersuchen an beide Kff. gebracht, obwohl dies J. C. besser selbst getan hätte; will nach wie vor die vertrauliche Zusammensetzung befördern, vgl. beil. Conc. und Gutachten. (Zettel.) J. C. soll sich mit Strassburg u. a. eilends über die Abwehr verständigen und die Schweizer zu Hülfe ziehen, ferner als Kreisoberst die Kreishülfe verlangen und den rheinischen und eventuell fränkischen Kreis aufmahnen, wobei man die Gesinnung der Papisten erproben kann; falls sie sich weigern, der ober- und niedersächs. Kreis anzumahnen. Zu einem Vorschuss auf einfachen oder doppelten Monat für Deckung der R. Grenzen und eventuell Nachzug nach Frankreich wird doch jeder Kreis gefasst sein. Eine völlige Niederlage des Kriegsvolks wäre ein Schimpf für die ev. Fürsten; J. C, auf den „solches panket mit gemeinet", soll dem eilends steuern. Gleiche Zusammensetzung, wie bei den Papisten (vgl. das beil. Sehr, vom 3. Dez.) auch auf dieser Seite hoch von Nöten. 2 J. C. möge sich und sein Land in Acht haben und nicht jedermann, besonders den Ausländischen, trauen; sind diesen Nachbarn die Flügel beschnitten, so müssen sie den Flug etwas niedriger anstellen. Str. A. A« 772. Cop. 1 J. C. antwortet am 20. Dez., er begreife nicht, wie' Seh., der lange Zeit nichts an ihn gesonnen, geschweige denn von ihm abschlägigen Bescheid erhalten habe, sich dergleichen einbilden könne und werde sich vielmehr, wenn Seh. ihn hier ansprechen wolle, so erzeigen, dass er nichts als allen gnädigen guten Willen Bpüren solle (ebd. Conc). Vgl. No. 264. 2 Am 20. Dez. befürwortet J. F. die Zusammensetzung dringend bei Kursachsen, unter Beifügung des Sehr. J. C. vom 29. Nov. (No. 270); Dr. 9305, Or. Am 17. Dez. schreibt Dr. Weiss aus Eisleben an Gebbard Truchsess: „des Obersten [Sachsen] seiner rete einen, qui multum potest, hab ich gewonnen, hoffe deren noch mehr zu erlangen. . . . Ich hoff, ob gott will, es soll uf höchst vertrauen ein religionstag geben und bald besser werden" (Str. ebd. eigh.). Vgl. Meister S. 349 ff. 278. 1589 259 278. Andreas Pauli an Joachim Camerarius. 28. Dezember Falls er J. C. in Frankental treffen wird, „colloquar cum eo SP eier et fortassis aliquid certi intelligam de negociis istis, quae scis, de quibus in hospitiis mirabilia audivi, quae non sunt !m;-n$Xixa; nee puto tarnen omnia esse vera". 1 Em. Coli, Cam. XXVI 7 f. 170. 1 Dies bezieht sich auf die Gemahlin J. C; Pauli war offenbar vom Kf. beauftragt geworden Erkundigung einzuziehen (vgl. No. 269), hatte aber schon vor diesem Sehr, mehr erfahren als er hier zugibt. Dohoa notirt in seinem Kalender zum Dez. 1589: „23. D. And. Pauli in be- wusten hohen wichtigen Sachen zu Schwezingen ankörnen. 24. von Schwezingen hereingefahren zur Vorbereitung. D. And. Pauli zu Schwezingen geblieben. 2Ö./26. zu Heidelberg. 27. naher Frankental. 28. ist And. Pauli von Speier wieder dahin kommen. 29. alda bliben. 30. wieder zu Heidelberg ankomeD. H. Carl pfalzgraf auch alda ankörnen. 31. Tossanus abermal ein oration gehalten, assentationis plenis- simam." Auf dem folgenden Blatt vermerkt Dohna: „Also ist dieses 89. verflossene Jar auch mit lieb und gesundheit volbracht und beschlossen. Dem almechtigen einigen lebendigen warhaftigen gott vater söhn und heiligen geist sei vor solche woltat lob, ehr und preis gesagt. Der helfe ferner. Amen." Die grössere untere Hälfte des Blatts ist herausgeschnitten, unter dem „Amen" noch Reste von Schriftzügen erkennbar. Zu beachten ist Dohna's Ausfall auf Tossanus. Eine „oratio partim historica", die Tossanus „penultima Decembris" in Gegenwart des Kurprinzen Friedrich und des Pf. Karl „in coetu academico" hielt und die einen Rückblick auf das verflossene „novennium" gibt, in To'ssani Oratt. S. 171 ff. 17* 1590. (Januar) 279. (Des Reaux an Johann Casimir.) 1 ^ e z ' (Schombergs Vollmacht und die deutsche Hülfsarmee. Verhandlungen mit Lothringen; dessen kriegerische Absiebten. Gefahr für Metz. Heinrichs IV. Charakter und Lage. Die Niederlage der Reiter.) „Monseigneur 1 Je remercie tres-humblement V. Alt. de la confiance que luy piaist prendre de moy, de laquelle eile ne sera jamais trompee. Pour le regard du pouvoir donne par le feu U. a ä 110, b c'est la vörite que je ne Tay jamais veu; bien sgai-je qu'il fut fait commandement au secretaire de luy faire les despesche tout ainsy qu'il les desireroit come plus pratiq des affere 137;° ce qui fut fait, mais pour contrepoix .et pour em- pescher que ne se fit rien au prejudice de la seurte commune des deux rois nouvellement joints .g. fut envoie aveccommandement audit 110 de ne rien faire sans .g-, avec Charge speciale desdits deux rois de tenir la main ä la nomination des 146 d que U. a. p. n. t. e entendoit estre choisy Protestant et du gre des 208 f et principalement par l'advis de V. Alt. Et quand au commandement g6ne>al en 157, g je le devois consentir audit 110 h en cas semblablement que V. Alt. premierement ou autre 208 digne ou capable n'y voulut venir en personne, et encor jusquesäce a (Roy.) b (Schomberg.) 0 (de PAllemagne.) d (colonnelz.) e Chiffre: „11, 43, 36, 56." * (princes protestants.) « (l'armee.) h (Caspar.) 1 Das Sehr, ist jedenfalls in Metz verfasst, bald nach der Zersprengung der Truppen Sancy's durch Lothringen im Nov./Dez. 1589. Der Schreibet (.g.) ist Des Reaux (Antoine de Moret, seig r d. R.,vgl. S. 180 A. 3;No. 206; 233; S.218 A. 2). Er leitete den schwierigen Zug der Reiter des Obersten Frentz bis Metznach vorhergegangener Verständigung mit J. C. (Thuanus XCVIII 2). Am 17. Dez. trifft er wegen ihres Durchzugs ein Abkommen zu Strassburg mit dem Rat; am 30. Dez. schreibt er an den Rat in dieser Sache aus Heidelberg; am 8. Jan. berichtet er dem Rat über den Verlauf des Marsches (beil. ein ausführlicher Bericht) aus Metz (Str. A. A. 838). Vgl. La Hug. III, 330 f; 336. Ueber Sancy's Tätigkeit nach der Niederlage seines Fussvolks vgl. Mem. d'estat III, 147 f. 279. 1590 261 au'il arrivast en 157 ungf a ou officier de la couronne,(Januar) vous pouvant dire que l'intention estoit d'y en faire trouver ung Metz sur la frontiere. 1 Voilä ce qui en est au vray ä present! Je ne scay, comment il a basty ses affere, et y a grande apparence que U., voulant retenir tous les serviteurs du feu roi pour rendre son advenement moins difficile, sans s'estre enquis plus particulierement, luy aura aisement accorde renouvellement de ses pouvoirs, lesquelz neantmoins, selon que je me promets de sa prudence, il ne voudra estendre que jusques aux conditions sudites ; encor qu' ä la yerite il ne les sgavoit pas, car je ne devois faire apparoistre deinonpouvoir nyde l'intention desdits rois qu' ä mesure que les occasions s'offriroient, pour ne luy donner aucung umbrage. Voilä pour ce regard! Quand ä la paix de Lorraine, je ne scay, quelle charge en peut avoir ledit 110; mais il est vray que le feu roy et depuis cestuy-cy l'ont desire" pour deux raisons principaleraent. La premiere, pour commancer ä r^parer sagement X b par le chef de leur maison, qui est ce que en une teile etsy puissante conjurationtout sage prince doit adviser. La seconde, parce qu'il n'a point manque de gens qui ont voulu faire croire ä quelque 208 qu'il ne devoient souffrir la ruine dudit duc qui leur ser- voit de boulouards et de frontieres contre les usur- pations francoises. 2 Et en cela 151° a pense ne pouvoir mieux justifier son innocence que par monstrer ung sainct desir de le remettre en meilleur chemin; mais tants'en faut, monseigneur, qu'il soit prest d'y revenir que je suis tres-asseure que, au grand regret de ses principaux serviteurs, il bände au contraire le sy peu de demonstration qu'il fait de paix vers U. et vers ledict 110. et n'est que pour alentir l'esfort que l'on pourroit faire contre luy et gaigner temps. Je le scay tres-bien par advis des siens tres-confidentz et par les effectz nous en avons trop de preuve; car 75. d l'asseure et ne l'abendonne et le prie de subsister le plus a (prince du sang.) b (les Guises.) 0 (le roy.) a (le roy d'E.) 1 Schon am 1. Jan. 1589 hatte Heinrich von Navarra den s r de Fresne-Canaye zur Verhandlung mit Schomberg und mit den deutschen Fürsten bevollmächtigt und zugleich, im Fall de Fr. verhindert sein sollte, D. R. mit der Abfertigung eines andern Unterhändlers beauftragt (Lettres miss. II, 423 ff.). Sch.selbsterklartenachdemTodHeinr.nl. eine Erneuerung seiner früheren jetzt erloschenen Vollmachten für nötig (S. 214 A. 1). De Fresne war im Okt. 1589 nach England abgefertigt worden (Lettres miss. III, 60 f; 97) und sollte im Jan. oder Febr. 1590 nach Deutschland gehen (Memoires d'estat II, 277 ff; 292 f.). Am 18./28. Dez. empfiehlt Heinrich IV. die Werbung Schomberg's und Sancy's bei Kursachsen (M. M. bei Würtemberg, Lettres III, 107 ff.). a Anspielung auf die Vorgänge von 1587 und die von La Hugnerye vertretene Politik. — Am 29. Jan. missbilligt Heinrich IV. in einem Sehr, an de Fresne eine angebliche feindselige Aeusserung Sancy's über Lothringen (Mem. d'estat II, 280). 262 1590 279, (Januar)qu'ii pourra, avec promesse d'indemnite et d'assistance plustost Metz ouverte, s'il pense que ce soit le meilleur. Et ä la vörite, en ce cas ceste ville se retrouvant entre la Lorraine et le Luxembourg seroit bien malade. Pour confirmation de quoy il est certain qu'il vient de Luxembourg force munition de poudres audit z a et que l'on delibere en sacourt, s'il n'est pas plus expedient d'envoicr deux mil hommes de pied et six cent a 56. 62. qui est environ la mitte [?] de ses forces francoise et lorraine, ä l'asistance de Y., que non pas de s'amuzer ä forcer noz fortz; et crois que ceste opinion l'em- portera; lesquelz fortz neantmoins ilz ne laisseront de forcer payant les lansquenets qu'ilz attendent. Je vous pourrois dire plus avant, ce que je n'asseure pas, que le partage est fait entre eux pour 7[5J Metz et pour z. Marsal. Mais ä celle fin, monseigneur, que l'on ne pense que ce soient menteries, il ne peut estre que tres-ä-propos, lorsque 157. commencera ä marcher, suivant l'intention de Sa Majeste d'envoier quelqung vers luy au fins de la paix de la part des 208., qui servira ä approfondir sa mauvaise intention et descouvrir ses artifices et oster l'opinion auz medecins qui veulent s'entrcmettre de guerir des malades qui rejetent tout regime. Je vous supplie au reste, Monseigneur, de bien juger de la procedure du roy, duquel l'on a assez recognu l'ambition ne passer point jusques contre ses principaux amis, auquel il a tant d'obligation. Et je m'asseure, recognoissant de plus en plus sa sincerite et sage procedure avec la liaison estroite des ennemis commungs, vous fera, monseigneur, enflamer d'avantage ä haster son secours ä bon escient, comme en estaut le principal tymon, considerant mesmes qu'il n'est temps de se lascher, quand les ennemis se roidissent d'avantage. 1 II n'est pas peu remarquable que nonobstant les heurs et victoires de Sa M. t& il ne s'est encor dementy aucungs des parle- ments, principaux partizans et capitales villes, qui doit faire deses- perer d'obtenir rien d'eux que par la vive force. Et croiez, Mon- ° (duc de Lorraine.) •> (de duc de M.) 1 Heinrich IV. schrieb am 15. Jan. 1590 an J. C. und an L. Wilhelm (zitirt in den Memoires d'estat II, 246); am 17. Jan. fertigte er Baradat, „commissaire ordinaire des guerres" an die K. von England ab, mit der Bitte um Kriegsschiffe und Truppen (ebd. 254 ff.); am 22. beauftragte er Sancy mit Betreibung der Hülfe bei den deutschen Fürsten; er wiederholte diesen Auftrag am 30. (ebd. 262 ff: 273 ff.), indem er zugleich versprach für Schomberg, der sich durch Baradat „du tout resolu ä mon Service" erklärt habe, „confirmer la charge qu'il avoit eu du feu roy de la conduite du dit secours, dont je luy envoyeray bien-tost le pouvoir" (ebd. 276). Sancy hatte dies mit Hinweis auf Seh. Ansehen bei den deutschen Fürsten, besonders bei Sachsen, dringend befürwortet (ebd. 276; 282 f.). Der s r Saldagne, der in die; Niederlande abgefertigt wurde, erhielt auch Vollmacht zur Werbung bei Hamburg, Lübeck und Bremen (ebd. 283 f.). Am 29. Jan. stellt der K. Schomberg die Sendung jener Vollmacht durch Baradat in Aussicht (Lettres miss. III, 129 ff.). 279-280. 1590 263 seigneur, qu'en la vie du roy consiste la seurete des affaires de toutes les gens de bien et sa subsistance ä le tenir le plus fort en la campagne. II faut dont emploier le temps de sa vie agguetee de toutes partz et n'y perdre ung seul moment, de peur que nous rendant ingratz d'ung sy digne instruraent que dieu nous a donne, il ne nous le souffre oster. C'est trop dit ä la prudence et bon jugement de V. Alt. Quand aux 160., a il sont diminuez de plus de la raoitiez ä mon grand regret et la promptite de leur retraite en est plus cause que la necessite, Car nous y avons fait nostre possible". Ma. 544|15 f. 323. Or. 280. Werbung Schombergs bei Landgraf Wilhelm. 6 - Januar (Qeldunterstützung für Heinrich IY. Bündniss. Aussöhnung mit Lothringen und der Ligue. Mainz und Sachsen.) 1) W. möge durch einen vertrauten Diener bei den Kff. und Fürsten, die nur einen Teil oder noch nichts von dem bewilligten Geld gezahlt haben, den Rest bzw. das Ganze einfordern und bis zu der bald erfolgenden grossen Werbung des K. verwahren. 2) Da der K. für diese Werbung 400000 März (Bericht über sein Zusammensein mit M. Georg Friedrich, seinen Auf- F 1 e ' enthalt in Nürnberg und seine Heimkehr. Pf. Friedrich und Pf. *> Dorothea. Sein Geburtstag. Das bewusste Werk. Dutzbrüderschaft mit Christian.) . . „Wen du, wie ich zu dem lieben gott verhoff, glücklich und gesund zu dero geliebten gemahlin und junge herschaft angelangt, das were mir eine freude zu vernemen. Seit unser abreisen und scheidens bin ich mit meinem fr. herzlieben vetter und bruder M. Gorgen Fridrichs zu Brandenburg gen Plassenberg zogen, ein tag alda still gelegen, den grossen willkum ausgedrunkcn, deiner im besten gedacht, darnach gedanzt. Hab ich dem wirt gedrunken, das er, dieweil wir gedanzt, hat müssen schlafen gehen; hab ich ein hübschen perlencranz dieweil erdanzt. Darnach ist unser wirt 1 Anna, Tochter K. Johanns von Schweden, geb. 1568; sie starb unvermählt 1625(Ersch und Gruber, Enzyklopädie II. 20, 340). Im April 1589 hatte der Grosskanzler Zamojski ihre Verbindung mit dem (ältesten) Sohn des Administrators von Magdeburg angeregt (L e d e b u r, Archiv für die Gesch. Kunde des preuss. Staats XIV, 1834, S. 272 f.) Vgl. auch II. 175 A. 6. Bezold. Briefe des Pfalzfjrnfen Jolmnn Casimir III, 19 290 1590 306. 10. März vom schlaf widerkomen, ein feusten indianischen han bringen Heidel- lassen; darzu bin ich neben andern guten gesellen geladen berg worden. Da haben wir unser wirt abermals gen Bethlehem abgefertigt. Des morgens für meinem abreisen, wie breuchlich, ein starken suppen miteinander gessen. Ist er auf seiner gutschen mit hinausgefaren, mir den neheren weg fuhren und weisen wollen, des furhabens mich in ein wald zu bringen, 3 oder 4 stund mich spazieren herumbzufuren und letzlich wider gen Plassenberg zu bringen. "Weil ime nun diser anschlag gefeiet, hat er sich letzlich im feld de facto an mir rechnen wollen, uf freier landstrassen meiner gewart, vil grosse stuck büxen von glasmaterii gegossen bei sich gehabt; aber da es am treffen hat solleu gehen, ist weder kraut oder lot bei der hand gewesen. Wie es nun über die buxenmeister (id est lackay) ausgangen, welche solchs vergessen, hastu leichtlich zu erachten. 1 Bin also des andern tags gen Nürnberg gereiset, alda mir von einem ehrsamen rat vil ehr und gunst ^erzeigt worden, deiner zum besten gedacht, dan sie haben mir ein grossen duplet vergult silbergeschier verehret, welchs ich von deiner gesundheit wegen mit freuden ausgedrunken und herumbgehen lassen; und under anderm die ratsberrn gegen mir verlauten lassen, das sie nichts liebers wünschten und begern teten, damit sie mit unserm^ bruder margraf Gorgen Fridrichs mochten ver- 1 Dr. Pauli, einer der Teilnehmer am Konvent, schreibt am 3. März aus Dresden an Camerarius: der Kf. und J. C. seien am 18. Febr. in Plauen zusammengekommen, „cumque biduum ibi una commorati fuissent, simul in Hoff profecti sunt, ut marchionem Georgium Fridericum, quiilluc eos invitaverat, inviserent; ibi duo etiam dies hilariter transacti. Nos nudius quartus [28. Febr.J primum huc reversi sumus. Palatinus cum marchione Culmbachnm se contulit, inde domum, ut audio, reversus." (Bm. Coli. Cam. XXIV, Or.) Dohna, der von J. C. mitgenommen, aber bedeutet worden war einem persönlichen Zusammentreffen mit Kf. Christian auszuweichen, wurde erst zu Hof in das Geheimniss der Verhandlungen gezogeu; nach seiner Erzählung verabredeten sich dort der Kf. und J. C. mit Georg Friedrich, jeder von den drei Fürsten solle für die weitere Behandlung der Sache nur einen vertrauten Diener nebst einem geheimen Sekretär beiziehen; und als J. C. dem Kf. Dohna als seinen Vertrautesten bezeichnete, erklärte der Kf., er sei trotz der über den französischen Zug umlaufenden ungünstigen Gerüchte damit einverstanden, und gab Dohna, der hierauf von J. C. in besondere Pflicht genommen wurde, demonstrativ vor den Augen des sächsischen Hofgesindes die Hand ; trotzdem, berichtet Dohna weiter, „blieb ich doch allezeit im losament, wolte mich nicht hoch in den sal dringen. Den marggrafen verdros es, das ich nicht zu hofe kam, er wüste es aber nicht, warumb es zu tun war" (Selbstbiogr.). Schmidt, Dohna S. 163 verlegt irrtümlich das viel später aufgezeichnete Gutachten Dohua's (Ritter I, 34) iu diese Zeit und spricht unbegreiflicher Weise von „dem streng lutherisch gesinnten Kurfürsten"! Ueber die Tage auf der Plassenburg meldet Dohna: „und wart erschrecklich gesoffen". Dass J. C. hiebei zweimal sein Leben aufs Spiel setzte, berichtet noch nach Jahren Kolbinger (Kitt er, D. G. II. 50 A. 1). üeber das Saufen des Kf. von Sachsen auf der Reise von Berlin nach Dresden im Febr. 1590 berichtet einer seiner Begleiter, der Graf von Lynar (Ledebur, AUg. Archiv XVI, 205 f.). 306. 1590 291 glichen und aller nachbarlicher irrungen errortert [!] werden; 10. März welches zu seiner zeit noch wol geschehen mag. 1 Heidel- Den 5. dis und uf meines vettern und pflegsohns herzog berg Fridrichen pfalzgrafen etc. geburtstag bin ich glücklich alhie wol angelanget, S. L. mir entgegen geritten und heimgeleit, und hab ime vermelt, wie du seiner im besten gedacht und ine ausgebeten, wen wir einmal zusamen komen solten, das ich ine mitbringen solt. Darob er so sehr erfreuet, das er verursacht worden, dir dafür schriftlich zu danken, wie er dan mir die beigebunden schreiben sohnlich zugestelt und gebeten, dir von seinetwegen zu überschicken. Gleichfalls hab ich meiner dochter auch vermelt und hab ir be- volen, das sie sich schriftlich gegen meinem bruder bedanken soll, welchs hiebei zu finden beschicht, und ob es nit sauber geschrieben ist, so muss mein bruder mit ir geduld haben ; so mag mir mein bruder das zutrauen, das für 10 wochen das a. b. c, nit hat schreiben gelernet gehabt, und ir niemand dazu geholfen, sonder für sich selbsten und aus irem gedieht von der band geschrieben; bitt ich von irent wegen, mein bruder wollen es ihr, als wie es von herzen gehet, verstehen und ihr getreuer vater sein und bleiben wollen; das verdiene ich hinwieder gegen dir mit getreuem herzen. So will ich mich als der naturliche vater befleissen, das sie in der forcht gottes und aller fürstlicher tugend soll erzogen werden, daran du und die ganze freundschaft ein Wohlgefallen davon haben sollen. 2 Hernacher den 7 ten dis, welches mein geburtstag gewesen und hin gegenwart [!] 8 grafen und hern und meine furnembsten ret und tischgenossen hat mein marschalk mir aus habendem be- velch einen [!j grossen glas mit wein in einem drunk ausbracht von deinetwegen, welchs ich dergestalt hab herumb gehen lassen, aber unser keiner in einem drunk nit können ausdrinken. Das bewust werk, soll uf's ehest gefertigt werden und meinem brudern noch für sontag Oculi zukomen soll, dreib ich, das es gefertigt und meinem bruder zugeschickt werden soll, damit sie es irer noturft zu gebrauchen haben mögen, und tue mich hiemit zu aller freund- 1 Eine Zeitung aus Nürnberg vom 12. März (offenbar n. St.) berichtet, J. C. sei vorgestern mit 8 Kutschen und 20 reisigen Pferden von Hof hiehergekommen und vom Kat als Kf. beschenkt worden; er solle heute oder morgen zu Sachsen und M. Georg Friedrich nach Ansbach reisen; Sachsen, Brandenburg, Pfalz u. a. Fürsten hätten in diesen 14 Tagen nebst 10 Rittmeistern zu Plauen verhandelt, es verlaute nichts worüber, vermutlich über weitere Hülfe an Volk für Navarra (Ma. 231/13; aus Innsbruck 10./20ilärz an Baiern geschickt). Ueber die irrige Auffassung des Plauener Konvents in Prag vgl. den Bericht des venezianischen Gesandten Gott. Gel. Anz. 1900 S. 535 A. 3. 2 Die beiden eigh. Sehr. Pf. Friedrichs und Dorotheas an den Kf., Heidelberg 9. März, Dr. ebd. Friedrich freut sich auf den Besuch beim Kf. nicht nur wegen des Vaters und seiner eignen Person, „sondern filrnemlich und am allermeisten wegen der kirche gottes und des allgemeinen geliebten Vaterlands wolfart", und bittet den Kf., wie dieser mit seinem Vater Brüderschaft gemacht, „also wolle sie mich für ihren söhn auf und annehmen und neben S. Gn. mein geliebter herr vater sein.!* Die kleine Dorothea verspricht in Gottesfurcht und allen fürstlichen Tugenden zu leben. 19* 292 1590 306—30t. schaft und diensten bevelen, mit fr. bitt, die gruss bei Christianus mein bruder im besten zu verrichten unbeschwert sein. Datum Heidelberg, 10. Martii ao. etc. 90. Dein getreuer bruder im herz, weil ich lebe, J. Casimir etc. Auch, fr. und herzlieber bruder, das ich meinen bruder in diesem schreiben gedauzt, bitt ich, sie wollen mir es nit von übel haben; dan was man reden und sagen muss, mag man auch wol schreiben. Zudem auch müst ich in dem gefahr stehen, das ich letzlich, wen ich meine pferd alle verloren nett, zu fuss gehen must, oder aber so viel wein verlieren möcht, das ich letzliclrwasser drinken must. Nun bin ich mein leben lang ein armer reuterknab gewesen und von Jugend auf gern wein gedrunken, wie noch. Wen ich nun in mein zimlich erlebt alter derer obgemelte 2 stuck entberen und beraubt werden muste, so were zu besorgen, das ich nit lang leben möcht. Dieweil ich nun in meinem herzen versichert, das mein bruder mein tod nit begeren, sonder ich auch • beger zu leben, damit ich derselben einmal ein guten reuterdienst leisten mag, bitt ich nochmals, wie obengemelt, mir ein solche vermessenheit nit in ungutem ufzunernen und sich erinern, was mir in derselben camer, als mir undersc.hrieben, mit einander underredung gehabt und einander zugesagt haben, das keiner dem ander zu ungutem ufnemen soll, wen einer nerrisch schrieb etc. Und bin meinem fr. herzlieben brudern zu allen beheglichen dinsten jederzeit geneigt. Utt in literis. J. Casimir etc." 1 Dr. 8539. (Pf. Joh. Cas. — Sehr. 1578-91). f. 109. Eigh. 10. 307. Visconti an Montallo. aO. (Die Frage der Anerkennung Heinrichs IV. durch den Kaiser.) März Prag Der Sekretär des verstorbenen K. von Frankreich erhielt von Navarra zwei Sehr., eine Kredenz und einen Bericht über die Lage in Frankreich, mit dringendem Gesuch um Gehör. Ist bei den kais. Ministern gegen Zulassung des Gehörs oder Annahme der Sehr, eingetreten, wobei sie ihm vorhielten: 1) „che N. S. non si mostra hora tauto rigoroso contra Navarra, come nel tempo che io trattai di qnesta materia"; 2) das Beispiel der Venezianer. Erwiderte: 1) er habe noch keinen Gegenbefehl erhalten und die Anwesenheit Luxemburgs, der von den katholischen Prinzen von Geblüt geschickt sei, in Rom sei „per le ragioni giä altre volte scritte" nicht anzuziehen; 2) eine Chiffre Montalto's vom 28. Oktober habe ihn beauftragt, dem Kaiser die höchste Missbilligung des Papstes über die Haltung der Venezianer auszudrücken, denen der Kasier vielmehr ein gutes Beispiel geben solle. 2 Sie schienen da- * Vgl. Münch. Abhandl. XII. 2, 161 f. a Visconti an Montalto, Prag 17./27. Februar : Hört, der spanische Gesandte habe im Namen seines K. auf Entfernung des navarrischen Sekretära beim Kaiser gedrungen, aber die Antwort erhalten, „che vogliono prima vedere quello che passara cosü con Lucemburgo". . . . 307—308. 1590 293 mit befriedigt und versprachen dem Kaiser niemals zu raten in solchen für die kathol. Kirche so wichtigen Sachen anders zu handeln „senon con molta maturitä et circonspettione". Hofft auf eine (seit 8 Tagen verlangte) Audienz beim Kaiser. Erzh. Ernst sagte ihm, die kais. Anerkennung eines Ketzers als K. von Frankreich oder die Zulassung seiner Gesandten entspräche nicht dem Interesse der Christenheit; er werde dem Kaiser, falls dieser ihm die Sache mitteile, seine Ansicht sagen und auch ohne solche Mitteilung davon anfangen; viele legten die Handlungen des Papstes „sinistramente" aus und suchten dessen Gesinnung gegen Navarra in Zweifel zu ziehen, er sei jedoch überzeugt, dass die Absichten des Papstes der Darstellung des Nuntius entsprächen und alle seine Handlungen von Klugheit und Rücksicht auf das Wohl der Christenheit eingegeben seien. Glaubt, der Kaiser werde zu einer Entscheidung lange brauchen und sich erst mit allen Erzherzogen und mit den Kff. beraten. Kom, Germania 110, S. 3D. Cop. (Dochlffrirt). • 308. Veit von Dornberg 1 an den Kaiser. — t^- 24. (Gerüchte über die Bekehrung Kursachsens; Gespräch hierüer mit März dem Papst.) ßom . . . „Sono piü giorni che qul si sente qualche voce che'l s or duca di Sassonia col mezzo del granduca di Thoscana tratti con S. S tä di ritornar alla fede cattolica, et forsi con dissegno di arrivare a piü alto grado, di che se ben a me era poco credibile, ne volsi perö ad ogni buon fine far moto in una mia al s r Barvitio segretario maggiore di V. M 4i ; ma perche questa settimana persona di assai auttoritä mi ha affermato, che questa prattica sia vera et che camini col mezzo sopranominato", teilte er dem Papst selbst mit, was für Nachricht er hierüber aus Deutschland und hier erhalten habe (ohne das erwähnte ,,mezzo" zu berühren); wäre es wahr, so würde es dem Kaiser zu hoher Befriedigung gereichen; es könnte aber auch ,,tentativo artifitioso et simulato" sein und dann zum Nachteil des Kaisers und des Hauses Oesterreich ausschlagen; er habe daher nicht schreiben wollen, ohne den Papst zu benachrichtigen und dabei zu erinnern, dass der Herzog, um dem Papst seine Aufrichtigkeit zu verbürgen, am Besten getan hätte, den Kaiser insgeheim ins Vertrauen zu ziehen. Der Papst antwortete, ,,ch' io Jener Sekretär spricht von dem bevorstehenden Ausgleich zwischen dem Papst und seinem König, den der Kaiser nicht schlechter behandeln dürfe als der Papst. Bestätigt sich dies, so wird er alles gegen Zulassung eines Gesandten tun; der Papst kann und soll als allgemeiner Vater und Hirt alle hören, „che ricorrono a suoi sant mi piedi"; der Kaiser als „figlio" darf die durch Urteil des Papstes als „heretici relapsi" von der Kirche Getrennten nicht zulassen. Wird dieses Argument den kais. Ministern zu Gemüt führen (ebd. S. 38). 1 Früher kais. Gesandter in Venedig (noch 1587, Hirn II, 413 A. 2), damals beim Papst. Vgl. S. B. der Münchener Akademie 1882, II. 159 ff. 294 1590 308—309. sapessi, che con lei non era stato trattato di cosa tale per nome di quel duca et che io lo poteva scrivere a V. M tä , ma che ben con suo singolar contento havea inteso che andava tolerando et admettendo, che secrettamente nel suo stato si celebrasse la raessa, che dava inditio di buona intentione, et che a dio piacesse che tutti i principi di Germania che sono fuori del grembio di questa chiesa pigüassero questo Camino, che anco la M & V. sarebbe meglio obedita. Da che pur si comprende, et anco dal non haver mos- trato (per quanto a me pare) intiera sodisfattione delladimandamia, che sia alcuna prattica in piedi in tal proposito, come scoprirä il tempo". 1 "Wh. Ms. 595. VII. f. 522. Or. 16. März 309. Dorothea Susanna von Sachsen-Weimar an Weimar Elisabeth von Sachsen. 2 Ihr Bruder J. C. war beim Kf. von Sachsen zu „Blauhe", auch M. Georg Friedrich; was sie beisammen gemacht haben, davon will niemand etwas wissen; man vermutet aber, es habe J. C. Gemahlin belangt, die er in ein Gemach in Haft getan hat; niemand darf zu ihr als des Marschalls Hausfrau und zwei ihr ins Gemach zugeordnete Frauen. Warum es J. C. getan, wird E. auch erfahren haben; „sie hat mit dir und mit mir geaifert, hat sie darvor in ihren bösen gegriffen"; es sucht keiner einen hinter dem Ofen, er sei denn vor dahinter gewesen. Will nach Ostern den Bruder in Heidelberg besuchen und hofft da den rechten Grund zu erfahren...... Vor Ablauf des Jahres wird man wohl Zeitung erfahren der Religion halber zu Dresden; es „ekelt" sie sehr, dass der Bruder und der Kf. von Sachsen zuerst, wie sie zusammenkamen, einander gar sauer angesehen haben; aber den andern Tag besprachen sie sich bei zwei Stunden allein in einem Gemach und waren darnach gar guter Dinge mit einander und haben sich, wie das Geschrei geht, geherzt und geküsst; ob es nun die Religion oder J. C. Gemahlin betrifft, kann man noch nicht erfahren. Koburg, A. I. 32. a. 3. No. 95. (nach Auszug von Herrn Staatsarchivar Brückner). 1 Gegen den venezianischen Gesandten äusserte sich auf dessen Befragen der Papst in ähnlicher Weise (Badoer 14./24. Februar, Hübner III, 359). Schon im Januar hatte Sixtus V. gesagt, er wünschte eben so gut wie den Gesandten Navarras auch solche von Sachsen, den andern Lutheranern und dem Türken selbst hier zu sehen, und am 28. Februar, 10. März berührte er im Gespräch mit dem toskanischen Gesandten die Bekehrung Navarras, Englands und Sachsens (Desjardins V, 73; 92). 2 Die Schreiberin, Wittwe Johann Wilhelms, und die Adressatin, Gemahlin des gefangenen Johann Friedrich von Sachsen, sind beide Schwestern J. C.; vgl. Kluckhohn I S. LH ff. Kurz vor der Katastrophe hatte Dorothea Susanna noch Sehr, aus Heidelberg erhalten, in denen ihr J. O. (15. Okt. 1589) mitteilte, er, „unsere geliebte gemähelin und kinder" seien „bei ebenmessigem wolstand", und Pf. Elisabeth (17. Okt.), sie, Gemahl und Kinder befänden sich gesund und glücklich (Weimar, Archiv A. 196 f. 282; 321, Orr.). Am 8. Dez. 1590 schreibt dann J. O, was seine und der Seinigen Gelegenheit betreffe, werde D. S. von ihrem Sohn Jobann Casimir [der kurz vorher in der Pfalz gewesen war] alles mündlich vernehmen (ebd. 283, Or.). 310-312. 1590 295 310. Gradenigo an den Dogen. *?• 27. Der französische Sekretär hat noch immer keine Audienz heim März Kaiser gehabt und lässt sich deshalb am Hof nicht wie sonst Pra £ sehen. Dies ist das Werk des Nuntius und des spanischen Gesandten, die beim Kaiser und bei Rumpf sogar darauf drangen, „perche egli sia licentiato di corte", als Diener eines Exkommuni- zirten, der nicht K. von Frankreich sei. „Di questa negoci- ätione non e dubbio, che l'ambasciator die Spagna e il guida, ne il noncio fugge l'occasione di servir all' ambasciator", indem er erklärt bei der bisher nicht zurückgenommenen alten Kommission des Papstes bleiben zu müssen, „la quäle e che quandol' imperator accetti il detto secretario per ministro di Navarra come re di Franza, egli fatta la protesta si levi di corte. In questa sostanza S. S. rev ma ha parlato all' imperator piü d'una volta et dall' effetto si conosce che sin' hora gli e riuscito bene". ....... Wh. D. V. XVII. Or. 311. Krell an Christian von Sachsen. 19. März Annaburg Der Kanzler Distelmeier erklärte auf Mitteilung der Replik nebst Anzeige in der bewussten Sache, er könne dem Kf. nichts vorschreiben, wolle sie ihm aber zustellen. Im Diskurs zwischen ihm, Dr. Paul und dem Kanzler ergab sich, dass dieser vorher „die dinge nicht allenthalben dergestalt innengehabt, wie sie ihm von uns erklert worden". Sie bemerken, das Brandenburg in den Sachen gar zu sorgfältig ist und „daneben Pfalz halben vileicht auch andere gedanken haben mögen, die wir doch dem canzler, so gut wir gekont, genommen". 1 Dr. 7281. Eigh. 312. Instruktion Christians von Sachsen für seine(20.März) an Ferrara, Toskana und Mantua abgefertigten Gesandten Starschedel und Zündelin. 8 „Profectionem suam in Italiam maturabunt."• Zuerst Werbung bei Ferrara (Freundschaft der Väter, vorzügliche_ Eigenschaften des Herzogs). „Magno duci Hetruriae ante omni'a moram lega- tionis hucusque dilatae a causis et impedimentis excusabunt, quae 1 Am 14. März schreibt Pauli aus Dresden an Camerarius: „Hac hora cnim currum conscendo, Annaburgum cum ill mo electore profect- urus, quo elector Brandenburgicus proxima die lunae [23. März] ad S. Cels. veniet"; dann sollen sie mit L. Wilhelm in Türingen oder Kassel zusammenkommen; über J. C. bemerkt er: „non dubium est, quin in illius perniciem multa coquantur, quia pontificii vident illum unum in Germania aliquid audere; sed fortassis ille iam cogitat, quo- modo hostium machinationibus obviam eat" (Bm. Coli. Cam. XXIV). 2 Vgl. Gott. Gel. Anz. 1900 S. 555 A.lund2. In dem Beglaubig- ungsscbr. Kf. Christians an Ferdinand von Toskana, Annaburg 20. März (für „D. Ottonem a Starscedel praefectum Torgensem et D. Wolfgangum 296 1590 312-313 commemorare apud eum praesertim nihil attineat, qui moram cui- cuimodi praeter voluntatem nostram et expectationem admissam pro sua prudentia ergaque nos benevolentia aequi procul dubio consulat." Freundschaft der Väter, vorzügliche Eigenschaften des Grossherzogs, der die meisten seiner Vorfahren übertrifft, seinem Vater gleicht. „A prudentia autem et animi magnitudine eum commendabunt potissimum, ut qui pericula communi omnium libertati atque dignitati imminentia a cupiditate quorundam et ambitione insatiabili non modo prospioiat, sed pro viribus etiam propulset atque avertat. Cumque nulla principibus viris amicitia dignior ea sit, quae a pari voluntate atque studio reipublicae con- servandae existit, sperare nos amicitiam hanc pari quoque sinceri- tate et constantia cultam utrinque eidem reipublicae utilem et salutarem fore, nihil certe praetermissuros, quod ad eam publico bono propagandam et indies magis ac magis adaugendam aliquid ponderis allaturum videatur". Endlich Dank für den ersten Schritt des Grossherzogs zur Freundschaft. Werbung bei Mantua uugefähr wie bei Ferrara (würdiger Nachfolger seines Vaters). „De totius etiam Italiae statu diligenter investigabunt operamque dabunt, ut de eo caeterisque omnibus, quae talibus in locis digna scitu resciri possunt, certiora omnia ad nos referant;" über den Verlauf der Werbung bei jedem der Fürsten jedesmal sofort zu berichten. . . „Datae". Dresden. 8974. f. 23 ff. Cop. (ebd. 21 ff. Conr. Zjündelinl. 21 März ^^" Johann Casimir an Schultheis und Bürger- jjeidel- meister zu Heidelberg. Der 8 Erinnert an die jüngst in seiner und seines Pflegesohns Gegenwart mit der Bürgerschaft vorgenommene Visitation in Religionssachen, wobei die von etlichen ausländischen Klamanten Verführten, die sich der Predigt und Sakramente hier enthielten und die Kirchendiener anfeindeten, über die Ungeheuerlichkeit ihrer Meinungen von der Person Christi und den Sakramenten aus Gottes Wort väterlich und freundlich belehrt wurden; die Mehrzahl dieser Bürger erklärte sich mit den Kirchendienern zufrieden Zindelinum, consiliarios nostros" betreffs alles dessen, „quae de nostro ergo D. V. animo et aliis rebus cum ea loquentur") heisst es, F. werde „nostram erga- D. V. egregiam voluntatem ex oratoris sui domini Ciri Alidosii, quem aliquot abhinc mensibus ad nos ablegavit, sermonibus et nostris quoque literis" zur Genüge erkannt haben; weiterhin: „amicitia nostra, cuius D. V. primas quasi fores legatione ad nos missa aperuit" (Dr. ebd. Cop.). Das Beglaubigungsschr. (Dresden 10. März) an die 3 Fürsten nimmt bei Ferrara auf dessen Freundschaft mit den Kff. Moritz und August sowie auf eine Gesandtschaft an Chr. nach Augusts Tod Bezug, bei Mantua ebenfalls auf die Freundschaft der Väter und auf eine Gesandtschaft an Chr. Ein Empfehlungsschr. des Kf. für die „in gravibus causis" nach Italien abgefertigten Gesandten an alle Fürsten und Behörden, deren Gebiet berührt wird, ist vom 20. März datirt. Die Gesandten brachen am 3. April auf und kamen am 10. nach Nürnberg (Sehr, von dort an den Kf. 11. April). Vgl. auch die Andeutungen des Kf. von Sachsen im Frühjahr 1589 betreffs einer damals von Christian von Anhalt unternommenen Reise nach Italien, Beckmann III, 134. 813-314. 1590 297 und bereit sich bei ihnen weitere Belehrung zu erholen. Dies ist aber nur von wenigen geschehen, wogegen während der Predigt oft mehr Leute vor der Kirche auf dem Markt u. a. Spielplätzen und Spaziergängen als drinnen zufinden sind; etliche sollen es dahin setzen, „sie seien jungst einmal herdurch, und werde sobald villeicht nicht mehr darzu kommen". Dies würde den Zweck der Visitation, da ja allen Untertanen der rechte "Weg zur Seligkeit gewiesen werden soll, vereiteln und ein gottloses und epikurisches Leben zur Folge haben und statt des Segens den Fluch und Zorn Gottes über ein ganzes Land bringen. Gemäss der Pflicht der christlichen Obrigkeit den wahren Gottesdienst zu pflanzen und auch zu erhalten befiehlt er ihnen als der verordneten Mittelobrigkeit die obigen Bürger auf den Zünften an das Gespräch und ihr Erbieten mit Bescheidenheit zu erinnern und auf besseren Besuch der Predigt bedacht zu sein, namentlich an den Sonntagen und Predigten die Spielplätze abzuschaffen. 1 Mb. 336] 20 f. 121 ff. Cop. 314- Veit von Dornberg an den Kaiser. 21. (Unterredungen mit dem Papst über Kursachsen und dessen hier er- 31. warteten Gesandten. Die Anregung hiezu angeblich von Luxemburg, März vielleicht von England gegeben.) Rom . . . ; Vorigen Sonntag, als der Papst in der Sakristei von S. Lorenzo fuori le mura sich nach dem Amt auskleidete, „mi fece accostare a se et mi disse pian. piano, che niuno de circonstanti ch' erano molti cardinali pote sentire, che era vero, quanto io le havea detto del duca di Sassonia et che il dl inanti che fü sabato, ma dopo la mia audienza, che fü il venerdl, l'havea saputo per lettere di Vienna, et che io restassi sicuro, che non farebbe cosa alcuna senza participarla con V. M t& ." Ueberrascht durch die Aeusserung über die Wiener Briefe musste er sich doch mit Rücksicht auf Ort und Zeit begnügen zu danken und den "Wunsch auszusprechen, dass alle abgefallenen Fürsten zur Freude des Kaisers diesem Beispiel bald folgen möchten. Seine Unterredungen mit dem Papst, von denen er nur dem Kardinal Madruzzi und dem spanischen Gesandten Mitteilung gab, sind trotzdem in der Stadt ruchthar geworden; „credo questo venghi da piti alto luogo"; es heisst, der sächsische Gesandte sei schon in Florenz und werde hieher kommen. ,,Havendo scritto sin qul parsemi bene essendo andato heri all' audienza di toccar di questa prattica a S. S 1 ^ per riportar alcuna cosa piti certa; la quäle tornö a dirmi, che il giorno dopo ch' io parlai con S. S tJl , hebbe lettere con aviso che uno veniva da parte del duca di Sassonia et che era giä giunto a quel luogo, di donde havea hauto 1' aviso, senza spezzificarmi il luogo ne piti nominar Vienna, et che li havea concesso che potesse venire, credendo che come oggi poteva esser qul, confir- mando che non farä cosa senza farmene consapevole. Havendo i Vgl. No. 295; Cuno 1/190. 298 1590 314-315, poi nel'istesso suggetto ragionato col s or cardinal Mont'Alto con. forme al coDSueto, S. S ia ill ma m'ha detto la persona che ha da venire essere in Fiorenza 1 et haver il s or duca di Sassonia tenuto quel mezzo. Un altro principal ministro m'ha detto il primo introduttor di questa prattica esser stato Lucemburg, et me l'ha detto con qualche passione, parendoli che queste siano tutte fincioni per ingannar S. S la , alla quäle istesso dissi ch' io dubitava, che tutta questa prattica procedesse dalla scola della regina d' Inghilterra, havendo sempre regnato con queste arti, come e notorio al mondo. Avisarö humilmente quello succederä." Wh, Ms. 595. VII. Or. 22. März 815. Priuli an Montalto. 1. April Florenz . . . „Scrivono parimente da Milano, che s'era inteso di la che la passata de' raitri di Alemagna a favor del Navarro si fasse in qualche parte rafredata per le pratiche passate col Casimire da ministri di S. M ta Cath c % che havevano offerti 100 m A di all' anno ad esso Casimiro, se non passava con gente in Francia et non prestava le forze promesse al Navarro, ma che perö il restante di essi Alemani, che di Sassonia et altri luoghi dovevano passar ad esso Navarro, si teniva per certo che non dovessero perciö tralasciar questa impresa". ... Rom, Firenze 12 A f. 8 ff. Eigl». 1 Unter gl. Datum schreibt Minucci aus Rom an Baiern : „De Saxonis emendatione rumor continuatur verisimilis aliquibus, mihi prorsus incre- dibilis. Eius legatum Florentiae iam esse pro certo dicunt virum Nea- politanum stabuli praefectum ob heresim Saxoniam iamdiu incolentem. Sunt, qui etiam venturum in Urbem putent" (Ma. 311/3, eigb.). Am 28. März/7. April berichtet Minucci: „Magno duci adest sine dubio Saxo- nicus orator, de quo nuper scripsi; multi narrabant esse Carolum Tetim, quod cum impossibile esse dicerem et Tetim S. V. servitiis mortuum assererem, mirati sunt. Jam dicunt esse nepotem, qui mihi satis est notus et scio non magni esse pretii. Venturusne sit in Urbem, nescio". Er fügt dann noch Mitteilungen über einen ebenfalls in Florenz eingetroffenen Gesandten L. Wilhelms bei, gegen dessen etwaige Schritte in der Hersfelder Sache er hier bereits die nötigen Vorkehrungen getroffen habe [vgl. Münch. S. B. 1882, II, 161 f; G. Winter im histor. Taschenbuch VI. 9, 1890; Bhses I. 2, LH f.; 452; 465.] „Jam ut miracula cumulentur, rumor est etiam ex Anglia secre- tarium quendam advenire. Venetiis illum esse certum est; vereor tarnen, ne somnia baec sint autludibria mera" (ebd. eigb.) Vgl. Hübner, Sixte-Quint II, 517 f. In der Hersfelder Sache korrespondirte auch Schomberg mit Rucellai (Seh. an L. Wilhelm, Frankfurt 13. April, Marb. Frkr. 1590, II, eigh.); am 14. April schreibt er aus Frankfurt an Kf. Christian: der Papst habe sich auf Vermittlung des Grossberzogs in der Hersfelder Sache willfährig gezeigt und wolle den hessischen Gesandten sogar persönlich empfangen; „ich glaube, der tolle munch tue es dem Spaniger nurt zu trotz" (Dr. 7281, eigh.). 316-317. 1590 299 316. König Heinrich IV. an Schomberg. 2 9 - Mär z (Lothringen ist, wenn der Herzog auf die ihm gemachten Vorschläge 8. April nicht eingeht, als Feindesland zu hehandeln.) „Autre extraict de la lettre escripte le huictiesme apvril. Je ne sgay, de quelle fa<;on le duc de Lorraine se vouldra comporter en cela, ponr l'egard duquel je vous ay mande" mon intention par Baradat; mays s'il ne me donne aultre occasion de contantement qu' il n' a faict jus[q]ues icy, apres que les princes delä quy sont ses amis et le grand duc de Toscane auront congnu qu' il n' a tenu a moy que le chemin ne luy ait este" ouvert de reprendre les arres de son repoz, je seray justement excusable devant dieu et les hommes, s' il sent le mal qu' il se veult luy mesmes attirer, voulant en ce cas et mesmes s' il veult empescher le passaige de 1' armee que vous pourrez amener pour mon Service, qu' il soit aussy traicte en forme d' hostilite et qu' on saisisse tout ce qu' on pourra dans son pays; ce que je vous ay bien voulu dire de bonne heure et vous pryer de suyvre en cela ma volonte, comme je m' asseure que nulle aultre affection ne vous en divertira, apres luy avoir tesmoigne celle que vous luy pouvez porter ä luy ayder de soitir de mauvais passaige oü il c'est jecte mal-ä-propoz." Ma. 5«|15. f. 326. Cop. (Chiffrirt.) 317. Alexander von Parma an König Philipp II. 3 L März (Anregung einer erneuten Friedensverhandlung mit den Niederländern 10. April durch Jülich; dessen Schritte am Kaiserhof. Empfiehlt Anerhieten Brüssel einer Amnestie und aller mit der kathol. Religion und der kgl. Autorität verträglichen Zugeständnisse.) „Sire! Le 6. de mars de l'an passe - j'advertis V. M t6 de ce que un nomme Otto de Billant conseillier du duc de Cleves est.oit venu faire vers moy, afin de trouver bon quelques offices qui mectoit en avant pour faire une paix (comme il disoit) ou plustost reconciliation des provinces de Hollande et aultres rebelles avec V. M w , demandanten cecy user de l'intervention de plussieurs princes d' Allemagne de part et d' aultre et de l'empereur comme raediateur. Sur quoy luy avois lors faict une reponse, que toutes ces choses n'estoient necessaires, mais ä quantes fois que ceulx qui s'estoient desvoyez de l'obeissance qu' ilz debvoient ä V. M t;Kaiser übergebenes Gutachten der Räte („D. Curtii und der geheimen ret. relation und Votum in baiden Sachen: 1) ausgeschribenes deputationstags ad 16. septemb. Franckofordiae; 2) niderlendischer pacificationshandlung; relatum Caesari 17. julii ao. 1590", Wh. Kriegsakten 1579 — 1590, Or.). Das Gutachten betont sehr stark die ungewohnte Opposition der geistlichen Kff. und das gefährliche Präjudiz, das in dem Vorgehen des Mainzers liege: die Kff. könnten, wie jetzt einen Dep. Tag, so auch einen R. Tag, ohne den Kaiser zu fragen, ausschreiben; „ja es kinte wol lestlichen gar ein waltag eines römischen königs wider der K. Mt. willen angestellet werden". Trotzdem ging der Kaiser auf die gemachten Vorschläge nicht ein. Es ist vermerkt: „Cui placuerunt omnia. Solis exceptis duobus punctis, nempe: 1) aus- schreibung eines reichstags, quod Caesar ob angustiam temporis putavit impossibile; 3) Prorogation des deputationstag; die ist auch 348 1590 375—376. lutione di Magonza, perche inte n den dos i, che una delle cause principali, che pensano di trattar, sia il scacciar li forestieri di pressidii di Germania et veder di dar ordine a molti danni, che ricevono con- tinuamente dalle genti del duca di Parma. Vanno cre- dendo questi signori, che esso lo habbia chiamato ad instantia de' Pro testanti 1 , et che ogni giorno piü si vadi stringendo con essi di buona int elligenza. Et giä l'ambasciator di Spagna lo dice liberamente et fa molti romori, che S. M. cosi facilinente voglia dar il suo assenso a questo convento," Wh. D. V. 17. A. (teilw, chiffrirt). 10. Juli 37g Anbringen der Gesandten von Kurpfalz und rag Kursachsen beim Eaiser. Der Kölner Abschied vom Mai d. J. und der Dep. Tag nachteilig für die Sache der bedrängten R. Stände, die nach der R. Ordnung und dem Vorschlag etlicher Stände zu Köln hätte aorge- nommen werden können 2 . Der Kaiser möge auf andere Mittel zur Abschaffung der Beschwerungen des Reichs bedacht sein, da sonst die verlassenen Stände selbst andere Mittel an die Hand nehmen könnten. D. 10738 Cop. nit für ratsam ermessen worden". Bezüglich der protestantischen Absichten für den Dep. Tag stimmt die Auffassung des Gutachtens ganz mit den Besorgnissen des Nuntius in Köln (vgl. G. G. A. 1900 S. 551 f.) überein: „Der Protestanten und sonderlich pfalzgraven Casimiri intention und meinung ist alzeit dahin gestanden, wie^'sie under dem schein der alitreibung frembdes kriegsvolks von "des reichs poden die waffen auf gemeinen Unkosten der reichsstend in ire händ und direction bekomen mögen;" sie würden dabei Stift und Stadt Köln und vielleicht besonders Jülich im Auge haben. 1 Vgl;dagegen No. 376. Am 14./24. Juli berichtet Dolfin, dieprot. Gesandten,hätten noch keine Antwort; er höre, der Kaiser habe nach ihrer Werbung „ad uno di questi signori principali del governo" gesagt: „dall'una parte questi fanno molti conventi, formano molte scritture et mandano attorno molte ambasciate, et dall'altra Spagnoli fanno molti fatti et molto importanti". Visconti berichtet am 18./28. August, Hornstein sei noch nicht zum Dep. Tag abgegangen; er solle Instruktion haben, bei ungünstigem Verlauf der Dinge „d'intimare una dieta imperiale"; dasselbe sollen die Protestanten beabsichtigen, wenn sie ihren Zweck nicht erreichen können (Rom, Germania 112, S. 53). * Vgl. S.\B10 A. 2; 339 A. 2. Der Kaiser erklärte am 11./21. Juli, er habe die Beschickung des Dep. Tags bewilligt und an Parma wegen Abführung des Volks und Räumung des R. geschrieben; beil. Copp. der kais. Sehr, vom 6./16. Juni und 7./17. Juli, letzteres mit der Drohung, dass, falls Parma nochmals, etwa unter Berufung auf die Staaten, säumig sein werde, der Kaiser die Selbsthülfe der Kreise nicht hindern könne, sondern nach seinem Amt befördern müsse. Eine auf Befehl J. C. beim Kaiser angebrachte Beschwerde in Sachen der spanischen Werbungen wurde am 24. Juli/3. August Bcharf zurückgewiesen (Dr. ebd.). 377—378. 1590 349 377. Johann Casimir an Christian von Sachsen. H- Juli Heidel- Auf Chr. Sehr, vom 20. Juni; hört gern, dass Chr. seinen berg Bäten zu Prag Befehl geben wollte, wegen der bedrängten R. Stände an der niederländischen Grenze mit den Pfälzischen zusammen beim Kaiser anzuhalten; hat die Seinen bereits deshalb angewiesen. 1 Neue "Werbung für Spanien zum Besten der Liga; das Volk sammelt sich in Franken; hat von Mainz Bericht begehrt. Spaniens Aeusserung, es liege ihm zur Zeit mehr an Frankreich als an den Niederlanden und er denke seine ganze Macht gegen Navarra zu wenden. . . Bittet um Hinderung solcher Werbungen im kf. Gebiet and Ermahnung der Nachbarn im gleichen Sinn. Hat an Hessen und Braunschweig deshalb geschrieben. „Post datura". Zeitung über einen Angriff Spaniens auf den Sund in Dänemark. Obwohl den Leuten, die den Sund in Verwahrung haben, nicht zu misstrauen, könnte doch Chr. als der Freund Dänemark benachrichtigen. „Datum ut in literis." 2 Dr. 9088. Or. 378. So bolles an Pfalzgraf Johann. 13. 23 Bedrängniss durch Lothringen; der Markgraf [L. Sohn] hat j u ij von den noch übrigen kleinen Forts schon vier genommen. Der Metz K. ist in S. Denis und hofft bestimmt auf die deutschen Fürsten. „Le duc de Lorraine se promet aussi de si bons amis entre eux et parmi eux qui ont Charge des affaires de Sa M tlS , qu'il n'appre- hende aueunement ce secours qu'il estime debvoir estre nul." 8 Marb. Frkr. 1590. I. Cop. 1 Vgl. No. 376. Am 11. Juli berichten die pfälzischen und sächsischen Gesandten zu Prag an J. C., sie hätten sich wegen des Dep. Tags und der niederländischen Unruhen mit den Brandenburgischen besprochen, die aber keinen Befehl zu weiterem Vorbringen hatten und die Anweisung ihres Kf. vorzeigten den Dep. Tag „nicht wendig zu schreiben". Daher hätten Pfälzer und Sachsen ohne die Brandenburger gestern ihr Anbringen dem Vizekanzler Kurz übergeben (Mb. 414/77; Dr. 10735 Or.). 2 Die Antwort Chr. zugleich im Namen Brandenburgs vom 31. Juli (Dr. Conc. Krell) verspricht Hinderung der Werbung und Erinnerung im gleichen Sinn bei Magdeburg, Weimar, Mecklenburg, Pommern und Anhalt; an Dänemark zu schreiben trägt Chr. Bedenken, da er sonst hievon nichts gehört habe. 3 Von gl. Datum ein Sehr, des R6aux's aus Metz an Pf. J., das die gestrige Einnahme des Schlosses in Pont-au-Moulin durch den Markgrafen meldet und eine sofortige vorläufige Hülfe mit 5u0 Pf. und 2000 Mann für ausreichend erklärt, ebd. Cop. Beide Sehr. Beilagen eines dringenden Mahnschr. von J. an L. Wilhelm zu Gunsten der Rettung von Metz, 17. Juli (ebd. Or.). Vgl. No. 367. Schon am 11. Juli hatte Schomberg aus Strassburg dem L. Wilhelm neben Cop. eines kgl. Sehr, vom 31. Mai auch ein Sehr, des Reaux und einen Extrakt aus Metz zugeschickt, die Gerüchte von einem zweiten kgl. Sieg über Mayenne, vom Einzug des K. in Paris u. s. w. widerlegt und auf Lothringens Reise nach Spaa und das bevorstehende Einrücken Parmas in Frankreich hingewiesen (pr. Darmstadt 24. Juli, eigh.). 350 1590 379—380. 14. Juli 379. Schomberg an Christian von Anhalt. Strass- burg „Monseigneur! Je prens Ia hardiesse d'escrire ä V. Exe. en frangoys pour avoir cest honneur de donnerpar läle commencement aux legons que le s r Grobel present porteur vous fera en la langue frangoise." Nichts Neues seit seiner durch die Heidelberger Post an den Kf. von Sachsen abgegangenen Depesche . . . . Will Chr. Wohlwollen nach Kräften verdienen. „Mes actions en rendront preuve ä V. Exe. en toutes les occasions qui s'en presenteront. Car les parolles sont les femelies et les effeetz les mäles." Erwartet jede Stunde die Rückkehr dessen, den er im April bei der Abreise von Kassel an den K. geschickt hat 1 .... Wenn der Befehl des K. oder der besondere Dienst des Kf. ihn zu einer Reise nach Sachsen veranlasst, „je veulx moy mesme estre le regent des legons franeoises de V. Exe. Je ne sgay au reste, si messieurs les ambassa- deurs de S. Alt. sont revenuz aussy edifies de la court de Florence, comme ilz y ont laisse une fort bonne opinion d'eulx, ainsy que V. Exe. pourra veoir par l'extraict de la lettre de mons r Rucellay en date du XXIIl me juing stylo novo. Monsieur Sandelinus aura de l'honneur d'avoir adresse ä V. Exe. son compatriote le present porteur." . . . Zerbst (Bcmb. A. 9. 5. No. 57). Or. 16. Juli 380. Putlitz an Johann Casimir. (Audienz bei Parma. Gespräch mit Ernst von Köln über J. C. angebliche Verlobung. Parmas französischer Feldzug. Besuch geistlicher Fürsten bei Parma. Spanien und der Papst. Die Banditen.) Sind den 13. stilo nostro hier zu Brüssel angelangt,' nicht ohne Gefahr, da zwischen Namur und Brüssel die Strassen durch staatische und parmische Freibeuter unsicher gemacht sind. . . Sind mit starker Convoy auf ihre Kosten sicher passirt, haben heute den 16. bei Ihrer Alteza Audienz gehabt; der Bescheid soll J. C. von Antorf aus geschrieben werden. Gestern Abend 9 Uhr kam der Kf. von Köln hier an, von I. Alt. in Person eingeholt. Sind zu Lüttich eine Nacht gelegen und morgens vor dem Abzug vom Kf. erfordert und zur Förderung des ersehnten Friedens, zu dem Parma wohl geneigt sei, ermahnt worden; sie antworteten generalia. „I. Ch. Gn. haben mich ad partem genommen und nach E. F. Gn. und dero zustand fleissig gefragt, mit vermeldung, dass es derselben wunder nehme, das sie so gar kein schreiben von E. F. Gn. bekemen, darneben angezeigt, das sie berichtet, das E. F. Gn. sich 1 Am 10. April schreibt Seh. aus Kirchheim (No. 324). 2 "Vgl. über die deutsche Gesandtschaft an Parma und ;die 'Staaten S.339 A. 2; Mercurius gal tobelgicus (Köln 1594) S. 221; Thu- anus C. 4; Bor III, 544 ff. Beglaubigungsschr. J. C. für Putlitz bei den Generalstaaten, Moritz von Oranien und Philipp von Hohen- lohe, Heidelberg 25. Juni, Ma. 414/77 f. 22 ff. (Conc.) 380. 159° 351 mit dem freulein von Bullion in eheliche verlöbnuss eingelassen. 1 16. Juli Worauf ich I. Ch. Gn. wider geantwortet, das ich E. F. Gn. ge- Brüssel sund und in allem fürstlichen wolstand gelassen. Was die cor- respondenz belangen tet, wurde vielleicht an E. F. Gn. kein mangel sein; were hillich, das I. Ch. Gn. als der jüngere den anfang macheten. Belangend die Vermählung were mir davon nicht wissend; konte nicht glauben, das hievon noch zur zeit einig gedanken E. F. Gn. zugefallen, wolte geschweigen, das etwas gesucht were worden." Der Kf. entliess ihn mit Erbieten alles vetterlichen freundlichen Willens gegen J. 0. Hier ist man in grosser Expedition nach Frankreich. Parma will angeblich in 14 Tagen aufbrechen. Peter Ernst von Mansfeld (der morgen ankommen soll) ist zum Statthalter dieser Lande verordnet. Aus Savoien, Lothringen und diesen Landen sollen in die 70000 Mann nach Frankreich ziehen; das erscheint ihm unglaublich „und will fast gedunken, das es nur zum schrecken angefangen sei"; doch mögen sich die Benachbarten gut vorsehen. Denn jedenfalls werden die Katholischen ihr äusserstes Heil in Frankreich versuchen und der K. von Spanien lieber diese Lande eine Zeitlang in Stich setzen als zugeben, dass die Krone Frankreich in des jetzigen Königs Gewalt und zum Frieden komme. Sie sind sehr siegesgewiss, besonders weil sie angeblich bestimmt wissen, dass „die evangelische chur- und fursten mit dem könige in Frankreich allerdings nicht zufrieden sein" und daher der K. dieses Jahr aus Deutschland keine Hülfe zu erwarten habe." Woher sie das haben und was sonst daran, ist ihm bisher verborgen. . . Die Kff. von Trier und Köln und der B. von Worms, „ohne zweifei von Mainz wegen, damit es desto verschwiegener", waren bei Parma in Spaa 2 „und consilia communicirt. In summa, die glocken schlahen alle zusammen über Christum und seine kirche". Aber der Allmächtige wird ihren Rat zerstören und nicht zugeben, dass das Szepter der Gottlosen herrsche über das Häuflein der Gerechten. Wie es jetzt in Frankreich steht, halten sie hier ganz geheim; daher zu vermuten, dass es auf Seiten der Liga nicht zum Besten steht. Die Uneinigkeiten zwischen Spanien und dem Papst nehmen täglich zu und lässt sich ansehen, dass in Italien ein neues Feuer ausbricht. Die Banditen haben dem von Florenz abgesagt und Schaden zugefügt, wie man glaubt, auf spanische Anstiftung; 3 1 Vgl. hiezu No. 353. Eine Zeitung aus Strassburg vom 24. Juni 1590 (beiliegend einem Sehr, des Agenten Stöckhl an Baiern aus Innsbruck 4./14. Juli, Ma. 231/13) berichtet die Aeusserungen eiDes kurpfälzischen Schaffners, J. C. sei bei 8 Tagen zu Ladenburg gewesen, wieder gesund und wohlauf; man sei auch im Werk, J. C. mit einer andern Gemahlin (woher, noch unbekannt) zu versehen, „vermutlich nun mehr einen andern krieg abwarten werde." 2 Ueber die engen politischen Beziehungen zwischen Kf. Ernst und Spanien in dieser Zeit vgl. Gott. Gel. Anz. 1900 S. 540 ff. Im Juni hatte Parma den Kf. in Lüttich aufgesucht und mit ihm ganz vertraulich über die spanische Politik gegenüber Prankreich gesprochen (Kf. Ernst von Baiern, Lüttich 10./20. Juni 1590, Stieve IV, 441 ff.). 3 Vgl. No. 319. 352 1590 380—382. weshalb der Papst, Florenz und Venedig eine neue Konföderation gemacht haben sollen. . . . Mb. 414/77 f. 62 ff. Or. (pr. 27. Juli). 16- Jil» 381. Bongars an Christian von Anhalt. h & r«' (Pallavicino's Rückkehr nach England. Verläumdung der französischen u g Gesandten, besonders Schombergs. Bedrängniss und Frömmigkeit Heinrichs IV.) I Palavicino sollte nach seiner Instruktion die Werbung der Gesandten Heinrich's IV. unterstützen und durfte nicht einseitig die Antwort hierüber entgegennehmen und Deutschland verlassen. „Et videntur certe mihi illustrissimi principes amicitiae, quam cum rege colunt, non levem iniuriam facere, qui rerum, quas cum eo tractare constituerunt, arbitrium ad reginatn Angliae deferant .... Sed audio, princeps ill me , spargi quaedam de nobis, quae si vera sunt, non est quod ili moram principum iudicia valde damnem. Quam vero vera sunt, viderint ipsi auctores, quorum mentem animumque novi ego. Suspectum praeterea audio unum e numero nostro. In quo sane et ipsi et maxime regi Chr rao summam fieri iniuriam iudico. Ipsi, quod vocari in dubium probitas eius videatur. Regi autem, quod eius prudentia in ministris suis cognoscendis et diligendis requiratur. Quicquid autem hoc rei est, celari nos non debuit.". Schwere Schädigung der gemeinsamen Sache durch solche Ver- läumdungen; Werbungen der Feinde in Deutschland", äusserste Bedrängniss von Metz; Mayenne, von den Niederlanden her verstärkt, rüstet sich zur Schlacht. Der K. erfleht die Hülfe Gottes mit Gebet und Fasten, „postquam hinc lenta omnia et quamvis summa aestate paene gelu constricta nunciantur". . . Man wird sagen, das seien die sichersten Waffen. Ob dies der christlichen Liebe entspricht, „valde mecum ipsa ill ma Cels. T. dubitabit", 1 Bern, Bibl. Bongars. B. 149. No. 115. Conc 18. 382. Instruktion König Heinrichs IV. für seine Ge- 28. sandten in Deutschland. Juli Bedauert lebhaft die Verzögerung der Hülfe durch Palavicino's Abreise; seine Lage „quorundam aut malevolorum artibus aut imperitorum imperitia" zu günstig dargestellt. Die erneuerte Bittte um Hülfe wenigstens bis Ende Oktober sollen Schomberg, Sancy 1 Vgl. Anquez S. 30 A. 3; hiezu das bittere Sehr. Sancy's an Beza vom 11. Juli aus Strassburg (Bulletin de la soc. de l'hist. du prot. fran§. XXXI, 1881, p. 66 f.) und den Auszug aus seinem Sehr, an Bongars vom 14. Juli bei Anquez S. 30 f. S., der, in Nürnberg (vgl. No. 364) mit Mühe 8000 fl. erhalten hatte, war zu J. C. nach Heidelberg gegangen und von dort durch Schomberg nach Strassburg gerufen worden (S. an L. Wilhelm, Strassburg 16. Juli, Marb. Or.); schon am 8. Juli ersuchte er Stättmeister und Ammeister daselbst um Bewilligung der durch Schomberg angebrachten kgl. „propo- sitions" gegen die dargebotene Versicherung (Str. AA. 1859, Or.). 382—384. 1590 353 und de Fresnes zusammen oder gesondert anbringen; die Fürsten sollen lieber die Zahl verringern, aber die Hülfe sofort ins Werk setzen. Spanische Werbungen itrotz der fürstlichen Verbote. Aufgefangene Briefe de3 K. von Spanien an seinen Gesandten in Deutschland; Friedenshandlung durch den Kaiser; Spaniens Absichten auf Kleve. 1 Dr. 9305. I t. 386. Cop. 383. Wolfgang von Mainz an Johann Casimir. 20. 30. Weiss nichts Näheres über die spanischen Werbungen; hat Juli ihnen keinen Vorschub getan, vielmehr bei Ansuchen rundweg abgeschlagen. Ist vom Kaiser beauftragt, auf dem jetzigen Konvent von Käten der iVier rheinischen Kff. Einforderung der Bestallung und Kaution von den Werbenden zu betreiben. 2 Dr. 9088. Cop. 384. Zündelin an Joachim Camerarius.' 20. Juli Dresden Sind zurückgekehrt „peregrinatione permolesta et difficili per- functi". In Prag vernahmen sie den Tod Paulis." Wohnt wieder beim Kanzler. „Hipparchi animus quasi optimus et consilia ad reipublicae christianae utilitatem.potissimum directa commendantur, alii quidem accusantur, qui et ipsum et rempublicam otio et ignaviae dediti destituant, et his etiam partim mora in auxiliis Gallorum regi mittendis adscribitur. Nara et alias quasdam esse causas ferunt.'" Der Administrator von Halle hier, der Sohn des L. Wilhelm zur Jagd erwartet. . . Gestern legte der Marschall Schönberg sein Amt nieder; sein Nachfolger Bünau. Auch Ponickau verlässt den Hof.* Bm. Coli. Camerar. XXII. Or. 1 Kgl. Sehr. gl. Datums an Sachsen und Würtemberg in denLettres massives III, 231 f; an L. Wilhelm, Marb. Or.; an Heinrich Julius, Hannover, Or.; an Pf. Johann, Dr. 9304, Cop. — Dem Dresdener Exemplar liegen die spanischen Briefe bei, einer im Or., die andern in lat. Uebersetzung, vgl. No. 350. Die Instruktion vom 18./28. Juli wünscht die deutsche Hülfe für Ende Oktober, bittet nicht auf den englischen Gesandten zu warten und nimmt Bezug auf Werbungen für Spanien in Deutschland. 2 Beilage eines Sehr, von J. C. aus Heidelberg 29. Aug. an Sachsen und Brandenburg, worin bemerkt wird, die an den Kaiserhof verreisten spanischen Obersten würden wohl ohne viel Mühe dort ihre Patente erhalten (ebd. Or.). 3 Dr. Andreas Pauli starb am 4. Mai zu Kassel, vgl. Archiv f. sächs. Gesch. VII, 213; 217;Cuno 11,101. Am 20. Juli 1590bittet Krell den Joachim Camerarius, seine Sehr, künftig an ihn statt an Pauli zu schicken, der „gar selig und christlich mit einem herlichen bekentnus und bei guter Vernunft" nach Zeugniss der anwesenden Prediger, Aerzte u. a. verschieden sei; der Todesfall sei für ihn schmerzlich wegen seiner besonderen Freundschaft mit P. „und anderer seiner hohen gaben halben" (Bm. Coli. Cam. IX. No. 305, Or.). * Vgl. hiezu das Gedicht im Ar eh. f. sächs. Gesch. a. a. 0. Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 23 354 1590 385. 27. Juli 385. Putlitz an Johann Casimir. "RrflsRpl (Nichtssagende Erklärung Parmas; dessen französischer Feldzug und die Drohungen gegen Deutschland. Man hätte gegenüber Heinrich IV. nicht so viele Bedenken erheben sollen. Gespräche mit Ernst von Köln über den Frieden, die Liga, die Ursachen des kölnischen Kriegs einen Konvent der rheinischen Kff., die spanischen Besatzungen' Parmas französischen Zug, Englands Aufnahme in den Frieden. Geht nach Holland. Der Dep. Tag.) J. C. wird seine Sehr, vom 4. aus Köln und vom 16. ans Brüssel erhalten haben. Werden mit guter Vertröstung von einem Tag zum andern aufgehalten; am 23. Hess ihnen Parma eine mündliche Vorantwort geben und verabschiedete sich von ihnen; am 24. brach er nach Bergen auf. Erst gestern am 26. erhielten sie die beil. schriftliche Besolution durch Statthalter und Räte, woraus zu ersehen, dass auf keinen Punkt gewünschte Erklärung erfolgt, viel weniger die Absicht besteht die abgenommenen Stücke ihrem natürlichen Herrn oder dem Reich wieder einzuräumen; sie bemänteln oder bezweifeln ihre Tätlichkeiten und entschuldigen sich, als hätten sie nie ein Wasser getrübt, wodurch sie die Sachen in die Länge ziehen, inzwischen ihren Vorteil suchen und der deutschen Fürsten spotten. Parma hat sich vormals auf das jülichische Ansuchen mehr und besser erklärt als jetzt. 1 Diese Antwort scheint aus dem eingeholten Rat anderer Leute herzufliessen. Zu beklagen, dass die deutsche Reputation bei andern Nationen durch unsere eigene Schuld und Untreue so ins Abnehmen gerät. Auf dem Dep. Tag werden die Geistlichen u. a. katholische Stände eine neue Friedensverhandlung vorschlagen oder die Sache auf einen R. Tag verschieben. Indessen verrichtet Spanien sein Vorhaben in Frankreich; im günstigen Fall haben sie ein ganzes Königreich zu ihrer Verfügung, im ungünstigen verlieren sie nur einen Haufen Volks; für Ergänzung sind schon 5000 Pferde nnd etliche Regimenter Knechte in Bestallung genommen; im Reich können sie durch die mehreren Stimmen erhalten, was sie wollen. Die deutsche Ehre und Wohlfahrt erfordern, dassJ. C. mit andern Fürsten nnd Ständen die Sache wohl in Acht haben, den Ernst sehen lassen und die in der Instruktion und in dem (früher in Cop. mitgeteilten) kais. Sehr. 2 angedrohten Mittel an die Hand nehmen. Parma ist vortrefflich gerüstet; sie haben grossen Mut, geschwinde Praktiken und gewisse Siegeshoffnung. In Britannien soll eine Armada mit 8000 Mann angekommen sein, der von Lad- 1 Parmas schriftliche Antwort vom 23. Juli/2. August (ebd. Cop.) schob die ganze Schuld der Beschwerung des R. auf die Feinde des Königs, die damit angefangen und den K. zur Gegenwehr und Verteidigung etlicher hülfsbedürftiger K. Stände genötigt hätten; Abzug der spanischen Truppen könne erst bei Beendigung des Kriegs, Herausgabe der Städte und Festungen erst nach Zurückerstattung der von den Rebellen besetzten Plätze erfolgen; er wolle den Gewalttaten seiner Truppen steuern, erwarte aber von den R. Ständen gute Korrespondenz mit den kgl. Obersten und Vorgehen gegen die Aufrührer gemäss den R. Konstitutionen. a Vgl. S. 348 A. 2. 385. 1590 355 ron mit seinem Volk aus Sizilien in die Provence, Lothringen in 27. Juli die Champagne einfallen, Savoien Genf wieder belagern. . . Sie Brüssel geben unverholen vor, „das sie Teutschland hernechst besuchen u nd der ketzer rat- und zeughaus zerstören wollen". . . Parma hätte den Zug nicht unternommen, wenn der K. von Frankreich Aussicht auf deutsche Hülfe gehabt hätte. „Man sollte billich auf privat oder anderer höherer personen menschliche feile, begangnen foten* und mengel nicht, sondern auf die gerechtigkeit der Sachen und unsern selbst grossen mitunterlaufenden interessen sehen. Die zeiten seind itzo nicht darnach geschaffen, das man alles auf die goltwage legen und nach der schnür ausmessen soll. Sonsten funde man bei allen, das zu tadeln. Non vivitur cum perfectis horaini- bus." 1 Die christliche Liebe, der Eifer göttlichen Worts und die gemeine Gefahr sollten alles entschuldigen. Er u. a. arme Gesellen haben wenig dabei zu verlieren und können, es gehe wie es wolle, irgendwo bleiben. Auch die Geistlichen, als temporanei und Mietlinge, „quorum oves non sunt propriae," fragen wenig danach, wie es gerate, „können unter Spanien etwa cappellän bleiben. Aber furnemlich ist es um E. F. Gn. und andere chur und fürstliche heuser, dero posteritet und nachkommen zu tun, welche zwar in den boheiten und fürstlichen praeeminenzen nicht wurden gelassen werden, da die Spanier ihr intent erreichen solten. Gott, welchem aller herzen bekant, wende alles zum besten 1" Der Kf. von Köln, der am 21., von Parma stattlich begleitet, abreiste,' Hess ihn am 17. in den Garten fordern und führte allerhand Gespräche mit ihm, u. a. er hoffe, sie würden von Parma, soweit es diesem möglich, einen guten Bescheid bekommen; es sei hochnötig, den Frieden in diesen Landen und benachbarten Königreichen herzustellen; er wisse sicher, dass der König von Spanien dazu geneigt sei; die Gesandten könnten jetzt bei den Staaten viel schaffen und einen guten Anfang machen. „Do I. Ch. Gn. für ihre person darzu etwas guts tun konten, wollten sie es, so wahr als ihr der almechtige helfen solte, mit getreuem teutschen fürstlichen gemute tun. I. Ch. Gn. wüsten wol, das man deroselben im reich schuld gebe, als solten sie mit der Liga in Frankreich und anderswo unter der deck liegen; aber das I. Ch. Gn. daran zuviel ungutlich geschehe, wolten sie gott, dem sie nicht liegen konten, zu zeugen rufen. Nachmals auf die colnische unruhe und kriege kommen, wie und durch wem sie darzu geraten, ausfurlich angezeigt", nämlich durch den Kaiser, dessen Sehr, und Briefe er noch im Original vorlegen könne, 2 durch Autorität der höchsten geistlichen Obrigkeit und christlichen Eifer, den er allzeit für die katholische Religion gehabt, endlich wegen Hoheit, Ehre und Prä- * Am ßand'von andrer Hand: „fauten faultez". 1 Diese Auslassung enthält eine scharfe Kritik der von J. C. gegenüber den Vertretern Heinrichs IV. eingeschlagenen Politik. 2 Diese Behauptung ist sehr fragwürdig; vgl. Lossen, köln. Krieg II, 268 f; jedenfallsTkann von einem -wirklichen Eingreifen des Kaisers zu Gunsten Ernsts'erst nach dessen Wahl zum Erzbischof geredet werden, ebd. 313 f. 23* 356 1590 385. 27. Juli eminenz seines Hauses. Hätte der Gegner nicht fremde Hülfe beiBrüssel gezogen, so hätte der Kf. sich dessen auch enthalten; es sei ja bekannt, was Gewinns er davon habe. „E. F. Gn. netten ihres teils dero religion, die sie für recht und gut hielten, aus christlichem eifer beigepflichtet; dessen hetten I. Ch. Gn. im gleichen getan; es weren gepassirte und geschehene sachen, deren I. Ch. Gn. hinfuro in unguten nie gedenken, sondern weren E. F. Gn. alle vetterliche, bruderliche und angenehme dienste zu erzeigen willig und geneigt; und darauf an mich begeret, das ich bei E. F. Gn. solte untertenigst beschaffen helfen, damit die vier reinische churfursten an einem gelegenen orte, zu Coblenz, Bingen oder wo es sonsten E. F. Gn. gefeilig, wo muglich für dem deputationtage ir der person zusammen kommen," über die Abstellung der Unruhen in diesen und benachbarten Landen sich vertraulich unterreden und dann einen allgemeinen Kff. Tag zu endgültiger Verhandlung in der Person und nicht durch Räte veranlassen sollten. Er antwortete: über die kölnische Sache wolle er mit dem Kf. nicht viel disputiren; wie der Kf. dazugekommen, erwiesen die publica acta und die Handlungen zur Genüge; wie es geraten, gebe die Erfahrung, mit Schaden des Stifts und der Nachbarn. In den Verdacht wegen der Liga sei der Kf. allerdings bei vornehmen R. Ständen geraten, „nicht aus schlechten, sondern aus vielfaltigen Vermutungen und anzeigen"; der Verdacht werde auch durch das Beibehalten der spanischen Besatzungen in den vornehmsten kurf. Festungen ohne vorhandenen feindlichen Widerstand verstärkt. Was ihre jetzige Verrichtung betreffe, würden sie sich an ihre dem Kf. bekannte Instruktion halten und alles (wie er auch den Vorschlag der Zusammenkunft und das friedfertige Gemüt des Kf.) ihren Herren referiren, die sich dann (wie auch J. C. gegen den Kf.) erklären würden. Er könne freilich angesichts der französischen Expedition nicht finden, dass der K. von Spanien zum Frieden geneigt sei; möchte wissen, warum der K. sich in den französischen Aufruhr zu stecken und die Untertanen zum Ungehorsam gegen ihre Obrigkeit zu verursachen habe, während der K. das Gleiche bei seinen Untertanen höchlich verurteile und verfolge; das geschehe „periculo unius, pessimo autem exemplo in omnes reges et principes". Der Kf. fragte hierauf wegen des Verdachts nicht weiter; er erklärte, er wolle die Besatzungen abschaffen, sobald er vor den Staaten sicher sei, und sich in diesen Kriegen neutral und unparteiisch erzeigen; man sollte hierüber Erklärung von den Staaten begehren. Zur französischen Expedition sei man, wie er aus natürlicher Billigkeit bekennen müsse, wenig befugt; „re- citirten das dictum: quod tibi non vis fieri, alteri ne feceris; aber grosse herren haben andere gedanken, derowegen muss auch zuweilen schade ihre busse sein"; Parma sei übrigens durchaus gegen die Expedition gewesen und auch nicht zum Besten gefasst; Parma habe zweimal abratend an den K. geschrieben, wie auch der Kf. selbst getan, aber es sei jetzt ein zwingender Befehl gekommen. 1 Etliche Privatpersonen hätten aus Rachgier und Eigennutz den 1 Vgl. Ehses I. 2, 486 f; G. G. A. 1900 S. 542. 385-386. 1590 357 K. auf diese Sachen geleitet; geriete es wohl, so würden sie es empfinden; sie würden auf der andern Seite auch Leute finden; es were innatum odium zwischen beiden nationen und diversae voluntates et Studium; die von der Liga suchten defensionein, die Spanier dominatum, welchen so wenig die freunde als die feind ihnen wurde einreumen." Er fragte den Kf., der nochmals die Zusammenkunft und gemeinen Frieden anregte, wie er sich die Assekuration des Friedens denke und ob auch England und Frankreich in denselben einbegriffen sein sollten. Der Kf. erklärte einen Ausschluss der K. von England aus dem Frieden für die Holländer und Seeländer unmöglich „ohn verweis". 1 Ueber die Assekuration könne man auf der Zusammenkunft reden. Der Kf, deutete etliche Mittel an, das Gespräch wurde aber abgebrochen, da Parma den Kf. zum Essen fordern liess, der mit wiederholtem Erbieten aller vetterlichen und brüderlichen Dienste und Willens gegen J. C. Abschied nahm. . . Bittet, falls J. C weitere Verhandlung über die Zusammenkunft mit dem Kf, wünscht, um schriftlichen Auftrag nach Köln; „bette ich auf meiner widerkunft aus Holland solches zu verrichten." Hört, der Kf. wolle den Dep. Tag persönlich besuchen, falls nicht andere Verhinderungen einfielen. Hofft noch vor dem Dep. Tag wieder in Heidelberg zu sein. 8 Mb. 4H|77 f. 92 ff. Or. 386. Schomberg an Christian von Sachsen, 27. Juli (Notwendigkeit einer Neuvermählung Heinrichs IV. Anlehen bei kandsberg Weimar. Köln und Spanien.) Der K. teilt ihm höchst vertraulich mit „(welches ich sonsten keinem lebendigen menschen als itz E. Ch. Gn. geoffenbaret), es erhebe sich albereit ein heimliches different zwischen des prinzen von Conde verlassenen posthumo und hochgedachtens prinzen brudern dem herzog von Conty, cardenal von Vandosme (itz cardinal von Bourbon genant) und dem grafen von Soisson, zu welchen sich schleget der herzog von Monpensier und der prinz von Dombes, weil man sihet, dass I. Mt. keine erben. Nachdeme ich denne biebevorn (wie E. Ch. Gn. wissent) ich [!] I. Mt. etliche andeutung getan von den dennemarkischen, schwedischen und holsteinischen freulein,' doch mit dem vorbehält, ich wollte I. Mt. in disen Sachen weitere nachrichtunge zu erkennen geben (wie denn E. Ch. Gn. mich genedigst darauf vertröstet), als erinnern I. Mt. mich derselb- igen erklerunge"; bittet daher Chr., ihn über die Umstände, davon er mit Chr. auf der Reise nach Kassel geredet, zu verständigen, . --------------- 1 Ueber die Schritte Parmas und Kölns zu Gunsten spanischniederländischer Friedensverhandlungen vgl. Motley III, 36, A. 22; Ehses I. 2, 493 f; 503 f; G. G. A. 1900 S. 542 f. 2 Vgl. No. 305. 3 Ein Sehr, aus Köln vom 23. Juli an den Pfarrer Stephan Isaacus zu Heidelberg berichtet, die Gesandten seien nach der Werbung bei Parma nach Holland gereist, ihre mit der Post geschickten Briefe von den Spaniern studiose intereipirt, nur Hessen gut durchgekommen; „mit besonderm fleiss haben die Spanischen des herm von Podelitz brief aufgehoben dem von Parma zugesandt" (Mb. 114/2 f. 16). 358 1590 386—387. damit er nichts, was Chr. unangenehm, an den E. gelangen lasse; „denn ich mir lieher einen finger wolte von der hand schlagen lassen, als E. Ch. Gn. das geringste wissentlichen zuentkegen tun oder lassen". Hat über seinen Vorschlag wegen eines Darlehens für den K. bei den Herzogen zu Weimar vor seiner Abreise von Dresden Chr. durch Anhalt verständigt. Die Herzoge erboten sich zu einem Vorschuss von 67000 fl. auf 6 Jahre zu 5% und verlangten hiefür und für ihre alte Schuld (zusammen 120,000 fl.) ausser den mitgeteilten Bedingungen Bürgschaft der Stadt Strass- burg, die aber nicht zu erlangen war. Erwartet zu Frankfurt Bescheid der Herzoge, ob sie mit andern Bürgen zufrieden sein wollen. 1 Spanien soll Köln 100 000 Dukaten Jahrespension auf das Stift Toledo bewilligt haben. „Er [Köln] solle in seiner affection continuiren, auch der restitution halben der stete, so Spanigen in dem stift besatzet, nicht in I. Mt. dringen." 11 Dr. 7281. Eigh. 28. Jul i 387. Visconti an Montalto.J 7. August (Ansuchen der weltlichen Kff. beim Kaiser um Erlaubniss zur Einziehung Prag der 1582 für den westfälischen Kreis bewilligten Hülfe, um die Spanier zur Bäumung der deutschen Plätze zu nötigen; alles auf Anstiften J. C, Die ihnen nicht genügende Erklärung des Kaisers beantworten sie mit Drohungen; sie sollen insgeheim sich über eine Geldhülfe verständigt haben, mit deren Verwirklichung es aber wohl gute Wege haben wird. Jakob von Baden und seine Absichten auf Jülich.) . . „Gl'elettori protestanti, avvedutosi che nel convento di Francfort non potranno conseguire il loro intento per l'oppositione che haveranno de' principi cat ci et commissarii dell'Imperatore, che saranno per quanto s'intende il vescovo di Herbipoli, conte di Soler et due dottori, hanno fatto instanza, perche S. M 4i li conceda autoritä di essigere una contributione di due mesi per tutto l'lm- perio, che fü destinata nell' ultima dieta per difensione et bisogni del circolo Vestfalico et puö importare da 400 m fiorini, essibendosi loro con questi di assoldare gente sufficiente per sforzare il re cat c0 a levare i pressidii che tiene nelle terre dell' Imperio,£come avisai. Et si va conoscendo che tutto ciö sia trama di Cassimiro per havere oceasione di pigliar l'armi et voltarle, dove piü li piacerä". Hört, der Kaiser habe erwidert, der König von Spanien sei Fürst des R. und halte die Plätze besetzt, um sie nicht in die Hand seiner Rebellen fallen zu lassen; er werde sie bereitwillig herausgeben, sobald die Niederlande beruhigt seien; „et perciö non esser caso, che ricerchi motivo d'armi. Ma che tuttavia rimetterä il negotio al convento di Francfort. 3 Di che mostrano i i Vgl. No. 357. ' Vgl. No. 246. 8 Schon am 7./17. Juli hatte V. berichtet, die Gesandten ; der weltlichen Kff. hätten in der Audienz nur die alten Beschwerden wegen Strassburgs, Aachens und Kölns vorgebracht, man glaube aber, dass „il fine principale" der prot. Fürsten dahin gehe, durch einen Krieg gegen Spanien dessen Unterstützung der französischen Ligue^zujver- hindern, „nel che concorreranno gl'elettori di Mogunza et Treveri" wegen ihrer fortgesetzten Schädigung durch die spanischen Truppen, „di che si sono lamentati meco piü volte con lettre, et io ne ho fatto 387—388. 1590 359 Protestanti di non restar aodisfatti ne lasciano di minacciare che faranno da loro, valendosi di una contributione che si dice secre- tamente habbino imposta tra di loro nelli conventi che fecero insieme questi mesi passati. . . Ma come la stagione sia assai inanzi et lo sborsare de' danari riesca piü difficile in fatti che in promesse, si spera che non siano per venire cosl presto a conclusione. Arrivö qua tre giorni sono il marchese Jacomo' di Bada, credesi per trattare di havere in matrimonio la figlia del duca di Cleves et il governo di questo stato"..... Rom, Germania 112, 11. Or. 388. Die kölnischen Gesandten an Bürgermeister 29. Juli und Rat zu Köln." 8.August (Werbung und Beantwortung in Heidelberg: Harffische Sache; Ge- Heidel- ] Wissensfreiheit und bürgerliche Gleichheit für die Kölner Evangelischen; berg spanische Umtriebe in Köln; gütliche Behandlung der Katholiken in der Pfalz; Drohung mit Repressalien; der Kaiser hat in Rel. Sachen ohne die R. Stände nichts zu verordnen. Replik der Gesandten.) Ankunft von Speier in Heidelberg am 6., Audienz bei den Bäten, da I. F. Dt. mit andern Geschäften verhindert, am 7.; heute dahin beantwortet, J. C. sei wie sein Vater und Bruder nach wie vor bereit in der Harfischen Sache sich Kölns beim Kaiser und den Kff. von'Sachsen und Brandenburg anzunehmen; der Ratsolle die beiden Kff. wenn nicht durch Schickung, doch in Schriften von der Sache unterrichten und ersuchen. Gütliche Handlung zur Zeit nioht ratsam, was Köln dem Kaiser erklären soll. Auf besondern Befehl I. F. Dt. hielten ihnen dann die Räte die trotz der wiederholten pfälzischen Erinnerungen 8 fortgesetzte Verfolgung der ev. Bürgerschaft zu Köln vor; der Rat solle die Bürgerschaft bei ihrem Gewissen bleiben lassen „und durch missverstand nit andern etwas gegen der Stadt zu gedenken ursach geben". Friede und Einigkeit könnteu nicht besser erhalten werden als durch gleiches Recht und Gewissensfreiheit für Evangelische wie Katholische. „Es hetten I, F. Dt. die gewisse nachrichtung, das etliche in der Stadt nit ungeneigt weren hispanisch zu werden, dessen dan auch uf der wacht anwurf getain, dan etliche geredt haben solten, es were schirst nit unraitsam den Hispanischen sich zu undergeben, damit offitio con questo ambasciatore catte 0 " (Rom a. a. 0. 19). Am 14./24. Juli: die prot. Gesandten fordern kais. Massregeln wegen der Herausgabe der deutschen Plätze; auch ein Gesandter Jülichs ist deshalb hier; „onde potria essere, che questo si mettesse in negotiatione et se li pigliasse qualche temperamento per levare l'occasione del convento futuro" (ebd. 37). 1 Offenbar eine Verwechslung mit dem M. Eduard Fortunatus, vgl. Stieve in der Z. des Berg. G. V. XIII, 30. M. Jakob war damals bereits tötlich erkrankt und starb am 7.(17. August zu Emmendingen (Kl eins chmidt, Jakob III. M. zu Baden, S. 114 ff.). a Instruktionen für die Gesandten Rentmeister Gerhard Angel- raacher und Syndikus Dr. Wilhelm Hackstein (Weinsberg IV, 104; 107) vom 6./16. Juli zur Werbung bei Trier, Mainz und Pfalz, für den Speirer Städtetag und zur Werbung beim Kaiser: Köln, Briefe 1589—1592. 8 Vgl. No. 156; 327. 360 1590 388—389. man der beschwierlichen wacht abkommen mochte". 1 Hierin könne man mehr auf die Evangelischen vertrauen als auf die Katholischen, obwohl auch unter diesen gewiss viele seien, „die des Vaterlands wolfart und freiheit eiferen teten. Es hetten I. F. Dt. auch in ihrem furstentumb und landen vile Papisten, drengen aber niemand, sondern Hessen dieselb mitgottes wort, daruf I. F. Dt. religion ohn Vermischung des pebstlichen saurdeichs gegründet, gottlich berichten. Dessen hett ein erbar rat umb so vil mer ursach,jdweil derselb ex corpore civium erwehlet und allein munus were". Trotzdem habe I. F. Dt. gehört, dass sie auf Anhalten des päpstlichen Nuntius einen ehrlichen Mann „aus dem rat gehalten, der sonsten ,!darzu erwelet gewesen". Würdigt man weiterhin die Evangelischen nicht der Ehren, des Ratsitzes, ehrlichen Begräbnisses und dgl., 2 so erklärt man damit in persona civium I. F. Dt. u. a. ev. Stände pro here- ticis, „welchs denselben zu Verheugen ungelegenheit sein wurd"; I. F. Dt. würde in diesem Fall dagegen betreffs des Geleits u. a. Sachen einen Prozess anstellen müssen, der dem Rat „zu schwer fallen mochte". Der Kaiser, auf den man sich bezieht, habe in Rel. Sachen nichts allein, sondern nur mit sämmtlichen Ständen zu verordnen, wie ev. Kff. und Fürsten jüngst dem Kaiser angedeutet, hätten. Sie erwiderten nach Danksagung in der Harffischen Sache (an beide Kff. sei bereits geschrieben),; sie:wollten wegen der Rel. Verwandten alles referiren, glaubten aber, dass in Köln niemand oder nur sehr wenige spanisch werden möchten, wofür gerade die Harfische Sache Zeugniss gibt, bei der der Rat alle Unlust, Kosten und Schaden auf sich genommen hat, anstatt jemals dem R.jUnd sich zu präjudiziren. Sonst hat I. F. Dt. sich ganz gnädig erboten und sie mit dem Wein stattlich verehren lassen. . . . Köln. Bericht der Kölner Gesandten 1590. Or. 30. Juli 389. Johann Casimir an Christian von Sachsen. Heidelberg (Eine Werbung Schombergs. ~ Schwere Bedrängniss Heinrichs IV. Vor- s schlag, nicht auf Heinrichs Erfüllung der sächsischen Bedingungen zu warten, sondern sofortige Geldhülfe vorzubereiten. Metz; Verhandlung mit Lothringen.) War seinerzeit mit der Erklärung IChr. gegen Palevicini ganz einverstanden. Vor wenig Tagen brachte aber Caspar von Schönberg nebst Uebergabe eines Sehr. Befehl seines K. bei ihm mündlich und schriftlich an; Seh. wird auch > Chr. Cop. geschickt haben. 3 Hienach stehen die Sachen des K. nicht zum^ßesten, wie er auch von verschiedenen Orten Bericht hat, dass es dem K- fast unmög- 1 Vgl. No. 288. ' Vgl. No. 327; Eh'ses I. 2. 225; Ennen V, 369; 387 ff. 3 Vgl. No.372;382f. Am 16. Juli schreibt Kolbinger aus Heidelberg an Philipp Camerarius: „Legatorum regiorum culpa rex 'germanicis auxiliis caret, sed dominus providebit [et j tuebitur gloriam nominis sui" (Berl. Bibl. Sammlung Meusebach, eigh.). Vgl. das tief bekümmerte Sehr, des Tossanus an Stucki vom 23. Juli bei Cuno II, 89 f; etwas hoffnungsvoller an Grynaeus 15. Sept. (ebd. 101); an Stucki 18. Sept. (ebd. 92): „Regi Galiae omnes^beneprecamur, pauci suppetias ferunt", mit günstigen Nachrichten über die religiöse Festigkeit Heinrichs IV. 389. 1590 361 lieh sein wird zugleich die Belagerung von Paris und die Abwehr 30. Juli der sich mächtig stärkenden Feinde, namentlich der gewaltigen Heidel- Vorbereitungen Parmas durchzuführen. Davon wusste man zur Zeit berg von Chr. Erklärung noch nichts. Verweist auf die [fehlende] Beilage und auf die Beteiligung deutscher Pferde an der grossen Bestallung. Den Gegnern wächst der Mut nicht wenig durch die bisher fast vergeblichen Bemühungen der kgl. Gesandten bei den ev. Ständen, woraus der Wahn bestärkt wird, „als solten die evangelischen chur und fürsten mit S. K. W. nicht allerdings zufriden sein." Weiss wohl, dass es an ihrem guten Willen nicht gemangelt hat und man darüber einig ist, dass der K. nicht ohne Hülfe gelassen werden dürfe. Bei der jetzt veränderten Lage könnten aber durch eine Verzögerung der Hülfe, „bis alle ding richtig gemacht werden", der fromme K, und die Krone Frankreich in einen nachher schwer zu reparirenden Schaden gebracht werden. In seiner von allen Seiten her bedrängten Lage wird es dem K. fast unmöglich sein, die von Chr. bedachten Artikel ins Werk zu setzen; noch weniger wird der K. die von Chr. angedeuteten Personen herausschicken können, wenn er sich nicht seiner vornehmsten und der Religion zugetanen Vertrauensmänner und Befehlshaber entäussern und nur mit Papisten umgeben will, wie ja der K. ohnedies, um' sich zu behaupten, „oft ein bissen, wie man sagt, über macht essen und sich schmucken und leiden müssen". Palavicinus ist schon seit 2 Monaten verreist, ohne dass man hört, ob er beim K.'angekommen oder wie es um ihn stehe, während der K. inzwischen jedes Beistands entbehren musste. Da des K. Sachen wider Erwarten so besorglich stehen und die Gegner nach ihren eigenen Aeusserungen etwas Grosses im Sinn haben, schlägt er trotz der bisher von Kurpfalz gebrachten Opfer vor, dass, um Zeit zu gewinnen, eine Geldsumme, „wie E. und landgraf Wilhelm LL. selbst etlicher massen angedeutet", 1 zusammengeschossen und bei einem deutschen Fürsten ^hinterlegt werde. Inzwischen kann dann weitere Resolution des K. eintreffen. Hätte es ohne die grosse und täglich neu bestätigte Gefahr^ beim Vorigen gelassen und Chr. mit diesem Sehr, verschont;\Chr. hat ihn aber selbst mehrmals zu häufigem Bericht über das,französische Wesen aufgefordert. 2 [Zettel.] Um die gefährdete Stadt Metz zu befreien, ' der der K. nicht zu Hülfe kommen kann, hat er nebst Pf. Johann Vertreter zu der Verhandlung eines Anstands zwischen dem K. und Lothringen abgeordnet. „Datum ut in litteris". Dr. 9305. Frzöa. Kriegshändel I.'J. 842 ff. Or. (pr. Annaburg 7. Aug.). 'Vgl. No. 341; 371; über einen von'L. Wilhelm { entworfenen Anschlag der Hülfe Rommel V. 568 A. 71; 575 f; hiezu Dr. a. a. 0. f. 432; 560. 2 Die Antwort, Annaberg 8. August," weist die Argumente j|J. C ausführlich zurück, u. a. mit Bezugnahme auf Palavicino's Sehr, vom 26. Juni, ebenso den Vorschlag einer Zusammenschiessung, da man noch nicht einig, wie viel ein jeder geben solle, übrigens die Summen hoffentlich nicht so hoch sich belaufen werden, dass man nicht jederzeit get'asst sein könne, und man über den modus sich ;wohl nicht lang zanken werde; „so bedunkt uns auch, das geld bei einem jeden in seinem kästen am besten verwahrt sei." Schlägt seinerseits vor, 362 1590 390—391. 30. Juli 390. Pfalzgräfin Dorothea an K.urfürstin Amelia Heidel- ,}er e Dankt für A. Brief und die überschickten Kirschen und Haselnüsse. „Die kirschen habe ich meinem herzliebsten hern vater geschenkt; I. Gn. haben sie gar gut befunden und mir be- volen, E. Gn. von ireut wegeu iren sohnlichen gruss zu vermelden, und das sie selbsten gern die ^kirschen abbrechen wolten, wen S. Gn. nit durch vil geschefteu verhindert wurde." Entschuldigt sich, dass sie im Schreiben etwas faul ist; will sich künftig besser befleissen. Die Landgräfin und Ds Vetter bedanken sich für die ausgerichteten Grüsse, die sie zu erwidern bitten. „Und wolt ich nichts liebers wünschen dan das ich zu E. Gn. komen möchte, mich gegen E. Gn. als ein gehorsame dochter erzeigen kunte." Zerbat. Cop. J. C. eigh. (Bemerkung Dorothea's: „mein lieber herr^vater mit eigener band geschrieben''). 31 j uli 391. Putlitz an Johann Casimir. Antwerpen J- 0. wird sein Sehr, vom 27. aus Brüssel erhalten haben. Teilt ihre Replik und die Beantwortung mit. Mansfeld erklärte ihnen mündlich etwa Folgendes: sie sollten ihm als einem gebornen Deutschen sicher glauben, dass er vom König ausdrücklichen Befehl habe, bei Restitution der von den Staaten dem R. entzogenen Stücke gleichfalls alles herauszugeben; sie sollten ihm gewiss vertrauen, wenn er wüsste, dass der K. (den er aber anders gesinnt wisse) otwas Tätliches wider das R. vornehmen werde, würde er sie sollten sich auf Grund des von P. gemachten Ueberschlags gegen einander erklären und jeder mit seinem Anteil stetig gefasst halten sowie sich über die Aufbringung und Zahl der Truppen (wo möglich aus ihren eigenen Landen) verständigen, womöglich durch Partikularschickung oder Sehr., im Notfall auf einem Konvent der Räte. Hat an Brandenburg, Magdeburg und Hessen geschrieben. Die lothringische Traktation ist ihm verdächtig; bittet um Nachricht, woher sie : (rührt und ob sie mit Vorwissen des Königs geschieht (ebd. f. 341 Conc. Krell). Mit diesem „vernunftigen" Sehr, erklärt sich J. C, Heidelberg 2. September, völlig einverstanden; die lothringische Traktation habe sich bereits zerschlagen (pr. Kolditz 12. Sept.). Am 13. Okt. schreibt der Kf. im Sinn seiner obigen Vorschläge an M. Georg Friedrich. — Selbst die Gesandten Heinrichs IV., die ihre Versuche bei verschiedenen deutschen Fürsten unermüdlich erneuerten, glaubten angesichts JJder obigen Korr. zwischen J. C. und Sachsen eine Wendung zu Gunsten ihres Herrn eintreten zu sehen. Sancy, der am 3. Aug. aus Ansbach an Camerarius schreibt, dankt am 13. aus Frankfurt für ein Sehr, des C, aus dem er „propensum prineipis illius erga regem animum" entnehmen dürfe; „si ille res nostras amplecti ineipit, multo plus'. de eo solo sperandum existimo quam de ceteris oranibus; potestenim solus" (gemeint ist Sachsen, vgl. No. 384). Am 20./30. August schreibt er aus Strassburg an Camerarius, er schicke Bongars an den M. Georg Friedrich (Coli. Cam. XIV). Ein unbezeichnetes Sehr. (Bern, Bibl. Bongars. B. 149 No. 58, vgl. No. 408 A.) teilt die Sehr. J. C. vom 30. Juli und Sachsens vom 8. Aug. sowie die Korr. Sachsens ;,mit Magdeburg hierüber im Auszug mit, freilich nicht ohne dass zu ,dem Vorschlag J. C. wegen Hinterlegung des Gelds bei einem Fürsten am Rand vermerkt ist: „Hie latet anguis". 391—393. 1590 363 sich trotz Verpflichtung gegen den K. gegen sein geliebtes Vaterland keinesfalls gebrauchen lassen, noch weniger dazu raten und helfen. Dem Kf. von Trier sei in der Tat zu viel geschehen ; mit Jülich und Köln liege es anders. Ob dem so und ob Mansfeld den Befehl (dessen Parma nie gedacht) hat, sei dahingestellt. „Es ist gut, das es nicht ein articul des glaubens, sonsten wurde er • bei mir zu gleuben schwör fallen." Zweifelt nicht, dass die Staaten sich mit Einräumung der Schanzen und Abschaffung der Ausleger willfährig erzeigen werden, zumal sie jetzt eine starke Schanze vor Niemwegen errichtet haben. . . . Mb. 414/77 f. 109. Or. (pr. 10. August). 392. Krell an Camerarius. 2.August Sitzen- .... Französische Zeitungen. Trotz des Vertrauens der roda Pariser auf das Kriegsvolk „des von Maine" und die von Spanien in Deutschland geworbenen Truppen hofft er doch bestimmt, dass Paris sich in die Länge nicht halten und Gott dem König zum Sieg verhelfen werde. Uebergibt aber Gott den K. in seiner Feinde Willen, „so hetten wir solches allein unser Undankbarkeit und andern grossen sunden . . . zuzumessen." Schickt Bericht über jene spanische Werbung sowie jämmerliche Zeitungen aus Ungarn. . . . Bittet Sancy zu grüssen, wenn dieser wieder nach Nürnberg kommt. Bin. Coli. Cam. XI, No. 304. Or. 393. B'e'ric'ht Minucci's über seine Verhandlung 5. mit Ernst von Köln. 1 15. (Präzedenzstreit. Sendung nach Spanien. Vermählung Sibyllas von Jülich. Verständigung mit J. C. Kömische Königswahl. Deutsche Kardinäle. Niederländische Friedenshandlurg. Kölns Beziehungen zu Parma; die Frage der französischen Tronfolge. Verhandlung mit Putlitz. Abtei Hersfeld.) „Summarische verzaichnus, was mit I. Ch. Gn. zu Cöln in unsers gnedigsten herrn herzog Wilhelmen in Baiern etc. namen der her Minucci umb denllö. augusti an. etc. 90. gehandelt." Präzedenzstreit mit Oesterreich: „Es wer von nöten, man der Kf. empfahl Meidung aller Weit- entschlusse sich der späni- läufigkeiten und Bericht an Spanien, sehen Schickung halber mit „Verrer hat der Minucci I. Ch. ehistem"; der Kf. würde am Gn. vermeldt, wie etlichen eingefallen, liebsten den P. Oliverius ob nit ratsam, mit dem pfalzgraven damit beauftragt sehen; dem , Casimiro gueten*verstand und freund- Kg. über den Zustand in 1 Vgl. Stieve IV, 13 A. 4; 273 A. 2; 362 A. 3; 368 A. 6; Gott. Gel. Anz. 1900 S. 538 f; 543; 549 A. 2; Zöchbaur, Rudolf II, I, 38; hiezu Ehses I. 2, 484 A. 1; 497; 503 (wonach 51. am4./14. August von Köln nach Lüttich reiste). 364 1590 393. 5- schaft zu machen und solches auch 15. durch mitl eines heirats. 1 Da haben August I. Ch. Gn. ain und andern fürschlag gerüembt und sich vernemen lassen, I. Ch. Gn. hab von deme auch der von Bottlitz und andere andeutung geton und I. Ch. Gn. wollen darauf gedacht sein". [Präzedenz und Titel betr.] „Als der Minucci I. Ch. Gn. etliche sachen movirt betreffent die künftige wähl eines römischen königs, haben dieselb verheissen, sich ohne vorwissen unseres gnedigsten herrn von Baiern in nichten einzulassen oder zu erkleren, hat auch I. Ch. Gn. wol gefallen, das man die praticken also verhindere." Wegen der auf H. Sibyllas Heirat bezüglichen Sachen will der Kf. sich erkundigen und herauf berichten. Auf M's Bericht, was mit Salzburg des Kardinalats halber verlaufen und was wegen solcher Diguität mit Würz- burg im Werk und auf die Bitte um Erklärung, was der Kf. seiner Person halb bedacht, antwortete der Kf-, er stehe seiner Person halb etlicher Ursachen halber in Zweifel, stelle es aber seinem Bruder anheim. 3 ..... „I. Ch. Gn. haben dem Minucci ausfüerliche relation geton von der neu angefangner beratschlag- und handlung des niderlendischen friden und loben, das dero geliebter herr brueder bei solcher gelegenhait S. F. Gn. söhne herzog Maximilian wolte brauchen lassen. Item haben I. Ch. Gn. auch gesagt, warumb sie jetzt den von Linden nach dem kaiseriscben hof in den jülichischen Ländern zu berichten, „item von der herzogin Sibilla Verheiratung, ob nemlich dieselb einem erzherzogen zu verehelichen oder, sover I. K. W. hierzue wenig lust, dem unserigen; 2 und sent aber statliche Ursachen, derenwegen dem könig diser fürschlag ganz angenem sein solle." „Die Ursachen sind fur- nemblich dise gewest, das I. Ch. Gn. vermeinen, dieselb werden der wähl eines römischen königs und dann der praecedenz halb, da was zu tuen, bei den churfürsten vil meher vermögen, wen sie nit cardinal weren, dieweil dieselb dignitet, bevorab von den Protestirenden, gehast werde." 1 Vgl. gegen die Deutung auf eine Verbindung J. C. mit der Tochter Wilhelms von Baiern bei Stieve IV, 14 und Riezler, Gesch. Baierns IV, 633 f. G. G. A. 1900 S. 538 f; es handelte sich um die Vermählung des Kurprinzen Friedrich, ohne dass wir sicher vermuten können, was für ein Projekt hiefür gemeint ist. Ueber Gerüchte von 1593, Maximilian wolle eine Pfälzerin heiraten, vgl. Stieve IV, 428 A. 4. v * D. h. dem jungen Herzog Maximilian von Baiern; ein Gedanke, der später noch einmal auftauchte, Stieve IV, 426 A. 6. 3 Vgl. Stieve IV, 271; 273 A. 2; Mayr-Deisinger, Wolf Dietrich von Salzburg (München 1886), S. 50; 58 f; Zöchbaur S. 38. 393. 1590 365 geschickt, 1 nerablich I. kais. Mt. die mitl zu Verhandlung des friedens fürzuschlagen und dieselb zu erbitten, Verordnung zu tuen, das auf jetzigem depu- tationstag zu Frankfurt davon geredt wurde, davon dann I. Ch. Gn. auch etlichen fürsten im reich geschriben. I. Ch. Gn. haben auch erzelt, was sie mit dem von Parma für guete vertreuligkeit haben, was sie für hilf von im gehabt, wie die sachen der gnardiea halber verglichen und jetzt beschaffen, 2 , item was der Parma des freilins halber von Gülch mit einem heirat gedacht gewest und warumb I. Alt. solch vorhaben wider fallen lassen. I. Ch. Gn. haben viel gsagt von den französischen sachen und des Parma meinung von dem von Lotring und du Mayne, item von deme, was I. Ch. Gn. für den von Lotring getan und was desselben halben zu hoffen, wie auch I. Ch. Gn. den von Lotring und einer den andern mit dem titl gehalten, was titl auch der von Parma dem marggraven von Burgau gebe. I. Ch. Gn. haben discorrirt, was sie mit dem von Pottlitz eines sonderbaren fridcn halber gehandelt und was darin noch bescheche. und hat aber gedachter von Potlitz und andere I. Ch. Gn. mitl fürgeschlagen gehabt, zwischen dero erz- und stift und Staden ein friden zu machen, welches I. Ch. Gn. ir gefallen lassen, sover es mit eherlichen conditionen beschechen kunte. Der her Minucci hat I. Ch. Gn. zurugg geschrieben, grave Everhard von Salm getrau im von dem von Hessen die abtei Hersfeld zu bekommen, wann er hoffen könne, das man in zu Rom confirmire; sollen demnach I. Ch. Gn. sich gegen dem graven 5. 15. August „I. Ch. Gn. wolten gern, unser gnedigster herr machte mit dem von Parma noch grössere kundschaft, sagte demselben etlich mal dank umb die I. F. Gn. gelaiste favor, erbute sich auch willig, 1. Alt. zu dienen. Der aus Hispania soll disfals auf den von Lotring gedenken; das will aber dem von Parma nit eingehen, sonder mainet I. Alt,, der von Mayna seie dis orts Lotring fürzuziehen, umb das er nit so mechtig und daher die Spanier sich seiner nichts zu befahrn. Andere mainen, man underhalte den von Lotring also mit gierten worten, damit er nit dem Granduca folge und also die Liga verlasse." 8 1 Vgl. Motleylll, 36 A. 22; Ehses I. 2,494; 503; G. G. A. 1900 S. 542 f. 2 Vgl. G. G. A. 1900 S. 549 (Mandat Parmas vom 15./25. Juli). 8 Vgl. das Sehr. Ernsts an Baiern vom 10./20. Juni, bei Stieve VI, 441 ff. ; hier No. 261; 274; 316; 361. 366 1590 393—395. erbieten, die confirmation richtig zu machen. Das haben I.' Ch. Gn. gern verhaissen." 1 (Rückseite: „Des Minucci snmarische relation von seiner cölnischen Schickung ao. |90.") Ma. 3S|20 t. 377 ff. Cop. 7. August394 % Johann Casimir an die evangelischen Kapitu- H beJg l " laren zu Strassburg. Billigt, dass sie die Häuser und Höfe ihrer Gegner in der Stadt eingezogen haben.' Abreise seiner Gesandten von Prag am 26. Juli. Da dieselben daher das Sehr, des Kapitels den andern kurf. Räten nicht kommuniziren konnten, rät er dem Kapitel, an Sachsen, Brandenburg, Magdeburg, Heinrich Julius von Braun- schweg und Wilhelm von Hessen ausführlich zu schreiben. Cop. der Erklärung M. Ernst Friedrichs auf J. C's. an ihn ergangenes Sehr, wegen der kais. Kommission und Sequestration. Hofft, dass der M. die Kommission nicht übernehmen würde. 8 Strasab. A. A. 773. Or. (ohne Unterschrift). 8.August 395. Johann Casimir an Christian von Sachsen. Heidelberg Parmas Resolution und das Sehr, von Pntlitz in Copp. P. spottet tatsächlich nur der R. Stände; alles geht nur darauf, die Exekution zu gunsten seines französischen Zugs hinauszuschieben. P. lässt die zu restituirenden Plätze verproviantiren und befestigen. In den Kreisen gibt es genug Personen, die P. alles entdecken und die Exekution zu hindern suchen. Den Geistlichen ist trotz ihrer guten glatten süssen Worte nicht zu trauen, da sie die Ausrottung der Ketzer allein von Spanien erwarten. Sie glauben irriger Weise, sie würden ihre Hoheit auch unter Spanien behalten. Helfen kann nur eine Extraordinarihülfe, wobei die Pfaffen u. a. Stände die Kriegskosten mitbezahlen müssten. Schlägt deshalb eine vertrauliche Zusammenordnung von Räten einer Anzahl von Ständen der A. C. vor/ Die von Köln bei Putlitz angeregte Zusammenkunft nicht ratsam. Mb. «4/77 f. 107. Conc. i Vgl. S. 298 A. 1. s Vgl. Meister, Kapitelstreit S. 368 ff. 8 Vgl. ebd. S. 361 ff. * Die Antwort, Liebenwerda 15. August, lehnt dies unter Hinweis auf den Dep. Tag ab und wiederrät t den Konvent der rheinischen Kff. (ebd. Or. pr. 24. Aug.). Zündelin an Camerarius, 14. Aug. (Bm. Coli. Cam. XXII): er hoffe, dass „nostrorum consilia" sich künftig besserten, „non tarnen omnium. Quidam enim etiam non mali perver- tuntur tarnen improborum quorundam consiliis, qui nullo periculo aut calamitate reip. christianae moventur et ab innocentissimorum etiam hominum aerumnis triumphandi ansam arripiunt. Hipparchi animus optimus . . . Francofurti conventum fore legatorum prineipum prote- stantium apud vos inveteratum puto". 396—398. 1590 367 396. De Fresnes an Landgraf Wilhelm. 17.Atigust Frankfurt Erhielt hier W. Sehr, vom 11. Juni. War auf Einladung des kgl. Gesandten in der Schweiz; mit 2000 Mann und 500 Pferden des K. und ebensovielen der Schweizer könnte man Savoien von Genf wegjagen. „Toutes noz afferes de tous costez ne sont que pauvrete. Mais j'espere que dieu nous regardera en nostre pauvrete". Parmas Eindringen in Frankreich; keine deutsche Hülfe für den Kg.; „dieu vueille pardonner ä ceulx qui ont mis tant de soubcons et de desfiances en avant pour empescher qu'il n'ayt est6 secouru. . . . Satan chef de noz ennemys, tant plus ilz ont de resistance et tant plus les faict-il roidir pour nous acabler". Beabsichtigte Werbung von 6000 Pf. und 11000 Mann zu Fuss in Böhmen und Schlesien, über Nürnberg und Würzburg ins Mainzische zu führen. Die Fürsten sollen wenigstens sorgen, dass die Gegner nicht soviel Reiter aufbringen. Vorgehen des Papstes gegen den Kardinal Oajetan. Der Papst sähe wohl am Liebsten den Ruin der beiden Könige, fürchtet aber Spanien mehr. „Quant est de l'accord avec le roy, il n'y oseroyt avoir pense. Dieu luy a mis ceste ambition dans la teste pour le soulagement de son eglise contre l'opinion de tout le monde". . . Der Kg. schickte ihm den Kontrakt über 160 000 fl. „en forme et seile du grand seau"; wird ihn W. je nach dessen Befehl bringen oder schicken.. Marb., Frkr. 1590 I. Or. 397. Visconti an Montalto. 18- 28. Lugu Prag (Kirchenpolitische Forderungen der prot. Gesandtschaft an den Kaiser. 2 ^. Schwäche und Furcht der kais. Minister.) August Die kais. Minister versichern ihn, die protestantischen „comis- sarii" hier „(li giorni passati)" hätten (wie er M. schon früher schrieb) beim Kaiser nichts gegen die katholische Religion erreicht, wohl aber „cose esorbitantissime" gefordert: kein Rekurs der Bischöfe und Prälaten an den heiligen Stuhl, Genuss der Regalien ohne päpstliche Konfirmation, „che fusse permesso a tutti della C. A. indiferentemente havere et tenere benefitii et prelature"; der Kaiser soll künftig keinen Nuntius mehr bei sich zulassen; das letztere sollen sie nicht schriftlich, sondern nur mündlich vorgebracht haben. Wünschte, dass die kais. Minister in Sachen, die das Interesse des heiligen Stuhls berühren, „communicassero et si allargassero meco un poco piü che non fanno", was, wie er ihnen sagte, auch dem Dienst des Kaisers zum Vorteil gereichen würde. „Ma vanno con tanta circumspettione di non disgustarli et, come essi dicono, dinon irritarli, quando risapessero che le loroproposte si communicassero con li ministri di S. S li , che io dubito che alla fine il soverchio timore et connivenza sia per darli piü ardire et in cambio di partorire la quiete che pretendono questi ministri, cau- sare maggiore difficultä et rumori; onde se a loco et tempo oportuno si mostrasse qualche rigore et risentimento, forse che la loro sfacciatagine non passarebbe tanto oltre. Ma questo e un negozio che se dalla providenza di dio non viene aiutato, se ne puö diffi- cilmente per diversi rispetti sperare rimedio dalle forze humane". Born, Germania 112 S. 55. Or. 368 1590 398. 20.August 398. Johann Casimir an Christian von Sachsen. (Der Dep. Tag und die wirkliche Hülfe gegen Spanien. Kölns angeblicher "Vertrag mit Spanien.) Auf Chr. Sehr, vom 8. 1 Chr. möge Brandenburg, wenn nötig auch zur Beschickung des Dep. Tags veranlassen. 3 Die 2 Monate sind wohl fast ganz von den einen für Erzb. Gebhard, von den andern für Erzb. Ernst verwendet worden. Ist mit Chr. einig dass hierüber nicht weiter disputirt, sondern davon geredet werden soll, was nun weiter zu tun. Gegenüber dem voraussichtlichen "Widerstand der Papisten zu Gunsten Spaniens muss man der R. Verf. nachgehen, solange die Papisten folgen. Freilich haben sie auf dem kölnischen Kreistag die fünf Kreise für zu schwach erklärt; es war aber nicht richtig und ein Vorgehen gemäss den R. Ordnungen würde nicht ohne Frucht sein. Das Haupt einer wirklichen Hülfe wäre der Herzog von Jülich als Oberst des bedrängten Kreises; aber sowohl der Herzog selbst als sein oberster Leutnant, der alte Herr von Raidt, der lang keinen Krieg geführt hat, taugen hiezu nicht. Im niedersächsischen Kreis gäbe es-eine hiefür passende fürstenmässige Person, aber ein Haupt, das zuvor spanisch gewesen, kann man nicht brauchen. 8 Ist für Hülfe mit Volk, nicht mit Geld; darauf zu sehen, dass unter den Zu- und Nachgeordneten nicht Leute sind, die zuvor auf spanischer Seite gedient haben. Zur Verstärkung der 5 Kreise könnte man den obersächsischen vorschlagen. Es wäre eine dreifache Hülfe übrigst stark genug. Da aber unter Papisten Leute an den Beratungen teilnehmen, die mehr auf Spanien sehen und alles an Spanien verraten, sollten gegebenen Falls die Räte der weltlichen Kff. von denen der geistlichen geradezu Erklärung darüber fordern, wie man mit ihnen daran sei und ob sie bei den R. Konstitutionen bleiben und die Spanier vertreiben helfen wollten oder nicht; wollen sie nicht mit der Sprache heraus, so „müsten wir alsdann . . unserer schanzen für uns selbsten wahrnemen". Erweist es sich als Tatsache, dass Köln Spanien gegen 100 000 Kronen das Stift einräumen und nur den Namen eines Erzb. und Kf. behalten will,* so könnte man sich zuerst mit Mainz und Trier verstän- 1 Vgl. No. 376 f. Der Kf. erklärte in seiner Antwort vom 8. Aug. auf J. C Sehr, vom 29. Juli und 1. Aug. den Dep. Tag beschicken zu wollen, da der Kaiser es dabei bewenden lasse und J. C. u. a. dafür hielten, es könne dort etwas Nützliches ausgerichtet werden (was er kaum glaube); für Abwendungder spanischen Gewalt müssten vor allem die auf dem vorigen Dep. Tag bewilligten 2 Monate in Richtigkeit gebracht werden (vgl. II. 451); damit die Papisten das Spiel nicht allein in die Hände bekämen, könnte man das von Magdeburg auf dem jüngsten köln. Kreistag Angezogene und anderes den R. Konstitutionen gemäss vorbringen (ebd. Or.). 2 In seinem Sehr, an Brandenburg vom 22. Aug. schlägt' Kf. Christian Verwendung der ao. 82 bewilligten 2 Monate (Ritter I, 575; II, 17), Ernennung eines Evangelischen zum Obersten, eines Päpstischen zum Zugeordneten und unverdächtiger Befehlshaber aus beiderlei Religionen vor (ebd. Cop.). 8 Wohl Herzog Franz von Sachsen-Lauenburg, vgl. S. 309 A. 1. * Vgl. No. 386. 398-400. 1590 369 digen und dann insgesaramt den Kölnischen ins Gewissen reden. Wollen die Papisten gar nicht mittun (wofür die Haltung Parmas während der Gesandtschaft spricht), so müssten die Evangelischen auf eine Extraordinarihülfe bedacht sein, wofür die augenblickliche Beschäftigung der Spanier in Frankreich sehr günstig wäre; das Kastell zu Antorf soll z. B. meist mit Bürgern besetzt sein. Auch bei einer Rückkehr der spanischen Truppen wäre man, besonders mit Hülfe der Staaten, stark genug. 5 ... Mb. 414|77 f. 19- Conc. 399- Pfalzgraf Johann an Johann Casimir. 21.August Zwei- , Auf J. C. Sehr, vom 7. Hat die kais. Erklärung in der Jülicher brücken Sache gegen ihn und die Mitinteressenten J. C, mit dem er einer Meinung ist, schon mitgeteilt. In keinem von allen kais. Sehr, wird dem Herzog vom Parma ernstlich befohlen sich der Tätlichkeit auf R- Boden zu enthalten.* . . Von der angefangenen lothringischen Traktation ist ihm ausser dem, „so E. L. schon albereit durch den herrn von Dona und sonst teilhaft gemacht worden," nichts weiteres von Mondreville oder Metz zugekommen. Mb. 414|77. Or. 400. Die kölnischen Gesandten an Bürg erme ist er 22. August und Rat zu Köln. 1, Septbr. (Werbung beim Kaiser. Erklärungen des Vizekanzlers Kurz über Prag den Städtetag und die Drohungen J. C. gegen Köln. Ein Gesandter des Kf. Ernst.) Ankunft hier am 20. August; fanden das versprochene und durch eigenen Boten überschickte Sehr, des Pfalzgrafen bei Lic. Wirichius (beil. Cop. l). Audienz beim Kaiser allein 27. August; der Kaiser versprach Beratung und Antwort. 3 . . Baten den Vizekanzler um Gutachten über das, was zu Speier der Adjunktion und zu Heidelberg der Religion halber vorgegangen. Kurz erklärte 1 In seiner Antwort aus Dresden vom 31. Aug. (Mb. a. a. O. Or.) teilt Chr. Brandenburgs, Entschluss zur Beschickung des Dep. Tags und sein eigenes Outachten an Brandenburg wegen der Beratung daselbst mit und billigt die Hülfe mit Volk, d.ie Wahl unverdächtiger Leute und eine bescheidene Erinnerung der Geistlichen; wegen Kölns müsste man doch erst volle Gewissheit haben. 2 Vgl. das kais. Sehr, vom 6./16. Juni bei Keller, Gegenreformation II, 109 (No. 45). 3 Vgl. No. 388. J. C. legte seiner Fürschrift an den Kaiser ein Sehr, an die Kölner Gesandten, Heidelberg 31. Juli, bei, mit der Aufforderung bei ihrer Heimkehr das Anbringen seiner Räte wegen der ev. Bürgerschaft zu Köln ihren Herren zu referiren und die Abschaffung der Beschwerden zu betreiben (Köln, Briefe 1589—92, Or.). Ein sehr scharfes Sehr. J. C. in gleicher Sache an den Kölner Rat vom 25. Aug. im Auszug bei Ennen V, 370 f; ebd. S. 369 ein etwas weniger schroffes Interzessionsschr. Kursachsens gl. Datums. Bezold. Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 24 370 1590 400—402. die eigenmächtige Vermehrung der städtischen Abgeordneten zum Dep. Tag (Köln und Nürnberg) auf eine kathol. und drei A. C. Städte sowie die Restriktion der kölnischen libertas voti per maiora für unzulässig; Köln habe dieses Zeichen des Misstrauens nicht verdient und mit Recht protestirt; sie sollen sich auf dem Dep. Tag an die kais. Kommissarien wenden. 1 Zum 2. Punkt erklärte Kurz „das gleichwohl solche comminationes bei . . herzogen Johan Casimir nit neu und das I. F. Dt. auch wol etwas attentieren durften"; der Kaiser werde aber eine solche Beschwerung einer so ansehnlichen Kommune der Religion halber nicht zulassen. . . , Am 23. kam der Grossmayer von Lüttich Hermann von Linden als Gesandter des Kf. von Köln hieher; hatte schon Audienz; sie baten Kurz um Mitteilung, falls L. etwas gegen den Rat vorbringen sollte. Kurz erklärte, bisher sei nichts dergleichen vorgekommen. Die vom Rat überschickten Beilagen. Man glaubt „dieser ort", die Stadt Köln habe trotz der unruhigen Zeiten nicht ab, sondern publice und privatim zugenommen, „welchs, dieweil die gemuter allenthalben damit eingenommen, abzulehnen arbeit haben will. 2 Köln. Berichte der Kölner Gesandten 1590. Or. 24.August 401» Johann Casimir an Wolfgang von Mainz. Germersheini Hat von seinem Amtmann zu Bacharach Meinhart von Schom- berg gehört, dass W. die schon öfter zwischen ihnen erörterte persönliche Zusammenkunft wieder angeregt hat, und erbietet sich W. am 8. oder 9. September in Höchst zu besuchen, auf W. Wunsch derart, als ob er nur auf der Reise nach Nauenheim vorsprechen würde. 8 Mb. 414|77 f. 180. Conc 21August402. D. Andreas Fabritius an D. Hennig Hamel.' itonigs- (p r eussische Heiratshandlung; die Herzogin will den Kaiser hereinziehen.) Hat wegen des zu Halle unter andern geheimen Sachen berührten Verdachts gegen seinen Kollegen Hans von Tettau, als habe derselbe zu Köln in einer Konversation sich nicht gut brandenburgisch erzeigt, Erkundigung eingezogen. T. wurde von der Herzogin in Schutz genommen und erklärte ihm selbst, sein 1 Der ßtädtetag zu Speier hatte beschlossen den beiden zum Dep. Tag beschriebenen Städten Köln und Nürnberg noch zwei weitere, Strassburg und Frankfurt, beizuordnen (Abschied Speier 24. Juli a. St., Köln, Städtetagsabschiede de annis 1590/91/92). 3 Vgl. hierüber Weinsberg IV, 104; 107. 3 Vgl. No. 358. W. schlug am 27. Aug./6. Sept., da er eben nach Aschaffenburg reisen wolle, eine spätere Zusammenkunft in Steinheim oder unter Beiziehung Triers in Mainz vor (ebd. Or.). Ein Sehr. J. C. vom 30. Aug.. (ebd. Or.; nicht ausgefertigt) lehnt Triers Beiziehung ab. * F. und der im Sehr, erwähnte Tettau sind preussische Räte, Hamel magdeburgischer Rat. 40 2_404. 1590 371 besprach zu Köln mit dem von „Potlist" sei falsch verstanden worden. Die Herzogin ist der Sache nicht ungeneigt und wartet nur auf die väterliche Erklärung, beabsichtigt übrigens auch, da sie durch vornehme Leute vom Kaiserhof erinnert wurde nach dem Beispiel ihres Vaters ihre Kinder nicht ohne kais. Rat zu verheiraten, 1 den Kaiser um sein Bedenken darüber zu ersuchen, welches der beiden bewussten Häuser dem andern vorzuziehen. Er brachte hiegegen alle möglichen Einwände vor; da er besorgt, „das man etwa den dritten durchs haus Osterreich geben und dem alten trappen, durch heirat zu wachsen, nachgehen mochte," n. a. es könnte aussehen, als wolle die Herzogin das Haus Oesterreich selbst invitiren; ginge Oesterreich darauf ein, so würde sie Ursache geben „ihr fleisch und Mut nicht allein, sonder auch die lande und evangelischen stende in das leidige pabstum zu stecken", es könnte bei Brandenburg grosse Weitläufigkeiten veranlassen u. s. w. 2 Sie entschloss sich endlich ein Sehr, an den Kaiser zu verfassen, aber dessen Absendung seinem Herrn dem Markgrafen anheimzustellen. Berlin R. XXXV. C a. Cop. 403. Johann Georg von Brandenburg an Christian 28. von Sachsen. Au ß ust Karzig Kann nicht mehr tun, als dem K. von Navarra die bewilligten 30 000 Taler vollends vorstrecken; hat aber Chr. u. a. Fürsten nichts vorzuschreiben. 3 Dr. 9305. Or. 404. Christian von Sachsen an König Jakob von30.August Schottland. Dresden Auf J. Sehr, vom 8. Juni, überreicht durch Guilielmus Stuartus uud Johannes Skenaeus. Hält den von J. vorgeschlagenen Weg friedlicher Interzession für völlig aussichtslos; jeder derartige Schritt würde nur der List und Treulosigkeit der Gegner zu 1 Am 20. Aug. schreibt Herzogin Maria Leonora aus Königsberg an M. Georg Friedrich, ihr Gesandter Otto Bilandt zu Reidt habe die kais. Konfirmation ihres Heiratsvertrags noch nicht erhalten; man habe ihr vorgehalten, sie habe ihre älteste Tochter ohne Vorwissen des Kaisers dem K. Sigismund von Polen zugesagt (ebd. XXXV. >, Or.); vgl. hiezu Z. f. preuss. Gesch. IX, 354 f; 358. 2 Vgl. hiezu Eh s es I. 2, 420. 8 J. G. hatte bereits am 16. Aug. aus Küstrin dem Kf. Christian, der ihm seine Korr. mit J. C. mitteilte (S. 361 A. 2), erklärt, er habe dem König ein Darlehen von 30 000 Talern bewilligt, wovon 15 000 schon erlegt seien (vgl. S. 230 A. 2); den Rest wolle er auf ferneres Ansuchen des K. erlegen, auch Zuzug von Volk gestatten ; mehr oder anders zu helfen sei ihm bedenklich, da er .allewege gerne dahin gesehen, das man sich der franzosischen kriege zu geferlicher conse- quenz nicht so gar ser teilhaftig machen und dadurch den krieg in unser gemeines Vaterland deriviren möchte" (ebd. Or.). 24* 372 1590 404—405. Statten kommen, Wird die Sache mit den übrigen R. Fürsten in Beratung ziehen. 1 Berlin, Uniönsacta I. Cop. (August) 405. Memorial Minucci's 2 für Ernst von Köln. (Einleitung einer Verständigung mit J. C. Heirat und römische Königs- wähl. Präzedenz. Rheinischer Kff. Konvent. Vermählung und Anwartschaft Sibyllas von Jülich.) „Memoriale delle cose che resteranno a disponere dal ser mo signor elettore di Colonia per le materie trattate dal Minucci con S. A. di commandamento del ser mo signor duca Guillielmo di Baviera etc. Ritornando il baron di Potlitz d'Hollandia S. A. restcrä servita di non disprezzare quel desiderio che mostra il duca Giovanni 1 Vgl. die kgl. Beglaubigung für die beiden Gesandten bei Chr., 8. Juni, ebd. Cop; bei Heinrich Julius von Braunschweig, Hannover Or. ; bei Johann Georg von Anhalt, Beckmann II, 214 f; ihre Instruktion vom 9. Juni (Vorschlag einer gemeinsamen Fri. densgesandtschaft der prot. Fürsten an England, Spanien und Frankreich, ev. einer Gegenliga gegen Spanien) Ryiner VII, 36 ff. In einem Sehr aus Kolding vom 28. Juli befürworten K. Christian IV. und die dänischen R. Räte der Regierung die schottische Werbung bei Heinrich Julius von Braunschweig (Hannover, W. 1478, Or. pr. 12. August durch die Gesandten), der in Sehr, aus Wolfenbüttel vom 13. Aug. an Dänemark und die deutschen Fürsten eine Versammlung sämmtlicher ev. Potentaten, Kff., Fürsten und Stände ähnlich dem 1583 geplanten Konvent zu Mühlhausen (Br. J. C. II. 20,3) vorschlägt, um sich über Herstellung der Ruhe oder im Notfall über Massregeln der Abwehr zu verständigen (Hannover a. a. O., Berl. a. a. O. Cop.; gl. Datums an K. Jakob, mit dem Versprechen vorerst einen Konvent der ev. R. Stände betreiben zu wollen, Hannover). Die Antwort Sachsens, Kolditz 2. Sept., erklärt sich gegen einen Konvent, aber für Beratung der Sache durch die prot. Gesandten auf dem Dep. Tag (ebd. Cop.). In seinem Sehr, an Heinrich Julius hatte K. Jakob bemerkt: „Cum una in Dania essemus, fusius hac de re cum Cels. V. coram egimus"; vgl. Ranke, Engl Gescn. II 3 , 1-1; über das Ganze ebd. 2 Dieses Memorial, das auch in deutscher Fassung vorliegt (Ma. 38/20 f. 328 ff), ist von Minucci für den Kf. Ernst im Hinblick auf dessen Zusammentreffen mit J. C. und den andern rheinischen Kff. auf dem von Köln vorgeschlagenen Konvent verfasst worden; M. kam auf seiner Rückreise noch in der letzten Augustwoche a. St. zu J. C; am 30. Aug./lO. Sept. war er (vgl. S tieve IV. 44 A. 6 undEhsesI.2, 484 A. 1.) in Speier. Die Abfassung des Memorials liegt jedenfalls vor dem Besuch Minucci's bei J. C, dessen sonst ohne Zweifel Erwähnung geschehen würde. Stieve IV, 13 A. 4 setzt das Memorial, das er gewiss mit Recht auf Weisungen Herzog Wilhelms an M. zurückführt, irrig vor den Bericht vom 5./15. August. Vgl. dagegen die Ueber- schrift des italienischen Textes; im deutschen Text lautet sie: „Vermerkt, was I. Ch. Gn. zu Cöln in denen Sachen zu tuen, so aus bevelch I. F. Gn. herzog Wilhelmen in Bairn der Minucci mit derselben gehandelt." 405. 1590 373 Casimiro" di riattaccare seco buona amicitia, alla quäle s'aprirä (Augast) piü facile strada, s'ella darä segno di accettare per buona la scusa delli passati termini hostili usati da esso Casimiro, mostrando anzi di lodare ch'anco in quello gli volesse mantenere la fede sua, et di far argomento di qua, ch'egli tanto piü sia per essere nelle occasioni pronto et constante a servitii di parenti et d'amici. Se in questo proposito darä occasione il Potliz discorrere sopra quello ehe puö appartenere al ben commune dell'una et l'altra parte, b continuandosi una buona intelligenza tra prencipi del medesimo sangue et della medesima famiglia, S. A. segondo la sua prudenza saprä andar ordendo la tela per quei fini che si sono comunicati. Ma sarä servitio della causa mostrar di non sapere intorno ciö il senso del ser mo signor duca Guillielmo, ma di volerlo ben discoprire con buona occasione et tentare in ogni modo di per- suadere S. A. ad unirsi, quanto sia possibile. Se accaderä la ragunanza de gl'elettori del Rheno, come pare che s'inteuda, miglior occasione haverä S. A. d'incaminare di presenza le medesime prattiche con esso duca Casimiro et discoprire accor- tamente, quai sieno i pensieri intorno al matrimonio, intorno alla elettione de re de' Romani, 0 intorno alle pretensioni di precedenza mosse da grAustriaci. In occasione della quäl ragunanza S. A. poträ anco con gl'altri due elettori fare qualche scoperta de gl'animi loro cosl intorno il presente malgoverno dell'imperio et la futura elettione de re de' Romani, com'anco sopra la medesima materia di precedenza, procurando quanto sarä possibile di guadagnarsi le volontä loro et farli amici alla casa augustissima di Baviera et favorevole a disegni nostri, sopra che importa molto che S. A. metta gran pensiero e v'adopri la forza della prudenza et eloquenza; et cosl si verrä facilmente a sottrare, se o dalla parte dell'imperatore s'e fatto officio con loro per l'elettione de re de'Romani o da quella dell'arciduca Ferdinando per la controversia della precedenza, nella quäle egli dice d'havere giä alcuni elettori dal canto suo. Secondamente S. A. restarä servita di far pigliare qualche buona et secura informatione di ciö, che veramente possa appartenere alla principessa Sibilla dopo la morte del padr'e et del fratello, se non facendo ella lettione [!] le ha da pervenire almeno la quarta parte dei stati paterni, poiche sono feudi, da quali non vengono escluse le femine; se'l contado di Rauuensburg et la signoria di Rauenstein sono feudi della Gheldria, et se di loro natura possono passare in femine; et quando'l re catolico investisse di quelli essa principessa Sibilla o'l marito suo, se vi restaria altra difficoltä. Et se nel medesimo modo S. M li Cat oa potess'auco in- vestir altri nel contado di Meours, come acquistato per ragion di guerra, ove si puö almeno con buona giustitia pretendere ristoro delle spese fatte nell' impresa, le quali importariano piü che non a Am Rand von anderer Hand: „Quaesita amicitia a Casimiro". b Ebenso: „Consilia de matrimonio". c Ebenso „De electione regis Romanum. De praecedentia". 374 1590 405-406. Tale il contado. Oltre di che si desidera anco sapere, quanto possino rendere d'entrata li detti stati di Rauuensburg, Rauuen- stein et Mours." a .... Ma. Sll|3. Or.? 406. Memorial in Sachen Ernsts von Köln. 1 (August) (Verteidigung des Kf. gegen den Vorwurf unerlaubter Abmachungen mit Spanien. Minucci's Werbung bei Trier, Mainz und Pfalz.) Allerhand Reden und Argwohn gegen Köln, als habe er sich den R. Konstitutionen zuwider mit Spanien in ein Bündniss eingelassen, besonders verstärkt durch die grosse Vertraulichkeit des Kf. mit Parma, durch spanische Truppen und Guardien in kf. Städten und die Entwürfe eines antorfischen Baumeisters für zwei Schlösser in Bonn und Neuss. „Dahero haben etliche fürsten Sachen vor inen gehabt, so I. Ch. Gn. wolfart, namen und würden hoch zewider, und hat sonderlich landgrave Wilhelm von Hessen dem von Trier geschriben, ir des von Cöln Ch. Gn. weren gehörter Ursachen halber von der churfürstlichen verain und zal auszeschliessen". Trier antwortete vernünftig und wie ein guter Freund, verneinte die Anklagen, verteidigte den bairischen Namen und erklärte „teutsch genueg, . . das S. Ch. Gn. zu gemeltem vorhaben ze helfen nit bedacht. 2 Als nun derMinucci dieser Ursachen halber zu Trier, Mainz und dem Casimir geschickt worden, hat er sich beflissen, angedeute böse wohn und verdacht genzlich auf- zeheben", besonders mit schriftlichen Belegen gezeigt, dass Köln und Parma sich dahin verglichen, die Guardien müssten abgeführt werden, wenn es der Kf. begehre, ferner erklärt, die Festungen und Basteien seien zur Ersparung der sonst nötigen Guardien gebaut worden; „zu solchem habe man einen paumeister genommen, wo man einen gewüst, und wan einer beim Casimiro gewest, so hett man denselben eben so bald begert und so gern gehabt als den andern. Ob aber I. Ch. Gn. mit den Spaniern in einer bindnus sei, das könne man daher leicht abnemen, das I. Ch. Gn. geneigt, mit des königs Widersachern, auch one I. K. W. vorwissen, frid ze machen, da es rechtmessiger und leidenlicher weis ge- schechen könne." Ferner erbiete sich der Kf. das spanische Volk zu entlassen, sobald ein ihn vor den Staaten sichernder Friede gemacht oder ihm die Kreise zur Haltung eigner Kriegsleute Hülfe tun würden. „Hirdurch ist dem von Trier und dem Casimir (dann der Minucci zu dem von Mainz wegen ableiben und klag desselben bruedern nit kommen können, ist jedoch dem dechant von Bonn aller bevelch gelassen worden) ein solch benüegen beschechen, das Trier sich vast erfreit, das S- Ch. Gn. nunmehr wisse, wie sie dem gegenteil sollen antworten, der herzog Casimir aber sich allen gueten willens, auch verrer erboten solch alles von stund an dem a Das folgende bezieht sich auf den bair. österr. Präzedenzstreit und die Titulatur. 1 Vermerk auf der Rückseite: „Von dem verdacht, das I. Ch. Gn. zu Cöln mit den Spaniern ein verbindnus etc." 2 Vgl. Frangipani an Montalto 3./13. Sept., Ehses I. 2, 5C6. 406-407. 1590 375 von Sachsen und Brandenburg zu schreiben. Dis hat der Minucci von stundan dem von Würzburg geschrieben, sich auf dem tag ze Frankfort darnach hette ze richten. Darauf S. bischoves F. Gn. geantwort, er Minucci sei eben recht kommen und wollen sie der Bachen recht tuen." Marb. 38)20 t. 332 f. Cop. 407. Sancy und de Presnes an Landgraf Wilhelm. 2. Septbr. Frankfurt Schicken Sehr, und Instruktion des K. in Copp., bitten um Hülfe noch in diesem Jahr. Der K. wird den von den Fürsten ernannten Führer des Heers bestätigen.....J. C. beschied sie heute nach Neuschloss zur Verhandlung über raschere Unterstützung des K., „ä quoy il se dict tres-affectionne". . . Vergiftung des Papstes durch die Spanier. 1 Mb. Frkr. 1590. I. Or. (pr. Zapfenburg 8. Sept.) 1 Vgl. No. 382. Am 1. Sept. schrieben S. und Fr. an Sachsen (Dr. 9305. I. Or. pr. Kolditz 12. Sept.) und an Braunschweig (mit dem Bemerken: „dominus Schonbergius morbo affectus scribere non potuit," Hann. Or.). Vgl. No. 414. Sachsens Antwort an S. und de Fr., Kolditz 13. Sept., verschiebt alles bis zur Rückkehr Pallavicino's; das Or. Sehr. Spaniens an S. demente behält er (ebd.). Vergebens suchte Schomberg in einem Sehr, aus Frankfurt vom 21. Sept. den Kf., dem er ein Sehr, des K. an die 3 Gesandten in Frankfurt vom 28. Aug./7.Sept. schickte, davon «u überzeugen, dass ein längerer Verzug der Hülfe den K., wenn nicht ein Wunder geschehe, um sein Reich bringe. Er selbst habe bereits durch Anhalt dem Kf. erklären lassen, dass er die ihm von beiden Königen übertragene Gewalt einem vom Kf. zu bezeichnenden Fürsten abzutreten erbötig sei. „Ein schreiben mit meiner hand" mit bestimmter Zusage einer bestimmten Truppenzahl auf diese und diese Zeit werde genügen, um den französischen Adel, der nicht länger im Feld bleiben wollte, beim K. festzuhalten. Verzicht auf die Einnahme von Paris und Rückzug über die Loire würden unwiderbringlichen Abfall nach sich ziehen. „E. Ch. Gn. bitte ich umb Jesu Christi leiden und sterben will, sie wollen doch den tapfern frommen konig nicht lenger hulflos lassen" (Dr. ebd. Or.). Der Kf. antwortete Dresden 28. Sept. durchaus abdehnend; die Sache hänge nicht von ihm allein ab, sonst wäre er dem K. längst zu Willen gewesen (ebd. Conc. Krell). Viel schärfer erwiderte er am 2. Okt. auf ein Sehr. Sancy's, Frankfurt 23. Sept. (worin die Bitte um Urlaub, „taedet enim tamdiu his locis inutilem regi patriaeque vivere"), er trage keine Schuld an der Verzögerung der hochnötigen Hülfe und hoffe noch die Versuche derjenigen zu vereiteln, „qui tarn piae et iustae expeditioni aliquid impedimenti ut antehac saepius obiieere nitentur. Aliorum autem hie sive eunetationem nimiam sive eulpam praestare non possumus neque debemus; hanc tarnen ipsam cum, ut voluissemus, corrigere nobis non licuerit, ut poterimus, certe emendare studebimus." Die Hauptschuld trage der König selbst (ebd. Conc. Zündelin. — Nach einem Sehr, von Revol an Schomberg, Chelles 29. Aug./8. Sept., hatten Pallavicino und Staffort, die seit 8 oder 9 Tagen vergeblich auf die Schlacht zwischen dem K. und Parma warteten, noch keine Audienz erhalten können (ebd. Cop.). Im Sept. rechnete Heinrich IV. noch bestimmt auf das Eintreffen der deutschen Hülfe, vgl. Lettres miss, III, 251; 253; 257- („auj plus tard dans la Jm_ de^novembre"). 376 1590 408. 4.Septbr. 408. Joachim Friedrich von Magdeburg an Potsdam Christian von Sachsen. Auf dem niedersächsischen Kreistag soll offen und geheim von der französischen Hülfe gehandelt werden. Alle die von J. C. angeführten Argumente und Motive vernünftig und am Tage; Geneigt- heit der vornehmsten Evangelischen. Für einen Konvent der Räte. Sachsen soll die Sache bei Brandenburg, Pommern und den Ernestinern betreiben, er bei seinem Vater und M. Georg Friedrich, der Würtemberg gewinnen kann, und auf dem Kreistag, Pfalz bei Ernst von Baden und Mümpelgard, Strassburg bei den andern vornehmen R. Städten und bei den ev. Schweizern, die vor 3 Jahren 14000 M. schickten; Jülich auf R. Kosten zu schützen- Holland und und Seeland vertraulich zu einem Angriff auf Parma zu veranlassen. 1 Dr. 9305. I. f. 371. Or. (pr. Kolditz 8. Sept.). 1 Vgl. No. 389. Das S. 362 A. angeführte Sehr., nach seiner Bezugnahme auf das obige Sehr. Magdeburgs jedenfalls nicht vor dem Sept. 1590 verfasst, soll nach Anquez S. 35 A. 1 von Sancy herrühren. Der Schreiber berichtet zuerst von einer Unterredung zu Halle mit Meckbach, weswegen er nicht bis zum Administrator nach Wolmerstedt zu gehen brauchte; er habe M-, der wie immer voll Hoffnung war, die Sehr, des Königs an den Administrator sowie die Sehr, des Kf. von Brandenburg und Braunschweigs übergeben. [Joachim Friedrich war am 4. Sept. in Potsdam, am 17. und am 26. in Wolmerstedt]. „Depuis j'ay veu m r Peucer et le prince d'Anhalt, quelque peu indispose" [vgl. Sancy an Bongars, 14. Juli, Anquez S.30; Beckmann III, 142]. Nach Mitteilungen über den AuftragPallavieino's den König zur Sendung einer Person „a latere- 1 , La Noue, Chastillon oder Duplessis, zu bestimmen und über die No. 389 gegebene Korrespondenz sowie über Sachsens strenges Verbot aller Werbungen für die Liga und über die kais. Patente für letztere, von denen man dem Kaiser auf seine Abläugnung hin ein von ihm selbst unterzeichnetes Or. zugeschickt habe, meint der Schreiber, „que petit ä petit les affaires s'aigrissent en ce pays, mais c'est bien petit ä petit"; man braucht viel Holz, um diese Leute warm zu machen, und das Holz ist jetzt sehr teuer! Die Zusammenkunft Sachsens mit dem Administrator hat ein Verbot des Lästems auf der Kanzel für die „prStraille" des letzteren zur Folge gehabt, doch will einer in Halle nicht aufhören. „Je crains qu'il me faudra courir pour trouver m r l'electeur qui est ä chasser" [Kf. Christian ist am 8. Sept. in Kolditz, am 10. wieder in Dresden]. „Ce qui sera cause que je vous verray d'autant plus tard, ä mon grand regret. Je croy, mons r , que je ne vous rapporteray gueres davantage que ce que je vous escris ä present. Le D. Peucer trouve les procedures de vos cafars fort estranges et eslongnees de leur robes. Et ä cela, comme au dessain de vostre voisin il ne trouve meilleur remede que celuy que vous jugez ä aussyestre tres-asseur6, qui est que celuy que vous cognoissez, voye S. M'" 5 . 1 " Ich halte für den Schreiber dieses Briefes nicht Sancy, der am 2. Sept. aus Frankfurt schreibt, dass er mit de Fresnes am 4. bei J. C. sein soll (No. 407), sondern Bongars, der von Sancy noch im August zu M. Georg Friedrich geschickt worden war (S. 362 A.)und nach einer Aeusserung Peucers vom 24. Aug. nicht nur nach Dresden, sondern auch nach Prag hatte geben sollen, Beckmann a. a. O. Am 23. Sept. iat Bongars wieder in Frankfurt (H. Hagen, Catalogus codd.Bern. 409. 1590 377 409. Instruktion Johann Casimirs für seine auf den 5.Septb r Dep. Tag abgefertigten Räte Fabian von Dohna, Heidel- Adam Gans zu Putlitz und Dr. Ludwig Culmann. Zunächst bleibt es bei den beiden früheren Instruktionen für die beiden Kreistage zu Köln. Gute Korrespondenz mit den Kursachsen. Die Verschiebung der Sache auf einem R. Tag keinen- falls zu bewilligen; vgl. den R. Abschied von ao. 55, wonach erst bei Unzulänglichkeit der gesammten Kreishülfe an den Kaiser zu gehen und ein R. Tag auszuschreiben ist. Zu der (unnötigen) Ergänzung der 5 Kreise der obersächsische vorzuschlagen. Zum Haupt einer wirklichen Hülfe nicht Jülich oder ein niedersächsischer Fürst, jedenfalls kein früherer spanischer Diener, zum Oberstleutnant etwa der Herr von Raidt trotz seines Alters zu wählen. Hülfe mit Volk, höchstens dreifach. Abforderung der Deutschen in spanischem Dienst und Verbot weiteren Zuzugs. Ueber die Augsburger 2 Monate nicht weiter zu disputiren. Interpellation der Räte der geistlichen Kff. durch die der weltlichen; vgl. sein Sehr, an Sachsen vom 20. August. Anzuregen drei Mittel für einen Frieden in den Niederlanden : 1) Freilassung der Religionsübung, 2) Herstellung der Privilegien und 3) Abschaffung der spanischen Guber- namenta. Hat Interzession für die Stadt Köln beim Kaiser getan und deshalb an Sachsen geschrieben; auf eine Gesammtinter- zession der Stände zu dringen. . . . Mb. 414177 f. 212. Or. Bern 1875, S. 217 f.). Ueber seine Bezeichnung als „le coureur" vgl. Anquez S. XXXIV A. 1. Der Adressat des Briefs ist nicht leicht zu ermitteln. Die letzten Sätze zeigen ein Interesse an den theologischen Wirren, das durch den Hinweis auf „les procedures de vos cafars" auch bei dem Adressaten vorausgesetzt wird. Ich würde am Ehesten an einen Vertrauensmann in Strassburg, etwa Lobbetius, denken; das „dessain de vostre voisin" im letzten Satz könnte sich dann auf die weiter oben im Brief erwähnte Traktation zwischen Metz und Lothringen beziehen (vgl. No. 399). Was die ebenfalls im letzten Satz erwähnte Sendung an Heinrich IV. betrifft, so erfahren wir hierüber mehr durch ein Sehr, aus Frankfurt vom 21. Sept. an einen deutschen Fürsten (wohl Anhalt, deutsches Conc. Bern, Bibl. Bongars, B. 149 No. 79). Der Schreiber, Sancy (nicht Bongars, wie Hagen annimmt), meldet seinen Entschluss, wegen der Missverständnisse über die Hülfe und vieler nicht brieflich mitzuteilender Dinge eine vornehme Person zu mündlichem Bericht an den König zu schicken, bei welcher Gelegenheit „E. F. Dt." die Pferde zum Geschenk für den K. mitschicken kann ; ein P. S. vom 22. Sept. teilt Cop. eines kgl. Sehr, mit, das ihm einer seiner Diener vom Hof brachte; der Adressat soll seinem Brauch nach vor andern die eiligste Hülfe befördern. Aus den Sehr. Schombergs an Sachsen vom 21. Sept. und 15. Okt. (s. u.) wissen wir, dass das kgl. Sehr, vom 28. Aug./7. Sept. nebst mündlichem Bericht den Gesandten in Frankfurt durch einen Sekretär Sancy's überbracht wurde. Am 23. Sept. schreibt Sancy aus Frankfurt an L. Wilhelm unter Verweis auf das kgl. Sehr., er wolle sich nach langem fruchtlosem Aufenthalt hier zum König begeben, doch nur mit Zustimmung W. (Marb. Or.), dessen Antwort vom 23. Okt. S. nichts als Empfehlungen und fromme Wünsche für den K. aufträgt. S., der am 6. Okt. von Strassburg nach Basel ging, wurde dann durch die Kämpfe zwischen 378 1590 410. 5. Septbr. 4j[() t Johann Casimir an Christian von Sachsen. Heidel- ber (Minucci's Werbung; Konvent der rheinischen Kff.) Erinnert an seine Sehr, vom 20. und 8. August betr. Köln sowie dessen (von ihm für Schein und Hofpossen gehaltenes) Gespräch mit Putlitz. Vor wenigen Tagen brachte aber Kölns Abgesandter Minutius de Minutiis, ein Italiener und ein rechter Kurtisan, den Köln hin und wieder an Papst und Kaiser geschickt auf der Rückreise aus Baiern 1 bei ihm folgende Werbung an: Köln habe gehört, dass er bei J. C. u. a. in den ungerechten Verdacht gefallen sei, als wolle er Spanien wegen der Kriegskosten etwas vom Erzstift einräumen; der König, den er wegen der Verwandtschaft zwischen Burgund und dem Erzstift um Hülfe ersucht, habe ihm alle Kriegskosten geschenkt, so dass er das Volk in Neuss und Bonn jederzeit abschaffen könne (beil. das vom Gesandten übergebene Mandat Parma's); zur Beratung der Abschaffung wünsche Köln eine Zusammenkunft der vier rheinischen Kff., wobei man seine Gesinnung gegen das Reich erkennen werde; die projektiven Kastelle in Neuss und Bonn hätten nur den Zweck dem Kf. die Kosten grosser Garnisonen zu ersparen; er wolle aber den Bau unterlassen, wenn er von Seiten der Staaten gesichert sein werde, was die rheinischen Kff. (da ihm selbst ein Ansuchen verkleinerlich wäre) durchsetzen sollten. 2 Befürwortet nach diesem Ansuchen die früher widerratene Zusammenkunft; mindestens könnte man dabei die Gesinnung der papistischen Kff. betr. der Abschüttelung des spanischen Jochs kennen lernen. Vielleicht Hesse sich auch wirklich die Abschaffung der Garnisonen im Erzstift erreichen. 8 Dr. 8543. Or. Genf und Savoien jn Anspruch genommen (SegesserlV, 118 f.) und schrieb noch aus Basel im Nov. an Christian von Anhalt: „Fateor quidem, si in ea sententia, de qua ad me D. Peucerus scripserat, perstasset Cels. V. non passus fuissem me a consilio direetae ad regem profectionis dimoveri. Sed probo valde 111«»»« Cels V, consilium et spero magnum rebus nostris momentum accessurum Cels. V. illis locis praesentia" (Bern a. a. 0. No. 57). Vgl. sein Sehr, an Kf. Christian, Basel 26. Nov., worin er versichert, er habe ebenso wenig wie der König je an Chr. gezweifelt, Dr. Or. 1 Irrig anstatt nach Baiern; vgl. S. 327 A. 1. Kölns Beglaubigung für M. bei J. C, Lüttich 15./25. August, Mb. 414/77, Or. - Bei Mainz liess Minucci die Werbung durch D. Jacobus Campius (Dechantin Bonn, vgl. Hansen, Nunt. Ber. III. 2, 507 A. 1) anbringen; Trier, bei dem M. selbst schon auf der Hinreise nach Köln gewesen war, hatte sich zum Konvent bereit erklärt (Mainz an J. C, Aschaffenburg 26. Sept./6. Okt., Mb. a. a. 0. Or.). Ueber das oben erwähnte Mandat Parmas vom 25. Juli vgl. Ehses I. 2, 507 A. 1; G. G. A. 1900S.549f. 3 Der Kf. widerrät in seiner Antwort, Dresden 21. Sept. (Mb. Or. pr. 29. Sept.) den Konvent der Kff. sehr entschieden, ebenso den Vorschlag eines Ansuchens bei den Staaten. J. C. lehnte in einem Sehr. an Mainz, Heidelberg 5. Okt., die Teilnahme am Konvent ab, unter Berufung darauf, dass die Handlungen im Stift der von Minucci vorgebrachten Verwahrung Kölns wiedersprächen, sowie auf das kais. Sehr. an Khevenhüller (ebd. Conc). 411-412. 1590 379 411, Johann Casimir an die neuburgischen Räte 9-Septbr. Schreckenstein und Zorer. Heidelberg Erklärt sich gegen eine Verpfändung Pfalzburgs an Würtem- berg durch Lothringen, was ein Präjudiz für die Agnaten, besonders für Neuburg und dessen Brüder schaffen würde. Man soll, wie früher bedacht, mit der actio revocatoria gegen Lothringen in camera prozediren. 1 Mb. 327|27. Or. (pr. Speier 10. Sept.) 412. Landgraf Wilhelm an Markgraf Georg Friedrich. 10 - Se P t - (Aufgefangene Sehr. Philipps IL Absichten auf Jülich. Verurteilt jeden Zapfenlandesherrlichen Gewissenszwang.) bürg Teilt vertraulich Copp. zweier interzipirter Sehr, des K. von Spanien an seinen Gesandten am Kaiserhof mit [beil. in lat. Ueber- setzung eines s. d., das andere vom 26. Mai] 2 ; die Spanier haben demnach wirklich ein Auge auf Jülich. Der Passus, dass etliche Kif. und Fürsten, worunter auch er, erklärt hätten, „als das die Untertanen ihrer herrn glauben zu folgen schuldig sein solten, 3 beruht soviel ihn betrifft auf Unwahrheit, „dann wir von jugent auf allezeit solche proposition als tirannisch und dem claren wort gottes gar zuwider gehalten. Dann gottes wort spricht: Was ich euch sage, das solt ihr hören und dem solt ihr folgen, dan ich bin der herr; item, man sei gott mehr zu gehorchen schuldig als dem menschen; und schilt hesslich uf diejenigen, so mehr uf menschen als uf gott sehen, wie davon fast unzehlbare Spruche der heiligen schrift gefunden werden. Darumb haben wir ein solchs, es geschehe auch von wem es wolle, nie können oder wollen gut heissen, sondern 1 Vgl. No. 292. Das Sehr. J. C. ist die Antwort auf eine am 1. Sept. in Heidelberg angebrachte Werbung der beiden Eäte (Hans Kaspar Koth von Schreckenstein und D. Tobias Zorer), die vorher am 30. August in Stuttgart mit Herzog Ludwig über die kais. Kommission in Sachen Würtemberg gegen Lothringen (vgl. Tuetey I, 210) und auch über Pfalzburg verhandelt und nachher sich nach Speier zu der dort angesetzten vergeblichen Tagung jener Kommission begeben hatten (die beiden Käte an Pf. Philipp Ludwig, Speier 12. Sept. Mb. Or.). 2 Vgl. über die drei in Prankreich aufgefangenen Sehr. Philipps II. an seinen Gesandten in Prag, eines vom 16., eines vom 26. Mai, eines ohne Datum (alle drei mit dem Datum vom 26. Mai in franz. TJeber- setznng bei Kymer VII, 34 f.) No. 382; Gott. Gel. Anz. 1900 S. 553 A. 1. Dr. 9305, I. neben dem Or. des Sehr, vom 26. Mai f. 389 eine (lückenhafte und freie) lat. Uebersetzung. Kf. Christian erhielt das Or. durch die französischen Gesandten zu Frankfurt (Chr. an J. C, Dresden 21. Sept.; das andere betr. Holland und Seeland habe Heinrich IV. an die Staaten geschickt, Dr. 8543, Ctmc). Die Generalstaaten schickten Copp. der 3 Sehr, in französischer Uebersetzung, mit Datum 16. Mai, am 1. Jan. 1591 an J. C. (Ma. 545/8 f. 107 ff; 113 ff.). 3 Rymer VII, 34.: „surtout vous donnerez ordre que, si on vient ä la conclusion, vous obteniez que, comme les princes h6rötiques maintiennent que les subjeetz doibvent estre de la religion de leurs seigneurs, cela soit inviolablement garde en mon endroit, veu mesmes la grande differenee qu'il y a ä se bander pour maintenir et conserver la foy et religion catholique dont je fay profession, et ä deffendre les erreurs que les heretiques suyvent." 380 1590 412—415. es allezeit wie auch noch vor ein tyrannei und greuliche gotts- lesterung gehalten, wie es auch re vera ist, das sich ein armer erdenkloss höher als der Schöpfer selbst zu machen und zu halten understehen darf." .... BerliD, R. XXXV. 3a. Or. 10. Sept. 413. William Stuart und John Skene an Heinrich Lüneburg Julius von Braunschweig. Anstatt des an der polnischen Grenze jagenden Kf. von Brandenburg hörte sie dessen Sohn zu Potsdam. Kursachsen „huius caussae zelo totus fervet," hält aber eine Verständigung der ev. R. Fürsten (nach dem Dep. Tag) für nötig und widerriet ihnen das Abwarten der Antwort, sowie eine neue Sendung von ihrem König. H. J. Sehr, an Johann Friedrich von Sachsen konnten sie nicht übergeben; die übrigen werden sie besorgen. 1 Hannover, W. 1478. Or. (pr. Wolfenb. 6. Okt). 12.Septbr. 414. Christian von Sachsen an Johann Casimir. Sendet das Sehr, von Sancy und Fresnes vom 1. Sept. nebst Beill. [No. 407]. Schlägt Zusammenordnung von Räten der von Palavicino angegangenen Fürsten vor; kommt dann P., vielleicht auch ein französischer Gesandter wieder, so könnte man sich desto rascher entschliessen. Brandenburg, Magdeburg, Hessen scheinen dem Werk nicht ungewogen, Braunschweig, Ansbach, Würteinberg noch zu gewinnen. Dr. 9305 I. f. 381. Cono. Krell. 12.Septbr. 415. Markgraf Georg Friedrich an Christian von Ansbach Sachsen. J. C. hat mit ihm nichts über die französische Hülfe kommuni- zirt, so dass er dafürhalten muss, J. C. habe zu dem Werk wenig Lust; hierin bestärkt ihn die ihm von einem vertrauten Ort zugegangene und Chr. in besonderm hohen Vertrauen gemeldete Nachricht, „das aus antreibung und persuadirung etlicher S.L. diener, die vielleicht mehr uf iren nutz als algemeiner wolfart sehen, S. L. dahin trachten und bearbeiten, wie sie in die cron Frankreich einen zimblichen fuss setzen und darin zur gubernation kommen könten". Chr. möge erwägen, was der König hierüber denken werde, besonders wenn die Hülfeleistung hintertrieben und er in der Not verlassen würde. Ist gegenwärtig von Geld entblösst und weiss nicht, wie er beisteuern kann. 2 Dr. 9305 I. f. 397. Or. 1 Vgl. No. 403. Am 29. Dez. schreibt K. Jakob an Braunschweig, bei der jetzigen Lage in Frankreich wären Gesandtschaften ganz nutzlos, weshalb die R. Fürsten entsprechend seinem und Englands Entschluss ebenfalls kräftige Geldhülfe leisten sollen (Hannover, Or.). * Auf der Adresse: „Zu S. L. selbst eigen handen und sonst.niemand zu erbrechen." — Die ( Antwort, Dresden 21. Sept. (ebd. Conc. Krell), erklärt, Chr. sei schon früher nicht verborgen geblieben, dass dergleichen von J. C. ausgesprengt, und er wisse auch, wer solche seines Erachtens ganz unbegründete Dinge ausgegeben. 416—419. 1590 381 416. Moritz von Nassau an Johann Casimir. 14. 24. Dankt für das Anbringen des Putlitz. Die Resolution der Se P :br - Generalstaaten wird J. C. durch die Gesandten vernehmen. Bezieht Haa S sich auf Putlitz; würde gern ein Mittel haben J. C. seinen guten Willen zu erzeigen. Mb. 414/77 f. 728. Or. (pr, 29. Sept.) 417. Die Räte zu Frankfurt an Johann Casimir. **• Sept. Frankfurt Auf Sehr, und Beilage vom ll. 1 Nicht ratsam dies alles insgemein vorzubringen; eine Ausschliessung der Kölnischen ganz untunlich. Wollen, was sich tun lässt, mit den sächsischen Räten besprechen; mit diesen und den Brandenburgischen halten sie morgen einen Konvent. Man wartet noch mit der Proposition auf den B. von Würzburg als obersten kais. Kommissar, wird aber nach seinem Eintreffen die Relation von Putlitz u. a. Gesandten nicht abwarten. Mb. 414|77 f. 269. Or. (pr. 17. Sept.) 418- Erklärung Ulrichs von Mecklenburg auf die l 4 - Se P*- Werbung des kurbrand enbu rgischen Kanzlers. Bützow Eine Union der Evangelischen zur Verteidigung ihrer Religion, d. b. der wahren A. C, nötig. Der nach Laut der Unionsnotel mögliehen Ausdehnung der Bundeshülfe auf Privatzwecke (gegen Angriffe „der religion oder sonsten andersthalb") wäre durch eine nähere Bestimmung vorzubeugen. Kann auf einen Abschluss der Union auch im Namen der Erben nicht eingehen. Wird die Versammlung der Räte zum Abschluss der Bundesakten beschicken. 2 Berlin, Unionsacta I. Oop. 419- Beratungen der evangelischen Räte zu Frankfurt. *?•""?■'• Septbr. „Nebenprotocoll, was privatim gehandlet und sonsten von etlichen Frankfurt gesandten ad partem für und anbracht worden uf dem deputationtag zu Frankfurt ao. etc. 1590". 15. September: Versammlung der Gesandten von Pfalz, Sachsen, Brandenburg, Hessen, Braunschweig. Sachsen: berichten über die Werbung des K. von Schottland bei ihrem Herrn 8 und teilen Schriften mit, „so fürter von den 1 J. C. legte seinem Sehr, einen Auszug der Eröffnungen, die Pf. Reichard dem Amtmann von Kreuznach gemacht hatte, zu etwaiger Verwertung auf dem Dep. Tag bei (nach einem Sieg Spaniens in Frankreich würden Kurpfalz und Zweibrücken an die Reihe kommen; der Papst solle dem Deutschmeister alle von den Evangelischen eingezogenen geistlichen Güter geschenkt, haben; ein Bündniss mit Mainz u. a. geistlichen und weltlichen Fürsten sei anzustreben, Köln von den ß. Handlungen auszuschliessen u. s. w.). 2 Vgl. Muffat, Verhandlungen der prot. Fürsten S. 5 f; Z. f. prenss. Gesch. V, 110; 111 A. 18. 8 Vgl. No. 403. 382 1590 419. 15.—17. Pfalzischen an I. Gn. H. gelangt worden", laut Conc. vom 16. eius- Septbr. dem. Besprechung der Gesandten der 3 Kff. über den Dep. Tag- Frankfurt Verständigung über ihre Instruktionen und Massnahmen; machen hievon am 16. Hessen, Braunschweig und Nürnberg Mitteilung gemäss dem mündlichen Vortrag D. Cullmanns: Die Papistischen hätten die Mehrheit und es seien interessirte Stände anwesend. Ob alle Stände im Rat zu leiden ? Köln und Jülich wohl eben so wenig auszuschliessen wie ao. 86 j 1 können als Gravirte guten Bericht geben. Burgund dagegen, woher alle Beschwerden seit 20 Jahren kommen, nicht bei der Beratung zu dulden; zur Vermeidung der Offension vor oder nach der Proposition bei der Mainzer Kanzlei zu suchen, anstatt im Rat in faciem. Proposition vermutlich dem Ausschreiben gemäss; die actiones zeigen das Widerstreben der Papisten, irgend etwas gegen Spanien zu Stande kommen zu lassen wie sie es auf dem kölnischen Kreistag zu hindern gewusst haben. Jetzt werden sie es auf einen R. Tag zu verschieben suchen. Dagegen müsse man sich an die Bestimmungen der R. Abschiede über Hülfe für bedrängte Stände halten. Die Frage, ob dem westfälischen Kreis zu helfen, müsse bejaht werden vermöge der R. Konstitutionen und des kölnischen Beschlusses, sowie im Interesse der Reputation und Wohlfahrt des Reichs. Was die Resolution der kriegenden Teile betrifft, so sei die vorliegende Parmas auf Schrauben gestellt. Gegenüber Bezugnahme des andern Teils auf diese Resolution, auf die Macht Spaniens, auf eine Friedenstraktation beherzige man die R. Ordnung; wenn man niemanden offendiren wolle, könne man keinem helfen; die durch Zusehen und Konniviren gewachsene spanische Macht werde überschätzt. Hinweis auf die vergeblichen Friedensbemühungen bei Alba, dann im J. 78 und 79; man solle sich nicht wieder in Verkleinerung stecken. Von den Ständen der A. C. werde sich wohl keiner dazu bereit finden, zumal der Ambassador am Kaiserhof instruirt sein soll den Religionspunkt bis zuletzt aufzusparen und im Notfall darüber alles Vorhergegangene zu nichte zu machen. 2 Ein Friede hätte nur dann Wert, wenn den Gravirten alles restituirt und der Wiederholung solcher Ueberfälle vorgebeugt würde. Die Hülfe müsste (trotz der geringen Schädigung von Seiten der Staaten) indifferenter gegen alle gebraucht werden, die R. Stände und deren Untertanen beschwert, bis alles Volk vom R. Boden abgetrieben. Soviel Kreise aufzumahnen, lals man für nötig halte; P. würde den obersächsischen Kreis vorschlagen, nötigenfalls auch den fränkischen; eine Aufmahnung aller 10 Kreise wegen der strittigen Direktion nicht zu empfehlen. Die wirkliche Hülfe wäre an Volk und zwar höchstens auf den dreifachen Anschlag aufzubringen; für weitere Kontribution seien die Konstitutionen massgebend. Die jüngst [1582] zu Gunsten der bedrängten Stände bewilligten 2 Monate angesichts der Streitigkeiten hierüber von ao. 86 und der willkürlichen Erhebung und Lieferung lieber nicht in Erinnerung zu bringen. 3 Betreffs der Abforderung deutschen Volks 1 Vgl. II, 413. 2 Vgl. Rymer VII, 8 Vgl. II, 422; 452. 419. 1590 383 von den kriegenden Teilen mit Rücksicht auf die Konstitutionen 15.—17. und die deutsche Freiheit vorsichtig zu votirem Die Direktion Septbr. gebühre bei einem gemeinen R. Werk nicht dem westfälischen Frankfurt Kreis; man bedürfe einer fürstlichen Person, „die redlich, ufrichtig, ein guter patriot und des reichs wolfart suche", wie solche Personen nach Ansicht von P. im obersächsischen Kreis zu finden wären; vor allem müsse man, allerdings „bescheidenlich", auf eine der A. C verwandte Person gehen; dem Haupt solle ein Papistischer zugeordnet und die übrigen Befehlshaber aus beiden Eeligionen genommen und vermöge der R. Konstitutionen vereidigt werden. Falls die Papistischen die Sache auf einen R. Tag verschieben wollten, müsste man ihnen vorhalten, da sie offenbar mehr auf die andere das R. beschwerende Seite als auf die R. Reputation und Wohlfahrt sähen, sei man genötigt von ihnen offene Erklärung zu begehren, wessen man sich zu ihnen zu versehen. Dies müsse aber- ad extremum aufgespart werden. Der Beseitigung der in der Parmischen Instruktion erwähnten nieder- ländisch-brabantischen Prozesse müsse man sich auch als eines allgemeinen Werks annehmen. Die vom F. Rat nahmen Bedacht bis andern Tags. 16. September: Anbringen der Gesandten der klevischen, bergischen und märkischen Landstände bei den pfälzischen Räten betr. die Beschwerungen ihrer Lande und deren Abstellung. Antwort mit Hinweis auf die Stellung ihres Herrn zu diesen Sachen; vor 20 Jahren hätte man diesem Unheil wohl vorbeugen können. Die Gesandten entgegneten, damals seien die Sachen nicht vor die Landstände gekommmen; jetzt sei ihr gn. Herr selbst mit ihrer hiesigen Vertretung der Beschwerden einverstanden. 17. September: Erklärung der ev. Gesandten des F. Rats: Braunschweig: Ausschliessung Burgunds erst nach der Proposition bei Mainz anzuregen; sind auf Beschluss wirklicher Hülfe instruirt; Pazifikation nur gegen völlige Restituirung und genügende Kaution; Hülfe nicht gegen Parma allein; mit den sonstigen Vorschlägen im Ganzen einverstanden; wünschen genauere Bezeichnung des für die Direktion geeigneten obersächsischen Fürsten. Hessen: sind auf Kommunikation mit andern instruirt; Bur- gund nach der Proposition auszuschliessen. Ihr Herr, bei dem ein kölnischer Gesandter war, der gütlichen Beilegung geneigt. Ev. Hülfe mit Geld, die behufs Werbung von Volk einem Hanpt zuzustellen (c. 3—4000 zu Ross und 9000 zu Fuss); Verwendung der 2 Monate von ao. 82 durch die Kreise zu beraten. Haupt: nach früherer Aeusserung im Fürstenrat der Kaiser, mit dem Zusatz, „das I. Mt. andere soll substituiren"; da der Kaiser dem Werk nicht werde abwarten können, schlagen sie Herzog Wolf oder Philipp von Braunschweig vor. Brabantische Prozesse dürften kaum vorkommen. Nürnberg: sich durchaus an R. Ordnung und Abschiede zu halten, worauf auch Gesandte der Stadt Köln ihres Wissens instruirt, nicht mit gütlicher Handlung aufzuhalten; R. Tag nur bei Unzulänglichkeit der 10 Kreise, die hier nicht zutreffe; Ausschliessung Burgunds nach der Proposition; Hülfe mit Volk auf 3fachen Anschlag u. s. w. Zur Direktion ein Fürst, aber in eigner 384 1590 419-420. Person (wodurch Jülich u. a. ausgeschlossen) zu gebrauchen; bei Zugeordneten kein Unterschied in der Religion zu machen; von 2 Monaten zu schweigen; Stadt Aachen mit der Hülfe nicht zu vergessen, Kff. Gesandte: in effectu sei man einig; nur de modo die' volle Verständigung erst in künftigen Beratungen zu erzielen namentlich betreffs des Haupts; Geheimhaltung; vota so zu tem- periren, dass andere spüren, dass keine Diskrepanz unter den Evangelischen. 17. September: Vortrag des Gesandten der Stadt Bremen bei den pfälzischen Räten (betr. Streit zwischen Bremen und dem Grafen von Oldenburg). 18. September: Vortrag Johanns von Löeben bei den pfälzischen Räten (als Abgesandter des niedersächsischen Kreises zu Halberstadt zu den ev. Gesandten in Frankfurt, sein Kollege Hans Meinhard von Schönberg noch nicht angekommen); Abends Audienz bei sämmtlichen Evangelischen (betr. Bedrängniss des niedersächs. Kreises durch die Spanier und Dringlichkeit der Hülfe). Mb. 4H|77 f. 425 ff. 18. 420. Kaiserliche Proposition auf dem 28 - Deputationstag. Septbr. Frankfurt Veranlassung des auf der letzten Kreisversammlung zu Köln beschlossenen Tags durch die Klagen und Bedürfnisse der Stände des niederländisch-westfälischen Kreises. Der Kaiser hat auf demR.Tag ao. 82 und auf dem Dep. Tag ao. 86 diese Sache ohne Erfolg an die Stände gebracht und seither an beide kriegführende Teile durch Sehr, und Schickung Ermahnungen und Befehle gerichtet, aber trotz der namentlich vom spanischen Hof und vom Gubernator der Niederlande erhaltenen Vertröstungen ist die Sache nur ärger geworden. Doch haben zuletzt die Gesandten der Kreise durch Geschicklichkeit und Fleiss solche Antwort erhalten, dass ein guter Teil der Beschwerden nunmehr hinfällig und keine Kriegsexpedition nötig sein dürfte. Da aber das seit vielen Jahren nicht nur über dem westfälischen Kreis, sondern auch über dem ganzen Rhein, der Ems und den Nachbarbezirken schwebende Verderben nur von der niederländischen Empörung herkommt und ohne Herstellung des Friedens zwischen dem König und seinen Untertanen noch weiter ins Reich herüberzugreifen droht, hat sich der Kaiser zu einer gütlichen Traktation zwischen den beiden kriegenden Teilen entschlossen und bei Spanien so viel erreicht, dass der König in eine Fortsetzung der kölnischen Unterhandlung durch den Kaiser und etliche friedliebende Fürsten willigt, wofür der König seinen Gubernator in den Niederlanden und' seinen Botschafter am kais. Hof bevollmächtigen will. Der Kaiser ist daran die Staaten bievon mit der nötigen Ermahnung zum Frieden in Kenntniss zu setzen und nach ihrer Erklärung die beizuziehenden Fürsten zu ersuchen. Hofft, dass die Stände auf dem Dep. Tag bei Beratung des Hauptwerks dahin gehen, dass die vom Kaiser begonnene Friedenshandlung nicht gestört werde. Mb. 414|77 f. 290. Or. 421-422. 1590 385 121» Johann Casimir an die Gesandten zu Frankfurt. 1 23 - Septbr. Auf ihr Sehr, vom 18. über die kais. Proposition. Der Kaiser Kaisers- und die Päpstischen wollen die nötige Expedition solang hinaus- lautern schieben, bis man weiss, welcher Partei in Frankreich der Sieg zufällt. Ist mit Sachsen und Brandenburg darüber einig auf sofortige wirkliche Hülfe für die bedrängten Kreise zu dringen. Spanien will wie bei den vorigen Verhandlungen im Ernst keinen Frieden, sondern unter diesem Schein weiter rüsten und operiren. Als seinerzeit bei der Handlung zu Köln der König selbst in Sachen der Religion etwas nachgeben wollte, verhinderten es die Unterhändler. 2 Jülich u. a. Ständen des westfälischen Kreises ist mit der Traktation nicht gedient. Eine Ueberstimmung der Evangelischen im Fürstenrat sollen sie für ungültig erklären und die Päpstischen fragen, ob sie sich noch an die R. Konstitutionen gebunden erachten und mit den Evangelischen das Vaterland retten helfen wollen oder nicht. Sind die Päpstischen nicht zur Hülfeleistung zu bringen, so sollen sie mit den Evangelischen vertraulich die Vereinbarung einer Hülfe „unterm schein, als wann für Frankreich geworben würde" erwägen und wenn man damit fertig, den Päpstischen Mitteilung machen und sie zur Uebernahme ihres Teils an den Kriegskosten auffordern. . . (Zettel:) Cop. der Proposition erhalten ; schickt ein Bedenken Pf. Johanns über dieselbe. 8 Mb. 414|77 f. 460 ff. 422. Die Räte zu Frankfurt an Johann Casimir, _ 24. ' Septbr. Nach der Proposition beschäftigte man sich bis heute mit den Frankfurt beiden Fragen, ob der Gesandte des burgundischen Kreises zur Beratschlagung zugelassen werden und ob man, ohne die Relation der zu den Staaten und Parma abgefertigten Gesandten zu erwarten, zur Deliberation des Hauptwerks schreiten und von der wirklichen Hülfe reden solle. Ad 1) wollte der Fürstenrat den Burgundischen bei der Verhandlung über gütliche Beilegung zulassen; der Kff. Rat blieb dabei ihn ganz auszuschliessen. Der Gesandte fügte-sich unter Protest gegen ein etwaiges Präjudiz und begehrte nur (natürlich umsonst), bei Klagen gegen seinen Herrn gehört zu werden. Ad 2) stimmten die Geistlichen im Kff. Rat für Abwarten, die Weltlichen dagegen. Der Fürstenrat, dem man dies referirte, entschied zu Gunsten der Weltlichen. 4 Die Trierischen beschwerten sich über Einlagerung Schwarzenburgs und Gonzagas im Gebiet ihres Herrn; man hielt dafür, es gehöre zum Haupt- ———----- 1 Vgl.über den Frankf.Dep.Tag Arch f. säch s. Gesch. VII, 301 ff; Pieler, Fürstenberg S. 134 ff; Gropp I, 344; Ritter, D. G..II, 52 f. 2 Vgl. Ritter I, 546: Hansen, Nunt. Ber. III. 2, LXI ff. 307; 324; 334 f; 346. 3 Dieses Bedenken (Mb. ebd. 365 ff.) beginnt mit der Erklärung: Die kais. Proposition „lautet und schleusset fast dahin, als wenn Spanien sich selbsten justificirte und noch bravirte". 4 Nachdem der Kff. Rat am 21. Sept. ein Ansuchen des Fürsten- rats um gemeinsame Beratschlagung abgelehnt hatte, wurden vor gesammtem Kff. und Fürstenrat die klevisch-bergischen Gesandten, sowie ein Bentheimischor gehört und die Supplikationen von Münster, B cz ol(1 . Briete des Pfal/grafen Johann Casimir. III. 25 386 1590 422—423. werk, beschloss aber die kais. Kommissare um Abmahnung der Obersten zu ersuchen; die Kommissare, die bereits den Kaiser um Schickung an dem Gubernator der Niederlande ersucht und auch dieser trierischen Klagen berichtet hatten, versprachen zu schreiben. Die Geistlichen wollen jedenfalls vor der wirklichen Hülfe die gütliche Pazifikation an Hand nehmen. Mb. 414|77 £ 718. Or. (pr. 26. Sept.) 27. 423. Die Räte zu Prankfurt an Johann Casimir. Septbr. Frankfurt Vorgestern schritt man zur Beratung des Hauptwerks. 1 Die Geistlichen sprachen sich unbedingt für den kais. Vorschlag aus. Pfalz : Suchten vergebens die bisherige Erfolglosigkeit aller friedlichen Beilegungsversuche auszuführen, wobei Sachsen und Brandenburg durchaus ihrer Meinung waren und „in ihren votis sich gar wol gehalten.'" Die Trierischen regten an, zur Sicherung der Be- Lüttich, Wied, Bentheim, Steinfurt, Tecklenburg, Stadt Köln und Dortmund verlesen, ebenso eine Werbung des niedersächsischen Gesandten. Die Verhandlungen im Kff. Rat, wo Pfalz zuerst die Ausschliessung des Burgundischen beantragte und Sachsen die Fruchtlosigkeit der kais. Friedensbestrebungen und die Unbilligkeit ParmaB hervorhob, und mit dem Fürstenrat am 22. 23. und 24. Sept. führten zu dem oben berichteten Ergebniss (Pfalz. Prot. Mb. a. a. 0. f. 337—424). 1 Am 25. September stellte im Kff. Bat Mainz zur Beratung: 1) den kais. Vorschlag der Pazifikation, 2) einen Vorschlag der kais. Kommissare wegen der spanischen Belästigung Triers, 3) eine (mit der klevisch-bergischen übereinstimmende) Supplikation der jülichischen Landstände (Pfalz. Prot). 2 Pfalz: betonte bei der 2. Umfrage, man sei hier, von der Hülfe für die Bedrängten zu handeln und nicht von Pazifikation ; das verderbliche und verkleinerliche Stillsitzen seit 24 Jahren; J. C. kenne die Beschwerden eines Kriegs, aber ohne die Möglichkeit das K. in einen Krieg zu verwickeln lasse sich keine Hülfe bewerkstelligen; die Pazifikation, gegen deren Aufnahme frühere Erfahrungen, auch die englisch-spanischen Verhandlungen vor der Armada (No. 109; 138) sprechen, würde doch nur Spanien zu Gute komen; die Spanier hätten schon 1521 über Ungehorsam der Niederländer geklagt, aber diesen gegenüber unter dem Prätext der Religion die pacta nicht beobachtet und gegen den Vertrag von 1548 die Inquisition zur Ausrottung der Vornehmsten eingeführt. Gegenüber dem Hinweis auf Macht und Stellung des Gegners bemerkt Pfalz: „Schanzen seien so stark als sie wollen, hab man teutsche hilf dagegen; da man selbige mit manlichen teutschen herzen will gebrauchen, werde man stark genug sein, sonderlich wan man noch einen kreis als den obersechsischen darzu zöge". Sachsen: betonen die Unmöglichkeit eines Friedens zwischen Spanien und den Niederländern ohne liberum exercitium religionis, dies sei aber nach der ausdrücklichen Erklärung des Königs gegen Evzh. Karl ausgeschlossen (vgl. Ritter im Arch. f. sächs. üesch. N. F. V, 339 ff.). Brandenburg: Auch gegen die Pazifikation. h Wann man aber erwarten will, bis das reich in gedanken stark genug würd, seis an deme, das der gegenteil mit seiner macht einen stand nach dem andern fressen werde. Da man aber sach mit ernst angreift, sei zu hoffen, werde sich gegenteil änderst zu verfahren auch schicken". (Prot.) 423-424. 1590 387 drängten während der Traktation die Kreise in Bereitschaft zu setzen und eine Anzahl Volks in Wartgeld zu nehmen. Die andern Geistlichen stimmten zu; sie lehnten ab unter Hinweis auf die schon anno 82 zu Augsburg erfolgte Ablehnung des gleichen Vorschlags. 1 S. und Br. hatten keinen Befehl und Hessen es mit ihnen bei der R. Ordnung verbleiben. 2 Man referirte nun dem Fürstenrat und erwartet morgen dessen Korrelation; sie besorgen auch dort eine Mehrheit für die Friedenshandlung. 8 Mb. 414177 f. 723. Or. (pr. 29. Sept.) 424. August von Braunschweig-Lüneburg* an Ernst 28 - von Mansfeld. f e ptbr. Strass- burg Offene Absicht des Haupts der Liga, des K. von Spanien, auf das französische Königreich, ein starker Schritt zu seiner vorlängst affektirten Monarchie. Kriegsereignisse in Frankreich, Lothringen und Metz. Werbungen im Elsass. Päpstische Versammlung zu Pontamousson, darunter ex aula imperatoris der Herr von Sprinzen- stein, der commissarius und executor imperatorius in diesem Stift sein soll. 6 Auf 5. Okt. die päpstlichen Kapitularen nach Zabern 1 Vgl. I. 385 (S. 514 f.); Sattler V, Beil. S. 40 t. 2 Am 26. Sept. blieben in der 2. Umfrage die 3 Weltlichen bei der Forderung wirklicher Hülfe kraft der R. Konstitutionen, „dan sie bevelch, von Ordnung nicht zu schreiten. P. zweifl nicht, wan man im reich mit vertraulicher Zusammensetzung und einhelligem gemüt dis werk würde angreifen, solt so schwer nicht sein demselbigen mittel sein gewiss ziel zu stecken, damitman dergleichen geubrigt bleiben möchte"; das R. sei weder an Mannschaft noch an Geld so verderbt, dass es nicht das Seine dabei tun könnte, „sonderlich wan man gleiche weg gegen beiden teilen halten wolt." (Prot.) 8 Am 28. Sept. bemerkte Brandenburg nach Verlesung der von Mainz aufgesetzten Relation an den Fürstenrat, die Motive des einen Teils seien sorgfältiger ausgeführt als die des andern; nach beiderseitiger Korrektur des Conc. erfolgte Relation des Kff. Rats und Korrelation des Fürstenrats, in dem sich durch Fehlen Pommerns ebenfalls paria vota ergeben hatten. Der Fürstenrat schlug vor, beide Meinungen durch Ausschuss den kais. Kommissarien zu re- feriren. In der folgenden Sitzung des Kff Rats forderten die Brandenburger, da sie ein Sehr. Pommerns erhalten hatten, wonach der Herzog zwar niemanden schicken könne, aber dem Beschluss seiner Rel. Verwandten u. a. beitreten wolle, Pommerns Stimme solle in der Relation an die Kommissare dem Votum für die wirkliche Hülfe zugezählt werden. Am 30. Sept. meldete Mainz im Kff. Rat, die Bedenken beider Räte seien zu Papier gebracht, das Anbringen an die Kommissare unterblieb aber noch, da inzwischen die Nachricht von der Ankunft der aus den Niederlanden zurückgekehrten Gesandten in Köln sowie ein Sehr, derselben vom 6. Okt. st. n. eingetroffen war. (Prot; Räte an J. C. Frankfurt 28. Sept. 1. Okt.) 1 Von den ev. Kapitularen 1588 zum Domherrn gewählt, Meister, Kapitelstreit S. 275. 6 Ueber Sprinzensteins Sendung nach Lothringen vgl. Stieve IV, 23 ff; Hirn II, 172; Meister S. 379 ff. Sehr, von ihm an Erzh. Ferdinand vom Aug. und September betonen die Entblösssung 25* 388 1590 424—425. geladen, wo auch der Kardinal von Oesterreich, bairische und lothringische Gesandte sein werden. .... Hier werden die gutherzigen Herrn vom Regiment und Rat von ihren Gegnern verhöhnt, wo der deutschen Könige, Kff. und Fürsten Hülfe sei. Nachricht von einer vertrauten wohlgeborenen Person (deren Bruder selbst in der Praktik steckt), der M. von Burgau habe heimlich angefangen zu werben. Werbungen Eggenbergs in Böhmen, Mähren und Schlesien. Bau einer spanischen Zitadelle in Bonn. Strassburg A. A. 773. Or. l.Oktober 425. Johann Casimir an Christian von Sachsen. Heidelberg Auf Chr. Sehr, vom 21. Sept. (No. 410 A). Hat inzwischen selbst die Zusammenkunft als unnütz erkannt; die Gesinnung der Geistlichen kann man auf dem Dep. Tag erfahren. Parmas Plakate wegen des Abzugs reiner Betrug. . . Ein vornehmer spanischer Kapitän sagte seinem Gesandten bei dessen Rückkehr aus Holland wenn ihm auch Parma auferlegte abzuziehen, so habe er doch von seinem König den gegenteiligen Befehl. Schlägt schriftliche Mahnung des verdächtigen und so gar spanischen Köln durch die übrigen Kff. vor. 1 P. S. Ein Sehr, von Mainz nebst Antwort (S. 370 A. 3). Dass man so auf die Zusammenkunft dringt, dahinter steckt etwas verborgen. Die Papisten, durch den ungewohnten Konsens der Evangelischen auf dem Dep. Tag überrascht, möchten wohl versuchen ihn abzufangen. Hat gar keine Lust dazu; verweist auf die ungenügende Eutschuldigungsrede im Namen Kölns auf dem Dep. Tag, wohl veranlasst durch das kais. Sehr, an Khevenhüller (No. 246), das aus Versehen zum Abdiktiren gegeben, aber wieder abgefordert wurde. 2 Dresden. 8543. Or. (pr. Pforta 13. Okt.) Lothringens von Streitkräften und die unerhörte Konfusion und Verräterei im Kriegswesen. Ein Lakai, den Lothringen aus Spaa an Baiern schickte, sei von J. C. Leuten gefangen, nach Heidelberg geführt und examinirt, aber, da er sich für einen Lakaien des Markgrafen de Habrö ausgab, wieder freigelassen worden (Or. undatirt, pr. 14. Sept. Innsbruck). 1 Vom Kf. in seiner Antwort, Pforta 13. Okt., gebilligt; J. C. soll zuerst an Mainz schreiben und die Aeusserung des Kapitäns hervorheben. 2 Beides von den Räten zu Frankfurt unter dem 1. Okt. an J. C. geschickt; betreffs der am 30. Sept. von den Kölnischen im Kff. und Fürstenrat vorgetragenen Entschuldigung bemerken sie, sie sei fast gleichmässig der durch Minucci bei J. 0. angebrachten (Mb. 414/77, Or. pr. 3. Okt.). Der kölnische Vortrag (ebd. Oop.) betont u. a., der Kf. habe seinerzeit nicht nur mit Truchsess Krieg führen müssen, sondern auch mit Franzosen, Schotten und Engländern, die zum Teil Feinde des K. waren, zum Teil mit dem R. nichts zu schaffen hatten; vielleicht habe man den Hintergedanken gehabt, durch solches ausländisches Kriegsvolk wider die kais. Krone etwas vorzunehmen [vgl. H. 426-427. 1590 389 426. Johann Casimir an Christian von Sachsen. 1.Oktober Heidel- Auf 3 kurf. Sehr, vom 5. Sept. hetr. kölnische Bürgerschaft, ber ß Aachen und Strassburger Kapitularen (deren Zins bei der Stadt Nürnberg über 6000 fl. Kapital). Will mit der Verweigerung des Geleits für Köln warten bis zum Erfolg der Interzession für die dortigen Evangelischen. 1 Dankt für das kurf. Sehr, an den Kaiser zu Gunsten der Aachener. Lässt es bei der kurf. Weigerung einer Verschreibung für die Kapitularen und bei Verständigung ihrer beiderseitigen Räte zu Frankfurt bewenden. Die von Mainz vorgeschlagene Zusammenordnung der Räte ist unterblieben, da er sie für unnötig hielt. . . Dresden. 8543. Or. (pr. Pforta 13. Okt.) 427. Christian von Sachsen an Joachim Priedr ich2.0ktober von Magdeburg. Zabeltitz Auf J. Fr. Sehr, vom 26. Sept. Hat gern vernommen, dass Braunschweig, Mecklenburg und Pommern zur französischen Hülfe geneigt, voraussichtlich auch Bremen; da die von Pommern „Bongarsio" in Aussicht gestellte Beantwortung J. Fr. noch nicht erfolgt ist, boII J- Fr. daran erinnern. Kein Konvent der Räte vor Rückkehr Pallavicino's. Dagegen Besprechung ihrer beiderseitigen Kanzler zu Leipzig nächsten Donnerstag. 8 Dr. 9305. I. Cono. (Krell.) Nr. 259; Hansen, Nunt. Ber. III. 2, 616f.]; daher sei der Kf. genötigt gewesen die Hülfe des Blutsfreundes und Nachbarn Spanien anzurufen. — In seiner Antwort an die Räte zu Frankfurt, Heidelberg 3. Okt. (pr. 5. Okt. ebd. Or.) sagt J. C, der ihr Sehr, vom 1. durch Dohna erhalten hatte, Köln unterstehe sich schneeweiss zu brennen, die Spanier in den köln. Festungen dächten aber gewiss nicht „des heiligen grabs vergeblich zu hueten"; die Räte sollten gegenüber dem zu erwartenden Votum der Päpstischen, dass man nach der vorliegenden Resolution der Staaten vor allem Parma gütlich um Restitution ej> suchen solle, unbeirrt auf die wirkliche Hülfe dringen; vielleicht würden neben Sachsen und Brandenburg doch auch mehrere papistische Stände dafür stimmen; über Haupt und Zahl des Volkes wolle er weiter nachdenken. 1 Vgl. Nr. 388; 400. a Vgl. No. 408. Am 17. September teilte der Administrator dem Kf. mit, Braunschweig, Mecklenburg und Holstein, voraussichtlich auch Bremen seien geneigt; die R. Städte und die Schweizer jedenfalls beizuziehen; am 26. Sept. schlug er, da Gefahr auf Verzug, Sendung Krells nach Leipzig vor (ebd. Orr.). Am 26. Sept. schreibt Kol- binger aus Heidelberg an Dohna: „At in aurem tibi dico: non ignoras electorem Sax. ad ceteros prineipes detnlisse, quid ipsis videatur agendum pro rege, ipsius responso et Pallavicini reditu hactenus frustra expeetato. Consentiunt omnes, quam primum consiliarios Lipsiam mittendos, qui de ratione auxiliorum comparandorum consilia communicent. Iussus est nunc alter noster Palatinus et exarchus rationes inire peeuniae conquirendae" (hiezu am Rand: „Sero sapiunt Phryges"; Mb. 113/3 c. eigh.). Die Unterredung Krells mit Meck- 390 1590 428-429. 2.Oktober 428. Herzogin Maria Eleonora von Preussen an Königs- Markgraf Georg Friedrich, berg Hat erst heute die Antwort ihres Vaters in bewusster Heiratssache erhalten; derselbe neigt sich mit Rat und Zutun seiner vornehmsten Landstände auf die pfälzische Seite; eine Erklärung, die sie allerdings nicht ihrem Vater selbst, sondern andern zuschreibt. 1 Sie möchte, ohne ihre Neigung zum Haus Brandenburg aufzugeben, doch auch bei Pfalz den Glimpf erhalten und den Vorschlag machen, der junge Erbe der Kurpfalz solle um ihre andere Tochter werben..... Berlin. E. XXXV. 0. 8 a. Or. 3.0ktober 429. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea Heidel- g „Freundliche liebe dochter! Dein schreiben vom 17. des ablaufenden monats septembris ist mir zu meiner widerkunft von Lautern durch bruder Fritz den 28. bemelts monats uberantwort worden, hab auch mit freuden eur allerseits glucklicher [!] zustand vernomen, bin auch mit meiner fr. lieben Schwester 2 Entschuldigung, das sie mir nit geschrieben, wol zufrieden, bedank mich des zuentboten gruss; gruss, druck und kuss ir L. von meinet wegen und sag ir L. von meinet wegen, das ich nit gemeint hett, das sie so lang ausbleiben soll, und das sie der Breuin hochzeit wurd vergessen, welche den 25. dis monats gehalten werden soll, und werden die hochzeitigen kleider vieleicht noch nit fertig sein; beger auch von ir L. eine verzeichnuss aller deren personen, so sie wider zurück bringt, damit ich pferd und fuhr desto besser abfertigen kunt und das ich wissen mag, was zu wasser bishero faren wurd etc. Gruss mir auch mein dochter Christina; und tue dich biemitdemalmechtigen in seinen gnedigen schütz und schirm bevehlen. Datum Heidelberg den 3. 8bris ao. etc. 90. Dein getreuer vater weil ich lebe J. Casimir." Zertrat. Eigh. bach zu Leipzig betrifft ein Sehr. Krells an M., Dresden 11. Okt., worin gegenüber der Meinung Magdeburgs, der sogar ein Sehr, an den Kaiser anregte, strengste Geheimhaltung gefordert wird. — Am 13. Okt. erteilte Magdeburg dem Johann von Loben Instr. für Werbung bei Braunschweig, Lüneburg, Dänemark, Mecklenburg, Holstein und »Erzb. von Bremen (Entschluss der vornehmsten ev. Stände zur Unterstützung Frankreichs, ungefährlicher Anschlag, Konvent der Räte), Dr. ebd.; der Anschlag Braunschweigs wird auf 500 Pf. = 12 000 Taler angegeben (Cop. Hann.). Braunschweig erklärte nur an einem gemeinen Werk der ev. Könige, Kff. und Pursten teilnehmen zu wollen und lehnte den Konvent ab),(an Magdeburg 29. Okt.). Dänemark erbot sich nur zur Teilnahme an einer Hülfe des niedersächsischen Kreises (für seine im R. gelegenen Fürstentümer), eventuell an einem Konvent (Antwort an Loben, Kolding 15. Nov.). Dr. ebd. 1 Vgl. No. 402; Z. f. preuss. Gesch. IX, 355 ff. a Landgräfin Elisabeth, vgl. No. 390. 4 30-431. 1590 391 430. Heinrich Pelen an Dohna. 3.0ktober Kassel . . „Uf das sohr. an P. were wohl viel zu sagen, ist mir P. abwesens bedenklich. Aus bevelch aber sollen E. Gn. dem Joly schreiben, was es für ein gelegenheit mit dem gelt zu Strassburg bab, und das P. diesmal ein mehrers nicht tun könne, als in dem schreiben an die rat begrifen. Ich sehe kein mittel, wie wir mit unserm leern seckel das werk, so bereit am rocken ist, abspinnen werden konden." Vorschlag im Rat, bei Braunschweig und Sachsen, bei ersterem durch Putlitz, ein Anlehen zu begehren. „Das ist ein herlicher anschlag. An beiden orten ist es vergebens, und dessen hab ich zimblichen grund." . . . • Mb. 11312 Eigh. (9112 Cop.) ■ 431. Die Räte zu Frankfurt an Johann Casimir. 4 Oktol)er Frankfurt (Beratung über die Erklärungen Parmas und der Staaten im Kff. Bat. Wiederholtes Ansuchen bei beiden Parteien oder Exekution? Ungleiche Meinung in beiden Räten. Ein Anbringen Jülichs.) Gestern fernere Deliberation auf die eingetroffene Relation der Gesandten zu Parma und den Staaten. Mainz fragte, ob die früher bedachte Relation den Kommissaren überreicht oder auf diese jetzt eingetroffene Erklärung der kriegenden Teile die Beratung auf einen andern Weg gerichtet werden solle. Trier votirte dahin : die vorige Relation könne vor sich gehen; aber es würde doch nach dem Erbieten beider Teile, zumal der Staaten, ein seltsames Ansehen haben sofort zur Tätlichkeit zu schreiten; sie hielten es für den feineren Weg, nochmals bei beiden Teilen um Restitution anzuhalten und von hier aus Parma unter Mitteilung der staatischen Resolution aufzufordern, die Restitution nicht ferner zu verweigern, die Staaten aber zu vollkommener Restitution (unter Hinweis auf die Schanze Grafenwert) zu ermahnen. Dann könnte man die ganze Friedenshandlung dem Kaiser anheimstellen, im Sehr, an die Staaten sich etwa zur Vermittlung eines Friedens erbieten, „wie dan Spanien ihr albereit denselben hetten belieben lassen". Sollten andere kurf. Räte auf ihrer vorigen Meinung bestehen, so sollte diese ihre jetzige Meinung der Relation an die Kommissare inserirt werden. Köln und Mainz stimmten bei. Erst nach dem Scheitern des gütlichen Versuchs solle man von den Mitteln zur Rekuperation etc. reden. Pfalz, Sachsen und Brandenburg fanden die staatische Erklärung nicht derart, um von ihrer vorigen Meinung abzugehen, und weitere Sehr-' an die kriegenden Teile ganz überflüssig; die Staaten äusserten sich offen, sie dürften sich zu keinem Frieden mit Spanien bewegen lassen und wer ihn ferner bei ihnen suchen wollte, würde vom gemeinen Mann übel traktirt und angesehen; Parma stärke sich trotz des Erbietens der Restitution immer mehr und sein Kriegsvolk lasse sich vernehmen, Parma gebiete, was er wolle, so wüssten sie doch Spanien anders gesinnt, nämlich dass sie von den Orten, die sie inne haben, nicht weichen sollten. Daher eilende Hülfe 392 1590 431. 4.0ktobernötig und nicht mehr davon zu reden, ob, sondern wie zn helfen. Frankfurt Sehr, an die kriegenden Teile würden dem Reich nur Schimpf und Spott eintragen, besonders wenn auf die bereits geschehenen Drohungen gar nichts erfolge. 1 Am gleichen Nachmittag geschah die Relation der ungleichen Meinungen im Fürstenrat. Es erfolgte durch Oesterreich die Erklärung: Der eine Teil des Fürstenrats, der vorher die Exekution widerraten, stimme für eine neue Legation im Namen von Kaiser und Reich an beide kriegende Teile, wobei mit den Staaten über die Herausgabe der bisher verweigerten Orte, Abschaffung der Lizenten und der armirten Schiffe zu handeln und weiterhin zunächst ein Kommunikationstag zur Beratung der Friedenshandlung zu verabreden wäre. Daneben sollte man aber auch mit mandatis avocatoriis und mit dem Mittel der Bereitschaft der Kreise fortfahren; hilft dies nicht und wird Exekutionshillfe nötig, so muss das Werk auf einen R. Tag verschoben werden. Der andere Teil des Fürstenrats, der zuvor auf die Exekution geschlossen, war mit der Schickung im Namen von Kaiser und Reich einverstanden, ebenso mit den Mandaten und der Bereitschaft. Man müsse aber neben diesen Mitteln auch auf die Exekutionshülfe bedacht sein; dieselbe wäre für den Fall zu beraten, dass obige Mittel keinen Erfolg hätten, bis dahin aber einzustellen. Im letzteren Punkt konnte man sich nioht einigen, da der eine Teil die Hülfe jetzt beraten und nicht auf einen R. Tag verschieben wollte. Daher dem Kff. Rat zu referiren. Ferner teilte der Fürstenrat ein Anbringen der Jiflichischen mit: 1) wer die Kosten der Legation tragen solle; 2) Geldhülfe für den westfälischen Kreis, der inzwischen nach wie vor schwer bedrängt werde; 3) eventuell Hülfe wenigstens der benachbarten Kreise; 4) Abstellung beschwerlicher Handlungen' der brabantischen Regierung gegen Jülich und Stadt Köln in Sachen Berlaymont. Die Stadt Köln beschwerte sich gleichfalls über brabantisches Prozessverfahren gegen sie in causa contra Harff sowie über die Lizenten. Da jeder Teil bei seiner Meinung blieb, sollen die verschiedenen Bedenken zu Papier gebracht, morgen abgehört und dann den kais. Kommissaren überreicht werden.' .... Mb. 414/77 f. 742. Or. (pr. 6. Okt.). 1 Nach dem pfälz. Prot, erklärten sich in der 1. Umfrage Trier und Köln für Beratung der Hauptsache, die drei Weltlichen für Verlesung der Relation, worauf in der 2. Umfrage Trier und Köln] ihr Votum wiederholten, mit der Forderung, falls Verlesung der (Relation beschlossen werde, ihre Bedenken anzufügen. Pfalz äusserte sich wie oben im Bericht der Räte, wobei nach dem Prot.' betreffs der Gesinnung der Staaten auf Putlitz verwiesen wurde, betreffs Parmas auf etliche Schriften, die Putlitz Elz zu lesen gab, „das Spanien sich erclert, von religion nichts zu handlen" ; man müsse nicht mehr davon reden, ob, sondern wie eilende Hülfe für die Bedrängten ins Werk zu richten; mit der Hülte würden sich Restitution und Abschaffung der Lizenten von selbst finden. Sachsen und'Brandenburg votirten im gleichen Sinn; Mainz trat dem Votum von Trier und Köln bei. In der 3. Umfrage blieben alle bei ihrer Meinung. ? ■-.-"'. . 5 Am 7. Oktober wurden die Bedenken des Kff. und Pürstenrats den kais. Kommissarien überreicht (ebd. f 766 ff.). Die Cop. bei den 432. 1590 393 432. Johann Casimir an die Räte zu Frankfurt. 6-Oktober (Befehl zu protestiren und den Dep. Tag zu verlassen j die anderen j,erg Evangelischen zu dem gleichen Vorgehen zu bestimmen.) Auf ihr Sehr, vom 4. über das Beharren der geistlichen Kff. auf ihrer Meinung und die Abkehr etlicher Evangelischer im Fürstenrat von der rechten Bahn. Da dies aber gegen den Zweck des Dep. Tags und den kölnischen Abschied geht, kann er, wie hoffentlich auch die Sachsen und Brandenburger, nicht zustimmen und befiehlt ihnen den S. und B. mitzutheilen, sie hätten Befehl im Kff. Rat unter Ablehnung der gegnerischen Vorschläge öffentlich zu protestiren, „das es an uns nicht ermangelt, das den betrangten nicht geholfen und den reichssatzungen kein genügen beschehen wollen. Darmit solt ir euern abschied nemen und weder das, so relationsweis euerm anregen nach uf das papier gebracht und der kais. Mt. zugeschickt werden solle, noch einigen abschied oder sonsten etwas dergleichen von unsernt wegen zu subscribiren oder zu siglen bewegen lassen, sondern euch alsbald erheben und wider alhier einstellen." Die S. und Br., die sie noch dazu ermahnen sollen, werden sicherlich der gleichen Meinung sein. Sein früherer Befehl einer Erinnerung an die päpstischen Stände hat nicht in Kraft zu treten, da man jetzt genugsam weiss, was sie im Schild führen. Sie sollen andere evangelische Fürsten und Stände zu gleichmässigem Abschied veranlassen und den Jülichischen das Erstaunen über ihre dem eigenen Interesse widersprechende Baltung sowie die Zuversicht ausdrücken, dass die Evangelischen ihrem Herrn trotzdem die hülfreiche Hand bieten werden, falls er es nicht selbst wie eben jetzt verhindere. 1 Mb. 414|77 f. 750. Or. pfälz. Akten zeigt verschiedene eigh. Randbemerkungen J. C. So bei dem Vorschlag der mandata avocatoria: „N° Spa. gar nit zu dienen, sunsten etc. etc. etc. Burgund in die acht zu erkleren, das were der recht proces". Bei dem Vorschlag der Bereitschaft der Kreise unter Mitteilung an den Kaiser: „Buchstaben execntionsord- nung wurd das nit mit sich bringen. N° damit unser feind desto besser Wissenschaft haben mag, wie mir gefast." Beim Vorschlag schärferer kais. Kontrole über dieWerbungen: .,Dem Spanier soll man alle gewerb und pess verhindern." Bei dem Vorschlag die jetzt aufgeführten Mittel neben der Friedensverhandlung vorzunehmen: „Diser punet ist wol zu punderiren". Bei der Bemerkung: Exekutionen seien immer, wie z. B. die gegen Gotha, auf R. Tagen beschlossen worden: „Ein stich dem Sax gegeben". Beim Kommunikationstag: „N° ein neuen heiligen". 1 Am 9. Okt. führten die Gesandten von Jülich, Kleve, Berg"und Mark in einer Audienz vor den Evangelischen die zunehmende Verwüstung der Lande durch die Spanier aus, wobei sie u. a. erwähnten, etliche Obersten der kriegenden Teile sollten geäussert haben, sie getrauten sich mit nur 3000 Mann grosse Fürsten des R. anzugreifen, da sie bisher nichts von einer Gegenwehr gespürt hätten; die Gesandten verweigerten schriftliche Uebergabe des Vortrags,bestanden aber zugleich im Namen des Grafen von Bentheim, der neuenarischen Wittwe und der Kurfürstin (Amelia) zu Lorbach auf wirklicher Hülfe (Pfälz. Prot.). 394 1590 433—434. 7.Öktober 433. p a n cratius an Pfalzgraf Phi lipp Lu dwig. Bericht Über die Hochzeit Dr. Johann Heinrich Schwebeis zu Heidelberg, der er im Auftrag des Pf. beiwohnte. J. C. und Pf. Friedrich waren durch den Kanzler Reuber vertreten. „Und obwol über tisch, sonderlich von D. Ehernen, Gruenrodt und Junker Quaden der religion und anderer Sachen halb viel gesprächs erregt worden, so ist doch darbei des löblichen hauses Pfalzes und aller und jeder dessen häupter anders nit, dann mit sondern geburenden ehren und reverenz gedacht worden. Und als einsmals D. Ehem einer handlung gedacht, welche sich zu Naumburg zwischen weiland pfalzgrafen Friederichen churfursten und E. F. Gn. herren vatern, beeder christmilder gedechtnus, (seinem angeben nach) zugetragen haben solte 1 und er darin die affect im referendo etwas mitunterlaufen lassen wolte, wurde ihm alsbalden von D. Reuber untergefahren: es weren alle löbliche, christliche und eifrige pfalzgrafen gewesen, wie wir sie gottlob noch hetten; man solte allein den lieben gott bitten, das er sie bei diesem christlichen eifer und in dem friedlichen einmutigem wesen und vertrauen, darin sie itzt stunden, erhalten wolte etc. . . Sonsten und alles anders ist mit lieblichen gesprechen und mit etlichen umbtrunken auf E. P. Gn. und anderer herrschaften gesundheiten . . dermassen verrichtet worden, das meniglich darbei fröhlich und friedlich gewesen" . . Mb. 336(20. Or. 8.0ktober 434, Erklärung der Gesandten der drei weltlichen Frankfurt Kurfürsten im Kff. Rat.' Ihre Herren, nach Laut des Ausschreibens und des Kölner Beschlusses der Ueberzeugung, dass bei der offenkundigen Gefahr für das R. es sich auf dem Dep. Tag nur um die unverzügliche Verwirklichung der bereits beschlossenen Hülfe handeln werde, sind äusserst überrascht, dass die geistlichen Kff. und etliche andere 1 Gemeint ist der Fürstentag zu Naumburg 1561; vgl. Menzel, Wolfgang von Zweibrücken S. 237. 2 Diese Erklärung, am 6. Okt. von den Räten der weltlichen Kff. vereinbart, erfolgte nach Zustimmung der andern ev. Gesandten (Prot.) durch die Pfälzer im Kff. Rat am 8. Okt. zugleich im Namen von Sachsen, Brandenburg, Braunschweig, Hessen und Nürnberg. Mainz hatte mitgeteilt, die Kommissare hofften durch ihre Resolution auf die eingereichten Bedenken [No. 431] eine Vereinigung herbeizuführen, und eine Reihe von Punkten (Legationskosten, Beschwerden von Jülich, Stadt Köln, Oldenburg, Lothringen, dem westfälischen Kreis, Entschuldigungsschrift Burgunds zur Verhandlung bringen wollen. Die Pfälzer erklärten jedoch, diese 11 Punkte seien entweder bis auf die Erklärung der Kommissare einzustellen oder überhaupt nicht zur Sache gehörig, und drangen auf sofortige Anhörung ihres Anbringens (worüber die Gesandten der 3 Kff. unter gl. Datum eine schriftliche Erklärung an die Kommissare einreichten, mit dem Bemerken, ihr Schritt geschehe in Uebereinstimmung mit den andern Gesandten der A. C. und der gravirten Stände im Fürstenrat). Die Geistlichen erwiderten durch Mainz: da sie sich dessen nicht versehen und die Sachen an sich hochbedenklich und wichtig, wollten sie es an ihre Dieppe 434_435. 1590 395 Stände nicht auf die R. Abschiede, sondern auf audere ganz ungewisse Mittel gehenl Sie lassen ihre Mitkff. an die für das R., auch für die Erzstifter wie Köln und Trier gefährlichen Anschläge fremder Potentaten, an die Notwendigkeit festen Zusammenhaltens und an die Übeln Folgen erinnern, die sich für das Vertrauen jm Reich ergeben, wenn man mehr auf fremde ihren Vorteil suchende Leute sieht als auf die eigenen Mitstände. Zu ge- schweigen davon, dass es unchristlich und geschworenen Pflichten und Eiden zuwider ist, der mehr als türkischen und barbarischen Bedrängniss der armen Leute zuzusehen. Ihre Herren besorgen ferner, da man jetzt gegen den klaren Buchstaben der R. Ordnung in einem derart qualifizirten Fall auf die Stimmenmehrheit gehen will, die Exekutionsordnung suspendirt und überhaupt in Frage gestellt zu sehen, was den Profanfrieden und die eilende Hülfe schliesslich völlig wertlos machen müsste. Der Anfang einer so schädlichen Trennung wäre für die Urheber unverantwortlich. Ihre Erinnerung treuherzig gemeint; ihre Mitkff. mögen auf Verhütung alles Misstrauens und Verminderung eines solchen PräJudiciums wider den Profanfrieden bedacht sein. Im andern Fall wünschten sie Aufklärung darüber, me solche Sonderung zu verstehen, wessen man sich zu versehen und wie man künftig bei einander sitzen und bleiben wolle. Stehen die geistlichen Kff. von dem ab, was Verdacht erregt, und bleiben sie bei den R. Konstitutionen und geben den andern katholischen Ständen ein gutes Beispiel, so werden die weltlichen das Aeusserste zu Abwendung alles Unheils aufbieten. Mb. 4HI77 f. 795. 10. 435. König Heinrich IV. an Meister und Rat zu 20. Strassburg. Oktober Dankt für die an Fresnes gelieferten 42 000 fl. sowie für das Darlehen zum Besten der Stadt Metz 1 und schickt durch Fresnes seine Ratifikation und Versicherung. Str. A. A. 1859. Cop. (deutsch.) Herrn gelangen lassen, deren Geneigtheit zur Förderung von Frieden und Ruhe bekannt sei. Die Weltlichen wiederholten, es sei auf Befehl geschehen und nur zur Erhaltung guten Vertrauens gemeint, und teilten den Geistlichen, obwohl hiezu nicht ausdrücklich ermächtigt, Abschrift mit, mit der Bitte um Geheimhaltung (Prot.; die Räte an J. C, Frankfurt 8. Okt. pr. 10. Okt.). Ein Sehr. J. C, Heidelberg 10. Okt. (Or. ohne Unterschrift, pr. 11. Okt.) an seine Räte billigt vollkommen, „das man einmal den deckel vom hafen getan"; sollten freilich die Geistlichen auf ihren 11 Augen (s. o.) verharren, so wäre es vielleicht besser, „man hette die holn abgehauen und were wider zue haus gezogen*; immerhin sollten sie etliche Tage auf Erklärung der Geistlichen und der Kommissare warten, falls es aber den Geistlichen mit der Hülfe kein Ernst, bei Sachsen und Brandenburg anfragen, ob sie mit andern Evangelischen trotzdem zur Hülfe geneigt seien, und, falls die Räte hierüber nicht instruirt, unverzügliche Aufklärung über die Absicht ihrer Herren veranlassen. 1 Nach einem Sehr. Schombergs an Hochielder, Frankfurt 3. Nov., 10000 fl. Langwierige Auseinandersetzungen über ein Darlehen der Stadt, von 20000 fl. an Sancy vom Nov. 1589, in das auch Graf Friedrich von Würtemberg verwickelt war und das für den Genfer Krieg verwendet werden sollte, Str. a. a. O. 396 1590 436—437. 8.0ktober 43ß. ßennonius an Pfalzgraf Philipp Ludwig. Köln Hat der bewussten hessischen Sache nachgedacht (vgl. Sehr, des Pf. 26. Aug.); könnte man vertraute Leute unserer wahren A. C. und nicht der kalvinischen geneigt bei dem Fräulein haben so könnte man die Sache zu einem glücklichen Ende bringen „dan man dem von Hessen nicht ongewogen; wiewol man der religion halber sich anfenglich geweigert, hat man doch auf ingenommenen jegenbericht, das man nicht calvinisch, sondern luthers gesinnt, das gemuitbalde geendert." 1 . . Mit dem alten und jungen Herrn steht es peinlich; „roifen und schrien beide crueifige über die Spanier, aber keiner will es verstehen noch sich der armen undertanen verderben annehmen". Ph. L. sollte unter dem Schein eines Besuchs eine Zeitlang sich hier aufhalten; das könnte die Beschwerung von Land und Regierung heben; auch die Schulden Hessen sich beseitigen und eine andere Ordnung einrichten. 2 Hat in Geheim vernommen, dass Otto "von dem Bylant Herr zu Raidt beim Kaiser wegen Ph. L. Schwester zu Preussen Succession nach Absterben des jungen Herrn ohne Erben anhalte und dein Kaiser viel tausend verheissen habe; das Geld soll durch Wechsel auf Nürnberg aus Preussen gemacht sein; „darzu dann die vorhabende bestetnisse mit dem jungen churfursten pfalzgraven zu Heidelberg helfen solte"." . . Mc. Neuburger Korr. I. (No. I. 1590—92). Eigb. (pr. Neuburg 17. Okt.) Oktober ^' Lob » e t ius an Paul Hochfelder. Sträss* bürg Weiss nicht, ob H. nach Frankfurt über Heidelberg gegangen ist. Sancy ist von hier am 6. weg nach Basel. Man sagt, Ansbach habe sein Geld zur Zahlung bereit, sobald marschirt wird. „II faict saigement, affin qu'on ne mange les bletz vertz, faisant jugement des choses futures ä cause des passees. Le s r Grauiset [?] est alle ä Heidelberg avec lettres dudit s r de Sancy pour regarder d'obtenir quelque chose; je le desireray bien pour l'amour 1 Es handelt sich um den Plan einer Vermählung Sibyllas von Jülich mit dem jungen L. Moritz von Hessen; vgl. No. 338; Stieve in der Z. des Berg. Gesch. Vereins XIII, 29 (mit Belegen für das Jahr 1591). Bennonius kommt in seinem Sehr, an Ph. L. vom Nov. und Dez. 1590 wiederholt auf die Sache zurück und betont am 18. Dez. noch einmal, man habe nur des Calvinismus wegen Bedenken gehabt, was aber „mein vertrauter freund gar wiederlegf; Ph. L. Gemahlin möge mit Sehr, und schwesterlicher Vcrmahnung weiter anhalten. 2 Am 19. Nov. empfiehlt B. dem Pf. Sendung eines Sohnes unter dem Schein der Studiums nach Köln, der dureh seinen Hofmeister beim alten Herrn den Heimfall der Lehen Mors und „Byenburg" an Jülich fördern könnte; auch würde der junge Herr [von Jülich] „des herzen grund, daedurch die melancholia kommen, anzeigen und vermelden"; man habe ja auch hier im Kapitel zwei junge Herren von Baiern, wohl um die Herzen der Kapitularen für ihre Succession „post mortem nofitri reverendissimi" [Kf. Ernst] zu gewinnen (Mc. ebd. eigh.). 3 Vgl. No. 428. Oktober Heidel- 437-440. 1590 397 de luy- J'ay escrit par son moyen au dit lieu, asses franchement et librement, ayant mesmes eu occasion d'ainsy faire par celui, auquel j'ay escrit, duquel j'avois receu lettres deux jours aupa- ravant." .... Strassb. A. A, 834. Eig. 438. Johann Casimir an die Pfalz grafen Phil ipp fti lÄ Ludwig und Johann. "Wird dieser Tage abermals berichtet, Georg Hans beabsichtige erg die Grafschaft Veldenz Spanien abzutreten; das mandatum de non alienando [No. 292] dürfte für G. H. kein Hinderniss sein. 1 Mb. 327|27. Or. (pr. Stuttgart 15. Okt.). 439. Resolution der kaiserlichen Kommissarien auf *3. OQ die Relation des Kurfürsten- und Fürstenrats. okt h Zwiespältigkeit der Vota in der Relation: ein Teil des Kff. Frankfurt Rats verlangt sofortige Hülfe für die Bedrängten nach der R. Exekutionsordnung und will daneben dem Kaiser die Fortsetzung der Friedenstraktation anheimstellen; der andere Teil des Kff. Rats und der F. Rat einhellig stellt die kais. Friedenshandlung und eine Legation im Namen von Kaiser und R. an beide kriegführende Teile voran; ausserdem soll ein Kommunikationstag alles Unrichtige vollends in Richtigkeit bringen und über die Abstellung der Aus- und Einfälle ins R. u. s- w. beraten; bis dahin die Exekutionshülfe einzustellen. Sie lassen es bei der mit der kais. Proposition und ihrer Instruktion übereinstimmenden Meinung der Majorität verbleiben. Obwohl im F. Rat wegen einer Eventual- beratung der Anstellung der Exekutionshülfe sich differentia vota ergeben haben, erinnern sie dagegen an die schweren Bedenken eines Kriegs mit den beiden in Waffen stehenden mächtigen Parteien und an den klaren Wortlaut des „versiculs" in der R. Ex. Ordnung: „und so abermals die versambleten churfursten". Dem bedrängten westfälischen Kreis könnte man das ao. 82 Bewilligte ausfolgen lassen. Mb. 414)77 f. 835 ff. Cop. 440. Gegenerklärung der Gesandten der drei geist- 13. liehen an die Gesandten der drei weltlichen Kur-_ ,„ x Frankfurt fürsten. Versichern die genaue Beachtung der R. Satzungen von Seiten ihrer Herren; es liegt ihnen fern den Bedrängten die Hülfe entziehen 1 Ph. L. schickte Copp. am 26. Okt. an Pf. Johann und an Würtem- berg, die beide antworteten, sie hätten sonst nichts davon gehört; Johann fügte bei, J. C, bei dem er nach seinem Abschied von Ph. L. zu Stuttgart in Heidelberg gewesen, habe jene Sache nicht erwähnt und G. H. Mutter habe ihm in Durlach gesagt, Haus und Amt Veldenz seienihrals Wittum verschrieben (Kirkel, 11. Nov. Or. ebd.; vgl. gegen die letzte Behauptung der Pf. Ursula Gümbel S. 12; 29). 398 1590 440—441. zu wollen. Der kölnische Abschied und die R. Ordnungen schliessen aber neben der wirklichen Hülfe die Anwendung anderer Mittel nicht aus; im jetzigen Fall wäre aber selbst die gesammte Kreishülfe nicht ausreichend, wie sie mündlich und schriftlich zur Genüge ausgeführt haben. Daher haben sich ihre Herren für Fortsetzung der Friedenshandlung entschieden, nachdem beide Teile sich zur Restitution bereit erklärt haben; es würde seltsam sein trotzdem zur Gegenwehr zu greifen. Die beschwerten Stände selbst verlangen die sofortige Exekution nicht, wie der Beschluss des F. Rats zeigt; es wäre seltsam, wenn die Gesandten der Bedrängten nachträglich hievon abgewichen sein sollten- Bleiben daher bei ihrer vorigen Meinung und weisen die ihnen gemachten Vorwürfe entschieden zurück. Bezüglich der Stimmenmehrheit lassen sie es beim Herkommen bleiben. 1 Hb. 4.14)77 f. 817 ff. Cop. 14. 441, j 0 hann Casimir an die Räte zu Frank fürt. Oktober H berff 1_ Auf deren Schr " vom 12, *) Billi S l das Abwarten der Reso- g lution der Kommissare, 2 falls diese nicht etwa erst Bescheid beim Kaiser erholen ,■ spricht die Resolution sich für die Geistlichen aus, unter Protest abzuziehen; verzieht sie sich, so haben die Sachsen und Brandenburger inzwischen Gelegenheit, „sich uf beschehenes berufen bei uns einzustellen", weshalb bei ihnen Anmahnung zu tun. 2) Die S. und Br. werden wohl instruirt sein; 8 man kann trotzdem mit allen Evangelischen darüber reden. 3) Das Begehren Kölns* ihm auf R. Kosten Kriegsvolk zu unterhalten sehr bedenklich. Köln erbietet sich nicht dafür dem R. irgend eine Festung einzuräumen, sondern will das Volk derart im Stift verteilen und mit andern Soldaten oder vielleicht Bürgern und Landvolk „underspicken" dass er ihrer ganz mächtig sein könnte; zu geschweigen, was bei Rückkehr Parmas erfolgen könnte. Will Köln die Spanier aus dem Erzstift schaffen, so dass die Staaten von dorther nichts mehr zu befahren, so könnte man die Staaten nochmals im Namen der Stände an ihr Erbieten 1 Am 13. Okt. wurde diese Erklärung durch Mainz im Kff. Rat, hierauf in Gegenwart beider Räte die Resolution der kais. Kommissare nebst zwei burgundischen Schriften verlesen (Prot., vgl. Pieler S. 136). ä Das Schr. der Räte vom 12. (pr. Heidelb. 13. Okt.) hatte bemerkt: es würde in der Tat das vorherige Wegziehen seltsam aussehen und denen, die es tun, die alleinige Schuld der Erfolglosigkeit des Tags zugeschrieben werden. 8 Das Schr. vom 12. hatte dies bezweifelt. 4 Das Schr. vom 12. äusserte über ein köln. Memorial (in Cop. beigelegt), das vorgeschlagene Mittel sei „nicht gar aus dem weg" und könnte das in Güte verschaffen, was man sonst mit Schwertschlägen zuwege bringen müsste, nämlich Bonn und Neuss. — Es ist zu beachten, wie die pfälz. Gesandten zu Frankfurt, von Heidelberg aus immer zum schärfsten Auftreten vorwärts gedrängt, noch im letzten Augenblick für ein gemässigteres Vorgehen eintreten. J. C. Schr. vom 14. erhielten sie erst nach ihrer Abreise von Frankfurt am 16. bei Zwingenberg (?). 441-442. 1590 399 erinnern und Versicherung des E. begehren. Dann bedürfte es keiner weiteren Besatzung oder Zitadellen. Sollen bei Beratung des Memorials dies anregen, ferner Rückerstattung der Legationskosten durch die fünf Kreise. Doch wegen dieses kölnischen Suchens vom Hauptwerk nicht abzuweichen, Mb. 414)77 f. 863. Or, 442. Erklärung der Gesandten der drei weltlichen 15.Oktbr. Kurfürsten. Frankfurt Die Gesandten der drei weltlichen Kff. erklären unter kurzer Ausführung der während dieser Versammlung fortgesetzten Misshandlung der Stände des westfälischen Kreises und nunmehr auch der sächsischen Lande, zumal durch spanische Befehlshaber, da die Restitution nicht erreicht, den Beschwerden nicht vermöge der Exekutionsordnung geholfen und das R. für die Zukunft nicht genügend versichert worden sei, dürften sie nach dem Befehl ihrer Herren in keine Handlung, Schickung, Prorogation oder Abschied willigen, und bitten die Gesandten der geistlichen Kff. sie zu entschuldigen, dass sie den Sachen ferner nicht beiwohnen könnten, und diese ihre Anzeige gebührlich zu registriren; es geschehe nicht, um Trennung im kurf. Kollegium zu erregen, sondern nur zur Erhaltung der Autorität von Kaiser und R. und wegen der höchsten Gefahr der bedrängten R. Untertanen; wie auch die Gesandten der andern evangelischen Stände, weil die Beratung, derentwegen allein man erfordert worden, und die Exekutionshülfe zurückgesetzt werden, nicht länger beiwohnen wollen. 1 1 Am 14. Okt. hatte die entscheidende Beratung über die Resolution der kais. Kommissarien im Kff. Rat stattgefunden. Die Pfälzer bekämpften die Anwendung der pluralitas votorum auf so offenbare Fälle, ferner die Anwendung des § der Exekutionsordnung: „und so abermal" [§ 67 des R. Abschieds von 1555, wonach die Sache an den Kaiser gebracht werden soll, falls die Deputirten und die Kommissare die Kreishülfe für ungenügend halten], da es sich jetzt nicht um die 10, sondsrn nur um 5 bis 7 Kreise handeln würde. Die ao. 82. bewilligte Geldhülfe würde dem westfälischen Kreis gar nichts nützen. „Die- weil ganz hauptwevk, darumb mau alhie beisamen, stecken bliebe, wisten sie sich in einigen nebenpuncten nicht einzulassen." Sachsen: dem in der Resolution beklagten Verderben durch Handhabung der Ex. Ordnung leicht abzuhelien„und were offenbar, das sie reichsordnung für sich haben und darumb pluralitas votorum nicht in acht zu nemen". Sind überrascht durch die Behauptung der Resolution, dass die Bedrängten selbst der wirklichen Hülfe nicht begehrt; da wäre ja sowohl der kölnische Kreistag als noch mehr der Dep. Tag überflüssig gewesen. Bleiben bei legibus publicis und hoffen nicht, „das ir her mit einem abschied, so contra Ordnungen, solle belegt werden". Zuletzt erklären sie: „und dieweil das werk nunmehr so zerschlagen, wisten sie sich in fernere handlung nicht einzulassen". Im gleichen Sinn äusserte sich Brandenburg. Mainz behauptete in seinem folgenden Votum (mit Trier und Köln für Verschiebung auf einen R. Tag), dass „auch last uumöglich, '20 kreis stark genug sein solten". Bei der 2. Umfrage beharrten die Weltlichen auf ihrer Meinung (Pfalz. Prot.). Vgl. Pieler S. 136. 400 1590 442—443. („Mündlich verrichtet und abgelesen, fürter schriftlich zur meinzischen canzlei gelifert, auch m. m. den kais. commissarien übergeben Frankfurt 15. Octobris ao. etc. 90"). 1 Mb. 414|77 f. 858. Cop. 15. Oktbr. 44$- Schomberg an Christian von Sachsen.' Frankfurt (Hoffnung Heinrichs IV. auf den Kf. Mit dem Hülfszug nach Frankreich nicht bis zum Sommer zu warten. Die Auszahlung de3 Gelds und die Ernennung der Befehlshaber vor dem Eintreffen der kgl. Erklärung vorzubereiten. Vermeidung der 1587 begangenen Fehler. Seine Krankheit; kommt nach Sachsen. Ein Sehr. Brandenburgs an Sancy. Geldhülfe für die Garnison von Metz.) Auf Chr. Sehr. 28. Sept. (Zettel). Kennt Chr. Gesinnung gegen den König, der durch seine Sehr, und Palavicini's Anbringen darüber genügend unterrichtet ist. Der K. erwartet Hülfe von hier aus durch den Kf. Die in seinem eigh. Sehr, unlängst enthaltene Nachricht aus Frankreich hat er von Sancy's Sekretär, der aus dem Lager kam; ausserdem haben es ein Bruder Sancy's u. a. geschrieben. Diffikultäten bei der künftigen Werbung (da der Winter vor der Türe) sind ihm unverständlich; bei dem milden Winter in Frankreich hat man dort seit 30 Jahren Winter und Sommer Krieg geführt und im Winter fast mehr ausgerichtet als im Sommer. Die Erschöpfung der Dörfer kann sich nur auf die Orte beziehen, wo die Haufen lange gelegen. Der Feind kann auch nicht von der Luft leben; so gut wie seine Pferde können sich die unsern im Feld erhalten. Das kgl. Lager war stets besser mit Proviant versehen, als das der Feinde. Uebrigens können die Reiter doch nicht vor Februar auf der Grenze sein; jeder kennt den frühen Sommer in Frankreich; im Notfall können die Pferde einige Nächte von der grünen Saat leben. Der Anzug nach Reife des Getreides werde für den König viel zu spät kommen. Kennt jedoch des K. durch Palevicinum zu erwartende Vorschläge betreffs der Zeit nicht. Will keineswegs den Kf. zur Zahlung des Anritt- und Laufgelds vor der kgl. Deklaration drängen, sondern nur empfehlen alles darnach vorzubereiten, dass es beim Eintreffen 1 Im Kff. Rat von Pfalz vorgelesen. Die Geistlichen erklärten, sie hätten es ungern vernommen, bezogen sich auf die Motivirung ihrer Vota, die ja keineswegs die Hülfe für die Bedrängten unbedingt verworfen hätten, und baten nochmals sich mit ihnen anders zu vergleichen, widrigenfalls sie den Kommissaren Mitteilung machen müssten. Die Weltlichen erwiderten, ihre Erklärung im Namen ihrer Herren sei nicht geschehen, Trennung zu verursachen, „und hetten verstanden, was gestalt inen I. Ch. und F. Gn. uferlegt, einiger ferneren berat- schlagung nicht beizuwonen; hoffen, sie in deme desto weniger zu verdenken" (Prot.). Vgl. Pieler a. a. 0. (entrüstete Auslassung Fürstenbergs). 2 Dr. ebd. f. 535 ein Or. Sehr. Schombergs an Chr., Frankfurt 13. Okt. worin die Verzögerung der Audienz Pallavicino's und Staffort's bei Heinrich IV. durch die Erwartung einer Schlacht erklärt wird; laut kgl. Sehr, vom 24. Sept. an ihn und die Gesandten habe der K. P. summariter gehört und zur Abfertigung nach Mantes beschieden. Vgl. No. 443. 1590 401 der kgl. Resolution keines ferneren weitläufigen Traktirens bedarf, 15. Oktbr. sondern den Obersten gleich das Geld ausgezahlt werde, die bei 3 Frankfurt Monat Frist haben müssen ihre Leute ins Feld zu bringen, dass nicht die einen auf dem Musterplatz 6 Wochen auf die andern warten müssen, zu Beschwerniss, Schimpf und Schaden. Chr. möge sich je eher je besser über den fürstlichen Führer entscheiden, auch über die andern Befehlshaber, durch die Bevollmächtigten des K. die Bestallungen unter des K. Namen, „wie ich glaube, das E. Ch. Gn. intent sei", aufrichten lassen und die Obligation für die Kff. und Fürsten vollziehen. Wie und wo das Volk dem K. zuzuführen sei, vermag er nicht zu sagen, da bis dahin die Lage des K. oder der Feinde ganz verändert sein kann. Ist der K. sehr bedrängt, so wäre der am Wenigsten behinderte Weg zu wählen, wenn nicht, befiehlt der K. vielleicht einen andern. „Sapienti principi sat dictum." In diesem Fall würde der K. wohl dem Heer behufs guter Kundschaft im Land eine Anzaahl französischen Kriegsvolks zuordnen.. Die Reiter sollen sich mit ihrer Rüstung etwas besser verwahren als vor etlichen Jahren, um nicht so leicht unbedeckt in Schaden zu kommen. Die Junker sollen ihre Pferde mit Knechten und nicht mit Jungen besetzen, die von den Junkern nach dem Quartier u. s. w. verschickt werden können, so dass ein Rittmeister mit 300 Pferden bei der Fahne nur 150 findet. Sie setzen solche grosse Bengel auf und ver- waffnen sie derart, dass sie vor der Kommission für Knechte passiren. Nicht alle, aber nur allzuviele Junker tun so „und ist wol fleiss anzuwenden, das der deutschen reuterei reputation wieder auf einen grünen zweig komme", woran den Kff. und Fürsten mehr gelegen ist als viele meinen; die Meinung fremder Potentaten, ob sie es mit einer „bellicosa und victoriosa nation" zu tun haben oder nicht, ist entscheidend dafür, ob sie ohne Weiteres Krieg anfangen oder sich durch die Sorge, „er krige geklopfet fleisch", die Lust vergehen lassen, Hat hierüber etliche Male mit dem Kf. diskurirt. . . Sobald er wieder auf die Beine kommt, geht er nach Sachsen, „denn ich verhoffe, die meissnische luft solle mich besser tragen als die frankfordische", wo er die Beschwerde im Haupt nicht los werden kann; schrieb an diesem Brief unterschiedliehe Tage. Ist dann auch bei der Rückkehr Palevicini's für etwaige Aufträge Chr. oder des K. bei der Hand. Schickt ein Sehr, des Kf. von Brandenburg an Sancy. Da er besorgt, der Kf. werde nach Abholung der 15 000 Taler und Hinterlegung beim Landgrafen oder einem andern Fürsten nichts mehr für die neugesuchte Hülfe tun wollen, ermahnte er Sancy weder die 15 000 Taler abholen zu lassen noch einen Pfennig bei irgend einem prot. Stand abzufordern, damit die neue Hülfe nicht alterirt werde- Heut war der Sekretär Sobolles' bei ihm, Geld für die Garnison bei J. C. und der Stadt Strassburg aufzubringen, widrigenfalls der K. Metz verlieren müsste. Hofft, dass J. C 4 oder 5000 Kronen bewilligt und die Stadt (an die er nebst Fresnes deshalb geschrieben) zur gleichen Bewilligung veranlasst. Hat seine Söhne dem Stadtschreiber von Strassburg als Geiseln angeboten..... Dr. 9035. I. f. 437 ff. Bigh. Bezold . Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir, III. 26 402 1590 444—445. 17. 444. König Heinrich IV. an Landgraf Wilhelm. 27. Oktober Rechnet als König um so mehr auf den von W. stets der Gisors Krone Frankreich und ihm selbst gezeigten guten Willen und vertraut sich W- Führung an, den auch die andern Fürsten wegen seiner Erfahrung und Klugheit als ihren Vater verehren. Bedauert, dass „l'election que j'ay cy-devant faicte pour traicter mes dictes afferes" nicht allen Fürsten angenehm gewesen ist. Schickt nach Pallavicino's Mitteilungen Turenne und wird sich stets nach W. Gutachten richten, ,.comme vous tenant parcillement en mesme rang de pere". 1 . . Marb. Frkr. 1530. I. Or. (pr. Ziegenhain 24. Mitrz 1591). l8.Oktbr.445. Eberhard von Weihe an D. Ludwig Cullmann. Frankfurt (Ausgang des Dep. Tags nach der Abreise der Pfälzer. Kölnisches und jülichisches Ansuchen bei Sachsen und Brandenburg.) Hofft, dass C., Putlitz und Lingelsheim glücklich zu Heidelberg eingetroffen sind. Dankt C. „vor erzeigte ehr, woltate und beigebrachten rausch" und berichtet seinem Versprechen gemäss. Was die Pfälzer befürchteten, ist eingetroffen. Teilt die ihnen am 16. von der Kommission zugestellte Erklärung mit. 2 Woher der 1 Vgl. Sehr. gl. Datums zur Beglaubigung Turenne's an Kf. Christian, Lettres miss. III, 276 f; an Braunschweig, Hannover Or.; an Pf. Johann Ma. 545/7 (Cop.); an Meister und Rat zu Strassburg, Str. A. A. 1859, Or. ein weiteres ausführliches Sehr, an Kf. Christian vom 20./30. Okt., Dr. 9305. II. eigh., mit falschem Datum (3. Okt.) und mit geringfügigen Abweichungen im Text gedr. bei Mornay, M6m. II, 64 f. und Lettres miss. III, 259 ff. Beglaubigungsschr. an die Generalataaten, Dänemark, Schottland und England, ebd. S. 272 ff; 278 ff. Die Instruktionen für Tnrenne Moni, d'estat II, 475 ff; 494 ff.' Bei Sachsen, dessen Forderungen der K. so gut wie bedingungslos zugesteht, sollte T. eine Hülfe von 6000 Pf. und 8000 Knechten unter Führung Anhalts für Ende April betreiben, gegen kgl. Versicherung und kf. Verwaltung des deutschen Darlehens, sowie Zusage von 2000 Pf. und 6000 Schützen für den Fall einer Bedrängniss der deutschen Fürsten. Vgl. Ritter I, 17 f; Anquez S. 31 ff. Am 24. Nov. kündigt Schomberg aus Frankfurt dem L. Wilhelm die Sendung Turenne's an, der „ein feiner, kluger, verständiger, kecker und freudiger herr" sei und W. gefallen werde (Marb. Or.). • Diese „Erinnerung" auf das Anbringen der Weltlichen vom 15./25. Okt. erklärt, die Exekution sei nicht in Frage gestellt oder verweigert worden; es handle sich nur darum, sie mit möglichst geringer Gefahr für das K. und die Bedrängten selbst vorzunehmen. Sollten die weltlichen Kff. ihre Gesandten der Konsultation nicht bis zu Ende beiwohnen lassen, so müssten die Kommissare sofort an den Kaiser berichten; die Gesandten sollten dann wenigstens bis zum Eintreffen der kais. Resolution hier bleiben (Mb. f. 860 ff; Cop., den Sachsen und Brandenburgern überreicht, „als die Pfalzische albereit von Frankfurt verruckt gewesen"). Vgl. P i e 1 e r a. a. O.; vom 17. bis 19. Okt. besprachen sich die Kölnischen mit dem Kf. von Mainz zu Aschaffenburg; am 20. übergaben sie zu Frankfurt die Protestation ihres Kf. wegen verweigerter Hülfe dem mainzischen Kanzler, am 21. reisten sie ab. 445-447. 1590 403 Einschlag, ist nicht schwer zu erraten, Sie und die Brandenburger haben darauf kurz erklärt, warum sie auf Befehl ihrer Herren den Beratungen nicht länger beiwohnen könnten ; ihre Herren würden sich, falls der Kaiser deshalb etwas an. sie gelangen lasse, aller Gebühr zu erzeigen wissen. Im Privatgespräch stellten die Kommissare die Kestitution in gewisse Aussicht, worauf sie ihre Meinung sagten und Abschied nahmen, Seidlitz und er weggingen, Abraham Bock und Sebastian Müller dablieben. Die Kölnischen baten sie und Brandenburg allein ihr Memorial in Beratung zu ziehen und auch die frühere Entschuldigung ihres Herrn zu referiren; das R. solle dem Kf. 4 Fähnlein Knechte und ein Geschwader Reiter unterhalten und ihm helfen, falls nach Abzug der Spanier die Truchsessischen ihm seine Plätze wieder wegnehmen würden. Sie erklärten, das gehöre ins Hauptwerk, sie wollten es aber ihren Herrn mitteilen; der Kf. möge den Schein mehr Fremde als das R. zu respektiren vermeiden und bei seinen reichen Mitteln seine Festungen mit Deutschen und nicht mit Spaniern besetzen. Am 17. Werbung der Stände von Kleve, Jülich und Mark bei ihnen, Brandenburg und Hessen: 1) „das wir alhier beisamen bleiben, die herrn wider anhero erfordern lassen und in eventum auf die executionsordnung handien wolten, bevoraus weil die Catho- lici nunmehr darzu geneigt"; 2) „würden wir, wan solches nicht zu erhalten, kein bedenken tragen, ihnen ein abschied zu geben"; beides abgeschlagen; 3) übergaben sie einen Gegenbericht gegen den burgundischen Gesandten ..... Empfiehlt sich Dohna, Puttlitz, Grünrad und Lingelsheim, „et quod primo loco dicendum erat, M. Gn. H. . . Geben in eil, Frankfurt am Main, 18 ten octobris an. etc. 90." (Bei der Unterschrift: „itineri accincto D. D. ignoscat"). Mb. 414|77 f. 868. Cop. (pr. Heidelb. 21. Okt.) 446. Johann Casimir an die evangelischen Kapi- 19.0ktbr. tularen zu Strassburg. Heidel- ° berg Hat 16 000 fl., womit M. Eduard Fortunatus dem Kapitel und Stift verschrieben gewesen, auf sich genommen, „solche E. L, und euch churf. Pfalz wegen zu versichern und hinfüro verpensioniren zu lassen"; 3 Or. Verschreibungeu, die der M. nicht annehmen wollte, hat er zunächst bei seiner Kanzlei verwahren lassen, durch jemand Vertrauten abzuholen..... Strassb. A. A. 773. Cop. 447. Zündelin an Joachim Camerarius. • 20 - Oktbr. (Parmas französischer Zug gibt Gelegenheit zu einer Unterstützung Zschopau der Niederländer durch England, Schottland und die deutschen Protestanten; Sachsens bisheriges Zögern nicht zum Vorteil, sondern zum. Verderben der Liga. Eindruck der jetzt offenkundigen Ländergier Spaniens.) . . „Et ipse Parmensis per occasionem absentiae suae Belgis animos addidit ad maiora omnia non tarn in ipsius (de quo varie 26* 404 1590 447—448. sentiunt) quam Hispanorum perniciem non inani prorsus conatu tentanda, et Angli ac Scoti, ubi se viresque suas, quae coniunctae valebunt plurimum, commoverint, maius opinione multorum ilü negocium facessent. Quorum viribus si eorum auxilia accesserint qui non omnibus, ut quidam putant, dormiunt et cunctationis partim suae causas habent non tarn exoptatas sibi quam vi quo- dammodo extortas, sero Hispanos fortassis poenitebit instituti sui; quam tu spem si forte ex praeteriti temporis actionibus inanem existimabis, illud etiam cogitabis, idem tempus non omnia ferre et rebus maioris momenti plane maturandis longiore tempore opus esse nee uni expedire, ut onera viribus maiora in se suseipiat, ne cum ludibrio damnum ferat. Neque vero, si in Galliam non ibitur, loca viciniora et ad omnem vindietam oportuniora non sunt, in quae vel medioeres copiae dimissae coelum, quod aiunt, terrae misceant et Parmensi non tarn redeundi difficultatem adaugeant quam spem omnem praeeidant, hinc Germanis urgentibus hinc instantibus Gallis. Itaque dubium relinquitur, plusne Parmensi et coniurationi Gallicae mora haec profuerit an ad perniciem valuerit, quae inchoata diutius profecto abesse non poterit. Etsi enim ne antehac quidem consilia sua plane oecultare Hispanus voluit, ea tarnen in mediara irrumpens Galliam ita evidenter ostendit, ut ne stupi- dissimi quidem iam dubitare videantur, bominem natura ambi- tiosissimum ex multorum aliorum ruins nova sibi regna atque imperia extruere conari; quod ipsum si forte vim tantam non habere putas, ut motum dignum his temporibus concitare possit in eorum animis, quos tanquam glacie quadara obduetos existimare videris, sustinebis aliquantulum et ipso eventu haud magno dolore tuo refelli te patieris." .... Bm. Coli. Camerar. XXII. Or. 21. —- s - 448. Pallavicino an Christian von Anhalt. Oktober (Verhandlung mit Heinrich IV. Erwartung der deutschen Hülfs- Canter- truppen. Sendung Turenne's.) bury Seine französische Reise verlängert durch die Erwartung einer Schlacht, der Parma auswich, um das französische Adelsheer zur Auflösung zu nötigen. „0 quanto all'hora era desiderata l'armata dei reistri e quanto gli ochi d'ogniuno erano convertiti in nie, che in tempo di tanta necessitä non portavo in luogo di essa altro che gli articuli." Verhandelte nach den Abzug Parma's mit dem König, der, von dem guten Willen der Fürsten, besonders Sachsens überzeugt, mit allen Prinzen und Herrn seines Rats beschloss hierauf für den im nächsten Frühjahr bevorstehenden Krieg seine Hoffnung zu setzen. Deutschland und England sind nur durch den französischen Tronwechsel vor dem gegen eines von beiden beabsichtigten Angriff Spaniens bewahrt geblieben. Philipp IL hat es aber mit einer Nation zu tun, die „inanti che sia perita o soggiogata, consumerä al certo le arme spagnuole", besonders wenn sie von den Nachbarn unterstützt wird; „si tosto ch'ella sentirä Tarmata dei reistri, sarä tutta in arme a cavallo pronta 448—449. 1590 405 a d unirsi con esse et a tutte le attioni della guerra". Es war ein grosser Entschluss für den K. auch mit Rücksieht auf die Reformirten den ersten von allen, den durch Vornehmheit, Klugheit und Liebenswürdigkeit sowie im Krieg so hervorragenden Turenne zu entsenden. T., der seine einzige Hoffnung auf den Kf. setzt, traf gestern in England ein und reist nach Verhandlung mit der Königin mit ihm nach Stade und dann geradewegs nach Dresden, ohne einen andern Fürsten zu sehen..... Zerbst, Eigh. 449. Dohna an Johann Casimir. 21.0ktbr Lehnt die ihm von J. C. für den Fall von dessen Abreise angetragene Beförderung ab. 1 Will sich nicht auf diese Weise unvermerkt in den Oberrat bringen lassen, in welchen einzutreten er sich schon oft geweigert hat. "Was seine Privatsachen anlangt, i Hiemit ist nicht die von Dohna in seiner Selbstbiogr. berichtete Absicht J. C. gemeint, seinen Freund an Stelle des Grafen Joachim von Ortenburg zum Vizedom in Amberg zu ernennen. Dohna musate vielmehr, „quia me non potuit carere", den Statthalter in J. C. Fürstentum (Lautern) zur Uebernahme dieses Amts bestimmen (Schmidt S. 165). Eine eigh. Bemerkung D. zu dem obigen Sehr, sagt, es sei etwas, „nur in verbis" geändert am 21. Okt. 90. J. C. übergeben worden, der sich darauf willfährig erklärt und eine Instruktion verfertigen lassen. Diese Instruktion vom 25. Okt. (Mb. 91/11, Or.) verpflichtete nun aber D. vor allem dazu, als Statthalter J. C. täglich vor und nach Mittag Kanzlei und Oberrat zu besuchen, die Umfrage zu halten und das Schlussvotnm abzugeben. D., dessen Weigerung demnach doch nichts geholfen hatte, bemerkt in der Selbstbiogr. (S. 110), J. C. sei am 25. Okt. auf Bitten des Kf. Christian nach Dresden gezogen; „ich wart zum unschuldigen stadhalter verordnet". Nach der Instr. sollte er dringende und wichtige Sachen J. C. nebst Bedenken nachschicken, besonders in den Amberger Sachen nichts ohne Anhörung des andern Teils und Kolbinger3 beschliessen, der gleichfalls beauftragt wurde J. C. wichtige Packete und Briefe nachzuschicken. Gegenüber einer etwaigen Bedrohung der Pfalz sollte D. das Nötige, aber wenn irgend möglich ohne Kosten vorkehren. Vgl. die Urkunde eines, zwischen Kurpfalz, Pfalz-Lautern und Pfalz-Zweibrücken am 1. Nov. 1590 abgeschlossenen Landrettungsvergleichs, Me. XV. 4. No. 3075 (Or. mit den drei Siegeln, nicht unterzeichnet). Die sehr massig veranschlagte Bundeshülfe sollte übrigens bei genügendem Eingreifen der gleichzeitig anzurufenden Kreishülfe eingestellt werden. Am Interessantesten ist die Verpflichtung der Kontrahenten die Untertanen, soweit dies nicht geschehen, militärisch zu zu organisiren; sie sollen in Fähnlein eingeteilt und zum Aus8chuss möglichst junge Mannschaft und solche, „die schon in zügen gewesen", genommen, die Waffen jährlich zweimal besichtigt und den Sommer hindurch jede Woche einmal, wie es in der Kurpfalz bereits eingeführt ist, Uebungen abgehalten werden; ein Ausschussfähnlein zu 300 Mann zählte 150 Schützen, 90 Spiesser, 34 Hellebardierer mit Landsknechtharnischen und Sturmhauben, 6 Schlachtschwerter, 9 Musketirer, 6 Aexte und Zimmerleute urd 6 mit Schaufeln und sollte ausserdem 4 Feldstücklein mit je 200 Kugeln haben. Vgl. Ritter, D. G. II, 217; 482. — Ueber den Oberrat zu Heidelberg vgl. Ritter, Br. u. A. I, 55. 406 1590 449. 21. Oktbr. will er dem Kammersekretarius sagen, wo ihn der Schuh drückt. Weiss nichl, ob J. C. sein vor acht Tagen überreichtes Bedenken gelesen hat, aus dem hervorgeht, „das in etlichen pnncten meine gedanken und der izigen rate gar zuwider"; weiss nicht, welchem Teil J. C. zur Zeit beipflichtet. 1 Müsste er in der Beratung über etwas, das er „secundum conscientiam et scientiam meam" nicht billigen kann, gegen den Willen der andern und besonders J. C. votiren, so würde er sich nur aus einem gnädigen einen ungnädigen Herrn „und den riss, der im regiment albereit ist, grösser machen." 3 Mb.-11212, eigh. Conc. 1 Dies bezieht sich auf D. Widerstand gegen die von Reuber im Einverständniss „mit dem alten herrn von" (Lücke; Rheidt?) betriebene Verbindung des Kurprinzen Friedrich mit Maria Anna von Preussen (vgl. No. 428; 436); nach D. (Selbstbiogr.) hätte man zu Heidelberg im September begonnen darüber zu deliberiren. Reuber betonte, Kurpfalz sei wegen seiner vielen Lehenstücke in Jülich beim Ableben des Herzogs ohne männliche Erben bereits in possessione und könne sich wegen seiner künftigen Gemahlin besser als ein weit entlegenes Haus in diesen schönen Landen, dergleichen nicht in Deutschland, main- teniren. „Haec omnia erant plausibilia. M. Gn. H. platzt daruf, lies es sich wolgefallen und doch bedünken, das ich nicht damit zufrieden. Dan da man von der Verheiratung des jungen herrn in genere und nicht von dieser in specie consultiret, da sagte ich unter anderm: „Ich bitte, der seoretarius wolle mit grossen buchstaben in das protocol schreiben, das der herr von Dohna nimmermehr raten kan, das man den jungen Herrn an eine soll verheiraten, die nicht seiner religion ist". Dan ich hatte, etliche jar hero, an M. Gn. H. und seiner ge- mahlin gesehen, was es für ein jemmerliches werk ist, wen eheleute zusammenleben, die wiederiger religion sein." Darauf hin habe ihn J. C., der D. Gebrauch in solchen Sachen sein Votum nicht leicht zu ändern kannte, nicht mehr zu dieser Deliberation gezogen. — Vgl. S. Graf Dohna, die Dohnas, I, 129 f; Schmidt S. 164 (der von einer Verhandlung im „Staatsrate" spricht und D. „mit nachdrücklicher und lauter Stimme" reden lässt!) 2 Dies wird bestätigt durch ein Sehr. Pelens an Dohna (nicht an Kolbinger, wie die Adresse lautet) aus Giessen vom 29. Oktober: sie hätten insgeheim dem Lic. Frais zugetragen, „P. zie aus und suech duch zum weib"; man solle unvermerkt anstellen, dass Putlitz, Reuber oder Ehern den Frais examiuirten, ob er nichts „bei uns" über den Grund der Reise erfahren, worauf Frais, der „ihme das gescheft angelegen sein lassen", ihnen das vermeintliche grosse Geheimniss anvertrauen werde. Putlitz habe „den morgen, als wir von Heidelberg abzogen", zum Grafen von Tübingen (vgl. No. 286) gesagt, „er habs vor 14 tagen gewist, das P. diese reis furnebmen wurd; ob das wahr oder erlogen, gib ich E. Gn. zu ermessen". (Mb. 113/2, eigh.) Am 1. Nov. schreibt Pelen an D. aus Gudensberg, J. C. habe für die Zeit seiner Abwesenheit den hinterlassenen Dienern und Pferden des Rats Putlitz, der neulich zu Kirchheim sich um J. C. und dessen Leute nicht kümmerte und dafür seine eigenen Sachen auf J. C. Rechnung setzen Hess, Futter und Mahl entzogen (ebd. eigh.). Vgl. S. 218 A. 2; Tossanus an Witgenstein, 26. Okt. 1590; 23. Febr. 1591 (Cuno II, 209 ff.). Zwietracht zwischen den einflussreichsten Räten und Vertrauten des Pf. war übrigens ein chronisches Leiden der casimirischen Politik. 21. 450-451. 1590 407 450, Wilhelm von Baiern an Hans Georg von Frei sing. Oktober München Widerruft seinen früheren Befehl, das Ableben seiner Mutter bei J- C. anzuzeigen, aus Gründen, die Metternich der Hofmeister seiner Söhne F. mitteilen kann. Nur wenn sein Bruder der Kf. von jenem Befehl Kunde und ihn ausdrücklich gebilligt hat, oder wenn Metternich, „als welcher der sachen satten bericht hat", aus beweglichen und wohlgegründeten Ursachen dazu rät, soll F. den Besuch bei J. C. ausführen. 1 Ma. 38120 f. 368. Conc. 451. Johann Casimir an Land graf Georg. 26. Oktbr. Heidel- Muss wegen seltsamer und gefährlicher Läufe ausser Lands erg verreisen; bittet, mit seinem Statthalter Fabian von Dohna 2 und dem zu Hause gelassenen Kanzler und Räten gute Korrespondenz zu halten. Darmet. Nachr. 13. Or. i Vgl. Stieve IV, 14 A. 1. — Am 19. Okt. schreibt J. C. aus Heidelberg an W. Söhne Philipp UDd Ferdinand, die ihm am 18./28. ihre Durchreise nach Köln ankündigten (vgl. ebd. S. 333; Weinsberg IV, 106), er bedaure sie nicht hier zu sehen und bitte um ihreu Besuch bei der Rückreise (Ma. 38/20, Or.). 2 Die Instr. für Dohna (vgl. S. 405]A. 1) ist erfüllt von allen erdenklichen Vorsichtsmassregeln, die uns J. C. bis zum Argwohn gesteigerte Sorge vor bösen Praktiken namentlich in Bezug auf den Kurprinzen erkennen lassen. D. soll, um das Auf- und Zuschliessen und die Abweisung unbekannter Personen überwachen zu können, jede Nacht selbst im Schloss liegen; er hat zu sorgen für richtige Bedienung des jungen Herrn, der verwittweten Landgräfin [Anna Elisabeth, Witttwe L. Philipps, vgl. Rommel V, 812 ff.] und der beiden Fräulein, für ihren und der Ihrigen Besuch der ordentlichen, Predigten, für Abhaltung verdächtiger fremder Personen von der Konversation mit ihnen, besonders beim jungen Herrn solcher Leute, „von denen I. F. Gn. nichts lernen, sonder nur ergernuss und böse exempla sehen und erfahren, oder sunst der churf. Pfalz als auslendische widerige religions- verwanten nichts guts gönnen oder gefehrliche reden treiben". Fremde Gesandte oder Herrschaften, falls es nicht ganz nahe Freunde, ausserhalb des Schlosses in der Stadt zu traktiren; genaue Aufsicht über die Mahlzeiten bei Hof, dass kein Fremder sich eindränge. Der junge Pf. darf nach Schwetzingen ziehen oder sonst hetzen und spazieren reiten, aber nicht über Nacht ausbleiben. Vgl. auch die Aeusserung des Tossanus in einem Sehr, vom 15. Sept. 1590 (Cuno II, 101): „junior [prineeps] valde lubricam ingreditur aetatem"; über Hoffaungen Minucci's (schon seit 1588) auf die Bekehrung des jungen Pfalzgrafen. Hansen, Nunt. Ber. III. 1. 748; Stieve IV, 189 A. 1. Dass Hütten im Herbst 1590 seine Stellung als Erzieher Friedrichs aufgab und nach Franken zurückkehrte, hebt Tossanus wiederholt mit lebhaftem Bedauern hervor (Cuno II, 209; 211). 408 1590 452—453. 26. Oktbr. 452. Jobann Casimir an Wolfgang von Mainz. Heidel- bere - Auf W. Zettel im Sehr, vom 26. st. n. 1 In seinem Sehr, vom 5. hat er nicht von W., sondern in genere von der Haltung der Geistlichen auf dem Dep. Tag geschrieben. Führt W. nochmals die Gravamina der spanischen Bedrückung zu Gemüt, die ein steinern Herz erweichen sollten. Selbst wenn wir nicht eines Herkommens, einer Nation, Namen und Sprache wären, müsste man den Bedrängten beispringen. Nun wird aber die Hülfe, die auf 2 Kreistagen zu Köln beschlossen und derentwegen der Dep. Tag ausgeschrieben worden ist, auf diesem Dep. Tag gegen die Beschlüsse verweigert und die Bedrängten gleichsam verspottet. Die Dinge haben ihn, „als einen ohne rühm zu melden getreuen patrioten", der nach dem Exempel der Vorfahren die R. Konstitutionen und jeden Stand ohne Unterschied der Religion bei Billigkeit und Recht zu handhaben jederzeit gemeint, bewogen an W. zu schreiben, „was das werk bei ihme selbst reden tuet". Haben W. Räte auf dem Dep. Tag anders geredet als sie beauftragt waren, wie er gern glauben will, so wird W. sie dafür zur Verantwortung ziehen und es künftig dahin richten, dass betreffs der R. Konstitutionen in Sachen der Rettung eines jedeu Standes mehr Zusammensetzung gespürt werde. .... Mb. 414J77 f. 171. Cono. 2. Novbr. 453. Johann Casimir an Christian von Sachsen. Auf Chr. Sehr, vom 29. Okt. aus Weidenhain. Chr. soll dem Kf. von Brandenburg von J. C. wegen eins bringen und herum gehen lassen und seinetwegen nicht die gute Gesellschaft zu Berlin früher verlassen, da sie beide doch die Martinsgans versäumt. „Ich will die zeit hinzwischen wol verdreiben." Will, da es ihm mit Braunschweig hinderlich geht, erst am 6. nach Salza kommen. Chr. könnte unvermerkt erkunden, was Braunschweig, der ihn nicht zu sich lassen und zu Brandenburg will, „für dauben" im Kopf hat. a Dr. 8539. Eigh. 1 In diesem P. S. (pr. 22. Okt.) äusserte W. seinen Schmerz darüber, dass J. C. ihm Widerstand gegen die R. Satzungen und Ein- verständniss mit andern zu Gunsten der angestrebten spanischen Monarchie zumesse, und beteuerte seine vaterländische Gesinnung, wie sie auch bei Trier und Köln vorauszusetzen. Vgl. No. 434. 2 Pelen schreibt am 1. Nov. aus Gudensberg an Dohna: „Braunschweig reist uns abermal bossen" und schlägt J. C. das mündliche Gespräch ab, da er von Brandenburg in die Mark eingeladen sei; seine Mutter und Schwester hatten ihn am Sonntag zu Münden erwartet; statt dessen rief er sie plötzlich ab. — Kf. Christian war von Kf. Johann Georg zur Taufe einer Tochter eingeladen (Zündelin an Camerarius, Sitzenroda 27. Okt., Bm. Coli. Cam. XXII). J. C. schreibt am 10. Nov. aus Leipzig an seine Tochter Dorothea einen eigh. Brief, worin es heisst: „Mich [!] sampt auch meine geferten seind noch gott lob und dank gesund und frisch" (Zerbst). 454-455. 1590 409 454. Zeitung aus Prag. __ 7 „: 17 (Der Aasgang des Dep. Tags. Ein ev. Hofrat. Gegenreformation„ \ er Prag in Oesterreich und Steiermark. Niederländische Friedenshandlung.) „Aus Prag vom 17. 9bris anno etc. 90." 1 Vorgestern kam Hornstein vom Dep. Tag zurück. Die Herren hier nicht übel zufrieden, dass dort nichts ausgerichtet; dass man aber auf solche Weise geschieden, macht ihnen Nachdenken. Man gibt die Schuld aller Unordnung den pfälzischen Gesandten „und glaub, wan mittel vorhanden, solchs zu äfern oder zu rechnen, so wurd man sie zu seiner zeit wissen zu finden, und dröen nicht mit weichen birn zu werfen." Der Kaiser kam von der Jagd und man geht täglich vor und nach Mittag darüber zu Rat. Wegen der kurf. Klagen über den kais. Hofrat hat der Kaiser den Herrn von Scbleinitz A. C. zum Rat bestätigt und dadurch zugleich für eine Reise zu Heinrich Julius nach Braunschweig belohnt, wo derselbe ein Anlehen von 20 000 Talern „uf 8 widerzugehen" erlangte. Dagegen bedroht der Kaiser die Stadt Waidhofen mit dem Bann, falls sie nicht die verjagten Pfaffen restituire. Erzh. Ernst soll in Steiermark die um Abschaffung der Jesuiten anhaltenden Stände bezwungen und von ihnen 400 000 fl. zur Tilgung der hinterlassenen Schulden ihres Herrn erlangt haben. Der Erzh. behält das ganze Gubernament in Händen und fragt sie nicht viel, wie sie vermeint hatten. Die österreichische Gesandtschaft wegen freier Religionsübung hier abschlägig beschieden. 2 Man hofft, wenn Spanien sie den Holländern nachsehe, werde der Kaiser ein Gleiches tun. Herr von Bernstein, Herr von Reda, Graf Salentin von Eisen- < berg und der Bruder des B. von Würzburg sind an Parma und die niederländischen Stände wegen Erneuerung der Friedenshandlung abgeordnet und rüsten sich zur Reise. „Dis vorhaben geschieht, die teutschen fursten und stende in Niderland ufzuhalten und zu hindern, das sie nichts ernstlichs vornemen. Jedoch scheint es, das weder die ein oder die andern sich werden ferner dergestalt bei der nasen herumziehen lassen", da des Spaniers Erklärung dahin geht, die Religion nimmermehr freizulassen, obgleich sich etliche bereden lassen, andere und sich mit grosser Gefahr und Nachteil dadurch zu betrügen..... Dr. Zeitungen von Pf. Jobann Casimir. 10710. Cop, 455. Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich. ll.Novbr (Rechtfertigt sein Verfahren gegen die unbotmässige Stadt Amberg.) Lei P zl S Auf G. Fr. von Statthalter, Kanzler und Räten zu Heidelberg ihm nachgeschicktes Sehr, vom 29. Sept. betr. seine angeblichen gegen das Testament seines Bruders und die Erbverträge verstoss- 1 Die Rückehr Hornsteins aus Frankfurt lässt doch wnhl auf Datirung nach neuem Stil schliessen. Der Schreiber, dessen Bericht J. 0. dem Kf. Christian mitteilte, könnte Salis sein, vgl. No. 141; 147. 3 Vgl. S tieve IV, 97 ff; Mitteil, des Inst. f. östr. G es eh. Forschung, Erg. Band VI (1901). 410 1590 456-457. enden Beschwerungen des Amberger Rats in Religionssachen. Die Amberger waren nicht nur gegen seine Administration, sondern von jeher in politischen und religiösen Dingen widerspänstig, auch gegen seinen Bruder. Nach dem Rel. Frieden gebührt bekanntlich der Obrigkeit und nicht den Untertanen die im Reich zugelassene Anstellung und Handhabung der Religion; Untertanen, denen, wie es hier geschieht, ihre Gewissen freigelassen und nur ihre gefasste Rel. Uebung nicht verstattet wird, haben sich dessen bei der Obrigkeit billig höchlich zu bedanken. Die Amberger dagegen wenden das Blatt um und unterfangen sich die Obrigkeit zu reformiren. Gegenüber dem Testament seines Bruders verweist er auf das seines Vaters. Die Erbeinigung hat mit der Administration gar nichts zu tun. Was die angebliche Zusage betrifft keine Generaländerun» vorzunehmen, so hat er den Ambergern Freiheit der Gewissen* Kirchen und Schulen zugesichert, falls sie seinem Mandat gegen das Lästern und Kondemniren auf den Kanzeln nachleben würden. Statt dessen wurde selbst seine Person unablässig angetastet; weiss nicht, ob G. F. so lange wie er zugesehen haben würde. Da jenes Mandat nicht den geringsten Erfolg hatte und gegen den Willen seines Bruders die ubiquitistische Lehre eingeführt worden war gebot er Teilnahme der Kirchendiener zu Amberg und auf dem Land an den zu freundlicher Besprechung vorfallender Mängel in Lehre und Leben eingerichteten classicis conventibus. Der Ungehorsam dauerte fort und die Amberger klagten gegen ihn beim Kaiser und R. K. G. Seinerzeit wagten sie sogar den Versuch seinen Vater mit gewehrter Hand aus der Stadt zu stossen, was sie später abläugneten.' Verweist noch auf die Vorenthaltung des Pfarrbofs und der Hofkapelle zu Amberg, auf die „conspurcirung" und Abreissung seines Mandats, Konspiration mit Adel, Städten und Märkten, auf den Schimpf gelegentlich der begehrten Stellung des Diakonus zu Amberg zu seinem Konsistorium. Das alles ist res pessimi exempli und er hätte überflüssige Ursache alle im Rel.und Profanfrieden der Obrigkeit zugelassenen Mittel und Wege zu ergreifen. .... G. F. möge den Ambergern künftig nicht so leicht Glauben und Gehör geben, sondern sie zum schuldigen Gehorsam anweisen, „und disfals gegen uns tun, was sie in dergleichen selbst gern betten, das ihr beschehen solte." .... Dr. 8543. Cop. 15 - 456- Königin Elisabeth von England an König XT &1 . Christian IV. von Dänemark. November London Ersucht um Unterstützung Pallavicino's, dessen letzte Sendung an die ev. R. Fürsten „propter dubitationes nonnullas . . electoris Saxoniae menti inhaerentes" nicht zum Abschluss kam, bei seiner neuen Sendung nach Deutschland, wohin zugleich Heinrich IV. Turenne abfertigt." Kopenh. England A. Or. 1 Vgl. Kluckhohn, Friedrich der Fromme, S. 281. 2 Ein Sehr. gl. Datums an Christian von Anhalt bei Beckmann II, 299 f. 457. 1590 411 457. Johann Casimir an Dohna. 18. Nov. Dresden „Lieber compere!" Hat D. Sehr, vom 4. am 13. bei seiner Ankunft „bei meinem lieben brudern zur Glucksburg" erhalten und erfahren, wie es im politischen und jägerischen Regiment beschaffen. D. möge ferner gute Inspektion haben. Seinen Einritt hier und ,vilfaltige ehre, so mir widerfahren", zuschreiben würde mehr als 2 Bogen Papier erfordern. Ein Gesandter Baierns traf am gleichen Tag hier ein; wird dessen Werbung mit der Zeit erfahren. 1 Darf am Dinstag nach Freiberg und dann nach Hof ziehen, was er M. Georg Friedrich zeitig kund tun wird, „auch bedacht mich durchs Baierland 8 zu begeben, doch Amberg zu uberhupfen" a und den Vizedom anderswohin zu bescheiden. Krell hätte ihn gern persuadirt zu Braunschweig zu ziehen, aber der Kf. „hat mir beifall getan". Beim Besichtigen des neuen Stalls am Sonntag müssen sie den Willkomm trinken, einen Ritter g. Gorgen, der nicht viel Wein hält, „wen es dabei bleiben kunt; kein exes ist nocht nit begangen worden". Dem Kf. schmeckt und bekommt der Beerwein. Der Kf. bat um Zuweisung eines wackern Grafen „bei uns deheim", mit Hinweis auf die Rheingrafen und dem Zusatz: „es muss aber unser religion sein". Er antwortete, die Rheingrafen und die andern seien alle verheiratet, dachte aber dann an den jungen Grafen von Hanau. D. soll dies auf 1 Jahr vermitteln; „darf sich für dem drinken nit befaren. Zondelini lobt den grafen gar sehr". Als er heute zu der Kurfürstin geladen war, kam das Packet vom 11. Antwort in wenigen Tagen. 4 „Datum in eil Dresen, den 18. 9 bria ao. 90. Vostre bien bon aray J. Casimir".. Bm. Coli. Camerar. XXXV. Kigh. (pr. 25. Nov.). 1 Der bairische Gesandte sollte den Tod der Mutter des Herzogs Wilhelm dem Kf. anzeigen, der ihn aber nicht selbst empfing, sondern durch Christian von Anhalt anhören Hess; „caetera omnem Uli honorem exhibuit et in arce etiam sua hospitio enm excepit" (Zündelin an Camerarius, Dresden 17. Nov.). Vgl. No. 450. 5 D. h. die Oberpfalz. s Vgl. No. 455. * Der Besuch J. C. bei Sachsen wird sogar in einem Sehr. Mayen- ne's vom 23. Nov./3. Dez. erwähnt (Corresp. de May enne S. 78 f.) Zündelin berichtet an Camerarius den 15. Nov. aus Torgau: J. C. ist seit 2 Tagen beim Kf. „et quod coniieere ex signis in oculos ineurren- tibus possumus, inter eos rectissime et amantissime adhuc convenit;" am 17. Nov. aus Dresden: J. C. noch hier „hospes gratior quam multi vellent; qui tarnen quid aut cur velint hoc potius quam illud, ignorare penitus aut certe non aatis scire videntur... Exspectamus iam maiora omnia, nisi quidam impediant, quibus minor est animus quam ut magna et praeclara capere possint. Nostri herois magnanimitas et constantia exemplo aliis ad imitandum, aliis ad pudendum et igno- miniam, ut spero, erit. Nihil ille quidem neque timide neque temere." Am 24. November: J. C. wird morgen nach Haus reisen; „Hipparchus [der Kf.] erga hospitem benevolentiam et amorem ostendit non mediocrem. Domestica omnia satis tranquilla sunt." In einem späteren Brief (ebd. No. 156): „Dux Casimirus haud ingratus hospes Dessam hinc discessit his diebus." Vgl. Beckmann III, 144. — Ein 412 1590 458-460. 22 - Novbr - 458. Zeitung aus Prag. 2. Dezbr. „Aus Prag vom 2. x bria ao. etc. 90". Prag De" Kaiser seit der Rückkehr von der Jagd wenig sichtbar; ob wegen böser Zeitungen aus Spanien oder wegen des Schrecks über scheu gewordene Pferde? Rumpf durch sein Ross in Lebensgefahr gebracht. Der Kaiser wurde darauf etwas schwach und man holte die Aerzte.i Heute war der Kaiser in der Messe nicht sichtbar; kaum wegen des Rangstreits zwischen dem kölnischen und dem Florentiner Gesandten. Die, die zunächst um den Kaiser sind, entschuldigen diese Einsamkeit und Zurückhaltung mit seiner Schwachheit; „andere sagen, das eben dieselbigen I. Mt. zu solcher einsamkeit darumb selbst raten, uf das sie bei solcher weis allein regiren mögen". Audienz des Florentiner Gesandten am 23. vor. Mts., 3 des braunschweigischen, des bairischen. Der spanische Gesandte soll dieser Tage ein Packet Briefe unter Fluchen auf Frankreich ins Feuer geworfen und seinen Freunden nicht mitgeteilt haben. Bernstein und Reda noch nicht abgereist; sollen auf Geld warten. Reda's Sohn soll dem Kaiser künftig den Wein tragen..... Dr., Zeitungen von Johann Casimir 107 IV- Cop. 2 3. Novb r. 359. Sobolles an Pf. Johann. 3. Dezbr. Hatte Befehl vom K. Joly zur Unterstützung Turaine's nach Metz Dresden zu schicken; da J. krank ist, wählte er den Kapitän Flavigny, der über Zweibrücken gehen und J. veranlassen soll wegen ihrer bedrängten Lage an Casimir zu schreiben. Dr. 9305. I. f. 494. Cop. 24.Novbr.360. Vereinbarung zwischen Pfalz und Sachsen über Dresden einen Bund eva n geli seh er R. Stände. 3 „Verzeichnus der puneten, deren sich Pfalz und Sachsen der bewussten hochvortrauten Sachen halben bei irer itzigen zuhauf- kunft mit einander vor sich vorglichen, dorauf künftig die andern stende auch zu behandlen". Sehr, des Pancratius an Pf. Philipp Ludwig aus Speier 4. Dez. ist über die „in grosser geheim 1 ' unternommene Reise J. O. noch ganz im Unklaren; es gehe die Sage, J. C. habe sich mit L. Wilhelms Tochter [gemeint ist wohl Hedwig, geb. 1569] verheiratet; andere meinten, er sei wegen der Hülfe für Navarra zu den prot. Fürsten, auch nach Dänemark gereist (Mb. 336/20, Or.). Konrad von Solms an Johann von Nassau, 17. Dez.: J. C. lag die letzte Nacht zu Kirchheim und wird heut zu Giessen übernachten (Wiesb.). Am 6. Jan. 1591 meldet Tossanus dem Grynaeus die glückliche Heimkehr J. C. aus Sachsen (Cuno II, 107). 1 "Vgl. StievelV, 36 A. 3 (nach Berichten des bair. Hofkanzlers Gailkircher aus Prag); 37. 2 Vgl. Johann Baptist Fickler an Grossherzog Ferdinand von Toskana, Ingolstadt 28. Nov./8. Dez. 1590: „Venit ad me Ser. T. legatus syncere nobis dilectus Rodericus Alidosius" (Bm. Cod. bavar. 715 a f. 222 *>, Cop.). Vgl. S- 295 A. 2. Am 18. April 1590 schrieb Kheven- hüller an Rudolf II, Spanien trage Missfallen an der Bemühung Toskanas um den Königstitel beim Kaiser (Nürnb. Germ. Mus.). 3 Vgl. K. A. Muffat, die Verhandlungen der protest. Fürsten in den J. 1590 und 1591 zu Gründung einer Union (München 1865), S. 6; Archiv f. sächs. Gesch. VII, 306 f. 460. 1590 413 1) Beide Fürsten haben sich der beiden Ausschreiben in der 24. Novbr. geheimen und der französischen, dann in der auf dem Dep. Tag Dresden vorgelaufenen Sache, dass Sachsen, doch auf gewisse Massen, inhalts der Notel, die Ausschreiben tun soll, verglichen. 2) Pfalzsoll auf der Heimreise Braunschweig nochmals ersuchen und unverzüglich an Sachsen berichten, damit die Ausschreiben gleich ausgefertigt werden können. 3) Der im Plauischen Abschied erwähnte Anschlag ist nach der R. Matrikel einzurichten und dabei zu handeln, dass jeder Stand nach seinem Vermögen für dieses Werk noch etwas dazu tun möge. 4) Die Zusammenkunft der Räte soll „so vil muglich unvermerkt dieses handeis" geschehen, und zwar zu Torgau und falls Braun- schweigs halber keine Verhinderung, um Mitte Januar; die Ausschreiben sollten mindestens 6 Wochen vorher ergehen, damit jeder die Seinigen desto besser abfertigen könne. 5) „Nachdem dis ein politisch Werk, so will künftig in acht zu nemen sein, das dis vorstendnus nicht allein zu beschutzung der evangelischen religion, sondern auch zu abwendung aller andern drangsal und beschwerung, wie die einem oder dem andern mit- interessirten stand zustehen möchten, gemeint und vorstanden sei". 6) Nötig, gleich nach vollzogener Notel Geld zu kontribuiren und den Anschlag nicht auf Volk zu richten; das Geld in zwei von folgenden Städten: Strassburg,' Nürnberg, Erfurt, Magdeburg zu legen. 7) Bei der zu Plauen vereinbarten Zahl des Kriegsvolks zu bleiben; sollte dies aber bei der Zusammenkunft nicht zu erreichen sein, das Werk deshalb nicht zu zerschlagen. 8) Zur Befestigung und Stärkung des Werks soll nach dem Plauischen Abschied nicht nur anfangs, sondern jährlich ein Gewisses kontribuirt werden. 9) Da etliche gegen das alleinige Direktorium der drei kurf. Häuser Bedenken geäussert haben, ist bei der Versammlung die Wahl eines Ausschusses, dem die Schlüssel und das ganze Direktorium neben den kurf. Häusern zu vertrauen, ins Auge zu fassen, da Pfalz und Sachsen andern zu Nachteil hierin keinen Vorteil begehren, „jedoch das es bei diesem ausschuss, es werde hernach darzu gezogen wer da wolle, künftig in alle Wege zu lassen". 10) Obwohl der Plauische Abschied auf ein immerwährendes Werk geht, wollen doch Pfalz und Sachsen auf geschehene Erinnerung anderer nicht dagegen sein, dass es auf 50, 40 oder wenigstens 30 Jahre gerichtet werde, nach welcher Zeit jedem der Austritt freistehen und dann sein kontribuirtes Geld zurückerstattet werden soll, unter Abzug seines Anteils au inzwischen vorgekommenen Aufwendungen. 11) Die Obersten, Rittmeister u. s. w. sollten nicht von dem kontribuirten Geld unterhalten, sondern von den Fürsten aus ihren ohnedies bestellten Dienern, „so des krigs wol erfahren und eines guten namens sein", mit Bewilligung der andern ernannt und besoldet werden j Veränderungen wären sogleich den vereinigten Ständen mitzuteilen und die Lücken unverzüglich zu ergänzen „ist auch zu besorgen, das dis werk ohne das nicht'wol in geheimb zu halten sein werde". 414 1590 460—461. 13) Auf der Zusammenkunft zu bestimmen, wer unter den Fürsten Oberster und Oberster Leutnant sein und wer Feldmarschalk werden solle. 13) Ferner über die Kriegsbestallung derselben zureden, doch dahin zu sehen, dass die Stände vor der Defension selbst nicht mit Besoldung beschwert werden. 14) „Obwol von etzlichen erinnert, das hiebei die kais. Mt, austrucklich zu excipiren, dieweil aber dis werk kein sonderbar vorbundnus, sondern dasselbe allein zu handbabung des religion und prophan friedens, auch der andern reichsconstitutionen gemeint, so helt Pfalz und Sachsen darfur, das es demnach unnötig, I. kais. Mt. etc. hierinnen in specie zu erwehnen". 15) Die vereinigten Fürsten sollen jährlich wenigstens ein Mal ihre vertrautesten und auf dieses Geschäft verpflichteten Räte zusammenschicken, um über etwaige Mängel u. a. reden und „bis an die herren" einen Abschied vergleichen zu lassen. Pfalz und Sachsen wollen hiedurch den andern Fürsten nichts vorschreiben, sondern alles auf fernere Vergleichung aussetzen, „itzund aber von inen zu künftiger nachrichtung diesem werk zum besten bedacht und zu papier bracht worden. Signatum Dresden, den 24. Novembris ao. 90 etc." Dr. 7281 j 9305. I. Berlin, Unionsacta I. Copp. 24.Novbr.461. Vereinbarung zwischen Pfalz und Sachsen über Dresden , . . ... , , T .., - die franzosiscne'Hulfe. „In der französischen sachen haben sich Pfalz und Sachsen miteinander unterred und nachfolgende puncten zu fernerm nachdenken ufs papier zu bringen eine notturft ermessen". 1) Die Hülfe muss an Geld geschehen, die Fürsten in ihren Landen werben lassen und bekannte und kriegserfahrene Leute beiziehen. 2) 6000 Pf. und 2 Regimenter Knechte zu je 10 Fähnlein genügen für jetzt. 3) Nur Feldgeschütz, ungefähr 25 Stück, zu nehmen. 4) „Zum haubt eines solchen kriegsvolks were fürst Christian zu Anhalt als ein tapferer gottesfürchtiger junger fürst zu gebrauchen". 5) Ihm beizugeben 3 deutsche Reiter- und 2 Landsknechtsobersten, etliche erfahrene Kriegsräte und ein geübter des Französischen kundiger Sekretarius. 6) „Ob und was fur asse- curationes vom könige für das geliehene gelt zu begehrn, ob I. K. W. anzumuten, das sie diesem teutscben fürsten Metz, Tüll und Verdun einraum; und solches derjenigen stend halben, die sich beschweren möchten, etwas bei dem werk zu tun, damit sie desto williger hierzu gemacht werden". 7) Ob und in welcher Stellung die französischen Gesandten beim Heer zu behalten. 8) Nach Verständigung über die Hülfe den König sofort zu benachrichtigen. 9) Ebenso England und die Staaten von Holland und Seeland mit Begehren um Geldhülfe und dass sie beim Anzug des Volks dem Gegner zu schaffen machen. Die Räte sollen beim künftigen Konvent ein Sehr, um Geldhülfe an die vermöglichsten R. Städte vereinbaren. Ma. 545|7 f. 36 f. Cop. 46 2_-463. 1590 415 462. Visconti an Sfondrato. 9 - 19 (J. C. Versuch auf dem Dep. Tag das Reich in Krieg mit Spanien D '\ p z u verwickeln gescheitert; seine Eeise zu den prot. Fürsten; deren ed angebliche Absicht Navarra gegen Rückgabe der drei Stifter zu unterstützen und zum römischen König zu machen und die Generalstaaten z ur Unterwerfung unter die Hoheit des Reichs zu veranlassen. Kais. Gesandtschaft an Parma und die Staaten.) „Poiche nel convento di Francfort . . per le preventioni fatte da S. M li et aiuti de' prencipi catt ci et in particolare del duca di Baviera Casimiro non pote ottenere l'intento suo di far levar l'armi nel' Iniperio contra il re cath c0 sotto pretesto di levarli di mano alcune piazze dell' Imperio ch' egli tiene alle frontiere di Fiandra, ma in effetto per divertirlo dalli aiuti che da all'unione de 1 Catt ci diFrancia, si e determinato di andar egli in persona dalli elettori et prencipi protestanti dell' Imperio per moverli e sollecitarli a questa impresa; e per li Ultimi avisi s'intese ch'egli era stato dall'elettore di Sassonia, et de ll partl per Brandeburg. . . Se bene si va dicendo, che giä habbino posta una grossa contributione de denari tra di loro per tal conto et offerto a Navarra, che restituendo all' Imperio Metz, Tul et Verdun li daranno tuttili aiuti che desidera per ottenere il regno di Francia et lo faranno anco re de' Romani, et che parimente sollicitino li Stati di Olanda et Zelanda a darsi sotto l'Imperio, perche li protegeranno dell' armi del Gatt 00 : tuttavia li ministri di S. M' ä non hanno di ciö particolare aviso, con tutto che ne stiano in qualche sospitione, sapendo in generale di certo che vanno tramando contra la casa d'Austria in aiuto di Navarra". Kais. Gesandtschaft an die spanische Regierung in Flandern und an die Staaten behufs Aufnahme der Kölner Friedenstraktation, um den Protestanten den Vorwand mit den festen Plätzen zu entziehen. Rom. Germania 112, S. 75; S. 83. Orr. (2 Exemplare.) 463. Christian von Sachsen an Johann Casimir. 10. Dezbr. Dresden Da nach Auflösung des Dep. Tags die bedrängten Stände sich an die wenden werden, die für Hülfeleistung stimmten, und man sich noch über Einrichtung der französischen Hülfe und Beantwortung des K. von Schottland verständigen muss, schreibt er gemäss ihrer beiderseitigen Verabredung, obwohl dies dem Herkommen nach J. C. gebührte, einen Tag auf den 20. Januar nach Torgau aus. Strenge Geheimhaltung der französischen Sache. (P. S.) Ueberhaupt der ganze Konvent ,,in ganz stiller geheim zu halten". 1 Ma. 54817 f. 20|38. Or. (pr. 22. Dez.) 1 Fast gleichlautende Sehr. gl. Datums an Kurbrandenburg, Magdeburg, M. Georg Friedrich, Mecklenburg, Braunschweig und L. Wilhelm (mit der Aenderung: nach Verabredung mit J. C. und Kf. Johann Georg), ebd. und Dr. 9305. I. — J. C. hatte schon am 20. Okt. nach dem Ausgang des Dep. Tags in einem Sehr, an Sachsen und Brandenburg persönliche Zusammenkunft, Konvent der Räte oder Verständigung in Schriften vorgeschlagen (Mb. 414/77, Conc). 416 1590 464-466. 16. Dezbr. 464. Landgraf Wilhelm an Johann von Nassau. Der Kf. von Kö\& soll bei einem Fall den Hals gebrochen haben. Ist dies wahr, so sollten die Kapitularen der drei Stifter die derselbe innegehabt, eiligst zusammentun und Neuwahlen vornehmen, „ehe ihnen andere, die ihnen zu schwer sein mochten intrudiret werden". 1 Wiesbaden. Or. 17.Dezbr.465. Ulrich von Mecklenburg an Johann Georg von zumneuen Brandenburg. Kloster Erklärung über die pfälzisch-sächische Verabredung [vom 24. Nov.J. Ein politisches Werk. Verweist auf sein Sehr, vom 25. Juli und seine Erklärung vom 14. Sept. Lehnt jede politische Vereinigung ab, ebenso jede Einschränkung des Projekts auf die Religion oder auf einen begrenzten Termin (50, äO, 30 Jahre). Kann bei seinem hohen Alter und seinen massigen Einkünften der Posterität keine solche Verpflichtung aufladen .....Der Kaiser müssle doch jedenfalls ausdrücklich in Acht genommen werden. J. G. kann hieraus entnehmen, wie seine Eäte, falls er sie zur Za- sammenkunft schicken sollte, votiren werden. 2 Berlin. Unionsacta I. Cop, 24.Dezbr.466, Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich. Heidel- j, erg G. Fr. weiss voraussichtlich, wie er zu Plauen übernahm wegen der vertrauten Sache mit Braunschweig zu handeln, „warumb sichs auch so lang verzogen, das wir demselben unserm versprechen bishero kein genueg tun konden". Jetzt nahm er seinen Rückweg von dem Besuch bei Kursachsen zu Braunschweig, der sich das Werk wohl belieben Hess „und ein hohe notturft ermessen, das solch gescheft nicht lang ufgeschoben, sonder furderlich ins werk gerichtet werde. 3 Darauf wir uns mit des churf. zu Sachsen L. 1 J. antwortet am 20. Dezember, er habe es auch gehört, ebenso sein Sohn Johann kürzlich zu Heidelberg von Statthalter [Dohna], Kanzler und Räten. — Kf. Ernst besass übrigens nicht nur „drei Stifter", sondern fünf Bistümer und eine Abtei. 2 Vgl.No.416; Muffat S.6f. U. Instruktion für seinen Gesandten zum Torgauer Konvent, Güstrow 14. Jan. 1591, ganz in diesem Sinn abgefasst, verweist auf obiges Sehr, sowie auf seine frühere Erklärung gegen Sachsen und Brandenburg und auf die Erklärung etlicher Fürsten gegen Navarra vom März 1585 (Br. J. C. II. 336 A. 2). 8 Vgl. No. 453; 457. Am 3. Dez. schreibt Heinrich Julius von Braunschweig aus Grüningen an Kf. Christian, J. C. sei gestern Abend hier bei ihm eingetroffen und habe diesen Morgen ihm von den Verhandlungen über eine evangel. Zusammensetzung vertraulich Mitteilung gemacht sowie ihm den Plauischen Abschied zu lesen gegeben; er halte das Werk angesichts der Zerrüttung im R. und der spanischen und päpstischen Praktiken ebenfalls für hochnötig und werde seine Räte, die er J. C. „für S. L. von hinnen scheiden" namhaft gemacht, mit genügender Vollmacht und Instruktion zur Vollziehung dieses nützlichen Werks abfertigen (Berlin ebd. Cop., von Kf. Christian am 7. Dez. nebst der Dresdener Vereinbarung mit J. C. dem M. Georg Friedrich zugeschickt). '466-468 1590 "417 verglichen", dass die Räte am 20. huius [!] zu Torgau zusammenkommen ; das am 10. huius zu Dresden abgegangene kursächsische Ausschr. wird G. Fr. bereits erhalten haben. Jeder Fürst soll die Seinigen ausreichend instruiren und mit genügender Vollmacht abfertigen. . . . „Datum Heidelberg, den 24 ten Dezembris anno etc. 90." (pr. Ansbach 29. Dez.) Berlin, Unionsacta I. f. S52. Or. 467. Ernst von Mansfeld an Gebhard Truchsess. 26.Dezbr. Dieden- Betr. der falschen Aussage des B. von Strassburg war Solms hofen für Veröffentlichung, er dagegen, da der B. in seinem Sehr, an die Stadt die Schuld nicht, den Kapitularen, sondern dem K. von Frankreich zuschiebt. Auch Pf. Johann, bei dem er in Zweibrücken war, stimmt ihm bei und hat dem Kapitel in diesem Sinn geschrieben. 1 Bittet mit ihm, da er sich hier eine Zeitlang halten will, über Zweibrücken zu korrespondiren sowie nach 14 Tagen eine vertraute Person dorthin zu schicken, um etliche Arkanitäten abzuschreiben. Es sind die in Bonn von Schenck gefundenen Sachen, worin alle consilia und vires der Ligisten, Lüttichs, Baierns, des Kaisers, Triers, Spaniens, dass sie kein Geld haben; „seind 6 buch papir", meist in characteribus, aber das abc dabei, „das man es alles hat interpretiren können. Ich wolte Ambitionem [Ligueurs] heissen viel donnen goldes dafür geben, das sie nie ins licht kommen. Wenn es Obrister [Sachsen] mit seinen collegis inne wird, diabolus erit abbas, sagt der". 2 Str. A. A. 772 f. 207. Bigh. 468. Wilhelm von Jülich an Pfalzgraf Philipp 3 0. Dezb r. Ludwig. 9. Januar Der Kaiser hat Valentin von Eisenburg, den Freiherrn von Bernstein, Dietrich Echter zu Mespelbrunn, Dr. Fabri und den jttlichischen Rat Otto von dem Biland verordnet,, beide kriegende Teile zu einer neuen Friedenshandlung zu ermahnen. 8 Mb. 101/6 f. 88. 1 Ueber das geplante Attentat eines im Dienst Sancy's und Heinrichs IV. stehenden Italieners Pestalozzi auf das Leben des B. von Strassburg sowie auf Zabern und Hoh-Barr vgl. Meister, Kapitelstreit S. 375 ff. J. C. teilte am 13. Okt. den ev. Kapitularen eine ihm von einem papistischen Ort zugekommene Zeitung vom 4. Okt. mit, worin die „Bruderböfischen" als Urheber des Anschlags hingestellt werden. (Str. AA. 1619). Sie wiesen in einem Sehr, an J. C. vom 6. Nov. die gegen sie bzw. gegen Heinrich IV. und Sancy ausgesprengte Verläumdung zurück (ebd. 773). Am 2. Nov. ersucht Schomberg aus Frankfurt Hochfelder um genaue Aufklärung (ebd. 1859). 1 Vgl. No. 129; 154 (S. 149). 8 Eine Zeitung aus Prag, am 6. Jan. 1591 von Magdeburg an Sachsen geschickt, hebt hervor, dass Biland sich deshalb besonders ad partem bei den Staaten bemühen solle (Dr. 9305). Vgl. Thomas Bozold, Briefe de« Pfalzgrafen Johann Casimir, in. 27 418 1590 489. 469. Bedenken Dohna's über die in Torgau zu begreifende Unionsakte. 1. In der Einleitung muss die spanische Inquisition genannt werden, „als der brunnen, dahero alle persecutiones und praktiken herfliessen". 4. Betreffend den geistl. Vorbehalt sehe man, dass es bei dem pfälzischen Uniousentwurf bleibe. 6. Soll die Bundes- hülfe nur „uf ein ein offenen gewalt und hörzug", nicht auch auf Einlagerungen, Musterplätze u. dgl. gerichtet werden, so hat die ganze Union keinen rechten Grund; „dan sie stantibus rebus in Belgio et Gallia würt man nicht balt ein öffentliche feide wieder Deutschland anfangen; so werden es unsere hern geistliche auch wol bleiben lassen". Sachsen und Brandenburg haben jene Worte gut auslassen, weil sie von Musterplätzen und Durchzügen, besonders den ersteren, wenig zu besorgen haben; die pfälzischen, hessischen und braunschweigischen Orte aber könnten, wenn sie ausgelassen würden, Jahr für Jahr geplündert werden. 13. Man muss bei Hessen und Braunschweig dahin arbeiten, „das man sieh auch der verstentuus sowol unser, als unser mitglieder, wo nicht ausserhalb, doch im reich halben, als zu Ach, Wesel, Cöln, zu erfreuen und wirklich zu getrösten habe". Denn um jährlich Geld zu geben und dies bis auf „ein ofnen gewalt" liegen zu lassen, dafür hätte man sich wol kaum so sehr zu bemühen." Mc. Geh. Verstentnuaaen zw. Ghurpfalz, Saxen eto. a. 1590. Eig. (Auszug von Geheimrat Ritter.) Bodley an Henry Sydney, Haag 10. Jan. 1591, Collins, Letters and memorials of State I, 334. Visconti an Sfondrato, Prag 22. Dezbr./ 1. Januar: der Kaiser hat wegen der lebhaften Klagen Triers und Kleves gestern einen Kurier an Parma geschickt „con lettere efficacissime"; die Käumung der Plätze wird aber kaum erreicht werden und man fürchtet daher, „che de' motivi di Protestantina tempo novo si debba vedere qualche notabile effetto" (Rom, Germ. 112 f. 91). s Vgl. Kitter, Br. und A. I, 34; an unrichtiger Stelle verwertet bei Schmidt, Dohna S. 163. Ob die Abfassung des Bedenkens in den Dezember oder Januar fällt, vermag ich nicht zu bestimmen. 1591. 470. Bericht Sprinzensteins an Wilhelm von Baiern. 1 Januar (Bedrohung des Stifts Strassburg durch die Protestanten. Navarras Absichten auf Lothringen und Beziehungen zu Italien. Spanische Hülfe gegen Metz gefährlich. Gesandte aus Metz bei Strassburg und J C.,; dessen Praktiken. Bettung Lothringens durch einen Defensivverein mit Oesterreich und einer Anzahl von kath. und prot. K. Ständen.) .. „Do das hochstift Strasburg in der protestierenden fürsten hend (wie es warlich, als ich itz selbs gesehen und erfahrn, tag und stündlich in högster gefahr stecken tuet) kommen soll, so sein durch solches werch alle päss, wie sie es haissen, zu der pfaffen- gassen nit allein geöffnet, sonder zu des gegentails nutz und unserem verderben die unwidergewinnlichen vestungen alberait aus- gepauet"..... Falls Navarra sich mit seinem Anhang von Hugenotten und prot. Fürsten im R. der Herzogtümer Lothringen und Bar bemächtigte, würden die vorderösterreichischen Lande und ihre Nachbarn, auch der schwäbische Kreis, ja ein guter Teil der Christenheit schwer geschädigt. „Dann Navarra diser zeit schwebenden pratikn sich weiter als man maint erstrecken tuen und albereit in aim subtilen und hitzigen land als Italia schon ain starken grund, wie menniglich bewusst, gelegt und fundirt."...... Das Erbieten Parma's, Lothringen Metz belagern und erobern zu helfen *, zunächst noch nichts an den K. von Spanien gelangen zu lassen, sondern die Erklärung der katholischen R. Stände (mit Intromittirung der kais. Autorität) auf die Offerta Lothringens abzuwarten. Denn einmal würden die prote- stirenden Fürsten, sobald sie sicher wüssten, dass Parma mit Lothringen Metz im Frühling zu belagern beabsichtige, diese Stadt zeitig mit Geld, Volk u. s. w. versehen und im Fall einer spanischen Belagerung mit starkem Sukkurs entsetzen. Man muss diese Absicht gegen Metz möglichst geheim halten. Die Metzer haben zu ihrem Vorteil bei Lothringen wieder eine Verlängerung des Friedenstands um 3 Monate erlangt. „Ain guets zuvor, ehe ich itz aus Frankreich und Lotringen kommen", hatte die hugenottische Partei zu Metz, als die Katholischen darin überlegen, einen Gesandten bei Strassburg um Geldhülfe und um zu erfahren, was sie im Fall einer spanischen oder lothringischen Belagerung von Strassburg zu erwarten hätten, „beinebens auch under der gestalt der [Lücke] Strasburg gewarnet", was für Schaden für die Stadt, viele vornehme protestirende Fürsten und fast dem Reich selbst ans einer spanischen Besetzung von Metz erwachsen würde. In Strassburg wurden darauf im geheimen und Kriegsrat viele 1 Vgl. No. 424; über Spr. Bericht, aus dem hier nur einzelne *>teilen ausgehoben sind, Stieve IV, 14 A. 2; 23; 50 f. 420 1591 470- Januar consultationes gehalten, „davon vil zu melden wer", warum man dem Gesandten von Metz sein Begehren durch die Bank abgeschlagen. „Item so hat auch Casimirus weder mit geld oder volk wie man sagt, auf dieselb zeit nichts eigentlich vertresten wellen' sonder fürgeben, es wunder in, das sich von dem von Lotringen (als lang Spanien mit deren macht inen für die stat ziech) besorgen. Da aber Spanien zu schaden des reichs gegen Metz etwas furzunemen sich merken wurde lassen, werde man der hacken bald ein stil finden und sie nit verlassen. Auch, wie man sagt, soll gleichwol Casimirus denen von Metz zuemboten haben, sie sollen sehen, wie sie es mit Lotringen machen, damit sie etwa hie- zwischen zu einem anstand kämen, dann die Protestirenden werden aufs ehest als möglich ain zusamenkonft und von den französischen Sachen ain starke consultation halten, welcher er auch beiwohnen und alsdann irer der von Metz im besten ingedenk und ir notdurft zu befurdern geflissen sein welle. 1 Weil nun, genedigster herr, mer dann zuvil am tag, was deren herr vetter pfalzgraf Casimirus für erschröklich und unverantwortliche pratica, wie man sagt, zu untertruck- und Vertilgung der heiligen catholischen religion füeren tuet, were zu hinderung sein und aller protestierenden fursten meines erachtens kain hailsamer inpresa fürzenemen, allein das alle Catholischen nach dem eussersten vermugen rat und tat geben, damit in den Niderlandeu ein generalfrieden forderlich angericht künt werden". Dann könnte man die spanische Hülfe ohne besondere Scheu gebrauchen, „aber per raggion di stado den Spaniern dannocht nit zuvil, sonderlich mit Metz (dardurch man das reich in mer weg hoch offendieren wurde) nit zuvil einräumen, dann was sie einmal in die hand bringen, das klept bei ihnen wie die Meppen"; vgl. das Beispiel mit der Markgrafschaft Finale..... Lothringen muss entweder (da er durch Spanien in Krieg mit der Krone Frankreich gebracht worden ist) durch Spanien u. a. katholische Fürsten kräftig unterstüzt werden oder seinen Frieden mit Navarra machen, da er keine Mittel zur Weiterführung des Krieges hat. Sollte der K. von Spanien plötzlich sterben und Lothringen wegen seiner Treue und Gutherzigkeit verlassen werden, „so wurde alsdann Mumpelgart, Casimirus, pfalzgraf von Zwai- prügg und dergleichen sich mit des von Lotringen verderben be- reichen wellen". Lothringen bei Land und Leuten zu erhalten gibt es kein besseres Mittel als, worauf seine Instruktion geht, schleuniger Abschluss des Defensivbündnisses mit Erzh. Ferdinand und den Vorlanden, B. von Strassburg (der schon darein gewilligt) und den andern geistlichen und weltlichen Nachbarn, zumal der Erzh. zu dieser Liga geneigt, aber schon ein alter Herr ist. Dann werden Mumpelgart, Casimirus „und dergleichen lotringische miss- gönner*' sich nicht mehr so leicht an Lothringen reiben. Auch Spanien würde „mer dann willig" zum Eintritt mit Burgund und Lützelburg sein. Widerrät jedoch offenen Eintritt Spaniens, um den protestirenden Fürsten nicht den Verdacht eines scheinbaren Defensiv- und wirklichen Offensivbündnisses zu erregen. Der K. könnte i Vgl. hiezu No. 435; 443. 470- 1591 421 aber den Gubernatoren von Burgund und Lützelburg geheime Januar Vollmacht zu sofortiger Hülfe gegen einen Angriff auf die neue Defensivliga geben. Denn eine Usurpation Lothringens durch die Pro- testirenden oder Hugenottischen würde ja (in Folge des freien Passes für die Protestirenden) alle französischen Pläne des Kgs. ganz und gar umstossen. Die katholischen R. Stände aber sollen bedenken, dass mit der Einnahme Lothringens und des Stifts Strassburg durch die Bruderhöfischen und ihren Anhang auch ein sicherer Grund für die Freistellung gelegt sein würde. Ja, es wäre zu besorgen, dass schliesslich Navarra und sein Anhang sich „o per forza o per amore" Strassburgs (wie früher der Stadt Metz) bemächtigen, Vorderösterreich und Elsass dazu nehmen und bald auch die Pfaffengasse heimsuchen würden, „wie dann alberait die Bruederhofischen (wann man gleich Lotringen sobald nit einnäm, sonder nur das stift Strassburg eroberet) auf die pfaffengassen allerlai anschleg gemacht und Gebhard Truchsess nit gar unlängst dieselben wol zu besichtigen in eigener person, wie man sagt, darin herumb gezogen" .... Wollen Oesterreich und Lothringen den Defensivverein erweitern, so muss man den protestirenden Fürsten mit gutem Fundament vertraulich zu verstehen geben, dass beide mit dem Stift Strassburg zur Verhütung der vielen Durchzüge zu dieser Vereinigung genötigt worden seien; „und damit die Protestierenden keiner ofensiv zu vermueten oder zu besorgen ursach, riete ich in meiner einfalt (doch verstendigern unfürgegriffen), erzherzog Ferdinand befliss sich Mumpelgart und Wirtemberg, welche baide bochbeweglicher Ursachen halber Oesterreich respectieren müessen, in dise verain einzenemen." . . Der Graf von Hanau würde gern nachfolgen. Ferner kämen für die Aufnahme noch als ziemlich sicher in Betracht die katholischen Markgrafen von Baden, die Grafen von Fürstenberg u. a. Grafen, Herrn und Prälaten des schwäbischen Kreises (deren Geneigtheit zum Teil schon schriftlich verbürgt ist), der Kardinal von Oesterreich mit dem Bistum Kostnitz, der M. von Baden-Durlach, die B.B. von Speier und Worms, die Kff. von Trier und vielleicht auch Mainz („als der neutral zu sein bisher starke profession gemacht und den Protestierenden nit gern ainiches missfallen tuen wird wollen"), der Kf. von Köln. Ob man einen oder den andern Pfalzgrafen zum Eintritt bewegen soll, gibt er Verständigeren anheim. An Savoien, der mit Lothringen gern in ein Verständuiss treten würde, dürften als an dem Tochtermann Spaniens etliche Deutsche und besonders Protestirende Anstoss nehmen. Endlich könnte man eine enge Verbindung zwischen dem zu gründenden und dem Landsberger Bund herstellen, da ja ohnedies vielleicht nach W. Ansicht die oben erwähnten Herrn des schwäbischen Kreises eher unter den Landsberger Bund gehörten, der wegen der Reputation seines Obristen nieht gar zu sehr hinter dem andern Bund zurückstehen darf. Ob Ulm, Strassburg und solche vermögliche Reichsstädte in den einen oder andern Bund aufzunehmen? Der Eintritt Strassburgs wäre für den neuen Buud eine unerlässliche Sicherheitsbürgschaft..... Ha. 71:8. Oop. 422 1591 471—473. Januar 471. Bennonius an Pfalzgraf Philipp Ludwig. 8. Januar st. novo „ist der groiss fürst von Sevenburgen, des verstorbenen polischen kunigs broider, zu Heidelberg ankommen, dem jungen churfursten und herzog Hans Casimir einem jeden ein türkisch pferd verehrt und den 9. januarii audienz gehabt; was seine Werbung ist, wird zeit geben". 1 Mo. Neubarg. Korr. I. (pr. 29. Jan.). 5. Januar 472. Schomberg an Christian von Sachsen. Aus Genua sollen 400 000 Kronen für die Unterhaltung des spanischen Volks im Heer der Ligue, und zwar durch 80 als Schlitzen ausgerüstete Kerle in deren Kleidern, durch die Schweiz nach Lothringen gebracht werden. Man muss sie niederwerfen, wenn irgend möglich. Hat sofort an J. C geschrieben, er habe ihm etwas zu entdecken und bitte desshalb Dohna zu ihm zu schicken, da es dem Papier nicht zu vertrauen. Bittet Chr., diesen Brief ins Feuer zu werfen, „mir zu gnaden"..... Dr. 7281. Eigh. 6. Januar 473. Krell an Bongars. Dresden Erhielt heute B. Sehr, nebst den Sehr. Sancys an den Kf.und ihn vom 28. November. Gute Wünsche des Kf. für Sancy's grosses und gefährliches Unternehmen.' „Ipse, quo animo in regem semper fuit, hoc erit in posterum. . . Quod ad me ipsnm attinet, nihil mihi, ut debet, regis regnique Galliae salute et reip. christianae et patriae caussa est antiquius - '. Leider entspricht sein Vermögen nicht dem Willen. Gute Nachrichten vom König. Gefahr mit Marseille. 8 Bittet um Nachricht über die wahren Ursachen der Spannung zwischen Parma und den Grafen von Mansfeld.* .... Grüsse von Zündelin. Dr. 9308. I. f. 472. Conc. 1 Vgl. Hist. Vierteljahrschrift IV (1901), 46 f. In Tossani Oratt. findet sich S. 209 ff. eine Predigt, „habita in arce Heidel- bergensi coram legatis Way voda e Transsylvani, dominica post Epiph. anno 1591." Fürst von Siebenbürgen war damals nicht mehr Stephan Bathory's verstorbener Bruder Christoph, sondern dessen Sohn Sigmund, geb. 1561 (vgl. Ersch und Grub er I. 8, 88 ff.). Am 24. December 1590 schreibt Peucer an Christian von Anhalt: „Batorium Ungarum pro Sueco deposci ad regem [Poloniae] illoque, ut plaerique putant, potituruin esse Austriacis exclusis" (Beckmann III, 147). * Vgl. über Sancy's und Guitry's Zug gegen Savoien im Dez./Jan. Segesser IV, 118 f. 8 Seit dem Frühjahr 1590 taucht immer wieder das Gerücht auf, der Papst oder Spanien suchten Marseille in die Hand zu bekommen; vgl. hierüber die Depeschen des toskanischen Vertreters Niccolini in Korn, Desjardins V, 33 f; 71; 88 u. s. w. 4 Vgl. Fea S. 325; 344; 383; 444 f.; Ottheinrich von Braunschweig an Baiern, Antwerpen 13./23. Dez. 1590: Graf Karl von Mansfeld hat es mit Parma gar verscherzt: „will ihme seinen bevelch nemen. Es gehen allerlei seltzame Sachen vor, draus viel ubels entstehen möchte"; der Feder nicht zu vertrauen (Ma. 417/6, eigh.). tU. 1591 423 474. Kursächsische Instruktion für Krell, Bttnau 11.Januar , „, ., m ,„ Dresden und Weihe zum Torgauer lag. Die Evangelischen sollen eine Vereinigung bilden zur Abwendung von Angriffen gegen sie, ihre Rel. und die deutsche Freiheit. Denn auf die R. Konstitutionen und Ex. Ordnung kann man sich, so gut sie auch an sich sind, nicht verlassen. Die Gesandtschaft der weltl. Kff. an den Kaiser, dessen Resolution, die vielen Partikularbeschwerden sind bekannt. Nach den Erklärungen der schickenden Kff. ist kein Zweifel, dass die Vereinigung sofort „bis auf der hern allerseits vergleichung" abgehandelt werden soll, und ist über diese zuerst, als „hauptsach", zu beraten. Zur Verfassung der ünions- notel sind zunächst die Punkte des Plauener Abschieds als Grundlage zu nehmen, die Beratungen aber nicht zu eröffnen, bevor alle erklärt haben, dass ihre Herrn die Bildung der Vereinigung beabsichtigen. Erklärt sich einer anders, so hat die Versammlung sich über dessen Teilnahme an den Sitzungen zu entscheiden. J. C. wird wegen des Direktoriums als ihm gebührend protestiren; hier berufen die Räte sich auf des Kf. Ausschreiben. Im Eingang der Notel ist Niemand (z. B. Papst, Spanien) namentlich, sondern allgemein die „widerwertigen" zu erwähnen; statt „evang." wird „die gehorsame stende" gesetzt, „sintemal es Scnsten das ansehen, als wurde solche verstendnis etwa zu austilgung der Bapisten und ihres anhanges . . aufgericht. So werden auch die baepstischen stende sowol als die evangelischen von den auslendischen bedrengt und hat bei uns das ansehen, das denen leuten eine religion so wenig als die andere zu herzen gehet; darumb es inen auch nicht so fast umb die religion, sondern vilmer umb die zeitliche beherschung aller ander leute . . zu tun ist". Als Zweck des Bundes zu setzen: Erhaltung des L. und Rel. Fr., der Ex. 0. und übrigen R. Konstitutionen, des Friedens im Reich und der kurf. und fürst. Einigungen. Der Kf. beabsichtigt, dass nach Bildung der Vereinigung unter den im Plauener Abschied genannten Ständen alle ev. Stände zugezogen werden sollen. Ueber Höhe der Kontribution, Termin und Legstätten hat man sich sofort zu vergleichen. Geld, nicht Volk, und zwar in solcher Summe, als der Plauener Abschied erfordert. Diese sofort zusammenzuschiessen; werden die andern sich weigern, so könnte man es in Terminen, die aber sich nicht (zusammengenommen) über ein Jahr erstrecken, erlegen. Erste Anlage für Kursachsen 100 000 fl. (die erste soll das Meiste zusammenbringen), nach Gelegenheit weniger, und jedenfalls vorbehaltlich der kurf. Resolution. Der Kf. soll vor andern nicht beschwert werden. Wird aber der Plauener Anschlag, gemindert, so sollen die Räte wenigstens die Mittel für 4000 zu Pf. und 8000 zu F. zu erlangen suchen. Jährliche Nachschüsse, den 3.—4. Theil des zu Anfang erlegten betragend. Dauer des Bundes wenigstens 30 Jahre. Zum Obersten J. C. vorzuschlagen. Wird der Kf. vorgeschlagen, so sollen die Räte sich in nichts einlassen, denn er ist des Kriegs unerfahren; täglich hört er Beispiele von bösem Verhalten der Kriegsleute gegen die Obersten; auch müsste er erst wissen, „wo die dinge hinauslaufen"; man könnte ihn ver» 424 1591 474-476. wickeln und dann stecken lassen. Das Direktorium (mit Vollmacht zu schliessen, wann und wie die Hülfe zu gebrauchen) gibt der Plauener Abschied den Kff. Es ihnen allein heimzustellen schien dem L. "Wilhelm bedenklich; also haben derKf. und J. C. in Dresden bedacht, dass man den Kff. einen Ausschuss aus den Fürsten zur Seite stellen könne. Des Kaisers kann im Eingang der Notel so weit gedacht werden, dass man sieht, „das wieder I. M> nichts furgenommen wurde"'. (Ueber Exzeption Dresdener Abrede; doch ist der Kf. auch damit zufrieden, falls etliche darauf bestehen.) Wenn nicht alle zu der Vereinigung bereit sind, so will der Kf. mit den dazu bereitwilligen (durch seine Gesandten) ein ganz geheimes Verständniss abhandeln lassen. 1 Dr. 7281. Cop. (Auszug von Geh. Rat Ritter). 11.Januar 475. Johann Casimir an Zürich, Bern, Basel und Heidel- Schaffhausen. erg Auf ihr in seiner Abwesenheit am 19. November eingelaufenes Gesammtscnr. wegen Rückzahlung der ihm zur kölnischen Expedition vorgestreckten 8000 Kronen; ist durch andere nacheinander vorgefallene Beschwerungen bisher daran verhindert worden und will ihnen seine noch ausstehende Forderung betreffs der von ihm 1576 Alencon vorgestreckten 11000 fl. überlassen; wollen sie nicht, so bittet .er um geringen Aufschub in Anbetracht „des grossen lasts, darin wir uns des 78 ten , auch vermelten 83 tea jars gemeinem wesen zum besten geworfen." 11 Basel L. 110 no. 9 (nach Abschrift vou Herrn Archivar Boos). 12.Januar476. Graf Sebastian Schlick an Bischof Ernst von Dresden Bamberg. Man wirft ihm vor, er habe an des B. Tafel zu Karlsbad folgende Reden geführt: „das der churf. zu Sachsen . . M. Gn. H. mit dem pfalzgraf Casimiro in gueten vernehmen stehen muss, allein darumb das er pfalzgraf nit irgent ein aufruhr im reich anrichten möchte;" ferner habe er dem Kf. einen pfälzischen Trunk gebracht, den der Kf. ausgetrunken, das Glas zu Boden geworfen und gesagt habe, „das ich I. Ch. Gn. forderhin keinen pfälzischen trank mehr bringen solte". Erkundigt sich, ob solche Reden an des B. Tafel vorgelaufen, damit er sich verantworten kann. 3 Dr. 9676. 1 Dieser Auszug zur Ergänzung der vielfach ungenügenden Wiedergabe des sehr umfänglichen Aktenstücks bei Richard 11,290 ff. s Vgl. II. 189 A. 1. Am 24. Febr. 1591 schreibt Zürich an Basel, wegen der 8001) Kronen nebst Interesse wolle man auf dem Tag zu Baden (24. März, vgl. Sammlung eidgen. Abschiede V. 1, I, 250) verhandeln (Basel ebd.). Eine Zinsverschreibung J. C. über 8600 Kronen, „hauptgutz" für Zürich, Bern, Basel, Schaffhausen und Mühlhausen vom 26. Juli 1583 (Cop.) Basel E. 6. No. 11. Ueber J. C. Darlehen an Alencon vgl. Br. J. C. I, S. 178 A 1. 8 Obwohl der bambergische Kammeramtmann am 19./29. Jan. dem Grafen notariell bestätigte, dass obige Reden nicht gefallen seien, gelang es Seh. nicht den Kf. Christian von seiner Unschuld zu überzeugen. Vgl. über Schlicks Stellung zur Kirchenpolitik des Kf. Richard, Krell I, 312 f. 477-478. 1591 425 477. De Fresnes an Christian von Sachsen. I3.Januar Frankfurt Begründet eingehend die Notwendigkeit einer möglichst raschen und stattlichen Hülfe, da es der König immer noch zugleich mit Spanien zu tun hat und Parma's Kriegführung ohne entscheidende Schlüge geeignet ist die Franzosen zu ermüden. Wünscht sorgfältige Auswahl der deutschen Truppenführer; solche zu vermeiden, die nur an die Schadloshaltung für frühere Einbussen denken. Ein fürstlicher Feldherr. „In tribunis et praefeetis atque adeo in ipso imperatore fidem, fortitudinem et pietatem (ad quam vitae praesentis non minus quam futurae promissa pertinent) longe magis quam magnam rei bellicae peritiam desidero. Nam cum per se bellum gesturi non siut et ad regem recta mittantur, satis erunt periti, si illius iussa et imperia fideliter et fortiter exequantur." 1 Dr. 9805. EigU- 478. Johann Casimir an Herzogin Maria Leonor al8.Januar von Preussen. Heidelberg Erinnert daran, dass vor länger als zwei Jahren Pf. Johann und Pf. Magdalena für seinen Pflegesohn Pf. Friedrich um M. L. älteste Tochter Anna geworben und M. L. sich damals und seither wiederholt hierauf willfährig und freundlich erklärt hat, auch deren Tater und Bruder diese Heirat sich haben gefallen lassen. 2 Da seither sein Pflegesohn an Alter, Verstand und Leibeskräften zugenommen hat und die im Testament Kf. Ludwigs bestimmte Zeit seiner Verheiratung herbeinaht, er seinen Pflegesohn gern zeitlich verheiraten und in der kurf. Regierung sehen wollte, auch seitdem die Kontrafakturen von M. L. zwei ältesten" Töchtern bei Pf. Johann gesehen und seinen Pflegesohn verschiedentlich probirt und befunden hat, dass desselben Affektion zu Anna beharrlich bleibt, wie sie angefangen: hofft er die gleiche Beständigkeit bei M. L. und ihrer Tochter zu finden. Hat allerdings gehört, Magdeburg habe für seinen ältesten Sohn auch einen Anwurf getan und M. Georg Friedrich für letzteren schriftlich um Anna angehalten. Aber die pfälzische Werbung ist viel älter, vonM. L. Vater, dem der junge Pf. als Kind zu Heidelberg besonders gefiel, und von M. L. Bruder gebilligt und wird von den vornehmsten jülichischen, klevischen und bergischen Räten sammt Rittern und Landschaft für nützlich, ratsam und richtig gehalten; Pfalz hat ansehnliche Lehen in den drei Landen und kann ihnen besser beispringen als weitentlegene Orte. Nach Erwägung dieser Umstände werden die beiden Markgrafen wohl Pfalz keinen Eintrag tun, vielmehr dieses christliche löbliche Ehren werk befördern helfen ; sie möchten freilich M. L. älteste Tochter wegen der Anwartschaft gern in ihr 1 Diese Auslassungen zielen aufj. C. und die Seinigen (Dohnau. a.) 2 Vgl. No. 402; 428; 449 (S. 406 A. 1). Das Argument mit den kurpfälzischen Lehen in Jülich wurde bereits in den Verhandlungen Keubers mit Rheidt zu Ems Febr. 1590 geltend gemacht (Z. f. preuss. Gesch. IX, 356). 426 1591 478—479. Geschlecht haben, aber das steht doch, noch in sehr weiten Bergen und allein in Gottes Hand. Diese Anwartschaft könnte auch, falls M. L. und ihr Bruder keine männlichen Erben mehr erhalten, durch andere Fälle gänzlich fallen und erlöschen, wie auch die Lande selbst auf solche Fälle ihre Notdurft bedenken würden. Durch Verheiratuug aber von M. L. zweiter Tochter mit dem Sohn des Administrators würden die drei weltlichen Kurhäuser so durch Heirat unirt, dass sich die Lande von M. L. Vater solcher Union auf alle Fälle merklich zu trösten hätten, wie er auf diesen Fall der gleichwohl ungewissen Anwartschaft halber sich gegen das Haus Brandenburg so zu erweisen geneigt, dass man spüren solle, dass er durch diese Heirat nicht eben Land und Leute, sondern die Vermehrung guter Freundschaft gesucht habe und noch suche. Versieht sich daher, M. L. werde seinem Pflegesohn keinen andern vorziehen, dessen und ihre eigene Reputation in Acht nehmen und auf vorigem Erbieten verharren, wie an ihm selbst billig ist. 1 . . . Berlin. E. XXXV. C. 5. Cop. 27.Januar 479. Re lation des mai nzischen Gesandten Philipp 6.Februar Ul mer vo n Diepurgh. (Werbung und Beantwortung in Heidelberg wegen des Einfalls niederländischer Truppen in Westfalen.) Seine Werbung beantwortet im Namen J. C. von dem Kanzler Dr. Reuber: Erwiderung des Zuentbietens unp Glückwunsches; J. C. habe ebenfalls mit Befremden durch L. Wilhelm von dem staatischen Einfall in Münster und Paderborn gehört, der den Erklärungen der Staaten gegen die Abgeordneten der Kreise und auf dem Dep. Tag durchaus zuwiderlaufe, und sofort die Staaten schriftlich abgemahnt, wogegen sie den Einfall als gegen ihren Willen geschehen und für eine Privatsache ihres Obersten Oberstein erklärten, dem sie die Abführung des Kriegsvolks befohlen hätten ; a daher glaube J. C. nicht an die von Oberstein vorgebrachte Drohung. Sollten aber Mainz und Trier wirklich bedrängt werden, so werde er seiner Verpflichtung gemäss der Kurvereinigung und den R. Konstitutionen getreulich nachkommen. 8 J. C. wolle die Staaten 1 Inzwischen hatte sich die Herzogin bereits zu Gunsten Brandenburgs entschieden; am 18. Dez. 1590 berichtet D. Büttner aus Ansbach dem M. Georg Friedrich über Verhandlungen mit kurbrandenburgischen und magdeburgischen Räten zu Halle vom 25. bis zum 27. November, wobei man u. a. beschloss, in der Heiratssache auf die Beiziehung des Kaisers einzugehen, „weil I. F. Gn. [die Herzogin] gegen E. F. Dt. in neherem schreiben sich so weit ercleret, das dieselb nunmer das haus Brandenburk der Pfalz vorzu- zihen bedacht" (Berlin, R. XXXV. C. 3a, eigh.). 2 Vgl. Bor III, 549 f.; Weinsberg IV, 118 f; Pieler, Fürstenberg S. 144 ff.; Häberlin XV, 511 ff. s In einem Sehr, vom 6. Febr. an Trier, der gleichfalls um Rat und Beistand gegen das staatische Volk, das Mainz und Trier heimsuchen wolle, gebeten hatte, erwidert J. C, der Ueberfall der Stifter Köln, Paderborn und Münster sei gegen den Willen der General- 479—480. 1591 427 nochmals schriftlich abmahnen; übrigens müsse man möglichst bald wegen besserer Verfassung im kurrheinischen Kreis zusammenkommen, da auf dem Dep. Tag leider statt dessen die Pazifikation an die Hand genommen wurde. Würde J. C. wie seinen Vorfahren die Führung im kurrheinischen Kreis anvertraut, so würde er gegen einen wie den andern Teil sich so erzeigen, dass die Ausfälle woll unterbleiben sollten. Vor allem müsse man das spanische Kriegsvolk aus dem Reich schaffen..... Der Kanzler sprach ebenfalls ad partem mit ihm von der Absonderung auf dem Dep. Tag und der Aussichtslosigkeit der kais. Pazifikation bei den Staaten, worüber die Staaten kürzlich unter Mitteilung interzipirter Sehr, an J. C. sich erklärt hätten. 1 . . Den Morgenimbiss nahm er mit „I. F. Gn. dem jungen herrn", dem kurf. und fürstlichen Frauenzimmer und etlichen vom Adel, besonders Landschad und Hans Philipp von Helmstadt. Abends kam M. Ernst, er blieb aber in seiner Herberge, wo ihm der Kanzler und der Vogt zu Heidelberg Gesellschaft leisteten. „In dato den 6 ten Februarii anno 91." Die im Namen des Kf. dem jungen Herrn getane Anerbietung erwiederte derselbe mit Dank. IIa. 38|2o f. 311 ff. Cop. 480- Christian von Sachsen an Bunan und Weihe. 28.Janua Dresden Nach ihrem Sehr, vom 26. wird dieser Tag nichts schliesslich festsetzen, was den vorigen Handlungen etwas zuwider. Vielleicht wäre es dann besser gewesen den Konvent noch zu verschieben und sich vorher deswegen zu einigen. Bleiben die andern dabei, ungeachtet der von ihm angezogenen Ursachen den Kaiser ausdrücklich auszunehmen, so ist er auch damit zufrieden. Auch er will alle oder die meisten Evangelischen in den Verein bringen, aber zuerst soll der engere Bund nach Massgabe des Plauener Abschieds geschlossen werden, worauf die Räte zu beharren haben. Wollte man die Bestreitung geistlichen Vorbehalts in diesen Ver- ständniss so ausdrücklich bestätigen, so würde dies in Deutschland eine innerliche Unruhe verursachen, „auch uns dadurch eine schwere Verantwortung zugezogen" werden. Hat von seinem Vater gehört, „je weniger man davon disputire, je besser es sei." Lässt es dabei bewenden; dieser Punkt in der Unionsakte nicht zu erwähnen. Dr. 9304 f. 367. Cono. (Krell). Staaten erfolgt, weil der B. von Paderborn einige Diener Obersteins als Freibeuter habe hinrichten lassen und 0. in Köln und Münster seiner Pfründen widerrechtlich entsetzt worden sei. Trier möge daher auf Entfernung der Spanier aus dem Amt Schönberg und mit andern auf den nötigen Ernst bedacht sein; sollten dann Trier und Mainz vom einen oder andern Teil angefochten werden, so wolle er ihnen „hindangesezt der religion euer und I. LL." kräftigen Beistand leisten (Ma. f. 315, Cop.). 1 Vgl. Häberlin XVI, 5 f. 428 1591 481—482. 28.Januar 481. Pfalzgraf Georg Hans an Bürgermeister und L ü »ich R at zu Frankfurt. 1 Hört, dass etliche Exemplare einer Schrift, die er von einem Buchdrucker zu Oberwesel drucken und dem Frankfurter Bürger Hans Schwind zustellen liess, von J. 0. in Arrest gelegt und sogar als Famosschriften wider die Pfalz herausgefordert werden. Es sind aber nur Akten aus seinem Streit mit J. C. Hofft, dass der Arrest aufgehoben und die Schriften ihm ungehindert zugestellt werden, widrigenfalls er sich an ihren Bürgern zu "Wasser und zu Land schadlos halten würde. „Georg Hans, pfalzgrafund graf zu Veldenz m. p. Der bisher geduldiger, aber zuviel bricht zulest die gedult und nit onbillich. Satis intelligentibus. m. p " Frankf. R. Augol. f. 104. 110. 1003D. 30.Januar482. Pfalzgraf Georg Hans an Bürgermeister und Rat Lüttich T , .., zu Köln. (Verwahrung gegen die von J. C. über ihn verbreiteten Verleumdungen. Seine Verhandlungen mit der Stadt Köln, dem Kf. Ernst und Parma. J. C. gefährliche Pläne gegen Kaiser und Reich.) Schickt Zeitungen, die aus Köln nach Heidelberg geschrieben und von Joh. Casimir gegen ihn spargirt worden. Erinnert an die Unsträflichkeit seiner Verhandlungen mit der Stadt Köln. Kurpfalz hat ihn um mehr als 40 Dörfer und 30 Städte gebracht und hat daher ein böses Gewissen, „forchten sich vor einem jeden rauschenden blatt", wie die Stände zu Frankfurt wohl erfahren haben. 1 Am 1. Oktober 1590 schrieb G. H. aus Prankfurt an Kf. Christian wegen seiner Erbforderungen an Kurpfalz, deren endliche Entscheidung auf dem Dep. Tag er fordert (Dr. 9971, Or.). Im Dezember erschienen dann die ersten gedruckten Beilagen eines von G. H. vorbereiteten Ausschreibens geg Vgl. S. 413. 444 1591 485. Januar Stände des niedersächsischen Kreises zu beschreiben; ein Kreistag, Februar um den Mecklenburg gebeten, sei nicht geheim zu halten. Städte: Torgau beschwerlich, weil sie es vielen Personen offenbaren müssen; ad ratificandum wie Brandenburg. Ansbach: auf Ratifikation; alle Stände A. C. oder, da es nicht heimlich zu halten, die vornehmsten Stände und Städte gleich anfangs beizuziehen. Brannschweig: übernimmt Verden, Franz von Sachsen, Lippe Schaumburg, Oldenburg. Hessen: Vor allem Würtem- berg beizuziehen; springt Mecklenburg auch ab, so trüge Hessen Bedenken zu schliessen und Geld zu erlegen; es wären sonst zu wenige. Städte: Strassburg, Nürnberg, Frankfurt. Ansbach : haben Befehl Würtembergs und Neuburgszu gedenken.* Hessen 5 wie oben für Würtemberg. Sachsen: Haben lang gespürt, dass es dahinaus will, obwohl man es beim 5. Punkt nicht sagen wollen. Vorher wurde hievon nichts schriftlich angemeldet, sondern alle waren zufrieden, dass zuerst mit diesen Ständen zu schliessen und dann mit den andern zu handeln. Hessen: Würtemberg alsbald an Stelle Mecklenburgs anzugehen, ebenso Dänemark, der für seine Lande im Reich seine R. Räte nicht zu fragen brauche. Sachsen: „Wann mit andern zu handien, muss es verschwiegen geschehen, und den methodnm zu gebrauchen wie vorhin"; Sachsen will mit seinen Vettern, Anhalt und Erfurt handeln. Klausel im Abschied zu setzen: da schon andere Stände nicht hinein gebracht, dass doch die Anwesenden bei diesem Verständniss bleiben sollen; „woltens die andern ad referendum annehmen, halten dafür, das es gut, allein das sie ihre herrn nicht verbinden können; doch soll man die notel stellen". Freitag 29. Januar Vormittags. Sachsen: Verlesung der gestern zu Papier gebrachten Punkte. Umfrage: beim Punkt: da sich zutragen würde etc., wie mit den Monaten nachzufolgen. Pfalz: Bleibt dabei; Hülfe fortzusetzen, solang man deren bedürfe und bis der Beleidigte gesichert; Nachfolge: nach Erkennt- niss des Obristen und Ausschusses. Von Monaten hier nicht zu reden, weil man des Volks nicht einig; auf R.Matrikel zu richten. Brandenburg: in genere zu setzen; der Monate wegen nicht zu konfundiren; auf Matrikel zu richten; „item der lande halben, so einer itzo hat oder künftig bekomt oder ihme von rechts wegen gebührt". Magdeburg und Braunschweig wie die Vorigen. Hessen: nur D j s zum 3.und4.Monat bevollmächtigt; Bedenken gegen die Hereinziehung künftiger Länder. Sachsen: mit den übrigen; ob zu setzen: „die land, so einem von natur, recht und billigkeit wegen zustunden"? Umfrage: ob von solchen Stücken auch zu kontribuiren ? * Ansb. Prot: „Ich: Stee alles uf ratification; und dan solt man dabin seen, das ein gemein werk werde oder je doch die fur- nembsten Stent durch die benachparten ersucht werden". 485. 1591 445 Pfalz: dafür, „mit der discretion, so einer künftig bekomt, Januar alsdann davon zu kontribuiren; unterscheid jetzo unter den itzigen Februar possessoren und denen, so es in hoffnung haben". Torgau Brandenburg; „Soll contribuiren, wann ers ohne streit haben kann; aber wann ers noch nicht hat, wie könte er contribuiren ? Wollen sich bedenken; gehen uf Preussen; dann sollten sie dies nicht genissen, so köntens ihr geld wohl behalten. Und haben die Marggrafischen alle bedacht genommen". Brandenburg [zugleich für Magdeburg und Ansbach]: „Sei nicht zu vordenken, das sie dasselb haus in acht nehmen und neben Magdeburg und Ansbach ein äuge schlagen; dürften mit Polen in handel kommen, auch Oesterreichs halben, so noch in Polen trachte, oder sie heraus in Schlesien fallen. Wie es nun am Rhein gefahr habe, also gehe es gegen Polen auch. Darumb hinein zu setzen: was künftig erlangt, davon zu contribuiren; achtens vor billich, doch dergestalt, wanns einer künftig inne hab, soll er davon geben, soviel als das ort in Franken, die anlag und zuschuss; dann marg- graf G. Friderich sei belehenet, aber der junge blöde herr in possessione". Braunschweig: lässt es dabei. Hessen: keine Weitläufigkeit zu machen; „wann nun einer ein ding noch nicht innen hab und wolle es mit gewalt einnehmen-, so bleib man nicht in terminis defensivis, sondern so es einer in henden hat oder mit recht erhielte, alsdann. Derwegen zu setzen: so einer künftig bekommen wird". Eine andere Fassung würden sie ad referendum nehmen. Man sollte in terminis generalibus bleiben wie in der Erbeinung. Sachsen: „Stellens dahin, das man zusamen setzen müsse. Lassen ihnen gefallen, das man hinein setze, wie Brandenburg und andere: von natur und rechts wegen zufallen mochte". 1 Verlesen Punkt: „Und wann bei einem oder dem andern Mangel erfunden" u. s. w. Placet. Item: „10 Jahre währen"; Sachsen • wollen ihren Befehl in den Nebenabschied bringen. „Da aber nach Ausgang der Jahre": Magdeburgs Person halber ebenso. Umfrage. Pfalz: Anzahl Jahre bleibt. Ueber Fortsetzung auf einem Konvent vor Ablauf der Jahre zu reden. Brandenburg: ebenso, und zwar 2 Jahre vor Ablauf. Ebenso die Uebrigen und Sachsen („auch; allein die jar zu wenig; wollens in nebenabschied brengen ). Städte, so nicht im R. Abschied: wie gestern davon geredet. Umfrage wegen der Legstätten. Pfalz: eine zu wenig; P. habe auf Strassburg geschlossen; „man dörfe es ihnen doch noch nicht sagen"; andere Kff. und Ausschuss sollen Schlüssel dazu haben. 1 Culmann an J. C. (vgl. S. 440 A. 1): „Es sind aber die wort „im reich" ausgelassen worden, welches die churf. Brandenburgischen verursacht und dabei die anwartung uf Preussen stark angezogen mit sonderlicher vermeldung, wan I. Ch. Gn. uf künftigen fal von Polen deswegen inhalt. geschehen solte, das sich dieselb dieser verstentnus entlich getrösten, oder lieber gar nicht drin begeben wolten". 446 1591 485. Januar Die Uebrigen alle für Leipzig, einige auch für Strassburg, Februar wogegen Hessen bemerkt, bei Str. sei man des Gelds nicht mächtig- Torgau mit Ansbach für Frankfurt. Sachsen: vorläufig nur eine Legstätte; ob Frankfurt oder Leipzig, oder lieber zwei fürstliche Personen? Pfalz: für Frankfurt draussen; die übrigen für Frankfurt und Leipzig. Sachsen: Bestellung der Befehlsleute; ob nicht wie auch der Punkt der 3 hohen Aemter bis zum Konvent der Herren zu verschieben? 1 Umfrage. Pfalz: Haben Befehl sich zu erklären. „Dieweil dann Sachsen vermuglich, bei jaren und mit einer statlichen man- schaft versehen,* als geben sie S. Ch. Gn. die stimme zum general- obersten"; das Werk, obwohl noch klein, werde künftig stärker werden; vorläufig könnte es ja Sachsen durch einen Grafen versehen lassen. Oberstleutnant: Kf. von Brandenburg oder, wenn es ihm Alters halb nicht annehmlich, Magdeburg, „so sich in Ungarn brauchen lassen." 2 Feldmarschalk: ein Kriegserfahrner; ,,muss der andern knecht sein". Brandenburg: auf den Konvent der Herrn zu verschieben. Magdeburg: ebenso, im andern Fall oberstes Amt Sachsen, Leutnant J. C. Ansbach: mit Brandenburg. Braunschweig: ad referendum. Hessen: sollen zum Obersten Sachsen, zum Leutnant Christian von Anhalt vorschlagen, „so jung und freudig". Vor allem sich über den Obersten zu vergleichen; von geringeren Befehlshabern kann ein jeder die Seinen dem Obersten benennen. Im Fall der Verschiebung auch einverstanden. Sachsen: Für Verschiebung. Es muss zuerst das ganze Kriegswesen verfass-t, auch die Unterhaltung des Obersten, Leutnants u. s. w. festgesetzt werden, wozu jetzt keine Zeit und Gelegenheit. Haben aber Befehl für das Amt des Obersten den Kf. von Brandenburg und L. Wilhelm vorzuschlagen; „weiln die aber alt und unvermögend, schliessen sie uf Pf. Johann Casimirn als ein kriegserfahrnen"; Leutnant: Magdeburg. Ihr Herr sei noch zur Zeit im Kriegswesen nicht erfahren. Pfalz: Die Mehrheit für Sachsen als Obersten; „Pfalz hab vor sich bedenken, auch bevelich geben, da uf S. F. Gn. geschlossen, sich zu entschuldigen aus Ursachen, da die administration ein end,** hette es am vermögen nicht". Leutnant: wie vorher. Feldmarschalk: auch eine fürstliche Person; „geben zu bedenken, wer qualificirt dazu"; die übrigen soll ein jeder selbst bestellen und dem Generalobersten namhaft machen. * Ansb. Prot: „churf. zu Sachsen, der jung und mechtig". ** Ebd.: „dan I. F. Gn. administration vileicht nicht lang [lenger ?] weren wurd". 1 Dies hatten Bünau und Weihe schon in ihrem Sehr, vom 27. Jan. an Kf. Christian beantragt, mit dem Bemerken, die meisten würden den Kf. zum Obersten vorschlagen. Vgl. No. 474. 2 Im Türkenkrieg 1566. 485. 1591 447 Brandenburg: Oberst Sachsen, der es durch einen Grafen oder Januar Adeligen versehen lassen kann; Leutnant: Sachsen anheimzustellen; FebFüar Feldmarschalk: haben keinen Befehl, andere Befehlshaber könnten Torgau sie nennen, Allenfalls auch für Verschiebung. Magdeburg: Sachsen; J. C; über den Feldmarschalk können sich Oberst und Leutnant vergleichen, Ansbach: ebenso. Hessen; wie vorher. Sachsen: Wie vorher, aber einzustellen bis zum Konvent. Sollte es bei Pfalz und Magdeburg bleiben, so haben sie Befehl von den übrigen Befehlshabern auch zu reden. „Man könte es also in die notel einsetzen, weil nichts entliches geschlossen; in abschied muste mans bringen, inmassen davon geredt". Pfalz: In diesen Landen am Besten Beiter aufzubringen, draussen Landsknechte, für die P. Sachsen einen Obersten benennen wolle. Sachsen: Punkt von Geschütz und Munition. Umfrage. Pfalz: lässt es beim PI. A; zu vergleichen, wie viel Geschütz auf gemeine Darlegung. Brandenburg, Magdeburg, Ansbach, Braunschweig: ebenso, Hessen: Darleihung von Geschütz auf gemeine Kosten zu ersetzen; den Oberzeugmeister sollen Oberster und Leutnant bestellen. Sachsen: ebenso. Punct von Musterung des Landsvolks; zu setzen: dass ein jeder sich in Bereitschaft setzen soll. Punkt: den Lehensleuten und Untertanen etc. Umfrage. Pfalz: Verbot einem jeden Herrn heimzugeben. Brandenburg, Magdeburg, Ansbach, Braunschvveig: in der Generalität zu bleiben. Hessen: haben jederzeit in ihren Landen deshalb Verordnung getan. Pfalz: „erinnern, das bisweilen heimblich einzig geworben, zahlen, bis sie an Rhein kommen, alsdann gebens nichts mehr". « Sachsen: wolle den Punkt mildern und begreifen. Punkt: ob beim Obersten stehen soll die Hülfe gar oder zum Teil zu gebrauchen. 1 Kf. Christian an Bünau und Weihe, Dresden 29. Januar: Mit der Kontribution jedenfalls ein wenn auch unzulänglicher Anfang zu machen, auf 30, 20 oder noch weniger Monate, „zudem vileicht zwischen uns und den andern, wan man in der person zusamenkeme, künftig uf ein merers geschlossen weiden mochte;" Zuschuss womöglich auf den 3. oder 4. Teil der Anlage oder wie hoch es sonst gellt, zu bringen; Termine der Erlegung „nach erfolgter volnzihung" abzukürzen; alles nicht Erledigte auf den persönlichen Konvent zu richten, „dan wir wol sehen, wie es zugehet, wan man in denen Sachen die rate allein zusammen ordnet'. Des Obersten wegen sollen sie sich seiner Person halben in nichts einlassen; bis zum Konvent zu verschieben. P. S. Nach seiner Unterredung mit Brandenburg ist auf 20 Monaten zu bestehen (Dr. 9304. Conc. Krell). Vgl. Büttner an M. Georg Friedrich, Torgau 4. Februar: Kurbrandenburg forderte am 30, Jan. seinen Kanzler zu sich nach Dresden, der ihm bei seiner Riichkehr mitteilte, sein Herr habe die 20 Monate nur auf heftiges und inständiges Anhalten Kursachsens und die Erleguug erst wenn die Notel ganz vollzogen, versprochen (Berlin, Or.). 448 1591 485. Januar Pfalz: dafür. Brandenburg: „nicht mehr anzufahen dann man Februar ausfuhren kan". Magdeburg und Ansbach: für Oberst und Aus- Torgau schuss. Hessen: „Vom gewalt des obersten solte geredt werden woltens ihre meinung auch sagen". Haben nur Befehl für Sachsen zu stimmen. Ausschuss wird gewöhnlich vom Obersten verordnet der selbst 2 Stimmen hat und von den andern je eine Person erfordert. Sachsen: wollen die verglichenen Punkte zu Papier bringen. Sonnabend 30. Januar Vormittags. Sachsen - . 1 Der Kf., bei dem sie anfragten, bedaure, dass seine ' Wünsche wegen der Truppenzahl keine Zustimmung gefunden hätten; ,,ob wohl beschwerlich eine zimbliche summe geldes fahren zu lassen, so möchte doch bedacht werden, obs nicht besser, hierzu in der zeit was anzuwenden, dann künftig, da gott vor sei particularia bei Unfriede zu geben". Vorschlag: 30 Monate Anlage und jährlich 10 Monate Nachschuss, „und da es je solt einen oder den andern mit erlegung zu viel, so könte doch die ent- richtung als aufn andern termin bei den ersten nachschuss oder sonsten erleget werden". Umfrage: 1) 30 Monate; 2) 10 Monate; 3) Zeit der Erledigung; 4) Schlüssel; 5) Pfennigmeister. Pfalz; Wiederholen ihre frühere Erklärung, da mehr als 25 Monate „künftig gegen pupillo" nicht zu verantworten; würden sich ev. einer Mehrheit für 15 oder 20 Monate anschliessen, statt die Sache zerschlagen zu lassen; Sachsen möge ebenfalls für 20 Monate stimmen und das Oberstenamt nicht aus den Händen geben, zumal man wahrscheinlich der Hülfe nicht so bald bedürfen werde. Nachschuss: 2 Monate. Erlegung: bis zum Konvent zu verschieben. Schlüssel: die 3 Kff. und 2 der Ausschuss; Pfennigmeister: ad referendum. „Da andere bevelich uf 25 .monat zu schliessen, wolten sie sich mit ihnen vergleichen". Brandenburg: haben keine Resolution (des Kf.); bleiben bei ihren vorigen votis; andere nicht abzuschrecken; die Häuser Pfalz und Sachsen nicht vollständig; Mecklenburg tritt zurück; 30 Monate konnte selbst der Kaiser, da der Türke im Feld war, nicht erhalten. 1 Magdeburg: Noch keine Resolution. Schlüssel Kff. und Ausschuss. Ansbach: Befehl auf gemeines Werk; 20 oder 15, bezw, 2 oder 3 Monate; Einlegung nach Erkenntniss der Herren; Schlüssel: wie Magdeburg. Braunschweig: „könte nicht weiter gehen dann gehört; violentia non diuturna"; andere nicht vor den Kopf zu stossen. Hessen: Unvollständigkeit der 6 Häuser; gemeines Werk; 15 oder 20 Monate; 10 Monate Zuschuss zu hoch. Erlegung durch die Fürsten zu bestimmen; Leipzig und Frankfurt; Schlüssel: 3 Kff. und Ausschuss. Sachsen: Der Kf. halte dafür, „weiln das geld einem jeden herrn zum besten bleibt, sei es eins, es liege in der bundnuss oder i Vgl. Ritter, D. G. I, 276. 485. 1591 449 der cammer. Saxen könten sie ufn notfal in einem tag dazu- Januar bringen, hoffen auch dergleichen bei Pfalz und Anhalt; und werde p el)raar sich Mecklenburg nicht absondern". Nochmals für 30 oder mindestens 25 Monate; Nachschuss sei gar zu gering. Aeussersten Falls bei 20 Monaten zu bleiben, wofür sich die andern fast alle erklärt. Notel soll geschlossen werden. Pfennigmeister zu Leipzig: der kurf. Kammerdiener Christoph Kohlreuter. 2. Umfrage: Wann nämlich die Hülfe zu gebrauchen etc. Pfalz: Dieser § auch in ihrer Instruktion. Jeder soll in guter Gehorsam und Kuudschaft sitzen und keinen eigenen Krieg anfangen; wird aber einer aus irgendwelcher Ursache angegriffen; so darf er den Obersten ersuchen und dieser aufmahnen, zu ziehen und retten, so lange man der Hülfe bedürftig; ob sie ganz oder gar nötig, entscheiden der Oberste und der Bedrängte. Brandenburg: „Das mans an die churf. gelangen lassen soll die gute zu versuchen und die hulf zu erkenen, placet; doch allemal ausschuss darzuzuziehen; ehe der krieg angefangen, bei den andern gemeinen rat churf. und ausschuss"; wenn der Oberst im Feld, steht es bei ihm; auch bei grösster Eile, da man doch werben muss, Kff. und Ausschuss vom Obersten beizuziehen. „Lauft die frag mit unter, ob der oberste auch werben soll ohne erkantnus". Magdeburg: die Hülfe nicht erst durch Beratung insgemein illusorisch zu machen; der Oberst soll werben, zuziehen und den andern Mitteilung machen. Ansbach: überall bei Kff. allein wie beim Obersten „Ausschuss" einzusetzen. Bei grosser Not darf der Oberst nach eigenem Ermessen ausrücken. Braunschweig: „Was man mit schreiben oder Schickungen erhalten kann, soll man keiu hämisch darzu gebrauchen". Nur im Notfall soll sich der ^Bedrängte wehren und den Bund um eilende Hülfe anrufen; was er bis zu deren Eintreffen verwendet, soll ihm erstattet werden. Exempel: Mümpelgart und Hoya. „Inter offensionem et defensionem zu distinguiren. Es gelt aber ihren herrn gleich." Hessen: das Werk gerade auf eilende Rettung berechnet; dem Obersten für solche Fälle gewisse Leute zuzuordnen, aus jedem der Häuser einer; der Oberste soll 2 Stimmen haben; „da eil vorhanden, ein kleinern- auschuss zu machen"; bei Angriff an mehr Orten mit allen Bundesverwandten zu schliessen, was zu tun. Sachsen: Erklären ihres Herrn Meinung aus ihrer Instruktion 1 [Raum leergelassen]. Hessen: Erinnern an Mümpelgart; „die einfell seumen sich nicht laug;" der Schaden durch den Beschädiger zu ersetzen. Braunschvveig: den ersten Angriff soll jeder aushalten, bis der Oberst mit der Hülfe kommt; ist dies dem Oberst nicht rechtzeitig möglich und der Bedrängte nicht stark, so soll er die nächsten Einigungsstädte und Nachbarn aufmahnen „und uf frischer 1 Vgl. No. 474. Bezold. Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir, IIL 29 450 1591 485. Januar tat volgen, so weit man kann. Soll also ufs papir bracht und ■jTT— abgehört werden." *eoruar g goU keiner ejgen Krieg etc _ Sachsen: ist resolvirt. Brandenburg: Wenn mit einer von den Kff. zu Stande gebrachten Vergleichung der offensus sich nicht zufrieden gibt, soll man ihm nicht helfen. § Da einer au 2 oder 3 Orten etc. Pfalz: Soll der Oberste „mit des rats ausschuss" [!] schliessen, wo die Hülfe am Nötigsten. Ebenso die übrigen, Ansbach und Hessen mit dem Zusatz: „sine respectu". § Da Oberste Oeffnung bedürfte etc. Pfalz : für Oeffnung, sine iniuria. Ebenso die übrigen, Braunschweig mit der Klausel, den Obersten nur mit wenig Volk und nur für 2 oder 3 Nächte in eine Festung zu lassen, das andere Volk sonst unterzubringen und zu verproviantiren; „dann ihre vestungen haben Privilegien und lassen den landesfursten nicht alleweg mit viel volk ein", 1 Hessen mit der Klausel: auf Kosten des Bundes und in Sachen diesem Bund angehörig. § Item da einer Städte und Schlösser etc. Pfalz: Erst nach Entschädigung des Beschädigten Frieden zu machen. Die übrigen ebenso; Hessen: jedem das Seine wiederzugeben; einem zu helfen, auch wenn er vor Eintreffen der Hülfe Verträge machen musste, ausser er will selbst keine Hülfe haben; „mit den uberfellen konte man einen bald übereilen; er möchte für seine person still sitzen, doch sollen andere folgen, dann sein geld lege da". § Was und wie viel Diener etc. , Pfalz: Habe die Zahl bisher eingehalten; es bedürfe aber Ersatz, wenn einer krank; keine Zahl zu bestimmen. Ebenso Brandenburg, Magdeburg, Hessen; Ansbach und Braunschweig: 5 oder 6, Sachsen: 6 oder 7. Wollen die Punkte zu Papier bringen und den Nebenabschied fertigen. Schliessen sich den übrigen bezüglich der Handlung auf Ratifikation an. Montag den 1. Februar Vormittags. Sachsen: ob die französische Sache anzufangen oder zuerst, da jetzt auch die Brandenburgischen in der Kontribution Resolution erlangt haben wie die Sächsischen, dieser Punkt richtig zumachen? Pfalz: Brandenburgs Resolution zu hören. Brandenburg: der Kf. habe sich, da dies Werk allein zu notwendiger Defensive gemeint, mit Sachsen auf 20 Monate erste Anlage und 15 Jahre Dauer des Bundes mit je 4 Monaten Nach- schuss in den 4 ersten und je 2 Monaten in den 11 folgenden Jahren verglichen. Ebenso die übrigen auf Ratifikation, wobei Hessen für die Dauer des Bundes nur 10 Jahre vorschlägt und Pfalz bemerkt, sie seien nur für 2 Monate Nachschub bevollmächtigt. Sachsen: lassen es dabei bleiben und fordern endgültige Erklärung zwischen jetzt und Ostern. 1 Vgl. z. B. über das bedingte Oeffnungsrecht der Herzoge in der Stadt Braunschweig Havemann II, 395 f; 433. 485. 1591 451 Pfalz: einverstanden; Sachsen soll die Herrn zur Vollziehung Januar der Notel zusammenbeschreiben. Ebenso die übrigen; Braun- p e . schweig: ihr Herr werde sich förderlich erklären; haben der Zeit halber keinen Befehl; Hessen-Marb'ug: ihre Herren pflegten sich zusammen zu betagen, wozu Zeit nötig. Sachsen: Zeit bis Ostern auch hiefür genügend. Das Geld sofort nach Vollziehung zu erlegen. Ob die Fürsten persönlich zusammenzubeschreiben, was ein grosses Geschrei macht, oder ob es beiden nachbarlichen Zusammenkünften bleiben soll? Oberster: auszusetzen, bis das Geld gemehrt, da sich auf jetzige Summe schwerlich einer vom Adel dazu bestellen Hesse. Pfalz: Ebenso; über die Frage des Konvents soll Sachsen entscheiden; erklären sich alle für die sofortige Vollziehung der Notel, so könnte es durch nachbarliche Zusammenkünfte geschehen; Oberster und Kriegswesen überhaupt einzustellen, bis mehr Stände dazukommen. Brandenburg: will mitvollziehen, wenn die kurf- Häuser, Braunschweig und Hessen dabei bleiben; Notel noch einmal zu übersehen und herumzuschicken; kann es nicht anders sein, dann für nachbarliche Zusammenkünfte; inzwischen andere zu ersuchen. Magdeburg: Notel nach Vergleichung herumzuschicken, Geld nach der Vollziehung zu zahlen; der Oberst nach Erlegung des Geldes namhaft zu machen. Ansbach und Hessen: ebenso für Schickung der Notel und Nennung des Obersten. Braunschweig: auch gegen den persönlichen Konvent der Herren. Sachsen: Haben vernommen, dass man einig, dass die Notel wie sie zu vollziehen, geschlossen und dass in die Notel die Zeit der Erlegung zu bringen. „Stellen zu bedenken, ob es zu ver- komung weitläuftigkeit an vieren genug. Der punkt des obristen halb sei von allen ausgesetzt worden"; haben angedeutet, warum sie solches nicht annehmen können; „da aber andere chur und fursten wolten unter ihnen einen geben, wolten sie sich vergleichen". Im Fall eines Angriffs inzwischen habe man die Ex. Ordnung; hoffen, Gott werde Frieden verleihen, bis das Geld gemehrt und andere dazu kommen. Da nunmehr alle Punkte richtig, die begriffene Notel Nachmittag abzulesen und vollends zu vergleichen. Wird angenommen. Nachmittag. Sachsen; Da die Notel weitläufig und in Anbetracht der Erinnerungen Hessens nicht ganz fertig gemacht werden konnte, schlagen sie vor die französische Sache vorzunehmen. Parmas Zug nach Frankreich gegen den rechten natürlichen König beweist die Absicht Spaniens, „das edle konigreich Frankreich, aus welchem Teutschland je und allerwege grossen schütz, beistand und alle gute widerfahren, unter seine beherschung und gewalt zu bringen; darumb er auch zu seinem sonderbaren vorteil den jetzigen konig und seinen [Lücke] an einander gehetzt", um im Niederland vor Frankreich, in Spanien vor Navarra sicher zu sein und die Parteien in Frankreich einander fressen und ausrotten zu 29* 452 1591 485. Januar lassen; seine feindlichen Ratschläge reizten die Guisianer zu pflicht- Februar ver g essener Widersetzlichkeit gegen ihre von Gott eingesetzte Obrigkeit; „wie sie dann nicht allein am vorigen könig ihr meisterstuck versucht, sondern auch jetzigem frommen könig Heinrich den "Vierten die ihm von gott und rechtsgang gegebene cron von dem haubte reissen und mit besudelten blutigen henden ein andern aufsetzen wollen". Hiegegen hat ihr Herr nebst anderen Fürsten dem K. eine stattliche Geldhülfe geleistet, damit aber wenig ausgerichtet. 1 Da trotz der Siege des K. die Rebellen durch andere grosse Potentaten aufrecht erhalten werden, haben der K. sowie die K. von England wegen fernerer Hülfe an die Fürsten geschrieben; die Beantwortung „ist unsern gn. und gn. hern mitgeteilt, kan auch noch den chur und fürstlichen abgesandten umbschreiben zu lassen übergeben werden". Da zwar die [kgl.] Gesandten noch nicht angelangt, Turenne's Ankunft aber bald zu erwarten ist, „dannoch weil die stende in Teutschland sich auf eine gemeinsame Zusammensetzung berufen und dem- konige hülfe muss geleistet werden", da die Folge einer spanischen Herrschaft in Frankreich Deutschlands ewige Dienstbarkeit und Untergang sein würde, hielt der Kf. eine Beratung über die Hülfe auf diesem Konvent für notwendig.' 1 Gemeint ist die im J. 1589 für Sancy's verunglückten Zug bewilligte, aber nur zum Teil wirklich erlegte Geldhülfe; vgl. No. 247; 251 (A. 2); Ritter, Br. u. A. I, 14. Wenn Magdeburg unten (S. 453) bemerkt, er habe zweimal mitgeholfen, so bezieht sich dies auf 1587 (S. 115) und 1589. Was Rommel V, 566; 568 A. 71 über den Kasseler Konvent vom April 1590 berichtet, ist ungenau; die Verhandlungen wurden dort nur zwischen Kf. Christian, J. 0. und L. Wilhelm geführt und galten in erster Linie nicht der französischen Hülfe, geschweige denn ausschliesslich, wie Ehses T. 2, 466 A. 3 annimmt, dieser Frage, sondern der zu Plauen vorbereiteten Gründung einer evangel. Union; Pallavicino, der erst nach Schluss des Konvents in Stade deutschen Boden betrat (oben No. 330), kann natürlich nicht an dem Konvent teilgenommen haben. Wir haben vielmehr dafür, das in Kassel über die Unterstützung Heinrichs IV. keine positiven Beschlüsse gefasst wurden, eine Reihe von Zeugnissen der Beteiligten selbst (L. Wilhelm an Pf. Johann, 23. Juni 1590, S. 340 A. 2; J. C. an Sachsen, 2. Juni, No. 371; Heinrich IV. an L. Wilhelm, 10. Juli, nach Bericht Schomberg's über den Kasseler Konvent, Rommel V, 575). In seiner Werbung am 10. Mai 1590 ersuchte Pallavicino den L. Wilhelm u. a. um Erklärung über die Höhe seines Beitrags zur Hülfe (vgl. S. 321 A. 1). L. Wilhelm hatte allerdings trotz der ablehnenden Haltung des Konvents einen Anschlag für die ev. später zu beschliessende Hülfe entworfen (Rommel V, 575 f; vermutlich der ebd. S. 568 A. 71 mitgetheilte „Kasseler Anschlag" vgl. Ritter, Br. u. A. I, 15 f.), der aber als blosser Entwurf in keiner Weise bindend oder massgebend war. Vgl. hiefiir auch J. C. Sehr, an Sachsen vom 25. Juni und 30. Juli 1590 (No. 371; 389). Sachsens Antwort vom 8. August (S. 360 A. 2) bezieht sich nicht auf jenen Entwurf L. Wilhelms, sondern auf einen von Pallavicino gemachten „Ueberschlag", betont aber, dass man noch nicht einig sei, wie viel ein jeder geben solle. Deshalb greifen auch die hier mitgeteilten Beratungen zu Torgau 1591 nicht auf das Jahr 1590, in dem überhaupt uichts gemeinsam bewilligt worden war, sondern auf die Bewilligungen und Leistungen von 1589 zurück. 9 Vgl. hiezu die sächsische Instruktion bei Richard II, 294 ff. 485. 1591 453 1. Umfrage. Pfalz: Haben hierin ebenmässig Befehl. J. C. Januar und dessen Vater hätten schon viel getan, „leib und leben, auch f"T— : die 28 jar hero viel darauf gewandt"; J. C. seien in Jahresfrist * eöruar „über die 100 000 fl. auf solche sach gangen, bei der stadt Genf und Metz, in die 30000 ducaten angehalten verrauge relatio [Lücke], haben doch die volgen lassen; 1 die durchzuge rühren die Pfalz auch gemeinlich"; J. C. könne daher nicht so viel dazu tun, als er gern wollte. Wollen die andern hören und erinnern, „was sie sich mit Saxen unterredt, nemblich das es an geld geschehen muste". Assekuration: am Besten Metz, Toul und Verdun zu erlangen, was aber schwerlich zu erreichen, „welches teils ein ander halt"; daher schriftliche Obligation, auch durch die Fürsten des Geblüts zu unterschreiben. Die Verhandlung mit andern Ständen entweder zu verteilen oder besser hier Schickung oder Sehr, an andere behufs Vorbereitung der Legation zu vergleichen. Brandenburg: habe von der früher bewilligten Summe die Hälfte erlegt und sei erbötig den Rest auszuzahlen. Magdeburg: habe zweimal mitgeholfen; der K. als die Vormauer Deutschlands gegen die Liga nicht zu verlassen; haben, wie Sachsen bewusst, in ihrem Kreis bereits mit Beiziehung anderer Stände A. C angefangen, die bei einem gemeinen Werk sich geneigt erzeigen wollen. Entweder das Volk auszuteilen und an Geld anzuschlagen oder auf eine Summe Geldes zu schliessen, wobei sie sich nach ihrem Anschlag beteiligen wollen. Zeit der Hülfe: „man bedarfs alle tag". Obrister: wollen sich resolviren. Stärke: 6000 Pf. und 2 Regimenter Knechte. Assekuration: Wiedererlangung der 3 Städte; Unterschrift der Fürsten von Geblüt. Ansbach: Beschwerlich neben dem andern Werk, aber nötig; ad referendum; wollen sich so erzeigen, dass man zufrieden; falls auf Volk zu richten, auf ein Haupt zu denken ; andere beizuziehen. Braunschweig: Verlesen und überreichen ihren Befehl; 2 „ihr her hab disfals die feder selbst angesetzt"; man dürfe sich selbst nicht entblössen; „hetten etwas geben, werde nicht heimblich bleiben; und weiln man in der verstentnus sich verglichen, contra exteros sich defensive allein gebrauchen zu lassen, tut man aber das mit Frankreich, so gebe man offensionem, derwegen könnte es" [Lücke].* * Ansbach. Prot: Befürchte, wann man viel tue, werde 63 vom Gegenteil pro offensione genommen, und er werde dadurch „deme, der ime sunst gern in hären", Ursache zum Augriff geben. „Quaerit, ob die supetiae beharlich sein sollen. Dan wan das nit ist, wer besser, man lis bleiben." Wolle sich nachher gegen Sachsen schriftlich erklären. „Haben doch nicht verstanden, das ir herr sich gar absondern werde." ' 1 Vgl. No. 285; 331 (S. 312 A. 2); 364, ' Instruktion, Wolfenbüttel 10. Jan. (Hannover, Or.): eine einseitige Unterstützung Frankreichs würde der Verständniss einen anderen Charakter und andern ansam belli geben; er werde sein Land nicht entblössen, geschweige denn „demjenigen, der da villeicht unser haar gern hette", Gelegenheit geben. 454 1591 485 Januar Hessen (Kassel): L. Wilhelm habe sich allerdings in Sehr. „ bruar vom 30. April und 11. Mai 90 an Sachsen für die Notwendigkeit einer Unterstützung des K. mit Konsens gemeiner Stände erklärt- denn ohne ein Ansehnliches wäre dem K. nicht geholfen. Sachsen wisse, wie sein Herrsich angegriffen; möchten wissen, was an dem von den andern noch nicht völlig Erlegten übrig; dann würden sie sich erklären. Hessen (Marburg): ihr Herr werde nach Beiziehung der andern Stände A. C. auch das Seinige tun. Sachsen: Darüber, dass zu helfen sei, alle einig ausser Braunschweig ; sollte man alle ersuchen, so gehe ein Jahr dahin; es solle eine eilende Hülfe sein, nicht dahin gemeint, jemanden zu offendiren.* Wie die Gesandten, die bald hier sein werden, z n beantworten? Erklärung, was jeder der hier vertretenen Fürsten tun wolle; die andern zu ersuchen, ,.liege nichts daran, wann es schon auskomme" ;** England wolle ein Stattliches dabei tun. 2. Umfrage. Pfalz: Es handle sich nicht mehr um das Ob sondern um das Wieviel. Was jüngst Sansi bewilligt, habe P. ganz gegeben, und zwar 5000 fl. über seinen Anteil, der Stadt Metz geholfen; wolle zu diesem Werk 20000fl. geben; andere, die früher nicht so viel getan und besser begütert, könnten mehr tun. Brandenburg: Hülfe besser mit Volk als mit Geld; obwohl dann die päpstischen Stände auch Volk hineinschicken und Deutsche an Deutsche kommen könnten. Hat 30 000 Taler bewilligt, 15 000 ausgezahlt, wolle den Rest erlegen; man müsse Frankreich so helfen, dass man auch an andern Orten, z. B. in Westfalen helfen könne ; alles ad referendum. Magdeburg: Was die Offensive betreffe, so wisse man, wie ao. 62. Pfalz, Hessen u. a. den Bedrängten in Frankreich eine kleine, aber durch Gottes Gnade, wirksame Hülfe schickten, wie dann „uf cardinals practiken" Casimir und Herzog Wolf hineinzogen und Frieden machten; 1 „man habe ihn nie darumb zugesetzt. Die Bapisten müssen bekennen, das dieser könig naturlicher suc- cessor. Da dem konige geholfen, werden es auch die Bapstischen in Teutschland wolfeiler geben, wann man nur könte mit hulf die gefahr von uns wenden; sei in den gedanken, das Spanien hindan- zusetzen". Ihr Herr habe 20 000 bewilligt, 12 000 erlegt, Rest 8000 fl. Man sollte aber mit Volk helfen, Frankreich werben lassen und umlegen; habe einen Anschlag für 6000 Pf. auf An- rittsgeld und 1 Monat gemacht; die 3 Kurhäuser jedes 1000 Pf.; „an einen monat zu wenig; man muste etwas weiter tun. Der konig solte assecuriren". Pfalz und Württemberg hätten wenig Reiter, daher mit Fussvolk zu belegen; Städte u. a. um Geld zu * Ansbach. Prot: „Sei kein beharlich wesen, sonder nur ein an- lehen, auch kein offension". ** Ebd: „Wer einmal geholfen, stehe eben in der gefahr als der es noch tun soll". 1 Gemeint sind die Feldzüge J. C. 1567/68 und Pf. Wolfgangs 1569 zur Unterstützung der Hugenotten. 485. 1591 455 ersuchen, wie ihr Herr schon in seinem Kreis getan. Da aber Januar Sachsen gegen Verzögerung, sollen die Anwesenden schliessen. Fel)ruar Osnabrücks wegen gebe es einen Kreistag; ob nicht beide Sachen den andern vorzuhalten? "Wolle es nicht bei 8000 bleiben lassen. Ansbach : wie oben. Braunschweig.: Habe „vorlengst" über 20 000 Taler erlegt laut Quittungen; sei nicht gemeint gar nichts mehr zu tun,* sondern wolle sich nach Bericht bedenken und gegen Sachsen erklären. „Stehe in grosser forderung wegen Clemont herzog Erichs halber. 1 Wolle man helfen, muss es continuirt sein; denn sonst möchte man die französichen hendel uf die herrn in Deutschland ziehen". Ad referendum.. Hessen: Beiziehung anderer nötig. Da aber legati unterwegs, jetzt dazu zu tun. Hessen habe „zum vorigen werk" 40000 fl. erlegt; täten andere jezt eben so viel und sollte es dann noch fehlen, so wollten sie sich auch mehr erklären; „das mans also uf volk richten solte, muste man in terminis bleiben".** [Ansbachisches Protokoll.] Sachsen: Ihr Herr meine nicht, dass man mit Geld helfen solle, sondern das Geld zu wege bringen und in jedes Herrn Land Volk damit werben; wolle noch 25 000 Taler vorstrecken; jeder Kurfürst solle das Gleiche und andere nach ihrer Gelegenheit dazu tun. Wer das Kriegsvolk führen soll? Pfalz: Ad referendum. Haben Befehl nicht über 20 000. ' Führer: Christian von Anhalt, der dazu qualifizirt, wenn man ihm verständige Leute beigebe. Brandenburg: Bleiben bei ihrer Meinung. Für Anhalt. Magdeburg; Ebenso; „10 000 fl. kont ir her geben". Ansbach: Kein Befehl; hofft 10 000 fl.; ad referendum. „Dagegen hat man mir anzeigt, mein herr hab noch nichts getan, sich gegen den cburf. auf 20 000 fl. erpoten". Hessen: wie vorhin. Sachsen: Ihr Herr wolle 30 000 fl. dazugeben und bitte die andern sich endgültig zu erklären. Man soll in eines jeden Land werben lassen. Pfalz: Bleibt bei 20 000; die weiteren 5000 ad referendum. Brandenburg: Bleibt bei den 15 000 Talern. Ansbach: 10000 ad referendum. [Sächsisches Protokoll.] Dinstag 2. Februar Vormittags. Sachsen: Wollen jetzt die Verständnissnotel, Präfation und dann Punkt für Punkt verlesen und wünschen, „das man sich dabei soviel muglichen vorgeblicher disputationes zu beförderung der sachen enthalte". * Ansbach. Prot: „sonder alein erinert, das man nicht crabrones irritiren soll". ** Ansb. Prot: „Ire hern mochten noch 20000 fl. -anlehens weis darstrecken". l 456 1591 485. Januar Hierauf wird die Notel einhellig verglichen und 7 Exemplare Februar von ^ en Gesandten eigh. unterschrieben. [Ansbachisches Protokoll.] Verlesung des französischen Abschieds. „NB. Wan mein her inmittels sich gegen Sachsen erclert so darf es des gesandten nicht solches zu erinnern.- Mit welchen ein jeder handeln soll. M. H. mit Ulm. Würtemberg mit Hessen [!]." Deputationssache. Pfalz: Meint, man soll darauf denken ihnen zu helfen. „Vermeint, die französische hilf sol vorgehefn], auf die chreishülf." Brandenburg: Man soll ihnen helfen, doch vermöge der Ex. Ordnung. Kreishülfe vergeblich. Friedenstraktation. Magdeburg: Zunahme der excursiones. „Chreishilf sei bei den pfaffen nicht zu helfen." Westfälischer, ober- und niedersächsischer sollen helfen, andere auch. Ansbach: Zu helfen und von Mitteln zu reden; Friedenshandlung für nichts; Kreishülfe ungewiss. Braunschweig: ebenso; wollen sich mit Magdeburg als Ausschreibende vereinigen. Hessen: Sei ein gemeines R. Werk; diese Stände können nicht helfen, die Bedrängten haben nicht Hülfe, sondern nur Geld begehrt. Sachsen: Ihr Herr habe mit andern Evangelischen auf dem Dep. Tag dahin gesehen ihnen zu helfen. Friedenshandlung nur Schein; „Parma such es selber, sed sub alio praetextu; halten gar nichts davon". Wenn der Kf. auf die Ex. 0. angelegt werde, wolle er helfen. „Wie ime aber zu tun, darauf stee es. Sol doch ein gemein werk sein; das kan man alhier nicht vergleichen; mocht grosse gefar daraus entstehen." Die Beschwerten hätten erklärt die Kff. ersuchen zu wollen; sei noch nicht geschehen; „kaiser auf die relationes noch nicht resolvirt". Jetzt oder künftig könne man nicht wohl mehr tun als den Kaiser in einem ausführlichen Sehr, um Abschaffung des fremden Kriegsvolk vom R. Boden ersuchen. Der Kf. wolle, wenn ersucht, gemäss Ex. 0. helfen mit dem ganzen obersächsischen Kreis. Pfalz: Diese Stände können der Sache nicht helfen; auf Ersuchen der Bedrängten werde sich jeder Stand der Gebühr nach erzeigen. Brandenburg: Man soll ihnen helfen, „kaiser friedhandel fort- stellen", R. Untertanen abfordern, Kreise in Bereitschaft setzen, etliche in Wartgeld nehmen; „wan die stend an kaiser geschickt, kaiser mandata avocatoria abgehen lassen, bede teil vom reichs- boden abschaffen; Evangelischo neben dem kaiser sich zur hilf erpieten, wan gleich pfaffen nicht wollen. Krieg nicht in das reich zu zihen"; 1 oder 2 Jahre eine Anzahl Reiter ihnen zum Besten zu halten, „die neben Gulich die frontir hielten"; 2 Monate dazu nehmen. „Doch das es ein gemein werk sei", Ansbach: wie Brandenburg. Braunschweig: Ebenso. Magdeburg: Kaiser durch Ausschuss zu beschicken; ihnen auf Ersuchen zu helfen. 485. 1591 457 Hessen: bei der Ex. 0. zu bleiben; es gehöre nicht hieher. Januar An Kaiser lieber zu schreiben statt zu schicken. Februar Brandenburg: wiederholt für Erlegung der 2 Monate; „und werde also darnach ein gemein werk, weil man es sonderlich zuvor ge[?J het; wer sonst ein schimpf. Sachsen: Schickung ansehnlicher als Schreiben. Auf andere Mittel können die wenigen hier Anwesenden nicht schliessen. Nichts wider das zu handeln, was auf dem Dep, Tag verworfen, „nemblich das man inen nicht gelt geben soll". Jülich sei gar parteiisch und wolle die Spanier nicht offendiren. „Haben sie auch noch kein hülf gesucht. Schickung mus doch vorher geen". Dinstag Nachmittag. Alle Brandenburgischen erinnern: es seien in das Conc. die Worte „im reich" hineingebracht, dagegen die bewilligten Worte „die von recht und billigkeit wegen einem gepuren" ausgelassen worden. Pfalz: Haben nicht vermeint, „das man andere guter aus dein reich auch darunder verstanden". Braunschweig: Verstanden es dahin, dass man, „da Brandenburg nicht auf Preussen stee", nicht Ursache habe sich einzulassen; darum seien die Worte: was einem von Natur, Recht u. s. w. beschlossen worden. Hessen: Keine Instruktion; meinten, man solle es stehen lassen wie in der Erbverbrüderung, sonst gäbe es Bedenken; „die wort: im reich seien nicht vorgelaufen". Magdeburg „(gleichwol unerfragt); die wort: im reich sein nit vorgelaufen". Ansbach : „Darumb hab man nein gesetzt; wan etwas dazu kerne, das man noch geben soll" [?]. Kurbrandenburgischer Kanzler: „Die Hessischen sein in iren votis zuwider gewesen". Hessen: „hat es widersprechen wollen und gepeten ir damit zu verschonen". Sachsen: „Er canzler sei von seinen mitverordneten bericht, was vorgelaufen"; da er die Freundschaft zwischen Sachsen und Brandenburg kenne, billige er zur Abwendung Missverstands die Weglassung der Worte [im Reich]. Brandenburg: Man habe nicht propter monendum monirt, sondern nur zur Erinnerung, was eines jeden Notdurft erfordere und beschlossen worden sei. Es sei billig, dass man jedem helfe. Die Aenderung nach dem Vorschlag Sachsens vorgenommen. Verlesung des Nebenabschied ; . . . . des Abschieds wegen der Dep. Sachen. Zu erwarten Ansuchen der jülichischen Stände oder kais. Resolution auf Relationes. Pfalz.: ist es zufrieden. Brandenburg: Kreisordnung werde nicht gehalten; wäre billig, dass man ihnen helfe. Magdeburg: „Die herzogin von Preussen die such stetigs hilf bei Brandenburg"; Pfalz habe auch Forderung wegen der Lehen- schaft, „auch die jung Pfalz wegen ihrer gemahlin". 458 1591 485-486. Ansbach: Sein Herr sehe weniger auf das Ansuchen der Herzogin als auf die ß. Reputation; da aber andere anders scbliessen müsse man es geschehen lassen. Ob und wann die Schickung erfolgen solle. „NB. Die betrengten soln suchen bei Sachsen". Schottische Sache. Entwurf einer Antwort an den König. Pfalz: Verlesung unnötig. Brandenburg: Bemerken, dass ihr Herr einige Aenderungen angebracht habe. Die andern lassen es dabei. „Was der anwesenden hern anschlag auf den einfachen Romerzug"' Pfalz — 1922. Sachsen — 2800. Brandenburg — 1828. Magdeburg — 1306. Ansbach — 1032. Braunschweig — 1776. Hessen — 1640. Dr. 7277. Protoeoll auf dem Tag zu Torgau . . anno 1591 ergangen. 486. Instruktion des Pfalzgrafen Georg Hans für (Februar) eine Werbung bei Parma. (Deutsche Hülfe für Navarra. J. C. vormalige und jetzige Absichten gegen das Haus Oesterreich und die Niederlande. G. H. Erbforderung; Plan eines Ueberfalls der Kurpfalz und des Heidelberger Schlosses. Einnahme von Metz für Spanien). Da Spanien nicht allein den niederländischen sondern auch den französischen Krieg auf dem Hals hat, haben die, welche sich der andern Partei und des K. von Navarra annehmen, zu Schmal- kalden* beratschlagt und eine stattliche Hülfe von Reitern und Knechten bewilligt, während J. C. nicht nur diese Fürsten und Städte auf Navarras Seite zu bringen, sondern auch die calvinische Religion bei ihnen einzupflanzen untersteht. Was Affektion J. 0. zum Haus Oesterreich bisher getragen, hat er oft im Druck und mit seinen Handlungen, auch mit dem letzten Schimpf auf dem Frankfurter Dep. Tag bezeugt. „Nun ist zu wissen, das do man den schweizerischen lesten häufen durch den herren von Dohna hinein in Frankreich geschickt, was dazumal fürgewesen, aber durch einen einichen verhindert worden, 1 als nemlich, das man solt die Schweizer und das fussvolk zu wasser den Rhein bis obrehalbeu Andernach lassen herunder fahren sambt zimlichem notturftigem geschutz, und das die reuter auf die graveschaft Nassau zugezogen weren und daselbsten, auch in der graveschaft Sain und Wied sich versamlet hetten und zu * „Nota: Am Rand: durch das wort Schmalkalden würt verstanden das ort, so der gesandte zu offenbaren bevelch hat". 1 Vgl. oben No. 43; Ehses I. 2, 4 f. 486. 1591 459 den Schweizern und landsknechten zusamen gestossen, der raeinung, (Februar) das, wan si etliche ire intenta in dem stift Cöln verrichtet, wie dann die stratagemata dazumal vorhanden gewesen, so wolten sie den bauptpuncten ihres zugs also angreifen, das der herzog von Parma zwischen vier underschiedliche leger eingeschlossen werden möchte"; nämlich durch das bei Andernach gesammelte Volk, das auf Luttich ziehen und dort reiche Beute machen, von dort weiter nach Artois ziehen sollte, durch den französischen Haufen, der auch nach Artois und Hennegau ziehen sollte, durch die Holländer und Seeländer mit aller ihrer Macht und endlich durch einen stattlichen Haufen der Königin von England; wie dann damals die bedenken aus- gwisen, so von iren verstendigsten begriffen worden". J. C. Motive waren damals diese, dass er den Dohna'schen Zug lieber herunterwärts angestellt hätte, „das, wann er den musterplatz in das Elsas legte und dazumal wenig gelts vorhanden, er meuterei und trennung des musterplatz geförchtet"; ferner „damit er das feuer desto weiter von der Pfalz weck brechte, weil er wüst, das Lotringen sich in die gegenrüstung setzt; drittens weil die Schweizer das Elsass für ihren Kornkasten halten und er Strass- burg nicht gern erzürnen wollte, „und andere motiven mehr, die verstendige wol besser erwegen können. Solcher fürschlag ist dazumal gewendet worden durch ein person, wie genuegsamb bewusst und hette man gefolgt und zweinzigtausend cronen Lothringen nur drei tag ehe geschickt, so were der ganze häufen getrennt gewesen und hetten die Schweizer sich wider zu haus begeben; also das vil dran gelegen, das man die glegenheit der zeit und die mittel, so man an die hand bekombt, nit versäumet". Jetzt steht man wieder in Beratung obigen Plan mit Einschliessung des Haufens des Herzogs von Parma vorzunehmen; weshalb Parma auf eine Diversion bedacht sein muss. J. C. steht sein und seines Pupillen wegen in schwerer Rechtfertigung mit G. H., der schon ein Urteil am K. Gericht gewonnen hat; dessen auf dem Frankfurter Dep. Tag eingereichte Supplikation sammt dem summarischen Libell seiner Erbforderung wurde vom Kff. und Fürstenrat auf dem Dep. Tag zu Frankfurt den kais. Kommissarien ad referendum kommendirt, so dass nun nichts weiter restirt als dass Parma die Sache durch den spanischen Gesandten und den Nuntius betreiben lässt; ohne Zweifel wird dann J. C. wie bisher in andern Sachen sich ungehorsam erzeigen und G. H. Gelegenheit finden, „cum conniventia imperatoris per intercessionem regis Hispaniae et auxilium eius sub manu" seine Erbforderungssache und Anteil an Land und Leuten folgender- massen zu appendiren. G- H. könnte bei der sehr zerstreuten Lage der kurpfälzischen Aemter (gegen Böhmen und Nürnberg, am Neckar, unter Mainz, unter Strassburg, gegen dem Wasgau zu, „also das kaum drei ämpter beinander, do nit allwegen chur und fürsten dazwischen ir land haben") durch verschiedne Befehlshaber, „do keiner von des andern anschlag nit wisse", die vornehmsten Oerter, „dieweil man keine garnisonen daselbst helt, sich auch daselbst nichts besorgt", einnehmen lassen. Um dieselbe Zeit soll durch G. H., doch unbe- 460 1591 486. (Februar) nannt beim Deutschmeister Kriegsvolk gesammelt und Schiffe bestellt werden, „das sie in tag und nacht den Necker nunder bis für Heidelberg ankommen könten;" zur selben Zeit könnte mau mit etlichen Speerreitern und Schützen eine cavalcada vornehmen, „da8 sie umb Tole und dem ampt Schaumburg zusamenkemen", von wo man in zwei Tagen bis an den Rhein streifen könnte zu einer Fähre, die im Jahr nicht über zweimal benützt und zwar allein von der Pfalz, „wann sie auf die jagd ziehen will", sodass man sich dort keiner Ueberfahrt versieht; die Schiffe dazu könnte man unvermerkt auf die neue von G. H. erfundene Manier dorthin schaffen. „Weil dann des schloss Heidelberg gelegenheit pfalzgraf G. Hansen F. Gn. wol bewust und mit dero neuen inventionen ihnen nit entgehen kan, so konte zugleich mit einnehmung in under- schiedlichen örtern der heuser dieser hauptstreich mit einnehmung Heidelberg und der fürstlichen personen auch fürgenomen werden' 1 . Unter den Plätzen sind die wichtigsten ein Haus zu Kaub und ein sehr festes Haus zu Bacharach gehörig, das „jetzt nit geachtet, auch nit mit über fünf personen verwacht würt". Um das desto unvermerkter zu Verrichten, hat G. H. einen Platz am Rhein vom Grafen von Wied gekauft, wo er eine Festung anzulegen vorhat, um desto näher beim spanischen Sukkurs zu sein und dort den Zoll i ach K. Maximilians Zusage desto besser einrichten zu können. Von dort könnte man „under einem schein der bauleut und schanzgräber" den Anschlag gegen die zwei Häuser ausrichten; bei Kaub ist ein Turm im Rhein, auf dem nicht über fünf Personen sind, für dessen nächtliche Ueberrumpelung G. H. von Parma zwei ,,ausleger" zu kaufen wünscht. Mit zwei weitem Auslegern könnte man oberhalb Germersheim in G. H. Amt Guttemberg einen „wert, so am Rhein ligt", gewaltig fest machen und damit Strassburg und der Pfalz den ganzen Pass auf dem Rhein verschliessen. Auch Lothringen wurde bereits angedeutet, dass man durch eine Schanze und Landgraben im Amt Guttenberg den Zug der Reiter und Knechte verwehren und Lothringen den unvermerkten Zuzug von Volk „von Pitsch aus durch die grosse gewäld" ermöglichen könnte; wodurch auch Germersheim zu zwingen und den Schweizern der Weg herunter zu verlegen wäre. Auf der andern Seite könnte dann M. Eduard Fortunatus von Baden mit seiner angefangenen Festung und mit Hülfe der österreichischen Lande und des Bischofs von Strassburg den Pass mit geringem Volk vollends sperren. Ausserdem ist aber der verstärkte Haufen des Pf. G. H. mit heimlicher Hülfe Spaniens zur Rekuperirung von Metz aufzustellen, mit welchem man dann beide Streiche vornehmen könnte, wobei man „under dem gueten schein Metz zu bekommen zu dem Vaterland" um so besser Kriegsvolk werben kann und überdies die Hugenotten, von denen ein Teil in Folge der unter K. Maximilian vorgewesenen stratagemata G. H. anhängen werden, getrennt werden; endlich wird dadurch ein Kriegshaufe in Frankreich erhalten und der K. von Navarra an zwei Orten, abgesehen von Savoien, beschäftigt, so dass er Parma um so weniger Widerstand tun könnte. Hinweis auf die Erfindungen, den Verstand, die Erfahrung des Pf. 486-488. 1591 461 ß r H-, der, falls man ihn aus der Hand Hesse, gezwungen wäre, sich taliter qualiter mit Kurpfalz zu vertragen, endlich auf die Sicherheit seiner Gesinnung, da er sich auf R. Tagen und sonst des Kaisers, des Hauses Oesterreich und Spaniens angenommen hat „mit grossem undank aller protestirenden fursten, also das I. F. Gn. sich aller derselbigen ratschleg enteusseren, auch numer von ihnen Selbsten als guet spanisch, wie sie I. F. Gn. nennen, aus ihrem rat ausgeschlossen". Brüssel, socr. all. reg. 480, p. 228. Cop. (mit A bezeichnet). 487. Bennonius an Pfalzgraf Philipp Ludwig, (Februar) (Köln) P. S. [Brief fehlt]......Hörte von einem Vertrauten, des jungen Herrn Gemahlin schicke Briefe und Packete an den hiesigen spanischen Faktor oder Agenten Pignorando zur "Weiterbestellung. Bittet „diss alles dem dem feur zu befehlen". Ao. 82 im Anfang des kölnischen Kriegs bat in ein Verkundschafter als bei der S. Liga in Ungnade gefallen um Empfehlung an den alten Kurf. Truchsess für eine Schreiberstelle, „auch I. Ch. Gn. viel secreta anzumelden"; war in allen Sprachen versirt; „hab ime domalen Urias briefe mitgeben", worauf er eingezogen wurde, aber wohl durch Hülfe seiner Mitgesellen bald ausbrach; „den ich darnacher neben unserem Reverendissimo, auch folgens bei einem spanischen capitein im kutzwagen sitzend gesehen habe. Dieser gesell hat mir angezeigt, das. die Liga an allen ortern, furstenhoveu und bei- kumpsten leute hab, so alles, was vorkumpt, offenbaren; ausserhalb 3 fursten sein im reichs, die er doch nicht nennen wolle, daeher Liga nichtz vernehmen könne". Er teilte das damals dem Kf. von der Pfalz als dessen Diener und Rat mit; der Kf. befahl ihm den Mann zu rekommandiren, „sie wollten ime die bicht hören laissen; wolte mir aber nicht glucken". . . Mc. Neub. Korr. I, Eigü. 488. Torgauer Unionsakte. 1 Februar („Notul der aufgerichten verstendnuss".) Torgau Johann Casimir Vormund und Administrator der Kurpfalz, Kf. Christian von Sachsen, Kf. Johann Georg von Brandenburg, Joachim Friedrich postulirter Administrator des Primats und Erz- 1 Vgl. die Auszüge hei Muffat, S. 8—12 und Ritter I, 713 ff. (vergleichende Zusammenstellung der Torgauer Akte mit den späteren Unionsakten bis zum Vertrag von Ahausen 1608); hiezu ebd. 44 ff; Archiv, f. sächs. Gesch. VII, 310 f; Z. f. preuss. Gesch. V, 108 f. Ueser die eingreifenden Abänderungen der Torgauer Akte bei dem nächsten auf engerer Basis geplanten Unionsentwurf zu Heilbronn (1594) und über die Rückkehr zu dem Muster des Torgauer Bundes auf der Versammlung zu Amberg (1596) vergl. Ritter a. a. 0. 75 ff; 95 ff. — Auf Uebereinstimmung der Torgauer Akte mit der Notel des Landsberger Bundes vom 1. Juni 1556 (vgl. hiezu No. 290) ist im Folgenden hingewiesen. 462 1591 488. Februar stifts Magdeburg, Markgraf Georg Friedrich von Brandenburg Heinrich Julius postulirter B. des Stifts Halberstadt und Herzog von Braunschweig-Lüneburg und die LL. Wilhelm, Ludwig und Georg von Hessen tun kund für sich, ihre Erben und Nachkommen: Der Rel. und Profanfriede sowie andere Ordnungen und Satzungen des R. bestimmen, dass jeder sich mit dem Recht begnügen und alle Tätlichkeit unterbleiben soll; handelt jemand dawider, so sind die R. Stände schuldig einander mit der Kreisoder Exekutionshülfe wirklich beizuspringen. Aber der Rel. und der Profanfriede und alle andern B. Abschiede, besonders die Exekutionsordnung werden derart in Missverstand gezogen, dass man sich auf eine beständige Hülfe fast gar nicht verlassen kann, ausserdem von vielen tätlich überschritten und verletzt, während die seit Jahren beschwerten gehorsamen Stände ohne die verfassungsmässige Hülfe gelassen und von einem R., Kreis- und Dep.-Tag auf den andern vertröstet werden, wie noch neulich der Dep. Tag zu Frankfurt ohne Abschied auseinander ging. Die Läufe erzeigen sich an mehr als einem Ort nicht wenig sorglich und gefährlich und etliche dürfen sich den R. Ordnungen und kais. Befehlen zum Trotz unterstehen mit Einfällen und Einlagerungen das R. anzustechen und die Stände zu verderben. Wird dem nicht vorgebaut, so werden etliche ausserhalb und innerhalb des R. nicht unterlassen solche Tätlichkeiten noch zu steigern, eine Unruhe nach der andern im R. anzurichten und die friedliebenden Stände zu überziehen, besonders aber die göttliche Wahrheit und das helle Licht des Evangeliums und alle seine Bekenner zu dämpfen und zu verfolgen. Man könnte dermaleins auch wider die Stände der A. C. ohne einigen unterschied allerlei unternehmen und das ganze R. den Ausländischen zum Raub werden, da diese friedhässigen Leute sich nicht mit der Unterdrückung des Evangeliums begnügen, sondern auch vornehme Fürstentümer und Städte vom R. abzu- reissen und die ganze R. Verfassung über den Haufen zu werfen trachten werden. Daher ist es hoch von Nöten, dass etliche friedliebende und den R. Ordnungen nachkommende Stände Mittel und Wege treffen, um denjenigen, die sie gegen solche R. Ordnungen beschweren oder betrüben wollen, männlich zu begegnen und sich bei ihrem Recht zu behaupten. Am sichersten wäre die Beiziehung aller oder der meisten Stände der A. C. Da dies aber „bei den allgemeinen ständen" sehr schwer zu bewerkstelligen wäre und die Sachen am Besten „in der enge" traktirt werden, wurde für gut befunden es für diesmal bei den obengenannten Fürsten zu lassen und erst nach Aufrichtung der Verständniss andere beizuziehen. Daher haben sich die obigen Fürsten dieser freundlichen Verständniss wohlbedächtig verglichen, weder dem Kaiser, dem sie allen untertänigsten gebührlichen Gehorsam zu leisten schuldig, noch irgend einem Stand des R., der sich dessen Ordnung gemäss erzeigt, „als denen wir mit allen guten nachbarlichen willen zugetan", noch sonst einem Menschen zuwider, dem Rel. und Profanfrieden u. a. R. Konstitutionen nicht zum Abbruch, sondern zur Bestärkung und zu besserer 488. 1591 463 Erhaltung von Frieden und Einigkeit im R., wie dgl. Verstand- Februar nisse auch früher im Reich aufgerichtet, „als libhaber und gehorsame stende des reichs teutscher nation, unsers geübten Vaterlands, zu befurderung gemeiner wolfart, auch zuvorderst zu gottes ehren, erhaltung und fortpflanzung seiner göttlichen warheit, wie dieselbe aus gottes wort in der A. C. und dern Apologia begriffen, dabei wir dan durch die gnade gottes zu bleiben gedenken, und unsern landen und leuten, auch denen stenden, so sich mit uns künftig vereinigen werden, zu fried, ruhe, schütz und schirm", kraft dieses Briefs, wie folgt. „Und erstlich, 1 so ist bedacht, das wir die unirten stende die zeit der gegenwertigen vorainigung und sonsten einander sambt und sonderlich mit guten rechten und ganzen treuen meinen, haben, halten und furdern", nichts Unfreundliches gegen einander vornehmen, keiner dem andern oder dessen Untertanen „umb keinerlei Ursachen willen, wie sie namen haben mögen oder zu was schein das geschehen möchte" bekriegen, überziehen oder beschädigen ,durch uns selbst oder andere von unsertwegen", dass keiner des andern Feinde und deren Helfer und Helfershelfer wissentlich bei sich aufnehme oder ihnen Vorschub leiste," sondern jeder den andern beim Land- und Rel. Frieden und Exek. Ord. bleiben lasse und dabei handhabe, die sie wie auch die goldne Bulle stets in Acht haben wollen. Den Erbeinigungen und dem Kff. Verein soll gleichfalls durch das Folgende nichts derogirt werden. Alles Folgende soll zu Erhaltung von Frieden und Ruhe im R. und Handhabung der R. Satzungen und gegen keinen Stand des R., der sich den R. Ordnungen gemäss erzeigt und niemand belästigt, gemeint sein, sondern nur „zur gegenwehr, rettung und entschuttung unbüliches gewalts", und andern, so lange man von diesen in Ruhe gelassen, keine Ursache zu Widerwillen gegeben werden. „Da aber der unirten stend einer mit gewalt feindlich oder sonsten tetlichen überzogen und zur ungebur in mangel anderer gutlicher entscheidung heimbgesucht oder benachteiligt werden wolte, so soll alsdann hiezu als einer notwendigen und von gott, natur und rechtswegen billichen defension gegriffen werden, wie den auch keiner dies wolgemeiut werk zu misbrauchen noch seine Privatsachen aus aignen affecten und bewegnüssen dahierein zu ziehen gelegenheit nehmen soll". Bei Irrungen zwischen den vereinigten Ständen bleibt es bei den sonst im R. gebräuchlichen Austrägen. Zwei oder drei Stände sollen zwischen den Streitenden gütlich handeln und falls dies ohne Erfolg bleibt, die Parteien „an den ort, dahin sie gehören, zu ordentlichen rechten weisen"; wobei jede Tätlichkeit von Seite der Parteien zu unterlassen ist, ausser wenn eine Partei die andere durch Pfändung oder dgl. Handlung zur Handhabung ihres erlangten' Rechts mit den rechtlich zugelassenen Mitteln nötigen würde. Weiterungen wegen solcher Pfändungen sollen die andern Stände in der Güte zu begleichen suchen. 1 Vgl. Landsberger Bundesnotel Teil I § 1 (Häberlin XVII, S. XII f.) 2 Vgl. L. B. N. I § 3 (ebd. S- XIV f.). 464 1591 488 Februar rj m De j dieser Devensivvereinigung gegen eindringende Gewalt gefasst zu sein, muss vor allem ein „nervus rerum gerendarum" zusammengelegt werden. Daher soll „ein jeder unter uns" binnen zwei Monaten nach Vollziehung dieser Verständniss 1 auf einem vou Sachsen zu benennenden Tag 20 Monate an Geld in guter Münze nach dem einfachen Römerzug und dem R. Anschlag erlegen, J. C. Ansbach und die drei Landgrafen beim Rat zu Giessen, Sachsen' Brandenburg, Magdeburg und Braunschweig beim Rat zu Leipzig zu geheimer Verwahrung und gegen Revers; in den ersten vier Jahren sind dann je 4 Monate, in den übrigen elf je 2 Monate nachzuschiessen. Beim Beitritt weiterer Stände vielleicht noch Magdeburg als Legstatt zu gebrauchen. Ueberkommt einer der Unirten mehr Lande und Leute, die in der Vereinigung mit einbegriffen sein sollen, so zahlt er dafür nach der R. Matrikel, „soviel es bis uf die zeit, so die lande in die vorstendnus kommen, aus- tregt". Da es unbequem wäre jedem einen Schlüssel zum Vorrat zuzugestehen 2 , so sollen die drei kurf. Häuser, sowie der Ausschuss Braunschweig und Hessen jedes einen Schlüssel erhalten „und einer ohne den andern darzu nicht kommen", sowie bei jedem Termin Abgesandte der obigen Stände der Einnahme und Auszahlung beiwohnen; Pfennigmeister für Leipzig Christoph Kohlreuter, für Giessen der Kammermeister zu Kassel Heinrich Gesburgk. Sollte einer der Unirten „oder dessen lande und leute, so wir haben und uns künftig von recht, natur und billigkeit wegen zufallen oder wir sonsten erlangen möchten," gegen Billigkeit und Recht oder die R. Konstitutionen von jemand, „wer der were'", gewaltsam überfallen, beschädigt oder beschwert werden und die Anlagen nicht ausreichen, so soll jeder Stand schuldig sein binnen 6 Wochen nach der Anmeldung mehrere Monate zu erlegen „damit dis werk beharrlich sein und man sich nechst gott darauf zu verlassen haben möge; und da die hülfe zu schwach, soll die- selbige uf erkentnus und gutachten des obersten und ausschuss, darauf künftig geschlossen werden möchte, erhöhet und darauf unwegeriich erlegt werden." Ist ein Stand bei Bezahlung der Anlagen oder des Nachschusses säumig, so haben Oberst und Ausschuss zu mahnen und das Fehlende einzutreiben. Ebenso soll es betreffs der Kontribution mit den künftig Beitretenden gehalten werden; mit nicht reichsunmittelbaren Städten ist nach ihrem Vermögen Vereinbarung zu treffen. Da die erste Anlage nicht genügt, um jetzt auf eine bestimmte Zahl Kriegsvolk zu schliessen, ist die Ernennung „eines ansehnlichen haubts" zum Generalobersten und Leutnant „aus unserm mittel" sowie eines Feldmarschalks u. a. Befehlsleute bis zum Beitritt weiterer Stände und Verstärkung der Anlage zu fernerer Vergleichung ausgesetzt worden. Geschütz, Artillerie und Munition sollen dem Angegriffenen, der selbst damit nicht genugsam versehen, von den Nächstgesessenen ,,auf gemeine Darlag" verschafft und Schaden an den Geschützen sowie Auf- 1 Vgl. L. B. N. II § 4 (ebd. S. XXVI). 8 Wie es in der Nebenverschreibung des L. B. vom 1. Juni 1556 geschehen war (ebd. S. LV). 488. 1591 465 wand an Munition, Fuhre u. s. w. dem Stand, der sie beschafft Februar oder vorgestreckt hat, von den Unirten ersetzt werden. 1 Jeder soll seine Lande und Leute, Schlösser und Festungen, „bevoraus wann sich gefar ereignet", in guter Verwahrung und Rüstung mit Leuten, Büchsen, Pulver u. s. w. halten 2 und kein Stand seinen Untertanen gestatten sich „in eine uns wiederigen herren oder stende kriegsbestallung" einzulassen, sondern sie, wenn es geschehen, ungesäumt abfordern. Was die Hülfleistung selbst betrifft, 8 so hat der Unirte, der gegen Rel. und Landfrieden überzogen oder belästigt wird, zunächst um Kreishülfe zu ersuchen, sich selbst, so stark er kann, zu verteidigen und dies dem Obersten ,,oder inmittelst den andern stenden insgesambt" ausführlich in Schriften anzuzeigen. Lassen sich die Beschwerungen durch Oberst und Ausschuss oder gesammte Stände durch Schreiben, Schickungen oder andere trägliche Wege abwenden, was stets auf gemeine Kosten versucht wersen soll, so ist fernere Hülfe unnötig. Versagt aber die Güte und befinden Oberst und Ausschuss, „das dem beschedigten billig kör und wandel geschehe", so soll in aller Eile durch Obersten und Ausschuss oder gesammte Stände einstimmig oder nach Mehrheit (bei Stimmengleicheit durch den Obersten, der iu diesem Fall 2 Stimmen haben soll) 4 Beschluss gefasst und sofort zum Vollzug geschritten werden. Im Ausschuss haben die drei Kff. sowie Braunschweig und Hessen je ein Votum; für weitere Beitritte kann noch je ein weiteres Votum für Fürsten und Städte eingeräumt werden. Bei diesen allen steht die Direktion des ganzen Werks, namentlich die Erhöhung der Hülfe und die Ueberwachuug der Auszahlung des Gelds für Werbungen durch ihre Bevollmächtigten, die anstatt aller andern „diesem actui beizuwohnen". Ist die Sache sehr eilig und die widerrechtliche Vergewaltigung eines Unirten offenkundig, so darf der Oberst die an ihn gewiesenen Befehlshaber ohne Verzug aufmahnen, werben und Hülfe leisten, doch mit Benachrichtigung der Kff. und des Ausschusses fund mit ihrem Rat und Beistand für die fernere Durchführung der Defension. Ist aber die Gefahr so eilig, dass der Oberst oder die Stände nicht zeitig genug versammelt und die Hülfe nicht schnell genug aufgebracht werden kann, so soll der Bedrängte sich nicht nur mit seinem Kontingent gefasst machen, sondern auch mit Vorwissen und auf Moderation und Erkenntniss des Obersten und Ausschusses Kriegsvolk auf gemeine Kosten zu seiner Rettung aufbringen. 5 Erweist sich die nach Mehrheitsbeschluss ins Werk gerichtete Hülfe neben den Kreishülfen als zu gering, so sollen Oberst und Ausschuss zunächst die benachbarten Kreise zu Hülfe rufen, bei deren Weigerung am K. G. gebührliche Mandate erwirken und dann Macht haben die Bundeshülfe auf das Doppelte, Dreifache u.s. w. zu erhöhen, damit 1 Vgl. L. B. N. III § 9 (ebd. S. XXXVII f.). • Vgl. L. B. N. II § 9 (ebd. S. XXXI f.). s Vgl. L. B. N. II § 2 (ebd. S. XX f.). 4 Vgl. ebd. S. XXIII. 6 Vgl. ebd. B e z o 1 d, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. 11L 30 466 1591 488. Februar die vorige Hülfe nicht vergeblich sei. 1 Werden (was Gott verhüten wolle) die Unirten an vielen Orten zugleich angegriffen, so dass einer dem andern nicht helfen kann, „daraus trenaung erwachsen und das gegenteil obsigen möchte", so sollen Oberst und Ausschuss die zweckmässigste Verteilung der Hülfe „ohne einigen respect höhers oder nidrigers Standes" vereinbaren. Ist die Hülfe im Feld zu teilen und der Ausschuss oder die Gesandten nicht mehr beisammen oder in der Nähe, so beschliesst der Oberst mit seinen Zugeordneten darüber, wo die Hülfe am Nötigsten, unter sofortiger Benachrichtigung des Ausschusses und der Vereinigten, die dann über die fernere beste Verwendung der Hülfe beschliessen. 2 „Die hülfe mag das teil, deme solche zuerkant, ganz oder zum teil annemen, doch das dieselbe nach anzahl eines jeden Standes ge- burenden anteils geschehe und also die uncosten gleichmessig getragen werden". 8 Werden einer oder mehrere der Unirten gegen Profan- und Rel. Frieden „von jemanden, wer der oder die auch weren oder sein möchten", derart vergewaltigt, dass sie weder die Bundes- httlfe abwarten noch für sich selbst aufkommen können, sondern sich mit dem Feind vertragen müssen, so soll ein solcher Vertrag den Unirten nicht im Weg stehen, sondern Oberst und Ausschuss oder gesammte Stände auch ohne Ersuchen der Beschädigten gegen den Beschädiger vorgehen, als wäre die Sache nicht vertragen, und sich mit dem Feind nicht eher vergleichen, als bis dem Beschädigten das Genommene zurückerstattet oder der Schaden vergütet ist, „daran er billich unseres erachtens ein gnugen habe". 4 Die Unirten sollen insgesammt und jeder für sich in und ausserhalb des R. gute Kundschaft haben und jeder, was er über gegnerische Praktiken „grundlich" erfährt, dem Obersten oder allen Ständen, besonders aber dem bedrohten Stand unverzüglich mitteilen. 6 Dem oder den Unirten, die im Gebiet der anderen Oeffnung der Schlösser, Städte und Lande nötig haben, mit oder ohne ihr Kriegsvolk, ist dies „auf der vereinigten costen" während der Dauer dieser Ver- ständniss zu bewilligen, doch nur in Sachen diese Einigung betreffend und im Notfall. Die, welche die Oeffnung verstatten, sollen gehalten und verteidigt werden, als ginge es sie selbst an. Die, welche die Oeffoung suchen, sollen dagegen des Orts auf ihre eignen Kosten ohne Beschädigung des Verbündeten und bei Belagerungen und sonst sich dermassen halten, als ob sie desOeffnenden eigenes geworbenes Kriegsvolk wären und als beschützten sie ihr Eigentum. Ausgenommen sind die Festungen, in denen jeder Stand nur die andern Stände in Person und deren vornehme Diener sammt Hab und Gut aufzunehmen schuldig ist. 0 Von dem, was die Unirten mit der auf ihre Kosten geleistete Hülfe gewinnen, 1 Vgl. L. B. N. II § 5 (S. XXVIII f.). * Vgl. L. B. N. II § 6 (S. XXIX f.). 8 Vgl. L. B. N. II § 8 (S. XXXI). 1 Vgl. L. B. N. II § 10 (S. XXXII f.). c Vgl. L. B. N. III § 8 (S. XXXVII f.). 6 Vgl. L. B. N. III § 10 (S. XXXVIII f.). 488. 1591 467 gehftrt nur die fahrende Habe zur gemeinen Beute; Städte, Februar Schlösser, Festungen, andere liegende Güter, grosses Geschütz u . 3. w. sollen unter die Stände nach der Höhe ihrer Kontribution verteilt werden. Gefangene sollen in gleichem Mass gegen einander ausgetauscht oder sonst ausgelöst werden. 1 Zurückeroberte Städte, Schlösser, Festungen, Güter eines Unirten sollen diesem ohne weitere Auslagen oder Verlust von seiner Seite eingeräumt werden. 2 Gewinn durch Brandschatzung u. dgl. soll für gemeine Kriegskosten verwendet werden. Keiner darf für sich einen Feldzug oder Belagerung oder etwas, daraus Krieg erfolgen möchte, vornehmen ohne Wissen und Willen des Obersten und Ausschusses, bzw. der gesamraten Stände. Der Generaloberst oder in dessen Abwesenheit der Generalleutnant und der Ausschuss dürfen mit Vorwissen und Willen des Beschädigten den Krieg durch einen nützlichen Frieden beendigen. Gefangene dürfen nicht ohne Vorwissen des OBersten und Ausschusses losgelassen werden, „jedoch den künftigen kriegsbestallungen disfalls unabbruchig". Diese Einigung soll 15 Jahre von der Vollziehung an in Kraft bleiben. Wollen nach Ablauf dieser Zeit einer oder mehrere nicht darin bleiben, so soll ihnen das kontribuirte Geld wieder erlegt werden, unter Abzug ihres Anteils an den inzwischen erwachsenen Ausgaben; „jedoch mit dieser erclerung: 8 were es sache, das ein stand vur ausgang dieser ainignng die obberurte hülfe geburlich erforderte oder, sonsten die not uf ihme hette, obwohl in mittler zeit diese verstendnuss zum ende laufen wurde, soll doch disselbe verainigung nichts desto weniger in kreften bleiben und sich keiner doraus ziehen, bis diselbe gewalt von dem beschwerten und beschedigten stände wiederumb vermöge dises verstendnus abgewandt worden". Sonst soll die 15 Jahre über jeder Stand für sich und seine Nachkommen zu der Verständniss verbunden sein und sich jederzeit derselben gemäss erzeigen. Was den Administrator von Magdeburg oder die andern Stifter betrifft, „wollen und sollen wir bei dieser vorstendnus so lange verharren, als das erzstift oder unserer söne einer solche stifte innenhaben''; kommt es aber gänzlich „von uns oder der anderen erben"; so können die Erben das kontribuirte Geld, soviel das Stift belangt und dessen noch vorhanden, zurückfordern. Wird aber von den Ständen des Stifts eine Kontribution bewilligt, fso soll es bei dieser Verständniss, „so lang die weret", bleiben. Ein oder zwei Jahre vor Ablauf der 15 Jahre sollen Oberst und Ausschuss zusammengefordert und darüber, ob und auf wie lange der Bund erstreckt und erneuert werden soll, weitere Vereinbarung getroffen werden. Tritt ein Stand in andere Einigung, Schutz und Schirm, so soll dabei diese Verständniss stets „mit klaren Worten excipirt und dagegen im geringsten nichts furgenommen werden". Endlich sollen Vereinigten Stände auf Erfordern des Obersten jährlich wenigstens einmal ihre vertrautesten und auf dies Geschäft 1 Vgl. L. B. N. III § 13 (S. XL). 2 Vgl. L. B. N. Hi § 12 (S. XL). 3 Vgl. L. B. N. IV § 4 (S. XLV). 30* 468 1591 488-489. verpflichteten Räte zusammenschicken, zur Beratung über vorfallende Mängel oder andere hieher gehörige notwendige Sachen und zur Vereinbarung eines gewissen Abschieds „bis an die herren". Dies soll aber, da sonst bei künftiger Ausdehnung des Bundes Weitläufigkeit und Aufsehen entstehen würde, auf die beschränkt bleiben, „so dis werk, wie obgemelt, zu dirigiren haben". Andere Stände dürfen die Ihrigen zu einem solchen Tag abordnen, falls sie etwas dort zu berichten haben, und es sollen alle jederzeit über den Verlauf der Verhandlungen vollständigen Bericht erhalten. „Solches alles haben wir obgenannte chur und fursten uns miteinander vor uns, unsere erben und nachkommen, wie obgedacht, zu halten und zu handhaben bei unsern fürstlichen ehren, wirden und waren worten, auch bei guten treuen und an eids stat einander vorsprochen und zugesagt, treulich und ungeverlich. Dessen zu urkund haben wir diese vergleichung mit unsern aigenen banden underschrieben und unsern secreten becreftigt. Geschehen und geben zu."* Berlin. Unions Acta X. Cop. 3.Februar489. Erster Nebenabschied des Konvents zu Torgau. 1 Torgau Sachsen, Pfalz, Brandenburg, Magdeburg. Ansbach, Braun- schweig-Lüneburg [!] und die drei Landgrafen haben einen Konvent besonders verpflichteter Räte und Diener zur Verhandlung und Beschlussfassung über den zwischen Sachsen und Pfalz zu Plauen am 20. Febr. 90 verglichenen Abschied auf den 20. Jan. hieher angesetzt und die Räte nach Mitteilung der Ursachen und derZulässig- keit eines solchen im R. nicht ungewöhnlichen vertraulichen Verständnisses, das nur zur Befestigung des Rel. und Profanfriedens und Erhaltung der Freiheit des Vaterlands und gegen niemanden offensive gemeint ist, beauftragt die auf fernere Vergleichung ausgesetzten Punkte des PI. A. und etliche ändere Artikel, derentwegen Bedenken vorgefallen, zu beraten, in eine Notel zu fassen und bis auf Vollziehung durch die Fürsten zu Papier zu bringen, besonders aber den Anschlag wegen der jetzt und künftig zu erlegenden Kontribution, ferner die Beiziehung anderer Stände, die Bestimmung des Obersten und Leutnants, die Zuständigkeit der Entscheidung bei eintretenden widrigen Fällen u. a. richtig zu machen; mit dem Beifügen, dass auf Gutachten anderer Fürsten, besonders J. C. Sachsen für diesmal das dem Herkommen nach Kurpfalz gebühreude Direktorium dem gemeinen Werk zum Besten auf sich nehmen wollte, ohne jedes Präjudiz für Pfalz. Indem nun die Räte das Werk im Namen der heiligen Dreifaltigkeit vornahmen, ereignete sich gleich im Anfang die Weigerung des * Eigh. Unterschriften von: Dohna, Cullmann, Kauffmann, Krell, Bünau, Weihe, Eibbek, Arnim, Distelmaier, Wulffen, Merkbach, Büttner, Wrede, Götze, von der Lippe, Wersebe, Hundt, Eiedesel. 1 Vgl. den Auszug bei Muffat S. 12 ff.; hiezu Ritter I, 46; Z. f. preuss. Gesch. V, 109. 489. 1591 469 Gesandten Ulrichs von Mecklenburg dem Werk anders als zuhörend3.Februar; und ad referendum beizuwohnen, wobei er auch unter Uebergabe Torgau seiner dahin laufenden Instruktion (A) trotz der ihm mitgeteilten Ablehnung und Bitte (B) blieb und mit Erbieten das Werk bei seinem Herrn zu befördern abreiste. Um das Werk deshalb nicht stecken bleiben zu lassen, vereinbarten die andern Abgesandten ein Couc. der Vereinigung bis auf Beliebung und Vollziehung ihrer Herren (C). Da hiebei etliche Bedenken angeregt wurden, die wegen ungenügender Vollmacht der Mehrzahl nicht in die Notel gebracht werden konnten, beschloss man sie in diesem Nebenabschied niederzulegen, behufs möglichst gleichmässiger Relation. Da bei der Versicherung, man wolle nichts dem Rel. Frieden zuwider vornehmen, von etlichen erinnert wurde, man solle dem Missverständniss vorbeugen, als wollten die Vereinigten dadurch den geistlichen Vorbehalt bestätigen: beschloss man in diesen Abschied zu setzen, das es bei dem, was bisher auf R. Tagenund sonst deshalb vorgebracht, zu lassen und dadurch des Gegenteils Meinung und Verstand ganz und gar nicht approbirt sein, sondern es für jetzt in genere bei den Worten der Notel bleiben solle: „wann nämblich wider die vorainigten stende was furgenommen werden solte". Ferner wurde beschlossen angesichts der Schwierigkeit zu solchen Traktationen allgemeine Stände zuzuziehen und weil zu dieser vertraulichen Sache in der Enge ein besserer Grund gelegt nnd das Geheimniss anfangs besser gewahrt werden kann, es zur Zeit bei den hieher eingeladenen und in der Notel begriffenen Häusern zu lassen und die Aufforderung der andern Stände A. C. zum Beitritt folgendermassen zu verteilen: J. C. soll mit den Pfalzgrafen, M. Ernst Friedrich von Baden und M. Jakobs Erben handeln; der Kf. von Sachsen mit den sächsischen Herzogen, Wolf und Philipp von Brannschweig, Wilhelm von Lüneburg und den Fürsten von Anhalt; der Kf. von Brandenburg mit Ulrich von Mecklenburg uud den Herzogen von Pommern; der Administrator von Magdeburg nebst Heinrich Julius von Braunschweig und Ulrich von Mecklenburg, „wenn S. F. Gn. darzu zu vermögen", mit dem K. von Dänemark und den Herzogen von Holstein; M. Georg Friedrich nebst den Landgrafen von Hessen mit Ludwig von Würtemberg; Hessen allein mit dem Erzb. von Bremen; Heinrich Julius von Braunschweig allein mit seinem Bruder dem B. von Verden. Diese Verhandlungen können am Bequemsten gelegentlich der nachbarlichen Zusammenkünfte und so, wie bisher mit andern Fürsten geschehen, oder auf andere fügliche Weise vorgenommen werden. Ist mit obigen Fürsten gehandelt und soviel möglich geschlossen, so könnte weiter gehandelt werden mit den vornehm- , sten Grafen (Nassau, Hanau, Hohenlohe, Lippe, Oldenburg, Schaumburg, Friesland u. a.) und, mit den Städten (Strassburg, Ulm, Nürnberg, Frankfurt, Lübeck, Hamburg, Lüneburg, Magdeburg, Erfurt, Bremen u. dgl.). Da jedoch das Anbringen bei den Städten nicht insgeheim geschehen kann, soll nach Verstärkung der Vereinigung durch mehr Fürsten über die Art und Weise des (unmöglich gleichmässig anzustellenden) Verhandeins mit den einzelnen 470 1591 489. 3.Februar Städten ferner nachgedacht werden, „und zuvorderst auch mit den Torgau grafen zu versuchen". Betreffs der Anzahl des Kriegsvolks und der Höhe der Kontribution hätten die sächsischen Räte nach Befehl ihres Herrn fleissig angehalten, dass man beim Plauischen Abschied bleiben oder es doch entweder bei 5000 zu Ross und 10 000 zu Fuss oder mindestens bei 400 zu RossTund 8000 zu Fuss lassen solle. Da aber die Mehrheit der Ansicht war, man würde dadurch andere Stände vom Beitritt abschrecken und es sei deshalb die Zusammenschiessung einer erschwinglichen, durch Zuschuss zu mehrenden Summe vorzuziehen, beschlossen die anwesenden Räte auf Ratifikation ihrer Herren, diese sollten nach Vollziehung der Notel, „wann die churf. heuser sowol auch Braunschweig und Hessen bei dieser vorainigung bleiben werden, unangesehen das noch zur zeit keine andere stende in dieselbe gebracht", jeder die auf ihn nach der Notel fallenden Summe nebst jährlichem Nachschuss an die vereinbarten Legstätten „mitbringen". Da der Anschlag Braunschweigs sich nicht auf das Stift Halberstadt und den Anteil an der Grafschaft Hoya erstreckt, obwohl diese Lande nach der R. Matrikel kontributionspflichtig sind, erboten sich die Braunschweigischen dies dem Herzog zu unterbreiten, der sich als dem Werk wohl geneigt gegen den Kf. von Sachsen deshalb erklären werde. Der Beliebung wegen sollen sämmtliche Fürsten ihre Erklärung ohne Weitläufigkeit bis Ostern an den Kf. von Sachsen gelangen lassen, der sodann die Notel zur Vollziehung herumsohicken soll; jedem Fürsten wird ein vollzogenes Exemplar zugestellt. Obwohl bis auf den Beitritt von mehr Ständen eine Legstatt für genügend erachtet wurde, ist doch, da etlichen Leipzig zur Einlieferung und besonders zur raschen Abholung in Notfällen nicht bequem erschien, ausserdem noch Giessen als Legstatt vereinbart worden. Obwohl der Kf. von Sachsen zum Generalobersten vorgeschlagen und inständig zur Uebernahme ersucht, ausserdem auch J. C, Magdeburg und Christian von Anhalt als Oberst und Leutnant genannt wurden, ist auf Entschuldigung der sächsischen Gesandten dieser Punkt bis auf fernere Vergleichung nach Inhalt der Notel ausgesetzt worden. Da die vorgeschlagene eidliche Bekräftigung der Verständniss unter so hohen Personen als nicht gebräuchlich bezeichnet wurde, blieb es deshalb bei dem, was am Schluss der Notel gesetzt wurde. Endlich sollen die Herren noch andere Räte und Diener, doch jeder höchstens sieben Personen, nach Verpflichtung zu diesem Werk gebrauchen dürfen. Dies alles nahmen die fürstlichen Räte an auf ihrer Herrn Beliebung und beurkundeten den Abschied mit Siegel und Unterschrift. „Welches geschehen ist zu Torgau den 3. februarii im fünfzehnhundert und einundneunzigsten jare". (Siegel und eigh. Unterschriften von Dohna, Cullmann, Kauff- . mann, Krell, Bünau, Weihe, Ribbeck, Arnim, Distelmeier, Wulffen, Meckbach, Büttner, Wrede, Götze, Lippe, Wersebe, Hundt, Riedesel), Berlin. Unionsacta I. f. 029 ff. Or. 490. 1591 471 490. Zweiter Nebenabschied des Konvents zu 3.Februar Torgau. 1 Tor «» u (Französische Hülfe; Frankfurter Deputationshandlung; schottische Sache.) Pfalz, Sachsen, Brandenburg, Magdeburg, Ansbach, Braun- schweig-Lüneburg [!] und die 3 Landgrafen von Hessen haben einen Konvent ihrer Räte zu Torgau vereinbart, um über fernere Hülfleistung für den König etc. sowie darüber zu verhandeln, „was uf der beträngten stende im herzogtumb Gulich und Westphalen ersuchen der jungst zu Frankfurt am Main furgelaufenen depu- tationshandlungen noch weiter furzunehmen", und wie die Schickung des K. von Schottland an etliche Fürsten zu beantworten sei. I) Obwohl die in der Beantwortung des Gesandten der K. von England angedeutete Schickung und Erklärung des K. von Frankreich noch nicht eingetroffen ist, wurde doch, da der König sich zweifellos aller Gebühr erklären und einen deutschen Fürsten zu der bevorstehenden Hülfe gebrauchen wird, für diesen Fall beschlossen dem K. zur Aufbringung einer bestimmten Anzahl Kriegsvolks mit einem Anlehen zu willfahren. „Wir die Pfälzischen" bewilligten zuerst 20 0O0fl. und erboten sich eine etwa von andern geforderte Erhöhung auf 25000 bei ihrem Herrn zu vertreten; die Sächsischen 28 000 sowie Beförderung einer Erhöhung auf 30 000 bei ihrem Herrn; die Brandenburgischen die noch nicht erlegten 15 000 Taler des vorigen Anlehens sowie Befürwortung der Erlegung von 20000 fl. „in einer summa" bei ihrem Herrn; die Hessischen 10 000 fl., sowie auf Anhalten der Sächsischen eine Erhöhung um weitere 10 000 fl., falls die anderen Stände nach eines jeden Vermögen erhöhen würden; Magdeburg 10 000 fl. „nachstandes und sonsten", sowie Ansuchen um Erhöhung bei ihrem Herrn; Ansbach und Braunschweig, da nicht hiefür bevollmächtigt, Relation des Vorschlags und Förderung der Sache des Königs. Wem das Geld zu überreichen, steht vornehmlich bei dem deutschen Fürsten, der werben soll; hiefür wurde von der Mehrheit Christian von Anhalt vorgeschlagen, der sich im Fall der Annahme mit Turenne zu vergleichen wissen wird. Die Fürsten werden die Werbung im Namen des K. nicht nur gestatten, sondern behufs Aufbringung tüchtiger Kriegsleute und wo möglich unter den Fürsten gesessener Befehlshaber bei ihren Untertanen und sonst nach Kräften befördern und Werbungen für die Gegner des K. verhindern. Den Anschluss an dieses Werk sollen betreiben: J. C. bei Ernst Friedrich von Baden (zugleich für dessen Bruder Georg und M. Jakobs Erben), Strassburg und Frankfurt; Sachsen hei seinen Vettern, Wilhelm von Lüneburg, den Städten Erfurt und Lüneburg; Brandenburg bei Mecklenburg und Pommern; Magdeburg bei Dänemark, Holstein und Stadt Magdeburg; Ansbach bei 1 Vgl. Ritter, Br. u. A. I, 19. 472 1591 490. S.FebruarUlm und mit Hessen bei Würtemberg; Hessen allein beiErzb. von Torgau Bremen, Nürnberg, Stadt Bremen; Braunsehweig bei Hamburg und Lübeck. Anzahl des Kriegsvolks, Ernennung des Haupts, Munition Lauf und Musterplatz u. s. w. auf Vergleichung Turenne's mit den Fürsten, besonders mit dem fürstlichen Führer des Kriegsvolks verschoben. Angesichts der^ jetzigen Lage des K. wird diesem „vollend uf ire Versicherung getrauet"; womöglich Mit- unterzeichnuag der Assekuration durch die Fürsten des kgl, Geblüts zu erwirken. „Von dieser bulf aber soll ganz und gar nichts gemeldet sondern allein S. K. W. derwegen avisiret und zu I. K. W. bedenken gestelt, was sie sich wegen des herauszihens oder schickens nach dem teutschen kriegswolk zu verhalten." Die Werbung möglichst geheim zu halten „und etwa ein anders furzugeben" und der Zug so bald als möglich ins Werk zu richten. Ob England und die Staaten von Holland und Seeland zu benachrichtigen und ob auch die Schweizer zu ersuchen oder was sonst die Notdurft des Werks mehr erfordert, wird den Fürsten mit Tourane und dem englischen Gesandten nach Anhörung ihrer Werbung zu traktiren anheimgestellt. Da zwar über den Verlauf des Frankfurter Dep. Tags „unter uns" geredet wurde, seither aber ein Ansuchen der westfälischen und jülichisehen Stände nicht erfolgt ist, beschloss man hierauf oder auf die kais. Beantwortung der eingebrachten Relation zu warten, daneben aber ausführliches Sehr, oder Schickung an den Kaiser im Namen aller Fürston zu vereinbaren, worin der ganze Handel auszuführen und der Kaiser auf die R. Ordnungen nochmals anzugehen wäre. Sonst sollen die bedrängten Stände auf ihr Anhalten und Erbieten, „darauf es dan sehr beruhen wurd", den R. Ordnungen nach besebieden werden. „Und wann J. Ch. und F. Gn. dorauf der kreishulfe halben ersucht oder von I. Mt. resolution einbracht wurd, so wolten I. Ch. und F. Gn. sich alsdann ferner erzeigen, oder da es etwa bedenklich fallen möchte, sich in den kraisen oder sonsten mit einander nach gelegenheit und befindung derwegen vorgleichen, damit gleichwol die betrengte stende nicht hulflos gelassen werden möchten." Zuletzt wurde der Entwurf einer Antwort auf die Schickung des K. von Schottland verlesen ; da aber etliche Stände Bedenken erhoben, soll das Conc. durch die sächsischen Räte durchgesehen und wenn nötig, abgeändert, das Sehr, herumgeschickt und nach Vollziehung durch die Beschickten dem K. zugesandt werden. „Geben . . zu Torgau den dritten februarii im funfzehen hundert und ein und neunzigsten jare." (Besiegelt und unterschrieben von: Dohna, Cullman, Kauff- mann, Krell, Bünau, Ribbeck, Weihe, Arnim, Distelmeier, Wulffen, Meckbach, Büttner, Wrede, Götze, Lippe, Wersebe, Hundt, Riedesel). Berlin. Unionsacta I. f. 5i7 fl. Or. 491. 1591 473 491. Entwurf eines Ansohlags für das Unionsheer. 1 (Februar) „Der acht chur und fursten, so sich eines gewissen vorstendnus mit einander vergleichen sollen, ganzer anschlag vermöge der reichsmatricul, tut ein monat": 483V» zu Ross, 20687» zu Fuss. Pferde mit 12 multiplizirt: 5082 Pferde auf jedes Pf. monatlich: 20 fl. 1 Monat: 116 040 fl. 3 Monate : 348 120 fl. Dazu je 10 fl. Anrittgeld: 580 20 fl. Summa für 5082 Pf. 3 Monate Sold und Anrittgeld: 406 140 fl. Fussknechte mit 12 multiplizirt: 12411 Knechte, auf jeden Knecht monatlich 10 fl. 1 Monat: 124110 fl. 3 Monate: 372 330 fl. Dazu je 1 fl. Laufgeld: 12 411 fl. _____________ Summa für 12 411 Knechte 3 Monate Sold und Laufgeld: 348 741 fl. Reiter und Knechte zusammen: 790 881 fl. Dazu auf Artillerie und Rundschaft den 3. Teil der Kriegskosten gerechnet, wie in allen Zügen gebräuchlich: 395 4407* fl. Summa Summarum: 1186 32172 fl.' „Do zu solcher summa nachfolgende stende nach dem reichs- ansschlage contribuirten, trüge es einem jeden aus, wie folgt": Kurpfalz 167 067 fl. Kursachsen 237 215 Kurbrandenburg 197 613 Magdeburg 108 864 Ansbach 91674 Braunschweig 189 7787» Mecklenburg 57 330 Hessen 136 800 1 Dieser Anschlag bezieht sich nur auf die acht in Torgau vertretenen Fürstenhäuser, während der hessische Anschlag No. 492 auch die noch weiter beizuziehenden evang. Fürsten in Rechnung bringt. ■ Vgl. hiezu die Berechnung der Frankfurter Tagsatzung vom Febr. 1599 für ein Heer von nur 16 000 Mann auf 5 Monate: 1005 250 fl. (Kit t er I, 41; 138.) 474 1591 491—492. Bei Moderation um Vs Kriegskosten für 3868 Pf. und 8274 Knechte nebst Artillerie u. s. w. i 790 881 fl. • Hiernach: Kurpfalz 111378 Kursachsen 158 130 Kurbrandenburg 131 742 Magdeburg 72 576 Ansbach 61116 Braunschweig 126 519 Mecklenburg 38 220 Hessen ■91 200 Berlin. Uuiousacta I. f. 591 f. Cop. (Februar) 492. Hessischer Entwurf eines Anschlags für das Unionsheer. „Anschlag, was uf underhaltung — 6000 pferde und — 12000 knechte sambt dem notturftigen geschutz und artelorei monatlichen laufen will": 1 6000 Pf. 96 000 fl. hohe Aemter 4 000 4 Regimenter Knechte jedes Fähnlein zu 350 M. und monatlich 2200 fl. 88 000 Geschütz und Artillerie 6 000 Ka nzlei und Kundschaft ______________ 6 000 ______ Summa 200 000 Erlegen alle in beiliegendem Anschlag begriffenen Stände' jeder nach seiner Rate vermöge des R. Anschlags, so trüge der R. Monat: 24 172 fl. 8 1 /» R. Monat 205 462 1 Ein von Kursachsen übergebener Anschlag für 6000 Pf. und 12000 Knechte auf 3 Monate berechnet die Kosten auf 303 600 + 229 860 fl. == 533 460 fl. 2 Dieser gleichfalls von den Hessischen übergebene;' „anschlag etzlicher evangelischer stende nach des reichs matricul und be- stallung" verzeichnet: Kurpfalz mit 60 Pf. und 277 F. = 1828 fl.; Kursachsen mit 207 Pf. und 668 F. = 5156 fl.; Kurbrandenburg (nebst Magdeburg) mit 124 Pf. und 546 F. = 3672 fl.; Dänemark (nebst Holstein, Stormarn und Dithmarschen), Erzbistum Bremen, die Bistümer Schleswig und Lübeck mit 86 Pf. und 245 F. = 2012 fl.;;Neu- burg, Zweibrücken, Simmern und Veldenz mit 35 Pf. und 144 F. = 996 fl.; Ansbach mit 34 Pf. und 156 F. = 1032 fl.; Wolfenbüttel Lüneburg, Grubenhagen, die Bistümer Hildesheim und Halberstadt mit 101 Pf. und 489 F. = 3168 fl.; Mecklenburg mit 40 Pf. und 120 F. = 960 fl.; Pommern mit 34 Pf. und 200 F. = 1208 fl.; Würtem- berg mit 60 Pf. und 277 F. = 1828 fl.; Hessen mit 50 Pf. und 260 F. = 1640 fl.; Baden mit 14 Pf. und 60 F. = 408 fl.; Anhalt mit 12 Pt. und 30 F. = 264 fl. Zusammen: 848 Pf. und 3472 F. = 24172 fl. (ebd. f. 583, Cop.). 492—493. 1591 475 welches ein kriegsmonat machet und etwas mehr. Nachdem aber mit nachfolgenden stenden noch nicht gehandelt und ganz ungewis ist, ob sie in die contribution und union zu bringen", so dass dann folgende an obigem Anschlag abgingen: Dänemark und Holstein mit 2012 fl. Pommern' 1208 Würtemberg 1828 Baden 408 Anhalt ________________________ 264 _________ Summa 5720 fl. so blieben 18452 = 1 R. Monat. „Wan nun monatlich 11 reichsmonat erlegt, so kann man ein kriegsmonat haben: 202 972 fl. und wegen dem furstentumb Hessen, wan man 8V2 monat contri- buiret: 13940 fl. Wan man aber 11 reichsmonat erlegt, so tregts den furstentumb Hessen: 18 040 fl. Da man aber zum anfang mit — 4000 zu ros und 3 regiment knechten wolt zufriden sein: tet uf die reitigen 64 000 fl. uf die knechte 66 000 uf die hohen embter 4 000 uf das geschutz und artolorei 6 000 uf die canzlei und kundschaft 6 000 Summa 146 000 fl." (Auf der Rückseite: „Anschlag uf 6000 zu ros und 12000 zu fus, item uf 4000 zu ros und 3 regiment knechte, von den fürstlichen hessischen abgesandten gemacht"). Berlin. Unionsacta I. f. 588 f. Cop. 493. Zündelin an Joachim Camerarius. ö.Februar Dresden . . „Hipparcho ad natalitios ludos 1 praeter electorem Brande- burgicum, Philippum Braunsvicensem, lantgravium Hassiae iuniorem et fratres 4 Anhaltinos nemo adfuit nee ita magnus equitum numerus. Lantgravium seniorem hoc tempore nollem decedere, quo maxime ipsius consilio et opera foret opus. Audio illum sibi ipsum male ominari in hunc annum ex astris fallique hominem cupio. 2 Helvetii, qui nimium ipsis vicini mali radices evellere debebant, in fibris quibusdam leviter vellendis oecupati videntur, et qui olim potentissimis regnis leges ferebant, reges alios restituebant eiectos, alios deiieiebant de sede regia iniuste usurpata, eo nunc redacti --------------- 1 Gemeint ist die Taufe der jüngsten Tochter des Kf., Dorothea, wobei bereits der Exorzismus weggelassen wurde, im Jan. 1591; vgl. Richard I, 82. 1 Vgl. hiezu Rommel V, 788. 476 1591 493^494. sunt, ut patriae ferendo et suramis dignitatibus cohonestando proditores se ipsos prodant et libertatem suam hostibus prostituant." 1 Bm. Coli. Camerar. XXII. Or. O.Februar 494 Pallavicino an Christian von Anhalt. Torgau Bedauert die verfrühte und gegen seinen Rat erfolgte Mitteilung von ihrer Ankunft am Hof des Kf., ehe sie um dessen Meinung wussten. Gut war es, dass sie hier blieben, von wo sie erst nach brieflicher Weisung Chr. weiter reisen werden. Sein Bote hat ihren Irrtum noch stärker erscheinen lassen; bittet sie zu entschuldigen. Weiss nicht, „se forse la venuta del Bongars non e etian- dio intempestiva; se cosi e, V. Ecc. lo rimandi pianamente indietro". Bedarf einer geheimen Unterredung von ein paar Stunden mit Chr., um seine auf das öffentliche Wohl und die Ehre Chr. gerichteten Pläne enthüllen zu können. Grüsse an den Freiherrn von Starhem- berg, der bei Chr. „tutti i propositi che io hebbi seco" anbringen soll. 2 Zerbst. Or. 1 Ueber die seit längerer Zeit sehr laue Haltung der evangel. Orte, besonders Berns in der Frage des Genferkriegs und der Unterstützung Heinrichs IV. vgl. Segesser IV, 115 ff. 2 Ueber Turennes Werbung in England, von wo er mit P. zusammen abreiste, und in Holland vgl. Thuanus CI (V. 45 f.); Anquez S. 33 ff. Am 10./20. Dez. 1590 schrieb T. an Schomberg aus Middelburg, er habe auf der Weiterreise nach Hamburg des Unwetters wegen Vlissingen anlaufen müssen und wegen der noch unsicheren Fortsetzung seines Weges dem Kf. von Sachsen berichtet (Schomberg an L. Wilhelm, Frankfurt 21. Dez., Starb. Frkr. 1590, II, Or.). Eine an Pf. Philipp Ludwig gesandte Zeitung (Mc. Neub. Korr. I) meldet, am 16. Jan. st. vet. seien T. und Pallavicino aus Holland durch das Stift Münster und das Land Hessen nach Dillenburg zum Grafen von Nassau mit 3000 Mann „convoiert" worden. Am 25. Jan./4. Febr. schickt Schomberg aus Strassburg eine Depesche an Turenne zur Weiterbeförderung an Christian von Anhalt, mit dem Wunsch Chr. und den Kf. möglichst bald sehen zu können (Zerbst, Or.) Am 3. Febr. meldet Bongars dem Camerarius aus Dresden die Ankunft Turenne's mit Coignet de la Tuilerie und Pallavicino,Vin Magdeburg (Bong ars, epp. S. 14). Turenne selbst bedauertin einem Sehr, aus Torgau vom 8./18. Febr. an Christian von Anhalt diesen nicht früher begrüssen zu können und kündigt Bongars an (ebd. eigh.). Ein förmliches Empfehlungsschr. Peucer's für T., das dieser sich erbat, an Christian von Anhalt, 10. Febr., bei BeckmannjIII, 149. Am 15./25. Febr. („ce 25 e ") schreibt T. aus Meissen an Anhalt: „Je vous anvoye les prineipaus points que j'aure ä trecter'avec S. Alt; restera seulemant ce de quoy vous seres interprete, si'lejtrouve bon, desirant avoir tant d'heur que de pouvoir lesser an l'esprit de S. Alt. une antiere assuranse de l'afection du roy et que vous puissiez assurer S. M tlS de la sienne, chose quy est la plus nescessere pour le bien de tous les vrais crestiens. Je donnerö ordre ä 'se-que mons r de Schomberg vous mande pour ces colonnels. J'iray dessandre, oü me mandös, et arivere' ä une heure apres midy" (Zerbst. Eigh.). — Vgl. Nr. 448 ; 456; 483. Christian von Anhalt scheint damals betreffs des ihm zugedachten obersten Kommandos Bedenken namentlich mit 495-496. 1591 477 |95, Pfalzgraf Johann an die evangelischen Kapitu-12. Febr. laren zu Strassburg. Zweibrücken Ersucht um Wahl seines Sohnes Friedrich Casimir auf das durch das Ableben Christophs von Sulz erledigte Kanonikat und beglaubigt seinen Kanzler Lic. Heinrich Schwebel. 1 Str. AA. 774. Or. 496- Bennonius an Pfalz graf Philipp Ludwig. 18. Febr. Köln .. Der Kaiser sei mit der Verheiratung des jungen Kf. Pfalz und Fräulein in Preussen ziemlich zufrieden. Aber die jülichischen Räte sähen es lieber mit Brandenburg. Die nächsten Freunde verhindern die hessische Sache, weil sie ihre Verwandten lieber befördern wollten. P. S. Meint, Jülich würde leicht in die Belehnung meines Sohnes mit der Grafschaft willigen. . . . „Er halte genzlich darfür, wan ich dem bischof von Coln 200 m taler verschaffe, er würde verwilligen und verschafen bei der münsterischen regier- ung, das meiner son einer damit begäbet würde". Das Stift würde nichts mehr wünschen, weil sie der A. C. zugetan. 2 Er habe von ansehnlichen Leuten dort gehört, sie hätten meinen Schwager gebeteD, auch im Ehestand das Bistum Münster zu behalten und auf die Erben zu transmittiren, „welchs ime von Ernesto widerraten". 8 Beim B. zu Köln grosser Geldmangel; werden etliche Städte zum Kauf angeboten.....Die Liga habe in allen Orten und Zusammenkünften Kundschafter, die alles was vorkommt schreiben, „ausser 3 fürsten im reich könne sie nit verneinen". Mb, 10116 f. 97 f. Eigh. Auszug Philipp Ludwigs. Rücksicht auf J. C. gehegt zu haben. Peucer schreibt ihm am 18. Februar, er solle wohl anfangs auf seine Jugend und völlige Uner- fahrenheit in Kriegssachen hinweisen, aber wegen J. C. sich keine Gedanken machen; „de Palatino (quem nepoti et pupillo suo tradidisse gubernationem fama est) non dubito, quin cum electore Saxoniae de his omnibus sit antea collocutus, et quod electori et ipsius et landgravii voluntas sit explorata." Chr. könne übrigens J. C, der seines Wissens schon vor zwei Jahren für Chr. Kommando eingetreten sei, als Feldherrn vorschlagen; lehne J. C. zu Gunsten Chr. ab, so sei es um so ehrenvoller für diesen; nehme J. C. an, so sei es für Chr. immer noch vorteilhafter unter einem solchen Führer zu dienen „quam sub altero, qni iam designarat Gels. T., quos vellet harmostas". (Beckmann III, 149 f.). Mit der letzten Andeutung ist Schom- berg gemeint. 1 Ueber Christoph von Sulz vgl. Meister S. 20. Das Votum Einsts von Mansfeld zu Gunsten des jungen Pf. am 4. März Str. ebd. eigh. Am 24. April räumte das Kapitel dem Gewählten einen Hof in Strassburg ein. 2 Zu einem Sehr, des B. vom 30. April, das hierauf zurückkommt, bemerkt der Pf.: „quod ego non credo". 3 Vgl. hierüber Lossen, der köln. Krieg II, 573 ff; Ehses- Meister, N. B. I. 1, XLIX. 478 1591 497-498. 18. Febr. 497. Blittuer an Markgraf Georg Friedrich. Ansbach Bericht über seinen auf Befehl G. F. nach dem Torgauer Konvent unternommenen Besuch in Wittenberg. Erkundigung bei den ansbachischen Stipendiaten, wie es mit der Religion dort beschaffen. Studenten ziehen weg; nur noch 1200; freie Künste fleissig getrieben; die Theologen des Calvinismi sehr verdächtig. Charakteristik einzelner Professoren (Petrus Colminus, D. Pierius u. a.), ihrer Angriffe auf das Luthertum (,,doch dürfen sie mit der sprach nicht recht heraus"), ihrer Abendsmahlslehre. Weiter Nachfrage zu Leipzig, wo noch die alten Theologen, nur ein neuer, der auf den calvinischen Schlag predigt, D. Gunderman, dem sich aber die andern widersetzten, so dass es noch etwas stiller als zu Wittenberg. Nachfrage in Jena: dorthin ziehen viele Studenten von Wittenberg; . . die Theologen alle in der Religion unverdächtig. Sprach über diese Sache auch mit dem Kanzler Distelmeier, der sagte, sein Herr halte gänzlich dafür, dass der Kf. von Sachsen für seine Person nicht calvinisch sei; der Kf. habe es aber nicht gern, „das man sie [S. L.] der religion halben viel bespreche". 1 .... Berlin, ün. Acta I. f. 598. Eigh. 24. Febr. 498. Johann Casimir an Christian von Sachsen. Heidelberg Dankt für die übersandten Erze und schickt gemäss seinem Versprechen bei seinem jüngsten Besuch etliche Stücke für des Kf. Kunstkammer, Marstall etc. durch seinen Rossbereiter. . . Wünscht dafür gelegentlich „ein abriss der -vier angesichter uf die vier zeiten im jähr gerichtet, dann auch das gemehel des schönen weibsbilds, so wir zu eingang der kunstcammer ansichtig worden. . . Verzeichnuss der stuck, so dem herrn churf. zu Sachsen zu überantworten." Zwei grosse Hirschgeweihe vom jungen Pf. Friedrich für den neuen Stallbau. Sechs „cortelass" mit ihren „dölcblin" für neuen Marstall oder Zeughaus, zum Gebrauch für Kapitäne. Zwei mit Silber und Gold geätzte Spiesse, auf die Festung Königstein, zum Gebrauch für den Kf,, als Herrn und Obersten, der zweite für den Pfalzgrafen bei einem Besuch daselbst. Zwei Kredenzmesser nebst 9 Tischmessern für die Kurfürstin in ihrem Gemach, zum Gebrauch für den Pf., wenn er dorthin znm Essen geladen. Eine Kapaunenklaue in Gold gefasst, für die Kunstkammer. Kleines Geschützmodell aus Messing, ins Zeughaus. Zwei Rehgehörn auf „köpf" gefasst, für den Marstall. „Item ein gelbe bereite leowen- haut, daraus der churf. von Sachsen ein kriegsgoller mit passment verbrembt zu S. Ch. Gn. gefallen machen lassen kann , und wünscht der pfalzgraf, das er S. Ch. Gn. darin mit der Zeit uf gruener heiden zu feld sehen und einen beistand leisten möge, das das 1 Vgl. das Sehr. Kf. Christians an Pf. Philipp Ludwig vom 13. April bei Richard I, 323 ff. (Anm.) 498-500. ' 1591 479 reich unser geliebtes Vaterland bei seiner libertet, guet vertrauen under den stenden und ubung des reinen gottesdiensts erhalten, dagegen aber die* einreissende tyranneien und frembder überhand nehmender gewalt abgewendet werde." 1 Dr, 8539 Or. (pv. Zabeltitz 11. März). 499. Christian von Sachsen an Johann Casimir. 24. Febr. Dresden Hat sich auf Turenne's Werbung nebst den "Weimarer Vettern auf 60000 fl. erklärt; bittet J. C. seine Bewilligung zu erhöhen. Hat betr. der Truppenstärke, des Befehlshabers, der Munition etc. seine Bedenken gegeben und die Sache auf Vergleich zwischen Turenne und Anhalt gestellt. 8 Dr. 9306. Cono. Krell. 500- Christian von Sachsen an Heinrich Julius von25. Febr. Braunschweig. Dresden Auf H. J. Sehr, vom 21. Febr. Die französische Hülfe ist mit dahin gemeint zugleich das aus R. gezogene niederländische * Die folgenden Worte in grösserer Schrift. i Vgl. Arch. f. sächs. Gesch. VII, 315. 2 Die Antwort des Kf. an Turenne vom 21. Febr. und ein kf. Sehr, an Heinrich IV. gl. Datums Dr. 7281, Kf. Christians Biindniss mit Frankreich, f. 44 ff. Conc. (gedrnckt bei Richard II, 304 ff.); vom gl. Datum ein Sehr, an K. Elisabeth und Beantwortung Pallavicino's, Dr. a. a. O. f. 51 ff; über Pallav. Werbung vgl. auch Beckmann II, 300; Bongars, epp. S. 16. — Ein Sehr. Zündelins an Camerarius, Dresden 23. Februar (Bm. Coli. Cam. XXII) erwähnt die Anwesenheit der beiden Gesandten, „de quibus aliud mihi scribere non licet quam heri eos hinc ad electorem Brandeburgicuin disces- sisse. . . Haec etiam causa fuit, cur D. Leuuoclavius hie detentus sit absque responso diutius; cum quo D. cancellarius hodie se aliquid egisse dixit, ut opinio sit, non t'rustra eum huc accessisse". Vgl. hiezu Leunclavius an Camerarius, Dresden 25. Febr. (Bm. Coli. Cam., eigh.): „Ricevetti l'ultima di V. S. sul partirsi da Vienna. . . . Giuu- simo qua alli 15 di febraro, stilo novo". C. Sohn Balthasar, den er mitgenommen und dem Kanzler empfohlen habe, werde aus gewichtigen Gründen wohl nicht nach Frankreich geschickt werden, sondern einen minder gefährlichen Posten erhalten. . . „II ser mo s or elettore m'ha fatto dir et commandar hoggi, che dovessi restar qui, ad aleuni giorni, per certi rispetti." Der bekannte Humanist Leunclavius (vgl. über ihn Allg. D. Biogr. XVIII, 488 ff.; er unterzeichnet sich hier: „Giovani Lewenklaw d'Amelbeurn") war nach weiteren Sehr, an Camerarius am 17. März in Frankfurt, am 2. April in Köln. In welchen Angelegenheiten L. den sächsischen Hof aufsuchte, vermag ich nicht zu sagen. Er hatte kurz vorher dem Kf. Christian sein Werk über die Türkei gewidmet (Buckmann III, 14ä). — J. C. hatte sich in einem Sehr, an Sachsen, Heidelberg 17. Febr., zur Erlegung von 25000 fl. für Frankreich und zur Uebernahme der ihm im Torgauer Abschied aufgetragenen Werbungen bereit erklärt (Dr. ebd. 0r.). Am 8. März bestätigen Schomberg und de Fresnes den Empfang eines Darlehens von J. C. für den König im Betrag von 5000 fl. und 4000 eseuz pistoletz (zusammen 7000 escutz pistoletz) zu 5% (München, Staatsarchiv K. rot 46/9, Cop.). 480 1591 500—503. Kriegswesen abzuwenden, kann andern keine billige Ursache zu tätlichem Vornehmen geben und soll ohnehin ganz geheim gehalten werden. Erwartet, H. J. werde gleich „uns andern" Christian von Anhalt die Werbung gestatten und „sich auch . mit gutwilligen vorsetzen vornemen lassen". Turenne will mit oder nach Anhalt zu H. L. kommen. 1 Dr. 9306. Cop. 26. Febr. 501, Christian von Anhalt an Christian von Sachsen. Gestern Ankunft hier; der Kf. sähe die französischen Sachen ganz gern gefördert, hat 20000 fi. bewilligt und wird hoffentlich auf 25000 erhöhen, will mit Geschütz und Pulver aushelfen. Mecklenburg „gar kalt" auf das Anliegen des Kf. . . . . Wegen der Bestallung u. a. vornehmster Anschläge kann nichts geschlossen werden, ehe „wir" J. C. Meinung eingenommen haben. Dr. 9306. Eigh. 28.Febr.502. Die Pfalzgrafen Philipp Ludwig und Johann und Markgraf Georg Friedrich an Ulrich von Mecklenburg. Ersuchen um eilende Hülfe für den schwer bedrängten Herzog von Jülich, zumal die kais. Friedenshandlung von den Staaten abgeschlagen worden sein soll. Hannover. Acta — betr. die Unterstützung K. Heinrichs IV. 1D89—99 f. 81. Cop. 2. März 503. Markgraf Georg Friedrich an Johann Georg Ansbach yon Brandenburg. Bittet um Mitteilung über J. G. Absicht betreffs der gegen Sachsen abzugebenden Erklärung über die zu Torgau verfasste Notel. P. S. Teilt in hohem Vertrauen mit, er habe Bericht erhalten, „als solten . . des churf. zu Sachsen L. dero jüngste tochter uf die calvinische weis taufen lassen". Will es nicht glauben, bittet aber um Mitteilung J. G-, der selbst bei der Taufe war, „ob was daran oder nicht"; bittet „dis unser P. S. vertreulichen halten zu lassen". Berlin. Unionsacta I f. 606 ff. Conc. 1 H. J. antwortete ablehnend am 6. März und weigerte in einem Sehr, vom 7. März auch die ihm aufgetragene Werbung bei Hamburg und Lübeck. — Eberhard von Weihe, der damals die braun- schweigischen Lande bereiste, erlangte für die französische Hülfe bei Wilhelm und Ernst von Lüneburg nur 5000 fl. (an den Kf, Celle 18. Febr.), bei der Stadt Braunschweig 5000 Taler (Braunschweig 1. März); die Stadt Lüneburg, die zuerst ablehnte, bewilligte nachmals 1000 Taler, Erfurt 10 000 fl. (der Kf. an Erfurt, 21. März), Nordhausen 1000 fl. (Resolution 7. April), Mühlhausen 3000 fl. (Resolution 9. April). Die Stadt Magdeburg schlug dem Administrator das erbetene Anlehen für Heinrich IV. wegen des Calvinismus ab (19. März). Dr. ebd. 504. 1591 481 504. Dolfin an den Dogen! 2 - 12 (Bericht Aneel's über Verhandlungen des Kf. von Sachsen mit j^ är ' z Turenne und Pallavicino wegen einer Sendung nach Venedig um Geldhülfe für das zu werbende prot. Heer; auf die von ihm hiegegen " ra B erhobenen Bedenken entschloss sich Ancel Turenne die Sendung zu widerraten und die Sache lieber dem kgl. Gesandten de Maisse in Venedig zu überlassen.) „II secretario di Francia, del quäl scrivo nelle lettere precedenti, subito ritornato e venuto visi- tarmi, et doppo havermi dato conto del suo viaggio, delü honori che riceve quest' ambasciata da tutti i principi, con quali va negociando, et delle speranze che tiene intorno alli aiuti di qnl, mi disse confiden- temente,cbe inDresna si era trattato tra li elettorifl] diSassonia, il visconte di Turena et il Palavicino, se era beue mandar una persona espressa alla S. V, a nome di Francia, de Ingliterra et principi prote- testanti di Germania apersuaderla et farle instantia, che voglia contribuir una soma de danari al mese per il pagamento delle genti, che si dissegna di levar, et che dopo essersi parlato longamente sopra questo, havevano rissoluto di scriver costä per consiglio di mons' Mes et dimandar ancora la opi- nione del marchese di Brandesburgh et di Casimir o. Io intendendo cosi fäta trattatione giudicando che non possi esser cara alla S. V. ne torni conto per alcuna maniera per il debol parer mio a questi tempihaveruna ambassatatale in quella cittä per tanti rispetti che concorrono insieme, dissi, che sl come li ringratiavo molto di tutte le cose comu- nicate, cosi mi dispiaceva grandemente per quel desiderio ardentissimo che hanno tutte le V. S ie Ecc m8 deila conservatione del regno di Francia, che si trat- tasse di far moti in Italia per queste vie, quando era piü necessario di proceder con riserva etcon riguardo; che parlando da me, mi pareva quasi di poterlo assicurare, che saria certo infruttuoso questo viaggio, perchesebenla V. S. epiena di bona voluntä verso di quäl regno quanto altro principe che sia al mondo, sapevo perö che in questi tempi, che si tiene la pace di Persia per conclusa et che si parla, che esca certo armata turchesca, haveria tante occasioni da Spender grossamente, che per haver il modo di contribuir in altre spese. Et per che questa e persona, leconsiderai ancora, che essendolaS. V. di religion diversa da tutti questi principi, andaria molto riservata per quei giusti rispetti, che poteva egliconoscer per sua prudenza; che perö credevo certo fosse miglior opinione procurarperhora aiuti da questi principi di Germania, che hanno forze et Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Jobann Casimir. III. 31 482 1591 504-505. danari in abondanza, et aspettar di ricever dalla bona volontä di quel ser mo domiDio quei coramodi et quei frutti, che la opportunitä di tempi porterä. Et cou queste et altre ragioni nella medesima sostanza lo redussi a confessar, che non era certo buona opinioneper servitio del re mandar questa persona espressa; onde egli si risolse quel giorno istesso d'ispedir a posta al visconte di Turena per discon- sigliarlo in venir in tal rissolutione et per veder che anco li altri facciano il medesimo. Et heri poi che lo vidi di novo, mi disse egli, che credeva certo che il mio avertimento saria accetto per buono, et che potriano dar carico a mons* di Mes di far l'officio quietamen te; et che se il [!] non sarä fatto a nome di tutti general mente, sarä esso fatto senza dubbio anome del re solo, perche la commissione che tien [!], come sarä fatta parimente officio per la istessa causa col gran duca di Toscana." . . . Wa. D. V. 18. Or. (chiflrirt, mit Auflösung.) 505« Visconti an Sfondrato. (Niederländische Friedenshandlung durch den Tod Rheidts verzögert. Sendung Hornsteins zu den Kff. Spanische Besatzungen. R. Tag. P ra g Umschwung der sächsischen Kirchenpolitik.) .... Man war daran Pernestain nach Köln abzufertigen, um dort mit den andern kais. Kommissaren an Parma und die Staaten zusammenzutreffen; Spanien ist auf Bitten des Kaisers damit einverstanden, dass die 3 geistlichen Kff. und von den weltlichen Sachsen und Brandenburg als kais. Kommissare für die Friedenstraktation bestimmt werden und falls einige nicht annehmen wollten, „che S. M 4i Ces. possi deputare chi le parerä in Germania, pur che non sia Cassimiro". Nun kam aber die Nachricht vom Tode des Baron di Reda, „che era il promotore et direttore prinoipale di questo negotio"; dies war sehr wichtig, „perche costui, se bece Luterano, era perö buon politico, instrut- tissimo delle cose di Fiandra, amatore della pace, affettionato al re cat co et confidente anco delli Stati, et per havere figlioli della nostra religione, che hanno beni ne'stati del re, sperava, succe- dendo la pace, riportar gran rimuneratione da S. M u Cat ca et dalli Stati ancora. II che lo faceva andar molto caldo nel negotio". 1 Jetzt ist Bernsteins Sendung aufgeschoben, bis man man eine andere lutherische Persönlichkeit mit ähnlichen Qualitäten ausfindig macht, „per rispetto della confidenza de'Stati", was schwer halten wird. Falls dies nicht aufhält, schickt der Kaiser in wenigen Tagen den geheimen Rat Hornstein deshalb an alle Kff., besonders 12. März 1 Vgl. No. 468. Auch Dolfin, der unter gl. Datum das Ableben Rheidts meldet, bezeichnet diesen als die Persönlichkeit, „sopra il quäle era appoggiata tutta la trattatione et tutta la speranza". 505 —507. 1591 483 am die Prott. davon zu überzeugen, dass in Sachen der spanischen Besatzungen die Anwendung von Waffengewalt nicht der richtige Weg, sondern höchst gefährlich für Deutschland sei. Derselbe Rat soll auch mit den Kff. wegen des R. Tags verhandeln..... Sachsen soll 6 oder 7 „pseudotheologi", die unter dem Schein des Lutherthums den Kalvinismus ausbreiteten, in Haft genommen und erklärt haben bei der Sekte seines Vaters bleiben zu wollen, auch seinen Hof um 300 Leute und Pferde vermindert habe, alles mit Rücksicht auf die Bevölkerung, die wegen der Religion und der Steuerlast so unzufrieden war, dass Gefahr eines Aufstands vorhanden war; „et si teneva che haverebbe ancora fatto tagliar la testa alli sudetti presi"; woraus zu schliessen ist, dass er wenig oder nichts für Navarra tun wird. 1 Rom, Germania 112 p. 174 ff. Or. 506. Johann Casimir an Pfalzgraf Johann. 4. März Kaisers- Erinnert an das J. vorgestern im Or. gezeigte Sehr, des Kf. lautern von Sachsen betr. die Gesandten Frankreichs und Englands sowie Christian von Anhalt, ferner an seinen Bericht über die Torgauer Verhandlungen wegen der französischen Hülfe. Schickt Cop. eines neuen Briefs des Kf,, der zu der verabredeten Mahnung der jedem von ihnen im Abschied zugewiesenen Stände auffordert. Obwohl J. „unserm alhiegen bescheenen begern gemess" gewiss sich mit seinem Bruder Philipp Ludwig über eine Antwort verständigen wird, wollte er doch nochmals mahnen, dassJ. und dessen Bruder dem König mindestens in die 12000 fl. vorstrecken..... Mb. 11412 f. 28 f. Conc. 507. Turenne an Christian von Anhalt. 6 - 16. Ihre Armee sollte Parma nicht etwa zuvorkommen, aber März doch unmittelbar nachfolgen. Bittet Sehr, des K. von Schottland Halle dessen Frömmigkeit und Zuneigung für Heinrich IV. der „sr de Morias mestre des requestes" sehr rühmt, Sachsen zuzustellen und Antwort zu erholen. Nachricht von Ancel, der Kaiser wolle durch Hornstein die Kff. für einen R. Tag gewinnen.* Er würde einen solchen in der jetzigen Lage nicht für nützlich halten, wohl aber wenn die von Chr. zu führende Armee „a fect des effects dignes 1 Völlig aus der Luft gegriffene Gerüchte. 2 Ein Sehr. T, an Anhalt „ä Meissen, ce vandredi ä sis heures de soir", das ich nicht sicher zu datiren vermag (ebd. eigh.), besagt: „Je vous suplie vous Souvenir du fect de mons r Ancel, afin que je puisse advertir le roy de l'intansion de S. Alt. [Kf. Christian] par la despesehe du s r de Morlans. II est necessaire de presser monseigneur le duc Casimir, lors que le colomnel [!] Schelegre [Schrögl] s'an retournera. Anvoyes-moy s'il vous plest pour apres-demin ä Leipsic la despesehe de la reine d'Angleterre. Tenes-moy an vostre bonne grasse, vous estant vostre humble serviteur Turenne". 31* 484 1591 507—508- du chef et de la cause". Sollten die Kff. den R. Tag bewilligen, so bittet er, „que le roy an soit adverty et que son ambassadeur y soit reconnu, comme il doit". Hat wichtige Sehr., die aber noch nicht entziffert sind. . . . Will Mittwoch in Wolfenbüttel oder Dinstag in Grimma sein..... Zerbst. Eigh. 8. 508. Turenne an Christian von Anhalt. 18. (Erhöhung der Kontributionen. Magdeburg. Schottische Schreiben. März j) aa englische Geld. Schwedisches Anerbieten. Artillerie.) Halle Antwortet auf 3 Sehr. Chr. .... Kapitulation und Zahlung des Anrittgelds in Erfurt am 1. April a. St. Bis zur Sammlung des Kriegsvolks die Erhöhung der Kontributionen zu betreiben. . Schickt „l'escrit an alemand pour le trecte secret". Joachim Friedrich versprach ihm vor seinem Eintreffen in Frankfurt die Summe der Erhöhung der magdeburgiseben Kontribution mitzuteilen, will die andern Fürsten zur Bewilligung von 3 Monaten veranlassen und schreibt an Braunschweig und Ansbach. 1 Meck- bach sagte ihm, die Fürsten wünschten Ernennung des Feldmarschalls durch Chr.; kann nichts hiegegen sagen. Wird Sehr. Schottlands für den K. und den Kanzler von Dänemark von Wolfenbüttel abschicken. „N'oublies ä faire escrire ä Palaviciny pour l'argent, aiant des nouvelles d'Angleterre qne s'ils nous peuvent brouler il y an a qui y taschent. L'ambassadeur du roy m'escrit que le roy de Suede a anvoie ä la roine d'Angleterre ung sien conseiler italien, qui a veu nostre ambassadeur et l'a assure que si son maistre estoit recerche, qu'il fournieroit une bonne somme. 2 1 Vgl. Bongars Sehr, vom 3. und 8. März (Bongars, epp. S. 16 ff.). Anhalt ging nach seiner Werbung bei Kurbiandenburg (No. 501) vor Turenne's Eintreffen zu Magdeburg u. Braunschweig; am 7. März schreibt Magdeburg aus Halle au Braunschweig, Anhalt sei dieser Tage bei ihm gewesen (Hannover, Or.); am 10. März kündigt Anhalt bei Braunschweig sein Kommen für morgen an (ebd. Or.); am 12. März meldet er aus Wolfenbüttel dem L. Wilhelm, er wolle am 16. in Kassel sein (Marb. Or.). Joachim Friedrich schrieb zu Gunsten einer Erhöhung der Torgauer Bewilligung am 7. März an Braunschweig (s. o.), am 10. an Ansbach (Berl. Unionsakla I, Or.), da Anhalt die Uebernahme des Feldherrn- amts von der Aufbringung einer wirklich genügenden Hülfe (6000 Pferde, 2 Regimenter Knechte, 2000 Schanzgräber, Zahlung für 8 Monate) abhängig mache. 2 Am 17. April schreibt Steurburg von Lewenstein dem hessischen Kammersekretär Jost Hilbrand aus Kassel, letzten Donnerstag habe ihm ein Franzose, Romanus Dogiers, der vom K. zu Turenne abgefertigt sein wollte und nach England reiste, mitgeteilt, der K. von Schweden und dessen Bruder Herzog Karl hätten einen Gesandten, Theophilus Homodei medicus, bei der K. von England, der in seiner Gegenwart der K. die Geneigtheit der schwedischen Brüder zur Unterstützung Frankreichs anzeigte; die K. antwortete, Gelegenheit hiefür sei noch da, denn der Krieg werde vermutlich in 15 Tagen noch nicht enden (Marb. Frkr. 1591, III, eigh.). 508-509. 1591 485 Parles-an au duc et ä vostre retour vous aviseres, s'il y faudra anvoier, jugeaut qu'il voudroit fort que l'ou s'oposat ä la meson d'Autriche". ■ . , . Wegen der Artilleriepferde wird Graf „Linars" Chr. Versicherung gegeben haben. Die Dresdener Stücke nicht zu vergessen, wo möglich noch mehr zu erhalten; hieran fehlt es am Meisten. „Je vous suplie de vous avanser; le temps et[!] infiniemant eher, et assures-vous que ung peu moins nous sera plus utile le ftisant tost que beaueoup davantage an le fesant tart. Aimes-moy, car vous n'aves persone au monde qui vous soit plus afectionne; vous besant ung milion de fois les mains, priant dieu, monsieur, vous donner heureuse et longue vie". Zerbat. Eigh. 509. Johann Georg von Brandenburg an Markgraf 12. März Georg Friedrich. Kö1q an der Spree (Notwendigkeit der Union und Billigung der Torgauer Akte. Die Taufe zu Dresden.) Auf G. F. Sehr, vom 2. März. Diese Sache war ihm „alwege seer bedenklich", da er Unruhe und weitere Zerrüttung des R. stets durchaus zu verhindern gesucht hat. Aber der üble Zustand des R. und die gefährlichen Praktiken nehmen dermassen zu, dass eine solche Zusammensetzung zwischen den Ständen A. C. äusserst nötig. Denn auf die R. Hülfe ist kein Verlass „und solten die Papisten etwas tetliches anfahen, hetten sie ihren willen geschafft, ehe man zu beinen kommen könte". Nur muss der Kaiser expresse ausgenommen und ein Missverständniss auf Seiten der Päpstischen, „als wan man ihnen gar in die haar wolte", sowie der Missbrauch der Union nach Privataffekten ausgeschlossen sein. Dies scheint ihm in der Notel erreicht zu sein; die Einbeziehung künftig anfallendes Lande ist besonders wertvoll für das Haus Brandenburg, das wegen Preussens und Jülichs „villeicht der hülfe eher als der andern vereinten stende einer bedorfen möchte". Die erste Anlage ist etwas hoch, „doch an dem orte das geld auch wol verwaret", und eine Not, die einen anstösst, „mit vielen henden besser heben". Ueber etwaige Bedenken G. F. wird er gern' weiter mit diesem sich verständigen. Weimar und Koburg haben gegen Kursachsen bereits ihren Beitritt zum Werk erklärt. Johann Friedrich und Ernst Ludwig von Pommern, die er wohl geneigt fand, werden sich noch vor Ostern erklären. P. S. War von Sachsen zur Gevatterschaft bei der Kindtaufe zu Dresden gebeten, wobei aber „die ordenung doctoris Lutheri taufbuchlins gebalten und alle vorige zugehörige ceremonien gebrauchet worden, ausser das ufdismal der exorcismus ausgelassen''. 1 Berlin. Unionsacta I. f. 612. ff. Or. (pr. Gerabrun 23. März). 1 Vgl. No. 503. G. Fr. erklärte hierauf in einem Sehr, an Kursachsen, Gerabrunn 26. März, seine ZustimmuDg zu der Torgauer Notel und seinen Entsohluss der Union beizutreten, falls alle zu Torgau Vertretenen dabei blieben (ebd. f. 627, Conc). lautem 486 1591 510-511. 14. März 510. Johaun Casimir an Landgraf Wilhelm. Kaisers- Kann leider wegen Erkrankung seines Vetters und Sohns Pf. Friedrich au einem Tertianfieber l nicht bei der Zusammenkunft Kursachsens mit Christian von Anhalt und Tnrenne zu Kassel am 18. oder 19. erscheinen; muss Fürst Christian und Turenne zu sich bitten. P. S. In Erinnerung, „wie das sich E. L. hievor für dem jüngst verschienen januario geforchtet", freut ersieh, dass W. keinen Anstoss gehabt und vielmehr bei guter Gesundheit ist. Kann leider wegen Unkenntniss der Werbung des französischen Gesandten niemanden nach Kassel abfertigen. 5 Marburg, Frkr. 1591. III. Or. (pr. Ziegenhaiu 20. März). 15. 511. Visconti an Sfondrato. 25. März Kais. Sendung an Parma wegen der Rückgabe der deutschen Prag Plätze und des Abzugs der Spanier, auf Veranlassung nicht nur der Protestanten, sondern auch der katholischen und geistlichen Fürsten der Nachbarschaft; Sendung Hornsteins an die Kff. i m entgegengesetzten Sinn. Würzburg, Bamberg u. a. Prälaten sollen 1 Dohna berichtet in seiner Selbstbiographie, im Febr. und März 1591 sei der Kurprinz Friedrich so schwach gewesen, dass er den siebzehnjährigen auf einem Arm zu Weinheim einen hohen „Schnecken" (Wendeltreppe) hinauftragen konnte. — Am 28. Dez. 1590 hatte J. C. den Landgrafen Wilhelm um sein Gutachten darüber ersucht, ob Pf. Friedrich seinem Ansuchen gemäss ausser Lands geschickt oder nicht vielmehr jetzt zu den Regimentssachen gezogen werden solle. Die Antwort vom 10. Jan. 1591 widerriet die Verschickung und empfahl Besuch der Freunde und Beiziehung zu den Regimentssachen (Marb. Briefw. mit Pf. J. C. 1580—1592). 2 Zu Kassel war schon am 7. März „in praesentia Horatii Pala- vicini" ein 1. Anschlag für die französische Kontribution zu 305000 fl, (Fürsten 225 000, worunter Kurpfalz 25000, Städte 80 000) aufgestellt worden, der dann zu Kassel am 17. März auf 385 000, zu Ziegenhain am 23. März auf 430 000 und ebenda am 25. März auf 445000 (Fürsten 345000, Städte c. 100 000) erhöht wurde (Marb. ebd.). Turenne's Werbung bei L. W. wurde zu Ziegenhain am 24. März angebracht, wobei auch L. Ludwig zugegen war (Marb. Frankr. 1591, II, 0r.); T. berührte auch die Frage des Religionswechsels und versicherte: „tradentur magnalia dei nepotibus, quae . . . regem noctes as dies (ill me prineeps, veritatem rei fide mea obstringuo) non de retinenda tantum, sed promovenda religione stimulant". Anhalt war am 20. in Ziegenhain eingetroffen (L. W. an J. C, 20. März). Am 26. schreibt L. W. an Kf. Christian, er habe den Torgauer Anschlag auf das Gesammthaus Hessen allein übernommen; seine Brüder lehnten ab, da die Gesandten kein Kreditiv an sie hatten (Dr. 9306, Or.). Kolbinger berührt in seinen galligen Sehr, an Dohna auch die Frage des Kasseler Konvents; er schreibt am 1. März : „ Jam delitiae vestrae et ipsa sapientia ad vos properat, Westphalus [Reuber]; inde non dubito, quin de rebus gallicis omnia exaete deliberaturi sitis. Praestat illum mittere Cassellas, ut tandem eo, quo conatur, penetrare queat". 511—512. 1591 487 rüsten wegen der angeblich nach Prankreich bestimmten protestantischen Rüstungen. 1 Der kais. Gesandte in Konstantinopel meldet, der Türke habe sich gegen die Engländer bereit erklärt, im nächsten Jahr eine „armata" gegen die Gönner der Ligue auszusenden, 2 con scrivere a Navarra et essortarlo" . . . Verhaftung des „barone Popnaam, vicemarescalco dell' Imperio et capitano della guardia di S. M til ' durch den Herzog von Würtemberg, da P. gegen den kais. Sequester 'einige Schlösser als ihm zugehörig besetzt hatte und ausserdem als „gran Calvinista . . con spalla de' Suizzeri" seine Religion in den Staaten des Herzogs einzuführen beabsichtigte. 8 Rom, Germania 112, f. 185. Cop. ) 512. Heinrich Julius von Braunschweig an Turenne.' 16. März Wolfen- Auf T. weiteres mündliches und schriftliches Anbringen „nach büttel unserer getanen resolution", bei der er es belässt, da seine Lage „niemands so wol als uns selbst bewust"; der K. wird gewiss seine Entschuldigung gelten und das an den 30 000 Talern noch Fehlende gegen gebührliche Yerschreibung abholen lassen. Hannover. Conc. 1 Turenne an Anhalt, Aschersleben 27. Febr./9. März: „Les esves ques et quelques princes papistes disent vouloir lever des hommes si les Protestants an levent, se aont menasses" (Zerbst, eigh.). ZUndelin an Camerarius, Dresden 18. März: „Episcopi vestri, qui arma tarn alacriter parant et ostentant, quantum his possint, fortassis alios experiri volunt; marchionem seilicet Brandeburgicum aliquem [einen Albrecht Alcibiades] desiderant. Sed flducia tanta unde sit, liquet, et illi fortassis excusandi, qui suo modo tueri velint" (Bm. Coli. Cam. XXII). 2 Am 23. Febr./5. März berichtet V. von der Ankunft eines Engländers in Prag, der von der Königin nach Konstantinopel geschickt sein solle, „et io ne tengo anco aviso particolare di Sassonia"; San Clemente äusserte hierüber scheinbar im Scherz gegen Rumpf, sein König würde einen solchen Sendung eines erklärten Feindes des Kaisers, wie es England Spanien gegenüber sei, niemals in seine Staaten zulassen, am Wenigsten auf der Reise zum Türken. Nach äV. Bericht vom 2./12. März sollte der Engländer sogar Geschenke an die Pforte überbringen und mit einem Brief Don Antonio's nach Indien gehen, umUnruhen gegen Spanien zu erwecken; San Clemente beschwerte sich beim Kaiser, der aber nur befahl, man solle „il vero di questo negotio" zu ermitteln suchen (Rom, a. a. 0.) 3 Vgl. über dieses Verfahren Würtembergs gegen Konrad von Pappenheim, 2. März ff., Sattler V, 130 ff.; Stalin IV, 811. Zün- delin an Camerarius, Dresden 18. März: „Interea si ex scintilla illa comitatus Lupfensis incendium oriri et pene iam commissi Lutherani irritari vehementius ad arma capienda possent, quam optati hi ludi et oportuni hoc potissimum tempore pontifici et Ibero!" 4 Bemerkung im Conc: „itzo zu Cassel". Turenne, dessen erste Werbung am 12. März („XXII. die martii stilo novo") in den allgemeinsten Phrasen gehalten und von H. J. im obigen Sinn beantwortet worden war, versuchte in seiner Antwort vom gl. Datum H. J. Einwendungen zu entkräften und wies gegenüber einer etwaigen Vergewaltigung auf den Schutz Frankreichs hin; von Spanien sei nichts zu 488 1591 513-514. 17. März 513. Kolbinger an Dobna. Heidelberg (l* er Kasseler Konvent; Reubers Enttäuschung. Schlimme Lage in Frankreich. Dr. Weyer.) . . „Quid nostri Aristarchi, Ephori atque Areopagitae nuper invi- cera egerint, ego plane ignoro, nee seiveram illum istuc advolaturum 1 ' sed tantum, cum illi una essent secretissime, animus praesagiebat id, quod statim aeeidit; menimi enim, illum antea saepius sponte adproperasse et frustra et non aeeeptum fuisse, quamvis persuasum habeat, se absente nihil recte fieri; et si ipse Torgae fuisset, omnia fortassis in meliore loco forent, si diis placet. Ego heri prothonotario ostendi ex litteris Henrici, C. 2 potuisse itineris labore supersedere. Tunc ille ira percitus statim prorupit in blasphemias, quas recensere nolo; summa fuit, quorundam mera invidia et odio privato caussam publicum data opera corrumpi. Ex quo statim conieci, illum ipsum huius profectionis auetorem fuisse. Quicquid sit, ego deo optimo maximo gratias ago, me ab istiusmodi negoeiis remotum esse, quibus nunquam me implicari amplius patiar". Berichte zweier vom Adel, Aschersleben und von Wehrle, über den Zustand in Frankreich, derart, „ut non cuivis, qui illos audit, volupe fuerit, ita facile in Galliam contendere. . . Ceterum tuas Schregelio legendas misi. De rebus autem nostris non possum aliter sentire atque loqui quam de corruituris. Alhie wird bestendig ausgeben, D. Weyer werd in oberrat komen. Ego facile fidem babeo, da wird der teufel ein gleichs werfen. Vale". Wb. 118J3. f. 29. Eigh. 18. März 514. Pfalz, Sachsen, Brandenburg, Magdeburg, Ansbach, Braunschweig und die L.L. von Hessen an den Kaiser. 8 Das niederländische Kriegswesen und die andauernde schwere Schädigung und Misshandlung unbeteiligter R. Stände durch die besorgen; „reliquos vicinos hostes et praeeipue Hild. [Hildeaheim] contemnendos"; dem Kaiser könne man die Uebereinstimmung so vieler ev. Fürsten entgegenhalten. H. J. Geldbewilligung erstreckte sich nur auf den Rest der 30000 Taler nach Abzug der früheren dem K. von Navarra dargeliehenen Summen. Kf. Christian hatte vergebens am 21. und 25. Febr. H. J. um willfährige Erklärung ersucht; dieser wiederholte nur seine schon am 11. Febr. dem Kf. angekündigte Weigerung in seinen Sehr, vom 6. und 7. März. Dass der mit Werbungen für Spanien beauftragte Herzog Franz von Lauenburg bei H. J. mit Christian von Anhalt und Turenne zusammen getroffen sei, meldet Zündelin aus Dresden an Camerarius am 28. März (Bm. Coli. Cam. XXII). H. J. verbot am 16. März seinen Untertanen jede fremde Werbung. 1 Vgl. No. 510 A. 2. 8 Der Protonotar ist Kaufmann, „Henricus" Heinrich Pelen, C. der Kanzler Reuber. s Vgl. No. 490. Ein Or. des obigen Sehr, wurde von J. C, Heidelberg 27. März, zuerst an den M. Georg Friedrich geschickt, mit der Bitte um Ausfertigung und Weiterbeförderung an Kurbrandenburg. 514—515. 1591 489 kriegenden Parteien; vgl. die auf dem Kölner Kreistag und Frankfurter Dep. Tag eingelaufenen Beschwerden, mit deren blosser Abschrift die hiezu verordneten Personen nicht einmal fertig werden konnten. Ferner liegt auf der Hand, wie die kais. Sehr, und die ständische Schickung an Parma angesehen worden und wie infolge der nach dem Dep. Tag fortgesetzten Einfälle beider Parteien die Stadt Aachen, der Erzb. von Köln u. a. beschwert und zum Ansuchen um Hülfe genötigt werden. Aus der Erklärung der Staaten von Holland und Seeland an den Kaiser vom 1. Jan. geht hervor, was auf das Erbieten Parmas „gegen deme, was gemelte Staten geton", erfolgt und wie wenig die Haltung des Parmischen Volks der dem ständischen Gesandten erfeilten Antwort entspricht; zumal doch beide Parteien wissen, dass der Dep. Tag ausgeschrieben wurde, um sich zu vergleichen, „wie irer beherschung und rauberei mit der tat gewert werden könte" und dass ein Teil der Stände auf wirkliche Hülfe und Exekution „wider die betruber des heil, reichs" gedrungen haben und bei dieser Meinung geblieben sind. Obwohl der Kaiser bisher sich die Abwendung dieses Unheils mit Glimpf und ohne Gefahr und Weiterung hat angelegen sein lassen, zeigt das trotzige Vorgehen der Parteien, dass sie ohne jede Rücksicht auf Kaiser und Reich alles, was ihnen gefällt, auf R. Boden an sich reissen und dass voraussichtlich der Sieger gegen das R. „sein heil auch noch weiter und gefährlicher möcht versuchen wollen". Daher beharren sie bei ihren auf dem Dep. Tag abgegebenen Erklärungen und ersuchen den Kaiser, da man auf dem Dep. Tag zu keinem einhelligen Beschluss gekommen und deshalb den Bedrängten die schuldige Hülfe entzogen worden ist, die Stände, „so sich hierinnen von uns abgesondert", zu einem gemeinen Werk zur Handhabung des Friedens im R. zu vermögen, ohne fernere Verzögerung; sie werden dann ihrom vorigen Erbieten gemäss handeln. Sollte man aber noch länger zusehen, so würden die Bedrängten auf andere Mittel bedacht sein und endlich das R. allen auswärtigen Völker zum Spott und viele vornehme R. Stände ihnen zum Raub werden. Berlin, Unionsacta I, f. 620. Cop. 515. Werbung und Beantwortung des veldenzischen 18. Gesandten Gottfried von Taxis bei Parma. 1 „,. März (Die protestantischen Rüstungen gegen Parma bestimmt. Pfälzisch- g rugse i preussische Heirat; J. C. wirbt um die Herzogin von Bouillon. Anerbieten des Pf. Georg Hans die drei Stifter für Spanien einzunehmen und mit spanischer Hülfe in die Kurpfalz einzufallen; Vermählung seiner Söhne. Das Admiralswerk. Niederländische und französische Friedenshandlung. Kanalprojekte und Erfindungen des Pf. Einnahme des Lands Ditmarschen für Spanien. Abtretung der veldenzischen Ansprüche gegen Kurpfalz an Spanien.) „Extraict de ce que le tres-illustre prince George Hans Palatin du Rhin, 1 Georg Hans war noch im Jahr 1590 aufgebrochen, um trotz des „temps bisarre" Parma persönlich in Brüssel aufzusuchen; am 490 1591 515. 20 ducq des Bavieres, conte de Veldentz 30. etc. at ordonne de proposer ä S. März Alt. de Parma et Placentze, gouver- Brüssel neur du Pays Bas etc. pour le roy catholicque. Ledict ducq tient S. Alt. encor m6moratif de labonne affection qu'at tousjours porte' ä icele et aux affaires de Sa M t6 Catt. etport encoir; pour demonstration de laquelle et que ne cherche sinon occasion de faire service et assistence ä Sa M teditaire ä vostre tres-illustre maison de regarder la France, de la secourir au besoing, de l'assister contre l'usurpation et la tyrannie, d'estre jalouse de son bien et de son repos. La France ne se peust Souvenir de ses delivrances qu'en se souvenant des princes Palatins. Honneur que V. Alt. a conduict au plus haut degre par ses tres- genereuses entreprinses". Daher das feste Vertrauen des K. auf J. C. bezüglich einer raschen und ausreichenden Hülfe, deren Kosten er nicht nur nach dem zu Torgau gemachten Anerbieten, sondern „par Tutilite public" zu berechnen bittet. Soll J. C. alle möglichen Versicherungen und zumal die Zusage geben, dass im Fall eines Angriffs auf die Pfalz mit Sicherheit auf Hülfe des K. gerechnet werden darf. Ma. 545/7 f. 257. 526. Johann Casimir an Christian von Sachsen. 7. April Heidel- Touraine hat ihm ein Sehr, des französ. Agenten zu Venedig ber S mitgeteilt, wonach die Venezianer wahrscheinlich den König sogar mit Darlehen unterstützen werden. T. glaubt, sie würden auf ein Gesuch der 3 weltlichen Kurff. der deutschen Expedition mit Geld 504 1591 526—527. zu Hülfe kommen; dasselbe dürfte bei Florenz zu erwarten sein. Schlägt vor, den dieser Orte kundigen Wolfgang Zündel zu diesem Behuf abzufertigen. Derselbe wäre vorher zu befragen, ob noch andere deutsche Fürsten beizuziehen, was jedenfalls Aufschub Dringen und kaum dienlich sein würde. Der französische Agent soll nicht namhaft gemacht werden. Nach einer weitern Unterredung mit Tourene sollte man nur Florenz direkt und durch diesen dann Venedig ersuchen. 1 Dr. 9306. Französ. Händel 2. Buch. Or. 8. April 527. Johann Casimir an die Dreizehn zu Strassburg. Heidelberg Auf ihre Antwort vom 2. betr. die französische Hülfe. Sein Sehr, drückt keineswegs Misstrauen aus, als wollten sie sich absondern; Sachsen u. a. setzen in sie vor andern Städten Vertrauen. Da sie näheren Bericht wünschen, teilt er mit, dass England 50000 Kronen, er 25000 fl., Sachsen für sich und Weimar 60000 fl., Brandenburg 24000, Hessen 25000, Ernst Friedrich von Baden 8000 fl. vorschiessen wollen; man hofft auf 20000 von Magdeburg, 30000 von M. Georg Friedrich, 24000 von Heinrich Julius von Braunschweig, ferner auf Erklärung von Mecklenburg, Holstein, Pommern, Nürnberg, Ulm, Lübeck, Bremen, Erfurt u. a. Der Anschlag geht auf Geldhülfe uud Volk (6000 R. 8000 F. 1500 Schanzgräber unter Christian von Anhalt). Dies alles geheim zu halten. Hört gern, dass sie 'Worms, Speier und Weissenburg (da es mit Hagenau nicht angeht) ersuchen wollen. 2 Str. A. A. 1860. Or. (Gel. bei den 13: 13. April). 1 Vgl. No. 504. Unter gl. Datum schickt J. C. an Sachsen und Brandenburg die päpstliche Werbung bei den katholischen Schweizern und berichtet über Prozessionen u. dgl. (wie neulich in Speier) für das Gelingen der päpstlichen Unterstützung der Liga; Turenne und Anhalt rieten hiegegen die ev. Schweizer um Geldhülfe zu ersuchen (ebd. Or.). — Kf. Christian an J. C, Dresden 15. April, widerrät die Sendung Zündelins und das Gesuch um Unterstützung des deutschen Zugs als bedenklich und sogar schimpflich und schlägt Gesammtschr. an Florenz wegen einer Geldhülfe für den K. und Veranlassung Venedigs zur Teilnahme vor; das Sehr, soll, um Verdacht für Florenz zu vermeiden, der florentinische Gesandte in Prag besorgen; damit würden auch etwaige Einwürfe bei einer mündlichen Werbung vermieden (Ma. 545/7 f. 261, Or.). 2 Schon im Febr. beglaubigte J. C. Culman bei den Dreizehn in dieser Sache und wiederholte nach ihrer abschlägigen Antwort sein Hülfsgesuch für Frankreich am 25. März ; sie sollten nicht auf Nürnberg, Ulm u. a. warten, ev. bei Hagenau, Weissenburg, Worms und Speier Anregung tun (Str. a. a. O. Orr.). Die kurpfälzische Werbung wurde unterstützt durch wiederholte Werbungen im Namen Magdeburgs (zuerst durch Alvensleben, den Hofmeister des jungen Herrn, dann am 23. März durch D. Weiss). Die Dreizehn versprachen in ihrer Antwort an J. C. vom 13. April Geheimhaltung und Anbringen der Hauptsache beim Kat. — Culman hatte am 20. Febr. das gleiche 528-529. 1591 505 528- Johann Casimir an König Sigismund von Polen. Dankt für das willfährige Sehr, des Kgs. an ihn auf die Werbung seines Kats und Burggrafen zu Starkenburg Dietrich Weier sowie für dessen Anhörung „seraotis pluribus arbitris", so dass das ganze Werk nur unter Mitvvissen weniger expedirt wurde. Der Kg. hat hiedurch nach den früheren vielfachen Beweisen seiner Gnade ihn, seinen Neffen Friedrich und das ganze pfälzische Haus zu ewiger Dankbarkeit verpflichtet; „causam nostri nepotis porro observanter commendamus". 1 Mb. 1131$ f. 3, Conc. (mit deutscher Uebersetzung; Weier). 8. April Heidelberg 529. Ernst von Köln an Wilhelm von Baiern. Teilt Auszug des kaiserlichen Dekrets wegen der spanischen Praesidien mit, das die erbetene Vermahnung der R. Stände zur hülflirhen Hand wider Erwarten absehlägt. Um so nötiger Ersuchung der Stände auf dem andern von ihm mündlich angedeuteten Weg; bittet W, um Beschickung der benachbarten Bischöfe, besonders Würzburgs. 2 Ma. 38|35. Or. 18. April Freising Gesuch beim Frankfurter Rat angebracht, auf dessen ausweichende Antwort J. C. am 25. März unter Berufung auf die von Strassburg erhaltene gute Vertröstung noch einmal schrieb; der Rat erklärte am 30. April, sie wollten einen mit andern Städten vereinbarten Tag im Juni abwarten (Frankf. R. Angell.). — Dem Wormser Rat bescheinigt J. 0. am 17. Mai den Empfang von 2000 fl., erlegt zu Beförderung gemeinen friedlichen Wesens und für keinen andern Zweck zu verwenden (ebd. Cop.). .* Auf der Rückseite von f. 4: „Pfalz schreiben an konig in Polen. In mein D. W. schreiben an die herzogin in Preussen, uf der reisen". Die Antwort des K. auf Weiers Werbung, 2./12. März, verwahrt sich gegen die Auffassung seiner schwedischen Reise als einer Resignation der polnischen Krone und verspricht Förderung der Vermählung des Pf. Friedrich mit Anna von Preussen (Mb. 131/1, deutsche Cop.). Unter gl. Datum befürwortet der K. diese Verbindung bei M.Georg Friedrich und bei Wilhelm von Jülich (Berlin, R. XXXV. C. 5). Am 6./16. April erteilt der K. der Herzogin Maria Leonora seinen erbetenen Rat dahin, sie solle den Abschluss des Heiratskontrakts bis auf seine ihr demnächst mitzuteilende gänzliche Meinung- und Resolution verschieben, „damit allerlei konftig unheil möge verhütet werden" (ebd. Cop.). 2 Vgl. über die Reise Ernsts nach Baiern Stieve IV, 383 A. 5; 339 A. 5; hist, Jahrb. der Görre sges ellsch aft VIII, 250; Zöchbaur S. 39. Am 2./12. April berichtet der kurkölnische Agent Frangois Snouck aus dem Haag, er habe das Sehr, des Kf. an Moritz von Nassau und die vereinigten Stände übergeben nebst mündlicher Entschuldigung des Aufschubs mit dem spanischen Volk im Kölnischen. Der Präsident Leoninus, der ihm schon früher im Rat Namens der 506 1591 530-531. 9. April 530. Johann Casimir an Christian von Sachsen. Heidel- g Seine Resolution auf die Torgauer Beschlüsse verzögert, da ihn ein Tertianfieber des Pf. Friedrich, mit dem er nach Lautern gereist war, mehrere Wochen dort festhielt. Ist für sich und seinen Mündel mit der Torgauer Notel und dem Abschied einverstanden. Betont den 1. und 2. Punkt des Nebenabschieds; der 1. Punkt soll in die Notel aufgenommen werden, die in Torgau Vertretenen die Notel erst vollziehen und dann Würtemberg u. a. zum Beitritt einladen. Einige Verbesserungsvorschläge, u. a. die Hülfe zu bestimmen nicht nur für den Fall offener Gewalt, sondern auch gegen verderbliche Aus- und Einfälle wie die im westfälischen Kreis. 1 Zum Obersten wünscht er nach wie vor Chr. Mc. Geh. Verstendnussen (nach Auszug von Geheimrat Ritter). 10. April 531, Dietrich Weier an Maria Leonora von Köln Preussen. „Trös-illustre et haute princesse! Comme j'ay escrit ä V.Alt. de Warsovie avec les deux lettres du roi de Poloigne et puis apres de Bresla, je m'asseure que V. Alt. s'aura mis avec les deux princesses ses filles en chemin pour venir aux baings d'Embs. Je suis venu de lä et de Leiptzig tout le chemin icy devant Pasques. II n'y a dieu mercy nul dangier ni au chemin ni sur le Rin ni ä Duisseldorf, oü le roi de Poloigne envoie ses lettres au trös- illustre prince pere de V. A., lequel avec les principaux et le pai's demeure en son opinion du mois de jullet, comme il ha aussi assez confirme par sa responce ä V. A. date au mois dernier de decembre. Et de vrai il est raisonnable et necessaire qu'en ce faict V. A. respecte le roi de Poloigne. Ses lettres seront aussi delivrez ces jours au tres-illustre prince monseig r le marquis Georg Friderich. J'ay trouve ä Heidelberg lettres de la princesse Si- bille. Voilä dont n'ay volu faillir" d'advertir V. A. presentant ä icelle mes tres-humbles Services et priant dieu de voloir prosperer je voiage de V. A." 2 Mb. U3|6 f. 4. Conc. (Weier.) Uuion im Fall weiterer Verzögerung Rache des niederländischen Volks an den Spaniern und den kurf. Landen angedroht hatte, wiederholte diese Drohung. Auch unter dem Pöbel spreche man davon, als sei Kurköln den Soldaten zur Beute gegeben; er könne sich nicht mehr öffentlich sehen lassen (Ma. ebd. Cop.). — Ernst hatte schon im Jan. 1591 wegen des Eberstein'schen Einfalls in Westfalen nach Holland geschickt, Stieve IV, 540 f.; vgl. auch S. 339 f.; Frangipani an Baiern, 22. März/1. April: „verendum est, ne aequaliter Germaniae Hispaniaeque sua fides abrogetur", bei den Spaniern namentlich durch den geplanten Sonderfrieden mit den Niederländern. 1 Vgl. Muffat S. 14. Die Antwort, Dresden 20. April, lehnt J.C. Verbesserungsvorschläge ab. ' W. fügt bei: „Ich will mundiren, wo es also passirt; Pfalz kans erst sehen". — Vgl. No. 528. 532-533. 1591 507 532. Johann Georg von Brandenburg an Markgraf * 2 - A P ri1 Georg Friedrich. Köln an der Spree Hat G. Fr. Zustimmung zu der in Torgau konzipirten Ver- ständniss und Notel gern vernommen; „wie es dan unsers und unsers . . sohns teil auch richtig". Nach den Herzogen zu Weimar und Koburg haben sich auch die Fürsten von Anhalt und beide Brüder von Grubenhagen dazu begeben. Ulrich von Mecklenburg hat er persönlich zur Einwilligung vermocht. Die Herzoge von Pommern sind in der Hauptsache einig, aber dadurch noch anfgehalten, dass sie die Kontribution auf die Landschaft legen wollen. Versteht die Verzögerung des Ansuchens bei Würtemberg; „wann aber unter S. L. diener etliche österreichische bestallung baben mugen", muss man sich vorsehen. G. F. soll persönlich mit Würtemberg handeln. 1 Berlin. Unionsacta I. Or. 533. Dolfin an den Dogen. 13 ' 23. (Werbung Zimmern's beim Kaiser. Römische Königswahl. Erzh. April Ferdinands Forderungen für seinen Sohn den M. von Burgau. J. C. p Widerstand gegen Verlegung des Kriegsschauplatzes nach Lothringen; r ° er gilt wie schon 1587 als von Lothringen bestochen.) Zimmern hat Audienz gehabt, zweimal mit dem Kaiser und noch öfter mit Kumpf und Kurz verhandelt; heute soll Sprinzen- stein Audienz haben. 2 Zu seinen früheren Nachrichten die Mitteilung, dass Zimmern hauptsächlich auf einen Entschluss des Kaisers in Sachen der [spanischen] Heirat zu dringen Auftrag hatte, „affine che si possi pensar all'elettione di re de'Romani et al stabilmento di questa sei ma casa". Hört von gutem Ort, dass der Kaiser sich über die Sorgfalt seines Oheims sehr befriedigt gezeigt habe, „conosce perö chiaramente, che vien fatto con sola in- tentione di acrescer per questa via il merito della sua persona et facilitar le dimande che fa per commodo del marchese suo figliuolo." Hört, : dass hier keine Neigung besteht dem Erzh. die Besitzungen des „Popenan" zu verkaufen, die wahrscheinlich weder dem Markgrafen noch dem Herzog von Würtemberg, der P. gefangen hält, noch den Fuggern, die sie ebenfalls verlangen, sondern wohl dem Fiskus zufallen werden. Auch die lothringische Heirat und der Plan eines Hülfheers finden hier keinen besondern Beifall. 3 .... 1 Vgl. Muffat S. 17 f. Das dort angeführte Sehr. Sachsens an Hessen, Dresden 15. April, bezeichnet unter den spanisch gesinnten Dienern Würtembergs besonders den Kammersekretär Melchior Jäger und den Abt zu Bebenhausen. 2 Vgl. No. 520. 8 Vgl. No. 511. Am 6./16. April hatte Dolfin von dem] durch Erzh. Ferdinand und Baiern betriebenen Plan berichtet, mit Würzburg u. a. Prälaten zusammen dem Herzog von Lothringen Hülfs- truppen zur Verteidigung seines Landes zu schicken. Im gl. Sehr. meldet er: „S. M li non ha trattato da cinquanta giorni in qua aleun 508 1591 533-534. Turenne ist zu Casimir gegangen wegen einer Schwierigkeit, die sich über den Plan der protestantischen Fürsten erhoben hat, den Kriegsschauplatz nach Lothringen zu verlegen. „Pare che Casimiro non la voglia intendere in alcuna maniera et col pretesto che non vuole far la guerra ad uno, che e principe deirimperio et suo confinante, dissegna di conservar una buona intelligenza, che ha con esso duca di Lorena, dalla quäle ne cava grosso utile, havendo havuto fino nel tempo ch'ero io in Pranza, come tengo memoria d'haver scritto fin' all'hora alla S. V. scudi trenta- mille, per far passar avanti Fanno ottanta sette l'essercito poten- tissimo di questi principi et de' Suizzeri, quando piü era obligato per commissione di chi lo pagava trattenersi in Lorena. 1 Hora si crede, che il medesimo Casimiro sia stato parimente guadagnato dal duca et perciö si rendi difficile di assentir a questo ponto, nel quäle pare che consista non solo il levar queste forze, ma quasi la fortuna di esso Navarra." .... Wh. D. V. 18. Or. 15. April 534. Christian von Sachsen und Johann Georg von Brandenburg an Johann Casimir. 2 Auf J. C. Sehr, aus Heidelberg vom 7. betreffs des päpstlichen Gesuchs an die päpstischen Schweizer auf dem Zuger Landtag, negotio publico et sta tuttavia ritirata", nach der Annahme vieler, weil es sich zur Zeit um Gewährung von nicht weniger als 28 Audienzen handle. 1 Dieser Verdacht auch bei Thuanus CIV. 7. (V. S. 178: „nonnihil nostris suspectus ob secretam cum Lotaringis et vicinis araicis foederationem"). Vgl. Brantöme, Oeuvres I. (Paris 1858), 367: „n'estant si zele en sa religion qu'il ne fust confedere ä la Ligne derniere"; erinnert an J. C. Fastnachtbesuch in Nancy [1580]; „et s'il ne fust mort a point, il vouloit venir en France contre le roy d'aujour-d'huy [Heinrich IV.], qui l'avoit hien d'autres fois assiste, ä ce que je tiens de bon lieu; aussy le roy ne le regretta gueres; je m'en remets, a ce qui en est". Vgl. auch die Aeusserung bei Palma Cayet, Chronologie novenaire (Michaud et Poujoulat XII, 57): Heinrich von Navarra habe die Niederlage der deutschen Armee 1587 nicht mehr so sehr bedauert, „quand il eut advis de l'intention d'aucuns chefs estrangers qui la conduisoient, les- quels, par intelligence secrette, avoient entrepris, s'ils l'eussent Joint, de se saisir de sa personne et de l'emmener en Allemagne sous le pretexte de leur payement [ce qu'ils avoient complote par entreprises particuliercs avec aueun des ennemis couverts dudit sieur roy de Navarre, lesquels feignoient estre ses amys]". Bouillon und Clervant, die hievon durch Schreiben Kunde erhielten, sollten aus Gram darüber sich derart betrogen zu sehen gestorben sein [!]. 2 Vgl. S. 504 A. 1. J. C. schlägt in seiner Antwort (s. d.) vor, das Ersuchen nur in genere zu stellen und den Schweizern die Artjder Ausführung zu überlassen; beil. der Entwurf eines Sehr, an die evangel. Orte vom 3. Mai, worin sie um Unterstützung des K. mit! Volk! und Unterhaltung desselben für eine Zeitlang ersucht werden; ein von J. C. unterzeichnetes und besiegeltes Exemplar geht an die Kif. — Ueber die päpstliche Werbung bei den kathol. Schweizern vgl. Segesser IV, 160 ff. 534-535. 1591 509 wogegen J. C. auf Anhalts und Touraine's Erinnern Gesuch der weltlichen Kff. bei den evangelischen Orten um Geldunterstützung für den K. von Frankreich vorschlägt. Da aber die päpstischen Orte dem Papst keineswegs schon die 5000 Mann bewilligt haben und von den evangelischen verwarnt worden sind, welch letztere auch schon etwas mit Geld für den K. getan haben, schlagen sie vor, die Sache lieher auf Volk statt auf Geld zu richten. J. C. möge das Sehr, abfassen lassen. Ma. 545J7 f. 265 f. Or. 535. Christian von Anhalt an Landgraf Wilhelm. 16.April Mosbach Die Verhandlung zu Heidelberg ging sehr langsam von Statten» da auch über die Kontribution und etliche im Anfang der Werbung nötige Punkte traktirt wurde. 1 War stets dabei, um Verhinderungen zu verhüten. Die Obersten mit ihrer Bestallung zufrieden, obwohl sie geringer als jede R. Bestallung. „Wir seind erst gestern darmit fertig geworden"; es fehlt noch die deutsche Ueber- setzung. Die Obersten Kröchen [Kriecbingen], Berbisdorf und Dohna übernehmen jeder 1000, er selbst 2000 Pferde.....Für französisches Volk und Schanzgräber will Turenne 24 000 fl. ex massa aufnehmen und, falls die Fürsten es für unnötig halten, auf dem Musterplatz zurückerstatten..... Geht nach Ansbach; hofft am 25. in Dresden und am 30. in Dessau zu sein. Bittet um L. Philipps consilium wegen der Kriegssachen. Marb. Frkr. 1591. III. Eigh. 1 Hienach Schmidt, Dohna S. 166 zu berichtigen. Die Kapitulation Turenne's mit, Chr., Heidelberg 14. April, teilweise gedr. bei Beckmann II, 301. Ein Memorial Chr. für J. C. mit eigh. Randbemerkungen des letzteren Ma. 545/7 f. 277; u. a. über Aufforderung verschiedener Fürsten und Städte ihren Anteil an der Kontribution in Frankfurt zu erlegen, wo nach J. C. Bemerkung Turenne sich aufhalten soll; zu Chr. Bitte, „das S. L. uf 25 000 fl. ihr gelt zu Frankfurt erlegen lassen wolle", bemerkt J.C. : „Ausdrucklich hab ich bedingt, das Pfalz mit dem durchzug verschonet werde", zu dem weiteren Vorschlag eines Nachschusses : er könne für sich nicht mehr willigen, aber die andern Stände könnten nach L. Wilhelms Vorschlag statt der bewilligten Gulden Taler geben, was 1 / 0 mehr betragen würde; auch die Bitte um etliche Zentner Pulver lehnt J. C. ab. Ein von Dohna ver- fasste3 Bedenken (ebd. f. 280 eigh.) bemerkt zu Punkt 8 (Bitte um J. C. frühere Antworten anf kais. Abmahnungsschr.), man müsse es ein wenig ändern, damit es nicht beim Kaiser das Ansehen habe, „als wann man die argumenta dem fürst Christian in pennam dictirt"; zu Punkt 13 („die feren und schiffe zur überführe am Rhein in guter acht zu haben")-, das sei der höchste und vornehmste Punkt; da P. den Durchzug nicht gestatten wolle, sei nicht zu ersehen, wie er grossen Vorschub mit Schiffen tun könnte. Zu Strassburg käme Anhalt am besten über die Brücke, brauche aber wieder P. und die Markgrafschaft. — Ein Sehr, von Harnix de S. Aldegonde, den Chr. gebeten hatte, ihn auf dem Feldzug zu begleiten, an Johann von Nassau, Haag 29. April/9. Mai. in den Oeuvres de Mar nix S. 339 ff. und bei P ri n s t e r e r II. 158 ff. (vgl. Zerbst, Acta 1591. II, f. 137, Cop.). 510 1591 536—537. 18. 536. Ernst von Köln von Wolfgang von Mainz. 18. A P ril Kommt nochmals auf seinen Vorschlag einer Zusammenkunft Freising der vier rheinischen Kff. zurück, da „der sachen gelegenheit, welche wir E. L. gern ausführten, da sie der federn oder andern dismal zu vertrauen, also geschaffen"; W. möge bei Trier und Pfalz dahin wirken, dass sie in längstens anderthalb Monaten zu Stande komme. Hätte W. früher beantwortet, wenn er nicht von der Abwesenheit des Administrators der Pfalz gehört hätte, der jetzt wohl glücklich zurückgekehrt sein wird. 1 Mb. iU\11 t. 147. Cop. 22.April 537. Zündelin an Joachim Camerarius. Dresden (Heimliche Umtriebe. Gefahr einer Unterschätzung der Macht Spaniens. Ihre einheitliche Leitung gegenüber der Zwiespältigkeit ihrer Feinde. Die zielbewusste Politik des Kf. von Sachsen und die Zügellosigkeit der lutherischen Prediger.) „Quo occultiores et tectiores sunt quorundam machinationes, hoc maiori aliorum periculo coniunctae, nisi omen deus, quod sper- amus, averterit, erumpent tandem vehementius, tempore hoc veris praesertim, quod occultissima etiam et quasi intermortua in lucera et tanquam vitam restituit". Denn die Spanier müssen trotz der hergebrachten Langsamkeit ihrer Vorbereitungen im eigenen Interesse den Verschworenen in Frankreich vor deren "völliger Niederwerfung durch den König beispringen. Wie viel bedeutet schon „unius eiusque potentissimi imperium et ab omnibus rerum gerendarum instrumentis parati". Mit Unrecht bauen manche, die überhaupt diese gewaltige Macht, „pro voto magis suo quam ex rationis praescripto" beurteilen, auf den augenblicklich schlimmen Zustand der spanischen Finanzen. „Contra vero multitudo im- perantium et diversi, quos fere spectare consueverunt, fines, animi etiam et voluntates multis adeo nominibus distractae quodammodo ac divulsae expedita etiam per se implicare et impedire mirifice solent. 2 Spes nihilominus praecipua in causa tarn iusta et dei dementia et instrumentis, quibus ille aliquot selectioribus tanquam ad per- ficiendum opus, quod ipse inchoavit, uti videtur. Quo ipso auctore 1 Vgl. No. 410. J. C. lehnte die am 8./18. Mai an ihn gerichtete Aufforderung des Mainzers am 13. Mai vorläufig ab, mit Bezug auf den erfolglosen Dep. Tag und auf seine Unkenntniss von Kölns Absichten ; Köln könnte ja, wenn es der Feder nicht zu vertrauen, durch eine vertraute Person ihnen allen darüber Eröffnungen machen (ebd.). In einem Sehr, an Kf. Christian vom 25. April berichtet J. C, dass Ernst mit Salentin zusammen insgeheim zu Prag die Vermählung des Fräuleins von Jülich mit einem der kais. Brüder betreibe, tim dieses Land für Oesterreich Zugewinnen; vgl. die aufgefangenen spanischen Briefes; Chr. möge sich durch „den bekannten mann zu Prag" und sonst darüber erkundigen. Das Vorgeben Ernsts, er wolle die spanischen Garnisonen im Erzstitt durch deutsche ersetzen, hält J. C. für „lauter brillenwerk" (Dr. 9306, Or.). a Vgl. Anhalt an Sachsen, 11. Mai (s. u.). 537-538. 1591 511 cum Hipparchus ad nominis ipsius laudem et gloriam quaedam in- stituerit et aliquantum iam provexerit, importunorum vociferatio- nibus et perversis quorundam iudiciis ac censuris magnanimus heros a proposito tarn pio constanter persequendo absterreri se non patietur. Quemadmodum autem nihil hie timide, ita multo minus temere, cum et moderatione sua et prudentium virorum consilio sit munitus. Ranae autem illae coaxantes undique etsi non pluviam modo, sed tempestates etiam et fulmina eiere conantur, ante tarnen crepabunt, quam voto tarn impio potiantur. Quod si magistratus sacrosanetura prius silentium improbis voeiferatoribus imperarent, quam voeiferandi et calumniandi atque damnandi potestatem facerent, quasi fundamenta iaeta essent tot et tarn funestarum discordiarum pia et salutari concordia finiendarum. Sed hoc ipsum optare potius quam sperare possumus tarn praepostero et perverso seculo, quo pie- tas et religio omuis ad rixas et contentiones impias redaeta videtur". 1 Bm. Coli. Camerar XXII. Or. 538. Johann Casimir an Christian von Sachsen. 25. April (Trägt keine Schuld an der Verschleppung der Verhandlungen und an Hßidel- der Beiziehung Scbombergs.) ber 8 Auf Chr. Sehr, vom 16. Ist mit Chr. einverstanden, dass es nicht nötig war, die Verhandlungen über die französische Hülfe so hinauszuziehen. „Ob es aber an uns gehaftet, das man alhie so lang im armbrust gelegen, das würt uns versehenlich von niemand mit grund zugemessen, sonder das widerspiel dargetan werden könden''. Hätte er nicht Anhalt unterschiedentliche Handbietung geleistet, es hätte noch länger gedauert. Anhalt wird mündlich berichten. Den Passus, man wolle dem Kf. die Entscheidung des Punkts wegen der hohen Aemter heimstellen, versteht er nicht, da er davon nichts an Chr. geschrieben. Soviel ist richtig, dass laut etlichen vonTuraine verfassten Ergänzungen der Kapitulation die Bestallung dieser Aemter Anhalt mit Wissen der beteiligten Fürsten, besonders Chr. freistehen soll. Hat dies gebilligt, da auch Chr. diese Punkte bereits kennen soll. „Ob man sich aber mit Casparn von Schönberg zuviel eingelassen, indem man ime berurte puneten der capi- tulation zu ersehen zugestelt, und dann, das man ine zur traeta- tion gezogen und doch nicht trauet, das stellen wir alles für dis- mal dahin". Touraine hat es so gut gefunden und die Punkte sind ohne sein Wissen Seh. zugestellt worden. Hat eine unvorgreifliche Antwort für deu Fall von Scbombergs Ansuchen bei Chr. u. a. mitgeteilt. 2 Bittet um Mitteilung dessen, worüber sich . Chr. mit Brandenburg vergleicht. Dr. 9306. Or. 1 Vgl. hiezu die Sehr. Kf. Christians an Sachsen-Weimar vom 2. Okt. und 4. Nov. 1590, Rieh ard I, 272 ff. 2 Am 9. April hatte J. C. dem Kf. berichtet, Seh. habe sich wegen der Aenderungen von Anhalts Kapitulation, besonders über die Bestallung des Feldmarschallamts durch A. mit Zustimmung der Fürsten, ungestüm gezeigt: warum man ihn zu entsetzen wünsche? 512 1591 539—540. 29. April 539. Johann Casimir an Christian von Sachsen. H {jprg' Auf Chr. Sehr, vom 20. April. 1 Er und sein Mündel werden neben den andern die Torgauer Notel vollziehen. Er wird Neuburg, Zweibrücken und Ernst Friedrich von Baden baldigst einladen dem Bund beizutreten; 8 hat dies darum verschoben, weil er glaubte, vorher sei die Notel unter den zu Torgau Versammelten zu vollziehen. Auf die Pf. Reichard und Georg Hans darf man keine Rechnung machen. Mc. Geh. Verstendnussen. Conc. (uach Auszug von Geh. Bat Uitter) 3 0. Apr il 540. Der Kaiser an Christian von Sachsen. 10. Mai Verweist auf sein Erbieten vom 25. Mai des abgelaufenen 90. Prag Jahrs u. a. wegen des gefangenen Straputzky und seiner Aussage. Schickt Extrakt von dessen gütlichen und peinlichen Bekenntnissen, worin er aber in Bezug auf den Kf. nicht das Geringste gestehen wollte. 3 Dr. 8542. Or. Unzufrieden mit der Antwort, es stehe nicht bei einem, sondern allen ev. Fürsten, wird Seh. wohl Chr. und Brandenburg deshalb molestiren. Für diesen Fall legt J. C, da Seh. „aus denen bereit E. L. von fürst Christian zugeschickten . . motiven" nicht ohne grosse Gefahr als Feldmarschall zu gebrauchen, eine mit A. vereinbarte ablehnende Antwort bei: das Interesse der ev. Fürsten erfordere einen ihnen gegenüber verantwortlichen Feldmarschall aus ihren eigenen Leuten und der König habe ihnen (vgl. die Kapitulation) die beliebige Besetzung dieses wie aller andern Aemter überlassen. Dabei wolle mau nicht Seh. an seinen Dignitäten etwas derogiren, sondern setze voraus, der K. werde ihn in seinem Amt drinnen zu gebrauchen und sonst zu kontentiren wissen (ebd. Or.) Seh., der damals mit Anhalt über die Einleitung des Feldzugs (Lauf- und Anrittgeld, Obersten u. s. w.) korrespondirte, klagt, (Frankfurt 27. April/7. Mai) bitter über ,ma juste et invetöröe douleur", dankt aber in Erwartung der endlichen Entscheidung A. für die Aufforderung, „que je n'aye ä me mettre en peine de ceste nouvelle aecroche et traverse" (Zerbst eigh.). Auf pfälzischer Seite klagt dagegen Kolbinger (an Donna, Heidelberg 23. April, Mb. 113/3e), „hostibus pleraque hie acta et transaeta iam innotuisse", und meint: „explusis a rebus agendis barone Donauw et Schregelio nonnullis exploratam iam pene victoriam fuisse sentio". ■— Ein in recht leichtem Ton gehaltenes Sehr. J. C. an Kf. Christian, Heidelberg 23. April (über ein Gemälde eines schönen Weibsbilds u. a.) teilweise gedruckt im Ar eh. f. sächs. Gesch. XI. 116 f. (zu berichtigen die Stelle: „mit eim Vorhang ufschlagen" statt „verschlagen", Dr. 8539, Or.); vgl. No. 498. 1 Vgl. No. 530. 2 Ueber J. C. Verhandlungen mit diesen3 Fürsten vgl. Muff at S. 17. a Der Angeklagte, ein Adeliger, der am 25. Juni/5. Juli zu Prag wegen Teilnahme an der vor 15 Jahren erfolgten Ermordung eines Standesgenossen enthauptet wurde (Chmel, Handschr. der Wiener Bibl. I, 405), wurde peinlich befragt, weil er und Ludwig Rosenhagen auf einen Trabanten Weiss ausgesagt, der die Tat mit vollbringen helfen und „über dies dem churf. zu Sachsen abgesagt und J. Ch. Gn. ermorden wellen". Vgl. den beil. kais. Befehl zur Folterung des Str., Prag 2. März 1591; ein Zettel besagt noch: „Sovil die conspiration wider I. Ch. Gn. von Sachsen belanget, haben auch auf vilfeltiges zusprechen und ermahnungen weder guetlichen noch peinlichen was von ime bringen kunnen". 541. 541. Engelland 1591 Aufzeichnung Christians von Anhalt. 1 „Contribution zettel. 513 (Mai) 50 000 fl. ist erlegt. Soll noch 25 m fl. erlegen, hat aber noch zur zeit keine erkler- ung von der königin. Sachsen 60 000 fl. ist richtig. Branden: 22 857 fl. erlegt. Administ:* 20 000 fl. erlegt. *Von anderer band: „Job. Friederich marg. zu Brandb." Pfalz * 25 000 fl. * mit condition, das man durch sein land nicht zihen soll. Hessen 20 000 fl. Wirtenberg 17 000 fl. erlegt. Anspach 20 000 fl. Baden 8000 fl. mit condition wie Pfalz Meckeburg 5741 fl. Herzog* zu Lunenborg 6000 fl. *Von anderer hand: „Ernst und Christian". Erfurt 10 000 fl. Braunschweig 5741 fl. Lunenburg 1142 fl. Mulhausen 3000 fl. Nortbausen 4000 fl.* *Von anderer hand: Summa 278 481 fl. „Gr. Roch von Linar Pommern dritt zurück. 3000 fl." Holstein nichts erklert. Braunschvveig bleibt, wer er ist. Bremen ist noch 10000 fl. nicht ersucht 1 Denemark hat dieser sachen zwei jai illudirt und mit vorgeb licher hoffnung genügen getan. Nürnberg hat sich gegen den gesand ten vornehmen lassen J wan sie ersucht wurden 3 wollten sie darauf denken 9 was ihnen zu tun. Frankfort \ Strassburg ) Ulm Hamburg 1 Lübeck Magdeburg] \ Zerbst (Bernburg), Aqa. uo. li. haben sich nicht erklert. ist noch nicht ersucht, braunschwei- seind gut gisch." 2 Sehr, der K. Sophie von Dänemark an P. Christian I. Eigh. 1 Vgl. Ritter, Br. u. A. I, 22 (nach einem Exemplar Dr.). 2 Chr. fügt einen Ueberschlag bei, „welchen ich zu Dessau gemacht", über die Kosten für Anritt- und Lauf'geld, Bewaffnung, Geschütz, Bezold. Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir, m, 33 514 1591 • 542. Mai 542. Bericht des ansbachischen Kanzlers Stadtmann über seine Werbung bei Würtemberg. 1 (Werbung mit einem hessischen Gesandten bei Ludwig von Würtemberg; dessen Bedenken gegen die besondere Verpflichtung der Räte und gegen den Beitritt zur Union. Leistungen Würterabergs für die französische Hülfe. Persönliches.) Fand bei seiner Ankunft zu Stuttgart am 26. April den hessischen Statthalter Bernhard Keudel daselbst vor; sie Hessen beide ihre Kredenzschr. übergeben und den Herzog bitten sie allein zu hören. Trotz wiederholten Ansuchens hierum verschob der Herzog da seine Räte auf einer Hochzeit seien, die Audienz auf den folgenden Tag. Aber Abends vor dem Nachtessen kam der Herzog selbst in ihr Gemach im Schloss, um ihre Werbung zu hören. Sie baten vor allem um strenge Geheimhaltung der vorzubringenden Sache und gleichmässige Verpflichtung der beizuziehenden Diener. Der Herzog erklärte, er hätte sich eines solchen Misstrauens gegen ihn und seine geheimen Räte nicht versehen, zumal sich diese bisher in vertrauten Sachen unvenveislich gehalten hätten; „I. p. Gn. hielten dafür, die wisten solche sachen zuvor, und deuteten uf die franzosisch hilf". Als sie aber mitteilten, es handle sich nicht vornehmlich darum, sondern um eine Defensivvereinigung zwischen den ev. Fürsten, so dass von Misstrauen nicht die Rede sein könne: antwortete der Herzog, „do es etwas wider die kais. Mt., religion oder prophanfriden oder das concordienbuch were, wisten sich I. F. Gn. nicht einzulassen noch zu erclären". Sie verneinten dies; es handle sich vielmehr um Handhabung des Rel. und Profanfriedens. Der Herzog entgegnete, „man wolten under solchem den Calvinis- mum villeicht verdecken; sie wolten mit denen nichts zu tun haben; wolten doch mit mir morgens insonderheit weiter reden". Tags darauf Hess der Herzog ihm allein durch Melchior Jager und den Kanzler D. Aichman melden, „das I. F. Gn. bishero wie noch E. F. Dt. für dero geliebten vateni und sich für deren söhn gehalten und solches also auch bei E. F. Dt. sonderlichen in dern Unmündigkeit empfunden; wolten nicht hoffen, das es noch änderst noch das E. F. Dt. in I. F. Gn. ein mistrauen setzen wurde mit disem erinnern und verpflichten der geheimen ret". Er erwiederte, sein Herr sei väterlich gesinnt wie immer, aber betreffs der von den Teilnehmern dieses Werks beschlossenen Verpflichtung könnten sie ihrer Instruktion gemäss nicht abgehen. „Doruf seind wir zu Proviant u. s. w., sowie für den ersten Monatsold einer Armee von 6000 Reitern, 6000 Knechten und 1200 Schanzgräbern (nebst „general- stat", Aemtern, Handwerkern, Fuhrleuten): zusammen 397842 ü.; der Generalüberschlag, um 3791 fl. höher, belaufe sich auf 401 633 fl. und seien also noch ausständig 123 152 fl. 1 Vgl. oben No. 532; Ritter I, 47; Muf fat S. 18 f; über die Verhandlungen Würtembergs mit seinen Ständen Sattler V, 136 ff; Stalin IV, 809. Kf. Christian hatte die Schickung nach Stuttgart am 15. April vergebens dringend widerraten (Muffat S. 18). 542-543. 1591 515 verrer verlier furgelassen"; der Herzog Hess anzeigen, es solle verschwiegen gehalten werden und die anwesenden Räte ,,irer aiden, damit sie I. F. Gn. verwandt, doruber erinnert sein". Sie meldeten darauf die Ursache der Vereinigung und den Auftrag an Neuburg und Hessen und baten den Herzog, sich von der Vereinigung nicht abzusondern, und die Notel, die ihm zugestellt wurde, durchzusehen. Am nächsten Tag verschob der Herzog seine Erklärung, da er jetzt keine Gelegenheit und Zeit habe eine so wichtige Sache in Beratung zu ziehen. Auf Vorschlag des Hessischen diskurirten sie Nachmittags mit den geheimen Räten wegen baldiger Resolution, aber der Herzog blieb bei seinem vorigen Entschluss* und trug ihm Gross und Zuentbieten an seinen Herrn auf. Betreffs der französischen Hülfe teilte ihm der Hessische, der deshalb keinen Befehl hatte, mit, der Herzog habe sich bereits gegen Turenne erklärt; der würtembergische Kanzler sagte ihm vertraulich, „das I. F. Gn. ibme graven von Thurene für 8 m fl. bulver in ringen anschlag nach Francfort uf I. F. Gn. costen liefern Hessen und sonsten noch gelt darzu geben, so der Hessische alles uf 26000 fl. verliefe anzeigt". 1 Da aber der Herzog zuvor Ph. L. um Bericht ersucht hatte, teilte er den geheimen Räten eine Cop. der Vergleichung über die Hülfe mit. Obwohl der Herzog täglich Arznei nahm, wurden sie doch zur Tafel gezogen und einmal ins Frauenzimmer geladen. Der Herzog gab ihm für seine Reise nach Tübingen ein Sehr, zum Einlass ins Schloss mit, ferner eine auf herzogliche Kosten gedruckte deutsche Bibel mit eigh. Widmung, sein erschienenes Arzneibuch und eine Wehre, dies alles, besonders weil der Herzog vernahm, „das ich des alten hern Brenzen . . . freund und bei ihm in seinem exilio im schmalkaldischen krieg und mit nach Mumpelgart zu deroselben herrn vatern herzog Christofen gezogen, auch hernach zu Aurach in I. F. Gn. hern anhern . . hof mit gewesen". Berlin. Unionsacta L f. 660 ff. Eigh. fpr. Auabach 21. Mai 15911. 543. Johann Casimir an Zweibrücken, Ansbach und 5. Mai Neubu rg. Die Hülfe ist für zwei oder drei Stände zu schwer. Erbietet sich aber zur Teilnahme, wenn andere Kreise und Stände dazu tun. 2 Jülich und seine Räte haben die Spanier ins Land gerufen und wohl nicht viel Lust zur Hülfe, „weil er sich gegen H. Johan den 4. april erklert", dass der Kaiser ihm wegen der Pazifikation Tätlichkeit verboten habe. Das französische Wesen hindert zur Zeit wirkliche Hülfe. Rät Jülich zu erinnern, dass er von der Tätlichkeit gegen Aachen abstehe. Mb. 101|6 f. 120 (Auszug). * Schriftliche Antwort auf die ansbach. und hess. Werbung, Stuttgart 27. April, ebd. f. 658. Or. 1 Vgl. Sattler V, 133 f. — Turenne schreibt an J. C. aus Stuttgart am 20./30. April (Ma. 545/7 f. 259). ' Vgl. No. 502. 33* 516 1591 544-545. 11. Mai 544, Christian von Anhalt an Christian von Sachsen. Dessau .... „Man will E. Gn. jederzeit an die spitze stellen; aber hier ist niemand, der ihrem loblichen exempel zu folgen gedenket, E. Gn. werden noch gewislich an mich einmal gnedig gedenken was ich itzo dienstlichen schreibe, das die differentia intentionum' so man hat bei diesem werk, werde noch unser Vaterland (dafür gott gnediglich behüten wolle) in ein bös spiel bringen. Die Ursachen wissen E. Gn. albereit. So will ich auch in der person wan mir gott zu E. Gn. hilft, derselben etwas mehr davon berichten. Derhalben will ich mich an E. Gn. halten, beides darumb das sie mein gnediger lieber herr seind, und dan das ich gewiss bin, das E. Gn. zu diesen Sachen sich aus keinem andern intent gewandt, als das sie dadurch gott dienen wollen und gedenken ihren loblichen namen mit solchen und dergleichen christlichen und billichen furnehmen unsterblich zu machen". Dr. 9306. Eigh. 12. Mai 545. Christian von Anhalt an Landgraf Wilhelm. 1 Dessau Ein Mangel am ersten Monat auf dem Musterplatz könnte die ganze Sache zum Scheitern bringen. Er kann nur den guten Vorschlägen folgen, „consilium enim senibus et hasta iu- venibus convenit". Kann nicht Vertröstung geben gegen besseres Wissen. „Die leute wollen von keiner andern lection hören quam de praedicamento quantitatis". . . Das Aufbringen des Anrittgelds 1 Die zu Dessau mit den Rittmeistern geführten Verhandlungen drohten wegen verschiedener Punkte der Bestallung (in der die A. C. und die Landes- und Lehensherren der Einzelnen nicht ausgenommen seien) ins Stocken zu geraten. Sie sagten, die Bestallung sei überhaupt den früher von Frankreich oder Navarra ausgegangenen durchaus unähnlich und ihre in Sachsen und Brandenburg zu werbenden Leute hätten erklärt, „das sie uf blosse bestallung und ohne Versicherung der chur und fursten oder reichsstedte nicht fortzureiten gesinnet"; jedenfalls müssten die bedenklichen Punkte geändert werden und neben dem Anrittgeld 3 Monate Bezahlung vorhanden sein (ebd. Registratur der Handlung mit den Rittmeistern zu Dessau). Schon am 4. Hai schreibt Anhalt ganz verzweifelt an Sachsen: „Die ochsen stehen recht am berge . . . Gott weiss was draus werden wird. Es siehet mich an, es werde ein grosser schimpf und schaden draus erfolgen" (Dr. ebd. eigh.). Turenne, der gleichfalls nach Dessau kam (vgl. seine Sehr, an Dänemark vom 12. Mai, Kopenh. Or., an Camerarius 17. Mai, Bm. Coli. Cam. XIV, Or.), ging von dort über Leipzig, wo er de la Tuillerie an Braunschweig abfertigte (T. an Heinrich Julius, 1. Juni, Hann. Or.; T. an Camerarius, Leipzig 20. Mai, Bm. a. a. 0., Or.), nach Frankfurt. Dohna (vgl. Schmidt S. 167) wurde von Anhalt aus Dessau zu L. Wilhelm geschickt (Beglaubigung 13. Mai), mit verschiedenen Bitten (Durchzug, 2 Kartaunen, Förderung der bewussten Sache beim Erzb. von Bremen und der Stadt Nürnberg, Zerbst Conc). Vgl. Bougars an Camerarius, Dessau 13. Mai, wonach Dohna, Krimsinger und Bubisdorf Dessau schon am 9. Mai verliessen „ad militem cogendum" (Bongars, epp. S. 18 f.). 545-547. 1591 517 erforderte gegen 6 Monate; was geschieht in den 6 oder 7 Wochen, da man soviel als der eine Monat austrägt gewiss haben rnuss ? Sonst ist Meuterei gewiss. Bittet um Rat sowie um Anmahnung bei Stadt und B. von Bremen und bei Nürnberg sowie um baldigste Sendung von W. Anlehen hieher. Geschütz. . . Marb, Frkr. 1591. III. Eigh. (pr. Kassel 16. Mal). 546. Turenne an König Christian IV. von Dänemark. 12 - Mai Dessau Da der Administrator von Magdeburg zum König gehen wird, entschuldigt er sein Fortbleiben und beglaubigt Bongars, der auch Sehr, vom K. von Schottland überbringen wird. 1 Kopenh. Fr. Eef, Or. 547. Johann Casimir und Christian von Sachsen an ^ Mai Grossherzog Ferdinand von Toskana. 2 (Schwere Bedrohung der gesammten Christenheit durch Spaniens Streben nach der Universalmonarchie, das sich zur Zeit vor allem auf die unter dem Vorwand der Religion mit den französischen Rebellen zusammen unternommene Niederwerfung Heinrichs IV. richtet. Ferdinand war stets ein eifriger Gegner dieser Bestreburgen. Trotzdem wagen die Feinde von seiner und der übrigen italienischen Fürsten Zustimmung und Unterstützung zu sprechen. Aufstellung eines deutschen Hültsheers für Heinrich IV. unter der Führung Christians von Anhalt. Bitten um Förderung der gemeinsamen Sache bei den übrigen italienischen Fürsten, besonders bei Venedig.) „Quem in locum libertas atque dignitas prineipum christianorum a cupiditate et ambitione quorundam addueta sit, qui e ruinis aliorum, quos ad umnem sibi iniuriam oportuniores vident, nova sibi regna atque imperia in perniciem reliquorum extruere conantur, adeo non ignoras, dux magne et serenissime, ut de reme- diis etiam huic malo ante adhibendis, quam in communem perniciem serpat et progrediatur, longius singulari cura et sollicitudine laborare videaris. Quam tibi mentem atque Studium cum immortali nominis tui gloria coniunetum hoc magis gratulamur, quo certius nobis persuademus, a tarn praeclaris cogitationibüs et conatibus tuis fruetus optatiores omnes in rempublicam christianam redun- daturos his potissimum temporibus, quibus illa per latus regni 1 Ebd. Sehr. T. an die dänischen R. Räte und Anhalts an den König gl. Datums Orr. (letzteres mit der Bitte, sich um der Sache und auch um Anhalts Person willen willfährig zu erklären). 2 In einer Zeitung aus Hamburg vom 30. April, die einer Depesche Viscontis vom 18./28. Mai beiliegt (Rom, Germania 112, 239), wird gemeldet, die Bevollmächtigten der prot. Kff. und Fürsten und der oberdeutschen Städte hätten zu Torgau eine Hülfe für Frankreich bis zu 18 Tonnen Goldes und die Sendung von 6000 Reitern und 16000 Knechten nebst Artillerie und Munition beschlossen. „Regina vero Angliae, Florentiae dux et respublica Veneta (ut ex Anglia a consili- ario regine non tantum ad amicum perscriptum, sed impressum sine mentione loci typographi hie vidi) peeuniae ingentem summam ad exercitus imprimis germanici sustentationem suppeditare constituerunt". 518 1591 547. 14. Mai gallici extreme periclitantis ad exitium petitur. Nemo quidera ex iis, quibus prudentia tua animique magnitudo ex anteactae vitae tuae consiliis actionibnsque cognita et perspecta est, dubitat, quin pro virili tua parte omnia facturus sis, quo regnum idem ab in- teritu vindicetur, quod propugnaculum libertatis communis semper habitum fuit, nee interire potest, quin ruina sua tot alia regna, quae christiano nomine censentur, gravissime adfligat aut obruat potius atque evertat funditus. Etsi vero qui huic exitium machi- nantur in id omni virium contentione ineumbunt, ut obtentu illius ab haereticis vindicandi defensorem ipsius fortissimum et haeredem legitimum Heinricum quartum e medio tollant, et tantum se iam effecisse gloriantur, ut ad novum regem creandum consensus et opera ipsis neque tuus neque reliquorum Italiae prineipum defuturus sit: tarnen nobis non est dubium, quin famam hanc ad vestri nominis ignominiam excitatam repressuri et prudentia atque vigi- lantia vestra conatus tarn impios ac nefarios tantoque omnium prineipum ebristianorum praeiudicio atque periculo coniunetos pro viribus impedituri sitis. Satis enim intelligitis, quorsum praetextus ille catholicae religiouis defendendae pertineat, ut seilicet Gallia universa novarum et funestissimarum factionum incendiis novis exardescat, quae nulla vis humana restinguere aut ab exitiabili ruina totius paene orbis christiani seiungere queat. Nihil vero sapientiae et iustitiae vestrae tarn repugnat, quam quod illi vobis tanta audacia atque impudentia adfiugunt, ut seilicet vobis non modo probantibus, sed etiam adiuvantibus regnum Galliae legitimo rege suo nefarie spoliatum et miserabiliter laceratum atque divulsum in eorum denique potestatem ineidat, qui ex illa tanquam arce quic- quid usquam est libertatis atque dignitatis invadere et opprimere conantur. Iam illud etiam intelligitis, nee regem magis hoc tempore necessarium regno Galliae nee hostem acriorem communibus hostibus opponi hoc ipso rege potuisse neque piam aut religiosam cogi- tationem ullam in corum animis locum habere posse, quibus aliena rapere et diripere pro libidine nulla est religio et qui sine ullo conscientiae scrupulo in totius orbis christiani imperium oculos spe ac mente iampridem tanquam in praedam suam defixerunt. Singularis vero illa tua laus atque praeeipua, quod ne quid tale culpa tua aeeidat non solum caves diligentissime, sed ne alii quo- que in eos errores ineurrant, quos non tarn Italia quam respublica christiana universa exitio denique luat, operam das. Nos quidem non solum regis regnique Galliae, quod multis adeo nominibua nobis Imperioque Romano coniunetum est, miserabili conditione et iniustissima oppressione commoti, sed multo etiam magis periculo communis libertatis atque dignitatis impulsi, una cum aliis aliquot prineipibus Germaniae Protestantibus m mum prineipem Christianum Anhaltinum consilio et re iuvimus, quo facilius iustas peditum et equitum copias pro eodem rege conscri- bere et in Galliam adducere quam primum posset. Neque vero aliud hie speetamus (cuius propositi atque consilii nostri deum ipsum testem et conscientiam nostram habemus), quam ut salvo rege regnoque Galliae salva et incolumis sit respublica christiana frenumque iniieiatur infinitae quorundam ambitioni et rapacitati, 547-548. 1591 519 jtemque rebellium populorum nefariae improbitati atque audaciae, qui summos reges atque principes exemplo periculosissimo et per- niciosissimo, quibus parere ipsis divinae et humanae leges omnes iubent, in ordinem redigere et pedibus conculcare nituntur. De hoc autem consilio nostro te ante omnes alios certionem facere voluimus, cui eodem studio atque desiderio communis libertatis defendendae coniunctiores sumus. Nihil etiam dubitamus, quin illuJ probaturus sis, et rogamus te, ut reliquis quoque principibus Italiae et praecipue Venetis amicis tuis, quorum non minus res hie quam tua nostraque agitur, auetoritate et prudentia consiliorum tuorum animos addas, ut quod sibi et patriae suae hac in parte sponte praestare sunt parati, id tuo hortatu et exemplo promptius etiam faciant atque alaerius. Quod si erit et certatim omnes ad incendium hoc Galliae restinguendum omni alio respectu postposito aecurrere voluerint, non tarn ab interitu vindicati regni Galliae quam totius reipublicae christianae gravissimis periculis liberatae laus atque gloria te praeeipua manebit occasionemque nobis iustam et optatam inprimis hoc modo daturus es re ipsa testificandi atque declarandi, quantopere gratiam tibi meritam referre cupiamus, ea omnia officia praestando, quae tibi grata et iueunda a nobis acci- dere possint. Verum causam iustam adeo nobisque tecum com- munem non tibi commendamus pluribus, ne optimae et constan- tissimae voluntati tuae diffidere aut non ea omuia a te expeetare videamur, quae a summo in rempublicam christianam et communem libertatem atque dignitatem studio existere queant. Vale, prineeps serenissime. Datae XIIII. Maii anno MDXCI." Dr. 9305. II. Buch franz. Kriegshänael. f. 374. Cop. 548. Visconti an Sfondrato. (Betreibung eines katholischen Bundes durch Erzh. Ferdinand, Lothringen und Baiern, vom Kaiser vorläufig abgelehnt. Spanien wäre vermutlich beigetreten. Geheimhaltung, um die Protestanten nicht zu einer ähnlichen Vereinigung zu veranlassen. Baiern wünscht seinen- Besuch.) „La venuta del coute di Cambre, mandato dal areiduea Ferdi- nando, et del barone Precestan dal duca di Lorena et duca di Baviera e stata per ottenere il consenso del Imperatore di fare tra di loro et aleuni conti catolici di Suevia et il vescovo di Argentina et altri prelati che volessero entrare una lega deffensiva de li loro stati per impedire principalmente le parte [!] de' raitri in Francia et pericoli soprastanti al vescovo de' Argentina et raffrenare l'inso- lentia de Casimiro, con rendersi sicuri di tutti li motivi de' Protestant!. Perö dal Imperatore non hanno bastato, in tanto tempo che son stati qua, havere resolutione aleuna; et l'ultima risposta e, che se ne vadano; percioche farä poi sapere al areiduea Ferdi- nando la mente sua. II che io temo che non sia una modesta esclusione, che mi dispiacerebbe assai; percioche questo sarebbe forsi un prineipio di ritornare col tempo in Germania la religion catolica nel pristino stato et assigurarsi di non perdere piü. Et 520 1591 548-550. credo che, se il negotio fosse passato o passarä inanzi, che il re di Spagna, sotto il pretesto delli stati di Fiandra, entrarä gl; ancora nella lega. II negotio passa molto secreto et cosi convien tenerlo, per non insuspettire i Protestanti et darli occasione di fare simile o maggiore unione tra di loro, poiche non andaranno con tanti rispetti con l'Imperatore. 1 II duca di Baviera mi fa grande instanza, che al passar in Italia vada lä ritrovarlo, et credo per trattar meco di questi negotii, che non so, se l'angustia del teinpo mi concederä di poterlo fare". Rom. Germania 112 p. 251. Cop. (dechiffrirt). 17. Mai 549. Heinrich Julius von Braunschweig an Christian Wolfen- von Sachsen, büttel Auf Chr. wiederholtes Ersuchen um Resolution auf die Torgauer Beschlüsse. Auf J. C. Werbung vor dem Torgauer Tag erklärte er sich deshalb so bereitwillig, weil er daraus entnommen hatte, dass Ulrich von Mecklenburg für dieselbe Sache gewonnen sei. Weil derselbe aber bis dahin in der Tat noch nicht gewonnen ist, das Unternehmen auch von wenigen Ständen nicht ausgeführt werden kann, so ist der Bund nicht eher abzuschliessen, als bis alle Stände und Städte, deren Beitritt in Aussicht genommen ist, angegangen sind. Ist nicht mit allen Punkten der Notel und des Abschieds einverstanden. Er kann sich auch nach dem seinem Vater getanen Versprechen „der contribution halber nicht erkleren, wir haben uns dan mit unser getreuen lantschaft, von welcher uns dieselbe billich werden mus, zuvor beret . . . Wir erkleren uns aber noch wie vor dahin, wan zu diesem werk in gemein von allen stenden, welche man vermeint dazu verstehen wollen und billich darein gezogen werden, getan, das alsdan unsers teils auch kein mangel erscheinen [sol]." Mc. Geh. VerstendnusHen. Cop. (Auszug von Geh. Rat Rittor). 18. Mai 550. Christian von Anhalt an Turenne, Dessau Schickt ein Sehr, des Landgrafen Schomberg betr. „II me mande une copie de la reponse du [!] mon mestre l'electeur de Saxen, et veut prouver par icelle que toutte la resolution soit remis ä nous deux. Mais je n'entend point les ceremonies de noz princes, mais je regarde Tintention interieure d'eux, ä seavoir la volouti: de mon dietz electeur et de l'electeur de Brandenburgh come aussi de l'administrateur et du duc Casimir, les opinions desquelz nous 1 Vgl. No. 520; Stieve IV, 26 ff. Visconti berichtet weiter am 25. Mai/4. Juni, der Kaiser habe endlich eingewilligt, „che si tratti et concluda sotto nome di unione, senza perö mostrare che egli ne sappia cosa alcuna, con facultä a tutti quelliche vorranno di entrarvi" [vgl. hiegegen Stieve a. a. 0. betreffs Spaniens]. Zimmern ist abgereist und hofft hiednreh den navarrischen Zug hindern zu können (Eom, ebd. S. 255). 550-551. 1591 521 avons bien appercoi duraDt nostre voyage. Alors trouvant que nous sommes en tres-grande neeessite des moyens, il ne sera pas ä propos d'offenscr ceux, qui peussent apporter plus de remede. Pourtant il ne faudra point quitter Tun moyns pour le grand, ce que je n'espere que mons r de Schombergh disiroyt mesme. Je vous prie, m r , de me vouloir renvoyer vostre lettre, que je la puisse avoir demain au soir, pour pouvoir entendre, si je suis au droit chemin ou nou, et me accommoder avea ma responce alla volonte et entention, laquelle vous avez. . . . Vistement Dessa, ce 18 de may 91." — Zerbst (Bernb.). Eigb. („llcssue ä Lcipsic«, Tur.) 551. Schomberg an Christian von Anhalt. 20 - Mai Frankfurt (lieber seine Ausschliessung vom Feldinarschallamt.) Hat Chr. Sehr, vom 10. huius durch Johann Branth empfangen. Den Beschluss, dass Chr. zum Feldmarschallamt eine Person bestellen solle, die im Hinein- und Herausziehen beim Haufen bleiben möchte, weshalb Chr. ihn nicht zu diesem Amt ersuchen könne, 1 stellt er Gott und der Zeit anheim. „Es solte aber an mir nicht gemangelt haben, ebenso wol im heraus als im hineinzuge bei dem häufen zu bleiben". Auf Chr. Begehren, trotz dieser Exklusion als bestellter Feldmarschall des K. dessen Wohlfahrt und namentlich diesen Zug sich augelegen sein zu lassen und Christian mit gutem Rat beizuspringen erklärt er, „das, ob mir wol der schimpf, so mir diesmal von meiner eigenen nation wiederferet, billich schmerzet und wehe tut, ich doch gott lob der ehren bin, das ich derenthalben von I. K. Mt. nicht absetzen noch meiner pflicht an derselben eben so wenig als an meinen vorigen herren I. K. Mt. vorfaren vergessen will"; Chr. wird das im Verlauf dieses Werks sehen und ihm einmal dessen Zeugniss geben können. (Eigh.): „E. F. Gn. underteniger willigster diener Caspar von Schonbergk feltmarschalk". Zerbst. Or. 1 Vgl. No. 517; 550. — L. Wilhelm hatte am 14. Mai noch einmal unter Mitteilung einer kursiiehsischen Antwort an ihn an Anhalt zu Gunsten Seh. geschrieben (Marb. Frkr. 1591, III, Cop.). Anhalt antwortet, Dessau 19. Mai, im gleichen Sinn wie in seinem Sehr, an Turenne; er betont dabei auch, dass der König Turenne Sehr, an Schomberg mitgegeben und daneben befohlen habe, Seh. solle, falls er nicht zum deutschen Feldmarschall gebraucht würde, sich sofort zum K. begeben; auch Kursachsen sage in seinem Sehr, an L. W., er habe von Turenne nicht vermerkt, dass dieser vom K. ausdrücklichen Befehl gehabt Seh. zu gehrauchen. Anhalt meint, er habe wegen dieser Person viel Sorgen gehabt und Gott um Hülfe gebeten (Marb. Frkr. 1591, III, Or.). Nachdem Dohna aus Kassel (S. 516 A. 1) am 24. Mai wieder in Heidelberg eingetroffen war, sandte er an 522 1591 552-553. 22. Mai 552. Christian von Sachsen an Johann Casimir. Dresden Erhielt trotz der Mahnschr. der 3 weltlichen Kff. von ßraunschweig eine befremdende Antwort. Besorgt, dass H. J. „von Hispanischen ode randern unartigen leuten müssen abgehalten werden oder soßsten einen sonderbaren respect auf das französische wesen oder andere haendel haben, oder ob es vielleicht S. L. an einem andern, so hierzu von nöten, manglen möchte". Würde H. J. Erklärung den andern Fürsten bekannt, so würden Ungelegenheiten daraus entstehen. Wird sie daher an Brandenburg gelangen lassen, damit dieser, womöglich mit Mecklenburg, H. J. nochmals zu gewinnen suche. Mc. Geh. Verstendnus."en. Or. (nach Auszug von Geh. Eat Ritter), 22. Mai 553. Johann Casimir, Christian von Sachsen, Johann Georg von Brandenburg, Joachim Friedrich, Heinrich Julius von Braunschweig, Ulrich von Mecklenburg und L. Wilhelm an König Jakob von Schottland. Auf J. Sehr, und Werbung. 1 Besondere Vorsicht von Nöten, um das üebel nicht noch zu verschlimmern. Eine Gesandtschaft Christian von Anhalt ein Memorial, in dem er neben andern Fragen (Artillerie, Eendezvous, Marschroute ti.' s. w.) besonders eingehend die Sache Schombergs, und zwar zu dessen Gunsten (vgl. No. 322) behandelt. „Uf alle mittel und wege zu gedenken, wie der feltmarschalk zu behalten. Nam primo congressu mirum in modum ipsius praesentiam desiderabimus. Wir werden stecken an allen orten und enden". Hiezu lässt Anhalt am Eand bemerken: „Er hab sein bestes getan, könne es wider seinen willen weiter nicht bringen 1 ". D. kommt dann weiterhin ausführlich auf diese Hauptfrage zurück und widerrät die Ernennung eines andern Feldmarschalls. Einen, „der des von Seh. qualitateshat", könne man doch nicht finden. „Soll dann einer den namen allein haben, so bringt es der Sachen auch keinen nutzen. Und weiss mons r Schrögell, wie es P. ergangen" [dies bezieht sich auf Dohnas Feldmarschallamt im kölnischen Krieg, vgl. Schmidt S. 52; 56], D. führt dann vor allem aus, wie bedenklich es sei, dem K. Heinrich IV. einen Feldmarschall aufnötigen und zumuten zu wollen, seinen Eid zu brechen, denn der K. habe „eben so wol geschworen temporales dignitates zu erhalten, nisi quid capitulo sit commissum, als per- petuas". Durch Annahme des Anerbietens, „general marechal du camp" zu werden würde sich Seh. bei Ernennung eines deutschen Feldmarschalls selbst stillschweigend seines Amts entsetzen. D. fährt fort: „II n'y a que cela que me fache. Car lui pourroit aveq son bon avis remedier aux difficultes d'artelerie, du rendevous, du passage et tout", wozu Anhalt bemerken lässt: „De hac re Ul mus non dubitat". Aber er lässt auch wiederholt versichern: „Christian kann wider seinen willen hierinnen nicht remedirn, wiewol I. Gn. die motiven nicht vor geringschätzig achten. Bitt, man wolle sie vor entschuldigt halten". 1 Vgl. No. 490. Heinrich Julius schickte das obige Sehr, unvoll- zogen an Magdeburg zurück, der ihm aber trotzdem die vollzogenen Sehr, noch einmal (Wollmerstedt 17. Juli) zuschickte, damit sie H. J. an gehörige Orte weitergelangen lasse. 553-555. 1591 523 ganz aussichtslos, nach wiederholten Erfahrungen. Schwierigkeiten eines Bündnisses. „Maneat ergointer nos ea nihilominus coniunctio, quae a studio religionis, libertatis atque dignitatis communis profi- ciscitur et conservata atque exculta frucfus satis uberes etiam sine aliis adminiculis ex se profunder, ubi scilicet unusquisque sponte sua communi praestiterit caussae, quod ei se praestare posse et debere conscientia teste intelligit". . . . Wolfenbüttel. Or. 554. Die dänischen Reichsräte an Joachim Friedrich ' n/r j . , Kopen- von Magdeburg. 1 hagen Sind damit einverstanden, dass die Königin und Herzog Johann Adolf nach Benachrichtigung über die Leistungen der andern Fürsten ihre Quote zur französischen Hülfe für Schleswig-Holstein erlegen zu wollen erklärt haben. Was die begehrte Hülfe der Krone Dänemark betrifft, so stehen im Weg der Grundsatz des verstorbenen Königs, nur dann etwas zu tun, wenn alle evangelischen Stände sich beteiligen, und die Erbverträge mit Frankreich und Spanien, vermöge deren sie keinem gegen den andern Beistand leisten dürfen und die sie als bloss interimistische Regierung nicht aufheben können. Dr. 9306. Cop. 555. Sehrögl an Christian von Anhalt. 23. Mai Dessau (Eüstungen der geistlichen Fürsten. Unglückliche Wahl der Obersten für das prot. Heer. Kundschaft der Gegner. Absichten Heinrichs IV.) .... „Sonst wird mir auch under anderm von eim gueten ort bis verbis geschrieben: Video ego totius expeditionis salutem et felicitatem positam esse in auspieiis dextre et industrie sumptis, welches mit meiner leztern erinnerung übereinstimmt. Item: Dici non potest, quam contemptim et contumeliose etiamnum nostri pontificii de hoc negotio sentiant et loquantur passim, de dueibus maxime. Mira Moguntinensis, Trevirensis et Wirtzburgensis trac- titaut. Miles, praesertim pedites et in his regionibus imo ineipiunt discursitare.* Wunder wer davon zu schreiben, wie die Papisten 1 J. Fr. Gesandter Johann von Loben hatte seine Werbung wegen der französischen Hülfe schon im März und April bei der K. Sophia (ihre Vorantwort Segeberg 11. März), dem jungen K. Christian IV. und Erzb. Johann Adolf von Bremen (Resolution vom 22. März und 2. April) angebracht. Dr. ebd. Turenne hatte aus Dessau (vgl. No. 546) den Bongars eilends nach Dänemark geschickt; am 14. Juni war B. wieder in Braunschweig, am 22. in Frankfurt (Bongars, epp. S. 19 ff.). — Vgl. Krel! an Kf. Christian, 17. Juni, bei Richard II, 310 f. 2 Vgl. No. 511. Turenne schreibt am 3. Juni aus Erfurt an Anhalt: „11 faudroit songer, si an fesant ung peu de mal ou une grande peur ä l'esvesque de Wirsebourg s'y nous n'an pourrions point tirer quelque chose, ä quoy l'on dit qu'il se prespare" (Zerbst, eigh.). 524 1591 555-556. erschreken, das Schregl dahinden bleibt, 1 Wid aber und Landti obristen und den erfarnen, auch verdienten vorgezogen werden. Der von Wyd zeucht an den kaiserischen hof, ut rationem reddat imperatori...... Italienische, kaiserisch und niderlendisch spanische kundschaft wurd die richtschnur und compass diser expedition sein. Von der trennung dieses hörzugs hab ich E. F. Gn. zu Haidelberg gnuegsara advisirt, und ist das gewis, das der könig sein nutz und dienst mit schaffen will. Sie haben E. P. Gn. in der leztern umbgeschriebenen capitulation wol nur 2000 pferd und 2000 zu fuess zugemuetet; es is aber an dem, das der konig in vil provinzen krieg fürt und leut bedarf, auch sein rech- nung macht, das er sie vertailt in den provinzen besser erhalten und bezalen werd können, wie ich die discours bisweiln ad partem gehört." ..... Zerb«t. Eigli. 25. Mai 556. Turenne an Christian von Anhalt. 4 j un j (SammluDg eines Teils ihrer Truppen im Erzstift Köln. Vereinigung ' ' des Herzogs Franz von Lauenburg, womöglich auch der italienischen Lisenach un( j schweizerischen Truppen mit Parma zu hindern. Ein Sehr. aus Metz.) „Les si" de Roibours et de Tempel" teilen ihm mit, dass sie genötigt sind ihre Truppen in 2 oder 3 festen Dörfern zu sammeln, „qui sont dessä le Rin an l'esvesche de Coulongne"; er gestattet ihnen dies. Sie schrieben, dass Graf Moritz Zütphen genommen hat und vor Deventer steht. „Si le duc Frents de Sage 2 [!] leve, j'espere que par le moyan de ceste armee nous lui donnerons de la peine de se joindre avec le duc de Panne. Je fes une fort bonne despesche ä cest esfect an Holande ä l'agent du roy quy est lä." 3 Wünscht zeitig von der Werbung des Herzogs, „du lieu oü il leve" und wo möglich vom Musterplafz in Kenntniss gesetzt zu werden. Nach Zeitungen aus Venedig und der Schweiz mar- schiren die italienischen Truppen und die Schweizer am 20. nach Savoien, Franchecomte und Lothringen. Wenn wir früher zu Pferd sein könnten, würden sie sich nicht mit Parma vereinigen, „que nous ne les combatissions separes". Der Gesandte schreibt ihm, er fürchte, sie zögen durch das Elsass, „auquel cas je voy peu de 1 In dem oben angeführten Sehr, vom 3. Juni sagt Turenne: „Je feray tont ce qu'il me sera possible pour le s r Sehelegre, mes de le coucher an l'estat comme coulomnel, je vous suplie vous Souvenir de la consequanse des resons que je vous alegue". Trotzdem nahm Anhalt den Schrögl doch mit; am 16. Juni bewilligt J. C. Anhalt die Ueberlassung seines Obristen und Rats Sehr, für den bevorstehenden Zug und ersucht um dessen Aufnahme in die Kapitulation wie mit Obrist Buch u. a. (Zerbst, Cop.). 2 Herzog Franz von Sachsen-Lauenburg, offenbar eine Verwechslung mit dessen Bruder Moritz, der 1591 wirklich für Spanien warb. 3 Ein Sehr. Anhalts an Moritz von Nassau (Zerbst, Conc. s. d.) kündigt seinen Anzug für den K. von Frankreich an und verspricht freundliche Korrespondenz zur Beförderung der gemeinsamen Sache. 556-558. 1591 525 remede; si vous y an panses, je voüs prie mandes-le raoy; cela nie fera, si j'an suis bien assure, haster la levee des colonnels Frents et Isselstine pour essaier ä prandre l'ocasion an leur passage ou peut-estre leur faire prandre ung autre chemin, cela estant ung coup de partie. Je vous anvoie une lettre du gouverneur de Metz." .... Uebergabe von Cambrai. "Wird morgen in Kassel sein und von dort über alles berichten. Zerbst. Eigh. 557. Kolbingeran Christian von Anhalt. 28. Mai (Ein ablehnendes Sehr, von Salis.) Heidelberg Chr. wird sein jüngstes Sehr, samrat Einschluss erhalten und daraus des Herrn von Salis Resolution verstanden haben. Schickt Extrakt eines andern Sehr, von Salis „darinnen die bewuste sach angeregt wird", woraus zu entnehmen, dass auf obgeraeldete Person keine Rechnung zu machen. (Beilage: Salis an Kolbinger, Prag 6. Mai.) „Gli ringratio della partieipatione delle cose (ch'ella riputa secrete) di Francia et Fiandra*, sopra le quali si potrebbe ris- pondere, mostrando che son soli discorsi et che per fare sopra consideratione ne rissolutioni, ci vorrebbe quello ch'io non so vedere, ma ne perche il tempo ne la carta ne la dispositione me'l per- mettono, essendomi hoggi fatto sallassare [!], farö fine, desiderando sapere l'espeditioni di mons r d'Anhaldt et Turenn: havendovi scritto alli 18 del passato in risposta della vostra lettera scrittami in nome del ser mo preneipe d'Anhalt, resservandomi di monstrarvi con evidenti raggioni (in voce) ch'io non ho potuto dar altra risposta, se non mettendo la riputatione, honor et utile mio tutto in certo preeipitio, sotto speranza vane et in aere, rissolvendomi che non necessitä, ma sola elletione mi havrebbe de far fare una tale ressolutione, mostrandomi S. M t4 ogni buona volunta di darmi piena sodisfattione,* benebe io attendi a sbigarmi [!] per ritirarmi come conviene, non per far cosa indigna, et se a dio piacera ch'io sia liberato, vedremo poi quello che dio vorrä far di rae, al quäle ho raecomandato et raecomando le cose mie. In P. adi 6 maggio stilo vecchio." Zerbst. Or, (mit Cop.) 558. Bedenken des Grafen Philipp von Hohenlohe (Mai) über den Zug des protestantischen Hülfsheers. 1 „(Graf Philipps zu Hohenlohe bedenken, wo das jetzige geworbene deutsche kriegsvolk sich samblen und hernach gemustert werden könne.) * Am Rand: „sc. senza dar mai denari debuti". 1 In seinem S. 521 A. 1 angeführten Memorial für Anhalt spricht sieh Dohna auch über den einzuschlagenden Weg aus. Wegen des Rhein- 526 1591 558. (Mai) Graf Philips von Holieulohe hat bericht getau, was S. Gn mit dem visconte de Touraines des passes und durcbzuges halben denen die reuter nach Frankreich neinen machten, dahin geredet' das S. Gn. nicht vor gut ansehen könten, das die reuter ihren weg durch Lothringen nemen solten, aus denen Ursachen: 1) Man muste weit ufs reichs boden ziehen; 2) viel stende beschweren - 3) der weg were gar weit dahin; 4) Parma, Lotringen, Maine und andere herren am selben ort neben dem landvolk und anderm also gefast, das sie sich unterstehen wurden, den durchzug zu weren- 5) an proviant wurde mangel sein; 6) das gemeine kriegsvolk könne sich bei den starken weinen nicht messigen, sei übel davon zu bringen; 7) der pass über die ströme möchte geweret werden. S. Gn. schlagen aber vor, das man ziehen solle durch das stift Munster und dieselbe gegend; daselbst werde es bequemer sein, quia: 1) es sei nicht so weit, sonderlich denen, so aus Sachsen ziehen; 2) es sei vast ein offen land; 3) es stehe Coln ein gross teil zu und etlichen geistlichen ; 4) werde an proviant nicht mangeln; 5) man dürfe so viel stende nicht offendiren ; 6) und obwohl der pass über Rein und die Mosa genommen werden muste, so konten doch, wann sonderlich das kriegsvolk gemustert, schiffe durch be- förderung der Staden genug geschafft und sie in einer hast über bracht werden; 7) man könte auch den pass bei Schenken schanze one vorhinderung haben, dan die schanze sei in der Staden banden; 8) do sich Parma oder jemandes sonst unterstehen wurde den pass zu weren, so könten die Staden alsbald in 6000 Soldaten und 1500 pferde zu ihrer Sicherung so lange zur stelle haben, bis sie hinüber weren; Lotringen und Maine könnten des orts nicht hindern; 9) do es daran nicht genugsamb, konten aus Engeland in wenig stunden in 15 000 oder auch wohl 20 000 Soldaten übergesetzt und an Parma gehetzt werden; 10) wurde er sich dann Übergangs müsse man auf dem Musterplatz beraten. „Unser herrgott würt uns etwan ein loch bescheren, da man hinaus kommen kann. Aber uf die rechte hand zu schlagen, den Rhein hinunter, über den heiligen Westerwalt oder über den Hundsruck, ist bei mir nicht diffi- cile, sed fere impossibile". Viele Leute, (was freilich den Wälschen nicht gefallen möchte) widerraten den Zug durch Lothringen; er hätte das Ansehen, als wollten die Fürsten das Heer dem Lothringer auf den Hals schicken, und im Fall des Misslingens wäre der nächste Nachbar schwer bedroht; anders läge es, wenn das Heer nachher vom König nach Lothringen geschickt würde. „Uf Langers ist auch ein weg. Schrögelio plura in aurem". — Vgl. auch No. 556, sowie das Sehr. Johanns von Naasau an Christian von Anhalt, 7. Juni, bei Prinsterer II. 1, 163 f. In einem Sehr, aus dem deutschen Heer in Frankreich an die Generalstaaten, 15. Okt. 1591 (Bor III, 599) heisst es, der Schreiber (Barthol. Gryphius) habe die Staaten früher davon benachrichtigt, „hoe dat onsen leger door Lotteriagen getogen is, en d.e oorsake, waerom datmen den weeg door Holland niet genomen heeft". Ueber die VerhandlungenHohenlohe's sowohl mit Turenne als mit Moritz von Nassau, der dem Plan ursprünglich geneigt war, und Oldenbarnevelt sowie über die Ablehnung des Plans im Rat der Generalstaaten vgl. Bor III, 566; Fruin S. 106 A. 1. 558-559. 1591 527 unterstehen dem deutschen kriegsvolk zu folgen, wurden die Staden indes ihme die andern orter, die er entblosset, abdringen; 11) durch diesen zug erreichte man bald ein ort landes, so die Bela genant und spanisch ist; 1 sei ein voll land; mangel an proviant nicht; dürfe nicht bezahlt werden; man hette auch die städte Schwoll und Campen zum besten; do es gleich an proviant mangeln solte, were ein weg zu finden, das umb leidliche tax proviant genug zu erlangen; 12) der pass ginge uf Mastrich, uf das land Lützelburg; Lützelburg, Dittenhoefen, alles uf spanischen boden, Hesse man liegen; kerne uf Caless, das ist navarrisch; 13) des konigs von Navarra kriegsvolk könte auch entsetzung tun; 14) man hette gewisse hoffnung, wann die niederländische provinzen den ernst sehen, das "sich die provinzen Hennegau und Artoiss zu den Staden confoederiren und dem konige abfallen wurden; dasselbe hat der graf vast vor gewiss halten wollen; 15) zöge daun Parma nach Prankreich, wurden ihm die Staden die lucke vorrennen. Bericht darneben, die Staden hetten sich erboten, Navarra 100000 Carlsgulden zu contribuiren, S. Gn. aber hetten repliciret und sie ermanet, 200 000 fl., das weren 100 000 cronen, zu geben. Das werde auch S. Gn. vorsehens also geschehen. 2 Also ist S. Gn. bedenken verstanden worden. Weil aber S. Gn. darneben berichtet, das es S. Gn. mit dem herrn visconte von Touraines albereit selbst also geredet, er ihme auch dieses also gefallen lassen, so wird es der herr visconte wohl ferner mehr in specie anzuzeigen wissen, dahin man sich hiermit referiret." Dr. Der teutschen Völker Durchzug nach Frankreich unter Christian von Anhalt — betr. 1591. 9306. 559. Turenne an Christian von Anhalt. 1. 11. .... „Examines sur nostre carte les avis du conte de Holoc" Juni et vous jugeres aisemant, les incommodites qu'ils s'y retrouvent." Leipzig Briefe vom K.; derselbe hat 500 Landsknechte in der Pikardie geschlagen und gibt für den Rheinübergang einen Rat „com- forme [!] ä ce que je vous an avois discouru". Leider ist seine Depesche an den K., „que je luy avoyt fecte dortrand" [?], den Feinden in die Hände gefallen; 1 „eile estoit an chiffre, mes tout ce deschifre. Les ennemis auront de quoy an faire leur profit... . 1 Gemeint ist die Veluwe südöstlich der Zuidersee. 2 Ueber die finanzielle und militärische Unterstützung, die Heinrich IV. noch im Jahre 1591 von den Generalstaaten zugesagt und im. Frühjahr 1592 geleistet wurde, vgl. Bor III, 582; 589; 599; 604. Schon 1590 war Marnix de S. Aldegonde zum König geschickt worden (Vreede, Inleiding tot eene geschiedenis der nederl. dipolmatie II. 1, Utrecht 1858, Beil. S. 189 f.). Von verschiedenen Sendungen des Königs an die Staaten spricht ein Sehr. Wilhelm Ludwigs von Nassau vom 25. Sept. 1591 (Prinsterer II. 1, 879). Vgl. unten 5. August. 3 Vgl. No. 558. 1 Diese Nachricht bestätigte sich nicht (T. an Anhalt, Frankfurt 13./23. Juni, eigh.). 528 1591 559—561. II ne sera mal ä propos que vous an donuies avis ä mons r Creillius afin que s'ils les ennemis leur fesoieut scavoir qu'jls sceussent quelque chose de nostre negossiassion, qu'ils sachent, comment ils l'ont apris." .... Zerbst. Eigh. 2. 560. König Heinrich IV. an Turenne. 12 j un ; „Mon cousin! J'e fort afere de voas; je vous prie, hastes- Vernon vous ^'amener Parmee. II se fest forse monopoles contre moy ä cause de la religion. J'espere avec l'aide de dieu que je les dissiperay et persevereray toute ma vie. Je n'us james tant affaire de vous ny sy graDde envie de vous voir. Bon jour, mon cousin!" ' t Dr. 9306. Frzös. Kriegss. 3. Buch. 32. f. Or. (chiffriert, f. 31 Auflösung Ton Turenne). 4. Juni 561. Johann Georg von Brandenburg an Christian , Köl n an von Sachsen, der Spree . . Christian von Anhalt hat ihm berichtet, dass man mit der jetzigen Anlage nicht einmal den 1. Monat bestreiten kann. Zu besorgen, dass es bei den Papisten u. a. Widerwärtigen das Ansehen habe, „als vermochten alle stende der Aukspurgissen con- fession nicht so fiel, das man ein monat ein solch folk underhalten kunt; raoeht auch wol inen zu allerhant weiterm nachdenken ursach geben, wie du selber bas vorstehest dan ich dir schreiben kan." Da er seinem Schwager Christian Schimpf und bösen Namen ersparen möchte, hat er demselben für sich noch 10 000 Taler bewilligt; zweifelt nicht, dass es andere Stände auch nicht fehlen lassen. Chr. möge damit zufrieden sein, dass er (der Eile wegen) diese Summe von dem bereits zur Kreishülfe erlegten Geld abfordert, gegen Rückzahlung in Jahresfrist, oder ihm auf Treu und Glauben die Summe auf ein Jahr vorstrecken. 2 Dr., 9306. Frzös. Hände ,'12. Buch. Eigh. 1 Durch Salagnac nebst den kgl. Sehr, an Sachsen den 7. Juli an Anhalt, durch diesen am 8. Juli an Sachsen geschickt; Turenne teilte ausserdem Anhalt mit, „das auf E. Gn. sembtlichs schreiben bei den schweizerischen orten so viel frucht geschafft worden, das die drei ort als Bern, Zürich und Schaffhausen ein regiment Schweizer schicken und auf drei monat dem konig zum besten bezalen wollen." Vgl. die Sehr, des K. an Christian von Sachsen (Lettres missives III, 393 ff.; zwei Sehr, vom l./ll. Juni; Dr. 9306 a. a. O. findet sich das 1. dieser Sehr, doppelt, beide Mal eigh., einmal datirt: „de Venion, ce x m « juyn," f. 38, das andere Mal vom 11. Juni, f. 37; das 2. Sehr., ebenfalls eigh., f. 36), an die drei Landgrafen (Marb. Frkr. 1591, IV, Or.), an L. Wilhelm besonders (ebd. Or. pr. Kassel 11. Juli), an Würtemberg (Lettres miss. III, 396 f.), an Christian von Anhalt (Beckmann II, 302; zwei gleichlautende eigh. Exemplare in Zerbst) vom l./ll. Juni. 2 Anhalt schreibt am 30. Mai noch aus Dresden, Turenne werde über seine Werbung bei Sachsen L. W. selbst berichten; am 6. und 11. Juni aus Dessau über die Bewilligung von je 10000 Talern von Seiten Brandenburgs und Magdeburgs (Marb.). 562-563. 1591 529 562. Christian von Sachsen an Christian von Anhal t. 6 - Juni Dresden Hat aus Chr. Sehr, datirt Köln an der Spree 4. Juni gern vernommen, dass sich Kurbrandenburg auf 10 000 Taler zum bevorstehenden Zug erklärte, 1 und ist entschlossen, dem Rat zu Leipzig die Auslieferung derselben von dem für den obersächsischen Kreis vom Kf. erlegten Geld an Ch. zu befehlen. Dankt für Ch. Werbung in seinem Namen bei der Kurfürstin; doch macht ihm die Antwort der Herzogin von Preussen wegen der Verheiratung ihrer ältesten Tochter mit M. Hans Sigismund, „soviel der kais. Mt. und des Königs in Polen rat belanget, des hauses Oesterreich halben, allerhand nachdenken"; sonst hat sich die Herzogin deutsch genug erklärt; bittet um weiteren vertraulichen Bericht. . . Erbietet sich 2 Stück Geschütz mit allem Zubehör am 11. zu liefern..... Zerbst. Or. 563. Johann Georg von Brandenburg an Christian 8. Juni von Anhalt. Köln an der Spree Chr. Sehr, auf seine Antwort an den Gesandten Eberhard von Weihe. Eine Gesandtschaft von ihm würde bei Braunschweig nichts ausrichten, vielleicht nicht einmal persönliche Audienz erhalten ; denn Chr. weiss ja, wie es Christian von Anhalt „ergangen, und wie höflich der tractirt worden". Heinrich Julius scheint sich nicht nach andern Fürsten zu richten, sondern es scheint, „das man den besten rat bei sich selbst nimmet und erholt". Er zumal ist noch wegen Grenzirrungen mit H. J. gespannt. Rät zu einem Gesammtschreiben der Kff. an H. J. An Mecklenburg und Pommern verzweifelt er auch beinahe. Denn Herzog Ulrich verschob, als er die auf Anhalts Ansuchen bewilligten 5000 Taler zur französischen Hülfe abholen lassen wollte, die Auszahlung bis Jacobi. Und als er letzter Tage Johann Friedrich von Pommern durch Bernhard von Arnim ersuchte, in der französischen Beistandsangelegenheit sich doch nicht abzusondern, verschob derselbe seine schliessliche Erklärung. Mc. Geh. Verstentnussen. Cop. (nach Auszug von Geh. Rat Ritter.) 1 Vgl. No. 561. Auch Magdeburg bewilligte weitere 10 000 Taler (an Sachsen, 10. Juni, ebd. Or.). Vgl. Ritter, Br. und Akten I, 22. Kf. Christian erklärt sich am 17. Juni gegen den Administrator bereit, diesem die 10000 Taler gegen Rückzahlung in 2 Monaten aus dem Vorrat des obersächsischen Kreises zu verschaffen, worauf sich aber Joachim Friedrich nicht einliess (Zerbst). — Am 7./17. Juni bittet Turenne in einem Sehr, aus Kassel den Grafen Johann von Nassau, angesichts der Unzulänglichkeit der von den Fürsten bewilligten Geldhülfe die Aufbringung weiterer Mittel bei den Reformirten zu Köln, Aachen, Frankfurt u. s. w. sowie bei den ihm benachbarten Grafen und Herren zu erwirken, und macht sogar den Vorschlag, durch den Grafen von Lippe „des evesques de Padelborn, Ossen- brück et autres" für Befreiung vom Durchzug Geld herauszuschlagen (Prinsterer II. 1, 167 ff.). B e z o 1 d, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 34 530 1591 564. 8. Juni 564, Johann Casimir an Sachsen und Brandenburg. 1 üeidel- (Q. e f a }j r d er k a j g- Uebertragung des strassburgisehen Sequesters auf " 0T S Erzh. Ferdinand. Einspruch hiegegen bei der bevorstehenden ev. Gesandtschaft an den Kaiser, Drohung mit gewaltsamer Handhabung der evang. Kapitularcn; Verwarnung des R. Hofrats.) Auf eine Werbung der evangelischen Kapitularen zu Strass- burg betr. die alleinige Uebertragung der kais. Sequestration des Stifts an Erzherzog Ferdinand, um die Kapitularen endgültig vom Stift zu Verstössen und dasselbe wo möglich in österreichische Hände zu bringen; Erzh. Ferdinand ist ohnedies dort stark begütert, sein Sohn B. von Kostnitz und im Besitz der Abteien „Murbaden" [!] und „Ludern". Schlägt vor, durch ihre der aachischen Sache wegen bevorstehende Gesandtschaft den Kaiser um Unterlassung der Sequestration zu ersuchen, die gegen alle geistlichen und weltlichen Rechte, auch gegen die kais. Kapitulation verstösst. Sieht man also zu, so bringt das Haus Oesterreich schliesslich alle feisten Stifter und Kapitel an sich; es ist ein feiner Griff, dass im kais. Patent die Auslieferung aller Urkunden des Stifts verlangt wird; so geschah es zuvor mit dem deutschen Orden unter dem Vorwand des ungarischen Kriegs, worauf nach Einsichtnahme von der Höhe des Einkommens dasselbe zur Ausstattung eines österreichischen Heers verwendet wurde; vgl. auch das Beispiel mit Fulda und den frühereu Versuch mit dem Stift Salzburg.* Hat deshalb auf S. und Br. Verbessern einen Punkt in die Instruktion eingesetzt und schlägt Verständigung zwischen ihren Abgeordneten zum Kaiser vor. Es ist nötig, „das maul gegen der kais. Mt. recht aufzutuen und diese ding abzuschaffen mit einem ernst" zu begehren; es könnte nicht schaden „diesen schlegel" mitanzuhängen, „da I. kais. Mt. über dies alles aus friedhessiger und zu hof residirender genugsam bekanter leut verhetzen und antrieb vortfahren wolten, das wir und andere evangelische und interessirte stende uns mit ernst dawider zu legen und die evangelische capitulares beim stift so lang handzuhaben gedechten, bis die Sachen durch ordentliche mittel ausfundig und richtig gemacht worden weren. Solches aber muste alsdan uf denselben fall auch wirklich zu handhab der evangelischen chur- und fursten freiheit und reputation an band genommen werden." Da Erzh. Ferdinand inzwischen der meist im Besitz der Gegner befindlichen Schlösser und Ortschaften sich leicht bemächtigen könnte, sollte man dieselben in die Hand der evangelischen Kapitularen zu bringen suchen, was mit geringem Kostenaufwand von Seiten der interessirten fürstlichen Häuser geschehen könnte; ist seinerseits obwohl nicht näher interessirt zur Beihülfe 1 Vgl. hiezu Meister, Kapitelstreit S. 391 f.; über den gleichzeitigen Versuch J. C. zwischen den ev. Kapitularen und dem B. von Strassburg zu vermitteln ebd. S. 389 ff. * Das Beispiel mit dem deutschen Orden bezieht sich auf die 1576 und 1577 geplante Verpflanzung des Ordens nach Ungarn, vgl. Voigt, Gesch. des d. 0. II, 218 ff; Zwiedineck-S üdenhor st im Arch. f. öst. Gesch. LVI; Erben, ebd. LXXXI; Hansen, N. B. III. 2, 154; 188 f; Fulda auf die endlose Verschleppung des Prozesses zwischen dem Fürstabt und dem Bischot von Würzburg durch den Kaiser. 564-566. 1591 531 bereit. Empfiehlt ein Gesammtschr. an die Stadt Strassburg mit Ermahnung zur Standhaftigkeit sowie ein abmahnendes Sehr, an den Erzh. und an Adel und Ritterschaft im Elsass. Stellt jedoch alles S. und Br. heim. Empfiehlt eine Kredenz an die R. Hofräte, des Inhalts, man könne sich den Misserfolg der bisherigen Erinnerungen beim Kaiser nur daraus erklären, dass die Räte sich durch Leute, die im Reich weder zu raten noch zu taten hätten und demselben gehässig wären, bestimmen Hessen schädlich auf den Kaiser einzuwirken; sie sollten das Heil des Vaterlands bedenken, da es so in die Länge nicht gut tun werde; schickt einen Entwurf an S. 1 Str. A. Ä. 1U. Cop. 565. Johann Casimir an B ürgermeister und Rat zu 9. Juni Frankfurt. Heidelberg Kff. und Fürsten haben bereits zur französischen Hülfe eine namhafte Summe erlegt und Kriegsvolk geworben; es fehlt zum Anzug nur noch das Geld für die Artillerie und Munition. Frankfurt und andere Städte sollen dies decken und desshalb den auf den 24. August angesetzten Städtetag früher halten oder noch besser einfach erlegen, was sie beitragen wollen. Schickt Cop. von Turenne's Vollmacht. 2 Frankf. R. Angel, f- 164. No. 10041. Or. 566. Aufzeichnung Johann Casimirs." 10. Juni „Anglia 50000 fl.* *Am Rand (von der Hand Das haus Saxen G0O0O fl. Anhalts): „soll noch 25 m Brandenburg 22857 fl. erlegen, ist aber noch kein Administrator 20000 fl. antwort von der konigen Pfalz 25000 fl. einkomen". 1 Uebcr die Antwort der Kff. vom 16. Juni, welche Wahrung der Bescheidenheit gegen den Kaiser und "Vermeidung geschärfter Worte ohne eine nachfolgende Tat, die ohne Einwilligung aller Stände A. C. unmöglich sei, fordert und die vorgeschlagenen Sehr, sowie das fruchtlose Anbinden mit dem R. Hofrat ablehnt, sowie über die Erwiderung J. C. vom 20. Juli vgl. Meister S. 292 f. 2 Ebenso gl. Datums an die Dreizehn zu Strassburg (Str. A. A. 1860, Or.). Nachdem Frankfurt, Worms und Speier am 12. eine ablehnende Gesammtantwort erteilt und Frankfurt am 20. Juni die Werbung Turenne's abschlägig beschieden hatte, entschloss sich Frankfurt anf eine wiederholte Werbung Culmans (26. Juni) nach dem Vorgang von Worms zwar nicht Frankreich, aber J. C. zur Erhaltung friedlichen Wesens einen Zuschuss zu gewähren (Frankfurt an Worms, 2. Juli). Am 14. Juli stellt J. C. Anhalt Uebermittlung der Erlegungen des M. Ernst Friedrich von Baden sowie der Städte Worms und Speier, „die doch nicht gemelt sein wollen", in Aussicht (Zerbst, Or.). Vgl. Bongars, epp. S. 21. 3 Aut der Rückseite Vermerk von Schreiberhand: „Verzeichnus der contribution. Hat fürst Christian von Anhalt bei dem von der Malsburg uberschickt, den 10. junii ao. 91." 34* 532 1591 566—567. Hessen 20000 fl. Wittenberg 18000 fl. Anspach 20000 fl. Baden 8000 fl. Meckelburg 5741 fl. Herzog zu Lüneburg 6000 fl. Erfurt 10000 fl. Braunschweig 5741 fl. Multhausen 3000 fl. Northausen 4000 fl. Luneborg 1142 fl. Nurenberg * Strasburg Ulm Hamburg Lübeck Magdeburg Braunschweig Pommern Holstein Dennemark 278 481 seind 279 481 fl. noch nicht erkleret. tut nichts.* dritt zurück. 2 halten uns hoflnung." 8 * Am Rand (Anhalt): „Pecu- niam in tempore negligere maximum reipub. lucrum". auf mit Marburg Frkr. 1591. III. Eigh. 11. Juni 567. Christian von Anhalt an Kaspar von Schomberg. Dessau Hatte keine Zeit zur Antwort auf verschiedene Schreiben Seh., nach dessen Erinnerung er den Viconte um Auskunft betreffs 1 Nürnberg hatte bereits am 29. Mai in einem Sehr, an Sachsen eine Hülfe für Frankreich bewilligt, die in einem weiterem Sehr, vom 11. Juni auf 30,000 fl. festgesetzt wurde (Dr. 9306, Orr.). - Ueber Braunschweig vgl. No. 563. Johann Friedrich von Pommern an Kurbrandenburg, Friedrichswalde 7. Juni: er und sein Bruder könnten nicht zur französischen Hülfe beitragen, weil sich ihr Land- schaftsausschuss entschuldigt habe (Dr. a. a. O. Cop.). 8 In einem „Estat gönöral de la depense qu'il convient faire pour l'armee allemande" (mit "Vermerk: übergeben durch Turenne zu Kassel 7. Juni ao. 91, Marb. Frkr. 1591, III) zeigt das Verzeichniss der Kontributionen einige Abweichungen; England ist hier bereits mit 75000 fl. aufgeführt, Pfalz mit 30 000, Brandenburg mit 24000, Mecklenburg mit 6000, Nürnberg mit 12 000, Stadt Braunschweig mit 6000, Mühlhausen mit 5000; an Stelle Braunschweig-Lüneburgs Holstein mit 6000; die Städte Nordhausen und Lüneburg fehlen; unter „desunt" verzeichnet: Dänemark, Braunschweig(Wolfenbüttel),Pommern, Zweibrücken, Strassbnrg, Frankfurt, Ulm und Bremen. Die Ausgaben werden hier, höher als in dem Ueberschlag Anhalts vom Mai (No. 541), auf 414733 fl. 10 Batzen (korrigirt: 419233) berechnet. Während Anhalt für seinen „ Generalstaat" 14166, und für die Generalämter 45 334, für den Herzog von Sachsen, „wenn er mitzeucht", 1048, für jeden der drei anderen jungen Fürsten 648 veranschlagt, sind hier für Anhalt und seine Begleitung 17690 fl. 10 Batzen, für die „bauts officiers" nur 3746 fl. eingesetzt. 567-569. 1591 533 Ersuchens der Stände in der Wetterau wegen des Sammelplatzes gebeten hat; da die Zeit darüber vergeht, hat er die Sehr, ausgefertigt an Turenne zugeschickt; bittet eventuell um weitere Erinnerung Soli, hierüber. 1 Marburg. Frkr. 1591. IV. Cop. 568. Pelen an Christian von Anhalt. 12. Juni (Fruchtlosigkeit der bisherigen Schritte bei den Städten. Beratung »Biael- der geistlichen Fürsten zu Mainz. Freundliches Erbieten Würzburgs). erg Chr. Sehr, vom 22. durch Duraut erhalten; dankt für das goädige Erbieten. Was die Durant gemachten annotationes, „solche furter an M. Gn, H. zu bringen," betrifft, so hätte er gewünscht, dass die Antwort mehr dem Interesse aller Evangelischen an diesem Zug entsprechen könnte, aber obwohl J. C. bei den Ständen und Städten, die ihm zu behandeln aufgetragen, getan, was er tun sollte, haben sich die Städte bisher mit ihrem lang gerühmten Städtetag aufgehalten, der erst am 24. Aug. zu Ulm sein soll. Haben sie Lust der gerechten Sache beizustehen, so sind sie genugsam ersucht und ist abzuwarten, was sie auf die letzten Sehr, tun werden; „der allmecLtig geh, das sie sich also angreifen, wie ich weiss, das etliche das vermögen wohl haben'', damit man zur Vermeidung grosser Schwierigkeiten den 1. Monat auf dem Musterplatz ganz auszahlen kann. Unsere Pfaffen beraten jetzt zu Mainz, wie sie Ch. und sein Volk an Pass und sonst hindern und der Liga Hand- bietung leisten könnten. Mainz hat zum 3. Mal bei J. C. angemahnt wegen der R. Konstitutionen und Kaution; sollte letztere bei Kursachsen noch nicht geleistet sein, so wäre gut es zu tun und Copie davon an J. C zu schicken. Würzburg hat J. C. zuentboten, man solle ihn, da er höre, der Musterplatz solle in seinem Stift sein, zeitlich verständigen, damit er für Kommiss u. a. sorgen könne; daraus E. F. Gn. abzunehmen, das sie an dem ort noch freund haben, si diis placet". Kolbinger dankt für Zuentbieten und wartet auf Befehl durch Schregel. Ch. hat Kolbinger und ihm jederzeit zu befehlen. Zerbst (Bernb.) Acta 1591. IL f. 148. Eigh. 569. Turenne an Christian von Anhalt. Juni Lauter gute Nachrichten. Der K. hat alle seine Sehr, erhalten; Frankfurt die, welche er für verloren hielt, sind es nicht.* .... „Le conte 13. 1 Seh., der seine brieflichen Mitteilungen und Ratschläge an Anhalt auch nach der gegen ihn gefallenen Entscheidung (Nr. 551) nicht einstellte (vgl. seine Sehr. Frankfurt 27. Mai, Kassel 8. Juni, Zerbst, eigh.; Frankfurt 17. Juni, Marb. Cop.), klagt in einem Sehr, an L. Wilhelm, Frankfurt 19. Juni (Marb. Or.), sein treuherziges Anerbieten, als Privatperson bei dem Haufen zu bleiben, falls kein anderer Befehl vom König komme, sei in der Antwort Anhalts mit Stillschweigen übergangen. 3 Vgl. No. 559. 534 1591 569-570. Maurisse de Nassau est devant Stenwich. Le duc de Panne est ä Res, oü il foit un pont et ung fort du coute" de dessä pour pouvoir passer le Rin. 1 (Test fort mespriser l'ampire. II n'a q Ue 1400 chevaus et 5000 hommes de pied. Cela nous doit faire panser que s'il osoit, il ne craindroyt l'ampire pour nous assailir dedans. Je paDse que le voiage de madame la duchesse de Prusse sera retarde, cuidant qu'ele ne voudra se raetre dans les armöes espag- noles. II seroyt besoing de regarder au passage des reistres et voir ce que l'on pourroit faire cheus [!] l'esvesque de Wirsebourg, suivant ce que Schelegre m'a dit. Je vous suplie de vouloir prandre soing d'estre fait particulierement adverty de ce que fönt ceus quy levent pour le duc de Parme et particulierement le duc Prents de Saxe. a Le s 1 ' Grebel est alle vers le conte Jehan". 8 Zorbst (Bernb.). Eigh. (Juni) 570. (De la Tuilerie an einen Ungenannten.)* Der Herzog [Heinrich Julius] erklärte sich nicht einlassen zu können, unter Hinweis auf das Testament seines Vaters und auf das Abraten seiner Landstände; verwies auf den kostspieligen Schutz seiner Grenzen gegen Spanier und Niederländer, während Sachsen, Brandenburg und Magdeburg weniger unmittelbar bedroht seien, auf die Kosten des Erwerbs von Osnabrück für seinen Bruder. Nach seinem Tod würden ihm die Brüder die Aufwendung solcher Summen ohne Wissen der Stände verübeln. Er trage grossen Hass wegen der Reformation in Halberstadt und Osnabrück. Die Obligation, „so ich zu liefern gesinnet", sei nicht ausreichend. Der König und Turenne möchten des Herzogs Entschuldigung zum Besten aufnehmen. Hat vernommen, Herzog Julius habe in seinem Testa- 1 Am 12. Juli schreibt Franz von Sachsen-Lauenburg an Ulrich von Mecklenburg über den Zug Parmas von Brüssel nach „Retzen" unterhalb Wesel im Jülichischen mit 12000 Mann, das Schlagen einer Schiffbrücke über den Rhein und den Widerstand der „Retzer" (Dr. 9306, Cop.). Vgl. Buch Weinsberg IV, 123. 2 Vgl. No. 556. 3 Johann von Nassau. — Vgl. Bongars an Camerarius, Frankfurt 22. Juni: „Turennius Argentinam heri profectus est, ducem Casimirum in transitu salutaturus" (Bongars, epp. S. 22); Frankfurt 29. Juni : „T. Argentina nondum rediit, forte in viciniam vestram excursurus" (ebd. S. 23). Am 13. Juni a. St. kündigte T. aus Frankfurt dem Hochfelder seinen baldigen Besuch in Strassburg des Durchzugs wegen an (Str. A. A. 1760, Or.). 4 Die ablehnende Antwort des Herzogs Heinrich Julius auf die Werbung de la Tuilerie's (vom 13. Juni) besagt, er wisse nichts davon, dass er sich in Torgau zu etwas verbindlich erklärt hätte; Tourraine habe sein Erbieten nicht angenommen und die verlangte Obligation nicht zu wege gebracht. De la T. ersuchte am gl. Tag den Kanzler Jagem.vnn um schriftliche Mitteilung der Antwort: nullus enim mihi dicenti iure crediderit, ea, que Turenio, cum hie adesset, antea oblata sunt, nunc ab ipsius Cels. denegari ,nisi me rei male gestae et minus fideliter aetae arguat"; er erhielt die schriftliche Antwort am 14. (Hannover). Vgl No. 485 (S. 453; 455); 490; 512 570-572. 1591 535 me nt dem Sohn ausdrücklich verboten, „das er sich nichts wider das haus Burgunt unterstehen wolle"; die Räte hielten dies dem Herzog täglich vor, „dan so dis geschehe, so würde es ebenso viel sein, als wan er das ganze testament umbgestossen hette". Dr. 9306. Cop. 571. Schlieben und Müller an den Kanzler 16. Juni Distelmeyer. Kassel .... Die Herzogin von Preussen 1 hat den von Bielandt aus Querfurt abgesandt, wie ihre Leute Nachricht haben, um Casimir nach Ems einzuladen und dort zu traktiren, dass es des andern Fräuleins halb auch auf gute Wege gebracht werde und sie also beide Häuser sich zu Freunden machen möge. Dieses "Werk trak- tirt sie allein mit Bielandt und nimmt keinen Rat..... Berlin. E. XXXV. C. 36. Or. 572. Schrögl an Christian von Anhalt.' 18. Juni ., . , , ... , Heidel- . . , . „Meins herrn leut lassen sich eins teils verlauten, t, er g I. F. Gn. können nichts mehr contribuirn und nachsteueren, hab das seinig in vil weg gelaist. 3 Ich sag in dargegen, wan man jezt nit darzu tuu woll, was darzue gehört, und E. F. Gn. mit dem ersten monat stecken lassen, so wers besser alles verbliben gewesen. Pass hall er sperrt man sich auch sehr. 4 Mit dem rendezvous 1 Vgl. Altpreuss. Monatsschrift XXXV (1898), 202; 207. s Der erste Teil des Sehr, verbreitet sich sehr eingehend über den bevorstehenden Anzug, wobei u. a. Beutterichs Gaskogner als Dolmetsch dringend empfohlen wird. 3 Am 6. Juni bittet Anhalt aus Dessau J. C. in Anbetracht der Schwierigkeiten wegen des 1. Monatsolds untsr Verweisung auf Schrögl um ein Nachlehen (Zerbst, Conc). Am 10. Juni beauftragt J. C. die Regierung zu Amberg nebst den Räten Fraiss und Culman, beim grossen Ausschuß« und den Kommissarien der oberpfälzischen Landschaft um Unterstützung der französischen Hülfe mit 100000 fl. nachzusuchen, da die Quote der Pfalz von der erschöpften Kammer nicht geleistet werden könne, die Untertanen der unteren Pfalz ebenfals durch Schätzungen erschöpft seien u. s. w.; es' wird dann erinnert, dass die Oberpfalz zu der Rüstung von 1588 an die 80000 fl. beigesteuert habe (Mb. 22/4 Cop. ebd. Cop. einer Anmahnungsschrift, Heidelberg 19. August). Vgl. S. 100 A. 3. 4 Am 23. Juni beauftragt J. C. aus Friedeisheim Dohna und Schrögl, mit Kanzler und Räten die Beantwortung Anhalts von Turenne's sowie die Abwendung des begehrten Passes vom pfälzischen Bodeu zu beraten, um grosses Unglück und gänzliches Verderben seiner Person und Untertanen zu verhüten (IIb. 112/11, Or.). Auch Johann von Nassau bittet am 3. Juli Anhalt, ihn mit Durchzug und Einlagerung zu verschonen, unter Hinweis auf die voraussichtliche Erhebung der verzweifelten Untertanen gegen das Kriegsvolk (wie im kölnischen Krieg), was er nicht abwenden könnte (Zerbst, Or.). Ein Bericht an die Staaten von einem Teilnehmer des Zugs, 15. Okt. (Bor III, 599), erwähnt, sie hätten in J. C. Land „niet gevouden dan lucht en water, sonder eenige provisie van brood", im Gegensatz zu der Fürsorge von Mainz, Zweibrücken, Veldenz und Nassau-Saarbrücken. 536 1591 572-573. möcht man der protestierenden und contribuierenden stenden wol verschonen, und ist die pfaffengass gross genueg. Es hat umb Ronigshofen, Kutzingen, Carlstat guete musterpläz und ist Wurzburg wie ich jungst geschriben, wol darzu mit wein und habern gestaffirt! Er schickt seine brueder und kundschafter überall uf das spor [!]' aus. Es hat auch Lotringen gen Frankfurt an ein bekanten ort geschrieben, er möcht vor gott gern wissen, wo der musterplatz sein wurde. Er kriegt 6000 man, darunder 1500 spiesser. Sie verkaufen die haut an allen orten, ehe sie den bern fangen. Der konig fegt allenthalben und kert sauber bis an die Lohr und sagt man stark, er kom nach der Champanien". . . Bittet um Erklärung ob er neben dem Consiliariat „ein lucken under den obristen sarapt dem underhalt" haben könne. 1 . . . • Zerbst. Bigh, 20. Juni 573. Relation des Hofrats Botzheim über seine Werbung im Auftrag Johann Casimirs bei Bischof Johann von Strassburg. 2 (Ausgleichsversuch 1590. Rel. Friede und geistlicher Vorbehalt. Vorschlag eines Konvents zu Hagenau. Die evang. Fiirstensöhne im Kapitel. Klagen des Bischofs über die Stadt Strassburg uud die evang. Grafen.) Botzheim: Erinnert den Bischof, ,,was er sich vor ein jähr gegen ihme Botzheimen und andern pfalzgrävischen abgesandten wegen des Streits . . in vertrauen erclert, das er liebers nicht wünschen wolte dan das solche irrungeu in gute beigelegt, darbei er dan das seinig zu tun sich auch erpoten etc. 3 Daruf alle notwendige motiven gebraucht, wie diselbige aus der pfalzischer ihme gegebenen instruetion zu ersehen, mit dem beschluss, das er zu dem ende abgefertigt, von ihme die mittel, wie man zu solchem friedlichen wesen wider gelangen möchte, anzuhören". Bischof: Könne sich jetzt in Eile nicht erklären. Die Mittel würden schwerlich zu finden sein. Dem Kaiser, der sich darein geschlagen, könne er nicht vorgreifen. Rel. Friede und geistl. Vorbehalt geben Ziel und Mass. Erinnert sich seines Eids. Zur Verhütung der von Botzheim angedrohten Weitläufigkeit habe der Kaiser die Sequestration vorgeschlagen; bedauert, dass der M. Ernst Friedrich die Teilnahme erst zugesagt uud dann geweigert habe. Kam auf den „fernigen" Vorschlag der zwei Fürsten, davon weiter in der pfälzischen Instruktion, zurück; „concludendo, er musste erstlich gehört werden". 1 Vgl. No. 555. 2 Vgl. Meister S. 389 ff. (u. a. Auszug der Instr. für Botzheim vom 9. Juni). 3 Str. A. A. 773: „Relation der chur- und fürstlich, auch marg- grävischen abgesandten bei dem herrn bischof, den beederseits capitularn und der stat Strassburg" (unter Briefen und Akten von 1590). 573. 1591 537 Botzheiin: Diese Handlung von den Evangelischen immer für 20. Juni eine Rel. Sache gehalten, daher nicht vom Kaiser allein zu entscheiden. Der Zweck der Sequestration aus den früheren parteilichen Handlungen leicht zu ersehen. Dieses Stift war vor und nach dem Rel. Fr. und Vorbehalt dem Passauer Vertrag gemäss in contraria possessione. Gegen den Vorbehalt haben die Evangelischen stets protestirt. Jurament bindet nicht contra bonos mores. Zwei Fürsten; wie in der Instruktion. Bischof soll gehört werden; wie, wo und von wem? Bischof: Dem Kaiser als dem obersten Haupt zu trauen. Rel. Fr. von allen Ständen angenommen. Die Erklärung im Vorbehalt sollte nur feststellen, dass eine Resignation dem Betreffenden zu keiner Verletzung seiner Ehre gereiche. „Das dises capitul in contraria possessione sein soll, seie ein lautere eindringung". Dabei blieb es für diesmal. Am andern Tag begehrte Botz- heim seinen Abschied. Bischof: Er könne zwar keine Mittel vorschlagen, müsse aber gebort werden, was am Besten durch alle Beteiligten in Person geschähe; am Besten durch die vom Kaiser zu Kommissarien Verordneten zu unternehmen; M. Ernst Friedrich hoffentlich zu bewegen ; statt des Erzh. Ferdinand, dem der Platz entlegen, könnte Speier ernannt werden; hätte auch nichts gegen Würtemberg, wiewohl dies gegen das Herkommen; als Platz am dienlichsten Hagenau, wo er mit allen seinen Kapitularen erscheinen wolle; die andern müssten auch sämmtlich kommen. Dann werde man von ihm hören, wie elend die Grafen die aufs Stift angenommenen Fürsten verführt haben. Durch - solche Handlung würde das Sequester wenigstens ad tempus eingestellt; habe übrigens lange nichts hievon und „in quibus terniiuis es desshalben am keis. hof stehe", gehört. Wundere sich über das Sträuben der Bruderhöfischen, die nur noch ein halbes Dorf innehätten, und vermute, der Widerstand gehe von der Stadt Strassburg aus; „gedenke wohl, der Gurtlerhof werde ihr zur recom- pens pleiben, und dörft aber zuletst das unheil wohl über sie ausgehen". Oesterreich sei übrigens ein alter und friedliebender Fürst und werde die Sequestration mit Lindigkeit vornehmen.* Botzheim: wiederholt unter Ausführung der vorigen Argumente, die evangelischen Fürsten würden die Sequestration nicht gestatten. Bischof: Er sei vor allem zu hören; in Vertrauen zu melden, „mit den fursten seien noch wohl weg zu finden; so sei auch rat, wie es der supernumerarien halb, so beiderseits angenommen, gehalten möcht werden. Mit den grafen aber seien die Sachen zu weit gelaufen, seien famosi libelli spargirt worden, daruf er wieder mit der retorsion sich gefasst gemacht, aber aus bedenklichen Ursachen dasselbig bis dahero noch ingestellt; haben ihme nach leib und * Randbemerkung; „No. oben gemeldt, wisse nicht, in quibus terminis es deshalb zu hof, lasset gleichwol den marggraven hier gar aus und allein von Osterreich red". nach 538 1591 573-574. leben getracht, einem 10000 cronen verheissen, so ihne soll ufreiben". 1 Es sei sonderbar, dass man sich gar von der päpstlichen Heiligkeit (wie er es nannte) abziehen wolle, da doch decretum electionis von allen Kapitularen unterschrieben und der Papst um Konfirmation gebeten. „Item herzog Reichard,* so noch im leben, hab erstlich die probstei nicht erlangen können, er sei dann zuvor ab censuris absolvirt worden. Jedoch dem sei wie im wolle, mit den fursten seien noch wohl weg, dan sieschendlich betrogen; in specie Brandenburg vermeldt, das er also hineingeführt". 2 Str. A. A. 774. Cop. 23 - Jun i 574. Ernst von Köln an Wilhelm von Baiern. 3. Juli (Vorschlag eines katholischen Konvents zu Würzburg, allenfalls auch Ander- ohne Mainz. Parmas Verzögerung der Restitution.) Hat W. Aufträge an etliche katholische Stände „auf dieser unser zuruckrais" verrichtet. Hat in dem Punkt die sämmtlichen katholischen R. Stände betreffend die Opinionen ungleich und zum Teil kalt befunden und schlägt, da periculum in mora, eine persönliche Zusammenkunft der vornehmsten katholischen Stände vor; es könnten, da die Protestierenden ihre Zusammenkünfte gewöhnlich mit dem Namen einer Hochzeit oder Kindstaufe schmücken, auf Jakobi gelegentlich der Kirchvveih zu Würzburg W., Bamberg, Eichstätt, Mainz, Trier, er und Salzburg sich treffen. Trier war neulich geneigt; Mainz, in solchem Werk fast kalt, wird sich vielleicht entschuldigen; die Beschlüsse können, auch wenn Mainz seine Mitwirkung versagt, effektuirt werden. Bittet W., ohne ihn zu nennen, bei Würzburg Anregung zutun; da die Zeit kurz, könnte die Kirchweih auf Bartholomäi verschoben werden. 3 Parma soll auf Anregung ungewogeuer Leute die Restitution der kölnischen Plätze verschieben wollen; schickt sein deshalb an den Kaiser gerichtetes Beschwerdeschr. hierüber und bittet W. um Weiterbeförderung sowie um eigene Mahnung an Parma.* Ma. 993134. Or. * „No. ist seltzam zu versteen, weil der herzog damals, als er die probstei bekommen, noch papistisch gewessen". 1 Vgl. No. 467. 2 Beiliegend ein Sehr. Botzheims an den Kf. (Gebhard, dem auch die Relation getan wurde, 21. Juni, eigh.). 8 Nach einem Sehr, des B. Julius von Würzburg an Baiern vom 3./13. Juli erwartete J. zur Einweihung der neuen Kirche im Sept. ausser Baiern nur Bamberg und Ellwangen; Mainz, „dieweil er jezo danieden", habe er nicht bemüssigen wollen, dagegen könnte man den Markgrafen (Georg Friedrich) zugleich oder auf den Tag nach der Weihe einladen. Vielleicht Hesse sich auch Würtemberg durch Melchior Jäger „in unsere schirrasverein" bringen. Ma. 113/7, eigh.). Vgl. Stieve IV, 17 f.; über die damaligen Versuche Erzb. Ferdinands in dieser Sache bei Würtemberg Hirn II, 149 f.; 175; über die Anregungen wegen der römischen Königswahl bei Würzburg Stieve, Verhandlungen u. s. w. S. 15; bei Würtemberg Hirn II, 110 A 4; Zöchbaur S. 39. 4 Vgl. No. 529; Stieve IV, 541. 575. 1591 539 575. Zündelin an Christian von Anhalt. 23. Juni Dresden (Besuch des Kf. von Köln bei M. Georg Friedrich; Forderung von Geldhülfe des fränkischen Kreises behufs Ersatz der spanischen Garnisonen im Erzstift durch deutsche; Bericht G. Fr. hierüber an Kursachsen. Kölns Heimreise und Schwierigkeiten mit der Stadt Köln. Erfolge der staatischen Truppen. John Wroth. Krell.) „Quod in tantis occupationibus tuis, princeps illustrissime atque excellentissime, memoriam mei tuam litteris clementissime scriptis testatara mihi facere voluisti, non quas debeo sed quantas certe possum maximas tibi gratias ago. Officium autem ad Cels. T. saepius scribendi hoc mihi est iucundius, quo tibi gratius esse intelligo. Unum vero hoc doleo me fungi eo uti volo au cupio non posse. Assiduitatem certe atque diligentiam ut in me desideres, non com- mittam-, deo volente. Adventus archiepiscopi Colouiensis ad mar- chionera Onolspacensem quid monstri alat, T. Cels. iudicio pruden- tissimo reliDquo. Marchio in hanc sententiam de illo ad electorem nostrum scripsit: Archiepiscopus Coloniensis coram et per litteras a me petiit, ut in conventu tribus vel orbis ut vocant Franconici ipsi contributionem petere vellem, cuius adminiculo ditionem scilicet suam omnem Hispanorum praesidiis liberare et in horüm locum praesidia germanica magno bono vicinorum imperii ordinum substituere possit. 1 Alioqui futurum ostendit, ut cum Hispani tum Angli et ordines Belgici eandera ditionem iam ante nimium dive- xatam et oppressam certatim rapiant ae diripiant et ne caeteris imperii ordinibus pareant. Cum autem nihil sibi quiete et tran- quillitate publica prius sit vel antiquius, tarnen se solum et tantis impensis praegravatum illam ut cupiat patriae communi atque rei publicae praestare non posse; sperare autem me pro singulari meo in eandem rem publicam studio et amicitia fraterna, quae ipsi mecum intercedat, omnia facturum, ut petitio tarn iusta et honesta in conventu quem dixi locum habeat. Huic ego ut sequitur re- spondi. Coloniense bellum quantum imperio negocii bactenus ex- hibuerit quantumque illi attulerit preiudicii, ad omnes nationes atque populos etiam me tacente res ipsa loquitur; nee ego 1 Vgl. No. 574; Stieve IV, 80 A. 2; 82; 340. Kf. Ernst hatte auch beim Bischof von Würzburg um Hülfe nachgesucht; vgl. ein Sehr. Baierns an seinen Kanzler, Göggingen 26. Juni/6. Juli, worin der Herzog erklärt, er wolle wegen dieser Sache in seinem und Kölns Namen den auf den 12. Juli a. St. nach Nürnberg ausgeschriebenen Kreistag beschicken, obwohl M. Georg Friedrich die Proposition dieser Sache halb Sachsen und Brandenburg mitteilen wolle und die beiden Kff. vermutlich wenig Lust haben und dem M. selbst die Proposition, geschweige denn mehr zu tun, abraten werden (Ma. 38/20 f. 397, Conc). Eine frühere Bitte Kölns beim Kaiser um dessen Interzession bei den R. Ständen betreffs wirklicher Handbietung war abgelehnt worden, worauf Köln und Baiern die gleiche Bitte in Prag wiederholten (Instruktion für ihre Gesandten an den Kaiser in dieser Sache, München 15./25. Mai, Ma. 38/35, Or.). 540 1591 575—576. diffiteor remediis cfficacioribus ad tanta mala percuranda opus esse. Sed ad hanc ipsam rem consensus totius imperii requiritur nee satis terapestiva eius mentio in conventu Franconico fieri posse videtur, cum huius rei mentio inter illas causas nulla facta sit propter quas ego cum episcopo Bambergensi eundem conventum indixi. Ut tarnen videas, quantopere tibi hao in parte gratificari cupiam, de hoc ipso negocio amplius deliberabo et post maturiorem consultationem tibi responsum dabo. Haec ego illi rescripsi. Quia vero negocium est non parvi momenti nee expedire videtur ut in praeiudicium eorum prineipum ac ordinum, qui Augustanae confessioni sunt couiuneti, exemplo malo et pernicioso mos ponti- fieiis tarn facile geratur, de his te certiorem facere et consilium tuum expetere volui; quod ut quam primum ad me perseribas, rogo. Haec fere marchio. A quo archiepiscopus cum non longe abiisset, siti et inedia credo ita debilitatus fuit, ut pedibus captus progredi longius non potuerit. Audio enim mira illum ieiunia Onolspaci celebrasse. Nunc vero quidam scribunt ipsum Colouiam seeundo Rheno iam reversura esse, cum frustra exspeetasset, ut a vobis de via honoris causa salutaretur. Controversias autem cum republica Coloniensi homini in dies raagis ac magis adaugeri, quae arbitrum tui similem, hoc est cquitatis studiosum et a testibus probe instructnm requirere videantur. Item Coloniae pontificios hoc tempore spero sanetum colere silentium magnoque metu ex iua- pinatis ordinum Belgicorum regisque Galliae successibus nee ina- nibus plane apparätuum Germanicorum rumoribus ac strepitu pertur- batos esse. Aurantiana autem et Mauritiana soboles illa quos iam progressus fecerit. quot et quam munitis opidis ubi brevissimo temporis spatio potita sit, cum T. Cels. sit notissimum, nihil attinet hoc loco adiieere ut ne de gallicis quidem rebus..... Joannes Wrothus noster iam diu quod miror nihil ad me scripsit. Quidam vero alius haud malus auetor litteris XXI. Junii Venetiis datis sequentia significat. . J . Haec habui nova hoc tempore, quae ut T. Cels. aequi bonique consulat, qua par est humilitate rogo. D. cancellarius T. Cels. quam humiliter resalutat et negat se adhuc vidisse litteras ad electorem nostrum Palavicini, monitorum vero tuorum fore memorem." Zerbat (Bomb. Acta den franz. Kriegazug Christians I. betr. Vol. II). EigU. 25.Juni 576. Heinrich Julius von Braunschweig an Sachsen Gruningen und Brandenburg. Empfang des Sehr, vom 16. Juni, worin sie u. a. mitteilen, dass Ulrich von Mecklenburg sich für die Union erklärt habe. 1 Wenn alle Stände der A. C, keinen ausgenommen, dasselbe tun) so wird er sich nicht aussondern. Mc. Geh. Verstentnussen. Cop. (Auszug von Geh. Rat Ritter.) 1 Am 7. Mai (Z. f. preuss. Gesch. V, Hl). Mecklenburg blieb jedoch nicht bei dieser Erklärung, vgl. Muffat S. 17; Ritter I, 47. 577—579. 1591 541 577. König Heinrich IV. an Landgraf Wilhelm. 25. Juni 5. Juli Wünscht Schomberg so rasch wie möglich mit 600 Pferden jr ante8 bei sich zu haben. Dankt für W. Entgegenkommen gegen diesen treuen und hochverdienten Mann. 1 Marb. Frkr. 1591. IV. Or. 578. Christi an von Sachsen an Scho mberg. 26. Juni Dresden Auf Seh. Bitte um ein Pferd für die Rückreise nach Frankreich.* Schickt seinem Versprechen gemäss das Pferd und wünscht Glück; „da aber euer vornehmen höchstgedachter K. W. zu- wieder gemeinet sein solte, wie wir uns doch nicht versehen, so wolten wir, das die erste kugel, so euch begegnete, dem rosse durch den köpf und euch durchs herze gienge." Dresden. 808C. Cone. 579. Zündelin an Joachim Camerarius. „„ T 26. Juni (Nürnberg, Ulm und die französische Hülfe. Feindliche Haltung der Dresden lutherischen Prediger. Anhalts Truppen. Der Kf. von Köln und M. Georg Friedrich. Spanische Werbungen. Ein französisches Patriarchat ?) Das Sehr. Nürnbergs an den Kf. wurde diesem durch den Kanzler übergeben; der Kf. hoffte, die reiche Stadt, „quae . . sapientiae laude ac prudentiae caeteris Germaniae civitatibus ante- celleret," sollte durch ihr Beispiel die Zurückhaltung der übrigen überwinden. „Neque enim hie cuiquam alii seritur aut metitur quam causae communi." Der Kanzler rechnet auf die Einsicht Baumgärtners. Das reiche Ulm verspricht nur 5000 fl. und fordert vielleicht schon dadurch heraus „tribunos illos plebis, sacros illos dico homines, qui perisse et impie dari clamitant, quiequid iis detur, quos isti novi pontifices sui anathematis fulmine dudum percussos e societate humana exterminatos penitus pro sua mansuetudine cupiunt. Quid enim in hanc sententiara non itapridem inSaxonicis quibusdam civitatibus praeeipuis quidam pro concione evomuerint, ignorare te non puto." Anhalts Truppen sind im Anzug; „quibus ego mode- stiam et temperantiam opto", in der Erinnerung an den vorigen Zug. Hoffentlich werden sie nicht durch Geldmangel dezimirt. . . „Coloniensis ille poculis cum vicino vestro non aliam magis ob causam indulsit quam ut his circumventum pertraheret, quo vellet". Kölns Bitte um Hülfe des fränkischen Kreises behufs Entlassung der Spanier, „quasi vero aut hi cessuri, nisi valde rationibus ipsorum expediat, aut aliquid referat, hac an illa via abeamus praeeipites". Ablehnende Antwort des Markgrafen, er wolle die 1 Am 24. Juni/4. Juli ersucht der K. den Strassburger Rat um Durchzug für den Feldmaischali Seh. mit G0O Reitern (Str. A. A. 1360, Or.). 2 Schomberg an Chr., Giessen 11. Juni (Dr. 8086, eigh.). Vgl. Archiv f. sächs. Gesch. VII, 314. 542 1591 579-581. Sache bedenken. 1 „Existimatur autem bonus episcopus excusa- tionera iam nunc quaerere, si Hispauis se suaque omnia permiserit- quod tarnen pridem ipsum fecisse existimo". 2 Spanische Werbungen im kais. Gebiet und zu Prag, angetrieben durch die Erfolge der Staaten. „Proxime adesse videtur, ut Galli monitoriis papae litteris irritati gallicum sibi pontificem creent. Hoc certe minantur aperte sed factum, non dictum oportuit", 3 Bm. Coli. Camerar. XXII. Or. 27.Juni 580. Jobann Casimir an Christian von Sachsen.* Fried- richsbühel Bericht der Amberger Regierung über drohenden gewaltsamen Durchzug des spanischen Obersten Eckenberger mit 1200 in Schlesien und Böhmen geworbenen Pferden. Bittet um Gutachten, „diweil es uns samentlich betreffen tut", zumal wegen ihrer Parteinahme für Frankreich, da er „nicht zu viel oder zu wenig handien" und namentlich dem Gegner nicht Vorschub leisten möchte. Da er sich hier nicht wegbegeben und nicht so schnell gefasst machen kann, bittet er Chr. um eventuelle nachbarliche Unterstützung der Oberpfalz. Dr. 8543. Or. 28. Juni 581. Bongars an Christian von Anhalt. Frankfurt Hat von mons r Gauchery, den Turenne nach Mainz geschickt hatte, die Antwort des Kf. erhalten; schickt sie mit jener von Gelnhausen. G. versichert auch vom B. von Speier sehr gute Ant- 1 Vgl. No. 575. 2 Tatsächlich hatte Kf. Ernst vielmehr gelegentlich seines Aufenthalts in Würzburg Verhandlungen mit Graf Philipp von Hohenlohe angeknüpft, die auf ein Sonderabkommen mit den Generalstaaten zielten; vgl. das Sehr, des Kf. an Baiern vom 20./30. Juni bei Stieve IV, 79 A. 1; hiezu ebd. 340; 540 f. Bor III, 581; Prinsterer II. 1, 178. 8 Vgl. über die Anregung eines französischen Patriarchats im Sommer 1591 Mezeray, Abrege chronologique de l'histoire de France VI (Amsterdam 1723), 53. Schon zu Anfang 1590 hatte der Legat Caetani aus Frankreich nach Rom berichtet, Navarra denke daran im Notfall ein Schisma hervorzurufen und den Kardinal Lenon- court zum gallikanischen Papst zu machen (L'Epinois S. 392 f.). 1 Die Antwort, Stolpe 7. Juli, verweist wegen des Durchzugs auf die R. Ordnungen; verstösst E. gegen diese, so ist ganz und gar nicht nachzugeben, wie er auch an M. Georg Friedrich geschrieben und diesem Unterstützung durch den Hauptmann des Voigtlands zugesagt hat; J. C. kann sich dieser Hülfe auch bedienen, soll sich aber jedenfalls für sich und mit den Nahegesessenen gefasst machen (Dr. 8543, Conc. Krell). J. C. dankt (Heidelberg 16. Juli) und berichtet, seither habe, da verschiedene Knechte von seinem Hauptmann zu Waldsassen angebalten und zurückgewiesen worden seien, „der berürt spanische lauf fussknecht" seinen Weg auf Regensburg und Augsburg genommen; auf Kreishülfe könne er freilich nicht rechnen, da die Öberpfalz zum kurrheinischen Kreis gehöre; mit wem es aber der benachbarte Kreisoberst, Baiern, halte, sei bekannt (Dr. 9306, Or.). 581-583. 1591 543 wort wegen des Durchzugs erhalten zu haben „et se loue parti- culierement du dit s r electeur de Mayence. 1 Le conte de Witt a este en Boheme et Moravie 3 et a baille lauffgelt ä quelque soldats; de quoy l'empereur averty par l'ambassadeur d'Espagne s'est fort scandalise et a faict desfences ä ses sujets d'entrer en Service du roy; a requis le semblable de ceux de Westphalie. L'evesque de Strasbourg a prie l'empereur de vouloir par son autorite des- tourner l'orage de la place-monstre qu'il prevoit devoir tomber sur ses sujets." 8 Zerbst. Eigb. 582. Der Nuntius Caetano* an Sfondrato. 29, Japi .... Der Mainzer Gesandte hier versicherte ihm, der Erzb. p habe den Protestanten nicht die Musterung gestattet, sondern werde, wenn er könne, gern den Durchzug hindern. Würzburg rüstet sich zur Verteidigung gegen die protestantischen Truppen und hat an alle Fürsten des Landsberger Bundes um Hülfe geschrieben. 6 . . Rom, Germania 112, 327. 583. Sibylla von Jülich an Renata von Bayern. Juli Düssel- .... „Was nun belangt meinen halben, wegen das man mich dorf so plagt mit ainem lutherischen herrn zu geben, das glauben E. L. frei, die Schwestern und ire herrn nit feiren. Si haben ir wol zwen vor, herzog Hans Casimirus und landgraf Wilhelms son, betten gern, ich mit inen auszug mich zu verlustiren. Aber ich wör mich treulich, wais gott, ich wolt nit liebers sein als bei den Schwestern, wie billicb, wenn si catholisch weren, aber nun nit. So hab ich guete entschuldigung mit dem herr vater, das S. L. mir nit erlauben wirdet, in S. Gn. hohem alter, so lang ich nit verheurat wirde. Man plagt mich greulich, aber wills gott, si werden nichts erhalten."" .... Ma 36118 f. 40 ff, Cop. 1 Schomberg berichtet an L. Wilhelm, Frankfurt 17. Juli, wegen der Kaution Anhalts sei es mit den Gesandten der vier rheinischen Kff. nicht ohne viel Handlung abgegangen, die er habe pflegen müssen; die geistlichen Kff. erzeigten sich „noch ganz beforderlich", ob aus Zuneigung oder aus Furcht vor einem bösen Nachwetter, wisse er nicht (Marb. Or.). — Bongara war im Juni von einer Sendung nach Dänemark zurückgekehrt, vgl. Anquez S. 37. 2 Vgl. No. 555. 8 Vgl. Meister, Kapitelstreit S. 400 f. 4 Camillo Caetano, Patriarch von Alexandria, Bruder des Kardinals Enrico Caetano, den er 1589 nach Frankreich begleitet hatte, nachmals Nuntius in Spanien; vgl. Desjardins V, 106 f; 139; 162; L'Epinois S. 367 A. 4; 419 f; 436 A. 5; Hanssen, N. B. III. 1, 741 A. 4. 6 Vgl. G r o p p , Wirtzburg. Chronick I, 345 ff. 0 Vgl. über die damaligen Projekte für die Vermählung Sibylla's Stieve in der Z. des berg. Gesch. Ver. XIII, 29 ff; Br. u. Akten IV, 24A.2; 85; Gütt. Gel. Anz. 1900, S. 536 ff; hier No. 387; 393; 405. 544 1591 584-586 2. Juli 584. Pankratius an Pfalz graf Phi lipp Ludwig. Speier .... Mit der hanauischen Vormundschaft geht es seltsam zu; zu wünschen, dass etliche Stände die Sache gütlich beilegten oder Pf. Reichard exonerirt würde, da J. C. mit Reichard sich in Schriften heftig und weit eingelassen. 1 Mb. 33GJ20 f. 166. Eigh. 3. 585. Der Kaiser an Christian von Anhalt. 13. J uli Auf Chr. Anzeige wegen seines französischen Zugs;' 2 es hätte Prag sich gebührt sie zeitlicher zu erstatten und die Werbung vermöge der R. Ordnung vorzunehmen, damit er bei den Kreisen Verwarnung hätte tun können. Stellt dies jedoch an seinen Ort und befiehlt Chr. sich bei Musterung und Abdankung des Volks durchaus an die R. Ordnung zu halten und keinen Stand des R. zu beschweren oder zu vergewaltigen. 8 Dr. 930C. Cop. 3. Juli ^86. Christian von Anhalt an Christian von Rossbach Sachsen. Rheingraf Otto, aus Lothringen kommend, berichtet über die dortigen Rüstungen; für den Herzog werben Fussvolk Johann Brendell, Moritz von Sachsen und Eckenberger, Reiter Reinhart von Schombergk, Stachus von Münchhausen und der Welsche 1 Vgl. No. 263. J. C, Johann von Nassau und Ludwig von Witgenstein weigerten dem Pf. Reichard die Mitvormundschaft und Einnahme der Huldigung; ihre Vertreter hatten schliesslich einen simmerischen Befehlshaber auf dem Hanauer Schloss bedroht, seinen Nachfolger vertrieben, das Schloss in Verteidigungszuzstand gesetzt und etliche Schüsse mit grossen Stücken tun lassen; am 12. Mai waren Nassau und Witgenstein, am 15. J. C. mit den Hanauischen Pupillen nach Hanau gekommen. Daraufhin erging am 8./18. Juni zu Speier an die drei Vormünder ein K. G. Mandat de non offendendo, das durch den Kammerboten am 6./16. Juli überreicht wurde (Mb. 96/7). 2 Dessau, 13. Juni, vgl. Beckmann II, 302. Vom gleichen Datum die Bitte Anhalts um freien Durchzug an Johann von Nassau, Prinsterer II. 1, 164 ff.; vgl. S. 535 A. 3. 3 Das Or. des kais. Sehr, wurde durch den anhaltischen Agenten zu Prag am 12./22. Juli dem Fürsten Johann Georg, Cop. davon von J. G. am 19. Juli behufs Mitteilung an Kf. Christian dem Kanzler Krell zugeschickt. Es ist bezeichnend, wie J. G. in seinem eigh. Sehr. an Krell von „meiner einfalt" spricht und erklärt, den Herrn Kanzler „mit meinem unnutzen schreiben" nicht lang aufhalten zu wollen. — In einem weiteren Sehr, an Christian von Anhalt, Prag 25. Juli/4.Aug., spricht der Kaiser die Hoffnung aus, dass Chr. seine [obige] Antwort erhalten habe und bei seinem Zug die K. Ordnung beobachten werde, und ermahnt zur Abstellung der über das Gebahren des Kriegsvolks in Gelnhausen und Friedberg eingelaufenen Beschwerden (Zerbst, Or.). 586-588. 1591 545 Schlegell, jeder 1200 Pf. 1 .... Glaubt nicht, dass Lothringen, das sich fleissig befestigt, so viel Reiter bekommen werde. Sonst viel Geschrei von spanischer Werbung. . . . Würde gern von seiner Expedition zu Kassel berichten, will aber „E. Gn. ungerne mit solcher nullitet uberlestig sein". Geht zu Turenne. . . Dr. 930.6. Eigh. 587. Kolbinger an üohna. 4. Juli „S. Proch dolor, generöse domine baro, quam brevis fuit besterna mea laetitia quamque inanis! Nam hospes meus vix inspecta obligationis mihi traditae formula, cum animadverteret rem ad electoralem Palatinatum non pertinere, negavit se vel tantillum facere vel posse vel velle, haud obscure me incusans, quasi in animam induxerim Uli fraudi esse. Aitpraeterea principis in potestate non esse eiusmodi contractus inire; inde parum abfuit, quin a verbis ad verbera inter nos deventum fuisset. Qua de re ego te statim certiorem reddidissem, nisi rixa illa in mullam noctem producta fuisset. Itaque iam plane inops sum consilii, de- plorans meam infelicitatem et iniuriam illatam mihi. Vale et rem non ex eventu, sed animo aestima meo, qui omnis fraudis et doli expers fuit, de quo deum invoco testem." 2 Mb. 113|3c f. 81. Elgh. 588. Caetano an Sfondrato- 6. (Kais. Erklärung in der Strassburger Sache; keine Acht, aber Sequester 16. und Koadjutorie. Jülich und Parma zur Exekution gegen Aachen Joli bereit. Dagegen Gesandte von Sachsen, Brandenburg und Braun- Prag schweig beim Kaiser. Triers Beschwerde über die spanische Re- gierung. Gesandte der Herzogin von Preussen, der Herzogin Jakobe und des alten Herzogs von Jülich; dessen Vorschlag der Verbindung Sibyllas von Jülich oder Annas von Preussen mit einem Erzherzog.) . . . Kais. Antwort an B. und Kanoniker von Strassburg, auf deren Forderung der Acht und Vorschlag der Ernennung eines Koadjutors. 1 Ueber diese Werbungen für Spanien und die Liga korrespondirte damals Ulrich von Mecklenburg mit Brandenburg und Sachsen. Eine seinem Sehr, an Brandenburg vom 11. Juli beil. Zeitung vom 10. Juli gibt den Bericht des aus Brüssel kommenden Bernhard von Lützow: Eggenberg, Oberst Schombergk und Oberst Sabellmond je 1200 Pferde, Moritz von Sachsen-Lauenburg, der selbst in Brüssel war, 15 Fähnlein Knechte, ebenso Graf von Fürstenberg, JohannBrendell und Oberst Curtius, Bruder des Vizekanzlers, je 12 Fähnlein; ausserdem sei dem Bruder Ulrichs Christoph spanische Bestallung über 1 Regiment deutscher Pferde zugedacht. Am 12. Juli berichtet Franz von Sachsen-Lauenburg dem Herzog Ulrich von Truppensammlung seines Bruders Moritz im Stift Bremen, kais. Patenten für Spanien aut 12000 Mann und spanischer Bestallung auf 1200 Pf. für Herzog Christoph (Dr. 9306; ebd. kais. Werbepatente zu Gunsten Spaniens für Moritz von Sachsen und Johann Brendell, Prag 19./29. Mai). Ueber das Auftreten des Herzogs Moritz mit seinen Truppen im Stift Osnabrück August 1591 vgl. Stüve, Gesch. von Osnabrück II, 349. 2 K. Erlebniss und Klagen hängen vielleicht mit der Frage des Durchzugs durch J. C. Gebiet zusammen; vgl. No. 572. Bezold. Briefe des Pialzgrafen Johann Casimir. III. 35 546 1591 588-589. Der Kaiser will die Acht nicht verkündigen, mit Rücksicht auf den Durchzug des navarrischen Kriegsvolks, aber erneuert den Sequester, obwohl Erzh. Ferdinand sich bisher weigerte. Dagegen billigt der Kaiser die Koadjutorie; geeignet hiefür wären nur entweder ein Sohn Baierns oder der Kardinal von Lothringen. 1 Entschlösse sich der Kaiser, dem Recht gemäss gegen die Ketzer in Aachen zu verfahren, so erbieten sich Kleve, „che tiene certa jurisdittione in Aqaisgrano", und Parma „che si chiamain nome di S. M li protettore di quella cittä per li stati di Lucimburg", zur Exekution, „con la commoditä ch'hanno di sottrarli ogni sorte d'alimenti''. Sachsen, Brandenburg und Braunschweig 2 haben, um diese Dinge zu hindern, wie gewöhnlich Gesandte an den Kaiser geschickt, „come quelli che sono vigilantissimi in questi negotii d'Argentina et Aquisgrano", da Strassburg „chiave dell'Alemagna" und Asyl der Calvinisten und niederländischen Rebellen und Aachen „cittä principale deH'Imperio" ist. „Qua si cede facilmente alle difficoltä et con queste dilationi ricevono danno notabilissimo le cause della religione." Schickt ein Sehr. Triers, das ihn um Interzession beim Papst gegen die Bedrängnisse von Seiten der spanischen Minister wegen der Abtei Prüm ersucht.' Der Kaiser hat sich schon beim spanischen Gesandten deshalb verwendet. Hier sind drei Gesandte aus Kleve, einer von der Herzogin von Preussen, die die Administration der väterlichen Staaten „stante la inhabilitä del padre et del fratello" haben und eine Tochter in sehr zartem Alter mit Johann Sigismund, dem Sohn des Postulirten von Magdeburg, verheiraten will, ein zweiter von der Gemahlin des Jungherzogs, „buona catolica", die ebenfalls die Administration fordert, ein dritter vom alten Herzog und den Räten, um die Bestrebungen der Herzogin von Preussen zu vereiteln, mit geheimer Werbung um die Vermählung eines kais. Bruders mit einer gut katholisch aufgezogenen heiratsfähigen Tochter des Herzogs „o con questa figliola della duchessa di Prussia, alla quäle di ragione toccarebbe la successione delli stati di Cleves per l'investitura di Carlo Quinto; et sarebbe facil cosa haver il consenso della madre et tornarla alla religione essendo di tenera etä". Dies würde für die Religion und das Zusammenbleiben der Lande der beste Ausweg sein.* Rom, Germania 112, 335, 8. Juli 589. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea. Braubach Hat aus D. Sehr, gern ihren allerseits Zustand vernommen, „Wir alle seind gott lob noch alle [!] wol auf und der saur- bronnen musssich wol leiden. Ich hab bishero mer saurbronnen als wasser getrunken." Will morgen Freitag die Heimreise antreten; seine 1 Vgl. Meister, Akten S. 72 ff; Kapitelstreit S. 387 f; wegen der Koadjutorie S. 379 ff; 385 ff. ' Irrig für Kurpfalz. Vgl. Eh ses-Heis ter, N. B. I. 1, 377 ff. 8 Vgl. Ehses, N. B. I. 2, 323 ff. 4 Vgl. hiezu No. 393; 402; Ehses a. a. 0., 420. 589-590. 1591 547 Schwester bleibt noch eine Zeit hier. Die Herzogin von Preussen zieht morgen auch weg. „Vor neu zeitung kann ich dir in vertrauen nit verhalten, das ich mich an das freilein aus Preussen vermehlet, es ist aber noch gar heimlich, derowegen lass es bei dir verbleiben." 1 . . Zerbät. Eigh. 590. Herzogin Maria Leonora an Markgraf Joachim 10. Juli Friedrich. Ems (Ihre Verhandlung mit J. C. wegen der Vermählung ihrer älteren Tochter. J. C. bleibt bei seiner Meinung und hofft auf die Geneigtheit der jülichischen Stände für eine Verbindung mit Pfalz. Sie tritt nach wie vor für Brandenburg ein.) Zusammenkunft mit J. C. zu Braubach am 5. Sie erklärte in Sachen ihrer älteren Tochter noch nichts Endliches beschlossen zu haben noch ohne Wissen ihres Vaters schliessen zu wollen, und bat J. C. ihr nicht zu verdenken, dass sie die ältere Tochter lieber mit Brandenburg als mit einem andern Haus verbinden möchte ; sonst dürfe sich J. C. zu ihr, da sie dem Kurhaus Pfalz in anderen dgl. Werbungen freundlich entgegenkommen könne, aller Ehren und Willfährigkeit versehen. Obwohl sie hoffte, „S. L. wurde sich von ihrem intent ab und zu dem nicht unlauten [!] gewiesenen weg bequemet haben", blieb doch J. C. auf seiner Meinung und sie auf der ihrigen. „S. L. aber haben darauf, das sich die eines bessern nochmals getrosten wolten, darzu dan uns auch ohne zvveifel anderswoher anleitung gegeben werden mochte, geschlossen, und seind also mit dem verlass, das uns S. L. in unserer zurückreise wider sprechen wolte, von uns gezogen." Sie vermerkt aus der Unterredung soviel, dass J. C. und Pf. Hans grosse Zuversicht zu den jülichischen Ständen haben und hoffen, sie werde sich durch dieselben auf die pfälzische Seite bewegen lassen, „wie wir dan dessen allerhand nachrichtung von eins teils den guiischen stenden albereit erlangt". Sie gedenkt aber von ihrer Affektion gegen J. Fr. und Brandenburg nicht zu weichen und hat den Ständen bereits ad partem die Vorteile einer Verbindung mit Brandenburg angedeutet." .... Berlin. R. XXXV. C. 3b. Cop. 1 Am 5. Juli ersucht Christian von Anhalt aus Darmstadt J. C, den er vergebens in Heppenheim aufgesucht hatte und dessen Aufenthalt er nicht erfahren konnte, um Ort und Zeit für eine Besprechung (Zerbst, Conc). Unter gl. Datum schreibt Grünrade aus Heidelberg an Anhalt, dem er den Ueberbringer Dr. Hippolytus a Collibus, jetzt in Anhalts Diensten [als Kanzler, vgl. Beckmann II, 302], und dessen Begleiter, den seit 17 Jahren wegen der Eeligion aus Italien vertriebenen Scipio Balsamus empfiehlt; Pf. Friedrich, der A. „als dero geliebtem bruder* Gruss und Glückwunsch entbiete, habe sich sehr auf den Musterplatz gefreut, werde aber von seinem Vater schwerlich Erlaubniss zu einem Besuch bei A. erhalten, „weil S. F. Gn. nach gehabtem langwirigem fiber noch zur zeit allerdings nicht genugsamb confirmirt ist" (ebd. eigh.). 2 Vgl. die „kurze verzeichnuss und Ursachen, dardurch I. F. Gn. beweget werden möchten, in ihrer eitern töchter Verheiratung mehr 35* 548 1591 591—592. 10. Juli 591. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen. Friedberg Turenne war gestern bei ihm und wiederriet die Musterung auf dem Sammelplatz; man solle es mit dem Fortziehen halten, wie früher verabschiedet, bei Bingen über den Rhein gehen und dann durch das Westrich nach Metz, wo der K. zu ihnen kommen wolle. , Er will aber sehen, das er also den Lotringer angreife, das er uns den pass nicht sehr wehren möge. Den musterplatz zu halten will er sehen, das er nicht zu zeitlich noch zu langsam gehalten werde." Geht morgen zu T. nach Frankfurt um des K. Bescheid. „Gestern haben mich die churf. reinischen gesandten mit der caution tribuliret"; schickt Cop. . . . Dr. 9306. Eigli. 10. Juli 592. Turenne an Christian von Anhalt. Frankfurter Durchzug durch das Elsass. J. C. soll die Städte Speier und Worms zur Kontribution trotz kais. Abmahnung veranlassen. Anmarsch feindlicher Reiter aus Schlesien. Schomberg.) Erfährt eben durch Sehr, von de Fresnes, die elsässischen Stände wollten Montag oder Dinstag zusammenkommen, um Gesandte mit Vollmacht wegen des Durchzugs und der Bewilligung einer „bonne somme" hieher zu schicken. Der Kaiser dankte der Stadt Speier für ein kleines Anlehen und hofft, dass sie sich an keiner Werbung für Navarra beteiligen werde. „A quoy il n'i a aparanse, veu que le s r roy prant tous les jours des villes et que ils se gardent bien d'y rien contribuer. II a fect faire le mesme ambassade ä Wormes. Si mons 1 ' Durand est ancores pres de vous, il est besoing de l'an advertir, ä ce que monsieur son mestre ampesche que ces villes ne s'aeoutument pas tant ä des- pandre de l'ampereur et quelles soient pressees de nous assister." Hört, einige gegnerische Reiter aus Schlesien, denen der Pass durch die Oberpfalz verweigert wurde, 1 wollten nach Franken ziehen. Chr. soll veranlassen, dass sie „dans les cartiers de l'armee" ziehen, wo sie die Lebensmittel teuer werden zahlen müssen. „Ce coup seroit fort important; ne le negliges. J'e atandu mons r de Schomberg ä diner plus de deus henres, ainsy qu'il m'an avoyt assure. Je cuide que vous le retenes pour le servisse qu'il vous fect." Erwartet Sehr, vom König. 2 Zerbst. Bigh. auf das haus Brandenburg als irgend auf ein anders zue sehen" (Berlin a. a. 0.), worin u. a. auf die Vermählung der Herzogin selbst mit einem Brandenburger trotz der Aussicht auf Heiraten mit Frankreich, Dänemark, „Johann Weida", einem künftigen K. von Polen, Würtemberg, und sonst hingewiesen wird, ferner auf das bisherige gute Einvernehmen zwischen Brandenburg und Spanien, in dessen Bestallung M. Johannes bis zu seinem Tod gewesen sei u. s. w. i Vgl. No. 580. 2 Das obige Sehr, war laut einem beigegebenen Brief T. bestimmt von Anhalt den Gesandten mitgeteilt zu werden. Die Truppen könnten nur in Waffen durchziehen, wegen der Spanier, die auf das Reich keine Rücksicht nehmen. 593—594. 1591 549 593. Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich. 17. Juli Heidel- Vor drei Jahren haben ihm vornehme alte jülichische Räte und g Diener, bald darauf auch fürstliche Personen eine Vermählung seines Pflegesohns mit Anna der ältesten Tochter der Herzogin von Preussen vorgeschlagen. 1 Er liess sich dies auf gehabten Rat und Erklärung seines Pflegesohns trotz dessen Jugend gefallen und seine Erklärung durch jene fürstlichen u. a. Mittelspersonen an die Herzogin bringen und um Anna werben. Beil. ein Or. Sehr, des K. von Polen an G. Pr. hierüber; ein anderes an Jülich in Cop. Er wollte bisher die Sache wegen der Jugend seines Pflegesohns möglichst geheim halten. Derselbe ist jetzt an Jahren, Verstand und Leibeskräften 2 herangewachsen und bleibt bei seiner vorigen Resolution. Auch hat er die Herzogin von Preussen persönlich gesprochen und vermerkt, dass sie zum Haus Pfalz nicht weniger als zuvor gute Meinung trage. Ersucht G. Fr. um Billigung und Förderung dieser Heirat und namentlich um Vorstellungen an Magdeburg, der seines ältesten Sohns halb neulich auch einen Anwurf getan haben soll; die pfälzische "Werbung ist viel älter und von beiden Herzogen von Jülich gebilligt. 8 Berlin. R. XXXV. C. 5. Or. 594. Wolfgang von Mainz an Christian von Anhalt. 17- 27. Auf Chr. Sehr, vom 15. Juli mit Entschuldigung wegen Nicht- Jul1 erscheinens bei ihm; hätte gern mit Ch. Bekanntschaft gemacht Mainz und ihn „mit einer kalten küchen" bewirtet, begreift aber, dass Ch. zu Verhütung allerlei Unordnung nicht von seinem Kriegsvolk abkommen kann; verweisst deshalb auf seinen Rat Kaspar von Eltz; „und tun zwar E. L. ein hochrümblich gut werk, darmit der armen undertanen mit unerschwinglichen belastigungen möchte ver- 1 Vgl. No. 478. 2 Dagegen berichten die Räte Schlieben und Müller dem Kf. Johann Georg aus Ems am 10. Juli: J. C. blieb bis in den 5. Tag bei der Herzogin zu Braubach, traktirte wiederholt allein mit ihr, sie blieb aber wegen des älteren Fräuleins bei ihrer Ablehnung; „und möchten des andern fräuleins halben wol traetaten vor sein, aber weil der junge pfalzgraf sehr schwach sein soll und gestern S. F. Gn. schreiben bekommen, das es umb S. F. Gn. gar gefährlichen stehen soll, hat man weitere traetaten eingestellt"; die Herzogin musste ihren Leibarzt D. Matthesius mit nach Heidelberg reisen lassen (Berlin ebd. C. 3 b Or.). Caetano berichtet aus Prag, 17. Juli/6. August: „L'elettor palatino giovine e stato male a morte, la quäle haveria travagliato molto la religione catolica per la successione di Cassimiro. Hora s'intende che stia meglio" (Rom, Germ. 112. S. 357). 3 In seiner Antwort, Sulz 21. Juli, erbot sich G. Fr. J. C. Ansuchen an die Herzogin, deren Absichten er nicht kenne, zu bringen und sich vertraulich nach ihrer Gemütsmeinung zu erkundigen. Am 3. August ersucht hierauf G. Fr. aus Ansbach die Herzogin, obwohl er ihre Vorliebe für Brandenburg bereits vermerkt habe, um nähere Mitteilungen über ihre Unterredung mit J. C. (Berl. ebd. C. 5). 550 1591 594-596. schonet, auch gute Ordnung gehalten und die arme leut nit in eusserst jamer und verderben gesetz werden"; empfiehlt nochmals Chr. seine Untertanen; ist jederzeit zu freundlicher Diensterzeigung gewillt. „E. L. dienstwilliger freund Wolffgangus archiep. Mag." 1 Zerbst. Bigh. 19. Juli 595. Kolbinger an Dohna. Heidelberg Fürst Christian wird sich über D. Ankunft gefreut haben. 3 „Uli spero in precio erunt, qui apud nostros frigent, imo pene iacent, viri boni. De C. 3 nostro nudiustertius scripsi; qui fere nihil intelligunt, incipiunt tarnen et admirari levitatem nostram et detestari." Die langsame Sammlung der deutschen Reiter nichts Neues, aber höchst verderblich..... „Abiicite consilia Belgica neque vos permoveat, ordines illos cum exercitu ab obsidione Groningensi redire et ascendere superiores in partes. 4 Regem audio in Lotharingiam venire, nisi . . . .; illud iam pridem audivi et certo scio, eum in maximis haerere angustiis propter animos hominum minus cottidie cum ipso sentientium. Ergo succurrendum est, cur- rendum .....T. G. addictissimus, und wenn es dem teufel leid were, A. K." Mb. 11S|3 f. 21 Eigh. 21. Juli 596. Christian von Sachsen an Turenne. Dresden Auf T. Sehr, aus Strassburg vom 1. Juli mit einem kgl. Sehr. ,,Etsi vero vultum illum plane regium atque heroieum coram intueri et arma fortissime vibrantem in hostem praesens adspicere mallem, tarnen, cum id mihi non liceat hoc tempore, optatissimis, quae pollicetur, muneribus desiderium meum solabor et illi vicissim effigiem meam transmittam, si volet, 6 cupiditatis quasi testem videndi ipsius atque compellandi; cuius rei occasionem atque facultatem aliquando mihi dabit, spero, deus idque efficiet, ut ' Am 22. Juli schreibt Pancratius aus Simmern an Pf. Philipp Ludwig, Anhalt habe auf Anfragen von Mainz geantwortet, er wisse selbst noch nicht, wohin er seinen Weg nehmen werde. Man vermute, das Volk werde zunächst nicht nach Frankreich, sondern ins Stift Köln und nach den Niederlanden geführt werden (Mb. 336/20 eigh.). Vgl. Caetano's Depesche aus Prag 12./22. Juli : „Semo ancora ineerti dell'intentione de' Protestanti nel motivo dell'arme. Le preparationi grandi che si fanno di barche per il Reno, fanno dubitar assai c'habbiano mira sopra la villa di Colonia et del stato di Cleves" (Rom, Germ. 112, S. 340). Vgl. No. 513. 2 Vgl. Schmidt, Dohna S. 167. 3 Gemeint ist wohl der Kanzler Reuber; vgl. No. 513. 4 Vgl. No. 558 f. Vgl. Metternicha Bericht an Baiern vom 6./16. Juni über die angebliche Absicht, Gebhard Truchsess wieder einzusetzen, bei Stieve IV, 8 A. 1. 5 Die Antwort, ,,e castris Vuomshemii" (Wollmersheim), 9./19. Aug., versichert: „Quod ad Illmas Exc tis V. effigiem attinet, ea nihil gratius, sat scio, regi christ mo aeeidere posset." 596—597. 1591 551 amicitia, qua semel me heros ille dignatus est, mutuis officiis culta iDter nos perpetua maneat. Exercitum vestrum quo magis lustrare ante cupio quam longius a nobis discedat, hoc magis doleo tempora haec et negocia quaedam omnem mihi huius rei facultatem eripere. Ab illo tarnen cura et sollicitudo mea aberit nusquam eritque mihi expectatissimus nuncius, qui ipsum salvum et incolumem ad locum destinatum pervenisse significabit. Quod ut regis regnique Galliae totiusque adeo reipublicae christianae emolumento maximo quam primumfiat, opto." DerUeberbringer bringt zugleich das versprochene Pferd für T.....,Vale, vir illustris et fortissime." Dr. 9306. Conc. (Zündelin.) 597. Schomberg an Landgraf Wilhelm. 23. Juli Frankfurt Schickt ein gestern durch Baradat gebrachtes kgl. Sehr. Zieht zu Anhalt mit Turenne, da der K. diesem nochmals befohlen „bei I. F. Gn. mit vleiss und embsig anzuhalten, damit ich von meinem befeleh nicht abgestossen wurde"; ist nichts zu erreichen, so zieht er mit seinen 600 Pf. nach Strassburg und Basel, um den Marschall von Retz mit etlichen italienischen Pf. aufzunehmen, 1 dann zum K., der ihn mit Verlangen erwartet. Falls er zu Langres von d'Aumont vernimmt, dass man gegen das päpstliche Kriegsvolk etwas vornehmen kann, soll er sich zu d'Aumont schlagen. Bittet dies dem Kf. höchst vertraulich mitzuteilen. Das kgl. Edikt vom 6. huius st. novo zur Aufhebung des früheren Edikts von Epernay." „Das ich auch solche Cassation des edicts durch Schriften vor etlichen neonaten hab helfen treiben, wird mir sonder zweifei der von Turenne selbst zeugnus geben. Daraus zu spuren, was vor einen grossen feind die Hugenotten an mir haben und wie untreulich ich es mit meinem herren dem. konige und seinen land und leuten meine." Wird der Papst „sein nichtswürdiges fulminiren" auf das von den katholischen Herrn auf Seiten des K. beabsichtigte Ersuchen nicht 1 L. W., der das Sehr, am 3. Aug. an den Kf. von Sachsen schickte, bemerkt hiezu, entweder müsse Ketz, der sich bisher neutral gehalten habe, der Ansicht geworden sein, die Sache Heinrichs IV. stehe besser als die des vielleicht nicht mehr lange lebenden K. von Spanien, oder es sei „ein italienisch possgen". 2 Vgl. über dieses Edikt, das ein Edikt Heinrichs III. vom Juli 1585 (den sog. Traktat von Nemours, vgl. II. 342) aufhob und die zu Gunsten der Ret'ormirten ergangenen Edikte vorläufig wieder in Kraft setzte, Thuanus CI. 15 f. (Bd. V, S. 67 ff.); Lettres miss. III, 418 ff; Mem. de Mornay II, 66 ff.; 96; 100; 102; 111 ff; 168; L'Epinois S. 496. — L. W. Antwort an Seh., Kassel 2. August, sagt hierüber: er hätte gewünscht, dies wäre nebst voller Freistellung der Keligion „ohn allen respect" gleich zu Anfang der kgl. Kegierung erfolgt; die freie Predigt des Evangeliums würde noch viel mehr Leute zur Erkenntniss der Abgötterei des Papsttums und auf die Seite des Königs gebracht haben, auch solche, die man jetzt für unbekehrbar halte, wogegen jetzt der K. „mit zweierlei und also ungleichen ochsen pflügen müssen". — De Fresnes meldet die Aufhebung der Edikte dem L. Wilhelm erst am 13. August (pr. 26. Aug.) 552 1591 597-599. einstellen, „so sollen E. F. Gn., ehe lange vergehet, erfahren, das der bäpstischen römischen auctorität in Frankreich mit consens und bewilligung der catholischen royalisten selber ein solcher schnitt in ihr bestes tuch sol gegeben werden, das es der römische stuel schwerlichen wird wider' können zuflicken." 1 .... Dr. 9306. Cop. (von L. Wilhelm am 3. Aug. an Kf. Christian geschickt). 24. Juli 598. Ernst von Köln an Christian von Sachsen. 3. August Lüttich Hat nach seiner,letzte Woche erfolgten Eückkehr, da er in Person wichtiger Ursachen wegen verhindert war, Parma durch Gesandte zur sofortigen Abführung der burgundischen Besatzungen aus dem Erzstift aufgefordert, um seine Plätze mit dem eigenen aus dem Oberland ins Kölnische geführten Volk zu besetzen; steht in Handlung mit Parma, „solch spanisch kriegsvolk zum auszug willig zu machen". 3 Um so überraschender war ihm der allen Zusagen und der Kaution Anhalts zum Trotz Dinstag Nachts erfolgte vergebliche Handstreich des Obersten Tempel gegen Andernach. 3 Hat Anhalt, ohne dessen Wissen oder gar Befehl es wohl geschehen ist, um Abschaffung solcher Feindseligkeiten gebeten und ersucht auch Chr. um Ermahnung Anhalts sowie, falls dies nichts fruchten sollte, um schleunigste Erklärung, welchen Beistand er dann von Chr. zu gewärtigen habe. Sollte er wieder von den R. Ständen im Stich gelassen werden, so will er vor Gott, Chr. und dem ganzen Reich wegen alles daraus durch den Gehrauch anderer Hülfe entstehenden Unheils entschuldigt sein. Dr. 9306. Or. (pv. Kolditz 24. Aug.). 24. Juli 599- Christian von Anhalt an Christian von Sachsen. Küdes- üeim ... Sie müssen, da „etzliche uns diesseits des Reins zu drennen gemeint seind", diesseits mustern; will deshalb an Mainz schicken; der Platz kann nicht mehr als 2 Tagreisen von hier sein, „den wir alsobald an den Rein kommen". . . Lothringen noch nicht auf den Beinen; ein Teil der Italiener soll zu ihm stossen; Sfondrato war. kürzlich in Mailand. Die der Liga zuziehenden Schweizer sehr stutzig wegen Mangels der Bezahlung. Die hiesige Werbung der Gegner kommt wohl zu Fussvolk, aber schwerlich zu Reitern, Sie geben 3 Kronen Laufgeld für einen Knecht, nicht aus Ueberfiuss, sondern um nur die Leute auf ihre 1 Vgl. über die schon im Juni beschlossenen scharfen Massregeln des royalistischen Parlaments gegen das päpstliche Monitorium und über die Nichtigkeitserklärung der royalistischen Bischöfe vom 11./21. Sept. L'Epinois S. 487 f; 508 f. 2 Ueber die persönlichen Verhandlungen des Kf. zu Spaa mit Parma, der ihm den baldigen Abzug der Spanier versprach, zugleich aber deren Befehlshabern entgegengesetzte Weisungen gab, vgl. die kurkölnischen Berichte für Baiern vom August 1591 und Januar 1592 bei Stieve IV, 82 A. 2. 3 Vgl. Weinsberg IV, 127. 599-601. 1591 553 geite zu ziehen. . . Seine Obersten alle beisammen bis auf Wied, welchs uns dan ganz irre gemacht" und Nachdenken verursacht- 1 Berichtet über die Gefahr des Obersten Tempel, damit etwaige schlimme Zeitung nicht auf „uns" bezogen werde. Tempel hatte sich eines Passes an der Mosel bemächtigt und einen vergeblichen Anschlag mit 2 Petarden auf Andernach gemacht, worauf ihn Wache und Bürgerschaft zurückwiesen. Da T. nun den Pass an der Mosel verlassen „und also wie in einem winkel zwischen der Mosel und dem Rein eingeschlossen und allenthalben mit feinden umbgeben", wird er kaum ohne merklichen Schaden davon kommen. Dr. 9306. Eigli. 600- Ulrich von Mecklenburg an Christian von 24. Juli ~ , Canow Sachsen. Zeitungen von der Absicht Schwedens, da der Russe wieder beide „Narven" inne haben soll, die nach Russland hantirenden Kaufleute an der norwegischen Küste anzugreifen. 2 Dies könnte zu Weitläufigkeiten zwischen. Schweden und Dänemark führen und Dänemark an der Leistung der dort für Heinrich IV. angeregten Geldhülfe verhindern. Dr. 9306. Frzös. Kriegahändel III. f. 86, Or. ■ 601. Eustachius von Schlieben und Sebastian Müller 28. Juli an Johann Georg von Brandenburg. Düsseldorf (Bemühungen J. C. die jülichischen Stände für die Vermählung Annas von Preussen mit dem Pf. Friedrich zu gewinnen; der trierische Arzt D. Weier als pfälzischer Agent; Diskurs und Gegendiskurs. Ihre Ratschläge an die Herzogin wegen einer Erklärung an die Stände. Calvinische Parteinahme für Pfalz). „Hiernegst aber können E. Ch. Gn. wir unbericht nicht lassen, das pfalzgraf Johann Casimir (ungeachtet was die herzogin etc. zu Braubach sich gegen S. F. Gn. resolvirt, das es nemblich des eitern freuleins halben nicht sein könte) dannoch er anhero beigefügte schreiben sub J. an die landschaft geschicket, welche aus ihrem mittel an die herzogin und derer Räte gesetzt und dieselbe zue andrer meinung bewegen wollen. I. F. Gn. aber haben denselben bishero mit bescheidenheit begegnet und so viel für sich als auch D. Fabricius gegen andere verlauten lassen, rem non esse integram. Nichts weniger aber, wie wir vernehmen, .wollen sie samtlich auf bevorstehenden landtag weiter an die herzogin fallen, 1 Vgl. L. Wilhelm an Johann von Nassau, Kassel 13. Juli, über sn Meldung vom 8., „das auch der herr von Tonau und graf Hermann von Wied auf der Liga Seiten werben sollen" ; Johann'ant- wortete am 17. Juli, es handle sich nicht um Wied und Fabian von Dohna, sondern um einen andern jungen Donna, der Wieds Oberstleutnant hatte sein sollen (Wiesbaden'). 2 Vgl. Thuanus C. 6; 15 (Bd. V S. 12; 35 f.). 554 1591 601> 28. Juli ob das matrimonium mit Pfalz vorgehen möchte; ziehen des zu Dussel- motiven an, Pfalz sei nahe gesessen, habe viel lehen im jülichischen dorf fürstentumb; darumb sei er nit zu offendiren; sie betten sonst auch wiederstand zue gewarten etc. Wir vernehmen auch weitleufig das der pfalzgraf der landschaft einen ausführlichen discurs überreichen lassen, darinne er der Pfalz autorität, macht, hoheit und dergleichen statlich ausgestrichen und gleich dieselbe gegen der Mark einem paradies verglichen. Wir können aber hinder denselben noch nicht kommen. So lieget auch der trierische medicus D. Weiher, 1 dessen bruder bei Pfalz dis werk treibet, alliier welcher die kgl. und pfalzische schreiben anhero bracht und ohne zweifei ad partem einen hier den andern dort von den landständen an sich reizen und bestechen wird (wie dann dieselben mehrenteils auch propter Calviniauum dogma dahin wol affec- tioniret), damit sie weiter tentiren und practiciren werden. Es hat aber der herr D. Fabricius einen ungefährlichen gegendiscurs gemacht, wie davon die copia K. meldet, damit die herzogin denjenigen, so also an sie setzen, daraus etzlicher massen wiederpart halten und begegnen könne. Wuhin [!] nun dieses mit Pfalz siehet, sonderlich das er dis ding so scharf, alhier suechen lest, geben E. Ch. Gn. wir zu ermessen". Sie haben die Herzogin im Gespräch über diesen Punkt, wegen dessen sie nicht in specie instruirt, auf ihre Vertröstung und Zusage gewiesen; das Haus Brandenburg versehe sich nicht, dass die Herzogin sich durch die pfälzischen Einwürfe werde verleiten lassen. Die Herzogin begehrte Gutachten, was den Landständen zu antworten. Sie erklärten, der beste Weg sei der, „das I. F, Gn. denselben lautern wein einschenkte und vermeldete, waramb des eitern fräulins halb es nicht sein konte"; eher werde die Herzogin von den Ständen keinen Frieden haben, während eine offene Erklärung jedes weitere Sollizitiren abschneiden würde. 2 Zudem habe die Herzogin die Resolution ihres Vaters, „welche mit wissen der rate abgangen, darinne S. F. Gn. auf das haus Brandenburg selber für Pfalz geschlossen". Daher könnten die Stände nicht offendirt werden. Wenn dieselben als Gegenleistung Beförderung der Konfirmation in Aussicht stellten, so sei nicht einzusehen, warum diese beim Kaiser nicht ebenso gut zu erhalten sein werde, wenn mit Brandenburg abgeschlossen werde. Daher sei leicht abzunehmen, wohin es von den Ständen gemeint „und das etliche mehr in puncto religionis Calvinianae auf Pfalz als Brandenburg sich wendeten". Einer der vornehmsten Grafen i ntvvortete, hierüber befragt, er habe Lehen von Pfalz, „darumb gönte er es lieber dorthin". Auf die Entgegnung, warum er denn so bös bran- 1 Dr. Heinrich Weyer, der Sohn des berühmten Gegners der Hexenverfolgungen, kurf. trierischer Leibarzt, war schon 1590 gestorben (Binz, Dr. Johann Weyer, Bonn 1885, S. 163). Vgl. Ehses I. 2, 129; 141; 155 f. Hier vermutlich eine Verwechslung mit dem jülichischen Leibarzt Galenus AV.; der bei Pfalz tätige Bruder ist Dietrich W. a Eine Ansprache der Herzogin an die Jülicher Stände, worin sie genauere Motivirung für ihre Bevorzugung Brandenburgs vor Pfalz auf der künftigen Zusammenkunft im September in Aussicht stellt, Berlin a. a. 0. Cop. Vgl. J. Krudewig, der „Lange Landtag" zu Düsseldorf 1591 (Marb. 1901), S. 31 ff. 6(11-604. 1591 555 denburgisch sei, M. Georg Friedrich habe ihn der Herzogin zum Statthalter vorgeschlagen, „ist er gleich darüber stutzend worden, als sollte er sagen: so hette ich auch dessen wol schweigen müegen". 1 .... Berlin. A. XXXV. C. 3b. Or. 602. Johann Georg von Brandenburg an Christian 29. Juli von Sachsen. Bötzow .... Bei der Verhandlung J. C. mit dem B. von Strassburg ist der pfälzische Antrag „wol etwas scharf und weitleufig"; da aber der B. selbst um Verhör der Sachet) bittet und ausserdem Form und Mass andeutet, wie er gütliche Traktaten leiden könne, wobei auch etliche Rel. Verwandte vorgeschlagen werden, schlägt er vor mit dem angekündigten kais. Gesandten auf Grund der bischöflichen Erklärung dahin zu reden, dass der Kaiser veranlasst werde, die Sache statt des Sequesters zu ordentlichem Verhör und gütlichen Traktaten zu dirigiren. 2 Dr. 9306. Or. 603. Christian von Sachsen an Johann Casimir. 31. Juli Dresden Wird mit Brandenburg Heinrich Julius von Braunschweig durch zwei Gesandte um eine richtige Entschliessung angehen. Meint, wie J. C, dass die übrigen sich durch H. J. Absonderung in ihrem Unternehmen nicht abhalten lassen sollen, fürchtet aber, dass diese Absonderung mehrern der Vereinigten Anlass zu neuen Bedenklichkeiten geben werde. 3 Mc. Geh. Verstendnuasen. Or. (nach Auszug; von Geh. Rat Ritter). 604. Verzeichniss der Kontribution zum französi- J uli sehen Zug. „fln. patzen gn. ^ Extract der einname und ausgäbe itziger französischer kriegs- expedition von dem2 ten Maiibis uf den 29 ten Julii anno etc. 91. Einname von den chur- und reichsfursten. 1 Der Graf ist vermutlich Wirich von Dhaun. In einem weiteren Sehr, an den Kf., Düsseldorf 6. August (ebd. Or.) berichten Seh. und M., sie rechneten wie auch die Herzogin darauf, dass auf dem Landtag die katholischen Stände eher für Brandenburg sein würden als für Pfalz; „hinwieder die Calvinischen ganz hart uf Pfalz dringen und von ihnen grosse grumpen ausstreuen"; schicken den endlich aufgetriebenen Diskurs [vgl. S. 554]; „mit was unwarhaften umbstenden der gespicket, gibt der contexf. ■ Vgl. No. 573; Meister S. 393 f. 3 Vgl. No. 576; über die weiteren mit H. J. gepflogenen Verhandlungen und seine Hülfe an Volk und Geld anbietende, aber das ev. Sonderbündniss ablehnende Erklärung gegen die Gesandten der beiden Kff. vom 16. August vgl. Muffat S. 16; Ritter I, 46 f. 556 1591 604 . Juli 23 867 1 4 Von der königin in Engelland gesanten Horatio Palavicino. 1 40 000 Von dem churf. zu Sachsen. 34 285 15 Von dem churf. zu Brandenburg, 23 333 5 Wegen der churf. Pfalz, von derselben rechenmeister Jacob Strüpeln. 4 000 Von demselben, benantlichen, wegen der beider städte Speier und Wormbs. 8 000 Derselbe eingeantwortet wegen marggraf Ernst Friederichs etc. zu Baden. 26 000 Von herzog Ludwigen zu Wür- tenberg. 20 000 Von dem administrator Joachim Friederichen zu Halle. 20 000 Von den herzogen zu Sachsen zu Weimar. Lateris: 199 488 6 15 4 Fln. Patzen gn. ^ Einname von den chur- und reichsfursten. 20 000 Von landgraf Wilhelm zu Hessen. 20 000 Von marggraf Georgen Friederich zu Anspach. 6 571 9 Von herzog Ernsten und Christian zu Braunschweig. 3 000 Von pfalzgraf Philip Ludewigen bei Rein. 3 000 Von landgraf Ludewigen zu Hessen. 6 000 Nach von marggraf Georgen Friederich zu Anspach. 3 000 Von landgraf Georgen zu Hessen. 1 5 741 6 Von den herzogen zu Meckel- burg. Lateris: 67 285 15 Summa tituli: 266 771 fl. 6 patzen 9 gr. 4 ^ 1 Die beiden L. Ludwig und Georg hatten noch kurz vorher, L. am 10. Juli, G. am 13. Juli, in Sehr, an Sachsen und Brandenburg jede Beisteuer abgelehnt (Dr. 9306, Orr.). 60 4-6O5. 1591 557 Flu. patzen gr. -3\ Einname von den reichstädten. Von der Stadt Nürnberg. Von der Stadt Strasburg. Von der Stadt Erfurt. 6 Von der Stadt Braunschweig. Von der Stadt Frankfurt. Von der Stadt Ulm. 3 Von der Stadt Bremen. Von der Stadt Northausen. Von der Stadt Mulhausen. Von mons r Carben eingeantwortet wegen der Stadt Halbrun. 18 Von der Stadt Lüneburg. Von den französischen und niederlendischen kirchen zu Frankfurt. Summa tituli: 12 000 12 000 10 000 5 741 5 000 5 000 4 572 4 000 3 000 2 000 1 142 3 000 67 429 6 Summa summarum aller einnähme von den chur- und reichsfursten und Städten: 334 200 6 15 4." 1 Zerbst (Bernburg Aqa. no. 17e). Cop. 605. Instruktion (Johanns von Nassau) für einen Juli Abgesandten an (Christian von Anhalt). August (Besorgniss der geistlichen Kff. vor Anhalts Heer; sie sind geneigt die Truppen ungestört fortziehen zu lassen; Drohreden gegen die Geistlichen streng zu verbieten.) Man bildet den geistlichen Kff. ein, „als das I. Gn. villeicht gemeint und geneigt seien, ihnen den geistlichen eins einzuschenken und lieber den krieg in Deutschland als in Frankreich zu fueren". Andererseits ist zu bemerken, „das man I. Gn. kriegsvolk darzu zu verhetzen sich bevleist und die geistlichen bei denen anders nich dan als für öffentliche und abgesagte feind angibet". Dies könnte Unglück im Reich veranlassen. Hat dagegen von etlichen Geistlichen gehört, „wofern sie nur wissen mochten, das sie mit den ihren in ruen bleiben konten, sie E. Gn. kriegsvolk gern passiren lassen und dasselbige nit aufhalten wurden, U. Gn. H. herzog Casimiri zu mehrmalen getanen Vorschlag, das nemblich die 1 Die Summe der Ausgaben betrug: 175 270 fl. 9 B. 4 G. 6 ^. Rest: 158 929 fl. 13 B. 10 G. 10 ^ und ein Anlehen von 46 603 fl. 12 G. Summa: 205 533 fl. 12 B. 1 G. 10 ^. 558 1591 605—606. stand im reich zum wenigsten in politicis, unangesehen was religion ein jeder sei, unser geliebtes Vaterland zu beschützen und zu beschirmen billich zusammenhalten solten, ihnen dermassen gefallen lassen, und also wol der hoffnung weren, wan mit inen von sachen das vaterland und bevorab diese kriegsleufte belangend vertreulich und recht gehandlet wurde, man desfals wohl etwas nutzlichs anzurichten und allerhand besorgtem unrat zu begegnen sein solte". » Daher dürften dem Kriegsvolk solche Bedrohungen und Reden streng zu verbieten sein, denn sonst könnte nicht nur der Zug Verhinderung erfahren, sondern ein grosses Feuer entstehen und den Feinden des Evangeliums und des Reichs Gelegenheit an die Hand gegeben werden. Erbietet sich, nach Wunsch Entschuldigungen oder Sonstiges an die geistlichen Fürsten zu bringen. 1 Wiesbaden. Conc. (August?)606. Johann der Jüngere von Nassau an Albrecht von Nassau-Saarbrücken. [Zettel]. Gestern zeigte seinem Vater der vom Kaiserhof kommende Herr von Rheidt hier an, er habe kais. Sehr, an Trier gebracht, worin der Kaiser den Kf. auffordere „mit meinem herrn vatern dahin zu handien," dass dieser nebst J. C., „mit dessen F. Gn. ebenmessiger gestalt zu handien er dem churf. zu Meinz auch schreiben gebracht", und andern hiezu Deputirten die Staaten zur Bewilligung einer Friedenshandlung bewege, „darzu I. Mt. sowol von den evangelischen als auch catholischen churfursten und stenden allerseits aumuetige underhendler zu verordnen gemeint". Der Kaiser und dessen Räte hätten von Rh. gern gehört, wie sehr Graf Johann den Frieden in den Niederlanden wünsche, und das Werk sei dahin gerichtet, die Religion an etlichen Orten freizulassen, die Spanier aus den Niederlanden abzuschaffen und Graf Moritz „sambt meinen bruedern und andern herrn daniden" in ihren Gubernamenten zu erhalten; „dieselbe wie auch herr vater und wir andere sonsten" sollten in Gnaden bedacht, belohnt und befördert werden. Graf Johann möge sich hierin, wenn Trier mit ihm handeln werde, willfährig erzeigen. Sein Vater lehnte ab und will zunächst mit A., Graf Konrad [von Solms] u. a. Freunden weiter hierüber reden, A. möge es bis zur Zusammenkunft bedenken und gemäss der Bitte Rh. geheim halten. 2 Wiesbaden. Cop. 1 Vgl. No. 597; Keller II, 116 (No. 58). Caetano berichtet aus Prag am 3./13. August, das Zögern der navarrischen Truppen bestärke den Verdacht, dass es auf die geistlichen Kff. abgesehen sei, die aus Furcht vor dieser Soldateska beabsichtigten mit den andern Fürsten zusammen wiederholt beim Kaiser über das Verbleiben der Spanier im Erzstift Köln Klage zu führen (Rom, a. a. 0. S. 360). 2 Vgl. Pr in st er er II. 1, 173 f; über die Prager Reise des Jüngern Rheidt Stieve in der Z, d. Berg. Gesch. Ver. XIII, 42 A. 1. In einem Sehr, aus Koblenz vom 2./12. August ersucht Kf. Johann von Trier den Grafen Johann den Aeltern von Nassau, mit 607—608. 1591 559 607. Schomberg an Hochfelder. 2.August (Ein kgl. Befehl; Durchzug der päpstlichen Truppen zu hindern. Sein Frankfurt Durchmarsch durch Strassburg zum Marschall d'Aumont.) Baradat wird mitteilen, „le commandement qu'il m'a apporte da roy"; vgl. die Sehr, des K. an Strasshurg. 1 „II est question de s'opposer au passage des forces du pape (pour vous dire en confiance). Le roy faict ung de ses principaulx fondements sur ceste miene trouppe. Mons r le mareschal d'Aumont qui s'est acbemine ä Langres ä cest effect, m'a mande et proteste de ne le vouloir ny pouvoir entreprendre que je n'y sois joinet. Par ainsi touts zelateurs du bien de la France et du public de toute la chrestiente me doibvent ayder ä 1'effect que desus". Seine Forderung an Strassburg ist billig und ungefährlich; „je ne vous demeure pas sur les bras; je guaigne pays." Verlangt nur den Marsch über die Brücken und vielleicht einmaliges Uebernachten. „La descente de l'ennemy ne se peult craindre, il est assez empeche ailleurs voyant la grande armee tourner la teste a luy. D'ailleurs je ne luy donne le loysir de me venir chercher; j'auray plustost passe qu'il n'a nouvelles de mon passage. Si les forces du pape peuvent guaigner (dont dieu s'il luy piaist et noz offices les empecheront) la Loraine, le passage de la grande armee ne sera pas si aysä"; dann könnten die Benachbarten belästigt werden. „Pourtant vous me doibvriez bailler des aisles pour voler jusques pres mon dict s r le mareschal." . . Str. A. A. 1860. Eigh. 608. De Fresnes an Hochfelder. S.August Frankfurt „Monsieur! «J'enten que mess rs se sont desjä mis en possession de la Chartreuse. 2 II me semble qu'ilz eussent beaueoup mieux fait d'attendre que le roy eut contente la grand Chartreuse, comme vous savez qu'on y travailloyt. Cette preeipitation rendra difficile ce qui autrement estoyt facile et vous suscitera une infinite de proces. Personne ne nous y peut plus ayder que le present porteur qui a fait tous les voyages pour cot affaire et l'a manie des le dem er allerhand in Vertrauen reden wolle, sich baldigst hieher zu begeben oder einen verlässigen Mann zu senden, „dann daran gelegen" (Wiesb. Or.). J. C., der damals mit der Herzogin von Preussen im Nassauischen zusammentreffen wollte [s. u.], wünscht in einem Sehr, an Graf Johann, Heidelberg 22. August, u, a. die Anwesenheit des Herrn von Reid (ebd. H. 845, Or.). Am 11. Sept. beglaubigt Trier seinen Abgesandten Melchior von Eltz bei Johann von Nassau (Wiesb. Or.). 1 Vgl. No. 596. Seh. Bitte an die Stadt Strassburg um Bewilligung des Durchzugs, Frankfurt 81. Juli, unterstützt durch ein Sehr. Turenne's, Mosbach 7. August st. n., Str. a. a. 0. Am 19. August schreibt Seh. an Hochfelder aus Bischofsheim, wegen Rücksendung seiner dem M. Ernst Friedrich gestellten Geiseln (ebd.). 2 Vgl. über dieses Vorgehen des Strassburger Rats Meister S. 398. 560 1591 608-609. le temps du feu s 1 ' de Schomberg. 1 Je desire donc qu'en comrau- niquiös librement avec luy, et s'il veut entreprendre de faire cesser les crieries des moynes et les faire contenter de ce qu'ilz ont desjä accorde, il meriteroyt bien tin bon pot de vin. II est homme de bien et de la fidelite duquel je vous repon." Bittet um Rückgabe seines Rezepisse über die 12 000 fi., nachdem Turenne's Obligation in ihren [vous, Hochfelders ?J Händen ist. „Si vous aves entendu quelque chose d'une assemblee qu'on dit se debvoyr tenir ä Nuremberg ou ä Insbruk, vous me feres plaisir de m'en advertir." 2 Str. A. A. 1860. Eigh. 4. August 609- Krell an Johann Casimir. 3 Dresden „Durchlauchtiger hochgeborner fürst! E. F. Gn. sein meine untertänige dienste jeder Zeit bevore, gnediger fürst und herr! E. F. Gn. soll ich zur guten zeitung untertänig nicht bergen, das ich nunmehr den churf. zue Sachsen meinen gnedigstenherrn dahin beredt, das wegen der religion er mit E. F. Gn. einig sein wil.' Derwegen wollen E. F. Gn. nun auch wieder bei S. Ch. Gn. umb- treten, damit, wan die landschaft sich des vorwegern wollte, wie sie sich dan schon albereit allerlei mucken vorlauten lassen, damit man denselben also begegnen möchte, das derselben Übermut gestraft würde. Wiewohl I. Ch. Gn. gemahl auch sehr darnieder ist, sie aber vieleicht von etzlichen ihren raten also beredt, sie mögen sich aber wol vorsehen, darmit sie mit I. Ch. Gn. nicht übel anlaufen, dan es sol wol achtung auf sie geben werden, damit dis vorgenommene werk seineu vortgang gewinnen möchte- Daran ich dan kein vleiss sparen will, wie ich dan auch schon mein bedenken dem landgrafen zu Hessen geschrieben hab; verhoff, I. F. Gn. werden auch bei S. Ch. Gn. umbtreten. Darnach wil ich sehen, 1 Dietz von Schönberg, f März 1590. 2 Vgl. No. 574 f. a Dieses Sehr, ist oflenbar ebenso eine Fälschung der Gegner Krells wie das bei Richard II, 311 f. abgedruckte Sehr, vom 19. Juli an Ehern, das Krell gelegentlich seines Verhörs am 24. August 1598 für eine bösliche Erdichtung erklärte (ebd. 56 f.). Die beiden Sehr. stimmen inhaltlich und, was die „Beredung" des Kf. durch Krell betrifft, sogar im Wortlaut überein. Vgl. über ältere Veröffentlichungen des Sehr, vom 4. August J. R. Riesling, Fortsetzung von Löschers Historia motuum (Schwabach 1770), S. 99 ff. 4 In einem Memorial (Dr. ebd.) über Krells Beziehungen zu J. C. heisst es, J. C. habe mit diesen klaren Worten gesagt, „es were nunmehr sein schwager churf. Christianus . . mit ihme der religion einig, darzu dann doctor Krell ein grosser vorfuger gewesen, ut' welchen man S. F. Gn. dann auch ein äuge haben wolten, welcher auch zugesagt, ferner die sacheu ins Werk zu richten". D. Ohm, J. C. gewesener Kanzler, habe gesagt: „D. Krell ist der mann, der des churf. mechtig ist, der soll mit der calvinischen religion durchdrucken". Krell könne nicht läugnen, dass ihm J. C. eine Kette von 220 fl. verehrt habe, jedenfalls zum gleichen Ende. 609-610. 1591 561 ff as die landschaft tun wil. 1 Mit den pfaffen wil ich wol zue rechte kommen, die müssen tanzen wie ich pfeif. Was auch sonsten ferner mit I. Ch. Gn. ich itzo vorhabe, sol E. F. Gn. hernach vornehmen. Welches ich E. F. Gn. in vortrauen hab vormelden wollen, und bin E. F. Gn. untertänigste dienste zue leisten schuldig und geflissen. Datum Dresden den 4. augusti ao. etc. 91. E. F. Gn. untertänigster Nicolaus Krell D." Adresse: „Dem durchlauchtigen hochgebornen fürsten und herrn herrn Johan Casimir, pfalzgraven bei Rhein, administratoren der churf. Pfalz, herzog in Obern und Niedern Baiern etc. meinem gnedigen fürsten und herrn". Dr. Kanzler Krells Sache. Beweiaurkunden. 9675. Cop. 610. Josias Mercier an Dietrich Canter. 5 5. August (Die Forderungen Heinrichs IV. von allen Provinzen mit Ausnahme Utrechts bewilligt. Das kgl. Edikt zu Gunsten der Reformirten. Aufreibung der geschlagenen Spanier möglich, entweder durch französische Streitkräfte oder durch Vereinigung der niederländischen mit den deutschen Truppen. Belagerung von Rouen.) . . „Nävi enim descendimus Roterodamum, inde istuc. Grave est, quod non potuerim salutare te, antequam abirern ex bis pro- vinciis; moratur me hodie properantem ad nostros solus provinciae vestrae consensus; nam aliae omnes postulatis Christianissimi regis separatim annuerunt; quin mihi consensum totius corporis tradant, raora vestrorum obstat, quam te rogo, vir amicissime, idemque rogat regis legatus D. Buzenvallius, ut auctoritate tua saroias, quod potes, nee dubitamus, quin velis. 3 Bona omnia nobis usque ad- 1 Vgl. Richard I, 306 f. In dem Memorial heisst es amSchluas: „Auch hat sich pfalzgraf Casemir ausdrucklich verlauten lassen, wo- fernen etzliche vornehme vom adel in Meissen sich verwegern wurden, mit I. Ch. Gn. der religion halben nicht eins zu sein, werden dieselben legationsweise zu uns gesant werden; da soll ihnen alsdann wol geraten werden". Vgl. Caetano an Sfondrato, Prag 22. Juni/ 2. Juli: Sachsen beurlaubte vou seinem Hof fünf lutherische Edel- leute, „tutti dependenti et amati dalla M Ul dell' imperatore, cosa che non passi qui senza sentimento" (Rom, Germania 112, 322). Es ist zu beachtsn, dass eben im Juni 1591 der berüchtigte Scotto sich in Dresden aufhielt (Krell an Kf. Christian, Dresden 17. Juni, Richard II, 311); ein nach dem Sturz Krells verfasstes Pasquill behauptet, Scotto habe, dem Kf. Christian geraten, Starschedel, Krell und Diskau vom Hof zu jagen, wenn ihm sein Leben lieb sei (ebd. I, 308). 2 Josias Mercier, s r des Bordes et de Grigny, vgl. Haag, La France prot. VII, 331 f; Burmannus, Sylloge I, 307 ff. — Dirk Canter (van der Aa IIP, 38) war damals Bürgermeister von Utrecht. 3 Vgl. S. 527 A. 2, Bezold. Brlefo des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 36 562 1591 610-612. huc in Gallia, et redeuntes istuc hesterna die exceperunt regis ipsius literae, indices faustorum omnium, praecipue stabilita superiori mense restitutione piorum omnium, qui pulsi regno, exclusi hono- ribus edicto nuperi regis ante sex annos et postea tolerati tantum veluti induciis et in tempus dato aditu in patriam; nunc iraperio regis, auctoritate principura utriusque togae ac militiae sublatum edictum prius nosque restituti bonis, honoribus, patriae. 1 Maius id ad concordiam partium nostrarum et ruinam adversarii, quam ea quae his duobus annis patrata armis et fuso multo sanguine. Ire ad nos dicitur hostis, qui abiit a vobis, turpi fuga dedecorans partam antea gloriam, 2 omen maioris exitii, quod certe impendebit vel a nobis, si ad nos, vel a vestro exercitu, si mora hostis con- siliis Germanici exercitus coniungendi vobiscum dederit locum, qui nunc in procinctu et sternere late obsistentia promtus. Regis con- silia de Rotomagi obsidio non moventur his novis motibus. Urget ecce eadem apud vos, et ut urgeamus iubet. Fac quaeso, ut ne in vestris solis dilatio longior tardet bonum comune. . . . Hagae Comitis, V. Augusti 1591. Salutem ah ornatissimo domino Buzenvallio, Christianissimi regis legato. Tuus vere ex animo Josias Mercerus". Bm., Coli. Camerar. XIX, nr. 9. Eigh. 9. 611. Turenne an Christian von Sachsen. ~197" August _ # Musterung am 10. Aug. st. nov. bei Mainz diesseits des Obtrhil- Rheins. Sie war ursprünglich „senis a Rheno castris" in Loth- bersheim ringen geplant, aber es schien bedenklich das vor dem Schwur sehr unbotmässige Volk so dorthin zu führen. Am 12. begann der Rheinübergang; „intra quinque dies" Lager bei Kreuznach. Hier Zwistigkeiten mit den Befehlshabern, „quod monetam germanicam gallicae nos aequavisse conquererentur", dadurch der Zug aufgehalten. 8 .... Dr. 9306. Or. 10. 612. Caetano an Sfondrato. 20. (Er warnte den Kaiser vor Erteilung der Regalien an den Postulirten August von Osnabrück. Die protestantischen Truppen im Mainzischen; irrige Prag Gerüchte über ihre Absichten gegen Köln oder Jülich.) Audienz beim Kaiser am 14. Er warnte u. a. den Kaiser gemäss der Instruktion des Kölner Nuntius von dem bald zu erwartenden Gesuch des Postulirten von Osnabrück um Regalien und » Vgl. No. 597. 2 Ueber den Rückzug Parmas vor Moritz von Nassau bei Knodsen- burg am 24. Juli vgl. Prinsterer IL 1, 171 ff; Bor III, 570 f; Pea S. 390. 3 Vgl Tbuanus CI. 4 (V S. 51 f.); Palma Cayet S. 282. 612-613. 1591 563 Indult „per intrar nel possesso senza confirmatione della sede ap ca , ltl was die Ausrottung des katholischen Gottesdienstes in Westfalen and nach diesem Beispiel die Lösung aller deutschen Kirchen vom Gehorsam gegen den apostolischen Stuhl nach sich ziehen würde, „et, soemandosi li voti cath ci , metter in necessitä la M t& S. nelle diete iraperiali. Per tutte queste cause la supplicai a star saldo alla negativa et procurai d'imprimerle nell' animo il dolore, che S. S tä sentirebbe di questa concessione". Der Kaiser antwortete, er freue sich alle diese Einzelheiten erfahren zu haben und werde sich im Fall des Ansuchens daran erinnern und den Papst zufrieden stellen ..... Das Hausen der protestantischen Truppen im Mainzischen; man glaubt, sie wollen Geld von Mainz, Trier u.a. Prälaten herausschlagen. „Si discorre tuttavia c'habbino mira o di rimettere il Truchses o di aiutare la duchessa di Prussia a conseguire con la forza dell'arme l'intento deH'amministratioue de' stati paterni." Aber nach französischen Briefen, die der Sekretär Navarras hier zeigte, werden sie ohne Zweifel nach Frankreich ziehen, da mit einer solchen Diversion Navarra nicht gedient wäre. 2 . . . Rom, Germania 112, 3C8. 12. 613. Wolfgang von Mainz an Christian von Sachsen. 22. Das Kriegsvolk Anhalts hat entgegen der ihm von Sachsen August gegebenen Zusicherung und vermutlich auch gegen den Vorsatz Mainz Anhalts sich in hiesiger Gegend zu Tausenden angesammelt, ohne dass man trotz der geleisteten Kaution die Richtung ihres Zugs erfahren konnte; die Musterung wurde seinem Hoflager gerade gegenüber gehalten, so dass er nicht anders konnte als ihnen zur Ueberfahrt bei Walluff zu verhelfen, und seine Untertanen haben unter dem langen Stillliegen (von der Ankunft in die Wetterau bis zur Ueberfahrt in die fünfte Woche) schwer gelitten. Bittet um Auskunft darüber, ob, wie es heisst, auch noch ein starker Nachzug den gleichen Weg nehmen soll, was die Untertanen völlig ruiniren würde, sowie um etwaige Ablenkung eines solchen Zugs und Beobachtung der R. Ordnungen bei der Rückkehr-des Kriegsvolks. 3 Dr. 9300. Or. (pr. Kolditz 22. Aug.). 1 Schon am 27. Juli/6. Aug. berichtet C, der wegen dieser Sache ein Sehr. Sfondrato's vom 3./13. Juli und ein Sehr. Prangipani's vom 8./18. Juli erhalten hatte, Kurz, dem er gleich nach seiner Ankunft diese Sache ans Herz gelegt habe, habe ihn versichert, der Kaiser werde es nie bewilligen, und kürzlich in einer Unterredung bestimmt gesagt, „che non vi e tal pensiero et che non si trattarä di questo particolare, senza che passi a mia notitia. Con tutto ciö per assicuravmi meglio, ne parlarö con S. M 11 alla prima audienza" (ebd. 351). Zum B. von Osnabrück war nach dem Tod Bernhards von Waldeck am 26. Mai 1591 der jüngere Bruder des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig, Philipp Sigismund, gewählt worden (vgl. Stüve, Gesch. des Hochstifts Osnabrück II, 345; über seine "Verhandlungen mit dem Nuntius zu Köln und mit dem Kaiserhof S. 353). 2 Vgl. No. 560; 591; 595. 3 Die Antwort, Kolditz 23. August (Conc. Krell) entschuldigt die Musterung [vgl. No. 611] und hält den Nachzug für eine Verwechs- 36* 564 1591 614-616. H.August 614 Kaiserslautern Christian von Anhalt an Christian von Sachsen. . . , Der Zug durch Weigerung etlicher das Geld ,,iu franzosischer valor" zu nehmen sehr verzögert. Ausserdem kommen die Waffen und die Pulverwagen von Strassburg sehr langsam sowie die Wallonen nicht vollzählig. „Dieser langsame zug hat uns viel verdacht bei den geistlichen gemacht". Der Feind glaubt nach den aufgefangenen Sehr., man tue so gemach, um die Schweizer abzuwarten und das Volk Lothringens, der wenig zu bezahlen, zur Auflösung zu bringen. Daher für gut erachtet, „das wir des ge- wiesten spieleten"; gestern rückte der Visconte mit dem Vortrab (3 Fahnen des Feldmarschalls, 3 Dohnas, Regiment Lanty, 600 leichte Pf.) ohne Wagen möglichst rasch gegen die Saar vorwärts. Dr. 9306. Eigh. 15. August 615. Johann Casimir an Pfalzgraf Johann. Sobald Neuburg, Braunschweig und Würtemberg sich erklärt haben, gedenkt Kursachsen die Bundesakte vollziehen zu lassen. Alsdann erst (nach der Vollziehung) sollen Grafen, Herrn und Städte eingeladen werden. 1 Mc. Geh, Verstendnussen. Conc. (Auszug von Geheimrat Ritter.) 17. 27. August Prag 616. Caetano an Sfondrato. Ein Kurier aus Spanien brachte dem Kaiser Sehr, aus Spanien vom 1. August, worin der König die Entsendung des kais. Gesandten in Spanien an diesen Hof mitteilt „per negotii che ricer- cano secretezza et confidenza. V. S. IU ma poträ imaginäre (et facilmente darä nel segno) la causa di questa venuta, la quäle serä fra pocchi giorni, se bene qul ancora non e publicata" 2 . . . Der Kaiser schickte den Dr. Christoph Hornstein an die Kff. von Sachsen und Brandenburg „per mostrar di tenerne conto et darli parte delle cose oecorrenti et insieme osservare i loro anda- menti". . . . Rom. Germania 11*, 375. Eigh. lung mit den spanischen Werbungen, die zehnmal ärger hausen würden als das jetzt passirte Kriegsvolk; stehe aber der ligische Haufe von seinem Widerstand gegen den K. von Frankreich nicht ab, so könnte es allerdings zu einem Nachzug kommen. i Vgl. Kitter I, 46 f. 2 Tatsächlich verliess Khevenhüller, der vor allem wegen der sich endlos hinschleppenden Verhandlungen über die Vermählung des Kaisers oder seines Bruders Ernst mit der Infantin Isabella zu seinem Herrn ging, den spanischen Hof erst am 16. Okt. 1591; in Prag traf er am 9. Febr. 1592 ein (Khevenhüller, Annales Ferdinandei III, 939 f; 1052). Vgl. Stieve, Verhandlungen S. 16; Zöchbaur S. 35; 37; 40. 617-618. 1591 565 617. Johann Casimir an Markgraf Georg Friedrich.l9.August Heidel- Hat sich im Mai zu Heilbronn mit Pf. Philipp Ludwig per- " erg sönlich wegen der Union besprochen; Ph. L. begehrte Aufschub etwa von 7 Wochen, um sich mit Würtemberg zu verständigen. Unterbrechung des neuburgischen Besuchs bei Würtemberg durch den Tod der Mutter Ph. L., der heimkehren musste, aber baldige Erklärung versprach. Bittet um Mitteilung, ev- Beförderung der würtembergischen Resolution, was Sachsen und er mit Dank aufnehmen werden. 1 Berlin. Unionsacta I. Or. (pr, Ansbach 24. Aug.). (}18. Kursächsische Antwort auf die von dem ka i s.23.August Kolditz Gesandten Hans Christoph von Hornstein übergebene Replik. 5 Niederländische Friedenshandlung: der Kf. bezieht sich auf die bereits angegebenen Ursachen, die ihn abhalten sich zu beteiligen; bei der jetzigen Einmischung Spaniens in Frankreich und sonst wird der Kaiser bei den Staaten nichts erreichen, zumal Spanien in der Religion nichts nachlassen soll. Anlässlich der kais. Patente für Spanien verweist er auf dessen Rücksichtslosigkeiten gegen das Reich. Aachische Sache: ist nach wie vor für Austrag dieser und ähnlicher Händel mit Zutun aller oder doch der vornehmsten Stände. Strassburgische Sache: ebenso. Der K. möge 1 In seiner Antwort, Ansbach 27. August, versprach G. Fr. anlässlich einer Zusammenkunft Würtembergs mit Pf. Philipp Ludwig zu Neuburg den Herzog wiederholt um Erklärung zu ersuchen, Conc. ebd. sowie ein Conc. gl. Datums mit dieser Bitte an Würtemberg. Vgl. Muffat S. 19. 3 Vgl. Meister S. 393 f. Hornstein, an Sachsen und Brandenburg abgefertigt, konnte nach Caetano's Depesche aus Prag vom 7./17. Sept. (Germ. 112 S. 399) den erkrankten Kf. von Sachsen nicht sprechen und auch Brandenburg kaum, der . eben Sachsen besuchen wollte. Die Krankheit war ein Fieber mit schweren Symptomen und „relassatione di stomaco causata da disordini eccessivi del vino. La morte del duca disturbaria molto l'impresa de' Protestant! nel soccor- rere Navarra, e pero li progressi del suo male sono tenuti occultissimi". das Aehnlich in einem Sehr, von Slade, Ingolstadt 4./14. Oktober, die Nachricht von Tod des Kf. noch bezweifelt: „If he do escape this fitte, he cannot be of long life. For his ordinary diet is to go druncke to bedde every night, as I have heard by them which do know his custome" (Ma. 284/14, f. 444, eigh.). In einem Sehr. Zün- delins an Camerarius s. d. (Bm. Coli. Cam. XXII) heisst es: „De eius- dem Hipparchi [electoris] gravi et lethali morbo quin iam audieris, nihil dubito, cuius quidem patientia, pietas et in deum fiducia mirifica inter summos cruciatus et dolores se ostendit satisque tum apparuit virtutem divina ope communitam adversns omnes impetus invietam consi3tere".-Aber auch Z. spricht in einer anderweitigen Aeusserung über den Tod des Kf. von dessen starkem Trinken (Z. f. Kultur- gesch. II, 1895, S. 21). 566 1591 619—620. mehr auf diese seine Wohlmeinung als auf das VorLringen unruhiger und parteiischer Leute sehen. Prozesse und Mandate am kais. Hof: lässt es bei der Werbung im Namen der 3 weltlichen Kff. bewenden; die kais. Jurisdiktion wird durch den Rat der Stände in grossen Sachen nicht beeinträchtigt, sondern nur gestärkt, während ein parteiisches Vorgehen Trennung und Untergang des Vaterlands herbeiführen kann. . . . Dr. 10313 H. Ludwig zu Würt. — Schreiben 1587|S8. f. 208. Conc. (Krell.) 26.August 619. Johann Casimir an Pfalzgraf Philipp Ludwig. Heidelberg Auf Ph. L. Sehr, vom 20. Juni betr. Kölns Ansuchen wegen Abschaffung der Spanier aus dem Erzstift und Erneuerung der Erbeinigung zwischen Pfalz und Baiern. "War vergebens bemüht von seinen Untertanen die Folgen des Durchzugs für den K. von Frankreich abzuwenden. Lehnt eine Geldkontribution zur Abschaffung der Spanier ab; 1 Köln soll sich vor allem mit seinem Vorgänger friedlich vergleichen. Lässt in seiner Kanzlei nach den alten Erbeinigungen suchen ; Zusammenordnung seiner und der neu- burgischen Räte. Ma. 361/9 f. 99. Oop. 27.August 620. Johann Casimir an Herzogin Maria Leonora. Heide - £g e ; ne Erkrankung hielt ihn und seinen Pflegesohn vom Besuch M. L. e in Siegen ab. Hält nach wie vor diese Heirat für Gottes Willen und ersucht um Verabredung einer späteren Zusammenkunft.) Auf M. L. Sehr, vom 23. Dankt für ihren Entschluss wegen seiner Leibsschwachheit noch ein paar Tage zu Bensberg zu verharren. Hoffte am letzten mit seinem Pflegesohn bei M. L. in Siegen erscheinen zu können ; falls er noch zu schwach ist, soll sein Pflegesohu allein kommen. Nun raten ihm die Aerzte von der Reise ab, dagegen zur Kur; er musste ihnen folgen, „dieweil wir . . . selbst eine grosse mattigkeit bei uns befinden." 2 Da aber 1 Vgl. No. 621; Stieve IV, 81 A. 1. 2 Kurz vorher hatte J. C. dem nach Frankreich ziehenden Heer seinen Besuch abgestattet. Der Metzer Bürger Jean du Boys, der am 31. Juli zu Strassburg dem Rat den Empfang von 6000 fl. für die Garnison zu Metz bestätigte, schreibt am 5. August aus Kaiserslautern an Hochfelder, man erwarte hier täglich J. C. „pour y reeepvoir les chefz de la dite armee" (Str. A. A. 1860, eigh.). Nach Dohnas Selbst- biogr. stellten sich am 12. August die Truppen zu Katzweiler im Amt Lautern vor J. C. in Schlacht-Ordnung. „Alda habe ich auch meinen abschied mit weinenden Augen von 1. F. Gn. genommen, auch leider I. F. Gn. darnach nicht mehr gesehen. I. F. Gn. hörten mich lange reden, wolten mir gerne antworten, kunten für wehmut nicht reden. Da sich I. F. Gn. ein wenig erholet und wieder uf den, gaul gesessen, sagten sie: Nu, Baroni, gesund sehen wir uns wieder und halt euch wol". Vgl. S chmidt S. 169. 620. 1591 567 M. L. nur bis zum 25. warten zu können schrieb, musste er die27.August bereits für die Reise seines Pflegesohns getroffenen Vorbereitungen Heidelr einstellen. „Das nun der angestalte augenschein zum zweitenmal berg hinder sich gangen, können wir wol erachten, solchs E. L..... zue verdruss gereichen wird". Doch sind er und sein Pflegesohn daran nicht schuld. M. L. soll sich darüber, dass beim ersten Mal (zu Braubach) sein Pflegesohn und jetzt er krank geworden ist, keine widerwärtigen Gedanken machen. „Dann es ist gottes gewohnheit, was uns zue ewiger, auch geistlicher wolfart gereichen mag, das er uns solchs zuvor oft schwer und säur machet und sich also oft stellet, als wenn er seine band von unserm vorhaben gar abgewendet hette; und solchs tuet er umb seines namens ehr willen und uns zue probiren, ja uns zum besten, damit wir nemblich erkennen, das alles, was uns guets wiederfehret, von ihme allein und eicht aus unserer klugheit oder unserer anstellung herkomme, und das wir ihme die ehr geben und in allen Sachen allein auf ihn uns verlassen. Dann wir in keinen zweifei setzen, es sei dieser heirat von ihme versehen und er werde den auch fortsetzen, dieweil er zue fortpfianzung seiner ehren und seines worts, auch vieler be- trangten rettung und trost gereichen mag. Zue deme halten wir es für eine sondere Schickung gottes, das die zuesamenkunft dis- mal, da wir nicht dabei hetten sein können, nicht fortgengig gewesen und das gott der almechtige uns auch selbst dabei haben will, wie wir dann ungern aussenblieben weren, sondern oft uns vorgenommen, auch wieder unserer arzt guetachten mit unserm lieben vettern und söhn uns auf die reise zu begeben". Um das wohl angefangene Werk zu kontinuiren, ersucht er M. L., „wie man disorts auf voriger meinung steif und fest verharret", desgleichen zu tun und mit ihm eine andere Zusammenkunft während des Landtags oder nach demselben zu verabreden. 1 Berlin. R. XXXV. C. 3 b, Cop. 1 Die Zusammenkunft der Herzogin mit J. C. und Friedrich war ursprünglich nach Dillenburg verabredet worden; vgl. ein Sehr. Schliebens und Müllers an Kf. Johann Georg, Düsseldorf 17. August (nur au dem Zweck, „ob S. F. Gn. zue dem jüngeren freulein belieb- uug tragen", Berl. ebd. Or.). In ihrer Antwort auf J. C. obiges Sehr., Bensberg 2. Sept., erbietet sich die Herzogin hier zu warten und stimmt dem Pf. bei, dass, wenn sich eine Sache glücklich in und auf einander schickt, „solches keines bösen schuld, sondern alles von gott, der alles in henden und sonderlich in solchen Sachen alles mode- rire, herkomme" (ebd. Cop.). — J. C, der die Anwesenheit Rheidts bei der Zusammenkunft gewünscht hatte (an Johann den Aelt. von Nassau, Heidelberg 22. August), teilte am 27. Augnst Johann dem Jüngeren die Verschiebung der Reise mit. Johann der Aelt. zog es vor den Empfang und die Bewirtung der Gäste seinem Sohn Johann dem J. zu überlassen („Ursachen, warumb ich diesmal von haus bleibe": er trage Bedenken sich in diesen Handel zu mengen, würde sich die vereinigten Häuser Sachsen, Brandenburg zuwider machen und den Kaiser und Spanien desto \mehr auf den Hals laden). Wiesbaden. 568 1591 621 27.Auguat 621. Zündelin an Camerarius. Dresden (Spanische Werbungen. Hülfegesuch des Kf. von Köln bei den Protestanten. Kais. Friedenshandlung in den Niederlanden und Einmischung in Jülich.) . . „Equites et pedites pro Ibero conscripti in Bohemia et Silesia iter ingressi dicuntur Vestphaliam versus. Ditio ser mi electoris nostri et multorum aliorum Protestantium ipsis minime patet. In ipsam etiam Vestphaliam quavis via non penetrabunt; obstat enirn episcopus Bremensis. Osnaburgensis autem ducis Braun- svicensis frater vel quia novus vel quia imbecillior impediturus non existimatur. Gloriantur Iberi more suo se habituros equitum octo millia et peditum duodecim millia; sed nota est ipsorum impudentia. Ex eodem fönte putatur, quod vulgarunt, caesum esse Anhaltini exercitum. Episcopus Coloniensis Bavarus nunc demum implorat auxilia Protestantium, ut opem ipsi pecunia ferant, quo praesidiarios milites Hispanicos e ditione sua solutis stipendiis dimittere et alios Germanos scilicet substituere possit. Sed nihil impetrat; nemo enim ipsi fidit, cum Hispano deditus plane et addictus sit.' Interea Caesar de pace electorum Protestantium opera (excepto proelectore Palatino) laborat in Belgio conficienda, 2 sed frustra ut fert opinio. Conatur etiam impedire, ne Protestant filiae Juliacensis principatum in suam redigant oblique notestatem, et ad conventum ordinum ibi celebrandum legatum mittere constituit, qui Uli non intersit modo, sed etiam praesit ipsius nomine. Ex altera parte Hispani in ipso agro Juliacensi ferro et igni grassantur et exercitus, qui pro Hispano conscribitur, aliquid etiam momenti allaturus existimatur ad impedienda earundam muliercularum et sociorum consilia, qui tarnen si prudenter se gesserint et animose, maiora omnia opinione plaerorumque obtenturi sunt". 8 . . lim. Coli. Cam. XXII. Or. i Vgl. No. 579; 619. 8 Vgl. hiezu No. 606; Zündelin an Camerarius, Dresden s. d.: „Hispani, quia vident aliis viis se assequi non posse finem cupiditatum suarum, Caesarem subornant, ut pacem in Belgien cum haereticis haereticorum opera electorum scilicet Saxonis et Brandeburgici recon- ciliet. Sed nihil ut puto apud eos efficient, qui Caesaris optimam voluntatem et Studium a fraudibus et dolis Ibericis distinguunt". Nach bitteren Klagen über die Verblendung der meisten Fürsten gegenüber der Gefahr einer spanischen „Monarchie" fügt er bei: „Consolatur me tarnen interdum Hipparchi optimus animus et constantia multis et illustribus adeo indieiis hactenus declarata. Sed cum cogito, quam huic difficile sit persuadere aliis, quid pro repubüca sentire, nedüm agere debeant, de summa rerum ne optimam spem coneipiam, impedior". 3 Vgl. Keller II, 22; 24 f; Stieve in der Z. Berg. Gesch. Ver. XIII, 35; 40 f. ' 622-623. 1591 569 622. D. Meckbach an Rumpf. 1 ( 30 - Au 8) (Pfälzische Umtriebe gegen Brandenburg wegen der preussischen a e Heirat.) Magdeburg ist, wie aus dessen eignem Sehr, jüngst hervorgeht, dankbar für die gute Affektion gegen das Haus Brandenburg sowie für die gnädige Erklärung und Erzeigung des Kaisers namentlich auch der bewussten Heiratssache halb. Teilt vertraulich mit, „das pfalzgr. allerlei practiken bis anhero bei der K. W. in Polen treiben und dahero etzliche intercessionschriften sowol an die herzogin vor dessen wie auch an marggraf Georg Friederichen . . . und die landstende in Jülich ausbringen lassen". Obwohl die Herzogin sich gegen den König und gegen Pfalz selbst laut beil. Copp. entschuldigt hat, soll Pfalz trotzdem mit Prak- tiziren nicht nachlassen; mau bat Nachricht, es möchte in Kürze am Kaiserhof ohne Wissen der Herzogin „desgleichen von Pfalz etwa ein schreiben, so hochgedauhter marggraf ergehen lassen, anbracht werden". Auf kurbrandenburgischer Seite glaubt man nicht, dass darauf etwas Widerwärtiges zu befahren, doch wollte man den Herrn „solcher unordentlichen practiken" avisiren und Copp. von wiederholten neueren Erklärungen der Herzogin gegen diesen Teil mitschicken. . . Von Kurbrandenburg sind „keine solche unordentliche fast vom fursten stand ungewöhnliche mittel, eintrag und vorhinderung" gespürt worden, „da man sich auch nicht gescheuet, wunderliche discurs und collation beider heuser Pfalz und Brandenburg vorcleinerlich wieder dis teil auszusprengen". 2 .... Berlin. R. XXXV. C. 3b. Cop. 623. Joachim Friedrich von Magdeburg au Mar kgraf^- Septbr. Georg Friedrich. Dresden Der Kaiser hat sich wegen der Heirat zwischen seinem Sohn M. Johann Sigismund und dem älteren Fräulein von Preussen willfährig erklärt. Dagegen bemüht sich J. C, sehr für den jungen 1 M. m. an Kurz. - Vgl. No. 588. Obige Sehr, an Rumpf und Kurz teilt Meckbach, Malle 30. August, den kurbrandeuburgischen Räten Distelmeier und Kopp mit, wobei er bemerkt, J. C. werde wohl am Kaiserhof „einen blosen schlagen", da der Kaisersich schon richtig erklärt, auch die Herzogin an der Antwort des M. Georg Friedrich an J. C. kein Gefallen trage. „Forsitan ad regis Poloniae intercessionem, ut videtur, tarn dubie res- pondit [der Kaiser] et Palatinum ad ducissam, ut regis quoque offensio evitetur, remisit", statt es besser Pfalz stracks abzuschlagen. Es sei zu verwundern, „das man bei Pfalz so ohnbesonnen dise Sachen gleich contra dispostitionem divinam darf urgiren und allerlei wege zu irem selbst schimpf gebrauchen. Es müsse doch gehen, wie es gottes vorsehen und haben will, dahin dies teils allezeit und einzig gesehen. .... Dan solliche und dergleichen Sachen, daher nach gottes willen vil guts entstehen kan, verwirret der satan durch allerlei wege" (Berl. ebd. eigh.). 570 1591 623-624. Kf. von der Pfalz und praktizirt bei den jülichischen Ständen und sonst gegen das Haus Brandenburg. J. C, hat einen am jülicbischen Hof liegen, der einen Discurs spargirt, worin Brandenburg mehr verkleinert wird, als sich unter verwandten Fürsten (falls J. C. gesteht, dass es mit seinem Vorwissen geschehen) gebührt. Namentlich macht sich J. C. ein Antwortschreiben von G. Fr. zu Nutze, worin dieser erklärt, „das sie sich unserer fr. 1. muhmen der herzogin in Preussen meinung hierinnen erholen wollen etc.", und soll beabsichtigen seine Sache auf dem Landta" zu proponiren sowie „auf solch E. L. schreiben" durch eine besondere Abfertigung beim Kaiser anzuhalten. Er hält jenes Sehr. nur für eine Vorantwort und mehr für eine höfliche Abweisung ersucht jedoch G. Fr., da die Herzogin es noch nicht lautbar machen will und wegen der Heirat mit dem zweiten Fräulein an sich hält, die Herzogin zu bestärken, am kais. Hof vorzubauen und dem Pf. zu schreiben, es sei dieses Teils richtig und er solle sich nicht vergebene Bemühung machen. Berlin. R. XXXV. C. 3b. Conc. 9. Septbr. 624. Meckbach an Distelmeier. Halle .....,Eben also befinde ich die resolutiones, so dem kais. gesanten geben. 1 Respondent quidem invicem, sed vestra altera est mitior. Gott wolle alles zum besten kehren. Es seint grosse Sachen. Aber neben der deutschen dapferkeit wil einer guten bescheidenheit von noten sein und wir sonderlich a partibus Brandenburgicis müssen weiter sehen, damit wir gute nachpar- schaft erlangen und nicht verliren, was man durch den segeu des allmechtigen zu hoffen hat. Doch kau man den sachen sonsten auch wol recht tun." .... M. Georg Friedrich hat berichtet, „was dieselbige [F. Dt.] zum schreiben an Pfalz beweget ; 2 schicken darbeneben ein anders schreiben, wilches seither an Pfalz gar abschlegig, desgleichen auch ad regem Poloniae ad intercessionem pro Palatino* ergangen .... und gehet die correspondenz, wie es da notig und geburlich ist, jegen einander allerseits gar fein und richtig. Gott gebe ferner gnade. , . . . Interim nos omnes dei optimi maximi protectioni commendo, et opto ex animo Saxon- electori longevitatem vitae et adversae valetudinis integram restitutionem." .... Berlin. K XXXIV. 3b. Eigb. 1 Vgl. No. 618. 2 Vgl. No. 549 A. 3. 3 Antwort auf das Sehr. Polens an G. Fr. vom 12. März (S. 505 Ä. 1), 2. September, mit der Erklärung, die brandenburgische Heirat sei vom alten Herzog von Jülich und vom Kaiser gebilligt, wogegen die Pfälzer seinerzeit nicht förmlich geworben und dann die Sache längere Zeit liegen gelassen hätten (ebd. C 5 b , Cop.). 625-626. 1591 571 625- Johann Casimir an Christian von Sachsen. 14.Septbr. Heidel- Hermann Christoph von Russworm, vor 3 Jahren in seinen ^erg Diensten, musste, da er, zum Streifen auf das lothringische Volk verordnet, etliche Kaufleute beraubte, handfest gemacht werden, entwich aber trotz seiner Handtreue vor Äustrag der Sache. letzt suchte er zu Koblenz als Rittmeister des spanischen und ligist- ischen Obersten Hans Reinhard von Schönberg wieder auf und führte bei Abforderung der Kaution Schmach- und Drohreden gegen die evangelischen Fürsten, besonders gegen Chr. Sein Verordneter, der mit den Vertretern der drei geistlichen Kff. dort liegt, hat leider versäumt den R. sofort niederwerfen zu lassen. . . . „Wes man sunst vor trennungen sucht und verhofft, werden E. L. aus solchem bericht [des Verordneten] auch vernehmen." 1 Dr. 8543. Or. 026. Turenne an de Fresnes. 15. 25. Septbr. War seit seinem Abmarsch von Metz nicht in der Lage Briefe g e( j an an Fr. gelangen zu lassen. „Nous nous sommes conduictz sagement et heureusement pres du roy, ayant battu l'ennemy oü nous l'avons trouve, ayant prins toutes les places qu'y se sont presentees, mais ayant passe la Lorrene plus soudainement que je n'eusse voulu pour suivre ce que Ton me commandoyt. Mais l'on s'en repent ä cest'heure. 2 II n'est pas temps. Les ennemis se preparent ä. ung grand coup et nous ä les empescher. J'ay trouve le roy en ce lieu, qui m'y a laisse ce matin, Il'n a encores receu son armee. Monseig r le prince Bernhard luy est venu faire la re- verence". . . („Copie de lettre — de Sedan du 25 e septembre etc. 1591.") Marb. Frkr. 1591. I. Cop. 1 Nach dem Sehr, des pfälzischen Verordneten vom 9. Sept. (ebd. Cop.) drohte R. mit der Eache Spaniens an den deutaehen Fürston, wobei er besonders auf die scharfen sächsischen Mandate hinwies, denen zum Trotz er freilich „dem ehurf. vor der nasen geworben" habe; man verüble hier Sachsen seine Massregeln gegen die deutsche Libertät, während doch der Kf. jungst die Mehrheit der meissnisehen und sächsischen Ritterschaft selbst wider ihren Willen genötigt habe mit Anhalt zu ziehen. Dagegen werde Braunschweig gerühmt, dass er dem Gegenteil Tür und Tor öffne; man hoffe, „er werde noch zu mehrerm unheil ein guter befurderer erscheinen und drinnen lands etwas ungerats anzetteln". - Schon am 8./18. Sept. schreibt T. an F. aus Chasses (bei Chälons): „Je ne scay, si l'occasion d'incommoder et presque ruiner mons r de Lorrene se retrouvera teile, comme je Tay trouvee; il m'a falu obeyr et non eslire" (ebd. Cop.). Vgl. die Depesche Caetano's aus Prag vom 31. Aug./lO. Sept. (Rom, Germ. 112, S. 381): Gerücht hier, Lothringen sei, um nicht von diesem Heer und dem Marschall dAumont in die Mitte genommen zu werden, mit Casimir übereingekommen „a non dar injiedimento a queste genli. A questo avviso si da poco credito". 572 1591 527-528. 17 - 627. König Heinrich IV. an Christian von Anhalt 27 o " t j, (Bernhard von Anhalt. Beglaubigt Turenne. Hofft in zwei Tagen P • bei Chr. und dessen Armee zu sein.) „Mon cousyn! Je ne vous escryvy point hyer par mon cousyn le prynce Bernard vostre frere, pour ce que je pansoys qu'yl ne s'an deut retourner qu'avec mon cousyn le vyconte de Turenne, de quoy je vous prye de m'escuser comme luy de ce que je ne le receus, comme yl merytoyt, et ne le fey accommoder comme j'eusse byen desyre, mes le lyeu oü yl me venoit trouver estoyt sy incommode qu'autre l'eut ceu [!] estre. Mon dyt cousyn de Turenne vous reva trouver byen instruyt de ma volonte et de mon intansyon. Je vous pryeray de le crere comme moy-mesme de ce qu'yl vous dyra de ma part et que je ne desyre ryen tan t que de vous voyr et les prynces, seygneurs, collonnels et capyteynes venus quand et vous pour mon cervyce avec ceste belle armee, ce que j'espere dans deus jours et vous temoygner par efet le resantymant des oblygasions que je vous ay ä tous et ä vous partyculyeremant de vostre bonne volonte, de la quelle je ne me suys raoyns promys que vous devös de la myenne, comme vous la connaytr6s aus ocasyons. Et sur ce je pryeray dieu qu'yl vous ayt, mon cousyn, an sa saynte garde. A la Oassyne le-Duc an Reteloys, ce XXVII me ceptambre. Henry." 1 Zerbst (Bernb.) Corresp, zw, Christian I, und Heinrich IV. Eigh, 21. Sept. 628. Johann Casimir an Christian von Sachsen. Betr. den spanischen Oberst über 4 Fahnen Reiter Ruprecht von Eggenberg, dem Mainz den Pass verweigerte und der zu Koblenz seine ursprüngliche ungenügende Kaution durch eine ordnungsgemässe ersetzen musste. Ist nicht gemeint E. Reiter durch pfälzisches Gebiet passiren zu lassen. E. äusserte, er sei wider seinen Willen zu diesem Zug gekommen ; „were ihme von kais. Mt. aufgetrungen und die bestallung zu Prag in die herberg geschickt worden, hette sunst daheimbd in Steiermark des erbfeinds halber wol notwendiger zu tun gehabt", geschweige dass er sich, wie einer der jetzigen spanischen Obristen (Kurtz), um 7000 fl. den Befehl erkauft hätte. Bei Hof sei ihm gesagt worden, unter Anhalts Reitern habe der zehnte keine Rüstung oder nur vorn eine schlechte Brust mit einem ledernen Kreuz auf dem Rücken; sie führten „kurze dicke röhr wie die alten bethstollen, mit schrot geladen, die stürzten sie under die arm, wan sie schiessen wolten, wie ein lanzen oder sper". E. hat aber zu Andernach von den 1 Am 15./25. Sept. schreibt Heinrich VI. aus Sedan an de Fresnes, Turenne sei gestern zu ihm gekommen; er gedenke die Armee übermorgen zu besichtigen (Marb. Frkr. 1591, I. Cop.). Vgl. Beckmann II, 303; Anquez S. 37 f. 628 -630. 1591 573 jlainzischen u. a. ganz andern Bericht empfangen..... Sein Abgesandter schreibt, Parma werde sein Volk auf verschiedenen Wegen nach Frankreich führen, da seine Absicht die Anhaltischen in Lothringen zu „umbgreifen" wegen der Hinderungen der Werbungen fehlgeschlagen. Hieraus zu sehen, „wie aus antrieb des näbstlichen nuntii zu Prag bei dem hofrat die ligischen Sachen getrieben und leichtlich patenten ausbracht werden". Dr. 8843. Or (oline Pr.). 629- Johann Casimir an Johann von Nassau. 23.Septbr. Igelheim Hat der Herzogin von Preussen einen neuen Tag zu Siegen am 9. Oktober vorgeschlagen und will mit seinem Neffen am 8. in Dillenburg sein; vorläufig geheim zu halten. 1 Wiesbden. Or. 630. Werbung und Beantwortung des kais. Gesandten 25. Sept. Trautson. Dresden (Krankheit des Kf. von Sachsen. Türkennot und R. Tag. Misstrauen gegen den Kaiser im R. und bei Spanien. Antwort Brandenburgs. Tod des Kf. Christian.) Der kais. geheime Rat und oberste Marschalk Paul Sixt Trautson traf am 23. zu Dresden ein und wurde wegen der Schwachheit des Kf. von Sachsen an dessen Stelle vom Kf. von Brandenburg im Beisein der sächsischen Räte gehört. Es war Kondolenz und Besuchung wegen der Schwachheit des Kf. Hernach erklärte der Gesandte vor dem Kf. von Brandenburg im Beisein des Herrn Meisters, Oberhofmeisters Ribbecke und „meiner des oanzlers", der Kaiser wolle, falls Sachsen sterben sollte, sich der Wittwe und Kinder mit allen kais. Gnaden annehmen, wobei er das Handschr. [vom 10./20. Sept.] übergab und um eine geheime Unterredung mit Brandenburg nachsuchte..... „Ferner haben S. Ch. Gn. allein mit ime geredet, die er berichtet, S. Ch. Gn. wereu der türkische gewaltige einfall in Ungern bewust. Nun were I. kais. Mt. unmeglich für sich solcher gewalt zu steuren ohne zutun der stende, demnach alle I. kais. M. cammer- guter versetzet, und derowegen wol die notturft, das ein reichs- tag gehalten wurde. I. kais. M. sehe aber, das das vertrauen gar gefallen. Man mochte denken, sie hingen zu sehr nach Spanien. Mechte vertraulich und warhaftig sagen, das er es bei Spanien gar verderbet, und befarete sich, hette im reich auch keine folge, mochte also zwischen zweien stulen niedersitzen. I. kais. Mt. muste gleichwol auf beide religionen sehen; bete auch Ch. Gn. als der elteste wolte ime nachdenken. Itidem se facturum. Res- pondit ill mua elector: mistrauen zwischen den stenden sei grob. Se semper consuluisse in melius et ad moderationem. Konig 1 Das gleiche Sehr, noch einmal an J. aus Friedrichsbühel, 25. Sept., ebd. Or. Vgl. No. 620; Altpreuss. Monatsschrift XXXV, 207; Krudewig S. 40. 574 1591 630—631. Ferdinand hette selbst herumbgezogen und animos emolliret. Viel sacben kernen von der colnischen unruhe hero, auch jetzo wegen der aachischen und strasburgischen proces. Sed wolte der sachen nachdenken und I. kais. Mt. gern das beste einraten helfen etc." Nachdem am 25. um 7 Uhr der Kf. verschieden war, nahm Brandenburg dessen älteste Söhne Christian und Johann Georg zu sich und Hess im Beisein der sächs. und braudenburg. Räte, „durch mich" dem kais. Gesandten den Todesfall melden und die Wittwe und Kinder der angebotenen kais. Gnade empfehlen..... Berlin. R. XXI. no. 18a (Sachsen). Conc. (Distelmeier,) 27.Septbr. Qg\. Landgraf Wilhelm an Joachim Camerarius. TT"«-] q c /11 (Gerücht von Sachsens Vergiftung. Das Treiben der Flacianer. Päpstische Zeremonien in Nürnberg.) .... „Was dann itzunder vor ein misera facies im land zue Meissen ist, zweifeln wir nicht, ihr habt desen ein gut wissens; und haben sich etzliche lassen vernehmen, es sol der morbus non sine suspicione veneni entstanden sein. 1 Wiewohl wir nun nicht hoffen, das so böse leute vorhanden sein solten, die tanto principi so übel gewolt betten, so zweifeln wir auch nicht doran, da etzliche leute sich solchs understanden, es werde der almecbtige gott dieselbige durch sein gerichte ernstlich strafen, und begehren gnediglich, was euer Judicium hievon ist, auch was ihr ad recon- valescentiam electoris vor hoffnung habt, uns solchs hinwieder zu berichten. Es sei ihm, wie ihm wolle, so vernehmen wir, das auch die verfluchten Flaccianer dessen hochlich erfreuen, auch einsleils sich sollen haben vernehmen lassen, sie hettens also bei gott erbeten, uf das sie je ihren abergläubischen papistischen exorcismura behalten möchten. Ecce quanta potestas tenebrarura! Summa, es gehet, wie es alzeit ab origine raundi ergangen ist, das die leute mehr lieben die finsternus als das licht und ihre somnia mehr als die warheit des heiligen evangelii. Darumb gar gefehrlich, das man umb menschlicher considerationen willen solche errores und falsche ceremonien so lang in der christlichen kirchen toleriret und pleiben lest und nicht betrachtet, das ein wenig Sauerteig totam massam leichtlich inficiren kam Welchs dan sonderlich ihr Nürnberger, als die ihr des bapstischen Sauerteigs und ceremonien noch viel habt, wohl solt bedenken, das es euch nicht heute oder morgen in euer ecclesia auch grossen schaden bringe. Intelligent satis." Bm. Coli. Cam. XXVÜI. no. 7. Or. 1 Vgl. das oben S. 565 A. 2 angeführte Sehr. Slade's vom 4./14. Oktober: „Hit was reported of late, that the sayde elector showlde be dead not withowt suspition of poisoninge". Hiezu oben S. 317 Anm. — Auch K. Elisabeth spricht in ihrem Sehr, vom 22. Okt.. an Anhalt von dem Gerücht einer Vergiftung (Byrner VII, 73). 632- 633. 1591 575 632. König Heinrich IV. an (Christian von An halt). (Oktober) Busigny „Mon cousyn! Je vous anvoye Morlans pour un doloreus subject. Yl faut prandre les choses quy arryvent comrae venantes de dieu. Yl vous despeyndra mon regret et la resolutyon que j'ay prynse de vous servyr de pere, puys qu'aves perdu celuy quy vous tenoyt ce ranc. Je ne tache poynt de vous consoler, estant asses ampesche de me pouvoyr resouldre moy-mesmes. C'est la volonte de dieu, ä quoy yl faut aquyecer. Yl est hesoyn de tonyr ceste nouvelle segrete et pourvoyr a nos afayres. Bon soyr, mon cousyn. Vostre bon cousyn Henry." 1 Zerbst (Bernb.). Corr. zw. Chriatian I. und Heinrich IV. Eigh. 633. Junius an Johann Casimir. 1. Oktober (Verrichtung eines Auftrags von J. C. bei Moritz von Nassau. Olden- ° barneveld über ein Bündniss der Generalstaaten mit den deutschen Protestanten. Kriegerische Unternehmungen des Grafen Moritz. Niederlage der Spanier in Piemont. Parmas Zug nach Prankreich.) . . „J'ay tidelement rapport6 ä mons r le conte Maurice tout le discours qu'il pleust ä V. Alt. me faire, lors que je luy veins devant mon departement baiser les mains.' Je ne Tay seu faire sinon apres le retour de S. Exe. de la belle victoire et conqueste de la ville de Hülst au pays de Waes, car lors que j'arrivay ä la Haye, qui fust le 4 e du passe hien matin, je trouvay S. Exe. preste pour monter en coche, de sorte que tout ce que je pouvoy faire alors devant son departement, estoit, apres luy avoir baise" les raains, .luy exhiber les lettres de V. Alt. Or du susdict rapport S. Exe. m'a faict demonstration d'une contenance bien joyeuse, mais ä cause qu'elle estoit aussi alors in procinetu pour aller ä l'expedition sur Nimmege, 3 vers oü eile partit le jour ensuyvant, qui fust avant hier, S. Exe. ne me donna et mesme ne me pou- voit donner alors aultre response, sinon qu'elle penseroit sur tout ce que je luy avoy expose. Et comme au m'esme jour je receuz les lettres de V. Alt. du 2 e du passe, apres luy avoir tres-bien recommande" ce dont V. Alt. luy escripvoit, me dict que son entre- 1 Des Traos berichtet am 30. Okt. dem L. Wilhelm, als sein Lakai auf Befragen verschiedener Leute Anhalt den Tod des Kf. von Sachsen bestätigt hahe, habe ihm ein (wohl von Anhalt abgesandter).Edelmann verboten „de n'en point parier ä personne vivante et le tenir Beeret" ; dieser Todesfall könnte sonst die Auflösung der deutschen Armee des Königs nach sich ziehen (Marb. Niederl. 1587/90, Or.). 2 Am 15. Febr. 1591 dankt Junius (Johann de Jonge, vgl. van der Aa VIP, 76) aus „Boerhem" J. C. für dessen Glückwunsch zur Rückkehr seines Schwiegersohns sowie für eine Weinsendung; schon seit 30 Jahren sei er durch die Wohltaten von J. C. Vater zur Dankbarkeit und Treue verpflichtet; verweist auf den Bericht Durant's (ebd. eigh.). 3 Vgl. Bor III, 574 ff. 576 1591 633—634. prise sur Nimmegen* fera le niesine effect pour divertir le roy d'Espagne d'attenter sur Juliers, que les choses proposees* par V. Alt. Bernefeld 1 a estö fort emerveille quo V. Alt. ose* escripre d'un af faire de si grande importauce sans ciffre. Je luy ay dict que par le ciffre que V. Alt. m'a donne, sera doresen- avant obvye au dangier qu'il a croint. Bernefeld m'a dict aussi que les Estats desireront entierement entrer avec les princes protestants, s'ilz voyent par les effectz qu'entre* lestrois mois que les reistres et lansquenetz, lesquels mons r de Turenne a mene en France, aurontärecevoir argent, lequel le roy ne poura fournir, ilz ne l'abandonnent pas, dont les Estats du Pays-Bas se pourront asseurer que les princes protestants leur monstreront serablable affection en leur occurrences.* On espere que la ville de Nimmege sera devant x jours r6duyte ä l'ob&'ssanse des Estatz des provinces unies des Pays-Bas,* oü estant S. Exe. est döli- beröe d'executer en toute celerite quelques aultres entreprises de pas moindre inportance. * Je ne fay doubte que V. Alt. aura receue devant nous qui sommes plus elongez, les nouvelles de la deffaicte des Espaignolz et Italiens par le s r de Desdiguieres en Piemondt. 2 Celles par voye de Geneve et Basle sont plus seures, parquoy je n'useray icy d'aucune repetition. On tient pour certein, que le prince de Parrae estant tombe d'aecord avec ses Espagnolz, qui ont estez si longtemps mutinez, n'aehemine avec eux et le reste de ses forces vers France. Mas moros, mas guadagnos; car les Espagnolz sont aecoustumös de porter avec eux et sur eux tout leur argent, qui les decourage ä combattre et encouragera les Frangois pour le riebe butin, qu'ilz espererent d'emporter d'eulx par l'assistence de nostre dieu, le dieu des armees et des batailles." . . . Mb. 88(7 f. 7. Eigb. (pr. 10. Nov.) 3.0ktober 634. Johan n Ca si mir an La ndgr af W i lh elm. Heidel- (Seine eigne Erkrankung. Tod des Kf. von Sachsen; Rückwirkung Der S auf die Sache der ev. Union.) Auf W. Sehr, vom 24. Sept. betr. seine eigene „ausgescbollene blödigkeit", als er im August von der Verabschiedung des deutschen * In Chiffre. * So die Auflösung; die Chiffre gibt eigentlich: quelle-surorse y proposee. * Die Auflösung. Chiffre : asöe. * Die Auflösung. Chiffre : anres. * In Chiffre. 1 Der berühmte Johann van Oldenbarneveld, Advokat von Holland und Ratspensionarius (vgl. van der Aa IX 2 , 19 ff. Vreede, In- leiding II. 1, 168 ff). 2 Gemeint ist Lesdiguieres Sieg über die Spanier und Savoyer bei Pontcharra am 18. September, vgl. Ch. Dufayard, Le connö- table de Lesdiguieres (Paris 1892), S. 147 ff. 634-635. 1591 577 Kriegsvolks im Amt Lautern zurückreiste, tat er unter dem Tor zu Neustadt durch Fahrlässigkeit der Kutscher einen Fall, der nicht schlimm gewesen wäre, „wann sich nicht tags zuvor ein fast hitziges fieber bei uns ereugt, darzu ein hauptweetumb geschlagen, davon wir in ongefehr vierzehen tagen oder drei wochen darnider gelegen und uns Inhalten müssen;" jetzt wieder soweit gebessert, dass er schon vor 14 Tagen auf eines seiner Jagdhäuser hinaus ist und die Hirschbrunst besucht hat. Auch sein Vetter und Pflegesohn hat sich von seinem langwierigen Fieber wieder erholt und ist wieder auf freien Fuss gestellt. 1 . . Ueber den Kf. von Sachsen hat auch er aus Dresden unter dem 17. Sept. Nachricht erhalten und dann unter dem 22., „das S. L. von neuem ein starken fluxum narium, so uf vier stund gewehret, gehabt", so dass man das Ende befürchtete; doch trat ein wenig Besserung ein. Trotzdem kam nun vor 2 Tagen sichere Nachricht von dem am 25. Sept. morgens zwischen 6 und 7 Uhr eingetretenen Tod. „Wie uns nun solcher unzeitiger todfal schmerzlich zu herzen gangen und was gestalt wir darüber verstürzt worden, das konden wir mit der feder nicht exprimiren". Abgesehen von seiner vertraulichen Korrespondenz mit dem Kf. ,,ist E. L. unverborgen, was unserm geliebten Vaterland heutigs tags an dieser fürnemen seuln gelegen gewesen". Besorgt, dass nicht allein „die hochvertraute sach" durch diesen Todesfall einen merklichen Stoss leiden, wo nicht gar in Brunnen fallen und auch sonst in Religions- und politischen Sachen grosse Aenderungen eintreten möchten; bittet um W. Gedanken hierüber..... Marl). Kurpfalz 1580—91. Or. 635. Wilhelm von Baiern an Karl von Lothringen. 4. 14. „Was pfalzgraf Johan Casimir der obern Pfalz in Bairn land- Oktober schaft ausschuss fürtragen lassen, haben wir, umb allerhand bedenchens willen, E. L. vertreulich zu avisieren für ein notturft gehalten ; überschicken demnach E. L. beigeschlossene copie, darüber E. L. gleichwol dero gelegenheit zu pflegen. Dieweil es uns aber jedoch von einem vertrauten ort communicirt worden, also wellen wir gar nit zweiveln, E. L. werden es, das si solliche abschrüft von uns bekomen, weiter nit gelangen lassen. 2 Daneben 1 Vgl. No. G20; Pancratius an Pf. Philipp Ludwig, Speier 3. Oktober: J. C. sei vor Kurzem „ganz sorglich und heftig krank gelegen, auch noch nicht allerdings zum besten restituiret; wiewohl I. F. Gn. widerumb auf das land und zum jagen ausreiset" (Mb. 336/20, eigh.); am 30. Oktober: mit J. C. ist es nunmehr in besserem Stand „und ist die gemeine sag, I. F. Gn. haben sich ob des churf. zu Sachsen fall also höchlich eDtsetzt und bekümmert 1 '(ebd. Or.) Tossanus in der Rede auf J. C. vom 27. Jan. 1592 (Toss. Oratt. S. 252): „Dolor ingens capitis paene sine intermissione totis his quinque men- sibus'eum exercebat". ■ Ebd. f. 16 ein Sehr, mit der gleichen Mitteilung (behufs Eröffnung und auf Verlangen Uebergabe der Cop. an Kurz oder andere kais. Käte) an Dr. Gailkircher und Sekretär Speer, 11./21. Oktober. Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 37 578 1591 636-637. wellen wir auch E. L. in gleichem vertrauen nit verhalten, wie wir glaubwürdig berichtet werden, das der erzbischof von Mainz demjenigen kriegsvolch, so dem könig von Navarra zu guetem jungst in Frankreich gezogen, nit allein den pass und durchzug fgleich- wol wie wir vernemmen, mit S. L., auch dero land und leuten höchstem nachtail und schaden) durch sein land vergunt und zugelassen, sondern auch hernach, als des von Eggenbergs für die K. W. aus Hispanien etc. geworbene reuter ebener massen bei seiner des churf. von Mainz L. umb pass angesuecht, haben es inen S. L. blatt geweigert und abgeschlagen. 1 Haben wir E. L. nit wellen verhalten". Mb. 22|4 f. M. Cop. .Oktober 637. Junius an Johann Casimir. Haag (Belagerung von Nymwegen. Parmas Zug nach Frankreich. Ein Sieg Heinrichs IV. ? Hohenlohe. Ein Packet an den Schultheissen von Frankental. Der nach Deutschland bestimmte Gesandte de Bässen, ein treuer Diener J. C.) Hat J. C. Sehr, vom 2. Sept, am 1. Okt. in Chiffre beantwortet. Die Besetzung von Nymwegen spottet der von Graf Moritz gegen sie aufgestellten Geschütze. „J'ay opinion qu'on ne les aura point par assault. Du succez j'avizeray V. Alt. la sepmaine prochaine dieu aydant". Parma soll bestimmt in der nächsten Woche nach Frankreich aufbrechen, mit etwa 6000 Mann; die meuterischen Spanier, noch nicht beruhigt, „ne bougeront". Unsicheres Gerücht von einem Sieg des Königs über „le prince d'Ascoly"; Busenval weiss nichts davon. Hat den kranken Grafen Philipp von Hohenlohe 2 zu Delft besucht, der für J. C. zwei schöne fünfjährige „jumens" hat kaufen lassen. „Mons r de Bernevelt m'a dict avoir receu un pacquet de lettres addressant a mons r l'escoutet de Franchenthal, qui est ces jours passez arrive ä la Haye, mais depuys party vers Amstrerodam, apres avoir veu partir vers Nimeghen S. Exe. avec le conseil (Testat; et les Estatz generaulx qui sont demeurez icy, estre ä present en petit nombre; le dit de Bernevelt estant d'opinion que le dit pacquet est d'importance, ne l'ose ä Fincertein envoyer vers Amstrerodam, de peur que cependant qu'on le cercheroit illecq, il pourroit estre en chemiu pour retourner vers la Haye. Le s r Jehan de Bässen n'a pas encore receu sa despesche de mess rs les Estatz generaulx pour aller en Allemaigne, mais espere la recevoir bientost. On ne voit en ce gentilhomme q'une ardeur et affection admirable pour faire fidele Service ä la röpublique chrestienne et en particulier a V. Alt., dont tous ceux qui ont veu ses deportemens dur.ant sa 1 Vgl. No. 628. a Vgl. No. 558. 637-388. 1591 579 legation derniere de la part de V.Alt, vers la royne d'Angleterre, 1 tesmoignent ä sa grande louange d'avoir non seulement deploye et monstre par plussieurs effectz les dons singuliers, dont dieu l'a doue, mais aussi de n'avoir esparnye ses moyens pour faire service et honneur ä V. Alt. durant tout le temps de son ambassade. 0 quanti momenti est raittere sapientem et servum fidelem!" Mb. 88/7 f. 3. Eigh. (pr. 29. Okt.). 638. Zündelin an Camerarius. 8.Oktober (Der Tod des Kf. und seine Folgen. Die Vormünder gemässigt. Dresden Weltlage; Türkenkrieg; Spanien; Hansischer Bund gegen England. Ereil.) . . „De morte electoris nostri iam scripta non repeto,*) qua etsi beatus ille tarn pie obita et coüstanter, respublica tarnen infelix iactura custodis adeo fortis et pii tempore praesertim tarn luctuoso et misero. Verum unde aliis ansa ad desperationem, inde deo fidentibus spes maior et firmior. Insani quidam iam triumphant ante seilicet victoriam et in perniciem propriam. Publicus Status adhue incertus, mutatio ut maior nulla sub haec initia vix emanebit, tarnen desiderata multis adeo et quaesita. Tutores elector Brandeburgicus et dux Fridericus Guilielmus Vinariensis moderatus uterque; sed non item, qui et his imperare volunt aeque ac caeteris omnibus. Ego si aeris novam hanc intemperiem ferre non potero, evolabo aliquo, ubi coelum mitius et magis ad genium meum. Fulmina haec exanimant eos, qui nullo sunt animo". . . . Zur Hocbzeit des E. von Polen kommen vielleicht als ungeladene Gäste „Turca, Tartarus, Moscus". Kriegerische Bewegungen in Ungarn. Die Gegner „armorum Turcicorum soluti metu validius incumbent in reip. Christianae perniciem. Horum tarn invidiosa et formidabilis potentia an vix aliquantum excitatam magis incitatura sit Italiam, dubito. Nam idem illam, ut video, premitfatura, quod Germaniam". Bündniss einiger sächsischer Seestädte gegen England; 3 es heisst, Mecklenburg halte zu ihnen und Braunschweig billige die Sache; bei der Königin von Dänemark und bei Pommern versuchten sie es vergebens. „Quid enim, si Dani iisdem laqueis capti, quibus tot alii, Belgis hostes flaut et commeatum subtrahant?" Doch haben die Dänen jetzt mit dem Schweden zu schaffen wegen der Schiffahrt. 4 1 Ueber diese pfälzische Sendung nach England vermag ich keine Auskunft zu geben. Ein „Joncker Jan van Bassem" wird erwähnt in den Kirchenratsverhandlungen der niederländischen Gemeinde zu Köln; ein Streit zwischen ihm und einem Mitglied des Konsistoriums wird am 7. Jan. 1587 zu Köln geschlichtet (Werken der Marnix- Vereeniging I. 3, Utrecht 1887, S. 252). 2 Ein ausführlicher Bericht Z. an C. über die letzten Tage und den Tod des Kf., Dresden 30. September, ebd. Or. Vgl. das Sehr. Zirotin's aus Meissen vom 14. Okt. bei Chlumeeky, Karl von Zierotin II (Brunn 1876) S. IV; Peucer an Christian von Anhalt, 2. Oktober (Beckmann HI, 151). " Vgl. Thuanus C. 15 (V, 36); hiezu die Sehr. J.C. vom 27. Juli und Kursachsens vom 12. August sowie des Elbinger Eats vom 31. Oktober an K. Elisabeth, Rymer VII. 1, 58 f; 61; 76 f. 4 Vgl. No. 600. 37* 580 1591 638-640. „Probe actum cum Gallo, quod cxercitu Germanico ante potitus est, quam nostri principis mors emanaret, quae ut ab una parte spes multorum et animos infringet, ita ab altera inflabit vehementius atque inflammabit ad omne facinus". . . . „D. Cancellarius te et una mecum D. Baumgartnerum et frat- rem tuum s. p. et ipse etiam, mansurusne au discessurus sit dnbitat et quid vobis hie consultum videatur, exquirit". 1 Bm. Coli. Camerar. XXII. Or. 10. Oktbr. 639. Landgraf "Wilhelm an de Fresnes. Zapfenburg A. u f Ph. Sehr. 4. Okt. . . „Nescimus autem, quo fato fiat quod multi ex obitu electoris Saxonia adeo sint cousternatis animis' ut diffidant, non facile exiturum, qui religionis causam amplius fovere et promovere possit". . . . Hat seit dem Todesfall weder von den Verwaltern der Kur noch vom Brandenburger Sehr, erhalten und schickte deshalb seinen Rat Heugel nach Dresden. , Et cum per aliquod intervallum temporis neque ex Palatinatu neque ex ducatu Wirtenbergico ullas literas aeeeperimus, perspicere sane non possumus, quorsum haec acedia sit evasura". . . . Das Gerücht „de motibus in Bohemia excitatis" müssige Erfindung. 2 . . . Marl). Frlu-. 1591. II. Cop. 14. 640. Instruktion Wilhelms von Baiern für seinen an 94- „, f • Köln abgefertigten Rat Hans Georg von Freising. Oktober d . e &• Auf Hülfe vom fränkischen, schwäbischen und bairischen Kreis nicht zu rechnen ; 8 die nächsten Kreise müssen vorangehen. Wünscht Bericht über den Landtag zu Düsseldorf u. s. w. Widerrrät E., des Friedens wegen mit dem privirten Truchsess auf Reichung eines Jahresdeputats zu akkordiren, was ein gefährliches Präjudiz ' • für künftige Apostaten schaffen würde und vor Papst und Kaiser kaum zu rechtfertigen wäre, dieE. jedenfalls vorher befragen soll; auch Parma's Gutachten einzuholen; „es wer auch daneben zu 1 Am 30. Sept. berichtet Z., der Kf. von Brandenburg sei heimgereist, Magdeburg vor 3 Tagen und "Weimar gestern hier angekommen. Am 20. Oktober: Weimar kam mit seinem Bruder Johann und seiner Gemahlin hieher zur Leichenfeier, zu der erwartet werden Casimir von Koburg, „proelector item Palatinns", Magdeburg u. a. „His peractis de summa inde rerum et de consiliariis certi aliquid, ut spero, statuetur. Proelectoris [Weimar] lenitas et humanitas mode- rabitur, credo, aliorum intemperantiae vehementiori". J. C. hatte am 9. Okt. dem "Viztum der Oberpfalz, Philipp Wambold von Neustadt, zur Kondolenz nach Dresden befohlen; W. entschuldigte sich aber am 18. Okt. bei der Kurf. Sophia wegen tötlicher Erkrankung seiner Frau (Berl. Cop.). 5 De Fresnes hatte in seinem Sehr. Frankfurt 4. Okt. berichtet, Reiter, die aus Böhmen und Mähren zu Parma zogen, sollten nach dem Tod des Kf. auf Befehl des Kaisers im Voigtland Halt gemacht haben (ebd. eigh.). Am 7. Oktober schreibt de Fresnes aus Freiburg. 3 Vgl. No. 621. 640-641. 1591 • 581 bedenken, ob nit mehr ratsam, den Trucksessen bei dem köpf zu kriegen, darzue villeicht nit mitl manglen würden, da es im rat gefunden wurde solches zu tractiern". Widerrät die Schickung an Spanien, da der vom Erzh. Ferdinand abgefertigte Don Juan de Manrique noch nicht zurück. 1 Hat E. vorher verständigt, dass der Herzog von Würtemberg den auf E, Rat ihm angetragenen Eintritt in den Landsberger Bund abgelehnt und welche Vorschläge Melchior Jäger gemacht hat; E. soll nun an seiner Statt die Sache an Würtemberg gelangen und mit Jäger ferner handeln lassen. Geht die Sache durch, so soll es an einer stattlichen Verehrung nicht fehlen. 2 .... Ma. 38|33 f. 20 f. Conc. 641. Junius an Johann Casimir. 15. Oktbr. (Einnahme von Nymwegen. Die Herausgabe der von den Spaniern " aa o besetzten Plätze an den Kf. von Köln zu betreiben. Aussichtslosigkeit der kaiserlichen Friedenshandlung ohne vorhergehenden Frieden zwischen Spanien und Heinrich IV. Massregeln des Grafen Moritz in Nymwegen. Chätillon's Tod. Turenne der einzige noch übrige refor- mirte Befehlshaber. Ein niederländischer Gesandter an J. C. angekündigt.) . . „La rendition de la ville de Niramegheu ä l'obeissan ce des Estatz des provinces unies, qui fust le ll e du mois prösent sur le midy, a merveilleussement resjouy tout ce peuple, dcnt leur feuz de joye et actions de gräces au dieu des armees aux asssamblees publiques es temples en ont este tesmoigns. Voicy mainte- nant un beau commencement pour avoir bientost le Rin libre, moyennant que les princes Protestants s'y evertuent, qu'ils remettent ä l'electeur de Cologne lesvillesetplacesqu'ilz tiennent. Pour dieu, que V. Alt. veulleäeecytenirla bonne main, comme le plus interesse, 8 dont reviendra au bien publique plus de prouffict que d'un vain travail, que l'empe- reur a devant la main, de faire une pacificatiou entre le roy d'Espagne et les Estats.' J'ay sonde de loing les ceurs de ceux de d e c ä. Je craigns que seule- ment ceux-lä, qui logeront les ambassadeurs ou deputez, rapporteront du prouffict; car si premie- rement le roy d'Espagne ne faict une paix avec le roy, ou ne se fierajamais ä la parolle, promesse ny serment du tyran*, qui l'a imprime au centre de son 1 Vgl. Hirn II, 238 f. 2 Vgl. S. 538 A. 1; Stieve IV, 17 f. 3 Vgl. No. 619; 621. 4 Vgl. de Fresnes an L. Wilhelm, Frankfurt 13. Oktober; die kais. Friedensgesandschaft vor wenigen Tagen hier durchgereist nach Köln; kein Wunder, dass die Anhänger des Papstes und Spaniens, der für Frankreich frei Hand gewinnen will, dieses Werk betreiben; „sed partium nostrarum ac religionis nostrae homines, viros principes, 582 • 1591 641-642. coeur, hereticis non esse servandam fidem, et quem fatigat, sed non satiat effundere sanguinem Christian um. Son Exe. n'est pas encore de retour de Nimmeghen. II y fault du teraps ä cr6er un nouveau magistrat, qui soit de la reli- gion reformee, puisque l'exercice de la papistique par aecord leur est ost6e, et que au d'emeurant les mesmes conditions, sur les- quelles ceux de Deventer s'avoyent renduz, leur doibvent aussi estre gardez. Ceux de Nimmeghen ont cela eu, oultre que tous injures commises par ditz et faietz sout pardonnez et obliez. Je crains que l'hyver qui nous vient sur les bras et qui ne permettra doresenavant les soldatz camper sub dio es vents et pluyes et jelees, ne permettera pas de poursuivre ses victoires. Ifl] n'y a si belle ne si bonne musique quy n'aye aussi ses pauses. Aux nouvelles de France, lesquelles V. Alt. a plus certeines et fresches que nous icy, je n'adjouteray que la confirmation des plus tristes qui est du trespas du s r de Chastillon, qui est mort de maladie. 1 Eutin des grands seigneurs de la religion reformee ayaus Charge en la guerre de France il ne reste plus q'un seul, qui est le sieur et viconte de Tureine, mais ores que luy aussi fust oste de ce monde, au roy restera le dieu vivant et immortel, le dieu vivant et immortel, le dieu des armees et des batailles qui elevera le chef du roy son serviteur pardessuz tous ses ennemiz; lequel je prie, monseigneur et prince tres-illustre, de garder V. Alt. corame la prunelle de son oeil". . . . [Nachschrift.] „Monseigneur! Le s r de Bässen m'a pri6 de baiser de sa part par ma plume bien humblement les mains tres- illustres de V. Alt. II espere de le faire de brief en propre personne. L'escoutet de Franchenthal n'est pas ancore de retour de Roterodam. Je crains qu'il sera tombe malade". Mb. 88|7 f. 5|6. Eigh. (pr. 13. Nov.). 15.Oktbr.64:2. Johann der Jüngere von Nassau an Johann den Dillenburg Ael.ter en. . . Hat über das Hauptwerk von keinem Teil etwas gehört; die gemeine Sage ging dahin, das älteste Fräulein sei schon vor guter Zeit nicht frei gewesen und sie hätten versucht, das jüngste an diesen Ort zu briugen, „darzu habe aber der ander teil nitver- a pontiflee, ab Hispano aiienos, quorum in rempublicam christianam studia et officia praeclare extant, consilium hoc fovere ac promovere . . satis mirari non possum". Sollte L. W. auch, für das Friedenswerk sein, so könnte dies den König, ohne den in dieser Sache überhaupt nichts zu erreichen ist, zur Förderung desselben bestimmen (Marb. Frkr. 1591, II, eigh.). 1 Francois de Chätillon starb um den 8. Oktober, vgl. Delaborde S. 378. 642-644. 1591 583 stehen wollen .....Hier und zu Siegen wurden an die 225 Pferde gefüttert, wovon der Herzog 101, die Herzogin 97 hatte. . . Am Silbergeschirr fehlen nur 2 Löffel. 1 Wiesb. Dillenb. Arch. H. 845. Or. 643. König Heinrich IV. an Christian von Anhalt. 19. (Zwei gefangene Soldaten Biron's freizugeben. Einnahme von Vervins.) _, * Vervins „Mon cousyn! Je vous prye de Commander ä Barbystrof feltmare[sc]hal de voulloyr laysser aller deus soldas qu'yl prynt yl y a quelques jours et quy venoyent de garder un fort, oü les avoyt anvoyes le baron de Byron, auquel yls sont. Yl me samble que les ayans pryns et s'avouans ä luy yl les luy devoyt anvoyer, voyr s'yl estoyt vray yls sont de la relygyon et ont tousyours este avec moy, depuys qu'yls peüvent porter l'espee. De troys qu'yls estoyent Tun c'est sauve. Je vous prye douc de fere qu'yls soyent mys an lyberte et que leurs chevaus, leurs armes et leur argant leur soyent randus. Hyer je pryns cetevylle; ceus de dedans fyrent comme ont accustume ceus de la lygu[e]; yl y a eu deus anseygnes de prynses. Je vous prye de m'y venyr trouver, afyn que nous resolvyons ansamble de ce que nous avous ä fayre pour marcher des demayn. Bon jour, mon cousyn. De Verveyn, ce mardy matyn XXIX me octobre. Vostre byen hon cousyn Henry". Zerbst (Bomb.). Corresp. pr. Christian I. und K. Heinrich IV. Eigh. 644. Johann Casimir an Markgraf C eorg Friedrich. 21.0kthr. Heidel- G. Fr. wird von weiland Kf. Christian zu verschiedenen Malen berg berichtet worden sein, was seit dem Torgauer Tag in Sachen der Verständniss vorgelaufen „und warauf es entlich erwunden, das die begriffene notel bei S. L. lebzeiten, wie sie gern gesehen und sich deshalben heftig bearbeitet, nicht volnzogen werden konden". 1 Gemeint ist die Zusammenkunft J. C. und des jungen Pf. Friedrich, die (nach einem Sehr, des Pancratius an Pf. Philipp Ludwig, Speier 9. Oktober, Mb. 336/20) am 6. Okt. die Bergstrasse hinab nach Dillenburg gereist waren, mit der Herzogin von Preussen (vgl. No. 629). Bennonins an Ph. L., Köln 14. Oktober: J. C. und der junge Kf. sind zu Siegen bei der Herzogin, um von einer Heirat zu handeln (Mc. Neuburg. Kur. I. eigh.). Vgl. No. 647. Des Traos an L. Wilhelm, 3. November (Marb. Niederl. 1587/90, Or.): die Herzogin traf in Dillenburg mit J. C. und dem jungen Kf. zusammen, für den J. C. die ältere Tochter zur Ehe begehrte, gestützt auf die Zustimmung der jülichischen Stande und wie es heisst auch des alten Herzogs. „La duchesse se trouvant pressee de diie ouy ou non, ne pouvant plus aller en arriere, declaira lors ouvertement estre chose impossible, parceque sa dite fille aisnee estoit ja promise au fis aisne de l'admi- nistrateur de Hai, et qu si le dit jeune electeur palatin desiroit d'avoir la seconde, eile ne luy seroit refusöe. Ce qu'on ne vouloit aeeepter". 584 1591 644-645. Obwohl er ermessen kann, dass der vorzeitige Tod des Kf. der vertrauten Sache „weuig fürschubs pringen werde", hält er doch dafür, „da wir die überbleibende stende, so sich albereit wilfärig erkläret, in S. L. löbliche fusstapfcn treten und insonderheit bei jetzigen schwirigen betrüebten zeiten, auch starken von unsern Widersachern furgeenden practiken dieses gescheft mit ebenmessigem treuwen und eifer, wie von S. L. gescheen, gemeinen, das dem Vaterland und unser allerseits posteritet zu trost und bestem wol noch etwas nutzlichs angerichtet werden könne und die sack solchen beschwerlichen todfals halb nicht zu verlassen sein solt". Er ist geneigt, alles zur Vollziehung des Werks Dienliche zu befördern und bittet um G. Fr. Gutachten, „wie und durch was mittel solche sach fortzusetzen'', sowie um Mitteilung, ob und wie sich Würtem- berg schliesslich in dieser Sache erklärt hat. Pf. Philipp Ludwig hat sich bisher gegen ihn nur „ufzüglieh" geäussert. 1 Berlin. Unionsacta I. f. 674. Or. (pr, 28. Okt.). 24. Oktbr.645. Bernhard von Arnim und Christian Distelmeier Dresden an Johann Georg von Brandenburg. 2 (Verhaftung Krells auf Betreiben der Kurfürstin und des Adels; Verstrickung Zündelins; die Leichenpredigt.) . . . Gestern wurden der Kanzler, der Kammersecretarius Schammer und Christoph Kollreuter „jeder in sein haus vorhaftet". Dies kam so. Die Kurfürstin wollte durchaus nicht dulden, dass der Kanzler ihrem Gemahl im Leichenzug das Siegel vortragen sollte, weshalb dies dem früheren Kanzler Haubolt von Einsiedel befohlen wurde. „Und demnach wol zu erachten, das solcher schimpf ihme grossen vordrus geben und er dahero nicht under- lassen wurde, viel wiederwertiges zu practiciren oder auch in an- merkung seiner bösen Sachen sich gar weg zue begeben und der herschaft und diesen landen zu nachteil an andere wiederige leut* zue hengen, darneben menniglich dem canzler öffentlich übel geredet, der herzog auch hin und wieder instigiret worden einen andern ernst zu gebrauchen, obwol S. F. Gn. noch zuer zeit lieber den milteren weg gehen und den rum der Müdigkeit haben wollen": Hess diess die Kurf. durch Hans Wulff von Schonberg und sechs andere Herrn (jetzigen Hofmarschall, Stallmeister, Ponikau, Pfennigmeister, Oberhauptmann der Erzgebirge, Heinrich von Bünau) dem Herzog erinnerungsweise vorbringen und seinem Gutachten heimstellen, letzteres damit ihr nicht Rachgier schuldgegeben und das, was sie treulich und gut gemeint, missdeutet werden könne. Die sieben Personen sprachen sich auf Befragen des Herzogs dahin aas, es solle geschehen und es stünde mehr Gefahr darauf, wenn es unterbliebe. Damit traf nun das übereinstimmende Ansuchen der Landschaft zusammen..... * Durchgestrichen: „versehenlich Pfalz?" 1 M. m. an L. Wilhelm. 2 Vgl. Richard I, 96 ff. 645-646. 1591 585 Der Kanzler weigerte sich anfangs [bei der Bestrickung]: er sei nicht des Herzogs Diener und sonst eine privilegirte Person, auch genugsam gesessen, hoffe auch, dass er also gedient, dass er es verantworten wolle, musste aber doch die Hand geben; das Siegel wurde bis auf Weiteres Abraham Bock befohlen. Schammer war etwas kleinmütiger, bekannte, er habe sich zu diesen Sachen gebrauchen lassen, aber seines Herrn Befehl verrichtet. Kolreuter sagte, seine Sachen seien sämtlich bei Hof und versiegelt und er hoffe befriedigende Rechnung abzulegen. Der Kanzler hatte bei sich im Haus einen Zeitungsschreiber des Kf., „Cindelinum genant", den man für einen Anstifter vieler böser Sachen hält; „der ist daraus geschaffet und soll sich ohne des herzogen vorwissen aus der stadt nicht begeben und stille vorhalten. 1 Es ist wol also dirigiret worden, wan mau, das die bestrickung ergehen solte, geschlossen, das alsdan der modus mit den churf. sächsischen raten und was ferner in rat gezogen werden solte, aber nicht geschehen"..... Der Herzog hat dem Hofprediger seine Konzepte zu den Leichenpredigten abgefordert. . Es fand sich, dass er in der hier zu haltenden das Mandat, den Exorzismus und die Lehre unserer Kirche vorbrachte und erwähnte, dass die Untertanen solche christliche Ordnung so undankbar angenommen, dass sie auch für ihren Herrn in der Schwachheit nicht beten wollen und sich seines Todes erfreuet; der Vorwurf einer solchen Untreue hat die Landschaft aufs Höchste erbittert. Der Herzog nahm ihm nach einigem Weigern die Zusage ab, dies alles zu übergehen und sich auf eine christliche Trostpredigt zu beschränken. 2 .... Beil. R. XLI. I8a. Or. 646. Dr. Johann Büttner an Markgraf Georg Friedr ich. 28. Oktbr. Ansbach . . Betr. ein Sehr. J. C. [Heidelb. 21. Okt.], was in der vertrauten torgauischen Sache weiter zu tun und wie sich Würtemberg erklärt. Meint mit dem Kanzler, die Fortsetzung der Sache wäre notwendig und gut; sie besorgen aber, J. C. werde, wenn er die Sache betreibe, bei andern Ständen wenig Folge haben; es sollte lieber 1 Vgl. S. B.der Münchener Akademie 1882, II, 164 f. Kol- binger an Camerarius, Marienberg 25. Oktober (Bm. Coli. Cam XV, eigh.): „Quid de Zündelino nostro fiet, cum discederem, scire nondum potui. Kogavit autem me, et ut tibi haec significarem et ipsius nomine at te peterem, ne quid amplius litterarum illi inscriptarum Dresdam mittas et dominum Lewenclavium Coloniae degentem de periculo Zindelini certiorem reddas et admoneas, ne scribat, donec intellexerit, ubinam gentium Zindelinus futurus sit". 2 Der Kf. antwortet, Köln an der Spree 26. Okt., der bestrickten Personen halber hätte er lieber gesehen, dass man bei dem vorgewesenen gelinden Weg geblieben wäre; auch sähe er gern, dass Herzog Friedrich Wilhelm „sich des orts der Sachen ohne uns nicht so gar anmasseten, den zügel allein in handen nehmen und uns aus- schlieBsen möchte"; sie sollen sich nicht ausschliessen lassen (Berl. a. a. 0. Or.). 586 1591 646-647. G. F. bei Kurbrandenburg schriftlich oder mündlich durch seinen Vertreter bei der bewussten Heirat ansuchen, dass der Kf. und der Administrator den Herzog Friedrich Wilhelm von Sachsen auffordern die Sache mit ihnen zu treiben, damit die Fürsten und Herren, die sich noch nicht erklärt haben, dies jetzt tun. Berlin. Unions-Acta I. Eigh. 29. Oktbr. 647- Junius an Johann Casimir. Haag (p armas Zug nach Frankreich; Nachrichten vom dortigen Kriegsschauplatz, vom Ableben des Kf. von Sachsen, von der Vergiftung J. C. und dem Tod Heinrichs IV. in einer Schlacht. Gerüchte von Heiratsplänen J. C. und seines Pflegesohns.) Parma zieht nächste Woche nach Frankreich ; Beruhigung der Meuterer durch 1 Million Dukaten. Kgl. Regelung der Kommandos für Parmas Abwesenheit (Mansfeld Gouverneur der Niederlande u. s. wj, nach aufgefangenen Briefen. Nachrichten vom französischen Kriegsschauplatz. Vorbereitung der Belagerung von Rouen. Ungewisse Nachrichten von einem grossen Sieg des Königs; sie stammen aus Antwerpen und „de la Pre, agent des Estatz des provinces unyes", hat bisher nichts davon gemeldet. „Depuys le XXIIII" de septembre, qui fust ma premiere ä V. Alt., j'ay tousjours continue' d'escripre ä V. Alt. chacque sepmaine, horemis seulement le XXH e du mois present, en la quelle sepmaine du tout rien ne s'est presente qui meritoit de prendre en la main la plume; mais environ le mesme temps avons icy receu les tristes nouvelles de la mort du prince electeur de Saxe, et bientost apres, que V. Alt. estoit aussi fort malade et mesme empoysonnee, qui m'a donne un tel ennuy au coeur que peu s'en a fallu q'une apoplexie ne m'aye saysie, qui a este le jour d'hyer; ä quoy a aussi fort ayde qu'au mesme jour d'hier j'ouy soubs mains un bruyt qu'on n'avoit pas encore trouve le roy depuis la susdicte bataille et qu'onl'avoit cherche entre les morts. Pour dieu, que V. Alt. me face ceste faveur de m'escripre, com- ment eile se porte et si eile a receue ma lettre du premier du present mois." [Zettel:] „Monseigneur! Je ne puys obmettre d'adjouter encore ce poinct, que tout le monde donne icy une compagne ä V. Alt., les uns mad lle Sabina d'Egmont, les aultres (apres annum luctus) la princesse et vefve douagiere du feu prince electeur de Saxe, 1 et tiennent pour accorde le mariage de vostre nepveu prince et conte Palatin Frederich avec la fille du duc de Prusse, quant aultres me diroyent, que de tout cela n'en est rien. Je ne scay, ä qui je debvroy croire, jusqu'ä tant q'un ciffre ne m'otte la doubte et lequel je ne reveleray a homme qui vit sans conge de V. Alt." Mb. 88j7 f. 10. Eigh. (pr. 13. Nov.) 1 Letzteres eine höchst naive Kombination; vgl. S. 317 A. 2. Sabina von Egmont, Tochter des berühmten Lamoral, vermählte sich 1595 mit dem Grafen Georg Eberhard von Solms-Lich (Ersch und Gruber I. 31, 267). 648-650. 1591 587 648. Arnim und Distelmeier an Johann Georg v o n 29 - Oktbr. Brandenburg. . Dresden . . . . L. Wilhelms Gesandte hatten beim Herrn Administrator an Statt J. G. Audienz; sie ersuchten neben der Kondolenz und Entschuldigung, „das E. Ch. Gn. dahin sehen wolten, weil der verstorbene churfurst es in kirchensachen christlich und guet gemeinet und den exorcismum als in gottes wort nicht gegründet abgeschaffet, das die angefangene expurgatio fermenti et sordium papisticarum nicht gehindert werde.' 1 Der Administrator Hess durch sie antworten, zweifellos sei es vom Kf. gut genug gemeint, aber nach der gemeinen Landesklage von den Dienern missbraucht worden; die Vormünder würden für das Beste der Religion, der jungen Herrschaft und dieser Lande sorgen. Pf. Karl, Gesandter des M. von Ansbach, wies den Administrator im Privatgespräch darauf hin, „das man den angezündeten kirchenbrand wieder stillen muge." Auch in der Werbung von L. Ludwigs Gesandten fand sich die Erinnerung, „das man den Calvinismum nicht zue weit wolle lassen einreissen." .... Man hat zwei Schreiber des Kanzlers, einen der Zindelinus, aus des Kanzlers Haus geschafft und ihnen befohlen, sich bis auf weiteren Bescheid in einer Herberge zu verhalten und des Kanzlers zu äussern. . . . Berlin, It. XLI. 18a. Or. 649. Landgraf Wilhelm an de Fresnes. 29.0ktbr. Kassel Zeitungen von einem guten Mann, u. a. der K. habe ein Sehr, aufgefangen, worin Lothringen Mayne zur Aussöhnung mit dem K. ermahne, widrigenfalls er selbst zur Rettung seiner Lande auf Frieden mit dem K. bedacht sein müsse. Ob dies richtig? . . Hört von einer vornehmer Person, Parma sei eilends nach Frankreich erfordert und habe pro impetranda victoria eine Wallfahrt angetreten. „Es ist aber ein alt Sprichwort, das das katzengebet nicht gen himmel gehe." P. S. Neue Zeitungen, kaum glaublich, hofft aber, Gott werde sie bald wahr machen „oder durch andere wege seine Christenheit von der greulichen tyrannen wueten und verfolgen gnediglich erretten." Sichere Nachricht aus Baiern, dass Eckenbergs Kriegsvolk, dem Baiern sowie Pfalz, Sachsen und Brandenburg den Pass verweigerten, wieder nach Böhmen und Schlesien zurückgezogen ist..... Marb. Frkr, 1591. II. Cop. 650. Johann Casimir an seine Tochter D oro thea. 2. Novbr. „Mein vaterlichen gruss zuvor. Fr. herzliebe dochter! Demnach ich dise gewisse gelegenheit gehabt, so hab ich nicht under- lassen wollen, dir dis brieflein zu schriebeu [!] mit begeren, du wollest mein fr. liebe frau mutter und ganze geselschaft von meinet 588 1591 550—551. wegen grussen und mich entschuldigen, das ich ir L. nit geschrieben hab. Verhoff zu dem lieben gott noch bei ir L. die Martinsgans zu essen. Darumb wollest du dich befleissen, damit solche wol feist werde und du dein meisterkunst beweisen kannst sowol auch mit deinem studieren. Und wen du bestehest, will ich dir ein westerweldische kirben mitbringen. Hiemit z u einer glucklichen bald zusamenkunft dem almechtigen in sein gnedigen schütz bevelen [!]. Datum in eil den 2. Novembris anno 1591. Dein getreuer vater alzeit J. Casimir etc." Zerbst. Eigh. 7. Novbr. 651. Johann Casimir an die Landgrafen Wilhelm, Heidel- Ludwig und Georg. r S (Werbung und Beantwortung de Fresne's. Die von England verlangte Belagerung von Rouen. Für den Fall einer ernsthaften Be- drängniss des Königs ein Naehzug zu betreiben. Schlagt Konvent der Räte vor.) Werbung de Fresne's nach Ueberreichung eines kgl. Sehr, aus Sedan vom 20. Oktober: 1 Dank und. Bericht über den Zug des deutschen Kriegsvolks; die K. von England habe den K. unter der Drohung, sonst die Hand ganz von ihm abzuziehen, zur Belagerung von Rouen gezwungen; ein Misserfolg würde den Abfall der papistischen Ritterschaft vom K. und die Auflösung des ganzen Heeres nach sich ziehen ; daher möchten die Fürsten auf Erhalt- tung der jetzigen Truppen sowie auf einen Nachzug bedacht sein uud ausserdem Anhalt u. a. deutsche Obersteu schriftlich zum Aushalten trotz des Ablebens des Kf. von Sachsen ermahnen. Antwort : die Belagerung Rouen's, dieses starken Nests, „wie es uns gerümbt und wir hievor selbst gesehen," hat schwere Bedenken, doch wird die K. von England gute Gründe dafür angebracht haben; der König könnte übrigens nach Einschliessung der Stadt mit Blockhäusern und Schanzen einen Teil des Kriegsvolks zu Streifzügen gegen den Feind gebrauchen; England und die Ritterschaft werden den K. nicht verlassen; für das jetzige Kriegsvolk möge der K. Geld zusammenbringen, ohne welches auch ein Nacbzug nur schädlich sein würde. Das Sehr, an Anhalt u. a. 1 Sehr. Heinrichs IV. an Würternberg vom 10./20. und 16./26. Okt. Lettres miss. III, 502 f; 505; an Johann Georg von Anhalt 10./20. Okt. bei Beckmann II, 303; an Landgraf Wilhelm, 10./20. Okt., Marb. Frkr. 1591, IV, eigh.; letzteres überschickte de Fr. durch Bongars, da er selbst durch eine Einladung J. C, für den er auch Sehr, hatte, an der Reise nach Kassel verhindert worden sei; der K. stelle aber L. W. an Klugheit und Erfahrung weit über die andern Fürsten (de Fr. an L. W., Frankfurt 27. Okt., Marb. ebd. II, Or.). Die eigh. schriftliche Werbung Bongars, Kassel 1. Novbr., erwähnt u. a., der K. bestelle de Fr. als seinen „legatuni perpetuum" bei den befreundeten R. Fürsten. L. W. Antwort, 3. Nov., lehnt die Besorgnias wegen des deutschen Kriegsvolks ab und berührt die Verweigerung des Passes für fremdes Volk von Seiten der ev. Fürsten sowie die kais. Friedenshandlung. Am 18. Dez. hatte de Fr. Audienz bei Friedrich Wilhelm von Sachsen (Schulenburg und Barth an Kf. Johann Georg, Naumburg 18. Dez.). 651-653. 1591 589 Obersten 1 wurde dem Gesandten zugestellt. Zur Förderung eines Nachzugs erklärte er sich zusammen mit andern Fürsten, aber nur für den Fall einer ernstlichen Notlage, bereit. In der Tat hat der K. sowohl in der Religion als in der Succession eine gute Sache, an der auch Deutschland, zumal den weltlichen Fürsten viel gelegen ist. Gegenüber der Bekämpfung des K. dnrch den Papst, Spanien u. a. könnte man über die Erhaltung des K. auf einer Versammlung der Räte verhandeln lassen. Marl). Frkr. 1591. II. Cop. (pr. Kassel 7. Jan.). 652. Hat von diesem nicht Philipp von Pfalzgraf Reichard an Ludwig von Wtirtem berg. Pf. Georg Hans beschwerlichem Haushalt bisher mit handeln können, da sie den B. von Strassburg mit Hanau und mit den Kapitularen im Bruderhof zu 29. Novbr. Lützel- stein vergleichen suchten. Stuttg. Pfalz. 14c II. 653- Alexander von Parma an König Philipp II.» 4. 14 (Werbungen und Beantwortung des veldenzischen Gesandten Taxis im j) ez b r März und Dezember. Das Projekt der Auslieferung von Metz an D Spanien. Georg Hans und J. C.) Brüssel „Sire. Au mois de mars dernier George Jehan Palatin du Rhin conte de Deuueldens [!j m'envoya dir.e par Godefroy de Taxis son conseillier entre aultres choses, qu'il avoit traicte" et convenu avecq les gouverneurs de la citadellc de Metz pour mettre en rnains de V. M" 5 la dicte citadelle ensemble la ville avecq l'artillcrye,pouldres, balles, grains, vivres, armes et generalement touttes provisions et muni- tions des dictes ville et citadelle moyennant quelque somme d'argent, me demandant, si je ne le trouverois bon,etsijelepouvoisasseurer que 1' argen t seroit furny. Et cognoisant l'emport del' affaire etcom- bien teile place pourroit servir non seulement ä la seurte de Luxem bourg et d'aultres frontieres, mais aussi ä l'avanchement du dessein de la saincte ligue, jeluyaydit qu'il povoit ce faire selon l'extraict quej'ay joinct icy, 4 de maniere qu'il avoit continue 1 Das Sehr., vom 7. Nov., liegt bei. Am 23. Nov. ersucht de Fr. aus Ansbach L. W. das Sehr, an die Fuhrer des deutschen Heeres gleichfalls zu unterzeichnen; M. Georg Friedrich habe ihm geraten, da das Testament Kursachsens noch nicht eröffnet sei, von hier nach Stuttgart zu gehen (Marb. ebd. Or.). 2 Vgl. Meister S. 405 ff. 3 Vgl. No. 515. 4 Beil. ein chiffrirter Zettel: „Extrakt de la responce donnee au conte de Vueldens an mois de mars 1591. Le contenu en cestuy article" u. s. w.; vgl. No. 515 (S. 493 f.). 590 1591 653< ceste negotiation, m'aiant presentement renvoyele dict de Taxis me dire qu'il estoit d'accord. Et comme Dezember je me partois pour France, j'ay donne Charge au Brüssel conseiller d'estat d'Assonleville de traicter avecq luy, comme il auroit faict l'an passe. Auquel le dict de Taxis a declaire que le dict duc son maistre avoit convenu et arreste avecq le dict gouverneur nomine Cebolle, 1 qui est Gascon natif (comme il estime) de Baionne, aussi pour son fröre puisne, aussi nomme Cebolle, lequel commande en la cite comme l'aisne en la ci tadeile, et ce pour le pris de deux cens mil florins d'Alemaigne de quinze basses le florin, que viendroit ä l'escu d'or cent trente trois mil escus ou environ somme ä la veritepetitte,si l'on considere l'e m port de l'af faire, disant le dict Taxis que la seule artil- lerye et suytte avecq les armes, munitions et pro- visions de guerre vaillent beaucoup plus. A l'oc- casion de quoy j'ay dict que j'en advertirois incon- tinent V. M tö pour entendre sa volonte et pour fere pourveoir promptementles deniers, si eile le trouve bon, exhortant cepandant le dict duc de entretenir sa negociation. II me dict de plus que les diets deux oommandeurs freres se portent comme catholiques et qu'ilz sont mal avec le dict Biarnois, duquel ilz se döfyent, mesmes ne laissant aucuns de ce costel- lä entrer en la dicte citadelle. Au contraire le dict capitaine a laisse entrer le dict Taxis en icelle, qui dit avoir visite comme Aleman le tout. Si l'on y •veult entendre, je donneraybon ordre quil n'y ait ung arriere-traict et que le tout soit bien asseure, devant que les derniers soyent furniz, afin qu'il n'en adviene aucun fourcompte. Et seront contens moyennant bonne asscurance ne toucher argent que la tradition et 1 i v - rance de tout ce que dessus ne soit furnye. Mais surtout qu'il sera besoing user de celerite et battre le fer (comm'it dit), pendant qu'il est chault, craindantque les dictzCebollesne serapointentavecqledictBiarnois. Le dict duc George a faict aussi traicter avecq moy aultres pointz, sur lesquels je luy ay donne response. II semble avoir bonne voluntt: et les moyens de servir ä V. M tlS , si icelle le veult employer, et est fort mal avecq le duc Cazimirus Palatin du Rhiu. Sur quoy je baise tres-humblement les mains ä V. M t6 , priant dieu qu'il luy doinet, Sire, en parfaitte sante tres-longue et henreuse vie. De Bruxeles, le* de decembre 1591." 2 Brüssel, Papier« d'Etat et del'Audicuce Nr. 190 f. 1GC ff. Cop. * Das Datum oben am Rand beigeschrieben: „14. 10 bre 1591". 1 Sobolles; vgl. No. 443. ' Diesen chiffrirten Briefentwurf schickt d'Assonleville an Parma, mit einem ebenfalls zum Teil chiffrirten Sehr. Brüssel 4./14. Dez., 654-656. 1591 591 654. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea. 5. Dezbr. Heidel- „F. herzliebe dochter! Ich fuge dir zu wissen, das ich hin ber S un d wider nach dem ritter Nicolai ausgesant, aber nirgens als zu Coln angetroffen; ligt an dem ciperle krank; hat sich entschuldigt und mir doch zuendpoten, er wolle jemands senden. Ich besorg aber, es [!| wurd sein gesandt schwerlich zur zeit schicken können, dan der Rhein sehr mit eis gangen ist; er wurd kunst wissen, damit sein knecht zu rechter zeit erscheinen wurd. Hiemit gott bevolen. Deine gruss hab ich vermog deins schreiben allenthalben zum besten verriebt; tun sich alle bedanken, wünschen dir alle suts und alle wolfart. Datum Heidelberg den 5 ten x bris ao. etc. 91. Dein treuer vater weil ich lebe. Ich will dich zur rechten zeit abholen lassen, damit du dein christkindlein und neuen jar nit verseumest. Hiemit nochmals gott bevolen. J. Casimir." ZerbBt. Eigh. 655. Ben no nius an Pf alzgraf Phili pp Lud wig. 10. Dezbr. Köln .... Von vornehmen papistischen Leuten wird ausgegeben : „das Imperator und Hispanien die Verheiratung mit freulein Sybillen und Imp. [unleserlich] verbanden haben, der alsdann auch als stathelder der furstentumben das haus Gulich bewohnen solle. Es kommen taglichs viel posten zu unserem legato apostolico, derowegen ungezweivelt wunderliche saiche aufhanden sein muissen. 1 Mo, Neub. Korr. I. Eigh. (pr. Neuburg 17. Dez.) 656. Markgraf Georg Friedrich an Johanu Casimir. H. Dezbr. Ansbach Auf J. C. Sehr, vom 5. Dez. 2 Hat die vertraute Verständniss, besonders wenn sie alle evangelischen Fürsten umfassen würde, für worin er erklärt, er habe nach dem ihm durch den Präsidenten Richardot übermittelten Auftrag Parmas mit dem veldenzischen Rat Taxis verhandelt, dessen persönliches Gesuch um „une retenue ou. commission de conseiller de S. M t Beformation in der Lausitz. Befinden des Kaisers.) .... Der vermeinte Bischof zu Meissen muss des Kf. Sohn, der postulirt ist, den Platz räumeu. „Wan es ime nit pesser solt bekommen als seinem bruder der stift Mersenburg, so hets pesser gehaissen: Noli me tangere." Der Bischof, so einer von Lausitz, soll Kanonikus zu Bamberg werden, vielleicht weil er die Con- cordia unterschrieben hat. 2 Wie spöttisch die Calvinisten zu Aachen die kais. Kommissarien abgewiesen haben, wird W. von seinem Bruder erfahren haben. „Die bösen tropfen laufen zue irer religion verwanten oder je ad commune asylum und deck- mantel aller ketzerei, der A. C. nemlich"; sie verklagen den Kaiser und seine Kommissare, so dass Sachsen und Brandenburg sich der Sache (wiewohl modeste) beim Kaiser angenommen haben; die Antwort des Kaisers auf ihr Sehr, ist „zimlich kuel (non enim audemus profiteri, qui simus). 8 . . Ich besorg, wir werden auch in deme, wie in plerisque, wan es lang herumber geht, stecken bleiben und die sach solang hangen lassen,bis der reichstag herbei gehet. Aisdan haben wirs gewiss verloren, und wird Cöln die letzte stat sein, so catholisch pliben, und bald hernach volgen." Die geistliche Jurisdiktion des Bistums Meissen reicht bis in die Lausitz, wo bisher unter der Administration des Archidiakons zu Budisin Joan. Leisentritius »Vgl. I. 233; 286; 290; 299; Schmidt, Dohna S. 30; 32 f; Corresp. de Uranvelle VIII, 620 f. Trotzdem setzten sich die Anknüpfungen mit Spanien 1582 fort; vgl. Br. J. C. I. 418 (S. 556). J. C. Andeutung von einem Geschenk wird bestätigt durch ein Sehr. Champlite's (an Parma?) vom 6. Okt.. 1582 bei Kervyn de Lett- enhove VI, 136 A. 2, worin von J. C. „öftres — de servir Sa M tt " gesprochen wird sowie von einer vom König Beutterich zugedachten Kette; „la dicte chäne n'eat de moindre importance que le present royal qui a este faict ä son maistre". Vgl. auch Corr. de Granv. IX, 255. Dohna in der Selbstbiographie S. 44: „Graf Joban von Nassau der eitere, item graf Ludwig von Wittgenstein schickten den Otto Grünrat einmal zu I. F. Gn. mit vermeldung, es ginge ein geschrei, I. F. Gn. wolten spanisch werden; imo sie kamen selber und besprachen IL Gn. H., aber sie bekamen eine solche antwort, dass sie stillschwiegen und I. F. Gn. nicht weiter importunirten." Grat' Johann nahm „darnach" J. C. Schwester Kunigunde Jakobe zur Gemahlin. 2 Vgl. Bot tiger-Flathe, Gesch. von Sachsen IP,37 f. Christians Bruder Alexander, 1561 Administrator zu Merseburg, starb 8. Okt. 1565. B. Johann (Haugwitz) von Meissen resignirte am 20. Okt. 1581. 3 Vgl. I. 306 A. 2. 24*—26*. 1581-1582 667 die katholische Religion erhalten wurde. ,,Itzo post factam postu- lationem ist sein administratio expirirt und unternimpt sich Saxen die kirchen daselbst zu reformiren und praedicanteu dahin zu setzen oder je dieselben, so da sein, für seine consistoria zu zihen. Das mocht in kurzem ein zimliche irrung zwischen I. Mt. und dem churfursten geben. 1 Ich denke aber, man wird im anfang gemach tuen und diese land, so one das zum abfal geneigt, algemach den wortsdinern untertenig machen, ehe wirs gewahr werden; alsdan wan wir weren werden wollen, wurd es zu lang gewart sein." . . Der Kaiser ist seit einigen Tagen im Garten spaziert und wohlauf, will nach Brandeis und sich wieder sehen lassen. Mc. R. Rel. Acta 1576—93 Bd XL. Eigh. 1582. 25*. Khevenhüller an den Kaiser. 21. Mai Lissabon Vor etlichen Tagen hörte er bei Hof einen, der mit ,' der Kaiserin dorther gekommen, öffentlich unter vielen in der Kammer sagen, „er habe von E. kais. Mt. hof schreiben gehabt oder gesechen, darin begriffen, das der bischof von Münster' luterisch worden sei und das der churf. von Cöln ihm zu volgen nicht in geringer gefahr steet. War nicht guet, mich deucht aber, do dem schon also, man solle auf dergleichen orten nicht so laut davon schreien". 3 .... Nürnb. Germ. Mus, Cod. 4961 x T. III. 182 f. Cop. 26*. Khevenhüller an den Kaiser.* 12. Juni (Römische Königswahl auf F.rzh. Ernst zu lenken; der Rat des Kf zu Sachsen einzuholen, dem die übrigen Kif. folgen werden. Alengon's Umtriebe. Kb. hält eine Scheinabtretung von Böhmen an Erzh. Ernst für unratsam und empfiehlt ein jährliches Deputat mit spanischem Zuschuss. Die Nachfolge in Brabänt steht der ältesten Infantin zu.) „über das, so E. kais. Mt. mir der reichssuccession halben in allergenedigsten vertrauen in zifer zueschreiben lassen, hab ich mit der kaiserin und 1. Mt. mit dem König weiter tractiert, geen sumariter dabin, das unangesechen E. kais. Mt. jung und stark sein, auch derselben verhoffentlich succession nicht manglen werd, sollen 1 Vgl. dagegen I. 303; 312. 2 Der Administrator Johann Wilhelm von Jülich; vgl. Lossen II, 548 f. 3 Vgl. hiezu I. 326; 333; Lossen II, 72 f; Bezold, Kaiser Rudolf IL und die heil. Liga S. 41. 4 Vgl. hiezu I. 304; 363; Stieve, Verhandlungen über die Nachfolge S. 5; Bezold, Rudolf IL, S. 8 f; 22; Zöchbaur, S. 23 f. 668 1582 26* 12. Juni si doch nicht underlassen, zu merer Sicherheit die Sachen dahin zu richten, das sichs auf erzherzog Ernst gedeie und bracht wer, 1 und sollen, ob änderst möglich, auf solche mitl und weg hierin (zu facilitierung diser Sachen) bedacht sein, das I. Dt., do chur- und fursten auf si gingen, das Unvermögen der königreiche und landen darvon nit abhielt, und damit E. kais. Mt. künftigen leibs- erben die abtailung irer jetzt habenden königreich und land auch nicht prejudiciere oder aber ihnen ir ius dardurch begeben wer, sich mit gedachten iren herrn bruedern dahin zu bereden und zu vergleichen, das, do E. kais. Mt. schon I. Dt. dergleichen was zu erhaltuug habender pretension versprochen, so solle es doch mer ain scheinhandlung sein als das E. kais. Mt. verobligiert warn, solches zu volziehen. Ferrer vermain baid I. Mt., weil si der churfurst von Sachsen jederzeit gegen E. kais. Mt. und irem hochlöblicheu haus freundlich und wol gewogen erzaigt, das si mit ihm (sovern sie änderst tuelich achten) vertreulich daraus tractierteu und seines rats hierüber pflegten, aus dem I. Mt. vermain, do man hochgedachtes churf. von Sachsen consens hierin hette, die übrigen werdens nicht weigern, in anregung es wol sovil und mer inen als disem haus zu fromen käme. Neben disem hat auch I. kais. Mt. ad partem gegen mir vermelt und gesagt, ich solle E. kais. Mt. zue disem auimiern, und das si in alweg ehe auf erzherzog Ernst als auf kainen andern ires haus, er sei gleich wer er well, gen wellen; und ihm wer geschriben, das Alenzon hierin alle pöse und disem haus widerwertige offitia zu tuen nicht feier, zu sechen, ob er dardurch das wasser auf sein mül ziechen kin." Wollte überdies sein Bedenken ad partem, obwohl unbefragt, dahin abgeben, erstens dass er nicht wisse, ob eine Abtretung von Königreichen und Landen, besonders Böhmen, „daher es fur- nemblich", ob nun zum Schein oder anders, „beschechen müest", die Untertanen zugeben würden; seines Erachtens wäre das beste Mittel, wenn die Succession ohne Königreiche und Lande auf Erzh. Ernst zu bringen wäre, ihm ein jährliches Deputat zur Unterhaltung seiner Würde zu setzen und, falls der Kaiser hiezu nicht mit dem Seinigen ausreicht, den König zu einem ansehnlichen Zuschuss zu verobligiren, da diesem und seinem Haus eben so viel wie dem Kaiser und seinem Haus daran gelegen ist, dass die Succession nicht davon komme- Ist von einem guten Ort verständigt worden, „das successio Brabantie imediate der öltern des königs tochter ist und das hierin der prinz aus Hispania durchaus nichts zu schaffen hat noch ainige zuespruch haben kin. Dises aber ist ain materi, die bei jetziger heirat traetation, so unter handen, nicht beruert werden inues; nach efectuierung derselben aber haben E. kais. Mt. alsdann Obligation, auch das, was ir und der irigen ist, zu suchen. Da 1 Kh. hatte schon am 20. Febr. 1581 den Erzh. Ernst selbst aufgefordert sich angesichts der Schwachheit des Kaisers zum römischen König wählen zu lassen (Nürnb. ebd. III, 108 f.). 26*—28*. 1582 669 entzwischen mues man nun vleis furwenden, wie der jetzig posedierend nachtpaur dort weck zu bringen sei." Nürnb. Germ. Nat. Museum. Cod. 4961 x Bd. III f. 192 f. Cop. 27.* Antonio Possevino an den Kardinal von Com o. 1 14. Juli Augsburg Wartet auf die Antwort des Kaisers in der polnischen Sache und hofft in 2 oder 3 Tagen abreisen zu können; „fra i quali non so, se mi verrä fatto di parlar col s r duca di Sassonia, havendo io occasione da alcune nobile Sassone, che disidera esser liberato di Moscovia, di tentar qualche attacco col detto principe, lasciato per hora a parte le cose della religione. Et come a tentar questo sono concorsi i pareri dell' Imperatore, di mons re ill mo legato et di alcuni altri principali, cosl l'haver io saputo ch'il re di Polonia scrivendo al duca di Sassonia interno le cose della pace fatto col Mosco, gli fece di me relatione non senza segno di amor verso noi altri, mi hanno dato qualche animo, se bene poco spero. Fra questo mezo V- S. Ill ma si degnerä vedere quel che fü resposto hieri dal Sassone circa questo. Et mi sono offerto di andar a S. Alt. vestito in habito di viandante et del modo et tempo che giudi- cherä convenir". Rom. Nunziatura di Germania 93, 496. 28.* Possevino an den Kardinal von Como. 28.Oktbr. 7. Novbr. Erzh. Ferdinand „molto attentamente mi interrogö delle cosej nüg i, ruC )j di Sassonia, si come l'altre volle udire. Io dunque mostrandogli, che sarebbe caro a S. B ne , se per conto di quell' ingresso fatto col duca di Sassonia mi potesse dare qualche luce, et se haveva alcuno confidente presso quel principe, et anco dimandaudogli, come si sosteneva la lega di Baviera et di altri principi con seco, anchorche vi fussero le cittä di Augusta et di Norimberga unite con loro, mi fece varii ragionamenti. Disse, che mai S. S ta non l'haveva impiegato o non gli haveva commandato cosa alcuna per servitio di dio o di santa chiesa, ma che quando lo farebbe, vi porrebbe la vita, et altre belle et (como mostrava) efficaci parole. Mi diede in iscritto alcuni capi di quel modo di lega et durevole et difensiva et facile; di che poi a suo tempo forse scriverö (se bisogna) a V. S. IU ma . Mi informö delle coso di Sassonia, dicen- domi che con quel principe trattava le sue cose per mezo del dottor Paolo ch'e ministro del Sassone, et dandomi varii ragguagli non iuutili; del resto mi fece ragionare col s r cardinale suo figliuolo". („Di Ispruch, il VII. di novembre secondo il vero calendario 1582".) Rom. Germania 93, 533 f. 1 Vgl. I. 418 A. 18; Bezold, K. Rudolf S. 29-f; Pierling Bathory et Possevino (Paris 1887), S. 134. 670 1582 29*—30*. 14.Novbr. 29.* Heinrich von Bremen an Kurfürst August. auf Haus „Böeck" Seine bisherige Verwaltung in Osnabrück und Paderborn. Hat jede durch den Tod eines Papisten erledigte Stelle mit einem Geistlichen der A. C. besetzt, trotz der Klagen der Kapitularen, da die Mehrheit der Ritterschaft, Laudschaft und Städte auf seiner Seite steht. Nun dringen die Kapitularen darauf, er solle der Kapitulation gemäss sich die päpstliche Konfirmation verschaffen, was ohne Verletzung des Gewissens nicht geschehen kann. Ist überzeugt, dass Praktiken dahinterstecken; verlässt sich auf die Ritter- und Landschaft, muss sich aber wohl vorsehen, „darumb das leichtlich unser iutent zu merken, wan die andere bewuste handlunge ausbrechen wurde". Bittet um Rat und für den Notfall um Beistand. Dr. 8927. Köln. Sachen 1, Buch. Or. 30*. Kaiserliche Zusammenstellung der Verhandlungen über die Freistellung im Jahre 1582. „Freistellungshandlung aufm reichstag zu Augspurg. 25; Martii anno 1582. Freistellung im reich, hat elector Moguntinus erinnert, was beim reichstag anno etc. 1576. desswegen movirt und tentirt worden, mit pitt, solches zu unterpauen. Conclusum : Mainz zu vermahnen, das er bei etlich fridliebenden graven und dem churf. zu Cöln, welcher den Freystellionisten nicht unge- naigt,* auch sonsten, wo er kunt, unterpaue. Item wolle Caesar auch bei Sachsen und Brandenburg tuen lassen. Scriptum est Saxoni, was für gefahr auf der freistellung beruhe; er wolle darvor sein und beim religionfriden und Max. Secuudi decret* ver- plaiben.' Item ist von erzherzog Ferdinanden bericht und gut- achten begert worden. 7. Aprilis. Dux Juliacensis admonuit die practiken, so der freistellung halben fürgehn. Eidem scriptum: weil er zweifeis ohne wiss, wer die ding treib, soll er seinen bericht und gutachten geben. 13. Aprilis. Declaravit se elector Saxoniae,* das er darzue nicht helfen, sondern alle neuerungen, sovil an ihme, verhüeten wolle. Actae suntgratiae, admonendo, das er auch mit Brandenburg handeln wolle * Am Rand von anderer Hand: „NB! Max. 2 di decretum." 1 Vgl. Hansen, N. B. III. 2, XX ff. 2 Es ist dies der früheste mir bekannte Vorwurf gegen Kf. Gebhards kirchliche Haltung von katholischer Seite, nachdem er durch sein Auftreten auf dem Kölner Friedenskongress 1579 alle ursprünglichen Besorgnisse vor seiner Hinneigung zu den Evangelischen entkräftet zu haben schien; vgl. Lossen I, 648 ff; 673 ff. 3 Ueber die kais. Dekrete vom 25. und 27. August 1576 vgl. Hansen a. a. 0. S. XXXI. 1 Vgl. I. 364 A. 4 (mit irrigem Datum); Lossen II, 16. Der Bericht des kais. Gesandten Lobkowitz vom 10. April (I. 336) erwähnt von dieser Erklärung noch nichts. 80* 1582 671 14. Maii. Retulit dominus Curtius sein handlung in causa freistellung mit Mainz und das der churfürst derselben gar zuwider seic. Idera hat auch überschickt, was die ritterschaft im reich, so derhalben zu Mergethaim versambelt gewesen, fürgehabt. Electori scriptum : sich in gehaimb zu erkundigen, was der ritterschaft schluss sein werde; er wolle auch verhüten, das solcher articul nicht movirt werde. 1 8. Juni. Misit archidux Ferdinandus in negotio der freistellung sein gutbedunken. 2 12. Augusti, in ipsis comitiis. A. 0. verwandte obtulerunt supplicationem pro se et inter- cedendo pro aliis in causis: 1) Ortenburg contra Baiern. 2) Contra Gmind. 3) Contra Bibrach. 4) Pro ritterschaft im Stift Fulda- 5) Pro stat Fulda und Oriss [!]. 6) Iidem petiere, ihre religion von ratsämptern nicht auszuschliessen; 7) in causis reli- gionis baider religion commissarios zu deputirn; 8) mit den camerrichter und praesidenten unter baiden religionen abzu- wechslen. 8 1)* Communicatum Bavaro. 2) 3)* Baider statt bericht fOrgehalten. 4) 5)* Commissariis Fuldensibus umb bericht. 6)* Quia ad causam Fuldensem pertineat: Caesar konte statten, so alte privilegia und statuta haben und alda ain ainige religion herkomen, darwider nicht beschwären. 7) Quando Caes. M taa in talibus locis ex officio agit, wöll man kain andere commissarien ordnen; wo aber baide religionen herkomen und im schwung gehen, wissen I. M* sich wol zu halten. 8) Indicatum: Caesar habe schon ain camerrichter verordnet, damit menigelich werde zu- friden sein künden; weil fürkommen, das Confessionistae dergleichen ding bei den geistlichen ständen auch gesucht uud dieselbe ihnen berait ain antwort geben, soll dieselbe zur hand gebracht und abgehört werden. 18. Augusti. A. C. verwandten per D. Pastor pfalzgravischen canzler solli- citarunt responsum super gravaminibus a se exhibitis, dicendo, das si noch mehr beschwarungen fürzubringen in bevelch haben: 1) das die von Aach sich wider den rat daselbst gesetzt und sich gar ungebürlich, trutzig und fräventlich erzaigt; 2) das dicta causa Aquensis nicht werde für die stand geben oder commissarii utriusque religionis verordnet; 3) das Colonienses contra Augustanos und derselben ausschaffung edicta ausgehen lassen; 4) das 150 untertonen zu Perssfeldt ratione religionis vertriben worden. Petierunt abstellung. 4 * Am Rand: „Ortenburg". * „Gmind. Bibrach." * „Fulda ritterschaft. Commissarii utriusque religionis.' * „Exclusio ab officiis." 1 Vgl. I. 352. ' Vgl. Hirn II, 130. 3 Vgl. I. 378; 380 A. 1. „Oriss" für: Geias. * Vgl. I. 378 A. 2. „Perssfeldt" für Eichsfeld. 672 1582 30.* Communicetur Catholicis umb ihren bericht und gutbedunken et interim ad prima gravamina mit der antwort inzuhalten. 25. Augusti. Exhibuerunt die stand über der reichsstett gravamina 1 ihr gutbedunken. Eodem sein auch Confessionistarum alt und neu gravamina verlesen worden. Videatur responsio. Prima Septembris. Dedit elector Moguntinus gutbedunken super gravaminibus civitatum, di cendo, das der sach durch ein urkund zu helfen sein möchte, cuius vigore si für stand des reichs erkant und der reichs- constitution des religion- und propbanfriedens vähig sein solten.' 13. Septembris. Replicarunt Confessionistae ad responsum Caesaris, exhibentes duos novos articulos: 1) den untertonen den auszug in ihr willkur zu setzen ; 2) die A. C. in allen stötten freizulassen. Dis begeren belange alle stand und den religionfriden; darinnen künden I. Mt. nichts verändern oder declarirn; ergo pleibe es darbei. 14. Septembris. Relatum fuit per dominum vicecancellarium, was der Regens- purgisch gesandt mit ihme vertreulich geredt, exhibendo notulam, was für artikl die stöt irthalben im reichsabschid inserirt oder doch saltem ein decret a Caesare haben wollen: 1) ut in causa Aquensi commissarii utriusque religionis deputentur, simulque im abschid bekennen: das die reichsstöt stand des reichs, sowol als andere höhere stand auch des religion- und prophanfridens vähig sein, desselben geniessen und darwider nicht beschwärt, ihnen auch, wo si beschwärt, in camera process erkant werden sollen; 2)dasl.Mt. ihnen ain recognition geben, das si ihr hilfen nicht aus schulden noch von der höchern stand und mehrern stimmen geben, sondern aus freiem mitleidlichem Willem, und das si an der andern vota nicht gepunden seien. Quia civitates cum Caesare captiose agant und I. Mt. solche ding zuemueten, die in dero macht nit stehen, auch anders nichts suechen, das ihnen in reichsstötten aller gwalt, sonderlich in religionsachen zustehn solle nicht weniger als chur- und fursten in landen: Ergo weils ain sorglich zumueten, damit gar laute umb- gehen, sollen der drei geistlichen churfürsten rät darüber mit ihren bedenken gehört: 1) ob man etwa allain ad inquirendum commissarios utriusque religionis ordnen möchte, qui referrent, und I. Mt. die decision vorbehalten. 2) Quoad allegatam recogni- tionem, quia plena praeiudicii sit, solten der churfürsten rät alle darüber vernomen werden. 14. Septembris. Confessionistae replicarunt; quae lecta Caesari, mit dem darauf verfassten concept. 8 i Vgl. I. 395. 2 Vgl. hiezu I. 407 A. 3. s Vgl. I. 408. 30*. 1582 673 16. Septembris. In causa reichsstöt freistellung exhibitura fuit gutbedunken vom herzogen in Baiern. Item relatum, was der Bairisch mit herrn reichshofvicecanzlergeredt, dissuadens nimirum omnino, den stöten ain sonders decret zu geben.* Solches werde nichts anders als nova spes der freistellung sein und ain grosse consequenz machen. Putatur: mit Nürnberg und Augspurg zu handien und si abmahnen. Couclusum eodem die: Ihnen kain decret zu geben, sonderlich weil si darumben weiter nicht anhalten. In eadem causa exhibita fuit der churf. rät bedenken, dissua- dentes, ain recognition von sich zu geben, dicendo, das die statt irer protestation widern abschid nicht ursach haben. In causa Aach: duplices fuere opiniones; ecclesiasticisiquidem stellen es I. Mt. haim, seculares urgent commissarios utriusque religionis. Placet in puncto, das kain recognition zu geben, weil der abschid und I. Mt. vorige erclärung urkund gnug seien. In se- cundo ratione commissariorum utriusque religionis disputatum diu hinc inde, ob ad praecavendas protestationes et contentandos aliquo modo Confessionistas deputatio commissariorum utriusque religionis saltem ad inquirendum nicht gut wäre. Putatum quidem, man solt ihnen willfahren, weil baides der stött und fürsten rats widerspenigkait und protestationes darauf beruhen. Sed quia ad summam offensiouem Catholicorum res cederet et praeterea varia pericula verenda, auch Confessionistae mit der commission ad inquirendum nicht zufriden, sondern auch handien wollen, so ist letztlich dis mittel fürgeschlagen worden, das I. kais. Mt. bei voriger resolution verpleiben, das si nämblich die sach selbst bandlen und wo hernach von nöten sein wurd, commissarios verordnen wollen, darob sich niemand mit fugen zu be- schwären; darbei es auch gelassen worden. 1 17. Septembris. 1) Confessionistae exhibuerunt consiliariis secretis abermalen ain schrift, petentes beschaid auf ihr vorige replicam. 2 In causa Aquensi commissarios utruisque religionis deputari, qui audiant et de cidant causam; mit etlich mündlichen persuasionibus, warumben I. Ml. nicht ursach, den weltlichen churfürsten dis bedenken abzuschlagen ; werde zur vertreulicheit dienen und econtra allerlei diffidenz verursachen, auch I. Mt. selbst der reichssteuern halben unrichtigkait machen. In primo pleibts bei der andern antwort, so berait verfast und in consilio abgelesen worden. In secundo, ratione Aach, der geistlichen churfürsten rät bedenken zu vernemen, mit andeutung, was I. Mt. sonsten für sich entschlossen gewesen." Wh. Reichstagsacten von 1582. * Durch fette Schrift hervorgehoben. 1 Vgl. ebd. A. 1. 2 Vgl. I. 407. Bezold, Briefe des Pfaizgrafen Jobann Casimir. III. 43 674 1583 31*—33*. 1583. 13. März 31.* Khevenbüller an den Kaiser. Alcorcon .... „Aqua se siente mucho la resolucion del de Colonia, y la emperatriz rai senora no poco que vaya alla por legado el cardinal de Austria, suspechando que por esta via se podria encaxar en aquella dinidad [!], porque como madre veria de raejor gana (y con mu- cha razon) colocado alli udo de sus hios; y assi tiene entendido que siendo esto causa propria de V. M ad que no dexarä de tom- arla con las veras que conviene, no perdiendo punto para que se consigua, lo quäl importaria mucho para el servicio de dios, acre- scentamiento desta ser ma casa y raayor descansa della y de V. M ad . m Nlirnb. Germ. Nat. Mus. 4961x III, 250 f. Cop. 22.Apnl 32,* Johann Casimir an König Friedrich von Kaisers- -p. „ , lautern ' Dänemark, Kölnische Sache. Beschluss einer Hülfe für den Bischof von Seiten der nächstgesessenen Stände A. C. Kurpfalz hat Geld vorgestreckt, er auf Bitten des Bischofs und ordentlicher Wahl der Stände sich zur persönlichen Zuführung von Kriegsvolk erboten. Bittet Fr. „gleich andern potentaten" eine namhafte Summe vor- zuschiessen. Konnte leider keinen eigenen Gesandten schicken; Fr, wird durch Sachsen und Bremen ohnedies unterrichtet sein. 3 Kopenhagen. Job. Casimir. Or. 25. April 33* Khevenhüller an den Kaiser. Madrid . . Hat des Kaisers Aufträge in der kölnischen Sache beim Kg., „wies gravitas negotii mitbracht hat", verrichtet, nachher mit Granvela, „weil ihm dergleichen Sachen all remitiert werden", verhandelt, der sich mehr als der Kg. aussprach und mitteilte, Parma habe schon von hier aus Befehl erhalten, 3 „derhalber er dann bei dem von Cöln solche officia geton, wies E. kais. Mt. ohn zweifl hernach vernomen werden haben, und dergleichen, die E. kais. Mt. andeiten nicht sogar ungleich; da si aber der könig, was und wie vil er zu furfallender notturft in derselben sachen tuen, derzeit declariern soll, das wer seines bedunkens schwerlich beschechen, in erwegung I. Mt. ohne das auf allen orten mit kriegen und grossen rosten beladen und überladen; und weil auch E. kais. Mt. nicht specificiren, was si ihres teils in solchem fall tuen möchten oder 1 Vgl. II. 111; Lossen II, 162 f. 2 Vgl. J. 118; 122; 136; Lossen II, 242; 247 8 Vgl. M. Philippson. Ein Ministerium unter Philipp II. Granvela (Berlin 1895), S. 562 f.; Lossen II, 184. 33*—35*. 1583 675 wollen, und wer E. Mt. in diesem von dem reich dependirenden zuesprengen und helfen wur. Darauf ich ihm geantwort, das si der könig dahin verlasssen mög, das E. kais. Mt. ieres tails alles das, so imer möglich, in dieser sachen, damits nicht den besorglichen und schedlichen ausgang erraiche, ze tuen nicht unterlassen w er; mir zweifle auch nit, es werden etliche wol intentionirte glider des reichs darzu ires tails (wille des pabsts geschweigen, weils causa communis ist) zu helfen nicht unterlassen. Darauf er wiederumben replicirt •" zu'facilitierung I. kais. Mt. begern hette dieses alles specificiert werden sollen; wie dem allen, so welle er seines tails di sachen dahin befurdern helfen, damit der könig aufs ehist darauf antworten soll, verhoff aber, beruerte cöln- ische sachen werde ohne das zu guetem ort komen." . . Niirnb. Germ. Nat Mus. Cod. 2961x III, 25 f. Cop. 34* Possevino an König Stephan von Polen. 26. April Pressburg .... Schickt das Sehr. St. an den Kf. von Sachsen durch dessen hier anwesenden Gesandten „Volfangum Heinlbechium", der in 8 Tagen heimreist; ausser diesem noch hier die Gesandten von Brandenburg und Pfalz „Adamus Sliben et Jo. Fres, 1 . . qui omnes celeribus itineribus nudiustertius miserunt tabellarium ad Saxonem de eo, qui archiepiscopus erat Coloniensis," den aber der Papst seines Amts und Priestertums entkleidet und aus der Kirche gestossen hat. „Caesar hoc non aegre tulit, tum ob manifestum hominis scelus et procurrentem ad turbandum Imperium audaciam, tum quod Carolus Quintus alterum Coloniensem archiepis- copum, qui uxore aeeepta non tarnen tantas exciverat turbas, dignitate locoque movere curaverat. Qua tota in re, etsi putant qui- dara hoc futurum os durius quam quod facile possit arrodi, mirabilem nihilominus, ut Antverpiae contigit, 2 se ostendit deus". . . Rom Germania 0-1, 154 ff. 35-* Ehern an Dr. Johann vonGlauburg. 21. Juni (Anleihe bei Frankfurt; J. C. Eintreten für die Städte auf dem R. Tag. i au j. ern Kurpfalz hat das Seine getan. Die gemeine Sache kommt auch den Sonderinteressen zu gut. Praktiken des Adels. Nachrichten über Bonn, Lüttich u. b. w.) Hat aus G. Sehr, vom 19. die Erklärung Frankfurts auf die Werbung „des von Pfraunheim" [?J ersehen. „Soliche erklerung hette wol besser mögen sein; wir wollen aber die sach dahin richten, das der kreisobriste herzog Reichart und kriegsrete dem rat schreiben, das sie die anlag volgen lassen ; 3 geschieht es nit, werden andere mittel furgewendet werden muessen. Mein herr 1 Vgl. Lossen II, 247 ff. 2 Gemeint ist der missglückte Handstreich Anjou's auf Antwerpen, 17. Jan. 1583. 3 Vgl. II. 108 A. 2; Lossen II, 327 A. 2. 43* 676 1583 35*. 21. Juni hat auf dem reichstag zu Augspurg von wegen der stett allen Kaisers- undank verdienen rauessen und weder kaiser noch andere nechst- lautern verwandte freund in bona causa respectiert; jetz lasset man ine in eadem et publica causa stecken; einer sucht diese, der ander eine andere ausfiucht, damit er die finger nit verbrenne. Werden wir undergedrugt, so haben sich die stett nichts bessers zu versehen. Was den churf. P. anlangt, hat er albereit das seine getan; aber mit der kraishilf kau man ine nit vortbringen, weil er im churf. rheinischen krais allein, und muss 'man disfalls nit auf ine, sondern unsern krais sehen, der sein gelt zusameu getragen und es hinzuwenden, wa es die noturft erfordert. Die geistlichen wollen wir wol zu recht pringen, das sie das irig erlegen. Wollen die Frankfurter der stende gelt, so nit ir ist, uns verhalten und tergiversieren in publica et ipsorummet causa, wissen wir noch weg dasselb herauszubringen. Man solt uns mit handen und fuessen pro conservanda libertate Germaniae helfen; so verhindert man uns, wa man kan und mag, undsiehetein jeglicher auf das schändliche punctum interesse, die Frankfurter auf ire laden und raess; die werden sie, wa sie nit änderst darzu tun, verlieren, da sie doch dieselb, wa sie publicum bonum befordert, behalten und inen und andern helfen wurden. Die bewuste sach in causa nobilium 1 ist an churf. gelangt versehe mich, I. Ch. Gn. werden an die bürg Friedberg und andere desswegen, wie wir auch getan, schreiben; f?] festinanter und sprecht euern landsleuten ein herz ein. [P. S.] Nova pauca habemus. 1) Bonn ist auf ein meil wegs mit kriegsvolk belaegert, kein geschutz, gelt noch überflüssig volk vorhanden. 2) Lutich ist mit irem bischof nit wol zufrieden, wolt ine geren absetzen von wegen voriger neuerungen, so er angefangen anzurichtenMetuit potentiam. 3) Bolweiler und andere sein in kainer Werbung. 4) Unsere schützen sein schon im anzug. 5) Das colnisch ausschreiben soll auch widergedrukt, 500 exemplaria, wie es der churf. begert hat, in [?] durch Matheis Harnisch zugeschickt werden. 3 Ir muesset aber bei D. Schwartzen daran sein, das er bezalt werde. 6. Lassen wir ein feins tractetlin latinisch ausgehen adversus exeommunicationem pape contra Coloniensem, die werd ir bald bekommen. Haec Swartzio et comiti Johanni significate. Aus Niderland hören wir gar [?] nichts. Etliche meinen, Alanzonius sei gestorben. Berlin Bibl. Sammlang Radowitz No. 4862. Eigh. 1 Vgl. II. 174. 2 Vgl. hiezu Lossen II, 290. 36*—37*. 1583 677 gß.* Königin Elisabeth von England an Jobann 1. Juli Casimir. Gn r e °- wicn Auf J. C. Sehr, und den mündlichen Bericht des „s r de Scher" über den kölnischen Handel; 1 bedauert die geringen Mittel für den Krieg, dessen Führung „vous a este commise de l'autorite' du cercle du Rhin", und die Zurückhaltung der Kff. in einer für das Reich, die Religion und die Freiheit so wichtigen Sache; hat diese Erfahrung mit den Fürsten schon zu Lebzeiten von J. C- Vater gemacht, „jaeoit que leur hien particulier y fust plus interesse que le nostre, comme nous l'avons desjä, plus particulierement touche en un'anltre lettre". Da die Fürsten „ne se sont encores de rien advance en ceste cause", die doch „selon ie sens de la raison humaine" mit so kleinen Mitteln gegen so viele mächtige Feinde nicht zu halten ist, „nous estimons, que ne trouveres desraisonnable que facions difficulte de nous y embarquer comme seule, sans espoire de pouvoir rien prouffiter, ainsd'en rapporter nous-mesmes beaueoup de perte et de deshouneur", wärend sie ohnedies so viel Feinde hat und alle ihre Mittel zusammenhalten muss. Wünscht übrigens dem unternehmen und J. C. persönlich alles Gute. Kopenhagen. Job. Casimir. Cop. 37.* Possevino an den Nuntius Bonomi. 29.August Krakau .... „Ceterum quod me summa leticia affecit, id fuit, quod altiores istius amicitiae video radices futuras, quam sperabam, cui rei non minimo fuere commodo sapientes littere, quas IU mus Sa- xonie dux regi huic Ser mo scriptas mihi misit, ut R. M" redderem, quemadmodum feci. Cum enim scirem, quantum intercederet non amicitiae solum, verum etiam cuiusdam satis interioris con- fisionis inter hunc regem cum principe illo, mihi vero ad ea insinuanda, de quibus haec itinera suseepi, non incommodum putarem, si excusarem me apud Ill um Saxoniae ducem, quamobrem profectionem ad illum meam differrem, 2 effeci per litteras, cum Posonii essem, ut eo meae mitterentur, ad quas responsum aeeepi, cuius exem- plum V. D. 111. mitto. Et quidem non dubito, quin S. Caes. M' 1 haec futura sint gratissima, cum vehementer letata fuerit, quod eius consilio aditus Augustae mihi ad Ill um Saxoniae prineipem patuerit, et nunc anteiligere possit pacatis bis rebus sane subditis S. Caes. M tis in officio et obedientia debita continendis compo- sitionem haud futuram inutilem, iustiorem autem et faciliorem ad omnia quae expediunt futuram utrique M ü rationem. Ipsum porro Saxoniae ducem daturum enixius operam, ut, cum viderit, 1 Vgl. II. 177 A. 1. 2 Vgl. Peifer an Possevino, Dresden 12. Juni 1583 (ebd.): der Kf. ist mit der Verschiebung der Ankunft P. in Sachsen wegen der Pazifikation zwischen dem Kaiser und Polen ganz einverstanden; nachher soll P. nach Dresden kommen, wo bereits für eine Wohnung, bei einer Wittwe Grünwald mit kleinen Kindern auf dem Markt, gesorgt ist. 1 Vgl. No. 36* 2 Ein Zettel J. C. („datum ut in literis", vielleicht zu obigem Sehr, gehörig) meldet weiter: Die Niederländer fangen an zur Hand zu gehen und bieten dem Bischof und ihm an: monatlich 50000 fl., ferner 2000 Schützen und 600 Speerreiter auf ihre Kosten und etliche Kriegsschiffe auf den Rhein, „doch das ihnen nach Vollendung des werks auch die hand geboten werde, alsdann sie ir eusserst vermögen darzustrecken urpietig". Er hofft noch auf guten Ausgang und willfährige Erklärung Fr. (ebd. Or.). Vgl. II. 207 A. 2; hiezu auch Cuno, Junius S. 103 ff; Kervyn de Lettenhove VI, 461 ff. 3 Das Beglaubigungsschr. J. C. für den an K. Friedrich abgefertigten Rat Putlitz, Frankental 8. Juli 1583, Kopenh. ebd. Or. (präs. 27. September). 4 J. C. Kalender 1583 zum 6. September: „Rantzou, so aus Denne- mark ankörnen, bei mir gewesen." 6 Der sehr umfängliche Bericht verbreitet sich zuerst über die Stellung des M. Georg Friedrich in Preussen, namentlich über seine 678 1583 37*—39*. quod peroptabat inter S. Caes M tem et hunc Ser mum regem ad effectum deduetum, iam cogitationes suas serio convertat ad pacandas res Colonienses et ad S. Caes. M tia in Bonum pacis publice et reipublicae christianae dignitatem, ut omnes debent, procurandam." Born. Germania 91, 289. 5. Septbr. 38.* Johann Casimir an König Friedrich von Lager zu Dänemark. Luisdorf Auf Fr. (am 19. August zu Homburg erhaltenes) Sehr, vom 27. Juli. Anfang des Feldzugs, dem er in Person, „soferne uns nicht ehehaftere Verhinderungen furfallen", bis zu Ende beiwohnen will; verweist auf den beil. Druck seines Ausschreibens. Dass die Stände der A. C. noch nicht alle öffentlich kontribuirt, kommt seines Erachtens daher, dass man den von Kurpfalz auf den 20. Okt. ausgeschriebenen Konvent abwartet. Auch die K. von England (beil. Cop. ihrer Erklärung) 1 wird sich dann hoffentlich anders erklären. Die Schweizer haben Geld gegeben und in die 400 Mann geschickt. Die Niederländer fangen an zur Hand zu gehen „und stehen wir mit ihnen in weiterer traetation". 2 Hofft, dass der K. auf Putlitz Werbung 3 sich anders bedacht haben und mindestens heimlich eine namhafte Summe vorstrecken wird. Zeitungen will er gern schicken; schlägt Zuordnung eines ständigen kgl. Berichterstatters vor. Dankt für die zwei Pferde; „hetten gehoffet, wir solten einen gueten feisten pfaffen daruf erlanget haben, damit wir E. k. W. solchen zu beutpfenning schicken mögen, sie halten sich aber zwischen den maureu, das ihnen zu pferd nicht beizukommen, sondern wird mans mit groben geschutz und zu fuss gegen ihnen versuchen müssen". Einnahme von Deutz. 4 Kopenhagen. Johann Casimir. Or. 14. Sept. 39.* Bericht des ansbachis chon Rats Adam Danzer Ansbach über seine Werbung in Heidelberg. 6 (Kölnische Sache; Verzagtheit der Kff. u. a. Stände A. C.; Parteilichkeit des Kaisers. Vergeh liehe Versuche J. C. den Kf. Ludwig zu 39.* 1583 679 offener Unterstützung des Gebhard Truchsess zu bewegen. Gefahr 14. Sept. für Kurpfalz durch J. C. Feldzug. Der Kff. Tag zu Mainz; dessen Sehr. Ansbach an den Kaiser; ein Vorschlag von Mainz und Trier. Ein aufgefangenes Sehr. Dohnas mit Anzüglichkeiten gegen Kursachsen. Zustände an R. K. G. Türkenhülfe.) ... „Wolermelter herr grosshofmeister hat zuvor und nachdem mich S. Gn. empfangenen bevelch nach gehöret, vom izigen zustand im stift Colin, vil mit mir vertreulichen geredt und under anderm angezeigt, do die churfürsten und andere der A. C. und waren religion zugetane stend nicht anders zu den Sachen tun wurden, were zu besorgen, der alte bischof Truchses und herzog Johann Casimir wurden diesem schweren werk zu wenig sein. Was aber den religionverwanden stenden vor grosse gefahr und nachteil darauf stunde, das bedechte man izund nicht und wurde hernacher, wan der schaden ergangen, allererst zu bedenken auch zulang gebart sein. Man were gar zu verzagt und zu forchtsam in diesem werk, S. Gn. H. hette im bishero und noch, die Sachen sehr heftig angelegen sein lassen. Es wollte aber dannest bei der keis. Mt. noch nicht recht fort, und hette bei derselben gar ein sälzamb ansehen. Wie dann herzog Johann Casimir im S. F. Gn. ausschreiben davon allerlei claget und zu gemüt füret. lzt hochgedachter herzog Johann Casimir hette für sich Selbsten, seine rete und vornembste diener bei dem churfürsten S. F. Gn. bruder iüugsten, wie sie zu Haidelberg gewesen, sehr embsig und vleissig angehalten, S. Ch. Gn. solten sich des colnischen wesens neben I. F. Gn. annehmen, und zu ufbringung kriegsvolks und damit der bischof Truchses nicht verlassen werde, möchte mit hilf unnd beistand erzaigen etc. Wie er dan dergleichen bei S. Ch. Gn. vornembsten reten, I. Ch. Gn. darzu zu raten und anzuhalten auch gesucht und bei einem und dem andern ad partem gehandelt. Aber I. Ch. Gn. hetten sich nichts verwilligen, noch vil weniger die rete darzu raten wollen, sondern diese erklerung getan, do es zu einem gemeinen werk kommen wurde, so wollten alsdann I. Ch. Gn. das irige auch dabei tun. 1 I. Ch. Gn. hetten sich auch der Sachen bishero allein mit schreiben, schicken und ermanen an die Romisch keis. Mt. und dann an die andern churfürsten ange- nomen. Und do sie mit leihen etwas getan, were doch solches nicht öffentlichen, sondern im gehaim und unvermerkt zugangen, und macheten diese sachen nebenst dem, das I. Ch. Gn. Kämpfe mit den dortigen Landständen; die auf die Erkrankung des Kf. Ludwig bezügliche Stellen im Auszug II. 214 A. 1. Danzer kam am 7. September nach Heidelberg und verhandelte, da der Kf. ihn nicht empfangen konnte, am 8. und 9. mit dem Grosshofmeister Friedrich Schenk von Limburg. 1 Vgl. II. 124; 137: 144. J. C. hatte den Kf. Gebhard am 2. April nach Schwetzingen zum Kf. Ludwig begleitet, dem Gebhard am 3. sein Anbringen mündlich und schriftlich tat [vgl. II. 114]; dann gingen sie zusammen nach Heidelberg, wo am 4. J. C. mit seinem Bruder in der Kanzlei die von Gebhard übergebenen Schriften in Beratung zog; am 11. ging J. C. mit Gebhard nach Friedeisheim. 680 1583 39*. 14. Sept. iziger zeit mit schwerer leibs Schwachheit beladen, I. Ch. Gn. sehr Ansbach grosse sorgen und kommernus, dann (do gott vor sei) wann es herzog Johann Casimiro umbschlagen sollte, so konnte man denselben oder S. F. Gn. land und leute ohne nachteil und schaden des churfürsten nit angreifen, und wurde alsdann ein selzamer handel daraus werden, sonderlichen aber wann die der wahren religion A. C. verwante stend, nicht änderst zu den Sachen tun und derselben mit mehrern ernst dann bishero geschehen annehmen wollten. Es hetten sich I. Ch. Gn. neben den andern vier herren churfürsten, Meinz, Trier, Sachsen und Brandenburg einer Zusammenverordnung der rete nach Meinz verglichen, aldo derpuncta, deren die keis. Mt. dieses colnischen wesens halben durch die churfürsten anzulangen sein sollten, zu verainigen. 1 Wie dann darauf die chur- fürstlichen rete allerseits zu Meinz bei einander gewesen. Obwol nun der weltlichen churfürsten rete zugelassen, das durch der geistlichen churfürsten abgesandte und sonderlichen durch Mainz ein schreiben an die keis. Mt. verfast worden, so were doch solch schreiben dermassen nicht gestelt gewesen, wie es die notturft unvermeidlichen erfordert und zuvor von den weltlichen churfürsten bedacht worden, sondern der dreier churfürsten voriger meinung und guetachten nach, ganz zuwider und der kaiser in solchem schreiben gar hoch gelobt worden, als ob er sich des colnischen wesens bishero so veterlichen augenomeu und alles das geton, was S. keis. Mt. geburet hett, also das hochstgedachter churfurst pfalz- graf mit S. Ch. Gn. abgesandten doctor Culman, wie er relation getan, nicht wol zufriden gewesen. Es hetten aber I. Ch. Gn. ein ander schreiben verfertigen lassen und den andern mitchur- fürsten abzulesen zugeschickt und in die zu Mainz gestellte notulatn gar nicht willigen wollen. Ob nun die andern churfürsten damit zufriden sein wurden, wie es zu Haidelberg vor guet angesehen und gestellt worden, das wurd die zeit bringen. Wie er der gross- hofmeister vernomen, für sich selbst auch erachten konnte, so wurde der herr bischof Truchses mit den mittein, so etwa durch die geistlichen churfürsten und sonsten von andern vorgeschlagen worden, nicht zufriden sein, und hetten die bede bischofen Meinz und Trier vorgeschlagen, sie wollten ihres teils den neuerweiten bischoven zu behandlung der bedachten mittel beschicken; so sollten die weltlichen zu bischof Truchsesen abfertigen. Es were aber dieser fürsohlag nicht fortgangen, noch vil weniger von den weltlichen churfürsten für ratsam oder vortreglichen erachtet worden. Der herr grosshofmeister hat mir auch im sonderm vertrauen angezeigt, wie das herr Fabian von Dhonaw ein schreiben, so lateinisch gestellt gewesen, an doctor Beutterich getan, und darinnen geclagt haben soll, die churfürsten und stende A. C. erzaigten sich gar verzagt, und neben dem anzügliche wort wider 1 Ueber den Konvent kurf. Räte zu Mainz (25. August bis 3. Sept.) vgl. IL 217 und vor allem Lossen II, 397 ff; ebd. 408 A. 1 eine Berichtigung zu Br. J. C. IL 217 A. 1. 39*. 1583 681 Sachsen gebraucht. Dieses schreiben soll intercipirt, nfgefangen 14. Sept. worden und der kais. Mt. zukommen sein, die es furter höchst- Ansbach gedachtem churfürsten zu Sachsen zugeschickt, desgleichen pfalz- grafen Ludwigen churfürsten davon auch gleichlautente abschrift zugefertiget. Von diesem schreiben hat mir einer vom adel, herr Eberhart Wamwold, assessor am cammergericht zu Speier, als er jüngsten zu iHaidelberg und in meiner herbrig gewesen, aldo er mich zu ime in sein gemach zum nachtessen geladen, auch gesagt. Er hat es aber nicht gewust, das es von dem von Thona herkommen, sondern allein angezeigt, es soll ein casimirischer diener dem andern einen selzamen brief zugeschrieben haben, darinnen wie nechstgemelt beschwerliche anzüg enthalten. 1 Dieser Wamold hat vom zustant des cammergerichts, sonderlichen aber der Orten- burgischen sachen halben und colnischen wesen, viel mit mir geredt und geclagt, wie es der Papisten halben sehr verdechtig zugangen und noch, und erzaigete sich die kais. Mt. in solchen sachen sehr parteisch. So were es auch wol zue beklagen, das die stende A. C. nicht änderst zusammen sezeten und herzog Johann Casimiro mit helf beisprungen, dann es stünde der wahren religion und aller derselben anhengigen Verderb und undergang drauf. Bäte mich auch, ich wollte vor mein person bei herren Statthalter und reten diser seiner wolmeinung ingedenk sein.' 1 Bei Besprechung der Türkenhülfe teilte er dem Grosshofmeister mit, sein Herr habe bisher weder etwas erlegt noch Statthalter und Räten eröffnet, wie sie sich deshalb gegen den Kaiser erklären oder in der kölnischen Sache verhalten sollten. Der Grosshofmeister entgegnete, der Kf. habe von der Türkensteuer auch noch nichts erlegt, übrigens einen Rest von der vorigen Steuer vom Kaiser nachgelassen erhalten; als daraufhin Herr Ferdinand Hofman die Erlegung der 2 Fristen Letare und Nativ. Marie betrieb, habe der Grosshofmeister darauf nicht geantwortet, „dann wie sich leider die sachen mit dem colnischen wesen und sonsten anlisen, so wurde es noch wol darzu kommen, das ein jeglicher herr zu beschuzung seiner land und leut dieser Türken- hilf selbst noch wol nottürftig sein wurde. So hetten auch I. Ch. Gn. sonsten für sich selbsten grosse ausgaben", namentlich diesen Sommer durch durch Ab- und Zuziehen fremder Herrschaften und Gesandten; der Kf. habe seit Fastnacht in die 70000 [!] Pferde gefüttert. 2 Mc. Fürstensachen. 1 Vgl. 11.124; 185 A. 1; 267; 370; Lossen II, 401 f; Schmidt, Dohna S. 48 A. 5; Dohna's Sehr, an seinen Bruder vom 14. Dezember 1583 s. u. ■ Die weiteren Unterrednungen Danzers mit dem Grosshofmeister beziehen sich auf die Vormundschaft über die jungen Ernestiner, die „am nechsten mit ihrer Mutter Elisabeth, der ältesten Schwester Kf. Ludwigs, und mit dem Stadthalter Burkhard von Barby in Heidelberg gewesen waren, auf den gefangenen Herzog Johann Friedrich, auf das Verhältniss des Grosshofmeisters zu seinem früheren Herrn, dem M. Georg Friedrich, sowie auf Limburgs Sohn, endlich auf eine bevorstehende Sendung des Kf. an Georg Friedrich. 682 1583 40*—41* 3.Oktober 4.Q* Wilhelm von Baiern an Possevino. München .... Bekehrung Kursachsens; „intelligit certe haereticorum inconstantiam et fraudes, amat honestatem, iusticiam colit, quae magna sont superinducendae verae religionis subsidia" ; dagegen zwei Haupthindernisse: „pudor nimirum saecularis ac mundanus et male possessorum conscientia......Sumusque nos in spe minime exigua, eura, qui hominem Jhesuitam in maxiraarum rerum deliberationem ac familiaritatem iam admisit, non laturum gravius ut is, quae suae sunt professionis, apud ipsum peragat". Rom. Germania 94, 346. 15. Oktbr. 4J* Instruktion des Herzogs Julius von Braun- Heinrich- „„. r,. • IT f. j. T i. r\ stadt schweig für seine an Kurfürst Johann Georg. abgefertigten Gesandten. 1 (Die Sache des Gebhard Truchsess trotz der Gerüchte über seinen Calvinismus und seine früheren Beziehungen zu seiner jetzigen Ge- mahlin nicht fallen zu lassen, sondern als eine Religionssache und als ein von Gott selbst gesandtes Mittel zu behandeln.) „Wurden unsere abgesandte darauf vermerken, das wie uns etzlicher massen furkommen, der herr churf. zu Brandenburg auch daher von dem herrn churf- Gebharden zu Coln abwendig und S. L. partibus ungewogener gemacht werden wolten, das S. des zu Coln L. ausgegeben wurden, alse solten sie mit dem Calvinismo beschmitzt und demselben anhengig, und dan auch mit S. L. ge- mahlin vor volnzogenem belager Unrichtigkeiten geargwohnet worden sein: so werden unsere abgesandte alle bewuste gelegenheit und sonderlich wi der von der Luhe den herrn churf. in religions- sachen und sonsten vermerkt, und sonderlich auch dies zu berichten wissen, das uns in neuligkeit furkommen, also solte der herr churf. zu Brandenburg nicht allein vor sich in zweifei stehen, sondern auch bei andern stenden solches andeuten, ob diese cöln- ische eine religionssache oder nicht, und dargegen anzeigen, das wir unsers teils es eigentlich für eine religion und solche sache hielten, deren sich die protestirende stende in gemein billig anzu- nemen; ja die sache were geschaffen, wie sie wolte, uns unserseits deren mehr zu erfreuen den zu erschrecken hetten; und dogleich der churf. Gebhard calvinisch und es mit S. L. gemahl nicht clar sein solte, so gebe doch oder neme solches der haubtsache nichts, und were die desshalben nicht zu verlassen, wie unsere theologi sonderlich des Calvinismi halben es selbst widerrieten und Paulus der apostel des bei der kirchen gottes niemals entgolten bette, das er vor seiner erleuchtung und bekerung die gemeine zum eussersten verfolgen helfen, mit mehreren, wie die unsern ohne unser fernere unnötige ausfuhrung wol zu tun und was hieher dienlich, aus dem 1 Die Gesandten waren Heinrich von der Luhe, Kurt von Schwei- chelt und Wolf Ewert. Aus der Instruktion ist hier nur die auf die kölnische Sache bezügliche Stelle wiedergegeben. 41*—42*. 1583 683 pfälzischen ausschreiben 1 weiter zu deduciren wissen; auch vor unser einfältige bedenken darneben anzeigen mugen, das dies so eine gelegenheit und unsers erachtens von gott selbst geschickts mittel were, alse bei und nach D. Lnthers seligen erleuchten zeiten sich keine zugetragen, auch sobalde, ja wol nimmermehr wieder zu erwarten were." Wolfenbüttol. Acta publ. Julii 76a. Or. 42.* Zuleger an Johann von Nassau. 16. Oktbr. TTprJ/1 ao_ (Würtemberg und Pfalz. Für Gebhard Truchsesa die Kreishülfe in ^eim Anspruch zu nehmen, bei Oranien die versprochene Unterstützung von Seiten der Staaten, durch Albrecht von Nassau die Einwilligung Sachsens und Brandenburgs zu erwirken. Die Grafen sollen J. C. zum Festhalten an den Weg, den er selbst seinem Bruder zugemutet hat, ermutigen.) Der Herzog von Würtemberg, der am 12. bis in die Nähe von Heidelberg gekommen war, ist auf die Kunde vom Tod des Kf. umgekehrt. 2 „So hab darneben I. Ch. Gn. 8 ich erindert, das jetzo nunmehr nix hohers zu tuD, dan diese sach causam communem der kreishulf zu machen, wi auch der churf. zu Saxen anfangs dieser colnischen sachen geraten hat, auch von weiland hochgedachtem pfalzgraven versucht worden, endlich aber uf der geist- 1 Das kurpfälzische Ausschreiben eines evaugel. Konvents vom 21. August, II. 205. 2 Vgl. II. 228 A. 1. — Dohna berichtet in seiner Selbstbiographie bezüglich der im Testament Kf. Ludwigs ernannten Kontutoren: „Als nu M. Gn. H. noch mit dem kölnischen Kriege occupiert war, M. Georg Friedrich auch in Preussen und die andern contutores so bald sich nichtkunten resolviren, insfigirten sieden altenherrnherzog Reicharten pfalzgrafen, das er sich [nach dem Tod des Kf.] forderlich nach Heidelberg begeben und im namen der coututoren die possession einnehmen solt; sie wolten balt hernach kommen. Solches wart M. Gn. H. alles berichtet, derowegen sich I. F. G. uf einen oder den andern weg müsten resolviren. Causam Coloniensem kunt man nicht wol verlassen sine maximo reipublicae praeiudicio. Solten I. F. Gn. die contutores haben lassen ins nest kommen, so hetten sie I. F. Gn. vor der tür lassen sitzen und die ganze Churpfalz in handen behalten. Ex duobus ergo malis minus fuit eligendum, und resolvirten I. F. Gn. sich in der nacht, naher der Pfalz (doch war solches zuvor, sobalt man zeitung hette, das churf. Ludwig pfalzgraf gefehrlich krank were, mit churf. Gebhart beratschlagt und geschlossen) wieder sich zu begeben. Zogen also mit wenig pferden in gottes namen fort und kamen glücklich zu Heidelberg an. Herzog Beichart war schon underwegens, als er aber vernahm, das herzog Hans Casimir schon im nest und ihme den weg verrant, zog er wieder zurük". J. C. vermerkt in seinem Kalender 1583: 13. Oktober „jegermeister ankörnen"; 16.: „jegerm«ister wegzogen .... Hans Henrich aporta nouvelles churf. P. totlichen abgang". Am 19. kam der Reiterausschuss noch einmal zu J. C, „gemeut und sich sehr unnutz gemacht"; 20. nahm J. C. seinen Abschied von den Reitern und dankte seine Aufwärter ab; am 22. war er in Heidelberg. 8 Gebhard Truchsess. 684 1583 42*—43* liehen Verweigerung ersitzen plieben. 1 Dieweil man aber jetzo ein kriegsvolk im feld und dis ein offenbare sacb, so im landfriden und reichsordnungen grund, auch von soviel stenden approbirt wird und allein an manlichen nachdruck gelegen, das die pfaffen helfen das kriegsvolk underhalten nach gemeiner executionsordnung oder das man inen solch kriegsvolk ins land schicke und darnach andere di negsten kreis aufmane oder zur contribution anhalte, auch hochgedachter herzog propter interesse wol darzu verstehen wird: so ist es zeit, das diese sach als die hauptsach vleissäg ge- triben werde, wi ich mich dan zu tun erpoten, wo I. Ch. Gn. mir solches bevelen werden. Doch ist not, das mein her prinz dessen auch verstendigt werde, uf das S. F. Gn. di generalstaden zu volnstreckung der angebotenen mittein anhalte; dan di reichs- stende werden desto lustiger darzu sein, wi obgemelt, wan sie der staden guten anpietens execution hoeren. Und kan also ein sach in di andere verwickelt und paulatim eine sach werden." 2 Die Grafen sollen Albrecht von Nassau bewegen, dass er die Kff. von Sachsen und Brandenburg dazu bringe, in diese gemeine Exekutionsordnung zu willigen. J. möge sich hierüber mit Ludwig von Witgenstein verständigen, diesem und Oranien Copien dieses Sehr, zuschicken und letzteren ermahnen, die Legation der Generalstaaten und die Anstellung der Hülfe zu befördern. Will über die Lage in Heidelberg berichten, wohin er vom Kf. Befehl hat. „Es müssen di hern graven in dieser sachen zuschlagen, den herzogen, auch andere stende helfen animiren; so zweifelt mir nit, die weil es via plana, expedita und ein offenbare sach, so auch vom churf. zu Saxen selbst geraten, es werde wol gehen. Es kan auch hoeü- gedachter herzog jetzo, dieweil got di sach in ein casum geschickt, das S. F. Gn. in seins bruders grad treten, kein andern weg geheD, dan den I. F. Gn. zuvor irem hern bruder haben zugemutet und sich beclagt, wo derselb hette seinem ampt ein genügen getan, das die sach in eim andern stand stunde. Derhalben was I. F. Gn, derselben bruder zugemutet, das tun sie jetzo selbst, wi auch ohne zweifei geschehen wirt". 3 Wiesbaden. Dillenb. Korr. Eigh. 30. Oktbr. 43.* Khevenhüller an den Kaiser. 9. Novbr. Madrid ' • • • • Sega's Werbung 4 geht, wie jüngst gemeldet, vornehmlich „liga halber wider den Turgen und damit I. Mt. cölnischen 1 Vgl. II. 108; bezüglich Sachsens ebd. 101. 2 Vgl. IL 207; 227; 233; Lossen II, 360 f. 8 Am 1. Januar 1584 schreibt Zuleger aus Heddesheim an Graf Johann: „Die gemeine sach belangend hab ich zu Heidelberg dorumb, das ich etwas speeificirt, was S. F. Gn. zu entsetzung Bon tun solt, abermals undank und vieleicht ungnad verdient. Aber die irret mich nit, das ich dorumb solt underlassen der gemeinen Sachen zu dienen, wo ich kan"; er erwarte hier Junius. 4 Vgl. über die Sendung des B. von Piacenza, Philipp Sega, an den spanischen Hof im Sept. 1583 Hansen III. 1, 309; 701 ff Philippson, Granvella S. 488 ff. 4 3*_44*. 1583 685 wesen stark zuesprengen wellen. . . La mesma platica se entiende qae S. S ad moviö tambien en Venecia, lo quäl entendido del embaxador del rey de Francia que reside allä, hizo grandisimos officios en contrario, diziendo publicamente que eran platicas y engaäos espanoles; si bien S. M ad jamäs ha tratado palabra dello; el papa (por quanto se entiende) se mueve solamente ä proponer esto por el buen zelo que tiene al beneficio de la chri- stiandad, pareciendole que la presente ocassion saria buena por estar tan enbaragado el Turco, como esta; aunque podria ser tan bien que le huviesse movido haver entendido que vuelve ä Con- stantinopla un criado de Juan Marillano, pensando que va ä tratar nueva Suspension, lo quäl no es assi, porque va solamente a intcr- tener esta platica y entender lo que allä passa." Bleibt bei seiner Meinung, man werde Sega betreffs der Liga mit guten Worten konteutiren, da der Kg. sich in diese Verhandlung nicht gern einlassen wird, wenn er sie nicht besser fundirt und andere christliche Potentaten daran beteiligt 1 sieht. Betr. Köln äusserte auf seine Verhandlung mit Granvela dieser gestern: „el rey tiene harto que hazer en su casa propria sin acudir a la agena, pero si le sobrare algo, no dexara de hazer de su parte lo que pudiere, como lo ha hecho hasta ahora." 2 . . . Nürnb. Germ. Nat. Mus. Cod. i 961 x III, 285b f. Cop. 44.* Gutachten ZulegersfürGebhardTruchsess. c. Novbr. (Lage Gebhards nach dem Abzug J. C. Mangelnde Vorkehrungen für die Fortsetzung des Krieges. J. C. durch die Pfalz in Anspruch genommen, nur noch als Kreisoberst für die kölnische Sache zu haben. Zu einer ausserordentlichen Hülfe neben der Kreishülfe heranzuziehen Pf. Georg Hans, die Hugenotten und die Niederländer. Vorschlag den Sohn des Veldenzers zum Koadjutor Gebhards zu machen. Alles liegt an der Behauptung von Bonn.) („L. Zulegers discours in negotio Coloniensi.") „Hochwurdigster churfurt, gnedigster her! Ich muss meine mengel bekennen,. das; ich pflege libere zu, sagen, was ich 1 Vgl. Bezold, K. Rudolf und die Liga, S. 26 t f; Philippson S. 494 f. 2 Vgl. hiezu Hansen III. 1, 704 f; 711; Philippson S. 567 f. Am 19./29. Nov. berichtet Kh. dem Kaiser, Sega habe Bescheid erlangt: der König lasse es betreffs der Türkenliga bei seiner vorigen Antwort an den Papst durch Toskana, d. h. der Papst solle sich erst der andern, besonders der Venezianer versichern; sobald der König sehe, dass etwas Gründliches und Beständiges zu hoffen, wolle er sich nicht weigern, beizutreten. Der Diener Marilliani's sei inzwischen wegen der Verlängerung des Anstands nach Konstantinopel gegangen. Köln betreffend wolle der König Parma Unterstützung des neuen Erzb. mit Kriegsvolk befehlen lassen, soweit es in den Niederlanden entbehrlich; „von gelt aber solle man nicht reden, dann I. Mt. dessen selbs nicht zue aigner notturft uberschies". Minucci werde wohl auch nicht viel mehr erlangen. 686 1583 44*. c. Novbr. nicht gut befinde; bin dessen bei dem alten churfursten seligen 1 also gewöhnet, welche fl] seine rate ad illam libertatem gewehnet, wie wol ich solcher freiheit halben bei M. Gn. F. und H. herzog Johansen Cisimirn bin zu Ungnaden kommen, 2 und weis auch wol das ich in diesem zug E. Ch. Gn. etwan dardurch auch unlustig gemacht. "Wie aber deme, kan ich änderst nicht haudien, und geschieht von mir nicht aus hochmut, sonder aus gutherzigkeit. Consuetudo transiit in naturam. Derhalben wissen E. Ch. Gn. wol, das ich gerne gesehen, das dieselb zu Rom, 8 do beide E. Ch. Gn. und F. Gn. beisamen rebus integris in flore constitutis, alle sachen exfundamento beratschlaget hetten, do dan Rom hette dem herzogen können geliefert, S. F. Gn. in diesem zug involvirt, Bon proviandiret und versichert werden. So hett ich auch gern gesehen, das E. Ch. Gn. kriegsvolk, so in Westphalen den armen man ohne nutz und not gefressen, ange- fuehret were worden und etwas ausgerichtet hette. Aber E. Ch. Gn. halten mirs gnedigst zu guet, eunetando non semper restituitur res, sicut in Fabio, sed saepissime perditur, wie die erfahrung E. Ch. Gn. nu mehr dan zu viel gelehret hat. Dan wan E. Ch. Gn. die occasionem gebraucht und alspalt zu allen sachen getan, so were gemelte occasio E. Ch. Gn. nicht also entschlipft und wurde die nit also bloss sein. Dan das ist guet zu erachten gewesen, wan sich der fal mit pfalzgraven Ludwigen begebe, das der herzog wurde abziehen und die Pfalz einnehmen. Das aber kein Winterlager hinderlassen und jedermann abziehen und E. Ch. Gn. ganz bloss gelassen werden solte, das haben sich gleichwohl dieselb nicht versehen. Es ist sich aber nicht zu verwundern, den do man dem feind zeit sich zu Sterken gelassen, ist er so mechtig worden, das niemand hernach gefunden worden, der sich im Winterlager het wollen gebrauchen lassen. Dieses ist verdriesslich zu lesen, das bekenne ich, aber es geschieht von mir nicht, das ich vulnera zu refriciren lust habe, sondern das wir kommen aus dem, so uns frisch begegnet, das ungluck, so künftig ist, zu verkomen und proerastinationem abzulegen. Wie aber der sachen zu tun, hab ich dem von Lewenstein zu Heidelberg geraten, umb ercleruug, was Bon halber, item der kreishulf halber zum herzogen sich zu versehen, anzuhalten. Ich hab auch darauf S. F. Gn. canzler ein memorial zugestelt, dessen copien E. Ch. Gn. der von Lewenstein wurd behendigt haben. Wie ich aber jungst bei Lewenstein geschrieben, so halte ich, das der herzog sich Bon weiter im geringsten nicht werde annehmen noch 1 Kf. Friedrich der Fromme. — Das Gutachten Z. kurz erwähnt II. 265 A. 1; benützt bei Losseu II, 483 ff. * Vgl. I. 140; 159. 8 Bonn; J. 0. Kalender 1583 zum 29. August (Bonn): der Kf. kommt; „unser noturft mit einander underredt, abends mit einander im gemach alein gessen; dise nacht bei dem churf. gelegen;" 30. ins Quartier nach Aurbach, 31. nach Lülsdorf. Vgl. H. 206; Lossen II, 357 f. 44* 1583 687 der puncten im memorialzettel begriffen sich underwinden, sonder c. Novbr. werde seiner schanzeu wahr nehmen; ist totns in einnehmung des lands und praeparirt sich mit etlich hundert pferden in die ober Pfalz in Beiern zu ziehen, daselbst sich auch des lands zu versicheren. Was S. F. Gn. aber durch des kreises obristen ambt wird können ausrichten, werden die, wie ich verstanden, gerne tun. Wie aber der jegenteil I. F. Gn. an solcher hulf wurde under- steben zu hindern, das hab E. Ch. Gn. bei gedachten Lewenstein ich geschrieben, halte auch, die andern churfursten werden propter schisma in electoratu Coloniensi et ex mandato Imperatoris I. F. Gn. solang daran understehen aufzuziehen, bis sie sehen, dasE. Ch. Gn. aus den rheinischen ortern oder gar entsetzt seien, damit I. F. Gn. die vera causa, nemblich des Rheinstroms erofnung möge be- nomen werden; dan einzig dieselbe ursach ist, causa communis, daran sowol den andern rheinischen churfursten als I. F. Gn. tutorio nomine gelegen. Es sagt mir aber Beuterich, welcher heut mit seinen Soldaten naher Lautern zeugt, ihnen daselbst ein monat sold zu geben und nahe bei Lotringen abzudanken, das er S. F. Gn. geraten, ipso facto sich des kreises obristen ambts anzunehmen und zu gebrauchen, dan den andern gehöret die bibel und nicht das schwert in die faust. Was aber zu tun und wie E. Ch. Gn. mögen inmittelst ausserhalb der kreishulf beistand erlangen, auch dieselb kreishulf je mehr und mehr vorttreiben und reizen, das kan discurrendo auf nachfolgende wege geschehen. Entweder erstlich das E. Ch. Gn. Bon können für sich selbst entsetzen und speisen, das werden dieselb wissen und kan ich nicht davon schreiben. Oder zum andern so müssen E. Ch. Gn. solches durch extraordinari hulf tun, wie die gewesen, so herzog Johan Casimir E. Ch, Gn. geleistet, und mit dergleichen con- ditionen. Do weiss ich keine, dan das E. Ch. Gn. mit dem hern handien lassen, darbei Bodeker ist, 1 auf eben die conditiones, wie hiebevor mit hochermeltem herzogen gehandlet ist worden. Dan das weiss ich, das derselb her seinem söhn helfeu will, das er etwas werde, doch das derselb sambt E. Ch. Gn. sambt [!] dem koning von Navarra, prinzen von Conde und den kircheu in Frankreich umb hulf handle, das man daselbsten hero ein schützen drei oder 4000 auf den frueling haben möge; item das derselb sambt E. F. Gn. auch mit deren Niederländen handle, das die auch möchten ihr anbieten ins werk richten. Wan das geschehe, dar were mehr bestands bei und könte man das kriegsvolk lengerund besser erhalten; item alstan und auf solchen fal kunte und wurde H. H. Casimir desto besser, fuglicher und gegrundter auf die kreis- 1 Pf. Georg Hans. — Ueber Bonaventura Bodecker (aus einer preussischcn Familie von Bodeck stammend), der etwa 1583 aus den Niederlanden nach Frankfurt übersiedelte, vgl. Ehrenberg, das Zeitalter der Fugger I (1896), 269; hiezu A. Wolf, Lukas Geizkofler, S. 76. 688 1583 44.* c. Novbr. huif tringen, wurde auch von den andern kreisstenden die hulf desto weniger verweigert oder je dieselben desto befugter darzu gezwungen können werden. Inmittelst könten E. Ch. Gn. bei H. H. Casimirn anhalten bei beiden papistischen churfursten Meinz und Trier handien und die vermahnen zu lassen, was aus diesen dingen für Weiterung dem reich und ihnen selbsten zu gewarten, und das nicht ein ungerades darein fallen könnte, welches endlich über die stifte ausgienge. Obgemelte ding ins werk zu richten mögen E. Ch. Gn. den La Hugerie, so beim herzogen ist, der auch ganz willig und bereit ist und ohne das vom herzogen in Frankreich wird abgefertigt werden, 1 credenz und gwalfc zuschicken, mit den kirchen, dem konig von Navarre, prinzen von Conde, mons r de Chastillon, mons r de la Val und allen andern religionsverwandten hern zu handien, das dieselben E. Ch. Gn. zu hulf und zu rettung dieser gemeinen Sachen drei oder 4000 schützen und drei oder 4000 pferd, was man bekommen mag, uf drei monat lang besolden möchten, zuschicken, und das sich E. Ch. Gn. wider erpoten, dergleichen hernach uf den notfall den kirchen zu tun." Die Kredenz an Navarra, Conde u. s. w. und die Gewalt an die Kirchen in Lungui- dicken, Provinzen, Picardia, Britannia u. s. w. für La Hugerie kann Lic. Grot lateinisch abfassen, mit La Hugerie auch mons r de Banois, den er bereits dazu vermahnt, an die Obgenannten geschickt werden; der kann Alles zu seiner Abfertigung französisch verfertigen. .,Diese abfertigung seind nicht widerwertig, dan ich der meinung und von des hern söhn, darbei Bodeker ist, sage, dan nunmehr nutzer und besser, das I. P. Gn. 2 sich zu Heidelberg und im nest erhalte und andere hern, doch ipso praescio, hierin gebraucht werden. Die kreishulf aber die geburt I. F. Gn. und werden E. Ch. Gn. sehen, wan man etwas kan erhalten und rege machen, so werden I. F. Gn. sich noch selbsten publico nomine ins feld machen als kreisobrister." Wegen der niederländischen Hülfe kann der Kf. wieder Hauptmann Stenzel in die Niederlande abfertigen, wo Not, auch Wolmerekhausen. Erbietet sich hier mit dem von den Brabantern abgefertigten D. Junius zu handeln und zu sehen „das derselb auch mit dem hern, do Bodeker bei ist, handle und das derselb her sich mit den Niederlanden auch einlasse und eine sach werde." 3 Schickt Kredenz und Instruktion auf Witgenstein und ihn gestellt zurück; „occasia enim praeteriit". 4 „Dann gedachten hern belangend, wo E. Ch. Gn. mir credenz zukommen lassen an demselben sambt seinem söhne und rat, der E. Ch. Gn. bekannt, 6 i Vgl. La Hugnerye, Mem. II, 263 ff. 2 Johann Casimir. 8 Vgl. oben Nr. 162. 4 Vgl. II, 224. 5 Der Kat ist Dr. Weyer; vgl. II, 265. 44*—45*. 1583 689 sambt gewalt uf nachfolgende capita zu handien, in der geheim propter maiorem fidem in absentia Cels. V. in negotio tanti momenti von E. Ch. Gn. selbst geschrieben, so will ich mit denselben handien" : Erstlich auf Kapitulation und Assekuration hinc inde; bittet um Sendung einer Copie, „der andern mit H. Johan Casimirn ufgericht- gemess; darbei dan zu bedenken, ut alliciatur, ob der coadjutorei zu gedenken und darauf zu handien; dan es pillich, das man einen der treu gemessen lasse; wiewol wenig darauf zu fundiren", doch könnte, wie der andere Teil den Papst und die ungehorsamen Kapillären zu seiner Wahl hat, des Kf. und der gehorsamen Kapitularen Konsens zur Koadjutorei gebraucht werden.; „stehet uf einen und den andern teil auf der handhab. Item das derselbig her durch den von Clerevant lasse mit den kirchen und hern in Frankreich handien; item beim koning, 1 ob man do einiche bulf könne haben; item de modo der entsetzung Bonn und de modo den krieg zu fuhren, ob derselb defensive oder offensive sein soll und welches nutzer; zu welchem dan die negste expeditio und des feinds jetzige gelegenheit, welche E. Cb. Gn. zu berichten haben, viel nachricht- ung geben kan". Wann das alles gehandelt, muss auch Gewalt hier sein mit J. C. wegen der Kreishülfe zu bandeln, ferner Gewalt bei allen Ständen des kurf. Kreises publice et privatim um die Hülfe anzusuchen. Inzwischen könnte der Kf. das Geld zu Worms 2 für die Zahlung oder Verproviantirung der Knechte zu Bonn gebrauchen, Capitäu Wessel etliche seetüchtige Leute im Niederland werben und der Kf. etliche Schiffe nach Bonn führen lassen. „Dan alles an der conservation der Stadt Bon gelegen, als nemblich die extraordinari, die niederlendisch und die kreishulf, welches wie zu besorgen alle feit, wan Bon verloren wurdt". Inzwischen kann man bedenken, wo solch Korn zu bekommen, einzuladen und fortzuschicken. „Wan man hinder sich gedenkt, wie zu zeiten keiser Carls ao. etc. 52. die fursten handleten. do sie nichts helfen wölte, und sich under sich selbst herzog Moritz, marggraf Albrecht, herzog Hans von Mechelnburg zusammen und hernach mit Frankreich verbunden, so stehet zu bedenken, ob nit jetzo dergleichen zu suchen, oder je bei Engelland, wie ich .dan nicht zweifei, wo die reise, so ich so viel getrieben, in die Niderland were fortgangen, wir wollen auch furter bei Engelland etwas erhalten haben. Discours: M. Gn. H. grave Johan zu Nassau etc. zu überantworten". Düsseldorf, Chur-Cöln. Archiv, Erzbischöfe. (Nas-i. Corrcsp. 1576—1590). Cop. f. 70 ff 45.* Dohna an seinen Bruder Achati us. 14. Dezbr. Heidel- , . . Aufschub seiner von J. C bereits bewilligten Reise durch berg etwas Wichtiges, das der Feder nicht zu vertrauen. Ausführliche Erörterung der Vorteile und Nachteile einer Uebersiedlung an den polnischen Hof. Lehnte hier das ihm angebotene Marschallamt, mit 1 K. von Navarra. 2 Vgl. No. 35* Bezold. Briefe des Pfalzgjafen Johann Casimir, III. 44 690 (1583/4) 45*—46*. Futter und Mahl auf 5 Pferde uud 600 fl. Geld, ab. Kf. von Köln. I. C. Tutel uud Administration angefochten. „Ut s r baroni Hedeccio et Parteinio uou possum scribere per festinationera, exeusate rae." (P. S.) Schrieb ungefähr vor drei Vierteljahren ein Brieflein an einen guten Freund, mit der auf den Chorbischof Friedrich von Sachsen bezüglichen Stelle: „Saxo prodit causam". Es wurde aufgefangen und von einem Papisten übersetzt und bezüglicher Weise auf Kursachsen gedeutet, auch dem Kf. vou Sachsen zugeschickt der sehr erzürnt sein soll. „Mir geschieht unrecht." Bittet in Erfahrung zu bringen, ob M. Georg Friedrich etwas davon weiss „und ob mir die falle gestellt etc." 1 Archiv der Grafen zu Dolma-Lauck, Eigh. (1583/4.J 46.* Werbung Minucci's bei König Philipp II.' . . . Kf. Ernst von Köln „preneipe di etä et di couiplessione gagliarda, di spirito et d'ingegno prudente et di devotioue singulare verso la M lä V ...... . Sonosi giä scoperti pensieri di creare nuovo re de' Romani a modo de' Protestanti, et vi sono conietture grandi che ne sia stata data qualche intentione a mons r de Van- domo (che sichiama il re di Navarra 3 et cu'egli per questo habbia aiutato il Casimiro di danari. Negansi a S. M ta Ces. le contri- butioni decretate nell' ultima dieta d'Augusta, anzi voltausi in gran parte ad aiutare l'abominevole pretentione dell' apostata". Es ist der völlige Ruin des R. zu befürchten, wenn dem kölnischen Krieg nicht bald ein Ende gemacht wird; „perche se Casimiro non 1 Vgl. No. S. 680 f. Dohna macht von der im obigen Sehr, gebrachten Ausrede in seiner Selbstbiographie keinen Gebrauch; dort sagt er von dem bewussten Brief: „darinnen soll ich gemeldet haben (welches ich doch nicht weis, auch kein copiam von meinem schreiben behalten): „Si nos ordines Imperii puriorem religionem professi in hac tarn pia caussa deseruerint, nos nihilominus constantes in proposito nostro permanebimus, extrema tentabimus, coelum terra, summa imis miscebimus." Item: „Saxo, de quo tarn bonam spem coneeperamus, caussam nunc prodit" (Vgl. II. 124 A. 1). Dies bezieht sich vor allem auf die schwere Enttäuschung, die den Freunden der Truchsessischen Sache durch das Auftreten Kursachsens auf dem Erfurter Konvent bereitet worden war; vgl. IL 125; Lossen II, 239 ff. 2 Hier nur teilweise im Auszug gegeben. Die Ausführung, dasa die spanische Hülfe entweder mit Geld oder mit niederländischem Kriegsvolk geschehen könne, und dass es sich eigentlich nur um die Wiedereroberung von Konn handle, weist auf den Winter 1583/84. (Vgl. Lossen II, 324, 451 A; 455 ff; Hansen, N. B. III 1, 711 ff.) Khevenhüller meldet dem Kaiser am 9. Nov. 1583 die Ankunft Minucci's am spanischen Hof; am 22. Jan./l. Febr. 1584 berichtet er, Minucci sei noch hier, werde aber kaum mehr erreichen als Sega, der morgen nach Italien reise; am 21. Febr./2. März: Minucci habe den Auftrag an Parma durchgesetzt, dem Neuerwählten [Kf. Ernst] mit mehr Ernst als bisher zu helfen (Nürnb. Germ. Mus.). 3 Vgl. II 259 A. 3. 46*-47*. 1583—1584 691 viene abbattuto, haverä ogni di maggiore seguito ne tarderä forse a levarsi qualch' altro prencipe della medesima setta. Et l'essem- pio sarä per aventura segiuto da tal'uno, il quäle sta hora a rairare il fine di questo fatto, sl come a bocca ho esposto a V. M tä Cat e V oltre che, mentre le cose stanno in questi cimenti, resta la porta aperta a Francesi per farsi piü innanzi in Germania, come vauno ogni di tentando et non sempre indarno". Dies alles verkehrt sich beim Eingreifen Spaniens ins Gegenteil und in lauter Vorteil; „raffrena l'audacia del Casimiro" u. s. vv. . . . Rom, Preuss. bist. Inst. Lettere di Minucci X, 90 ff. 1584, 47.* Drei hugenottische Gutachten für Königin Elisabeth von England über die kölnische Sache. a) „Advis donne ä la reyne d'Angleterre touchant l'electeur de Cologne".* Bedeutung der kölnischen Sache für die gesammte Christenheit. Der Kurfürst ist unrechtmässig abgesetzt, nur wegen des Bekenntnisses der Religion. „Et estoit son entreprise si haute, magnanime et de teile con- sequence que toute la papaute ne pouvoit gueres recevoir de coup plus mortel. Ce qui a este bien entendu par la faction du pape, comme eile l'a monstre par la diligence et effort employes ä estaindre cest embrasement. Cependant avec grande honte les princes chre- stiens se sont mis eux-mesmes des entraves aux pieds et aux mains pour ne rien faire ou entreprendre. On scait aussi que de ce faict depend l'avancement ou diminu- tion des maisons d'Austriche et d'Espagne,' comme Tempereur et le roy d'Espagne l'ont monstre par experience. 11 n'y a aussi moyen plus propre ou pour empescher la faction papistique ou pour arrester le cours des desseins de FEspagnol que par ceste entreprise opposer ä sa grandeur ce grand et puis- sant corps de l'Allemagne". Abziehung der spanischen Streitkräfte von den Niederlanden. Hier und in Deutschland aufgehalten vermag Spanien' den andern Ländern, „qu'il n'a pas seulement desseingnes sous sa tyrannie, mais desjä devores par esperance", nicht mehr viel zu schaden. * Diese Ueberschrift von der Hand Segur's. 1 Dies geht vermutlich auf Wolfgang von Mainz, vgl. II. 119 ; 247. Wer mit dem andern protestantischen Fürsten, der bereit sei sich zu erheben, gemeint ist, vermag ich nicht zu sagen. 44* 692 1584 47*. Die Königin soll daher den andern Fürsten mit ihrem Beispiel vorangehen, „qui tous jettent les yeux sus eile et qui ont besoing en leur bonne volonte d'estre esguillone^s. Et ne faut penser que l'electeur demande argent pour ses usages particuliers ains seulement pour cest affaire gäneral. Car et l'argent dont le roy de Navarre l'a ayde liberalement, 1 est encores conserve en son entier, et le refus qu'il fait de com- position, ses intelligences, le reste de ses hommes de guerre mon- strent assez, ä quoy il tend". Man darf auch an seiner Sache noch nicht zweifeln, wenn man an die viel schlimmem Lage der deutschen Fürsten dem Kaiser gegenüber und an die Allmacht Gottes denkt. Doch ist Eile von Nöten; sonst ist er „ou ruine ou contraint d'accepter les conditions d'accord de trois cents mille escus qu'on lui presente 2 avec un dommage indicible pour la chrestiate, ä la grande honte et possible ruine des autres princes chrestiens par un juste jugement de dieu". Daher wäre es gut gelegentlich der Reise Davidson's" auch hiefür zu sorgen und während seines Aufenthalts in Holland zur Förderung der Sache jemand andern nach Deutschland zu schicken. b) „Second advis et response ä quelques doubtes". Durch den Kf. von Köln kann man die Niederlande unterstützen und selbst Dänemark, die protestantischen Reichsstände und die Schweizer zu gemeinsamem Widerstand gegen das Haus Oester- reich veranlassen, nach so vielen versäumten Gelegenheiten. Schon 1583 wollten sie alle dem Kf. helfen uud hatten ihre Gesandten desshalb nach Mühlhausen geschickt, aber durch den Tod des Kf. von der Pfalz löste sich die Versammlung auf, ohne etwas beschlossen zu haben; seitdem hat der Kaiser ihren erneuten Zusammentritt verhindert und einen Vergleich zwischen Lüttich und Trucusess auf den Tag zu „Rottenbourg" April 1584 in Aussicht gestellt. „Mais en ceste assemblee il a bien fait cognoistre qu'il ne taschoit qu 1 ä gaigner temps et ä empescher que le dict electeur ne fut secouru, taschoit aussi de mettre en guerre le duc Casimir et le duc de Wirtemberg, ä cause de 1'administratiou de l'electorat. 4 Depuis ce temps-lä les dits princes Allemans, qui desirent secourir le dict electeur, ne se sont peu assembler ä cause del 1 extreme maladie del' electeur de Saxe". 8 Mit wenig Geld könnte der Kf. Bonn und 3 oder 4 der besten Städte wieder gewinnen und sich den ganzen Winter halten, selbst etwas gegen Lüttich und damit gegen Parma unternehmen. 20000 Taler jetzt sind mehr wert als 100 000 in 3 Monaten. Mit der Zeit Hesse sich dann, was das zu erstrebende Ziel ist, die Gesammt- heit der protestantischen Fürsten gegen den Papst und Oesterreicn in Bewegung setzen. 1 Vgl. Lossen II, 486. 2 Lossen II, 408. J Davison -wurde im Jan. 1584 nach den Niederlanden geschickt (Kroude XII, 72j. 4 Vgl. II. 293 (S. 224 f.). 6 Vgl. ebd. S. 223. 47*. 1584 693 Die Verheiratung des Kf. beweist nicht, dass er nach dem Reichsgesetz seines Rechts verlustig ist. Zahlreiche Beispiele verheirateter geistlicher Fürsten: Magdeburg, Halberstadt („s'estmarie ces jours icy avec la fille de l'electeur de Saxe";' Interesse Braun- schweigs wegen des Stifts Hildesheim), Bremen („est marie' et a desenfants"),* Lübeck. Der Kf. von Sachsen hat vier Bistümer inne, Brandenburg ebensoviel oder mehr, Mecklenburg zwei, Pommern auch einige. „Et n'y a prince en Allemagne qui ne se soit accom- mode de ce qui lui estoit commode. Et cependant un seule n'est prest pour plaire k Femperenr ou ä l'evesque de Liege et assouvir son ambition de lui quitter leurs evesches, mais bien de les con- server et ayder le dict electeur. Le roy de Navarre envoyera en Allemagne pour seconder l'ambassadeur de la royne, et ce incontinent que le s r de Segur sera vers lui, 1 ' et s'il est trouve bon, ä ce prochain printemps se- courra l'electeur de Cologne de six mille harquebuziers et mille cbevaux et moyennera que les Suisses lui ayderont de quatre mille hommes de pied. Cela avec les forces du duo Casimir, princes Palatins, contes, villes protestantes prochaines du Rhin donneront sur la Franche-Conte, Luxembourg, pays de l'evesque de Liege et autres evesques; et en remestant l'electeur Truchses en son estat osteront tous les moyeus au roy d'Espagne d'envoyer au prince de Parme des forces d'Italie et Espagne, empescheront aussi que les vivres ne descendent au Pays-Bas par la Muse, et par ce moyen raettront en extreme neVessite le prince de Parme. Sa M tä aussi considerera que si le roy de Navarre voit les Pais-Bas delaisses, l'electeur Truchses abandonne, si ce ne sera pas un argument assez süffisant aux Catholiques prudents qui sont pres de sa personne, de lui persuader de se remettre en la bonne gräce du roy et de temporizer en attendant un meilleur temps plustost que de s'asseurer sur ceux, qui jusques a. ce jour n'ont du soing que d'eux-mesmes. c) Advis pour le voyage d'Allemagne". Die Königin soll möglichst bald „quelque personnage d'honueur, craignant dieu, piain de zele et de bonne affection, libre, franc, patient et diligent" nach Deutschland schicken, um Dänemark und den protestantischen Ständen vorzustellen, wie „par nos divisions" das Papsttum sich befestigt und Spanien sich vergrössert; das Bedauern der Königin über ihr bisheriges Zögern auf Segur's Anbringen 4 auszudrücken und sie zu baldigem Entschluss zu ermahnen. Da aber eine Versammlung der Fürsten und ein Ausgleich der theologischen Streitigkeiten sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würde, „Sa M tei vielleicht niedergeworfen worden; er habe nachher noch Andreas Lane; und Dr. Lorenz Müller nach Lüttich geschickt und ersuche nochmals um eine Z isammen- kunft (Hrüs-el, Corr. d'Alex. Farnese avec des Comtes Palatins). ■ Vgl. No 98 (S 84). B e 7. o 1 d . .Briete des Pialzgrafen Jobaun Casimir. III. 46 722 (1585) 71*—72* 3) „Der dritte puncten, was wir bei den churf. Trier und Cöln der erbforderungssach halben tractirt, zu erkundigen und gleichs- fals der herzog von Parma uns zum besten tun könte, und solches auf sechserlei weise": 1) die Italiener, die stets nach Lothringen ziehen, könnten „ein kleinen umbschweif nehmen uns zum besten"; 2) ob man in Spaniens Namen, aber um unser Geld Kriegsvolk ins Lützelburger Land anlaufen und anreiten Hesse ; 3) ob P. die Hand bietet, „das, wo disseits Coblenz uns zuruckwerts den Rein nauf durch die wetterauischen graven, die unser gegenteil brauchen möchte, schaden geschehe, wir uns allein oben zu versorgen"; 4) ob er mit Gemahlin ein „retret" im Lützelburger Land haben könnte; 5) ob P. ihm Albaneser zukommen lassen und 6) ihm heimlich mit Geschütz und Munition bei Lützelburg oder Dieden- hofen helfen könnte. 4) Schiffahrtprojekte (Sauer, Ader, Maas). 5) Spanische Erlaubniss zur Ansiedlung ausziehender Bürger „unter uns" und freier Pass für Zufuhr aus dem Lützelburger Land. 6) Belehnung der Salzbrunnen in diesem Land. 7) „Das unser söhn möchte ein Zeitlang bei ihme sein, kriegsrustung zu sehen, auch ob er möchte in gubernament befurdert werden". Brüssel, secr. all. reg. 480 p. 220. Cop. (Januar) 72.* Der Nuntius Germanico Malaspina an den (Prag) Kardinal von Como. (Der Administrator von Halberstadt und die Frage des kais. Indults. Haltung Kursachsens in der kölnischen Sache; Rücksicht gegen den Kf. am Kaiserhof. Possevino.) „Si sono poi chiariti, 1 havendo mia requisitione fatta diligenza, che non fü vero, che N. S confirmasse l'Halberstatense, ma hanno bene con questa occassione ritrovato, che S. M th le concesse l'anno dell' 80. un indulto per due anni, quäle se ben a presente e spirato, non havendo esso Halberstadt ottenuto la confirmatione, devono non- dimeno li subditi [esser] persuasi altrimente. Et perche non ostante ch'essi siano quasi tutti infetti d'heresia, s'ha con tutto ciö speranza, che quando fossero certificati, che l'administratore non ha la tem- poralitä di S. M & , che forse non l'admitterebbono, s'e per questo tenuto proposito tra il vicecancelliere et me del modo che si potrebbe ritrovare per desingannare quei popoli". ... Er begriff nicht, warum man sich bisher ohne Grund weigerte an den Herzog von Sachsen zu schreiben, dass er der Apostasie des Halberstädters keinen Vorschub leiste. ,,Ma ultimamente ho pene- trato che'l duca ha scritto a S. M t4 alcune lettere, dalle quali se ben non si puö congietturare ch'egli sia per retrocedere dalla fede 1 Die Räte des Kaisers. — Ueber die Halberstädter Sache vgl. I- 374 A. 1; Lossen I, 561 ff; Ritter, D. G. I, 311; 580 A. 1; 584f; Ehses-Meister, N. B. I. 1, XLVII; L1V; 3 A. 2; 27 A. 2. 72 *_73*. 1585 723 data di dovere reconoscere il Coloniense per elettore,' esagera nondimeno le vexationi ch'egli patisce et 1'impediraenti che d'altri prencipi sono posti al desiderio suo, perilche qua credono che sia magiormente accertato il cercare d'assicurarsi bene dell' animo del duca col confirmarlo con dolcezza et desteritä nella dispositione buona ch'egli ha sin hora mostrata nel negotio di Colonia, ohe col muovere nuova pratica, dalla quäle non si puö sperare essito molto a nostro gusto, perdere come si suol dire il certo per l'in- certo. Et perche il padre Possevino per altre vie et com'egli m'asserisce sicure et certe haveva giä alcune settimane sono pene- trato, qualmente era combattuto gagliardamente l'animo del duca in- tal proposito, io perciö m'induco facilmente a credere che poss' esser vero quello che qua m'e stato communicato. Ma sia come si voglia, non si deve lasciar passare senza notabile risentimento cosi gran disordine, dato ancora che al fine non s'ottenesse niente"..... Rom. Lottere di Minucci (preusB. hist. Inst.) VII, 25. Cop. ■ 73.* Malaspina an Gomo. 9. 19 (Balberstädter Sache. Rücksicht des Kaiserhofs auf Kursachsen, der Februar hier zum Schaden der Katholiken für die Hauptstütze des Reichs gilt. _ Gefahr des Verlustes einer Reihe von nord- und westdeutschen Stiftern. " ra S Vorbereitung eines katholischen Konvents Mainz und Speier.) Die geistlichen Kfl. werden hoffentlich in der Halberstädter Sache deu Kaiser nach dem Wunsch des Papstes beraten. Sucht trotzdem alle Mittel aufzubieten angesichts „dell' eminente pericolo. II che qua vanno, per quanto posso penetrare, sutterfuggendo grandementc, et pare che habbino piü l'occhio che l'edificio non cadi hoggi o domani, che pensiero di provedere all' assicurarlo per sempre o almeno per qualche tempo. Et si pur s'inducono a far qualche cosa, si servono di materia et architetti desiderosi di specchiarsi nella ruina nostra, poiche il duca di Sassonia, senza il cui prescito et parere non s'ardisce di porre o levare una minima pietra, sendo tenuto qua che sia quello che sostene la machina, regge et governa il tutto con un temperamento ch' e molto pernicioso, collationandosi insieme la poca utiltä et il molto detrimento che da esso ne ricive la parte cattolica. Et invero e cosa molto disdicevole il pensare che dio signor nostro si voglia servire d'un membro putrido et distaccato dal resto del corpo per risanare quelli che stanno tuttavia uniti con esso, overo per conservare nella unione altri che spontaneamente si voglion separare". 2 Hat angesichts der Gefahr des Verlustes von Halber- 1 Vgl. II. 288; 303; 306. 2 In Rom war man mit dieser Auffassung nicht ganz einverstanden. M. sagt in seiner Depesche vom 24. Febr./6. März nach Erwähnung des kursächs. Sehr, über die Anerkennung des neuen Kf. von Köln: „Perche V. S. Ill ma nella sua delli 9 del passato in questo proposito mi dice ch' io non mi riscaldasse in procuraie quel ritentimento quanto al Sassone, io ho giudicato per quello che possa in altre occasioni intervenire, non essere se non bene di significare a V. S. lll ma , che 46* 724 1585 73*—75*. Stadt, Mieden, Münster, vielleicht auch von Strassburg, Köln u. a. Kirchen den Kaiser gebeten, von seinen Räten Gutachten über die Abstellung der jetzigen und Verhinderung der ktiuftigen Unordnungen zu fordern und dann cineu Konveut von Räten der katholischen Fürsten deshalb zu berufen. Die kais. Räte ersuchten ihn um ein Memorial zur Grundlage der Beratung.......Der ß. von Speier will den Kalender nicht publuiren, der Erzb. von Mainz nicht die Bulle In Coena domini. Rom Letterre di Minucci V, 45 (pr. histor. Institut). Cop. 16.Febr. 74.* Daniel Rogers an Ehem. Frankfurt rT ... .... .... „Haec autem ei bono senbo, ut in memonam tibi re- vocem, quae nuper, cum Heidelberga discederera, inter nos acta fueruut. 1 Narrasti enim in procinetu mihi coustituto, qualia ab Auhaldinis legatis iutellexisti, videlicet electorem Saxouem postu- lasse ab Auhaldiuo principe, ut potius consilium sibi, quo cou- cordiam inter C. A. proceres stabiliret, submiimtraret quam per suos tbeologos Concordiae librum perstriugeret aut exagitaret." Bittet um Gutachten, „quid consilii in eo rerum statu, laborante etiam Saxone, Sei ma regina ad rempublicam promovendam eidem suggerere posset." Das Unternehmen einer Konkordie gegenüber den pajdstisehen Vorwürfen der Abweichung von der A. C, an sich wohl begründet, ist uur durch die Theologen, die die Willens- meinung der Fürsten verfälschten, verdorben worden üb Sachsen an den Beschluss des Naninburger Tags vou 1561 gegen die Kondemnationen zu erinnern ? Briefe an ihn durch Glauburg an den Sekretär der englischen Kaufleute zu Middelburg „Georgim Gulpiugium" zu schicken. Schickt eine Chiffre, „quibus pro rerum necessitate (quandoquidem saepius tecura per literas agere decrevi) nti possimus"..... Bm. Coli. Cam. II. Or. 75* Malaspina an Corao. 1 °' (Fürstliche Interzession für Johann Friedrich von Sachsen. Miss- 26. helligkeit zwischen Kf. August und seinem Adel.) März Prag • ■ Gesandte fast aller deutschen Fürsten, auch der Erzherzoge und Dänemarks hier wegen der Befreiung des Herzogs von Sachsen. 2 „Ma perchö s'e scoverto che Casimiro con aleuni altri cervelli seditiosi e stato quello c'ha proposta et promessa questa universale legatioue, si crede, che la petitione sia in secreto molto sospetia al duca di Sassouia et che peroiö non sia l'lmperatore l'esperienza uiostra essere attione utile et grata all'Imperatore, quando li ministii di d. S li li ricordino non tanto quello ch'e di solo servitio della n** S. et della religione, ma anco alle volte quello che concerne il bemticiu d''lla M li S. Et io so, che in questo particolare >lel Sassone et altri S. AI'* h.i detto di haver ricevuto in buonissima parte aleuni officii cbe si sono fatti". 1 J. C. Kalender 1585: 25. Januar: Rogerius kommt. 2 Vgl. 11. 318 A. 1. 75*—77*. 1585 725 per condescendere ad innovare cosa alcnna." Noch keine Audienz; Streit Ober die Präzedenz zwischen Mainz und Dänemark. „Si scrive ai;co da Sassonia di piü parti et l'istesso duca ha commu- nicato a S. M' 4 di un principio di ribellione o almeno d'una grandissima disobidienza di alcuni conti principali sudditi del duca, parte de'quali poiche sono stati incarcerati, n'hanno havnto quel seguito che speravano. Si pnö peiö credere che sarä stata piü tosto temerilä di quei conti che motivo ben fondato." Kom. Lettcre di Minucci V. 65. Oop. 76.* Malaspina an Com o. 6. (Die kaia. Räte wollen die Belehnnng J. C. als das geringere Uebel . ., befürworten.) . A P nl Prag Casimirs Gesandte wegen der Investitur, „stando questi con- siglieri a>sai perplessi et altritanto nel dichiararsi circa l'es- clusione come nel sodisfare alla petitione sua, essendo nell'uno et l'altro caso consideratione et pericoli gravi. Ma pare che inclinano a persuadere S. M t4 che li dia l'investitura, poiche oltre che siamo fuori di speranza che questa dignitä possa cadere in persona catolica et tra heretici, ancora che sia qualche grado differente di mclitia, sono perö tutti inimici della religione, si crede ch'essendo riconosciuto Casimiro da Magonza, da Baviera et da altri, s'havesse la negatione da S. M t4 , forse se ne curarebbe poco, et che perciö sia piü espediente che si li dia l'investitura, per vigore della quäle sia teuuto a fare il giuramento consneto a S. M t4 , col mezo del quäle forse si continuera [!] in officio. Et questo parere par che si confernii dal vedere che doppo ch'esso non stä otioso et senza officio, non s'ha intromesso in farsi autore di quelle novitä che si sono tentati in Germania." .... Rom. Lettero di Minucci V, 7S. Cop. 77* Königin Elisabeth von England an Johann 27. April Casimir. 1 Gree . n - wich Das Vorgehen der Gtiisen gegen Navarra fordert Verständigung über gemeinsame Abwehr unter allen Evangelischen. „Cum vero de Exe. V. cum erga universam retnpublii■am summa pietate tum erga nos mirifico studio et benevolentia imprimis constaret, illam potissimum delegimus, cui consiiia cogiiatione*que uostras de hoc omni negotio communicandas censeamus " Schlägt eine Zusammenkunft von Gesandten der Fürsten und freien Städte in einer deutschen Stadt vor. Hat deshalb einen Gesandten an Dänemark geschickt, dessen Autorität und Religionseifer auf die andern bestimmend wirken kann. Ihr Gesandter soll unterwegs Julius von Brannschweig aufsuchen, der ihre Sehr. (beil. ein Exemplar) an Sachsen, Brandenburg und Hessen befördern und möglichst baldige Festsetzung von Ort und Zeit betreiben soll; „similiter etiara ab Ex. V. petimus, quae merito primum inter electores gradum 1 Vgl. II. 327; 333. 726 1585 77*—79*. obtinet, ut serio cum reliquis agat", damit Braunschweig ihrem Gesandten bei dessen Rückkehr aus Dänemark „eorum respon- sum" zur Uebermittlung an Dänemark und sie mitteilen kann. Vor allem muss man die Hansestädte beiziehen, von denen die Feinde „plures belli gerendi commoditates" beziehen, ferner Werbung und Durchzug (wie früher geschah) verbieten. . . Uebrigens leidet die Lage Navarras kein Abwarten des Gesprächs. Bittet um Mitteilung wie rasch eine Zahl von deutschen Reitern und Knechten aufgebracht und wie in ihrem Namen dort Geld hiefür flüssig gemacht werden kann, da Sendung gefährlich. Kopenhagen. Fr. Ref. Cop. 30.August78.* Der Nuntius Caligari an Kardinal Rusticucci. 9. Septbr. (Ein Gesandter der französischen Ligue bei Erzh. Karl.) Graz .... „Va segretamente con un servitore solo a questi principi cat ci un gentilhuomo francese, chiamato Metello, huomo maturo, buon cat co et sopra tutto instrutto et versato negli affari de' principi. Gostui dice essere mandato dal s or cardinale di Borbon, et pare che venga anche di fresco da Roma." Nachdem der Gesandte hier mit dem Kanzler und den Jesuiten gesprochen, ritt er weg S. Hoheit aufzusuchen, „et se bene e stato ricercato instante- mente dal cancelliero, non ha perö voluto dire mai, per quel che vada. Ma se e lecito a indovinare, si puö conietturare dal suo parlare, che va o per trattare matrimonio con questa primogenita di S. Alt., la quäle ha fatto prova di voler vedere, o per dare conto de la causa del cardinale suo et de' consorti, o forse per provare di tirare in lega con loro tutti questi principi cat oi . Et puö essere che li Francesi tentino questo, forse piü presto per valersi del nome spetioso di una lega cat ea germanica a terrore et spavento degli Ugonotti, che per l'effetto relevante che ne possa risultare. Questo gentilhuomo va anco accennando nel suo ragio- nare di alcuna impresa da farsi per li Cat cL contra Ginevra et contra Inghilterra, del quäle regno et regina mostra esssere molto ben pratico. Io parlo a mente, ma a la tornata di S. Alt. farö prova d'intendere con piü veri fondamenti tutta questa prattica". 1 Rom, Germania 68, 166. Cop. 6. 79-* Caligari an Rusticucci. 16. Septbr. j) er Erzherzog erzählte ihm, der Franzose habe ihm ein Sehr. Graz des Kardinals von Bourbon und der Guisen überreicht „et ricer- catala [S. Alt.] di lega contra gli heretici. S. Alt. ha laudato som- 1 Vgl. hiezu Ehses-Meister, N. B. I. 1, 194 ff; G. G. Anz. 1897 S. 315 f; 321 ff; über Joh. Andreas Caligari, B. v. Bertinoro, Ehses- Meister S. XII. Meine frühere Vermutung, der ligistische Gesandte vom Sept. 1585 sei wieder der Jesuit La Rue gewesen, widerlegt sich durch obiges Sehr, (in dem Girolamo Martelli irrig „Metello" genannt wird). Vgl. II. 341; 358; 437; Hirn II, 134 ff. 7 9*—80* 1585—1586 727 matnente l'opera et detto, che essa non puö fare cosa alcuDa senza l'Imperatore et l'arciduca Ferdinando suo fratello, perö^che si rimette a quelle- che essi concluderanno, ma che le parrebbe bene, che questo negotio si dovesse trattare per mano detla S tä di N. S re , et essendo in campagna su la caccia non ha potuto entrare seco in piü lungo discorso, ma lo ha mandato ^en con- tento et lauda Tindustria et il procedere de l'huomo". Rom, Germania 68, 170. 1586. 80.* Verzeichniss der Schulden von Kurpfalz und Pfalz-Lautern. * Bemerkung von der Hand J. C.: „N°: dise verzeich- nussstimbtnit über eins mit der ver- zeichnus N° A., so- vil die 25000 fl. hauptgelds vermog vaterlicher dispo- sition." 3 „Verzeichnus des schuldenlasts uf M. Gn. F. und H. cammern, auch undern und obern Pfalz, so noch zur zeit unabgelegt und der mehrerteil verpensionirt werden muss".* Schuldenlast, die nach Absterben des Kf. Friedrich vermöge der brüderlichen Vergleich- ung M. Gn. H. zugewiesen und was daran noch zu bezahlen ist: Summa an Hauptgeld Pensionen 17918 fl. 861 fl. Schulden, die zur Zeit M. Gn. H. Regierung gemacht und auf den Aemtern versichert sind: Summa an Hauptgeld Pensionen 2600 fl. 130 fl. Schulden auf der Kammer und das verschriebene Gnadengeld: U. a. 6000 fl. verpensionirt mit 300 fl. dem alten Marschalk Gottfart; 2200 fl. D. Christoph Oeheim in ao. etc. 82. fürgeliehen Geld, werden verp. mit 100 fl.; 2000 fl. Gnadengeld für den Statthalter Phil. Waniboldt von Umbstatt, verp. mit 100 fl.; ebensoviel Gnadengeld für D. Chr. Oeheim; 1000 fl. „seind in disera 86. jähr Doctor Justo Reubern verschrieben", verp. mit 50 fl.; 500 fl. Gnadengeld für Heinrich Pehlen, verp. mit 25 fl. 1 Vgl. Kluckhohn, Testament Priedr. des Frommen, S. 83; Gothein in der Z. f. Gesch. des Oberrheins XLII (N. F. III), 22 f. 728 1586 80*. Summa an Hanptgeld jäbrl. Interesse (Pensionen) 35160 fl 1528 fl. Folgt nun, was zum kölnischen Zug aufgenommen worden und noch zu bezahlen ist: und erstlich dasjenige Hauptgeld, so noch verpensiouirt werden muss: 16700 fl ao. 83. dünn die Gemeinden im Amt Neustadt geliefert. 1000 fl. von der Stadt Lautern geliehen. 3450 fl. von den Untertauen des Amts Böckel- heim geliehen. 2000 fl. von Stadt oder Spital Speier geliehen. 3000 fl. von der Stadt Worms. 3000 fl. vom Statthalter zu Durlacb Hans Landschadt geliehen. 1066 fl. 10 Batzen der Arzt Dietrich Semel- becker geliehen. 1706 fl- 10 Batzen D. .Tustus Reuber geliehen. 5500 fl. D. Christoph Oelnim. Die beiden letzten Posten erst ao. 85. aufgenommen, davon 5000 fl an den Kf. von Brandenburg, 2000 an die Schweizer erlegt. Etliche andere Posten. Summa an Haupteeld jflhrl. Interesse 40423 fl. 5 Batzen. 2031 fl. 27» Hatzen. Fulfjt, was weiters zum köln. Zug aufgenommen, 1 davon bisher kein Interesse gereicht worden und zum Teil zweifelhaft sind, ob sie wieder erstattet, werden müssen oder nicht: 10000 fl. der Stadt Stiassburg; Zahlung in 2 Raten bewilligt, nächste und überuächste Weihnacht. 3000 fl. an Brandenburg noch von den 10000 fl. zu erlegen, nächste Herbstmesse. Nach der br. Rechnung kämen noch 2500 fl. für Verlust an der Münze und Pension dazu.* * Ebenso: „ist 1000 fl. hat die Schule zu Neustadt geliehen. alles contentirt". 500 fl. die Kirchenbereiterei. 16200 fl. die schweizerischen Städte.* * Ebenso: „N° 4000 fl. die Stadt Frankfurt. Muhlhausen abge- 1600 fl. die Stadt Strasshurg, als der Obrist l°st 10 00 v". Peutrich mit den Soldaten aus dem Elsass des Orts ankommen. 8000 fl. die Stadt Nürnberg.* * Ebenso: „Soll alle jar 2000 fl. abgedruckt werden, angefangen ao. etc. 90". 1 Vgl. No. 48.* 80*—81*. 1586 729 3000 fl. der Bischof zu Speier.* 10000 fl. zum Abzug ao. 83. durch die kurf. Pfalz vorgeschossen.* Summa des aufgenommenen zum Teil zweifelhaften Gelds ist: 57300 fl. Von wegen des zweiten französischen Zugs hat man auch zu bezahlen: 3000 fl. des verstorbenen Bischofs zu Speier Erben, in den nächsten drei Frankfurter Messen. MIj. 301|14. Or. * Ebenso: 9t§T' * Ebenso: „N° mit churf. Gebhart, must man einmal mit ihme abrechnen, was ich bei S.L. uf und angewendt. Dises geld hat mein bruder seliger mit- leideulich chf. Gebhart furgestreckt". 81.* August von Sachsen an Johann Casimir. (Gegen den Verkehr des Papstes mit dem Kaiser und den katholischen R. Ständen kann man nach dem Rel. Frieden nichts einwenden; g'eicbe-i Recht für beide Bekenntnisse. Nur bei parteiischer Haltung des Kaisers bezüglich der französischen Werbungen oder be m Uebergreifen der Gegenreformation auf das Gebiet der Stände A. C. wäre man zu Argwohn und Abwehr berechtigt. Der kgl. Titel ist N.ivarra von der kais. Kanzlei schon vor der päpstlichen Exkommunikation vorenthalten worden. Gegenüber dem Gerede über den Rel. Frieden hält er sich an die Erklärungen des Kaisers und der katholischen Stände. Verweist auf seine Räte zu Worms.) 26. Januar Dresden Auf J. C. Sehr, vom 4. [iL 400]. Hat vorher eine mit der von J. C. übersandten gleichlautende Cop. des pilpstlicben Sehr, an I. Mt. von anderem Ort erhalte;). Traut jedoch dem Kaiser nichts Gefährliches zu und will es nach dem Rel. Frieden geschehen lassen, „das der pabst bei 1. Mt. und andern stenden durch Schickung und schreiben dasjenige, so zu erhaltung seiner religion dienet, suchet, die pabstischen stende auch in ihren furstentumben und gebieten dasjenige tun, und anordnen, was sie ihres erachtens zu bevestigung ihrer religion, die sie nicht weniger dan wir die unsere vor warhaft ig halten und im religionfrieden nachgelassen sein wissen, dienlich und vorträglich zu sein ermessen''. Wir müssen bedenken, was wir tun würden, wenn wir der päpstlichen Religion wären, und dass wir eben so wenig, als wir uns durch der päpstisehen Stände Argwohn und Praktiziren au Verordnungen für die evangelische Lehre hindern lassen, „wider die pabstLche stende ihres kirchentums und wesens halben, sonderlich über ihre so clare und oft wiederholte runde und leutsche erklerung, daher argwönige gedanken und misstrauen zu schöpfen haben". Würde aber der Kaiser der einen von den französischen Parteien die Patente erteilen und der andern ohne hochwichtige für die Stände beider Reigionen erhebliche Ursachen 1 Bezieht sich auf die vorhergehende Randbemerkung zurück. 730 1586 81*—83*. verweigern oder die päpstischen Stände „understünden sich, ihre religionsreformation dem religionfrieden zuwieder in der stende A. C. landen und gebieten eigenes vornemens und one ordentlich im reich zugelassenes erkentnus und aus trag fortzusetzen, so bette man ursach, nicht alleine derowegen I. Mt. und die andere stende argvvonig zu vordenken, sondern ihnen auch dasselbige zu vorweisen und nach gelegenheit dagegen zu trachten". Sonst berührt ihn die Vorenthaltung des kgl. Titels an Navarra nicht, da vor langen Jahren zwischen Oesterreich und Navarra Streitigkeiten entstanden sind und die kais. Kanzlei es so gehalten hat, ehe der Kg. in des Papstes Bann kam. Gegenüber den Reden unruhiger Leute über die Endschaft des Rel. Fr. hält er sich an die Erklärungen des Kaisers und der vornehmsten Stände, dass auch ohne Religionsvergleichung durch ein Generalkonzil der Friedensstand in allen Artikeln bis zur Vergleichung des Glaubens in Kraft bleiben soll. Teilt des Kaisers Sehr, an ihn und Brandenburg und ihre Antwort in Sachen der Patente für den Kg. von Frankreich mit; findet eine weitere Aeusserung nicht veranlasst. Bezieht sich wegen Aachens, Augsburgs, französischer Unruhen auf seine Räte in Worms. Dankt für das Zuentbieten und wünscht ebenfalls viele glückliche neue Jahre. Mb. 112J9. Or. (pr. 13. Febr.). 6. März 82.* Johann Georg von Brandenburg an Johann J Kö1 " an Casimir, der Spree Hat seinen Räten zu Worms befohlen keine Aenderung betreffs der zweimonatlichen Hülfe zuzulassen [ganz im Sinn und Wortlaut von J. C. Sehr, vom 13. Febr.] und ev. mit J. C. und unseres Teils fürstlichen Räten zu protestiren und den Dep. Tag zu zerschlagen. Ist gegen Abstrickung der Kommerzien mit England u. s. w. und für gütliche Handlung namentlich zwischen den beiden Kff. von Köln. Die Kommination der Kölnischen, 1 gleich früheren ähnlichen Reden, für eine Leichtfertigkeit zu halten. Das Sicherste ist, sich des kölnischen Kriegs nicht anzunehmen, um Spanien oder andern keine Ursache zu geben. Mb. 1H|3. Or. 1. April 83.* König Friedrich von Dänemark an König Philipp II. von Spanien. (Der Krieg in den Niederlanden, neuerdings belebt durch das Eingreifen Englands, nur durch den von Spanien geübten Gewissenszwang verursacht. Der K. soll nicht auf den römischen Papst, sondern auf das in Deutschland, Polen, Ungarn und Böhmen gegebene Beispiel religiöser Duldung sehen. Erbietet sich gegenüber Spanien und England zur Friedensvermittlung und beglaubigt seinen Gesandten Wilhelm von Wense.J Bedauern über die niederburgundischen Unruhen und über die vergeblichen Bemühungen sie beizulegen von Seite der R. Stände. i Vgl. II. 422 A. 1; 427 (S. 356); Rit t er, D. G. II, 17 f. 83*. 1586 731 Der Krieg hat nun neue Nahrung bekommen dadurch, dass, wie er 1. April schon vor einigen Monaten gerüchtweise erfahren hatte, die K. von England kraft alter Verträge die Lande in ihren Schutz genommen und Truppen dorthin geschickt hat. Soviel ihm bekannt, ist die einzige Ursache dieser Uebcl die Weigerung der im Uebrigen zu allem Gehorsam erbötigeu Untertanen des K. sich zu dessen Religion zu bekennen. Will nicht über ihre Wahrheit und Falschheit dispütiren ; aber es ist einem Christen schrecklich zu vernehmen undmuss Mitleid erregen, dass so viele Hunderttausende nur wegen der Treue gegen ihre Religion, neben der sie alles Irdische gering achten, so blutig verfolgt werden. Gottes Wort und die kirchliche wie die politische Geschichte lehren: „conscientias in causa religionis non externa vi aut manu militari, sed a deo ipso, in cuius manu cor hominis est, per vim et efficatiam verbi eius gu- bernari et ad saniorem mentem deduci". Dies hat auch der K. hei allem aufrichtigen Eifer für seine eigene Religion erfahren müssen ; jedenfalls hat er das Menschenmögliche an gewaltsameu Gegenmassregeln geleistet und das Einschlagen friedlicher Wege kann ihm von Niemandem verdacht werden. Der K. möge nicht auf das Drängen jener achten, die ihrem Stand zuwider aller christlichen Liebe vergessen haben und selbst wie im Paradies leben, während sie Fürsten und Völker gegeneinander hetzen. Kann nicht umhin hier des römischen Papstes zu gedenken, der mehr auf seine Autorität als auf die Ehre Gottes, geschweige denn auf „synceram reformationein impiarum superstitionum" bedacht ist. Verweist auf das Beispiel Gamaliels, ferner auf die schliessliche Nachgiebigkeit Kaiser Karls V., die den deutschen Rel. Frieden ermöglicht hat, auch auf die Zugeständnisse in Sachen der Religion in Polen sowie von Seiten der Kaiser Ferdinand und Maximilian in Ungarn, Böhmen und ihren sonstigen Landen. Bittet den K. seine Zustimmung zu einer Friedensverhandlung zu geben, die er in diesem Fall durch einen Gesandten auch der K. von England vorschlagen will und deren Grundlagen folgende Bedingungen sein werden: der K. wolle den nieder- burgundischen Provinzen die freie Rel. Uebung (wie im Reich) und die Erhaltung ihrer alten Religion zugestehen, die fremden Truppen abrufen, einen ewigen Frieden mit der K. von England errichten. Dann würde sicherlich England seine Truppen auch zurückziehen und alle Stände und Untertanen zum Gehorsam gegen ihren natürlichen Herrn zurückkehren. Er würde hiefür sich gern jeder Mühe unterziehen. Bittet um zustimmende Antwort „per praesentem nobilem ac inprimis nobis dilectum ministrum aulicum Wilhelmum a Wense, quem hanc unicam ob causam ad Ser. V. ablegavimus". Er würde sehr gern, falls beide Könige ihm das Vertrauen schenken, das Amt des Vermittlers übernehmen; über- lässt es dem K., ob dieser neben ihm oder ohne ihn andere Grosse, Kff. oder Fürsten beiziehen will. Das alles geschieht von seiner Seite „non ex inani curiositate", sondern aus brüderlicher Gesinnung und aus christlichem Erbarmen über das schreckliche Blutvergiessen unter Christen. . . „Datae etc." (auf dem Umschlag: „Exemplar literarum 732 1586 83*—85*- ser mi Daniae Norvagiae etc regis ad regem Hispauiarum primo aprilis ao. etc. 86"). Kopenhagen. Span, Niederl. A. Cop. 19. April 84,* Instruktion für den nach England abgeordneten K°pen- dänischen Rat Heinrich Ramel. nagen König Friedrich von Dänemark bietet Friedensvermittlung zwischen England und Spanien an, als beiden Parteien verwandt, mit Spanieu seit dem Vertrag von 1544 zwischen Karl V. und seinem Vater eng verbunden; hat sich brieflich an Spanien gewendet nnd erwartet dessen Erklärung; sein Vorschlag entspricht dem von England publizirten Ausschreiben und dem Bericht des Gesandten Willoughby (Freistellung der Religion und Erhaltung der Privilegien in den Niederlanden). Im Fall der Ablehnung von Seiten Englands und auch sonst soll der Gesandte darauf dringen, dass jedenfalls die commercia nicht ganz gehemmt werden, da dies alle andern Nationen gegen England reizen könnte, und zugleich verschiedene Beschwerden betreffs der Schiffahrt anbringen, Hülfe mit Kriegsschiffen und Anhaltnng der Kauffahrer ablehnen wegen jener ewigen Bündniss und Bruderschaft des K. mit Spanien. Im Privatjsespräch soll der Gesandte der französischen Legation erwähnen, der Königin allein vertraulich Aufstellung eines möglichst starken fremden und eignen Kriegsvolks ohne Ansehen der Kosten empfehlen, ferner bei ihr wegen der schottischen Ileiratssache sich erkundigen, endlich über das französische und navarrische Kriegswesen sich unterrichten. Kopenhagen. England A. Or. 21. April 85.* Christian von Sachsen an Johann Casimir. Salza Auf J. C. Sehr, vom 11. Würde die von J. C. gewünschte persönliche Zusammenkunft gleichfalls sehr gern sehen, ist aber bis Pfingsten durch die Erbhuldigung und nachher durch andere driug- 1 Kgl. Erapfehliingssehr. für Weuse an Parma und Verdngo gl. Datums ebd. Vgl. II. 453 A. 2; Gott. Gel. Anz. 189/, S. 319 A 1; 190i, S. 513 A. 3. — Khevenhüller an den Kii^er, Madrid 7. 17. Juni 1586: Vor etwa 12 Tagen kam ein dänischer Gesandter, ein Edelmann aus Lüneburg Wilhelm von der Wenrz hier an, mit einem deutschen Sehr, sieben Bugen lang an den hiesigen König und mit dein Befehl bis zu einein Monat auf-Antwort zu warten. Hat trotz der hiesigen Geheimhaltung der Siehe durch seine Korrespondenten erfahren, dass Granvela dem Gesandten eröffnete, der K. trage Bedenken ihn persönlich vor ulassen, da er allein, „auch nicht mer als soviel eissern ansehen nach qualificierf komme. Gr., mit dem der Gesandte wegen seines unvollkommenen Französisch deutsch sprach, aber sich französisch antworten Hess, versprach das Sehr, dem K. zuzustellen. Vernahm vertraulich, „que al car'linal Granvela no pareciö mal el officio que hasia el rey de Denemarkha y sus oflfrecimientos". Ein weiteres Sehr. Kh. vom 16./26. Juli teilt mit, der K. habe auf Kh. Gutachten den Gesandten vorgelassen und mit einer Kette beschenkt, aber eine ablehnende Antwort gegeben. 85*—86*. 1586 733 liehe Geschäfte und zumal durch die Betreibung der kais. Belehn- ung in Anspruch genommen; sobald diese Geschäfte erledigt sind, wird er auf die Zusammenkunft bedacht sein. 1 Dresden. Oopial 535. 86.* Heinrich Kamel an Koni g Fried rieh von Dänemark. 13. Mai London . . Audienz bei der Königin in „Grönwitz" gestern. Sie sprach mit ihm von der brüderlichen Freundschaft des K. gegen sie von ihrer Jugend auf, „dabei I. K. Mt. viel scherz und ernst durcheinander gemiscliet, welchs an E. K. Mt. zu lank zu schreiben"; betreffs der Friedenshandlung zwischen ihr und Spanien rühmte sie das Vorhaben des IL, wenn dieser aber wüsste, was sie für Spott und Schimpf vom K. von Spanien erlitten, der ihr nicht nur nach der Krone, sondern auch oft und vielfach nach dem Leben trachten liess, ,,so wurden E. K. Mt. die lange geduld und grosse torueit (wie I. Mt. wort gewesen), das sie es so lange gelitten, viel me dan dasjenige, was sie jetzo angefangen bette, beschuldigen"; sie erzählte ausführlich alles, was ihr in etlichen Jahren begegnet. „In summa, der beschluss war, wan I. Mt. gleich frieden mit Hispanien erlangeten, so wurden doch die Hispauier deuselbigen halteu so lange, bis sie ihre gelegeuueit ersiehen, das sie inen ohne gefahr biechen und ir desto besser hinwiderumb zusetzen konten". Er berührte dagegen die Ursachen des kgl. Entschlusses, die alten noch bestehenden Verträge und Bündnisse zwischen Dänemark, Eugland, Spanien und Frankreich, weshalb der K. keinem Teil gegen den andern heimlich oder öffentlich tätliche Hülfe tun könne, dagegen wegen seiner Verwandtschaft mit beiden diesen christlichen Weg vorgeschlagen habe. Wird hierüber persönlich ausfuhrlichen Bericht erstatten. Der Abschied war: weil die Sache wichtig, wolle sie die Königin in ein geringes Bedenken ziehen und zur weiteren 1 Vgl. II. 425 A. 2; 427 (Aufzeichnungen J. C, die u. a. auf eine persönliche Verhandlung mit Chr. berechnet sindi; 457: zu dem ebd. A. 2 Mitgeteilten noch nachzutragen ein Sehr. K. Friedrichs von Dänemark an Ulrich von Mecklenburg vom 25. April 1586, in dessen P. S. es nach Erwähnung päpstlicher Praktiken heisst: „ü.is aber die keis. II t. die geistlichen stitter solte wideruinb von . . dem eburf. zu Snxen abgefordert haben", berühre U. in einem heut eingetroffenen Sehr., dessen Ueberbringer berichtete, der Kf. verstärke den Hot um 4—500 Pferde (Ivopenh. D. Prot.). — Die angebliche Aeussetunu; des Kf., „se ne veuiilam quideui in corpore stio habere, qu.ie C;dvinisrao fiveat", bei Fechtius, 8. 686 f; vgl. hiezu III. 8; 1.10 (,S. 113). Am 12. April schreibt Pauli aus Dresden an Philipp Oamerarius: „Et non dnbium est mntationes qna^d.im fatales impendere. quas dem pro sua ineffabili boniiate eleni' nt.er moderetur et gubornet. Cum cogito, quantis procellis haec aula pvoxirais pancis lnen-ubus agitaU fnerit, toto quasi aniino cohonesco" (Berlin, Bibl. Sammlung Meusebach, eigh.). 734 1586 86*—88*. Handlung mit R. baldigst etliche ihrer vornehmsten Rate verordnen. 1 . . . Kopenhagen. England A. Eigh. (pr. 22. Mai.) 21. Mai 87.* Relation der dänischen Gesandten Brede von Hamburg Ranzau und Veit Winsheim an König Friedrich. 2 Ankunft zu Metz am Osterabend, zu Paris am Donnerstag nach Quasimodogeniti. Audienz beim K. Sonnabend den 16. April; Vorantwort durch Kanzler Schiverni, obwohl der K. die latein. Werbung gut verstanden habe. Neue Audienz Dinstag 19. April; Beantwortung durch Belliver (der K. hoffe auf gütlichen Ausgang dieser Unruhen und werde alle einem christlichen Herrn und Vater des Vaterlands zustehenden Mittel anwenden; Dank für die Ermahnung und Freundschaftsversicherung gemäss den alten Erbvereinigungen mit Dänemark). Es hiess bei Hof, man wolle sie mit einer Hotantwort abweisen, wie nachher den andern Gesandten auch widerfahren würde. Der Krieg geht weiter. Abreise von Paris, (wo der engl. Gesandte Ed. Staffordus gute Korrespondenz mit ihnen hielt und Mitteilung ihrer Werbung und Beantwortung an seine Kgin. erbat; so auch J. C. und Segur; sie wollten es aber ohne den K. nicht tun) 21. April. J. C, und seine Gemahlin trafen sie auf der Hinreise zu Kaiserslautern, auf dem Rückweg zu Heidelberg', beil. eiu Konvolut Sehr, von J. C. an den K. mitgegeben [fehltj. Freundschaftsversicherungen hier und bei L. Wilhelm; Dank von Segurius, der sie in der Nähe von Heidelberg traf. Kopenhagen, ür. 22. Juni 88.* Georg Hans an Alexander von Parma. 3 Schickt seine deutsche Antwort betreffs der Friedenshandlung; die deutschen Fürsten, denen sie mitzuteilen ist, sprechen meist 1 Ein Sehr. K. Elisabeths an K. Friedrich, Greenwich 26. Mai, dankt für die R. Werbung und verweist auf dessen Bericht über „haee magni ponderis negotia (ebd. Or.). Vgl. Bor II, 74:9. 2 Vgl. II. 444 A. 1; Cuno, Tossanus II, 146. J. C. Kalender 1586, 4. Mai: Dänische Gesandte auB Gallia gekommen, im Schloss logirt „und f'rolich mit inen gewesen"; 5.: mit dem Gesandten D. Winsheim dikurirt; 6.: Gesandte ziehen weg. — In einem Sehr, an K. Friedrich, Heidelberg 30. Juni, schickt J. 0. nochmals sein Sehr, vom 6. Mai in Cop., für den Fall, dass es nicht durch die dänischen Räte übergeben worden sein sollte, und bittet wiederholt um ein „almosen" für die bedrängten Christen und um Einwirkung Fr. im gleichen Sinn auf Sachsen und Brandenburg; England habe 50000 Kronen „uns bar zu Frankfurt erlegen lassen". (Kopenh. Frankr. Ref. Or.) 3 Vgl. II. 455. 88*—89* 1586 735 nicht französisch. Von den andern Sachen, über die er P. Meinung zu hören gewünscht hätte, ist die erste „le faict du mariage et alliance", die er für P. als Statthalter der Niederlande sehr vorteilhaft erachtet und die ihn überdies in nähere Verbindung mit P. gebracht hätte; wollte sie bei P. zuerst anregen, obwohl er aufgefordert war „pour procurer le dit mariage ä un aultre prince fils d'un grand seigneur". 1 Der Ort, an dem man ihn erwartete, geht aus dem beiliegenden Zettel von einem andern Brief hervor. Bedauert die Verschiebung ihrer Zusammenkunft. Das Projekt der Schiffbarmachung und seine Vorteile für Spanien; der König wird doch eine solche Gelegenheit „pour immortalizer par un si grand ouvre son nom" sich nicht entgehen lassen. Salzhandel..... Brüssel, secr. allem, reg. 480 f. 167. Eigb. 89.* König Philipp Il.von Spanien an König 12. Friedrich von Dänemark. 2 ^._ Juli (Betreffs der niederländischen Rebellion verlangt er für sich das jjjscurial gleiche Recht die Religion der Untertanen zu bestimmen wie andere Fürsten; hat keine Schuld an dem Krieg; will trotz eines begründeten Misstrauens gegen England die Vermittlung Dänemarks annehmen.) Auf Fr. durch den dänischen Hofjunker Wilhelm von der Wens überbrachtes Sehr, aus Kronenburg vom 1. April. Die niederburgundische ganz grundlose Rebellion gegen den natürlichen Herrn muss ja die Teilnahme aller Könige und Potentaten erregen. Dagegen lehnt er das Ansinnen die Seinigen durch Freiheit der Konszienz zu Ruhe und Gehorsam zu bringen ab, ,,dieweil es unter andern 'potentaten ohne ainige widerred breuch- lich ist, das si kain andere frembde religion iren Untertanen gegestatten noch zulassen dan allain die irige, in ansehuug und be- trachtung so der religion als auch gueter regierung und Ordnung halben. Warumb solt uns das weniger als andern zugelassen werden?" Er fühlt sich im Gewissen verpflichtet, die alte wahre katholische Religion zu handhaben, „weiln andere in iren landen neue irrige und verfuerte oppimiones handhaben und beschützen". Nur darum handelt es sich, dass er seinen Untertanen den Ungehorsam gegen die römische Kirche nnd unsern allerheiügsten Vater, der sie als Christus unsers Herrn Vikar auf Erden regiert, nicht zulassen will; man soll ihn nicht mit anderem Mass messen, als mit dem, „so ein jeder sich in seinem haus gebrauchet". An dem Jammer dieses Krieges trägt er keinerlei Schuld. Die böse Nachbarschaft Englands widerspricht den alten Verträgen mit den niederburgundischen Erblanden, die ernst ausgelegt sich nur auf die Herren beiderseits erstrecken und keinen Vorwand für Empörung der Untertanen geben. Trotzdem gibt er, 1 Vgl. No. 71.-= 2 Vgl. No. 83.* 736 1586 89*—91*. da ein so guter Mittler und vertraulicher Unterhändler wie Fr. sich anbietet, Parma Befehl, falls die andere Partei sieh zu gütlicher und rechtlicher Billigkeit bewegen lässt, darauf einzugehen. Sollte die Gegenpartei, ilie ihn zuerst ohne Grund beleidigt hat, sich weigern zuerst die Offensive abzustellen, so kann Fr. daraus merken, das „si E. L. nit so hoch achten und zu ir so grosse lieb tiagen als wir", den Fr. bei jeder Gelegenheit als seinen wahren guten Freund und Bruder erkennen soll. Kopenhagen. Span. A. Or. 15. Juli 90.* Johann Casimir an Markgraf Jakob von Baden. berff Warnung vor J. Teilnahme an dem niederrheinischen Kriegswesen (laut dessen Sehr, aus Bonn 29. Juni), unter Erinnerung an die Werbung seines Hofdieners Hans Christoph S'-her von Schwarzenberg und J. hierauf am 8. Nov. 1584 erfolgten Besuch bei ihm zu Igeiheim; hatte gehofft, seine damaligen Vermahnungen würden J. das Herz getroffen und erweckt haben. Wiederholt diese Erinnerungen an ,J. Eltern und Jugenderziehung u. s. w. Auch die zeitliche Gefahr, üble Nachrede u. s. w. ist bei einem solchen [kurkölniselienj Dienst zu bedenken. Tut dies, ,,weiln sie [E. L.] uns hievorn zu eim vater auf und angenommen''. Von Erteilung der Zollfreiheit könnte natürlich in diesem Fall nicht die Kede sein. 1 Wiesbaden. Dill. Arch. A. 470. Cop. 22. Juli 91.* Leicester an Christian von Sachsen. 2 Befürwortet den Wunsch des Grafen Wilhelm Ludwig von Nassau die zweite Tochter Orauiens Anna zu heiraten gelegentlich 1 Vgl. II. 445. — J. Antwort, Lager vor Rheinberg 12./22. August, verweist u. a. auf sein Freundschaftsverhältnis zu Köln und auf die Undankbarkeit des Gebhard Truchsess gegen ihn und weist scharf J. C. (wohl auf Anstiften etlicher Diener zurückzuführende) „injurien" zurück, die er für je:zr, soweit es mit seiner Ehre verträglich, aus söhnlicher guter Meinung nachsehen wolle (Wiesb. Cop.). — üeber eine Interpellation J. durch Wiirteinberg wegen Religion-iwechsels im Dezember 1587 vgl. Wi-ech in der Zeitschr. f. Geschichte d. Oberrheins XLVI, 1892, S. 656 ff. 5 Hr. Liebenwerda 9. Sept. Der Gesandte, Dr. Dietrich von Egmont und Nienborch, Mitglied des hohen Rates von Holland, überreichte gleichzeitig ein Kondolenzschr. Leicester's zum Tod Kf. Augusts, Utrecht 1. Juli, un I ein solches vom Grafen Moritz von Nassau, Middelburg 31. Juli (ebd. Or.). Uie (lat.) Werbung des Gesandten betraf ausser der obigen Sache die Bitte um Mitteilung verschiede, er Uikk. und Sendung eines Bevollmächtigten, da Graf Moritz und dessen Schwestern b i der feind icheu Okkupation ihrer meisten Besitzungen die Herausgabe der mütterlichen Mitgift auf gerichtlichem Weg erreichen wo Iten. — Das II. 463 im Auszug wieder- gegebene «ehr. Leicester's an S6gur bereits abgedruckt bei Prinster er II, l, 30 f. 91*—92*. 1586 737 der Sendung des „Theodorus de Nyenborch", der „statum domus Auriacae, praesertim liberorum secundi matrimonü V. C. expo- siturus" hoffentlich die Zustimmung des Kf. zu jener vom Vater des Grafen, Johann.:von Nassau, wegen des möglichen Anstosses, den die nahe Verwandtschaft machen könnte, nicht gewünschten Heirat erlangen wird. Es wäre ein Verlust für diese Provinzen, wenn der junge Graf etwa eine deutsche Verbindung eingehen und seine dortige Stellung als ,.praefectus Frisiae" aufgeben würde. Dresden. 8280. Or. 92.* König Friedrich von Dänemark an Johann 24. Juli Casimir. Hamburg (J. C. Anregung einer Unterstützung der Hugenotten. Hat auf dem Lüneburger Konvent eine Geldhülfe für Navarra nicht durchzusetzen vermocht und kann ohne die andern Staude der A. C. nichts tun. Falls letztere bei einem Scheitern ihrer Legation in Frankreich auf andere Mittel denken, wird er das Seinige beitragen.) Auf J. C. Sehr, vom 10. Juni. 1 Die Antwort verzögert durch seine Zusammenkunft mit dem Kf. von Sachsen in Lüneburg, bei der sich „aus eignem bewegen'' auch Kurbrandenburg und Magdeburg einfanden. 2 Der Allmächtige möge seinen Segen dazu geben. Hat J. C. Einspännigen deshalb aufgehalten, weil er „dasjenige, was E. L. der bedrängten und angefochtenen französischen kirchen halben gegen uns in Schriften wolmeinentlich angesucht und vermeldet", den Fürsten vertraulich zur Beratung vorlegen wollte und etwas Fruchtbares zu erreichen und J. C. mitteilen zu können hoffte. Obwohl er aber neben andern wichtigen Sachen die Fürsten mit allem Fleiss zur Verständigung über eine Geldhülfe für Navarra zu bringen suchte, wurde doch nach reiflicher Beratung dahin geschlossen und verabschiedet, dass wegen der an den K. von Fraukreich in dieser Sache abgefertigten Botschaft und in Erwartung der kgl. Antwort „II. LL. für derselben irer abgesandten glucklichen widerkunft sich in etwas einzulassen oder auf einen oder anderen weg sich etwas zu ercleren ganz bedenklich 1 Vgl. hiezu S. 734 A. 2. 2 Vgl. II. 466; Ehses-Meister, N. B. I. 1, 205 ff.; Cuno II, 88. Heinrich von Kanzau an Christian von Sachsen (auf dessen Sehr, vom 16. August, in der Segeberger Haide „den 2. augusti" [!]: Parma erkundigte sich neulich beim Grafen „Alchenburg", ob er nicht zu Lüneburg gewesen und was daselbst gegen den K. von Spanien beschlossen worden sei; der Graf erwiderte einfach, er sei nicht dort gewesen. Eigh. P. S.: Was er kürzlich vom Kaiser und Papst schrieb, „is gesehen, dieweil ich zu Luneborch vol und tul gewesen; hab ich unrecht ingenummen" und sich solches nach einem Sehr, aus dem Land zu Meissen eingebildet (Dr. 10 709, Zeitungen von Eantzow, Or.). he7.oId. Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 47 738 1586 92*. 24. Juli furfallen, auch in solcher den algemeinen protestirenden stenden Hamburg zugehörigen, und mit angelegenen Sachen ohne derselben zutuuDg und mitbewilligung furzunemen keinesweges zu tun und einzugehen sein wolle. Dabei dann IL LL. entlich beharret", trotz seiner weiteren Erinnerungen und Ermahnungen, wobei er „allerlei, so hie zu lang zu erzelen, von Sicherung gemeiner christlicher kirchen durch ganz Europam und von bevorstehender gefahr zu gemuet gefueret", und trotz des Erbietens seinerseits zu kontribuiren, falls sie das Ihrige tun wollten. J. C wird leicht verstehen, „wie ganz beschwerlich uns, die wir mit der Sachen nicht mer, ja auch unsers verhoffens wol etwas weniger als andere der A. 0. verwandte stende im römischen reich zu schaffen haben, denselbigen vorzugreifen und uns mit solchen bürden mer dan alle chur- und fursten beladen zu lassen, auch vor unsere person ohne II. LL. sambtlichen zulage etwas einzuwilligen und zu contribuiren furfallen wolle"; weshalb J. C. es freundlich aufnehmen möge, dass er sich für diesmal in Anbetracht der Umstände nicht weiter erklären kann. Wünscht mit allen frommen Christen gnädige Errettung der armen bedrängten Christenheit von dem Wüten der Feinde und Sieg der jetzt Verfolgten über die Anschläge des Antichrists und seines Anhangs. Da aber die Fürsten zu Lüneburg erklärten, im Fall einer unverhofften und nicht zum Frieden gerichteten Resolution an ihre Botschaft in Frankreich mit den übrigen Veranstaltern der Legation auf andere Mittel zur Sicherung Navarras und der Kirchen zu gedenken, erbietet auch er sich wiederholt in diesem Fall das Seinige beizutragen, wie es ja auch bisher und jetzt bei dieser Zusammenkunft, „an uns nicht erwunden hat'.' Aber die Uebernahme eines so weit aussehenden Werks ohne die gemeinen evangelischen Stände war ihm jederzeit sehr bedenklich, wobei er es vielerlei Ursachen halben beruhen lassen muss. Empfiehlt J. C. nebst ■ Gemahlin und jungen Fräulein „und allem, was derselben lieb sein kann" dem Schutz Gottes. 1 Kopenhagen. D. Prot. l. r >86—88. 1 J. C. hatte damals seine Reise nach Norddeutschland in Sachen der französischen Hülfe bereits angetreten (vgl. II. 467; 482). Er ging am 22. Juli nach Frankfurt, von da nach Kassel, wo er am 26. eintraf und am 29. Meckbachs Bericht über den Konvent zu Lüneburg hörte, dann zu Julius von Braunschweig, der ihn zu Wolfenbüttel am 3. August mit seinen Söhnen Heinrich Julius und Philipp empfing und bei dem er am 6. Aug. seine Werbung anbrachte. Am 9. Aug. nach Helmstadt; „seind fast alle studiosis der universitas gassieren für meinem losament komen. No. Die universitet hat mich uf dem rathaus empfangen"; 10.: „frue mit dem alten hern in das auditorio gezogen, alda ein oration gehalten H. Julius zu ehren". Am 12. gab der Herzog seinen Bescheid; 13. nach Halberstadt; 17. mit dem Administrator „unerkant" nach Magdeburg; 18. mit Joachim Friedrich von Liegnitz nach Zerbst; „disen abend nicht zu nacht gessen, devenu fort malade". 19. Dessau; 23. Wittenberg; die Kirche mit „Martini Luteri und Philipi Melantoni epitavium" besichtigt, „darnach in das closter und auch in das auditorium gangen". 27. Berlin, von Otto Hagk, Christoph von Dorstedt und N. Koderitz 93*—94*. 1586 739 93* Schomberg an Christian von Sachsen. 10- 20. Ueber eine seinem Bruder vom König nur aus besonderer *eptbr. Zuneigung für den Kf. bewilligte Vergünstigung. Eine spanische Paris Stute. Der K. wird am letzten Sept. oder am 1. oder 2. Okt. aus dem Bad nach Paris zurückkehren und die deutschen Gesandten hören, die er inzwischen königlich bewirten und bedienen lässt. Die alte Königin wartet zu Chenonceaux auf Navarras Resolution über den Ort ihrer Zusammenkunft. 1 Der Friede diesem schönen Königreich hoch von Nöten ; Misswachs und Sterben derart, dass keine grosse Truppenmasse beisammen bleiben kann. Militärische Nachrichten (geplante Abdankung des Scharfensteinischen Regiments, später auch der Reiter Otto Plathos etc.). Belagerung von S. Foix „meines erachtens" zu dem Zweck, „damit der konig von Nafvarra] mit der traetation des fridens nicht so lange zaudert, wie er nun fast zwene monat getan, welches gar ein böser und verderblicher rat ist, es habe ihm denselben geben, wer da wolle"; die Fortsetzung des Krieges ist keinem schädlicher als Navarra und seinem Anhang, „wie denn ein blinder kann an der want greifen". Kriegsnachrichten..... Bittet obige Zeitungen nicht unter seinen Namen anderswohin gelangen zu lassen. Dr. 9304. Or. 94.* König Friedrich von Dänemark an Parma. 2 ^. Oktbr Sein im April an Spanien gerichtetes Sehr, und sein gleichfalls an England gelangtes Erbieten zur Vermittlung des Friedens in den Niederlanden; von beiden Monarchen angenommen, obwohl beide im Punkt der Religion einander nach den angehängten Bedingungen nicht zu weichen gesonnen, was die Hoffnung auf Erfolg sehr gering macht. Doch steht es bei Gott, der bei der Handlung Mittel und Wege weisen kann, wie die Beispiele in vielen andern Reichen vorhanden sind. Spanien meldet ihm in seinem Sehr., er habe Parma mit der Unterhandlung beauftragt; bittet um Nachricht, ob der kgl. Auftrag eingetroffen und der Religion wegen etwas hoffen lässt, ob auch andere Herren beigezogen werden vor der Stadt empfangen ; 29. Spandau; zurück nach Berlin ; 30. „frue im tiergarten nach einem fux geschossen ; nach essens den schätz zu Berlin besichtigt". 1. Sept. Küstrin, von Sachsen und Brandenburg nebst beiden Fürsten von Pommern u. a. im Hof empfangen. 2. Predigt des D. Mirus; nachher Anbringen bei den Kff. 3. Früh Verabschiedung beider Kff. von J. C, der mit Magdeburg nach Rüders- dorf geht. 4. Spandau; von Lynar herrlich traktirt. 6. Dessau mit Lynar; Putlitz zieht weg [nach Dänemark]; 7. Graf Friedrich von Würtemberg kommt. 12. Milsungen zu L. Wilhelm; 14. mit diesem nach Ziegeuhain; „Antoni de Troias" kommt aus Frankreich. 17. Frankfurt, bei Palavicini eingekehrt; Gytri kommt; 18. „frue con- sulte avecque Palavicini und Gytri";. französische Predigt. 20. Neustadt; 23. Heidelberg (J. C. Kalender). 1 Vgl. II. 470 f; 483 A. 1. 47* _ 740 1586 94*—95*- sollen, endlich wann und wo in den Niederlanden zwischen P. und den Englischen ein Anfang der Verhandlung gemacht werden soll (worüber er auch an England geschrieben hat); will sich nach beiderseitiger Erklärung mit der Sendung seiner Abgeordneten richten. 1 Kopenh. D. Prot. 1586—88. 95*. Wilhelm von Baiern an Bischof Julius von Würzburg. (Stellung des Kaisers zum Reformationswerk des B. Julius; Bamberg, katholische Vorbereitung für den künftigen R. Tag auf einem Tag des Landsbergischen Bundes; Dietrich Echter abzufertigen; Vieheuser ist einverstanden; Korrespondenz mit Sachsen; Erklärung Würtembergs.) „Postscripta. Auch, besonder lieber und hochvertrauter her und freund, E. L. solle ich auch nit pergen: als ich jungstlich mit I. Mt. vicecanzler D. Vieheuser allerlei vertraulich geredt und under anderm auch E. L. reformationwerch 2 gedacht, daneben : begert, I. Mt. dahin zu vermögen, E. L. deshalben genedigist | zuezu- schreiben, dieselben ires löblichen Verhaltens und Verrichtung zu loben und solches fortzusetzen, wie auch Bamberg L. gleichfals solchem exempl nachzufolgen und E. L. vorhaben zu befurdern zu vermanen: das ich wol sovil gespürt, das solches bei I. Mt. etwas schwerlich zu erhalten sein mecht, entgegen aber auch sovil ver- nomen, da E. L. also fortfahren (.wie si dann on allen zweifl tun werden), das si E. L. auf den fall guetes schütz bei I. Mt. zu getrösten, welches dann auch nit wenig ist. Und mecht E. L. (doch on massgebung und für sichs selbs unvermeldt mein) auch den vicecanzler ersuechen, auf zuetragende not solches bei I. Mt. zu befurdern, desgleichen von E. L. solches bei erzherzog Ferdinands L. auch urgiren, bei I. Mt. darob zu sein, das si E. L. zn jeder zeit gueten schütz halten und auf den fall die ungehorsamen zu der gehorsam vermonen wollten. So wer ich gedacht, doch auf E. L. guethaissen und verbessern, mit glegenhait einen bundstag auszutreiben und under demselben schein auch ad partem vertraulich von etzlichen sachen zu reden, so auf ainem künftigen reichstag durch unsere Widersacher auf die pan komen, und wie solchem alsdann zu begegnen 1 Vgl. Heinrich von Ranzau an Christian von Sachsen, „Hastede in Ditmarschen" (Herstede), 8. September: Dr. Heinrich Suderman schreibt (sicher mit Vorwisssen Parmas), er hoffe, der kgl. Gesandte sei wieder aus Spanien zurückgekommen („er wird nun nicht weit sein; hir ist er noch nicht angelanget"); die Friedenshandlung werde wohl nicht dahin gerichtet werden, „das die unterdan ihre frei religion haben mochten, den das were den knecht baven den herren gesetzen", sondern auf Verstattung freien Abzugs mit Hab und Gut | unter Gewähr eines längeren Termins (Dr. 10709, eigh.). * Vgl.J. N. Buchinger, Julius Echter von Mespelbrunn, B. von Würzburg (Wurzb. 1843), S. 173 ff. 95*. 1586 741 sein mecht, 1 wie ich dann bette, auf den fall E. L. solches ge- 3. fellig, mir auch etzliche puncten zu communiciren, darauf die con- 13. sultation gestellt werden mecht. Solches und was wir uns alsdann Dezbr. vergleichen, kunte auch den andern catholischen stenden commu- nicirt, si darüber gehört und ain beschluss darauf begriffen werden. Doch were guet (E. L. aber on massgebung), auf den fall und zu solcher consulation E. L. solche leut neben E. L. bruedern (welcher dan nit zu verbessern und mir gar angenera ist) abfertigten, denen wol zu vertrauen"; den man hält den Secretär des Bischofs für nicht ganz rein in der Religion ; noch nötiger wäre diese Vorsicht bei den bambergischen Gesandten, die man doch auch nicht weglassen kann. ,,Vieheuser lässt ime sonst solches vorhaben auch nit missfallen." Erwartet J. Gutachten. . . „Was mich Sachsen auf meine schreiben vertreulich beantwort, schick ich E. L. in original, mit bitt, mir solches wider zukomen zu lassen. Gleichsfals was der herzog von Wirtemberg (als dessen L. ich durch mein brueder herzog Ferdinand vermög heiligenden memorials inhalt hab erindern lassen) S. L. zu antwort geben. Daraus wol abznnemen, auf was grund ire sachen steen und wie unbedechtlich dise leut beifallen. Eomt mir entzwischen was von Wirtemberg oder Anspach zue, will ich inen in der antwort nichts vergessen und E. L. den vervolg berichten. . ■ Ut in literis." '"' . . Mc. R. Kel. Acta XI., f. 403. Cop. 1 Unter gl. Datum schreibt W. an B. Johann von Strassburg über das Unterlassen der Achtserklärung gegen die evang. Kapillären am Kaiserhof „aus gewondlicher verderblicher forcht und unnotwendigem respect" und über den Mangel an Zusammenhalten bei den Katholischen gegenüber dem gemeinsamen und gewaltsamen Vorgehen der Stände A. C. (Mc. ebd. Conc). Erzb. Georg von Salzburg, an den W. am 25. Nov./5. Dez. schrieb, billigt in seiner Antwort vom 6./16. Dez. W. oben geäusserten Vorschlag, da auch er beim künftigen R. Tag eine Wiederholung der früheren Versuche der Gegner, aut R. Tagen und mit gewehrter • Hand die Freistellung durchzusetzen, befürchtet (Mc. Fürstensachen XXX, f. 329, eigh.). Vgl. G. G. A. 1897, S. 323 A. 2. 3 Bemerkung des Abschreibers: „Copei des P. S. von aigner M. Gn. H. etc. hand an bischove zu Wirzburg etc., dem antwort- schreiben vom 13. X blis 1586 beigeschlossen". — Das Memorial W. für seinen Bruder Ferdinand zur Rechtfertigung des B. Julius gegen die brieflichen Vorwürfe etlicher Fürsten der A. C. und die Antwort Würtembergs, Tübingen 17. Nov. (der Herzog habe sich nur mit Rücksicht auf Erhaltung der Ruhe an einem Mabnschr. an J. beteiligt) Nürnberg, Suppl. T. VII. Copp. (von Wiirtemberg an Ansbach geschickt, mit der Bemerkung, die evangel. Stände sollten ebenso zusammenhalten wie die papistischen). 18. März 742 1587 96*. 1587, %.* Kheven hüller an den Kaiser. 1 (Schritte Kh. und der Kaiserinmutter und Erklärung Philipps II. in Sachen der polnischen Königswahl. Savoien und Parma als Kandi- Madrid daten genannt. Damville, Lansac und die Guisen von Spanien bezahlt. Die K. von England fürchtet nicht die Armada, sondern die Diplomatie Spaniens. Seine Bemühungen um eine Aussöhnung des Erzh. Matthias mit Philipp II.; der König ist hiezu geneigt, ohne aber vorläufig auf die Bitte um ein Handbillet sowie um Pension für Matthias einzugehen, der vor allem nach Haus zurückkehren soll. Die Nachricht von einem päpstlichen Vorgehen gegen die weltlichen Kff.) Hat dessen Sehr, vom 3. und 4. Febr. betr. Polonica und Erzh. Matthias erst am 27. hier durch die Fuggerischen erhalten. Der K. wird aus seinem Sehr, zu Händen des Don Guilem de San demente vom 10. Januar über Polonica gesehen haben, dass er auch ohne Befehl hierin nicht gefeiert. Hat jetzt neuerdings mit der Kaiserin darüber gehandelt und Tags darauf Audienz beim Kg. gehabt, zuerst demselben die Wichtigkeit der polnischen Sache und den Wunsch nach baldiger Resolution vorgetragen sowie auf dessen Wunsch etliche Partikularitäten, so gut er sie gewusst, entdeckt „und haben schliesslich dahin geantwort: yo dire ä Don Juan de Ydiaques que vaya ä traetar con vos sobre este parti- colar, y se harä en el lo que. ä vos os [!] pareciere. Dise des königs antwort hat mich bewegt, das ich hernach an si ain credit- briefie zu furfallender polnischer not, auch das ich auf Vespasiano Gonzaga mit höchstgedachter kaiserin M. allergn. Fr. guetachten (soverr er E- Mt.' zur nachsetzung derselben traetation notdurftig dünken) gangen.....Also hab ich mich auch dahin bearbait, das der könig den polnischen stenden, wie zur zeit als gedachter marques de los Veles in Poln zogen, beschehen, geschriben und zum überaus also auch die kaiserin den, so jetzo die polnischen sachen con titulo de secretario alhie tractiert, mit namen Nicoiao Secovio, zue sich gefordert und an ihn begert, solle bei der königin seiner frauen und gedachten stenden von baider I. Mt. wegen guete offitia E. kais, Mt. und ihrem hochlöblichen haus zum pesten, mit mererm zue diesem notturftig und gehörig, prestiern, dessen er si dann erpoten. Ich hab ihn auch zue gast geladen und meines tails hierüber getan, das ich als gehorsamister diener und landman schuldig. Es schreibt auch die kaiserin seiner königin ain briefl zue antwort aines andern, so er I. Mt. vor disem von ihr geantwort, und ain anders, so hieneben kumbt; darin tuet I. Mt. auch müetterliche offitia wegen der polnischen suc- cession mit ihr; wais nicht anders, beschehe vom könig auf mein guetachten auch. Auf welches alles sich der könig wie volgt 1 Vgl. III. 27 A. 1; ich gebe das dort nur kurz citirte Sehr, hier in seinem Hauptinhalt nachträglich wieder. 96*. 1587 743 resolviert: que en quanto ä lo de Polonia que Su M ad haria todo 8. lo que se pedia, pero que de embiar tambien una carta de credito 18. (como se la pedi que se hiziesse) que por ahora se sobreseiesse März en esto, mas que si se entendiere que fuere meuester que Su M ad Madried do dexaria de teuer siempre mucha cuenta con acudir a lo que convernia al acrescientamiento de sus sobrinos; assi mesmo puso diffi- cultad en lo de Vespasiano Gonzaga, pareciendole que por ahora se podria scusar de embiarle, non obstante que se ba replicado sobre ello por orden de la emperatriz mi sefiora. Las dichas cartas se embia a Don Guilen de San demente, para que V. M ad se pueda servir y valer dellas, como mejor le pareciere." .... Es heisst hier, Savoien und Parma strebten auch nach der Krone Polen „und das si Parma Constantinopolitanischer mitl gebrauche, darumben aber die hieigen nichts zu wissen furgeben, und der könig hat mirs selbs also afirmiert, aber das der von Ferrar abermaln in dieser praticken nicht feier, das seie gewis." 1 .... Danvila erhält noch von hier monatlich 6000 Dukaten ; ebenso Lansackh heimlich vom Kg. besoldet, damit er Seeraub gegen die Engländer treibe. „In simili dependiern die von Guisa daher"; die Königin von England hält auch die dortige französische Botschaft für vom Kg. hier korrumpirt und gibt vor, „que ella no tiene miedo ä las armadas, pero de las negotiationes de Spaüa." . . Nach der polnischen Traktation brachte er beim Kg. die Sache des Erzh. Matthias vor, über dessen Reise nach den Seestädten der Kg. (wie derselbige ihm bestätigte) bereits durch ein Brieflein San Clemente's an Ydiaquez unterrichtet war. „Der anfang aber dieser meiner pratiken war, que Su M ad sabia las vezes que yo la havia suplicado y hecho instancia que fuesse ser- vida de admitir la reconciliacion de Su Alt., assi per pedirla el archiduque con tanta instancia como tambien por intercession de V. M ad y de la emperatriz mis seßores, mas que no obstante todos mis officios y diligencias hechas sobre ello que nunca havia podido sacar la resolucion que se deseava, y assi come Su M ad no lo quiso tomar acordo de hazerlo, Su Alt. con partirse y con intencion de venirse ä Espana y ä su real corte y de procurar con esta ocassion de alcanzar en persona lo que por otros medios no podia acabar, teniendo por cierto que Su M ad no se la negaria; y junta- mente con esto anadi la causa que havia movido ä V. M ad de despacharme la estaffeta propria, dando cuenta al rey de todo particolarmente, como V. M ad me lo mandö, y que era principal- mente por los varios discursos que sobre esta resolucion y partida del archiduque se hazia, porque Su M ad supiesse con algun fundamento lo que acerca della havia. A esto me respondiö el rey que besava ä V. M ad las manos por la merced que en esto le hasia, agradesciendo mucho el cuydado de haverselo mandado avisar, pero que le pesava mucho de la resolucion del archiduque por el sentimiento que desto ternia su hermana y V. M ad , mas que pensaria sobre ello y lo que de ay 1 Ueber Parma's polnische Kandidatur vgl. Palma Cayet, Chronol. novenaire S. 202. 744 1587 96*. 8. resultaria me avisaria con Don Juan de Ydiaques. Luego la misnia 18. noehe le escriviö el rey sobre ello y assi vino la manana siguiente März m uy de manana ä veerme, ä quien respondi, como mi audiencia Madrid havia dui'ado a hier quasi hasta las siete de la tarde con el rey, per donde no havia podido veer ä la emperatriz mi sehora ni dalla cuenta de lo que della havia resultado, que no podia tractar con el por entonzes con fundamiento sobre los negocios sabidos, pero que me yria luego a Su M atl Ces. dandole razon y cuenta de todo, y que hecho esto haria lo mismo con el. Assi se hizo y use con Don Juan como tambien con el rey todas las persuasiones possibles, monstrandoles, por donde y quando convenia que Su M ad le perdonasse, y que esto se hiziesse con brevedad y con demonstracion de una cartilla de mano del rey, aconpanandola tambien si fuesse possible con alguna merced por via de pension, por donde Su Alt. podiesse veer y conprender actualmente que la reconciliacion estava hecha de veras. De todo lo dicho diö cuenta despues Don Juan de Ydiaques (allende de lo que yo havia hecho antes) al rey, con un bilete mio que el mismo me pidiö para ello. Dedonde resultö (encareciendome primero la culpa) que en lo de la reconciliacion del archiduque Mathias Su M ad venia muy bien en ella y queria perdonarle y admitirle en su gracia, teniendo por cierto que el archiduque coresponderia de qui adelante en todo come bueno sobrino, pero en quanto tocava el escrivirle de mano propria, que en esto se le representava alguna difficultad, y parti- colarmente por no haver tenido carta suya, mas que la emperatriz mi senora le escriviesse (digo al rey) una cartilla sobra la reconciliacion de su hijo, que el responderia entonzes ä Su M ad sobre ella, con la tinta conveniente y de tal manera que esta su respu- esta podria yr allä; pero que en quanto ä la demonstration por via de alguna pension, como yo selo havia apuntado, que aquella no le parecia conveniente por ahora por algunos respectos, mas que ternia mira y cuenta de qui adelante con acordarse del". Das Weitere wird der K. aus der kgl. Antwort an die Kaiserin entnehmen; vielleicht könnte von den Pferden, die der Kg. dem K. und dem Erzh. Ernst schickt, eines „para Su Alt." [MatthiasJ sein. „Pero sobre todo parece al rey, que el archiduque vuelva por ahora ä casa y se conforme en todo con la voluntad de V. M ad y que esto serä obligarle mas." So steht es für diesmal; meint, „man habe dennoch in ainem und dem andern consideratis con- siderandis und alsfil brevitas temporis leiden wellen, nicht so gar ubl negocirt..... Also auch was die päbstliche verenderung mit den weltlichen churfursten belangend, 1 das habe ich gleichfalls nicht von ainem, sonder mer orten und nicht schlechten personen oder ministris verstanden, glaub aber, der mit grund darumben wissen möcht, ist der grosherzog aus Toscaua." Sonst soll der K. sich nicht 1 Vgl. II. 368; 372 f; 375; 377; 392; 404; 415; 439; Hirn II, 132 f; Zöchbauer S. 30 f. (besonders S. 30 A. 4 die Angabe in einem Sehr. Perando's an den Nuntius Caef.ano, Rom 6./16. Nov. 1591). 96*—98*. 1587 745 wundern, wenn auch nicht alle seine avisos zutreffen, da er schuldig ist zu avisiren, wie er verständigt ist. Das der Papst so viel Geld sammelt, hat etwas auf sich; gute Aufmerksamkeit wird in diesem Fall nicht schaden; „das sage ich E. kais. Mt. dienst und der unrue halber, so E. Mt. daher volgen und be- vorsteen, da was solches intentiert wur, und trag sorg, wurde allain zu moviern und nicht resolviern dienstlich sein"..... Nürnb. Germ. Nat. Mus, Cod. 4961x IV ; 233 ff. Cop. 97* Die ni ede rlän dischen Gesand te n 1 an König 1. Juli Friedrich von Dänemark. Helsingör Danken für die kgl. Antwort. Die Staaten haben stets getrachtet, sich die freundliche Gesinnung des K. zu erhalten und nach der zufälligen Verhaftung des dänischen Gesandten Caius Ranzovius zwischen Brüssel und Namur durch Soldaten von Bergenopzoom dem K. ihr Bedauern ausgedrückt. „Nos hoc T. M. submisse et omni cum observantia affirmamus, nos ante nostrum e patria dis- cessum de reserata ducis Parmensis ad T. M. epistola nihil vel scivisse vel in mandatis habuisse"; aber die Staaten haben ihnen hieher geschrieben, „illic de ea T. M. suspicione sparsum rumorem", und sie beauftragt, im Interesse der freien Ostseeschiffahrt die Staaten von diesem Verdacht zu reinigen..... Kopenhagen. Holland A. Or. j}N*. Instruktion Joachim Friedrichs von Magdeburg 10. Juli für den an Julius und Wilhelm von Braunschweig Halle abgesandten Obristen Eustachius von Wolffen. Naumburger Abmachungen. 2 Sehr, der Kff. und Fürsten an den Kaiser in Sachen der Strassburger Kapitularen; eventuell Schickung. In Sachen Navarras war „bei etzlichen den fürnembsten" nichts zu erreichen. Bittet trotzdem J. und W. „die milde band" aufzutun, wie er sich mit L. Wilhelm, „doch in grosser still", verglichen; will Dänemark und M. Georg Friedrich ersuchen und, da die Sache eilig, an J. C. und Hessen schreiben; eine Summe von etwa 100000 Talern soll in Eile aufgebracht und dann auf die Einzelnen verteilt werden. Wolfenbüttel. Acta publ. Herzog Julius 170. Cop. 1 Brederode, Casembroot, Cant und von Warck. 2 Vgl. No. 52; 56. — Minucci an den Herzog von Urbino, München 13./23. Juli 1587: nach Sehr, aus Hamburg [!] versammelten sich dort am 4. Juli L. Wilhelm mit 400 Pf., Kursachsen mit 1200 nebst 50 Hauptleuten von Reitern und Knechten und den Fürsten von Anhalt, dem von Weimar u. a. Fürsten, Kurbrandenburg mit seinem Sohn dem Administrator und 1200 Pf., der andere Herzog von Weimar, L. Ludwig von Hessen u. a. Fürsten mit 600, im Ganzen 3400 Pf. „S'aspettavano de di in di rambasciatori cesarei che do- vevano trovarsi presenti a quella dieta" [!]. Rom, Lettere di Minucci II, 369. 746 (Juli August) „Namen der personen Beauchamp et Menillet Mouy (1587) 99.* Zettel Johann Casimirs. Monat julii 24: tag und tag Boullon: Segur. La Noue: Boutlitz et force gentilshommes. Beaumont ou Tosanus. Baron de Donaw. Navara et Conde: Boullon et Beauchamp Gytri: Donau: Busanval: Lurbygni: Vesines: Palavicini: Schregel: Clervant: Wicker. Boullon: S6gur: Witzdorf Carb. Segur: Clervant. Gitry: Beauvoir Vesines: Mouy: Montmartin Malroy et aultres 8 comissaires pour reutres et 12 pour les landsknecht La Fontaine ministre en Eng: Montesert ministre : Engrogne La Noue: Villeneufe. Jan Clott: Ditz Clervant Mouy Chastillon; von Schonberg: Tilman obester [!]; Vitzdorf: Clervant: Schonberg: Schregel: Baroni: Palavicini Cardinal de Vauldemont: Bonstett: Clervant : Tilman : Montmartin: Beauchamp Clervant Boullon: Poutlitz Tantonville; Couvrelles Hossonville: Segur — Steffen Andre: Segur; Baroni: Sarazin ; Poutlitz : Segur Boullon Baroni: Laigni: Clervant: Domartin Hossonville Poutlitz: Couvrelles : Gitry 24 25 26 27. 28. 29 30 31 Augusti: 1°: Monat Augusti tag Namen der personen Gitri: "WHleneufe: Beaucamp. Veldmarschalk Rumpf Hossonville: La Route et Montreul". Zerbst (Abt. Bernburg), Journal des Feldzugs — 1587. 99.* folio 10 11 folio 4 12.13.14. Eigh. 100*. 1587 747 100.* Puteo an Montalto. 5. (Werbung um kais. Indulte für Bremen, Lübeck, Verden. Die Magde- *&• burger Propstei.) Dezbr. „Dopo havere io fatto piü volte officio cosl con la M (i dell' rag Imperatore come con quei s ri ministri circa l'indulto di Brema 1 et di Lubecca, s'e risoluta S. M tä di non concedere per hora novo indulto a l'una ne prorogare il vecchio a l'altra, come qul era procurato da l'hnomo mandato dal Bremense. Perö ha ordinato che se li risponda in suo nome non poter per adesso la M tk S. venire a la suddetta concessione per l'informatione di molti parti- colari ch'e necessario di haver prima". Der Gesandte warb auch um ein Indult für einen Sohn Braunschweigs „eletto a la chiesa di Ferden.'- Attendarö con ogni maggior diligenza che saprö et potrö a continuar di mantenere la M ik S. ne la buona intentione mostrata giä et che tuttavia scopro, di non dar detti indulti avanti la confirmatione ap ca ; anchora che non manchi chi le mette in consideratione di non voler col negar questi indulti dare occasione che queste chiese affatto si perdano, tolto l'esempio dal vescovato di Misnia, al cui vescovo essendosi ciö negato, esso si risolse di concedere la maggior parte del dominio suo al duca di Sassonia, che lo difendesse. Nel particolare de la prepositura di Magdeburg S. M li sta risoluta di non potere far cosa alcuria conforme al desi- derio di N. S re et al bisogno di questa diguitä, parendole che ogni officio che se ne facesse non fusse per giovar punto, attesa la contumacia, a la quäle si sarebbono risoluti cosl il duca di Ligniz come quel capitolo". 3 Rom, Germania 111. 65. Or. 1 Vgl. II. 433; Lossen II, 593; Ritter, D. G.I, 585; für Lübeck hatte Johann Adolf von Holstein ein Indult auf ein Jahr am 23. März 1587 erhalten, ebd. A. 2. - Vgl. III. 33. 3 Schon am 28. Nov./8. Dez. meldete P., der Gesandte Bremens wegen des Indults, gegen das „io non cesso di fare ogni necessario officio, movendo il s 1 ' Don Gulielmo a fare altrettanto per interesse del suo re", habe noch nichts erreicht; am 13./23. Febr. 1588 wiederholt er, er benütze jede Gelegenheit, um den Kaiser von der Erteilung von Indulten und Regalien ohne Konfirmation abzumahnen. Aus P.' Depesche vom 19./29. März sehen wir, dass man an die Bekehrung des jungen Postulirten dachte, die aber nach P. Ansicht wegen der ketzerischen Verwandten und des Vormunds, des K. von Dänemark, schwer halten dürfte. Noch am 25. Juni/5. Juli spricht P. von den Bemühungen deswegen „come a provedere, che egli non usurpasse affatto quella chiesa"; die Erteilung der Regalien habe er verhindert, aber gegenüber dem Antritt der Administration ohne kais. Bewilligung nichts erreichen können, da man hier sich fürchtet, Verstimmung hervorzurufen. Am 23. Juli/2. August meldet er, der Bremer habe trotz der durch das Kapitel vorgenommenen Besitzergreifung von den weltlichen Gütern der Kirche den Eid der Lehensträger und Vassalien nicht erlangen können und deshalb sowie wegen der Zulassung seines erst 16jährigen Bruders zur Regierung in Holstein [Philipp, vgl. hiezu Rommel V, 615 f.] wieder hieher geschickt und darauf hingewiesen, dass seine Diözese „vicina a Inghilterra et a Danimarcha si vede soggetta a l'occupatione di molti et ad alienarsi dal Imperio". Er bot hiegegen alles auf; der Kaiser gewährte die Bitte für den Bruder, 748 1588 101*. 1588. 101..* Hermann Hortenberg au Wilhelm von Baiern. 1 . . . Am 14. März kam Parma's Kämmerer D. Joa. Bapt. Taxius hieher, zum Kf., Chimay und dem Nuntius abgefertigt; er ging mit Barvitius von Brüssel weg, Hess diesen aber in Lüttich zurück, „iamque suis mandatis expositis hesterno die recessit". . . T. berichtete, Barvitius habe mit Parma über den Waffenstillstand gehandelt, den aber Parma durchaus widerriet, „utpote qui adeo huic causae addictum se profitetur, ut, nisi tractatione pacis retine- retur, ipsemet negotium confecturus advolare instituisset". Parma gab dem T. Sehr, an den Nuntius mit, dieser solle sich hüten den Kf. zu beleidigen oder zu reizen. „Idem Taxius Leodii de Par- mensis voluntate cum Ser te et Dig te S. electorali egit. Quae initio quidem incommoda, imbecillitatem et impossibilitatem obiecit, 2 verum ereeta in spem Taxii persuasionibus se ac sua Parmensis arbitrio permisit, ut is nomine et auetoritate S. El. Dig tls uteretur" . . . T. geht wieder zu Parma, „sollicitaturus integra mandata de obsi- dione et expugnatione". . . Der Nuntius erzählte ihm gestern, Stör habe dem Hauptmann Taxis das Schloss Alpen für 40000 angeboten, deir andere Taxis sei aber dazugekommen und habe die Sache widerraten .... Schenk soll von Bonn nach Dillenburg gegangen sen, wohin auch Wittgenstein und Solms kommen sollen. 8 Ma. 37814. Or. nicht aber das Indult, „benche lo habbia compiacciuto di aleune lettere di raecommandatione a la S li di N. S re , dimandate, come si crede, non per valersene, ma per provare, se col dar per questa via qualche speranza di volerse ridurre si fusse potuto facilitare il particolare del indulto et regaglie". * 1 Vgl. hiezu III. 120; 129; 141; Ehses, N. B. I. 2, 106 f; .110 f. Gott, Gel. Anz. 1900, S. 520 ff; 534. 2 Ueber die damalige starke Verstimmung des Papstes und des Nuntius gegen Kf. Ernst vgl. Ehses, I. 2, 78; 87; 97 f; 101 ff. 3 Ein interessantes Sehr, des Propstes zu Geut Aytta (vgl. über ihn Lossen, köln. Krieg II, passim) an Minucci, Köln l./ll. Febr. 1588 (Ma. 399/58a, f. 78, Cop.) berichtet über die Behandlung der Bonner Sache am Hof des Kf. Ernst. Man beschloss sofort an Parma zu schicken und 2 Fähnlein lüttichisches Volk zu werben. Aytta musste aber ein Gutachten verfassen, in dem er zuerst das Für und Wider der Beibehaltung oder Resignation des Erzstifts Köln von Seiten des Kf. erörterte; er empfahl u. a. Aufstellung eines eignen kurf. Kriegs - volks neben dem spanischen im Einverständniss mit Kapitel und Ritterschaft. Stör erklärte das ganze Gutachten für überflüssig. „In dem hat man aber über 4 ganze Wochen von diser bonnischen sachen nie geredt", bis Zeitung vom Durchmarsch 6 spanischer Reiterfahnen durch Maestricht kam. Aytta ergeht sich dann in der schärfsten Beurteilung Stor's; „der Schenk lacht eins zu Bonn gnueg ■ über disen unsern veldobristen". Der in Holland gefangene Groisbeeck schreibt, Truchsess begehre Frieden; „es ist aber halt ein ding, so von eim gefangnen kombt", wie die Friedensvorschläge der zu Bonn Gefangenen an das Kapitel (vgl. G. G. A. 1900, S. 521 A.. 2; Lossen II, 633). 102*—103*. 1588 749 102* Anton von Elz an Wilhelm von Baiern. 22. März (Das Hausen der Spanier. Die von J. C. gegen die lothringische !• April Invasion aufgebrachten Truppen drohen für Truchsess nach Bonn zu Koblenz ziehen ; dies wäre durch Lothringen abzuwenden. Kurköln und Jülich.) Kölnisches Kriegswesen; wüstes Hausen der Spanier, statt sich der Stadt Bonn anzunehmen; „dahero dan solche verweilungen ingerissen, das numehr, als auch . . herzog Johan Casimir . . hiebe- vor wegen des infalls zu Mumpelgart im namen der kraishülfen etlich kriegsvolk versamlet und dessen dahin ferners nit bedürftig, understehen S. F. Gn. dasselbig, so zu besorgen sich mit der zeit uf ein zehntausent man stark machen werden, zu hilf und beistand des Trucksessen und der seinigen uf Bonn über den Westerwald, wie nach die sage ist, personlich oder S. F. Gn. ab- wesens graf Herman von Wied als leutenambt, den von Donaw und Merten Schenken zu breiigen und füren zu lassen, auch alberaitz uf dem auzug umb Creuznach und Alzen herumbher liegen". Bedräng- niss nicht nur Kölns, sondern auch Triers; verweist auf den Durchzug Tremblecourt's vor 3 Wochen ... Ob nicht Mittel und Wege zu finden, dass der neue feindliche UeberzugJ. C. abgewendet oder „per repressalia uf ein ander seit torquirt werden kont; dann demnach Lotringen jetzunder in armis, wolte ich erachten, konte mit ein geringer andeutung das gemuet geendert werden". W. möge auch bei Parma die Aufhebung der zwischen Köln und Jülich durch die Spanier entstandenen Alienation befördern. 1 Ma. 399|58a f. 67. Or. 103.* Bischof Julius von Würzburg an Kurfürst 30. Oktbr. Christian und Herzog Friedrich Wilhelm von 9. Novbr. Sachsen. Würzburg Auf ihr Sehr, vom 6. Aug. betr. seine Einführung des neuen Kalenders in Hendingen und Eussenhausen, das er vor wenigen Tagen erhielt. Verweist auf seine Antwort auf eine frühere Mahnung an seine Zusage vom 25. August 1587 und auf seine Erklärung bei der Anweisung der abgetretenen Orte. Hat dem neuen Kalender „als ein nunmehr im reich erkant politisch werk" wegen vieler Unzuträglichkeiten im Polzeiwesen eingeführt, „aber allerdings one den anhang aller der römischen kirchen ceremonien", wogegen der Kirchendiener zu Hendingen in seinem Sehr, an Statthalter und Räte zu Meiningen der katholischen Religion schimpflich gedacht hat (Kop. beil.) und nach Empfang seiner Belohnung abgezogen ist; darauf musste er natürlich taugliche Personen an die Stelle setzen. Aehnlich schmähte der Kirchendiener zu Mühlfeld, der Eussenhausen versah, auf die katholische Religion, die mit dem Türken Gott austilgen möge, Eussenhausen ist keine Filiale von Mühlfeld, son- Vgl. hiezu oben No 14 1. 750 1588 103*—105*. dem beide waren vor der Rel. Spaltung Filialen von Meirichstadt. Gegen die Abschaffung des Kirchendieners zu Mühlfeld protestirten nur wenige Weiber, während „erlebte manspersonen" Neigung zu der Religion ihrer Jugend zeigten und insgemein die Untertanen mit seinen Verordnungen wohl zufrieden sind. Zu einer Defension oder Gegenschanze hat er Sachsen keine Ursache gegeben. Ein ähnliches Verhalten von Kirchendienern würden Chr. und F. W. wohl ernsthafter geahndet haben. Hofft auf Fortdauer seiner mit Kf. August bis an dessen Ende bestandenen guten Korrespondenz. Mc. Rel. Acta des rüm. Rs. T. XI. f. 412 ff. Cop. 19 - J04.* Bischof Julius von Würzburg an Wilhelm von 29. November Baiern. Wurzburg ßetn dag w _ mitgeteilte von der Stadt Schweinfurt in Sachen der wegen der Religion Ausgezogenen am K. G. erlangte Mandat; sendet Cop. seiner Exzeptionsschrift und bittet um W. Gutachten wegen etwaiger Verbesserungen; man kann den Ausgezogenen nicht gestatten zu verkaufen, wann sie wollen. Hat neulich seine hiesigen Bürger, die aus und zumeist unter den Markgrafen gezogen, aber zum Aergerniss der Gehorsamen noch fast täglich hier zu finden sind, Vorbescheiden, ihnen seine Geduld seit Ostern 86. vorhalten und sie zum Einreichen der Verzeichnisse ihrer Güter ermahnen lassen, widrigenfalls die Sache durch geschworene Schätzer erledigt würde; sie erklärten aber nur ihre jetzigen Obrigkeiten um Rat fragen und sich danach verhalten zu wollen; . sie werden dort wohl das ihnen Vorteilhafte betreiben. Beabsichtigt bei Weigerung des Verkaufs oder Forderung eines zu hohen Preises durch beeidigte Personen „nach erbarn billigen dingen und dem precio rerum jetziger zeit" die Abschätzung vornehmen zu lassen, bittet aber doch um W. Gutachten, da er nicht zu weit gehen möchte. Erhielt neulich wieder ein „etwas hartes schreiben" vom Kf. und Fürsten von Sachsen wegen seines Religionswerks; beil. seine Antwort, hoffentlich hört „solch überflüssiges bemüssigen" einmal auf. Schickt an Zeitungen das gedruckte sächsische Mandat; „und ist es gottlob umb uns gar still". . . Mc. Rel. Acta des rüm. Rs XI. f. 410 f. Or. 25. Dezbr. 105.* Johann Casimir an Laudgräfin Hedwig. Heidelberg Erhielt H. Einladung für Pf. Christina durch Rudolf Raw. Bedauert H. jahrelange Schwachheit und gönnt ihr „unserer alten in ehrn zusamen getragner liebe halben" von Herzen beständige Gesundheit, kann aber ihrer Bitte nicht entsprechen wegen der Haltung L. Ludwigs in der Kontutelsache. Ueberdies soll Christina billigerweise „nirgends anders dann bei ihrem bruder in dem ihrigen" erzogen werden, „inmassen dann sie auch selbst nicht von hinnen begeren tut, auch unsere freundliche herzliebe gemahelin 105*—106* 1588—1589 751 sie von ihr zu lassen nicht gedenkt, dann I. L. in den gedanken stehn, solches ihr nicht zu geringerer Verkleinerung bei andern fürstinen möchte geraichen". 1 . . Mc. Fürstensachen CXXIV. 1020. Cop. 1589. |0ß.* Johann von Trier an Wilhelm von Baiern. 30Januar Wäre ohne das gefährliche Kriegswesen, „so ich allenthalben w - t ,-, um mich und auch im stift hab", insgeheim selbst zu W. gekommen, um vor allem im Interesse des Stifts Köln mit W. zu reden, das ohne eine andere Anstellung verloren ist. „Es will besserung deslebens und auch der regerung angestelt sein, davon ich nit schrieben kan, wie wol die notturft erfordert." Schwarzen- berg zum Gubernator von Bonn gesetzt, zum Missvergr.ügen der Landschaft und Bürgerschaft, die erklärt, sie „wolten noch lieber Schenken mit seinem volk haben". Fürchtet neuen Verrat der Stadt an den Feind; „wan einmal dan der widerwill der under- tanen gegen iren hern und obrigkeit inwurzelt, ist es nit bald uszuleschen". . . . Erwartet wenig Bat und Beistand von seinen geistlichen Mitkff., obwohl jetzt allenthalben die Praktiken gegen die Katholischen gehen; die Gegner sind ihm aufsässiger als andern; er wird von guten Freunden wegen Bedrohung seines Stifts gewarnt; „welchs auch mehrerteil ein ursach, mir die spanischen hern im Croeffer reich so hart zusetzen, wiewol ich in warheit nit weiss, einichem stand der ander religion etwas un- billichs zugefugt hab, angenomen die religion, dan kan ich nicht nachgeben und solt ich darüber blieben." Bittet W. „in den Spanischen" das Beste zu tun, „dan wiss gott ich inen im geringsten nit begere etwas abzunemen". Ma. 399|58a f. 65. Eigli. i Vgl. No. 143; 186 A. 1. — Am 30. Nov. schlägt Würtemberg in einem Sehr, an Ansbach vor, auf die neuerlichen Mitteilungen Philipp Ludwigs hin Christina zur Hochzeit von L. Wilhelm's ältester Tochter im Frühjahr nach Kassel einladen zu lassen und dann bei L. Ludwig unterzubringen. Pf. Karl an Ansbach, Birkenfeld 23. November: man könnte Christina verheiraten, mit Mecklenburg, Braunschweig, Lüneburg oder Holstein, wo seine Schwiegermutter und Herzog Adolfs Wittwe das Beste raten könnten. — J. C. Gemahlin musste am 37. Dezember die Bitte der Landgräfin ebenfalls ablehnen; Kf. Elisabeth habe ihr etwa 6 Wochen vor ihrem Tod ihre Kinder anbefohlen, wogegen sie versprach die Kinder ebenso wie ihre eigeneu zu fürstlichen Tugenden und Gottesfurcht zu erziehen; dieser Auftrag sei jünger als das Ansinnen an H., so dass H. aus diesen und den von ihrem Gemahl angeführten Ursachen ihr wohl nicht verdenken wird, dass sie ihr nicht willfahren ,.oder gedachtes freulin aus unsern handen lassen können" (Mc. ebd.). 752 1589 107*—108*. 23. Oktbr. 107.* Der hessische Sekretär Heugel an Landgraf Heidel- W 1 U 1 Wilhelm. berg Besorgniss J. C. wegen des ungleichen Anzugs der Hülfs- truppen für Heinrich IV., der durch die langsame Zahlung des Anrittgelds an Franz Sohlender verursacht ist; J. C. Mahnungen zur Vorsicht vor Lothringen und den elsässischen Bauern an Sancy und Dompmartin; wenn L. W. bei Ankunft der Gesandten 12 000 fl. nach Frankfurt geschickt hätte, wäre dies alles verhütet worden.....J. C. sagt, L. W. solle Kaspar von Schonberg gar nicht trauen; Seh. schrieb über den Mord Guise's an Plato: er habe so viel Tropfen aus den Augen fallen lassen als Buchstaben darin (in seinem Brief) geschrieben stünden; an Mandes- lohe schrieb Seh., die Versöhnung des Königs mit Navarra werde viele gute Leute, die bisher auf ihrer Seite gewesen, zum Abfall und Anschluss an Navarra bewegen. „Darbeneben bericht auch hochstgedachter pfalzgraf J. C, das er [Schomberg] mit des herzogen von Lotring hofmarschall dahin gehandelt, sein weih und kinder zu sich gein Nancy zu nemen, bis solang man sehe, wie die hendel in Frankreich verlaufen"; warum, hat L. W. leicht zu erachten. Marl). Frankr. 1589. IV. Or. 5. 108;* Der Kaiser an Khevenhüller. 15. Novbr. Verweist auf seine Sehr, vom 16. April und 6. Oktober wegen P ra §> der überlästigen Beschwerung des Erzb. von Trier durch das spanische Kriegsvolk; schickt Copp. einer Instruktion Triers und Antwort Parmas hierauf sowie Or. eines Sehr, von Trier an den König selbst. Trier theilte seither noch andere Beschwerden durch die luxemburgische Regierung mit, die er Kh. zuschickt. Kh. soll beim Kg. nach Ueberreichung der Parmischen Schreiben nochmals um Entschädigung Triers anhalten sowie um kgl. Einschreiten gegen die luxemburgische „unnachparschaft"; sonst ist Einmischung der andern Kff- zu gewärtigen. Köln. Briefe 1589—92. Cop. 109.* 1590 753 1590. 109.* König Heinrich IV. an Schombe rg. 18- (Spaniens Schritte beim Papst und Werbungen in Italien gegen Frank- , '■ reich. Spanische Unterstützung Mayenne's. Truppensammlung Loth- prl ringens. Seh. soll die Hülfe der deutschen Pursten betreiben. Au camp Ancel kann keine Audienz beim Kaiser erhalten, hat aber Anweisung * Bray einen Bruch zu vermeiden. Seh. soll hierüber das Gutachten einiger Fürsten^ einholen und Ancel mitteilen. Ein kais. Sehr, an Sachsen und Brandenburg und deren Antworten.) „Mons r le conte! Je vous envoye le double de la derniere lettre que vous ay escripte par l'ung des gardes de mons r de Sancy, ne sachant s'il aura peu passer seurement. 1 Oultre le contenu de laquelle je vous diray que de jour ä aultre et en toutes sortes de demonstiations le roy d'Espaigne faict cognoistre Tintention qu'il a de poursuivre par tous moyens l'avantaige qu'il pense pouvoir tirer des troubles de ce royaulme. Je croy que du coste d'Italie vous seres advertis, de quelle facon son arabassadeur a voulu violenter S. S t B. sind ao. 87. durch J. C. dem Kriegsvolk wie auch für die Artillerie samt aller Zugehör auf dem Musterplatz bezahlt worden, die der jetzige K. Heinrich IV. zu erstatten versprach in einer Obligation, dat. No. 5. 9. Aug. 87. zu Marie, No. 5. 65 718 fl. 6 B. beträgt das Interesse hievon in 12 Jahren. No. Zu diesem Zug hat die K. von England J. C. geliehen und erlegen lassen 155 000 fl., welche S. F. Gn. dem Kriegsvolk auf dem Musterplatz zum 1. Monatsold fürter entrichtet und folgen lassen, wogegen die kgl. Gesandten M r Segour, Clervautund Quitry im Namen ihres K. am 11. Jan. 67. No. 6. zu Friedeisheim eine VerschreibüLig (No. 6) ausstellten, dass die Hälfte jener Summe dem Herzog Casimir durch ihren K. wieder erstattet werden sollen, „da nun demselben auch volge besehenen, tet solcher halb teil": 768 1599 H7* U. Mai 77 500 fl. „davon das interesse hierin verschwiegen Heidel- würd". berg 13 333 fl. 5 B. an 8000 Pistoletkronen hat J. C. den 30. Aug. 89. zur Unterhaltung der kgl. Besatzung zu Metz dem kgl. Abgesandten m r de Sancy im Namen seines K. geliehen, laut No. 7. Verschreibung No. 7. 6 666 fl. 10 B. beträgt das Interesse hievon in 10 Jahren. 40 000 fl. hat kurf. Pf. uud Herzog Hans Casimir ao. 89. November zu Strassburg dem jetzigen K. von Frankreich zu Fortbringung des iu Deutschland geworbenen Kriegsvolks geliehen und M r de Sancy erlegen lassen, worüber zwei Obligationen (auf 30 und 10 Tausend), dat. 12. Febr. ao. 90 im Feld- No. 8. 9. lager zu Breteuil, mit No. 8. 9. Da die Summe nicht, wie ausgemacht, nach 3 Jahren wieder erstattet wurde, kommt das Interesse von den weiteren 6 Jahren hinzu. 12 000 fl. beträgt dieses Interesse von ao. 93.—99. 11666 fl. 10 B. = 4000 Pistoletkronen und 5000 fl. hat kurf. Pf. Caspar von Schönberg und M r de Fresnes ao. 91. für den König, in specie zu Kontentirung der Metzer Garnison, geliehen, laut Obligation dat. Frankf. 8. März No. 10. 91, mit No. 10. 5833 fl. 5 B. beträgt das Interesse in 10 Jahren, ao. 89.-99. 30 000 fl. haben kurf. Pf. und Herzog J. C. dem jetzigen K. ao. 91. weiter geliehen, als Christian von Anhalt etliches Kriegsvolk nach Frankreich führte, uud dem Herzog von Bouillon liefern lassen; sollte laut Obligation vom 30. April 92., mit No. 11, in 3 Jahren erstattet worden sein; da dies unterblieb, kommen dazu für die Jahre 95.-99. als 6000 fl. _______________ Interesse _____________________________ 755 321 fl. 14 B. 1 Kr. Gesammtsumme dessen, was kurf. Pf. nunmehr allein zu fordern hat. „Fürs ander, den zug betreffent, der ao. 1568. durch herzog Johan Casimirn pfalz- graven in Frankreich verricht worden". 243 610 fl. 5 7» B. an 365 415 Franken und 11 Susen stehen S. F. Gn. und deren Kriegsvolk daher noch aus, laut Kontrakt vom 7. April 1568 (zu No. 12. Orleans), No. 12; Konfirmation und Hauptobligation des K. Paris 15. April 68., mit No. 13. No. 13; eine weitere kgl. Obligatiou Paris No. 14. 8. Mai 68., mit No. 14; (kurze Angaben 17*. 1599 769 der sehr hohen Garantieu); Traktation U. Mai und Handlung durch den kgl. Kommissär Heidel- M r Michel de Castelneau, s r de Mauvissier berg zu Monts-aulsou-les-Langres 17. Mai 68., No. 15. No. 15; ein weiterer Kontrakt durch den- No. 16. selben gl. Datums. 365 415 fl. 8 B. 1 Kr. beträgt das Interesse in 30 Jahren, 5% gerechnet. „Zum dritten den zweiten zug ao. etc. 1576. durch herzog Johann Casimirn verricht, betreffen.". 1826 039 fl. 10 B. stehen S. F. Gn. und deren Kriegsvolk über beschehene Zahlung, auch nach Abzug der Kleinodien noch aus, laut der kgl. Hauptobligation vom 27. Juli ao. 76 zu Paris datirt, No. 1 signirt, mit gleich starken No. 1. Klauseln wie obige Obligationen. 1 826 039 fl. 10 B. beträgt das Interesse von ao. 1578 — ao. 1599. exclusive, zu 5% gerechnet, weil die völlige Zahlung im J. 1577., wie zugesagt und verschrieben, nicht erfolgt. „Zum vierten, Verlust uf der münz und uncosten". 4500 fl. an 200 000 Franken verloren, die zur Lösung der Geiseln ao. 1581 erlegt worden, da man die Sorten höher, als in der kgl. Obligation verglichen, annehmen musste. 40 500 fl. sind zu Unkosten aufgelaufen für die verschiedenen Schickungen nach Frankreich der Zahlung halber und die Versammlungen der Befehlshaber. Beide Posten könnten im Notfall mit Rechnungen belegt werden. 45 000 fl. Summe. Ao. 1590 hat Pf. J. C. 30 000 Kronen, dem Herzog von Nevers zuständig, in seinem und des Kriegsvolks Namen zu Frankfurt arre- stirt, aber auf Ersuchen der kgl. Gesandten Scbönburg und Sancy unter gewissen Konditionen wieder freigegeben. Die Gesandten verschrieben sich dafür Frankf. den 20. April No. 17. 90., laut der Beilagen mit 17., dem Pf. solle diese Summe innerhalb Jahresfrist in Abschlag der ausständigen Kriegskosten wieder erstattet werden; was nicht geschah. Die Obersten und das Kriegsvolk drängen aber täglich auf Berichtigung dieser Summe. Etzold, Briefs de« Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 49 770 1599 117* 11. Mai K. Heinrich III, hat sich ao. 76. in oben- Heidel- gemeldeter Obligation verschrieben, dass er berg den Obersten, Feldmarschalk, Rittmeistern, Reitern u. a., die den Kontrakt vom 22. No. 18. j un i 74, ( zu Metz) nicht konfirmirt haben, wegen ihres Zugs unter Pf. Wolfgang kon- tentiren wolle, vgl. die Beilage 1. der Obligation, wesshalb sich der Bischof von Metz für 1200 000 fi. verobligirt, laut der Copie mit 18., und steht dieser Posten auf Abrechnung. Endlich ist auf Begehren des K. von Prankreich ao. 87. ein ansehnliches Kriegsvolk unter Bouillon und Dohna nach Frankreich geschickt worden und in die 10 Monate ausgewesen; „darüber man noch berichts gewertig ist, wie hoch sich solcher ausstand belauft, welcher dieser verzeichnus auch inverleibt werden soll". Kurf. Pf. hat um so mehr Ursache, diesen Ausstand zu ur- giren, weil dieser Zug zwischen dem jetzigen König und Pf. traktirt, beschlossen, und das Kriegsvolk ins Feld gebracht und I. kgl. W. zugeschickt worden, „darüber auch I. Ch. Gn. noch heutigs tags der zahl- ung halb zum höchsten ersucht und angelangt würd. Und will man sich solchem allem nach versehen, weil Ch. Pfalz obspe- cificirter massen das eusserste bei der cron Frankreich in fürgestandenen nöten getan, auch teils Pfalz vorfordern guet und blut nicht gespart, es werden I. K. W. umb desto mehr bedacht sein, wie dieser ausstand ehisten wieder zu refundirn und wieder richtig zu machen sein möcht. Signatum Heidelberg, den ll 1811 Maii anno 1599". Mb. 301 |li f. 35—42. Cop. Ergänzungen und Berichtigungen. Zu S. 3 A. 1. Vgl. Hist. Tidskrift IV. 3, 569. Zu No. 5. Vgl. hiezu das interessante Sehr. Quitrys an Burgh - ley, Frankental 12. Febr. 1587, im Calendar of the Mss. of the marquis of Salisbury III (London 1889), 219 f. (No. 473); ebd. 220 Regest eines Sehr, an denselben von Segur, gl. Datums. Zu No. 8. Ueber Wolf von Erlach vgl. Lossen, Köln. Krieg II, 364= f. Zu No. 9. Erzh. Matthias hielt am 28. Febr. um K. Friedrichs Tochter Elisabeth an, vgl. Hist. Tidakr. IV. 3, 570; D. Schäfer, Gesch. von Dänemark V (1902), 216 A. 1. Zu No. 68. Hiedurch erledigt sich der Zweifel an einer dänischen Unterstützung des Zugs von 1587 bei Schäfer V, 232 A. 1. Zu No. 83. Vgl. Calendar of the Mss. of Salisbury III, 288 (No. 596): Kredenzschr. Philipps von Hohenlohe für Junius an K. Elisabeth, Haag 23. Okt. 1587. Zu No. 89. Calandrinus als Kaufmann in Stade erwähnt (1591) bei Chlumecky, Karl von Zierotin, I, 168 f. Foulke(Fulk) Grevile: der bekannte Staatsmann und Dichter. — Vgl. den Kat Pallavicino's (an Burghley 29. Aug.), den Spaniern nicht direkt in den Niederlanden, sondern durch kräftigere Unterstützung der Hugenotten entgegenzuarbeiten, Mss. of Salisbury III, 277 (No. 577); dafür, dass Burghley zu Gunsten des deutschen Invasionsheers bei der Königin zu wirken suchte, ein Sehr, vom 10. Sept. ebd. S. 280 (No. 583). ZuNo. 109. Ueber die schottisch-dänische Heirat vgl. Schäfer V, 215; 258 ff. Zu S. 100 A. 2. Vgl. Bongars, Epp.. ad Camerar. S. 1 f; 5. ZuS.112A.9. Statt: „Anm. 32" muss es heissen: „S.142A.2." Zu S. 114. „L. W. hat dem kaisei:" u. s. w. vgl. Rommel V, 471. Zu No. 137A. 1. Vgl. Calendar of Mss. of Salisbury III, 313 f. (No. 655): Sehr. Charlottes von Bouillon an J. C, Sedan 7. April 1588 (bittet um Hülfe gegen ihre Bedränger). Zu 8. 133 A. 4. Ueber Aerschot's Sendung nach Prag vgl. auch C orresponde ncia inedita de Don Guillen de San demente 1581-1608 (Saragossa 1892), S. 104; 109, 111 ff. Zu S. 136 A. 1. Zu Denais' Sendung vgl. auch Bongars, Epp. ad Cam. S. 5; ein Sehr, von Denais an Walsingham, London 20. Mai 1588, Mss. of Salisbury III, 323 f. (No. 669). Zu S. 142. „Kaiser hat Den: vil clinodia" u. s. w. vgl. Hist. Tidskrift IV. 3, 569 (kais. Gesandter, „ent iubillerer", bei K. Friedrich II. 22. Jan. 1587). Zu No. 156. Vgl. Ennen V, 368. 49* 772 Zu No. 158 (8.153). „Don Johan vonMadrix": Don Juan Manriquez. Zu No. 163 A. 1. Das eigh. Or. des Sehr. Pf. Reiehards an M. Georg Friedrich vom 8. Juni Mc. Fürstensachen CXXIV. 1020. Zu No. 164. Ueber den Bekenntnisswechsel Pf. Johanns vgl. auch seine Korrespondenz mit den Brüdern seit 1585, Mc. Literalien Ffalz- neuburg 45 und 48, sowie den Artikel über Pantaleon Candidus bei Herzog-Hauck, E. Enz. IIP, 705 ff. Zu No. 173. Vgl. Sammlung eidgenöss. Abschiede V. 1 122 f; Prinsterer II. 1, 85. Zu No. 179. Vgl. hiezu Mitteil, des Vereins f. anhält. Gesch. VIII, 158 f; Cuno II, 110. Zu No. 180. Vgl. auch Prinsterer II. 1, 179; Havemann II, 428 A. ZuNo. 185. „Gisiumnostrum": der preussische Sekretär Michael Gisius (Ledebur, Archiv XIV, 254). Zu No. 186. Vgl. über Hütten auch Beckmann III, 150; ein Sehr, von ihm vor der Sammlung von Briefen Zündelins Bm. Coli. Camerar. XXI. — Ein Sehr, an Grünrade von Grynaeus, Basel 1. Dezember 1588, worin u. a. J. C. als „seculi nostri Nehemia", der junge Pf. Friedrich als „noster Jedidia" bezeichnet wird, in Aiäaa- xaXia de peccato originali et de illius effectis: de qua XII. de- cembris respondebit Huldericus Trogus Bernas. Una cum epistola de monocerote ad stemmatis, doctrina et pietate erga deum nobilem virum D. Ottonem a Grunradt, aulae electoralis Palatinae alterum Danielem, certum amicum", Basel 1588 (Bm.). Zu No. 188. Bezüglich des Kaisers vgl. Beckmann III, 134. Zu No. 209. Vgl. ebd. III, 135. Zu 8. 198 A. 1. Ueber eine Prophezeiung Peucer's vgl. ebd. S. 136; 138. Zu No. 217. Ueber Besprechungen J. C. mit Peucer u. a. wegen der Uebertragung des Kommandos auf Christian von Anhalt im Mai oder Juni 1589 vgl. ebd. 8. 134 f. Zu No. 222. Ueber Anhalts Anwesenheit in Langensalza vgl. ebd. III, 135. Zu No. 230. Vgl. auch Schannat, Historia episcopatus Wormat. I, 435 f; Stieve IV, 457. Zu 8. 218 A. 2. Ueber Putlitz und Reuber äussert sich Dohna in seiner Selbstbiogr. (S. 93) folgendermassen: „Sie sind zwar noch eine gute weile in ihren diensten geblieben, aber ich habe über ein gute weile dem guten hern von Pudlitz seinen dinst müssen ufkündigen" [hiezu eine eigh. Randbemerkung: „NB. So ist es ihm zu Berlin zwo mal, ni fallor, gegangen"]. Und unangesehen das D. Reuber in seinem canzlerdinst noch bliebe, so war er doch in keiner gratia; ja, ich musste einmal zu ihm ins haus gehen und die acta in etlichen geheimbden Sachen von ihme abfordern, so sehr hat er allen seinen credit verloren". Noch 1590 sehen wir Putlitz in den 773 wichtigsten Angelegenheiten, als Gesandten an Parma und die Generalstaaten, als Vertreter der Pfalz auf dem Dep. Tag (mit Dohna zusammen) verwendet (vgl. No. 380; 4091 Ueber die ersten Anzeichen von ernstlicher Ungnade J. C. gegen P. vgl. S. 407 A. 2 (Okt. 1590). Zu S. 222 A. 2. Vgl. auch Beckmann III, 138. Zu S. 231 A. 2. Vgl. auch T h e i n er, Monum. hist. Polon. III, 156f. Zu No. 254. Vgl. Eaulich im Nuovo archivio veneto IV, 2 (1892), 279 A. 5. Zu S. 250 A. 2. Vgl. auch J. N. Buchinger, Julius Echter Fttratb. von Würzburg (1843) S. 136. Zu No. 269 (S. 252). Ueber Erichs von Braunschweig Verfahren gegen seine Gemahlin Sidonia vgl. Havemann II, 352 ff. Zu No. 286. Die Erklärung des Pf. Friedrich (Cop. in den ansbachischen Akten Mc. Fürstens. CXXIV. 1020) wurde in der kurpfälzischen Exzeption vom 13. Febr. 1590 gegen die Kontutoren angeführt. Würtemberg empfiehlt in einem Sehr, an M. Georg Friedrich vom 6. Juni 1590, dagegen mündlich erklären zu lassen, die Kontutoren könnten nicht glauben, „das . . pfalzgraf Friderich die berüembte protestation sponte sua citra metum reverentiae geton" (ebd. Or.). — Zu Anm. 1. vgl. auch H ab erlin XVI, 320. Zu No. 307. Vgl. Raulich a. a. 0. S. 304. Zu No. 308. Vgl. auch Ranke, Gesch. der Päpste II 0 , 138; über Veit von Dornberg (f 1591) Stieve IV. 545 f. Zu No. 312. Vgl. Lettres missives de Henri IV,III, 187 f. — Der hier in der Anm. erwähnte Ciro Alidosi begegnet bereits als Gesandter auf dem Regensburger R. Tag 1576, Hansen III. 2; 6; 37. Zu No. 318. Vgl. hiezu Muffat S. 4 f. Zu No. 319 A. 1. Vgl. auch Ranke, Päpste II 6 , 143 f. Zu No. 320 A. 1. Vgl. Archiv f. sächs. Gesch. VII, 297 f. Zu S. 310 A. 1. Vgl. auch Z. des berg. Gesch. Vereins XXIII, 15 f. Zu S. 326 A. 1. Vgl. auch Theiner,. Mon. hist. Pol. III, 185 f. Zu S. 329 Z. 17 v. u. Vgl. ein Sehr, der Kurf. Wittwe Amelia an Johann von Nassau, Heidelberg 30. April 1590, das die Ankunft von J. Tochter daselbst meldet (Wiesb. Dillenb. Korr.). Zu No. 359. Eine ähnliche Ermahnung Jülichs vom 19./29. Mai bei Ennen V, 365. Zu 8. 342 A. 2. Zur Berufung Pezels nach Heidelberg 1586 vgl. auch C u n o II, 108; J. C. hatte schon im Jahr 1580 einen Versuch gemacht Pezel zu gewinnen (Z. f. hist. Theol. 1866, III, 425 ff., worauf mich Herr Pastor Cuno aufmerksam machte). Zu S. 364A.2. Vgl.auch Z. Berg. Gesch. Ver. XIII,32,A.2. Zu No. 449. S. 405 A. 1: Joachim von Ortenburg hatte sein Statthalteramt bereits am 26. März 1590 aufgekündigt (Wiesb. Dill. Korr.). S. 406 A. 1: Der „alte Herr" könnte auf Rheidt, vielleicht aber auch auf den alten Herzog von Jülich gehen. Z. 3 der Anm- das Versehen: „Maria Anna" statt „Anna von Preussen". 774 Zu No. 478. Der Inhalt einer Instruktion J. C. für die zum Konvent abgefertigten Eäte Dohna, Culmann und Kauffmann, Heidelberg 7. Jan. 1591 (Ma. 545/8, Or.) ergibt sich im Wesentlichen aus den Abstimmungen der Pfälzer in Torgau. Sie beginnt mit der Weisung, wegen des Ausschreibens und Direktoriums, da J. C. sich aus erheblichen Ursachen deshalb mit Sachsen verglichen, nur auf das Glimpflichste Anregung zu tun [vgl. No. 460, § 1], Dann wird betont, da die Unterstützung der Stände des westfälischen Kreises für die Evangelischen allein zu schwer und bedenklich sei, solle man sich mit dem Dep.Tagjetzt nicht aufhalten, sondern die französische Hülfe voranstellen; von dem Geld dürfe aber nichts in die Hände der Franzosen kommen. Zu No. 475. Vgl. hiezu die Mitteilung bei Gropp, Wirtzburg. Chronick I, 337 über Reden eines „ruhmsüchtigen Grafen" an der Bamberger Hoftafel im J. 1587. Zu No. 518. Vgl. auch Stieve IV, 38. Zu No. 601. Vgl. über ein Sehr. J. C. (vom 19. Juli) Krude- wig, der lange Landtag, S. 46. Zu No. 611. Ueber die Musterung von Anhalts Truppen vgl. auch den Bericht Lupolds von Wedel, B a 11. S t u d i e n XLV (Stettin 1895), 375 ff. Zu S. 574 A. 1. Vgl. auch Reyd, Oorspronck 3 (1644), S. 299. Zu No. 668 A. 2. Am 18. Jan. 1592 widmet zu Heidelberg Joh. Philipp Mylaeus dem Kf. Friedrich: „Eine Nützliche vnd noth- wendige Predig von dem allgemeinen Kirchen-Gebett: Darinnen zugleich etwas vom Ampt der Oberkeit vnd Vnderthanen erinnert wirdt; Gehalten zu Heidelberg auff dem besonderen angestelten Christlichen Bettag, in der Kirchen zum H. Geist, den 12. Januarii, Anno 92. In gegenwarth Pfalzgraff Friderichen Churfürsten des vierdten dieses namens" (Bm.). Zu 8. 603 A. 2. Das Pamphlet von 1616 hat den bekannten Kaspar Schopp (Scioppius) zum Verfasser, vgl. Krebs, die polit. Publizistik der Jesuiten (Halle 1890), S. 88 ff; 210 ff Zu S. 604 A. 2. Vgl. auch Hirn II, 110 A. 4. Zu No. 6S8. Vgl. Mercurius gallobelgieus I (1594), 377. Zu No. 7* (S. 646). Die hier gegebene, in meinem Auszug I. 40 nicht vorkommende Auslassung über J. C. Auftreten auf dem R. Tag von 1566 findet sich im Or. des bairischen Hausarchivs nicht, wie mir auf meine Anfrage Herr Geheimsekretär Dr. Weiss freundlich mitteilte- Zu S. 666 A. 1. Am 6. April 1581 meldet Mendoza seinem König aus London eine Mitteilung des englischen Gesandten in Paris Cobham, J. C. habe eine spanische Pension von 6000 Dukaten angenommen, und berichtet von der Bestürzung Walsingham's hierüber; am 7. Mai fügt er hinzu, Leicester habe geäussert, J. C. habe mit seiner Zustimmung gehandelt und könnte im Fall eines Bruchs zwischen Frankreich und Spanien als spanischer Truppenführer den Hugenotten ähnliche Dienste erweisen wie einst Kf. Moritz seinen Glaubensgenossen „cuando la jornada de Metz" (Coleccion de documentos XCI, 558; XCII, 23). Vgl. hiezu eine Aeusserung Alengon's über die wahre Absicht J. G. beim kölnischen Krieg ebd. XCII, 495. Verzeichniss der Aktenstücke. 1587. 1. Scgur an K. Friedrich von Dänemark .... 1. Jan. 1587 2. Johann von Nassau an Grünrade....... 6. „ „ 3. Heinrich von Ranzau an K. Friedrich von Dänemark 8. „ „ 4. Leicester an Johann Casimir........ 9. „ „ 5. Verschreibung der navarrischen Gesandten für Johann Casimir............. 15. „ , 6. Erklärung Pallavicinos gegen den Vizekanzler Hund 19. „ „ 7. Johann Casimir an K. Friedrich von Dänemark . 23. B „ 8. Gedenkzettel Johann Casimir........ Ä „ 9. Zane an den Dogen........... 23. B „ 10. Johann Casimir an Johann von Nassau .... 3. Febr. „ 11. K. Friedrich von Dänemark an Christian von Sachsen 3. „ „ 12. L. Wilhelm an Christian von Sachsen..... 17. „ „ 13. Der Kaiser an Christian von Sachsen ..... 18. „ „ 14. S6gur an Christian von Sachsen....... 22. „ „ 15. Johann Georg von Brandenburg an Joachim Friedrich von Magdeburg........... 22. „ „ 16. Dr. Roding an L. Wilhelm......... 5. März „ 17. K. Elisabeth von England an Johann Casimir . 5. „ , 18. Clervant an L. Wilhelm.......... 8. „ „ 19. Johann Casimir und Heinrich Julius von Halberstadt an K. Friedrich von Dänemark..... 8. „ „ 20. Guise an Bassompierre.......... 20. „ „ 21. Der niedersächsiche Kreistag an die vier rheinischen Kurfürsten............ 20. „ „ 22. De la Tuilerie an Camerarius........ 23. „ „ 23. Der Bat zu Köln an Johann Casimir :...'. 28. „ „ 24. Heinrich Carben an Dohna......... . . 29. „ „ 25. Johann Casimir an K. Friedrich von Dänemark . 2. April „ 26. Kaspar von Schomberg an Pf. Johann .... 4. „ „ 27. Zane an den Dogen........... 4. Ä , 28. Segur an Schrögl...... . i . . . . 6. „ „ 29. Pf. Johann an Johann Casimir....... 8. „ , 30. Erzh, Matthias an Johann Georg von Brandenburg 20. n „ 31. Johann Casimir an L, Wilhelm........ 25. - . 776 32. Johann Casimir an L. Wilhelm ....... 1. Mai 1587 33. Johann Casimir an Julius von Braunschweig . . 8. „ 34. Johann Georg von Brandenburg an Christian von Sachsen................ 11. „ B 35. Johann Casimir an Joachim Friedrich von Magdeburg................ 13. „ 36. Erzh. Matthias an Johann Georg von Brandenburg 25. „ v 37. Schomberg an K. Heinrich III. ....... 27. „ „ 38. Pf. Johann an K. Heinrich III ........ 28. „ 39. Pf. Georg Hans an K. Heinrich III ...... 29. „ „ 40. Johann von Trier an L. Ludwig...... 29. ., n 41. Pf. Georg Hans an S6gur....... • . . 3. Juni „ 42. Johann Casimir an Wolfgang von Mainz ... 7. „ B 43. Adolf von Neuenar an Johann Casimir .... 13. „ , 44. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 15. „ „ 45. Schomberg an Brulart.......... 19. „ n 46. K. Heinrich III. an Pf. Johann....... 21. „ „ 47. Pf. Georg Hans an Segur......... 25. „ 48. Schomberg an Pf. Johann......... 28. „ „ 49. Der Kaiser an Erzh. Ferdinand....... 30. „ „ 50. Johann Casimir an Segur......... 30. B „ 51. Johann Casimir an Segur . •....... 2. Juli „ 52. Zeitung aus Magdeburg.......... 6. „ „ 53. Bestallung Johann Casimirs für Feldmarschall und Kriegsräte............... 6. „ „ 54. Peter Ernst von Mansfeld an Pf. Johann ... 12. „ „ 55. Der Kaiser an Johann Casimir....... 13. „ „ 56. Pauli an Camerarius........... 14. „ „ 57. Pf. Gaorg Hans an Karl von Lothringen ... 15. „ „ 58. Johann Casimir an Segur......... 16. „ „ 59. Johann Casimir an Pf. Johann....... 20. „ „ 60. Isaak Weycker an Johann Casimir...... 20. „ „ 61. Segur an Johann Casimir......... 25. „ „ 62. Johann Casimir an Feldmarschall und Kriegsräte 25. „• „ 63. Guise an Bellievre............ 27. „ „ 64. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 29. „ „ 65. Entwurf eines Vertrags zwischen Heinrich von Navarra und Pf. Georg Hans........ 29. „ „ 66. Schrögl an Johann Casimir........ 30. „ „ 67. Quitry an Segur ............ 5. Aug. „ 68. K. Friedrich von Dänemark an Johann Casimir . 8. „ „ 69. Malleroy an den Bat zu Strassburg..... 9. „ „ 70. Otto Hack an Johann Georg von Brandenburg . IL,... h „ 71. Leicester an Johann Casimir........ 11. „ „ 72. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 12. „ „ 73. Segur an L. Wilhelm........... 15. „ , 74. Ancel an K. Heinrich III .......... 15. 777 75. Putlitz an Karl von Lothringen....... 15. Aug. 1587 76. Schomberg an K. Heinrich III ........ 23. „ „ 77. Philipp von Winnenberg an Johann Casimir . . 26. „ „ 78. Instruktion Segur's für d'Averly...... 26. „ „ 79. Leicester an Johann Casimir........ 8. Sept. „ 80. Johann vou Nassau an Grünrade......8. „ „ 81. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 14. „ „ 82. Ernst von Mansfeld an Heinrich Ramel .... 16. „ „ 83. Instruktion Johann Casimirs für Dr. Junius . . „ „ 84. Der polnische Sekretär Skrzetuski an Johann Casimir 21. „ „ 85. Schomberg an Pf. Johann......... 29. „ „ 86. Johann Casimir an Friedrich von Dänemark . . 29. „ „ 87. Dohna an Johann Casimir......... 30. „ „ 88. Johann von Nassau an (Romberg?)..... Okt. „ 89. Paliavicino an Segur........... 2. „ „ 90. Strassburger Ratsprotokoll......... 7. „ „ 91. Pf. Johann an Johann Casimir....... 8. „ „ 92. Johann Casimir an Basel......... 11. „ „ 93. K. Friedrich von Dänemark an Philipp v.Hohenlohe 13. „ „ 94. K. Friedrich von Dänemark an Joachim Friedrich von Magdeburg............. 15. „ „ 95. Pauli an Camerarius........... 20. „ „ 96. Johann Casimir an K. Friedrich von Däuemark . 31. „ „ 97. Segur an (Paliavicino).......... Nov. „ 98. Pf. Georg Hans an K. Heinrich von Navarra . . 16. „ „ 99. Johann Casimir an die Abgeordneten der Stadt Köln zu Prag.............. 23. „ „ 100. Johann Casimir an den Kaiser....... 24. „ „ 101. Johann Casimir an L. Wilhelm ....... 26. „ B 102. Instruktion Segurs für Bongars....... 27. „ „ 103. Johann Casimir an Segur......... 28. „ fl 104. Paliavicino an K. Friedrich von Dänemark . . 6. Dez. „ 105. Johann von Nassau an Romburg...... 9. „ „ 106. Joachim Friedrich von Magdeburg an L. Wilhelm 10. „ „ 107. Christian von Sachsen an K.Friedrich von Dänemark 12. » „ 108. L. Wilhelm an Johann Casimir....... 16. B „ 109. Werbung Rogers' bei K. Friedrich von Däoemark „ , 110. Christian von Sachsen an den Kaiser..... 26. B „ 111. Johann Casimir au M. Georg Friedrich .... 29. „ „ 1588. 112. Antwort Segurs auf eine pfälzische Anklageschrift 1588 113. Gedenkz'ettel Johann Casimirs........ „ 114. Segur an den Rat zu Strassburg....... 4. Jan. „ 115. Werbepatent Johann Casimirs........ 8. „ „ 116. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 14. „ „ 778 117. Hotman an Dohna............ 17. Jan. 1588 118. Pistoris und Vitzthum an Christian von Sachsen . 18. „ „ 119. Pf. Johann an Johann Casimir....... 21. „ „ 120. Alexander von Parma an K. Philipp II ..... 24. „ „ 121. Johann Casimir an K. Friedrich von Dänemark . 29. „ n 122. K. Friedrich von Dänemark an L. Wilhelm . . Q. Febr. „ 123. M. Georg Friedrich an Sachsen und Brandenburg 7. „ ., 124. K. Philipp II. an Mendoza......... 8. „ „ 125. K.Friedrich von Dänemark an Christian von Sachsen 21. „ „ 126. Christian von Sachsen an L. Wilhelm..... 21. „ „ 127. Johann Casimir an die Geheimen zu Strassburg . 24. „ „ 128. Minucci an den Herzog von Urbino..... 24. „ „ 129. Martin Schenck an Johann Casimir...... 29. „ „ 130. Gedenkzettel Johann Casimirs....... „ „ 131. Christian von Sachsen an den Kaiser..... 4. März „ 132. Joachim Friedrich von Magdeburg an L. Wilhelm 9. „ „ 133. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 9. „ „ 134. Schenck an Hermann von Wied....... 10. „ „ 135. Lobbetius an Hochfelder.......... 14. „ „ 136. Christian von Sachsen an K. Heinrich von Navarra 15. „ „ 137. Bellievre an Brulart........... 16. „ „ 138. K. Friedrich von Dänemark an L. Wilhelm . . 26. „ „ 139. Johann Casimir an JoachimFriedrich von Magdeburg 26. „ „ 140. Der Rat zu Köln an den Kaiser....... 28. „ „ 141. A. Christian an Johann von Nassau..... 1. April „ 142. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 2. „ „ 143. Pf. Christina an L. Ludwig........ 3. „ „ 144. Gutachten Johann Casimirs über die Friedenstraktation in der kölnischen Sache....... 3. „ „ 145. Erklärung Johann Casimirs auf eine Werbung Leiningens............... 4. „ „ 146. Hieronymus von Porzia an Montalto..... 15. „ „ 147. Gedenkzettel Johann Casimirs....... „ „ 148. Instruktion Johann Casimirs für Dr. Denais . . 16. „ „ 149. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 18. „ „ 150. Gedenkzettel Johann Casimirs....... „ „ 151. Instruktion Johann Casimirs für Gesandte an Sachsen 26. „ „ 152. Bandbemerkungen Johann Casimirs zu einem Schreiben seiner Kommissare........ 27. „ „ 153. Antwort Johann Casimirs auf eine Werbung im Namen Parmas............. 28. „ „ 154. Gedenkzettel Johann Casimirs ....... Mai „ 155. Zeitung aus Köln........... 5. „ „ 156. Johann Casimir an den Rat zu Köln..... 14. „ „ 157. Wilhelm von Baiern an Erzh. Ferdinand ... 18. „ „ 158. Bericht an den Strassburger Rat...... 30. „ „ 159. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 6. Juni „ 779 164 165. 166. 167 160. Der Nuntius Puteo an Montalto...... .18. 161. Gradenigo an den Dogen......... 18. 162. Denkschrift, des Pf. Georg Hans....... 163. Der Fiskal Vest an Wilhelm von Baiern . . .20. Pf. Anna an Pf. Philipp Ludwig...... 27. Khevenhiiller an den Kaiser........ 3. Gradenigo an den Dogen......... 9. Puteo an Montalto............ 23. 168. Joachim Friedrich von Magdeburg an Christian von Sachsen.............. 28. 109. Pauli an Camerarius........... 2. 170. Johann Casimir an K. Christian IV. von Dänemark 10. 171. Antwort Christians von Sachsen auf die Werbung du Fay's ............... 10. 172. Gradenigo an den Dogen......... 13. 173. Rat und Geistliche zu Sedan und Jametz an Strass- burg................. 18. 174. Vertrag zwischen Pf. Georg Hans und Johann Casimir................ 27. 175. Pf. Johann an Johann Casimir........ 3. 176. Stucki an Ulmer............ 4. Johann Casimir an Pf. Philipp Ludwig .... 8. Johann Casimir an Putlitz, Hütten und Grüurade. 14. Khevenhiiller an den Kaiser........ 26. 180. Instruktion für den braunschweigischen Rat Bode- mund................. 30. 181. Johann Casimir an Pf. Johann....... 6. 182. K. Sophia voa Dänemark an Christian von Sachsen 28. 183. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 6. 184. L. Wilhelm an Johann Casimir....... 21. 185. Pauli an Dohna............. 23. Juni 1588 Juli Aug. 177. 178. 179. Sept. Okt. Nov. Dez. 1589. 186. Johann von Nassau an Grünrade ... . . 7. Jan. 1589 187. Ludwig von Würtemberg an Pf. Reichard ... 14. „ „ 188. Johann Casimir an Pf. Reichard ......22. „ „ 189. K. Heinrich III. an Johann Casimir..... 10. Febr. „ 190. Johann Casimir an M. Georg Friedrieh .... 11. „ „ 191. Segur an Heinrich Julius von Halberstadt ... 14. „ „ 192. Pfälzische Zusammenstellung von Beschwerden der Evangelischen.............25. „ M 193. Geizkofler an Erzh. Ferdinand....... 4. März „ 194. Schomberg an Pf. Johann......... 5. „ „ 195. Johann Casimir an Christian von Sachsen ... 11. „ „ 196. Johann Casimir an Pf. Johann.......26. „ „ 197. Der Rat zu Frankfurt an Johann Casimir ... 28. „ „ 780 198. Johann Casimir an Dohna.........3. April 1589 199. Werbung im Namen Sancy's bei Pf. Johann . .' 8. „ ■ 200. Otto von Kheydt an Pt. Johann........8. „ v 201. (Johann Minsing?) an Heinrich Pelen..... 12. „ n 202. L. Wilhelm an Christian von Sachsen..... 18. „ n 203. Pf. Johann an Wilhelm von Jülich......20. „ n 204. Instruktion K. Philipps II für Moreo..... 21. „ n 205. Walsingham an Johann Casimir....... 26. „ v 206. K. Heinrich von Navarra an Johann Casimir . . 27. „ B 207. Joachim Friedrich von Magdeburg an Christian von Sachsen.............. 27. „ n 208. Pf. Johann an Pf. Georg Hans....... 27. „ „ 209. Instruktion Johann Casimirs für Putlitz .... Mai „ 210. Johann Casimir an Pf. Johann....... 8. „ B 211. Sobolle an Pf. Johann.......... 9. „ 212. Christian von Sachsen an L. Wilhelm..... 12. „ r 213. Parma an San Clemente.......... 28. „ „ 214. Instruktion Neuenars für Thyllius...... 6. Juni „ 215. Karl von Lothringen an Johann Casimir . . . 8. B n 216. Beschwerdeartikel Johann Casimirs gegen seine Gemahlin............... 10. „ „ 217. Pf. Johann an Johann Casimir....... 12. „ „ 218. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 14. „ „ 219. Der Kat zu Genf an Johann Casimir ..... 16. „ „ 220. Johann Casimir an Karl von Lothringen . . .18. „ „ 221. Abschied des Tags zu Langensalza ..... 19. ,, ,, 222. Johann Casimir an Heinrich Julius von Braun- schweig................ 22. „ 223. Karl von Lothringen an Johann Casimir .... 3. Juli „ 224. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 13. „ „ 225. Johann Casimir an Karl von Lothringen .... 14. „ „ 226. Memorial Pf. Reichards für Walbron..... 24. „ „ 227. Der Rat der Stadt Langres an Johann Casimir .31. „ „ 228. Walsingham an Johann Casimir....... 2. Aug. „ 229. K. Heinrich IV. an Johann Casimir..... 4. „ „ 230. Johann vonjTrier an Montalto .'...... 4. „ „ 231. Schomberg an seinen Bruder Hans Wolfgang . . 10. „ „ 232. Johann Casimir an L. Wilhelm...... 11. „ „ 233. Durant an Johann Casimir......... 16. ,, „ 234. Pancratius an Pf. Philipp Ludwig...... 16. „ „ 235. Durant an Johann Casimir......... 18. „ „ 236. Der Nuntius Priuli an Montalto....... 19. „ „ 237. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 23. „ „ 238. Kanzler und Räte zu^Heidelberg an Johann Casimir 25. „ „ 239. Werbung Sancy's bei Johann Casimir .... 29. „ „ 240. L. Wilhelm und L. Ludwig an Ludwig von Würtemberg.............. 31. „ „ 781 241. Pf. Reichard an Johann Casimir ...... 6. Sept. 1589 242. Priuli an Montalto ........... 7. „ ,, 243. Sancy an Johann Casimir......... 12. „ „ 244. Pf. Johann an Johann Casimir....... 16. „ ,, 245. Pf. Elisabeth an Christian von Sachsen .... 23. „ „ 246. Der Kaiser an Khevenhüller........ 26. „ „ 247. Krell an Christian von Sachsen....... 27. „ „ 248. Bericht Winters über eine Unterredung mit Pf. Elisabeth............... 5. Okt. „ 249. Johann Casimir an Pf. Philipp Ludwig und Ludwig von Würtemberg............ 10. „ „ 250. Wilhelm von Baiern an Jakob Kurz..... 11. „ „ 251. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 11. „ ,, 252. Christian von Sachsen an Johann Georg von Brandenburg . . ,............ 16. „ „ 253. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 18. „ „ 254. Gradenigo an den Dogen......... 18. „ ,, 255. Gebhard Truchsess an Dr. Weiss...... 19. „ „ 256. Johann Casimir an Magdeburg und Braunschweig 23. „ „ 257. L. Wilhelm an Christina von Holstein .... 23. „ „ 258. Pf. Elisabeth an Christian von Sachsen .... 25. „ „ 259. Der Nuntius Visconti an Montalto...... 28. „ „ 260. Johann Casimir an den Kaiser....... 1. Nov. „ 261. Rucellai an Schomberg.......... 1. „ „ 262. Kolbinger an Dohna........... 5. „ „ 263. Schrögl an Johann Casimir ........ 9. „ „ 264. Schomberg an Christian von Sachsen .... 14. „ „ 265. Kolbinger an Dohna........... 15. „ „ 266. Karl von Lothringen an Pf. Johann..... 17. „ „ 267. Johann Casimiren Ludwig von Löwenstein . . 22. „ ,, 268. Johann Casimir an den Rat zu Strassburg . . .27. „ „ 269.^L. Georg an L. Ludwig.......... 28. „ „ 270. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .29. „ „ 271. M. Jakob von Baden an den Rat zu Strassburg . 2. Dez. „ 272. Magdeburg,^ Braunschweig und Mecklenburg an Sachsen.............. . . . 3. „ „ 273. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen . 7. „ „ 274. Schomberg an Christian von Sachsen..... 9. „ „ 275. Hermann von Manderscheid an Pf. Rsichaid . . 11. „ „ 276. Volmar an Johann Casimir......... 13- „ » 277. Joachim Friedrich von Magdeburg an Johann Casimir 17. „ » 278. Pauli an Camerarius........... 28. „ „ 1590. 279. (Des Reaux an Johann Casimir)....... Jan. 1590 280. Werbung Schombergs bei L. Wilhelm .... 6. „ „ 782 281. Priuli an Montalto............. 6. Jan. 1590 282. Ernst von Mansfeld an Gebhard Truchsess . . . 7. „ B 283. Dr. Weiss an Gebhard Truchsess...... 8. „ n 284. Pfälzisches Aussehreiben einer Kollekte für Genf 12. „ n 285. Erklärung des Pf. Friedrich über die Kuratel Johann Casimirs............. 13. „ B 286. (Bongars) an Pallavicino ......... 13. „ „ 287. Kolbinger an Philipp Camerarius...... 16. „ „ 283. Instruktion der Strassburger Kapitularen für Gesandte an Johann Casimir......... 19. „ „ 289. Gutachten Schombergs für Christian von Sachsen 22. „ „ 290. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .22. „ „ 291. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .24. „ n 292. Johann Casimir an Pf. Johann....... 24. „ „ 293. Krell an Christian von Sachsen....... 31. „ „ 294. Pfälzische Zusammenstellung von Beschwerden der Evangelischen............. Febr. „ 295. Pancratius an Pf. Philipp Ludwig...... 5. „ „ 296. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea . . 7. „ „ 297. Gutachten der kursächsischen Räte..... 14. „ v 298. Vorschläge Johann Casimirs für ein Bündniss der evangelischen Stände........... „ „ 299. Abschied des Tags zu Plauen ........ 20. „ „ 300. Sancy an den Rat zu Strassburg...... 22. „ „ 301. K. Heinrich IV. an (Christian von) Anhalt . . .24. „ „ 302. Ernst von Mansfeld an Gebhard Truchsess . . 26. „ „ 303. K. Heinrich IV. an Schomberg.......Febr./März „ 304. Schomberg an Christian von Sachsen..... 3. März „ 305. Schomberg an Christian von Sachsen..... 7. „ „ 306. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .10. „ „ 307. Visconti an Montalto........... 10. „ „ 308. Veit von Dornberg an den Kaiser...... 14. „ „ 309. Dorothea Susanna v. Sachsen an Elisabeth v. Sachsen 16. „ „ 310. Gradenigo an den Dogen......... 17. „ ,, 311. Krell an Christian von Sachsen....... 19. „ „ 312. Instruktion Christians von Sachsen für Gesandte an Ferrara, Toskana und Mantua...... 20. „ „ 313. Johann Casimir an Schultheiss und Bürgermeister zu Heidelberg............. 21. „ „ 314. Dornberg an den Kaiser.......... 21. „ „ 315. Priuli an Montalto............ 22. „ „ 316. K. Heinrich IV. an Schomberg....... 29. „ „ 317. Parma an K. Philipp II ........... 31. „ „ 318. Aufzeichnungen Johann Casimirs...... April „ 319. Johann Casimir, Christian von Sachsen und L. > Wilhelm an M. Georg Friedrich....... 3. „ „ 320. Johann Casimir an Christian von Sachsen ... 6. „ „ 783 321. Dr. Posthitis an einen Ungenannten ..... 6. April 1590 322. Dohna an Johann Casimir......... 7. „ „ 323. Johann Casimir an M. Georg Friedrich .... 10. „ „ 324. Schomberg an Christian von Sachsen..... 10. „ ,, 325. Johann Casimir an den Kaiser....... 11. „ „ 326. Johann Casimir an Pf. Johann....... 14. „ „ 327. Johann Casimir an den Rat zu Köln..... 14. „ „ 328. Otto von Rheyd an Johann von Nassau .... 15. „ „ 329. Schomberg an Christian von Sachsen..... 16. „ „ 330. Schomberg an L. Wilhelm......... 16. „ „ 331. Schomberg und Sancy an Johann Casimir . . .17. „ ,, 332. Johann Casimir an K. Sigismund von Polen . . 18. „ „ 333. Die Stadt Lyon an den Rat zu Strassburg . . . 21. „ „ 334. Dorothea Susanna von Sachsen an Elisabeth von Sachsen................ 24. „ „ 335. Christian von Sachsen an Emerich Forgatsch . . 26. „ „ 336. Bericht über das Ende der Pf. Elisabeth . . .27. „ „ 337. Minucci an Wilhelm von Baiern....... 29. „ „ 338. Dr. Herzbach an Pf. Johann........ 30. „ „ 339. Starschedel und Zündelin an Christian von Sachsen 1. Mai „ 340. Khevenhüller an den Kaiser........ 2. „ „ 341. Johann Casimir an Christian von Sachsen ... 3. „ „ 342. Starschedel und Zündelin an Christian von Sachsen 5. „ , 343. Visconti an Montalto........... 5. „ „ 344. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . . 7. „ „ 345. Dr. Herzbach an Pf. Johann........ 17. „ „ 346. Priuli an Montalto.........• . . 10. „ „ 347. K. Philipp II. an K. Christian IV. von Dänemark 13. „ „ 348. Johann Casimir an M. Georg Friedrich .... 15. „ „ 349. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea . . 16. „ „ 350. K. Philipp IL an San demente........ 16. „ „ 351. Johann Casimir an Wolfgang von Hohenlohe . . 20. „ „ 352. Christian von Sachsen an Pallavicino . .... 26. „ „ 353. Pancratius an Pf. Philipp Ludwig...... 31. „ „ 354. Priuli an Montalto............31. „ „ 355. Krell an Christian von Sachsen....... 1. Juni „ 356. Starschedel und Zündelin an Christian von Sachsen 3. „ „ 357. Schomberg an Christian von Anhalt..... 4. „ „ 358. Wolfgang von Mainz an Johann Casimir . . . ■ 4. „ „ 359. Der Kaiser an den Rat zu Köln...... . 5. „ „ 360. Sächsisches Memorial für Pallavicino..... 5. „ „ 361. K. Heinrich IV. an Des Reaux....... 8. „ ,. 362. Werbung des Arnold Buys bei Krell ..... 8.9. „ „ 363. Wolf gang von Mainz an Johann Casimir . . . 9. „ „ 364. Sancy an L. Wilhelm........... 9. „ „ 365. Johann Casimir an Karl von Lothringen .... 10. „ „ 366. Pezel an Ludwig von Sayn-Wittgenstein , .. .10. „ „ 784 367. Sobolles an Pf. Johann.......... 14. Juni 1590 368. Pancratius an Pf. Philipp Ludwig...... 19. „ „ 369. L. Wilhelm an Sancy .......... 23. „ „ 370. De Fresnes an L. Wilhelm......... 24. „ „ 371. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . . 25. • „ „ 372. Pallavicino an Christian von Anhalt..... 26. „ „ 373. K. Heinrich IV. an Johann Georg und Christian von Anhalt .............. 30. „ „ 374. K. Elisabeth an Christian von Sachsen .... 30. „ „ 375. Dolfin an den Dogen........... 7. Juli „ 376. Anbringen von Pfalz und Sachsen beim Kaiser . 10. „ „ 377. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .11. „ „ 378. Sobolles an Pf. Johann.......... 13. „ „ 379. Schomberg an Christian von Anhalt..... 14. „ „ 380. Putlitz an Johann Casimir......... 16. „ „ 381. Bongars an Christian von Anhalt...... 16. „ „ 382. Instruktion K. Heinrichs IV. für seine Gesandten in Deutschland............. 18. „ „ 383. Wolfgang von Mainz an Johann Casimir . . .20. „ „ 384. Zündelin an Camerarius.......... 20. „ „ 385. Putlitz an Johann Casimir......... 27. „ „ 386. Schomberg an Christian von Sachsen..... 27. „ „ 387. Visconti an Montalto........... 28. „ „ 388. Die kölnischen Gesandten an den Kat .... 29. „ „ 389. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .30. „ „ 390. Pf. Dorothea an Kfin. Amelia....... 30. „ „ 391. Putlitz an Johann Casimir......... 31. „ „ 392. Krell an Camerarius........... 2. Aug. „ 393. Bericht Minucci's über seine Verhandlung mit Ernst von Köln............... 5. „ „ 394. Johann Casimir an die Strassburger Kapitularen 7. „ „ 395. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . . 8. „ „ 396. De Fresnes en L. Wilhelm ........ 17. „ „ 397. Visconti an Montalto........... 18. „ „ 398. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .20. „ „ 399. Pf. Johann an Johann Casimir....... 21. „ „ 400. Die kölnischen Gesandten an den Rat .... 22. „ „ 401. Johann Casimir an Wolfgang von Mainz . . .24. „ „ 402. Dr. Fabricius an Dr. Hamel........ 24. „ „ 403. Johann Georg von Brandenburg an Christian von Sachsen................ 28? „ „ 404. Christian von Sachsen an K. Jakob von Schottland 30. „ „ 405. Memorial Minucci's für Ernst von Köln .... „ „ 406. Memorial in Sachen Ernsts von Köln..... „ „ 407. Sancy und de Fresnes an L. Wilhelm .... 2. Sept. „ 408. Joachim Friedrich von Magdeburg an Christian von Sachsen.............. 4. „ „ 785 409. Instruktion Johann Casimirs für den Deputationstag 5. Sept. 1590 410. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . . 8. „ „ 411. Johann Casimir an zwei neuburgische Räte . . 9. „ „ 412. L. Wilhelm an M. Georg Friedrich..... 10. „ „ 413. Stuart und Skene an Heinrich Julius von Braunschweig ................ 10. „ „ 414. Christian von Sachsen an Johann Casimir ... 12. „ „ 415. M. Georg Friedrich an Christian von Sachsen . 12. „ „ 416. Moritz von Nassau an Johann Casimir .... 14. „ '<* „ 417. Die Rate zu Frankfurt an Johann Casimir . . .14. „ „ 418. Erklärung Ulrichs von Mecklenburg..... 14. „ „ 419. Beratung der Evangelischen zu Frankfurt . . 15.—17.,, „ 420. Kaiserliche Proposition.......... 18. „ „ 421. Johann Casimir an die Gesandten zu Frankfurt . 23. „ „ 422. Die Räte zu Frankfurt an Johann Casimir . . .24. „ „ 423. Die Räte zn Frankfurt an Johann Casimir . . .27. „ „ 424. August von Braunschweig an Ernst von Mansfeld 28. „ „ 425. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . . 1. Okt. n 426. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . . 1. „ „ 427. Christian von Sachsen an Joachim Friedrich von Magdeburg .............. 2. „ 428. Maria Leonora von Preussen an M. Georg Friedrich 2. „ „ 429. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea . . 3. „ „ 430. Pelen an Donna............. 3. „ „ 431. Die Räte zu Frankfurt an Johann Casimir . . . 4. „ „ 432. Johann Casimir an die Räte zu Frankfurt . . . 6. „ 433. Pancratius an Pf. Philipp Ludwig...... 7. „ „ 434. Erklärung der Gesandten der weltlichen KU'. . . 8. „ ,, 435. K. Heinrich IV. an den Rat zu Strassburg . . .10. „ „ 436. Bennonius an Pf. Philipp Ludwig...... 8. „ „ 437. Lobbetius an Hochfelder......... 10. „ , 438. Johann Casimir an die Pf. Philipp Ludwig und Johann................ 12. „ „ 439. Resolution der kais. Kommissarien zn Frankfurt 13. „ „ 440. Gegenerklärung der Gesandten der geistlichen Kff. 13. „ „ 441. Johann Casimir an die Räte zu Frankfurt . . .14. ,, „ 442. Erklärung der Gesandten der weltlichen Kff. . . 15. „ „ 443. Schomberg an Christian von Sachsen .... 15. „ ,, 414. K. Heinrich IV. an L. Wilhelm....... 17: „ 445. Weihe an Dr. Culmann.......... 18. „ „ 446. Johann Casimir an die Strassburgnr Kapitularen . 19. „ „ 447. Zündelin an Camerarius.......... 20. „ „ 448. Pallavicino an Christian von Anhalt..... 21. „ „ 449. Dohna an Johann Casimir......... 21. „ „ 450. Wilhelm von Baiern an den Rat Freising . . .21. „ „ 451. Johann Casimir an L. Georg ....... 26. „ „ 452. Johann Casimir an Wolfgang von Mainz . . .26. „ ,. Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Johann Casimir. III. 50 786 453. Johann Casimir an Christian von Sachsen ... 2. Nov. 1590 454. Zeitung aus Prag............. 7. „ |} 455. Johann Casimir an M. Georg Friedrich .... 11. „ 466. K. Elisabeth von Englaud an K. Christian IV. von Dänemark............... 15. „ f} 457. Johann Casimir an Dohna......... 18. „ (J 458. Zeitung aus Prag............ 22. „ „ 459. Sobolles an Pf. Johann.......... 23. „ „ 460. Vereinbarung zwischen Pfalz und Sachsen über einen Bund evangelischer Stände...... 24. „ n 461. Vereinbarung zwischen Pfalz und Sachsen über die französische Hülfe.......... 24. „ ;J 462. Visconti an Sfondrato.......... 9. Dez. „ 463. Christian von Sachsen an Johann Casimir . . .10. „ „ 464. L. Wilhelm an Johann von Nassau ..... 16. „ n 465. Ulrich von Mecklenburg an Johann Georg von Brandenburg.............. 17. „ n 466. Johann Casimir an M. Georg Friedrich .... 24. „ „ 467. Ernst von Mansfeld an Gebhard Truchsess . . 26. „ „ 468. Wilhelm von Jülich an Pf. Philipp Ludwig . . 30. „ „ 469. Bedenken Dohnas über die Unionsakte .... „ 1591. 470. Bericht Sprinzensteins an Wilhelm von Baiern . Jan. 1591 471. Bennonius an Pf. Philipp Ludwig...... „ „ 472. Schomberg an Christian von Sachsen..... 5. „ „ 473. Krell an Bongars............ 6. „ „ 474. Kursächsische Instruktion für den Torgauer Tag 11. „ „ 475. Johann Casimir an Zürich, Bern, Basel und Schaffhausen ................ 11. ,, „ 476. Sebastian Schlick an Ernst von Bamberg . . .12. „ „ 477. De Fresnes an Christian von Sachsen .... 13. ,, „ 478. Johann Casimir an Maria Leonora von Preussen . 18. „ „ 479. Relation des mainzischen Gesandten Diepurg . . 27. „ „ 480. Christian von Sachsen an Bünau und Weihe . . 28. „ „ 481. Pf. Georg Hans an den Rat zu Frankfurt . . .28. „ „ 482. Pf. Georg Hans an den Rat zu Köln..... 30. „ „ 483. K. Elisabeth von England an Christian von Sachsen 30. „ „ 484. Johann Casimir an die Räte zu Torgau .... 31. „ „ 485. Protokoll des Konvents zu Torgau......Jan./Febr. „ 486. Instruktion des Pf. Georg Hans für eine Werbung bei Parma............... Febr. „ 487. Bennonius an Pf. Philipp Ludwig...... „ „ 488. Torgauer Unionsakte........... „ „ 489. Erster Nebenabsehied des Konvents zu Torgau . 3. „ „ 490. Zweiter Nebenabschied des Konvents zu Torgau. 3. „ „ 787 491. Entwurf eineä Anschlags für das Unionsheer . . Febr. 1591 492. Hessischer Entwurf eines Anschlags..... „ „ 493. Zündelin an Camerarius.......... 5. „ „ 494. Pallavicino an Christian von Anhalt..... 9. „ „ 495. Pf- Johann an die Strassburger Kapitularen . . 12. „ „ 496. Bennomus an PL Philipp Ludwig...... 18. „ „ 497. Büttner an M. Georg Friedrich....... 18. „ „ 498. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .24. „ „ 499. Christian von Sachsen an Johann Casimir . . .24. „ „ 500. Christian von Sachsen an Heinrich Julius von Braunschweig.............. 25. „ „ 501. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen . 26. „ „ 502. Die Pf. Philipp Ludwig und Johann und M. Georg Friedrich an Ulrich von Mecklenburg .... 28. „ „ 503. M. Georg Friedrich an Johann Georg von Brandenburg ................ 2. März „ 504. Dolfin an den Dogen........... 2. ,, „ 505. Visconti an Sfondrato.......... 2. „ „ 506. Johann Casimir an Pf. Johann....... 4. „ „ 507. Turenne an Christian von Anhalt...... 6. „ „ 508. Turenne an Christian von Anhalt...... 8. „ „ 509. Johann Georg von Brandenburg an M. Georg Friedrich............... 12. „ „ 510. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 14. „ „ 511. Visconti an Sfondrato.......... 15. „ „ 512. Heinrich Julius von Braunschweig an Turenne . 16. „ „ 513. Kolbinger an Dohna........... 17. „ „ 514. Pfalz, Sachsen, Brandenburg, Magdeburg, Ansbach, Braunschweig und die Landgrafen von Hessen au den Kaiser............... 18. „ „ 515. Werbung und Beantwortung des veidenzischen Gesandten Taxis bei Parma........ 18. „ 516. K. Elisabeth von England an Christian von Sachsen 22. „ 517. L. Wilhelm an Christian von Sachsen .... 26. „ 518. Dr. Pistorius an Wilhelm von Baiern..... 26. „ 519. Bennonius an Pf. Philipp Ludwig ...... 27. „ 520. Dolfin an den Dogen........... 30. „ 521. Johann von Trier an Wilhelm von Baiein . . .31. „ 522. Die drei Landgrafen von Hessen an Christian von Sachsen................ 1. April 523. Christian von Sachsen an Johann Casimir ... 2. „ 524. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen . 2. „ 525. Werbung Turennes bei Johann Casimir .... 5. „ 523. Johann Casimir an Christian von Sachsen ... 7. „ 527. Johann Casimir an die Dreizehn zu Strassbmg . 8. „ 528. Johann Casimir an K. Sigismund von Polen . . 8. „ 529. Ernst von Köln an Wilhelm von Baiem .... 8. „ 5Ü* 788 530. 531. 532. 533. 534. 53.5. 536. 537. 538. 539. 540. 541. 542. 543. 544. 545. 546. 547. 548. 549. 550. 551. 552. 553. 554. 555. 556. 557. 558. 559. 560. 561. 562. 563. 564. 565. 566. 567. Johann Casimir an Christian von Sachsen ... 9. April Dr. Weyer an Maria Leonora von Preussen . . 10. „ Johann Georg von Brandenburg an M. Georg Friedrich............... 12. „ Dolfin an den Dogen........... 13. „ Sachsen und Brandenburg an Johann Casimir . . 15. „ Christian von Anhalt an L. Wilhelm..... 16. „ Ernst von Köln an Wolfgang von Mainz . . .18. „ Zündelin an Camerarius.......... 22. „ Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .25. „ Johann Casimir an Christian von Sachsen ... .29. „ Der Kaiser an Christian von Sachsen..... 30. „ Aufzeichnung Christians von Anhalt..... Mai Bericht des ansbachischen Kanzlers über seine Werbung bei Wiirtemberg......... „ Johann Casimir an Zweibrücken, Ansbach und Neuburg ........•....... 5. „ Christian von Anhalt an Christian von Sachsen . 11. „ Christian von Anhalt an L. Wilhelm..... 12. „ Turenne an K. Christian IV. von Dänemark . . 12. „ Pfalz und Sachsen an Ferdinand von Toskana . 14. „ Visconti an Sfondrato.......... 15. „ Heinrich Julius von Brannschweig an Christian von Sachsen.............. 17. „ Christian von Anhalt an Turenne...... 18. „ Schomberg an Christian von Anhalt..... 20. „ Christian von Sachsen an Johann Casimir . . . 22. „ Pfalz, Sachsen, Brandenburg, Magdeburg, Braunschweig, Mecklenburg und Hessen an K. Jakob von Schottland............. 22. „ Die dänischen Reichsräte an Joachim Friedrich von Magdeburg............. 22. „ Schrögl an Christian von Anhalt...... 23. „ Turenne an Christian von Anhalt...... 25. „ Kolbinger an Christian von Anhalt...... 28. „ Bedenken Philipps von Hohenlohe...... Mai Turenne an Christian von Anhalt...... 1. Juni K. Heinrich IV. an Turenne........ 2. „ Johann Georg von Brandenburg an Chiistian von Sachsen................ 4. „ Christian von Sachsen an Christian von Anhalt . 6. „ Johann Georg von Brandenburg an Christian von Anhalt................ 8. „ Johann Casimir an Sachsen und Brandenburg . 8. „ Johann Casimir an den Bat zu Frankfurt ... 9. „ Aufzeichnung Johann Casimirs....... 10. „ Christian von Anhalt an Schomberg..... 11. „ 1591 789 568. Pelen an Christian von Anhalt....... 12. Juni 1591 569. Turenne an Christian von Anhalt...... 13. „ „ 570. (De la Tuilerie an einen Ungenannten) .... „ „ 571. Schlichen und Müller an Distelmeier .... 16. „ „ 572. Schrögl an Christian von Anhalt...... 18. ,, ,, 573. Relation des Hofrats Botzheim über eine Werbung beim B. von Strassburg.......... 20. „ „ 574. Ernst von Köln an Wilhelm von Baiern .... 23. „ „ 575. Zünda'in an Christian von Anhalt...... 23. „ „ 576. Heinrich Julius von Braunschweig an Sachsen und Brandenburg.............. 25. „ „ 577. K. Heinrich IV. an L. Wilhelm....... 25. „ „ 578. Christian von Sachsen an Schomberg..... 26. ,, „ 579. Zündelin an Camerarius.......... 26. „ „ 580. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .27. „ „ 581. Bongars an Christian von Anhalt...... 28. „ „ 582. Der Nuntius Caotano an Sfondrato...... 29. „ „ 583. Sibylla von Jülich an Renata von Baiern . . . Juli „ 584. Pancratius an Pf. Philipp Ludwig...... 2. ., „ 585. Der Ka ser an Christian von Anhalt..... 3. „ „ 586. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen . 3. „ „ 587. Kolbinger an Dohua........... 4. „ „ 588. Caetano an Sfondrato .......... 6. „ „ 589. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea . . . 8. „ „ 590. Maria Leonora von Preussen an Joachim Friedrich von Magdeburg............. 10. „ „ 591. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen . 10. „ „ 592. Turenne an Christian von Anhalt...... 10. „ „ 593. Johann Casimir an M. Georg Friedrich .... 17. „ „ 594. Wolfgang von Mainz an Christian von Anhalt . 17. „ „ 595. Kolbinger an Dohna........... 19. „ ., 596. Christian von Sachsen an Turenne ...... 21. „ „ 597. Schomberg an L. Wilhelm......... 23. „ 598. Ernst von Köln an Christian von Sachsen . . .24. „ „ 599. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen . 24. „ ,, 600. Ulrich von Mecklenburg an Christian von Sachsen 24. „ ., 601. Schlieben und Müller an Johann Georg von Brandenburg ................ 28. „ „ 602. Johann Georg von Brandenburg an Christian von Sachsen................ 29. „ „ 603. Christian von Sachsen an Johann Casimir . . .31. „ „ 604. Verzeichniss der Kontribution zum französischen Zug................. „ ), 605. Instruktion (Johanns von Nassau) für einen Abgesandten (an Anhalt)...........Juli/Aug. „ 606. Johann der Jüngere von Nassau an Albrecht von Nassau................ Aug.? „ 790 G07. Schomberg an Hochfelder.........2. Aug. 1591 608. De Fresnes an Hochfelder.........3. „ 609. Krell an Johann Casimir..........4. „ 610. Mercier an Canter............ 5. „ ;j 611. Turenne an Christian von Sachsen......9. „ 612. Caetano an Sfondrato...........10. „ 613. Wolfgang von Mainz an Christian von Sachsen . 12. „ n 614. Christian von Anhalt an Christian von Sachsen . 14. „ n 615. Johann Casimir an Pf. Johann....... 15. „ M 616. Caetano an Sfondrato ..........17. „ „ 617. Johann Casimir an M. Georg Friedrich .... 19. „ „ 618. Kursächsische Antwort an den kais. Gesandten Hornstein.............. . 23. „ „ 619. Johann Casimir an Pf. Philipp Ludwig .... 26. „ „ 620. Johann Casimir an Maria Leonora von Preussen . 27. „ „ 621. Zündelin an Camerarius..........27. „ „ 622. Meckbach an Rumpf...........30. „ „ 623. Joachim Friedrich von Magdeburg an M. Georg Friedrich...............4. Sept. „ 624. Meckbach an Distelmeier......... 9. 625. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .14. 626. Turenne an de Fresnes.......... 15. 627. K. Heinrich IV. an Christian von Anhalt . . .17. 628. Johann Casimir an Christian von Sachsen . . .21. 629. Johann Casimir an Johann von Nassau . . . .23. 630. Werbung und Beantwortung Trantsons bei Sachsen 25. 631. L. Wilhelm an Camerarius......... 27. 632. K. Heinrich IV. an (Christian von Anhalt) ... Okt. 633. Junius an Johann Casimir......... 1. 634. Johann Casimir an L. Wilhelm....... 3. 635. Wilhelm von Baiern an Karl von Lothringen . . 4. 637. Junius an Johann Casimir......... 8. 638. Zündelin an Camerarius.......... 8. 639. L. Wilhelm an de Fresnes......... 10. 640. Instruktion Wilhelms von Baiern für den Rat Freising ............... 14. 641. Junius an Johann Casimir......... 15. 642. Johann der Jüngere von Nassau an Johann den Aelteren ............... 15. 643. K. Heinrich IV. an Christian von Anhalt . . .19. 644. Johann Casimir an M. Georg Friedrich ... 21. 645. Arnim und Distelmeier an Johann Georg von Brandenburg ............... 24. 646. Dr. Büttner an M. Georg Friedrich..... 28. 647. Junius an Johann Casimir......... 29. 648. Arnim und Distelmeier an Johann Georg von Brandenburg ................ 29. 791 649. L. Wilhelm an de Presnes.........29. Okt. 1591 650. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea ... 2. Nov. „ 651. Johann Casimir an die drei Landgrafen von Hessen 7. ,, „ 652. Pf. Reiehard an Ludwig von Würtemberg . . .29. „ „ 653. Parma an K. Philipp II ...........4. Dez. „ 654. Johann Casimir an seine Tochter Dorothea . . 5. „ „ 655. Bennonius an Pf. Philipp Ludwig...... 10. „ „ 656. M. Georg Friedrich an Johann Casimir .... 11. „ ,, 657. Der Kanzler Reuber an Johann Casimir .... 11. „ „ G58. Relation der Strassburger Kapitelsgesandten über eine Werbung bei Johann Casimir..... 15.—19.,, „ 659. Pf. Philipp Ludwig an Ludwig von Würtemberg. 23. „ „ 660. Georg Ludwig von Hütten an Cameravius . . .26. „ „ 661. Johann Casimir an Wilhelm von Baiern .... 31. „ „ 1592. 662. Pancratius an Pf. Philipp Ludwig......3. Jan. 1592 663. Philipp Ludwig von Hanau an den Amtmann zu Kaiserslautern .............6. „ „ 664. Kf. Friedrich IV. an Johann von Nassau .... 7. „ „ 665. Christian von Anhalt an K. Elisabeth von England 9. „ „ 666. Kf. Friedrich IV. an den Burggrafen zu Alzei . 11. „ „ 667. L. Ludwig an Kf. Friedrich IV ........13. „ „ 668. Kf. Friedrich IV. an L. Georg....... 14. „ „ 669. Johann von Trier an Kf. Friedrich IV .....14. „ „ 670. M. Georg Friedrich an Kf. Friedrich IV. ... 16. „ „ 671. Der Vizedom Wambold an Kf. Friedrich IV. . .17. . „ „ 672. Dolfin an den Dogen........... 18. „ „ 673. Instruktion L. Wilhelms für Keudell..... 19. 674. Wilhelm von Baiern an Kf. Friedrich IV. ... 19. „ „ 675. Kf. Friedrich IV. an den Kaiser ....... 24. „ 676. Karl von Lothringen an Kf. Friedrich IV. . . . 2. Febr. „ 677. Kf. Friedrich IV. an de Fresnes.......3. „ „ 678. Memorial Pf. Johanns für Kf. Friedrich IV. . . 3. 8. „ „ 679. Diskurs (Zulegers)............Febr./März „ 680. Zweiter Diskurs (Zulegers)......... „ „ „ 681. Kf. Friedrich IV. an Wilhelm von Baiern ... 2. März „ 682. Friedrich Wilhelm von Sachsen an Kf. Friedrich IV. . 7. „ 683. Bericht des neuburgischen Rats Zorer.....15. „ „ 684. Johann der Aeltere von Nassau an (Ludwig von Sayn-Wittgenstein ?)........... 16. „ „ 685. Kf. Friedrich IV. an die Landstände der Oberpfalz 18. „ „ 686. Entwurf einer kurpfälzischen Werbung beim Kaiser 1. April „ 687. Bedenken der ansbachischen geheimen Räte . . 15. „ „ 688. Kais. Erklärung auf die kurpfälzische Werbung . 10. Mai „ 689. Kf. Friedrich IV. an seine Gesandten nach Holland und England..............12. „ „ 792 690. Kais. Resolution auf die kurpfälzische Replik . . 26. Mai 1592 691. Instruktion L. Wilhelms für Dr. Peucer .... 6. Juli Nachträge. c. 1565/6. 1.* Verzeichniss deutscher Pensionäre der Krone Frankreich ................ c. 1565/6 1576. 2.* Der Kaiser an Johann Georg von Brandenburg . 4. Nov. 1576 3.* Der Kaiser an Johann Georg von Brandenburg . 24. „ ); 4.* A. Christian an Johann von Nassau......11 Dez. „ 5.* Der Kaiser an Johann Georg von Brandenburg . 14. ,, „ 6.* L. Wilhelm an Johann von Nassau...... 23. „ „ 1577. 7.* Bericht aus Heidelberg nach Strassburg .... April 1577 8.* Kurfürstin Elisabeth an L. Wilhelm.....11. Juni „ 9.* Sigmund Ehern an Ludwig von Sayn-Wittgenstein 20. „ „ 10.* De Vaulx an K. Philipp II .........31. Dez. „ 1578. 11.* Testament Johann Casimirs.........21. Juni 1578 12.* Johann Casimir an K. Friedrich von Dänemark . 30. Aug. ,, 13.* Ehern an L. Wilhelm...........16. Okt. „ 14.* Isaak Weycker an Matthäus Weycker .... 8. Nov. „ 15.* Johann Casimir an K. Friedrich von Dänemark. . 12. „ „ 1579. 16.* Anbringen des spanischen Gesandten Borja beim Kaiser................ 1579 17.* Johann Casimir an K. Friedrich von Dänemark . 6. März „ 18.* Fabian von Dohna an seinen Bruder Achatius . 20. April „ 1580. 19.* Beza an einen Ungenannten ........ 1580 20.* Dohna an seinen Bruder Achatius......10. April „ 21.* Dohna an seinen Bruder Achatius......5. Sept. „ 1581. 22.* Abraham Bock an August von Sachsen . . . .12. Jan. 1881 23.* Johann Casimir an L. Wilhelm.......26. April „ 24.* Erstenberger an Wilhelm von Baiern.....14. Aug. „ 793 1583. 25.* Khevenhiiller an den Kaiser........ 21. Mai 1582 26.* Khevenhiiller an den Kaiser........ 12. Juni „ 27* Possevino an den Kardinal von Como..... 14- Juli „ 28.* Possevino an Como . . ,....... 28. Okt. „ 29.* Heinrich von Bremen an August von Sachsen . 14. Nov. „ 30* Kais. Zusammenstellung der Verhandlungen über die Freistellung............. „ 1583. 31.* Khevenhiiller an den Kaiser........ 13. März 1583 32.* Johann Casimir au K. Friedrich von Dänemark . 22. April „ 33.* Khevenhiiller an den Kaiser........ 25. ,, ,, 34.* Possevino an K Stephan von Polen..... 26. „ „ 35.* Ehern an Dr. Glauburg.......... 21. Juni ,, 36.* K. Elisabeth von England an Johann Casimir . . 1. Juli „ 37.* Possevino an Bonomi........... 29. Aug. „ 38.* Johann Casimir an K. Friedrich von Dänemark . 5. Sept. „ 39.* Bericht des ansbachischen Rats Danzer .... 14. „ „ 40* Wilhelm von tSaiern an Possevino...... 3. Okt. „ 41.* Instruktion Julius' von Braunschweig für Gesandte an Brandenburg.............. 15. „ „ 42.* Zuleger an Johann von Nassau....... 16. ,, „ 43.* Khevenhiiller an den Kaiser........ 30. „ „ 44.* Gutachten Zulegers für Gebhard Truchses ... c. Nov. „ 45.* Dohna an seinen Bruder Achatius...... 14. Dez. „ (1583/84,) 46.* Werbung Minuccis' bei K. Philipp II ..... 1583/84 1584. 47*. Drei hugenottische Gutachten für K.' Elisabeth von England.............. 1584 48.* Verzeichniss der Anleihen, Kreishülfe und Auslagen Johann Casimirs für den kölnischen Krieg ... ., 49.* Bericht des bairischen Agenten Baivitius aus Rom Jan. „ 50.* Danzer an die Regierung zu Ansbach .... 2. Febr. „ 51.* Johann Casimir an K. Friedrich von Dänemark .■ 29. „ ,, 52.* Possevino an Como........... 3. März „ 53* Banos an Gebhard Truchsess........ 24. „ „ 54.* Possevino an Como........... 1- April „ 55.* Possevino an Peifer........... 6- » » 66.* Possevino an Wilhelm von Baiern...... 12. „ „ 57.* Lauterbach an (Pappus?).......... 14. „ „ 58.* Possevino an Como........... 20. „ „ 59.* Georg Besserer an (M. Georg Friedrich) .... 29. „ „ 794 60.* Banos an Gebhard Truchsess........ 4. Mai 1584 61.* Possevino an Como ........... 13. „ (J 62.* Khevenhüller an den Kaiser........ 22. „ n 63 * Camerarius an seinen Bruder Philipp.....20. Juni „ 64.* L. Wilhelm an Johann Casimir.......27. „ „ 65.* Bericht La Huguerye's vom Hof Johann Casimirs Juli tl 66.* Barvitius an Wilhelm von Baiern......4. „ „ 67.* Ein Ungenannter an Johann Casimir.....11. „ „ 68.* Segur an L. Wilhelm...........22 „ 69.* Dohna an seinen Bruder Achatius......19. Aug. „ 70.* Winterfeld und Koppen an Johann Georg von Brandenburg..............26. Dez. „ 1585. 71.* Instruktion des Pf. Georg Hans für eine Werbung bei Parma............... 1585 72.* Der Nuntius Malaspina an Como ...... Jan. „ 73.* Malaspina an Como ...........9. Fehr. „ 74.* Daniel Rogers an Ehem . . ;....... 16. „ „ 75.* Malaspina an Como............16. März „ 76.* Malaspina an Como ...... • .... 6. April „ 77.* K. Elisabeth von England an Johann Casimir . . 27 „ ,, 78.* Der Nuntius Caligari an Kardinal Rusticucci . . 30. Aug. „ 79.* Caligari an Rusticucci..........6. Sept. „ 1586. 80.* Verzeichniss der Schulden von Kurpfalz und Pfalz- Lautern ............... 1586 81.* August von Sachsen an Johann Casimir . . . .26. Jan. „ 82.* Johann Georg von Brandenburg an Johann Casimir 6. März ,, 83.* K. Friedrich von Dänemark an K. Philipp II. . 1. April „ 84.* Instruktion für den dänischen Rat Ramel . . .19. „ „ 85.* Christian von Sachsen an Johann Casimir . . .21. „ „ 86.* Ramel an K. Friedrich von Dänemark . . . .13. Mai „ 87.* Relation der dänischen Gesandten Ranzau uud Winsheim...............21. „ „ 88.* Pf. Georg Haus an Parma.........22. Juni „ 89.* K. Philipp II. an K. Friedrich von Dänemark . . 12. Juli „ 90.* Johann Casimir an M. Jakob von Baden . . .15. „ „ 91.* Leicester au Christian von Sachsen.....22. „ „ 92.* K. Friedrich von Dänemark an Johann Casimir . 24. „ „ 93.* Schomberg an Christian von Sachsen.....10. Sept. „ 94.* K. Friedrich von Dänemark an Parma .... 28. Okt. „ 95.* Wilhelm von Baiern an Julius von Würzburg . 3. Dez. „ 1587. 96.* Khevenhüller an den Kaiser........ 8. März 1587 795 97.* Die niederländischen Gesandten an K. Friedrich von Dänemark.............1. Juli 1587 98.* Magdeburgische Instruktion für Wolffen . . .10. „ „ 99.* Zettel Johann Casimirs..........Juli/Aug. „ 100* Puteo an Montalto...........5. Dez. „ 1588. 101.* Hermann Hortenberg an Wilhelm von Baiern . 7. Harz 1588 102.* Anton von Elz an Wilhelm von Baiern .... 22. „ „ 103.* Julius von Würzburg an Christian und Friedrich Wilhelm von Sachsen..........30. Okt. „ 104.* Julius von Würzburg an Wilhelm von Baiern . 19. Nov. „ 105.* Johann Casimir an Landgräfin Hedwig . . . .25. Dez. „ 1589. 106.* Johann von Trier an Wilhelm von Baiern . . .30. Jan. 1589 107.* Der hessische Sekretär Heugel an L. Wilhelm . 30. Okt. „ 108.* Der Kaiser an Khevenhüiler........5. Nov. „ 1590. 109.* K. Heinrich IV. an Schomberg.......18. April 1590 110.* Minucci an Adolf von Metternich......24. Sept. „ 111* Aus einer Werbung Pollweilers bei Wilhelm von Baiern ................ Nov. „ 1591. 112.* Die Generalstaateu an Johann Casimir .... 1. Jan. 1591 113.* Johann Casimir an Pf. Johann....... 19. „ „ 114.* Weyer an Maria Leonora von Preussen ... „ 115.* Pfälzischer Diskurs in Sachen der preussischeu Heirat.....'........... ,, 116.* Zündelin an Camerarius.......... 13. Aug. „ 1599. 117.* Verzeichniss der Forderungen der Kurpfalz an die Krone Frankreich.......... 11. Mai 1599 «XK3 Register. Aachen I. 319. 320. 321. 322. 327. 328. 332. 333. 340. 352. 354, 357. 359. 364. 368. 377. 378. 380. 380. 395. 407. 408. 416. 418. II. 4. 8. 23. 24. 48. 62. 81. 101. 125. 152. 250. 413. 428. 482. III. 151. 172. 203. 259. 419. 426. 469. 485. 514. 543. 562. 678. — Streit der Kathol. und Evang. I. 306. 326. 328. 330. II. 7. 71. 243. 343. 375. 392. 399. 512. III. 49. 101. 183. 192. 193. 289. 294. 325. 387. 564. 588. 618. 630. 24*. 30*. 49*. 81*. A ah aus II. 105. Aar au I. 252. III. 112. Abain , Louis Chastaigner d", franz. Gesandter in Koni II. 509. Abbeville I. 314. Abendmahl I. 5. 8. 10. 22. 27. 49. 418. IL 13. 50. 58. 67. 271. III. 14. 143. 216. 313. 353. 484. 497. 4*. 6*. 7*. 57*. 59*. Adel I. 30. 41. 293. 326. 352. 364. IL 32. 50. 148. 220. 313. 399. 417. 425. 457. III. 123.128. 130. 139. 151. 154. 524. 609. 625. 645. 655. 662. 679. 7*. 114*. 115*. — s. Graienbündniss, Johann Casimir, Reichsritterschaft. Ader III. 71*. Adolf von Schauenburg, Kf. von Köln IL 151. Adolf von Holstein I, 65. 332. IL 318. 327. 433. 466. 516. III. 82. 232. 247. 427. 105*. Aerschot III. 14*. — s. Croy. Affenstein, Hans Oswald von, Stallmeister J. C. IL 138. 222. 216. Agen IL 336. Agnes von Hessen, Gemahlin des Kf. Moritz von Sachsen III. 8*. Agnes H e d w i g (von Anhalt) Gemahlin des Kf. August von Sachsen IL 381. 407. 408. 417. 457. Agricola, marburg. Kat I. 252. - Caspar, Professor in Heidelberg III. 285. Ägypten III. 162. Ahausen, Vertrag von (1608), III. 488. A i chm ann , D., würtembergischer Kanzler III. 542. 670. Aiguesmortes I. 2S1. 300. Akzise s. Zölle. Alanus, Kardinal (William Allen) III. 235. Alba, Herzog von 1.390. IL 224. ' 259. 266. III. 192. 294. 419. Albada, Aggaeus I. 358. 418. IL 161. • Albert'ani, toskan. Sekretär I. S. 575. Albeuf s. Elbeuf. AI brecht V., Herzog von Baiern I. 24. 29. 30. 35 41. 54. 64. 80. 132. 151. 156. 164. S. 571. III. 674. 55*. Albrecht (Alcibiad.es), Markgraf von Brandenburg-Kulmbach IL 161. 320. III. 154. 511. 44*. 50*. Alb recht von Brandenburg, Kar- dinalerzb. von Mainz und Magdeburg III. 691. Albrecht (von Sachsen) Kf. und Erzb. von Mainz III. 681. Albrecht, Graf von Nassau-Saarbrücken I. 78. 91. 92. 185. 203. 332. IL 4. 15. 17. 18. 23. 32. 37. 50. 51. 57. 67. 82. 86. 137. 139 798 151. 162. 204. 397. S. 460. III. 606. 4*. 20*. 42*. Albrecht Friedrich, Herzog von Preussen III- 65*. 115*. Alb recht, Dr. Johann, Vizekanzler d. C. in Neumarkt 1. 109. 357. Aldcgonde, St. s. Marnix. Alegre, d' I. 88. 201. Alencon (Anjou), Herzog Franz I. 11. 102. 114. 117. 120. 123. 124. 125. 126. 129. 138. 141.150. 105. 171. 172. 174. 184. 195.190. 197. 210. 212. 242. 245. 247. 257. 200. 268. 269. 270. 273. 274. 279. 281. 283. 284. 291. 294.295.299. 314. 315. 324. 333. 341.348.350. 358. 380. 381. 384. 385. 386. 388. 402. 418. S. 572. 574. IL 8. 15. 24. 35. 38. 40. 41. 47. 50. 51. 57. 65. 71. 72. 123. 140.103.175. 204. 209. 237. 242. 206. 207. 290. 293. 436. 508. III. 162. 12*. 13*. 15*. 10*. 22*. 26*. 34*. 35*. 60*. 65*. 67*. 117*. S. 774. — zu Johann Casimir I. 12. 23. 122. 128. 135. 144. 152. 203. 223. 233. 307. 335. 257. 376. 418. S. 575. 577. 11. 219. 325. 500. III. 475. Alexander (von Sachsen), Administrator vonMerseburg III. 24.* Alfonso, Herzog von Ferrara I. 224. 282. 292. S. 576. II. 328. 509. III. 192. 195. 254.261.312. 350. 18*. 96*. Alidosio, Ciro (Eoderichl, tos-. kanischer Gesandte III. 312. S. 773. Almoscnordnung (pfälz.) I. 5. 391. Alpen II. 224. III. 101*. Attenkirchen IL 2. Altötting IL 328. Altenstadt HL 60. Altrip II. 155. Alvensleben, Hofmeister Joh. Georgs von Brandenburg III. 527. Alzei I. 49. 50. 63. 99. 320. IL 264. III. 60. 127. 145. 152. 163. 666. 7*. 102*. — Burggraf von, s. Winnenberg. Amalia, Pfalzgräfin, 2. Gemahlin Beichards von Simmern IL 241. III. 217. 226. Amberg I. 5. 9. 31. 34. 391. IL 241. 257. 263. 295. 325. 367. 370. 403. 427. 452. III. 115. 174 295. 455. 457. 572. 580. 671. 680' 681. 685. — Vizedom s.Ortenburg, Wambold. — Unionsversammlung 1596 III 488. ' ' Ambise s. Hembyze. Amelia Kurfürstin, Wittwe Friedrichs III. von der Pfalz I. 1 5. 8. 18. 24. 31. 207. IL 423' III. 4. 353. 390. 432. 650. 664 4*. S. 773. Ampringen, Ulrich von, vorder- österr. Kommissar I. 181. Amsterdam II. 436. III. 637. Ancel, d', französ. Besident am Kaiserhof I. 70. 338. 418. II 201. 272. 373. 374. 3ü6. 425 439. 456. 466. S. 462. III. 49 52. 55. 74. 254. 274. 360. 504 507. 109*. Anderborg IL 207. Andernach IL 2. 106. 151. 168 180. 222. 225. 227. III. 141 486. 515. 598. 599. 628. 690. And law, Sigmund von, vorder- österr. Kommissar I. 181. Andreae, Jakob, lutherischer Theolog I. 4. 169. 171. 252. 269. 349. 418. S. 570. IL 253, 264. 271. 321. 359. 429. III. 143. 149. 176. 7*. 13*. 20*. 57*. Andreas, Kardinal, Sohn Erzh Ferdinands IL 61. 74. 79. 80. 94. 98. 100. 102. 103. 107. 109. 111. 112. 117. 131. 133. 146. 328. 341. 437. III. 27. 36. 424 470. 518. 564. 31*. 66*. Andreas (?), Arzt IL 370. Andree, Steph., Kammerschreiber J. C. III. 86. 99*. An duze III. 19*. Angelmacher, Gerhard, köln. Gesandter III. 388. Angers IL 363. 382. Angerus, Melch., pfälz. Prediger III. 284. Angouleme, madame d' II. 483. Angoumois I. 289. Anhalt I. 361. III. 366. — Fürsten von III. 492. 493. 532. s. Agnes Hedwig, Bernhard, Christian, Joachim Ernst, Johann Georg. Anjou, Herzogtum I. 289. 300. — s. Alencon. Anna von Baiern, Tochter K. Ferdinands L, Gemahlin Herzog 799 Albrechts I. 29. 64. II. 68. 85. III. 450. 457. Anna, 2. Tochter Oraniens III. 91*. Anna (von Ostfriesland), Gemahlin Kf. Ludwigs von der Pfalz, dann des Markgrafen Ernst Friedrich von Baden II. 168. 228. 240. 241. 249. 282. 289. 377. Anna (von Jülich), Pf., Gemahlin Philipp Ludwigs III. 436. Anna, Pfalzgräfln v. Zweibrücken, Wittwe Wolfgangs IL 143. 164. Anna, Königin von Polen, Wittwe Stephan Batori's III. 96*. Anna von Preussen s. Maria Eleonora. Anna (von Dänemark), Kurfürstin von Sachsen I. 1. 19. 64. 75. 138. 15». 160. 161. 237. 312. 368. 370. 379. 388. 418. II. 208. 293. 304. 370. 381. 393. 417. 425. 427. III. 154. 245. 265. 58*. 63*. Anna, Tochter Augusts v. Sachsen, Gemahlin Joh. Gas. von Sachsen- Koburg I. S. 574. III. 52. 295. 334. 47*. Anna, Tochter K. Johanns von Schweden III. 305. 71*. 88*. Anna (von Baiern), Erzherzogin von Steiermark IL 479. Anna Elisabeth (Schwester J. C), Gemahlin Philipps v. Hessen III. 143. 248. 451. 589. 678. Anna Katharina (von Mantua), 2. Gemahlin Erzh. Ferdinands 1. 292. 304. IL 68. Anna Margaretha (Pf. v. Vel- denz), 3. Gemahlin Pf. Eeichards III. 174. 249. Anna Maria v. Hessen, Tochter L. Wilhelms HL 209. Anna Maria (von Neuburg), 2. Gemahlin Friedrich Wilhelms von Sachsen HL 638. Anna Maria (Tochter des Kf. Moritz von Sachsen) 2. Gemahlin Oraniens III. 8*. Anna Maria (Tochter Gustav Wasa's) Gemahlin des Pf. Georg Hans IL 240. 380. 460. III. 177. 187. 71*. Anna Maria (Pf., Tochter Kf. Ludwigs) Gemahlin Karls vOii Schweden III. 18*. Annaberg IL 381. III. 121. 389. Annaburg III. 311. 312. Ansbach III. 22. 149. 185. 306. 319. 364. 535. 593. — s. Georg Friedrich. Anton, König von Navarra I. 418. Antonio von Crato, Malteserprior, Prätendent in Portugal gegen Philipp IL I. 348. IL 25. 363. III. 119. 511. Antwerpen I. 24. 62. 95.102.114. 128. 129. 135. 142. 145. 148. 160. 163.175.193. 281. 333. 418. S.573. II. 13. 24. 39. 41. 72. 163. 175. 203. 233. 240. 380. III. 119. 380. 398. 406. 473. 515. 647. 14*. 15*. 17*. 34*. Anxstel IL 12. Apologie (der A. C.) I. 10. 92. 349. 367. IL 62. 78. III. 485. 488. Appenzol, Sebast. Uriel von, Kur- pfälz. Bat I. 91. 92. III. 152. Arabien IL 281. Aragon 1. 165. Aranger, d' s. Harangier. Aranjuez III. 340. Arco, Graf, IL 437. Aremberg, Karl von, span. Befehlshaber I. 385. 406. IL 79. 81. 82. 101. 293. III. 180. Argontlieu, Sr. d', Jean de Hangest, im Dienst Condes I. 77. 102. 108. 115. 137. 148. 149. 220. 281. S. 575. III. 7*. Arnheim I. 163. IL 101. 494. Arnim, Bernhard von, kur- brandenburg. Bat III. 485. 488. 489. 490. 563. 645. 648. Arnold, D. Georg, sächsischer Kanzler zu Zeitz IL 269. 277. Arnolt, Hans IL 399. —, Heinrich, hessischer Kanzlist u. Bat 111. 485. Arnsberg IL 13. 149. 151. Arran, Graf von, I. 404. 417. Arten au s. Ortenau. Artois I. 184. III. 106. 180.486. 558. 15*. Arturus, Jesuit III. 332. Arzt, Dr. Wendelin, vorderöst. Kanzler IL 240. 313. Arundel, Herzog von III. 235. Aschaffenburg 11.414. III. 101. 280. 401. 410. 445. — Vizedom von IL 174. Aschersleben (Adliger) III. 513. Ascoli, Fürst von III. 637. Aspach IL 180. Asperg IL 121. 145. III. 241. 800 Assonleville, Christoph d', span. Staatsrat III. 317. 653. Assum, hohen lohischer Hofprediger III. 351. Atalay (?), Jakob, kursächs. Oberst III. 61*. Attendorn II. 203. Auberviliers III. 361. Aubiac II. 518. Auerbach I. 21. Augsburg I. 242. 252. 254. 301. 318. 320. 336. 349. 352. 358. 362. 364. 368. 369. 373. 374. 377. 380. 385. 388. 389. 391. 398. 402. 407. 414. 416. 418. S. 578. II. 11. 18. 31. 46. 75. 124. 214. 238. 240. 260. 264. 293. 347. 392. 399. 413. 414. 431. 472. 482. 502. 512. III. 32. 49. 52. 72. 150. 151. 154. 192. 193. 239. 485. 580. 658. 28*. 30*. 49*. 55*. 81*. — s. Reichstag 1566 und 1582. — Kapitel II. 1. — Bischof II. 13. Augsburgische Konfession (A. O.) I. 5. 10. 17. 18. 40. 49. 75. 92. 93. 94. 103. 168. 170. 215. 229. 252. 328. 332. 349. 352. 367. 388. 393. 396. 407. 408. II. 13. 15. 18. 19. 42. 47. 51. 52. 60. 62. 71. 78. 79. 84. 97. 122. 133. 154. 187. 223. 243. 254. 263. 273. 274. 285. 314. 315. 343. 360. 367. 387. 413. 424. III. 58, 151. 154. 161. 192. 216. 294. 327. 353. 418. 484. 488. 496. 545. 673. 679. 680. 29*. 30*. 64*. A u g u s t, M. von Brandenburg, Sohn Joachim Friedrichs III. 122. 283. August von Braunsehweig-Lüne- burg, Domherr von Strassburg III. 302. 424. August, Kurfürst von Sachsen 1. 3. 13. 72. 73. 74. 76. 77. 80. 147. 153. 158.167. 169. 197. 204. 215. 258. 269. 272. 277. 282. 296. 304. 308. 331. 334. 341. 352. 354. 356. 362. 365. 366. 369. 370. 371 373. 377. 380. 381. 383. 385. 386. 389. 391. 398. 407. 414. 416. 418. S. 570. 573. 575. 578. II. 4. 5. 13. 14. 18. 20. 22. 25. 30. 32. 33. 37. 39. 43. 46. 47. 50. 51. 56. 62. 66. 67. 70. 73. 75. 79. 80. 88. 92. 94. 124. 125. 130. 132. 133. 137. 152. 153. 161. 163.165. 166. 169. 181. 187. 191. 192. 208. 217. 237. 244. 249. 252. 253. 254. 255. 259. 263. 264. 267. 268. 269. 272. 275 277. 27». 280. 287. 288. 290. 291 298. 303. 318. 333. 341. 348. 35o' 354. 358. 364. 368. 370. 372. 373' 374. 377. 378. 380. 385. 391. 393 399. 403. 405. 407. 408. 410. 413 421. 424. 425. 427. 432. 439. 44G 457. 459. 466. 513. S. 461. 402 III. 36. 107. 121. 126. 130. lfiO 154. 289. 295. 312. 319. 356. 505 6*. 22*. 24*. 27*. 28*. 29* 32* 34*. 37*. 39*. 42*. 45*. 47*! 49*' 51*. 52*. 54*. 55*. 57*. 61*. 63* 64*. 65*. 69*. 72*. 73*. 74*. 75* 77*. 91*. 103*. — zu Baiern I. 29. 30. 35. 41. 64 132. 156. 292. 388. — zu Brandenburg I. 246. 253. II. 335. III. 50*. — zu England I. 246. 253. IL 327. — zu Erzh. Ferdinand I. 55. 29G. II. 393. 404. 417. — zu Frankreich I. 61. 216. 220. 221. 228. 229. 236. 242. 243. 240. 255. 261. 267. 279. 291. 333. 388. 368. 384. IL 142. 229. 320. 336. 344. 412. 415. 421. 434. III. 68*. — zum Kaiser I. 20. 33. 35. 55.154. 162. 178. 211. 212. 214. 229. 247. 258. 254. 265. 276. 301. 303. 306. 312. 316. 317. 318. 331 333. 336. 349. 364. 375. 379. 382. 418. IL 26. 31. 53. 71. 76. 84. 90.124. 149. 185. 248. 258. 274. 293. 322. 334. 343. 355. 886. 387. 396. 402. III. 26*. 30*. 71*. — zu Pfalz s. Johann Casimir, Ludwig. — Keligionssachen I. 3. 6. 51. 209. 215. 234. 388. IL 275. 318. 393. 417. III. 95. 480. 13*. 40*. 56*. — zu Spanien I. 55. 418. III. 10*. A u g u s 111 s b u r g IL 252. Au male, Herzog von 1.184. III. 39. Aumont, Jean 12. 616. 618. 626. Calais I. 54. 62. 171. 172. 240. S. 572. III. 558. C al a n d r i n i. Kaufmann IL 505. III. 89. S. 771. Caligari, Joh. Andreas, B. von Bertinoro, Nuntius III. 78*. 79*. Calignon, hugenott. Gesandter IL 272. Ca 1 v i n i s m u s und Calvinisten I. 4. 6. 8. 10. 21. 27. 28. 31 40. 49. 51. 54. 60. 84. 87. 89. 111. 113. 128. 129. 133. 135. 145. 161. 169. 170. 225. 235. 280. 321. 326. 333. 349. 368. 385. 388. 418. S. 571. IL 13. 42. 47. 51. 52. 55. 58. 62. 67. 79. 92. 121. 125. 126. 165. 243. 244. 248. 249. 253. 254. 256. 264. 273. 275. 285. 293. 301. 309. 315. 316. 326. 328. 335. 343. 360. 373. 387. 392. 406. 424. 429: 439. 514. S. 462. III. 8. 10. 11. 15. 51. 52. 95. 107. 112. 143. 148. 164. 177. 178. 180. 185. 186. 187. 217. 230. 232. 325. 336. 436. 485. 486. 497. 500. 503. 505. 511. 542. 588. 601. 609. 641. 648. 656. 668. 672. 673. 678. 679. 680. 684. 635. 689. 4*. 7*. 8*. 9*. 41*. 49*. 50* 56*. 57*. 59*. 64*. 85*. Cambrai I. 101. 151. 1S4. 196. 268. 314. 385. 388. 402. 416. IL 24. 175. 267. 290. 296. III. 192. 556- Cambresis I. 361. II. 290. Camerarius, Dr. Joachim, in Nürnberg I. 8. 35. 234. 355. IL 56. 61. 244. 271. 364. 368. 370. 381. 407. 415. 425. 482. 512. III. 22. 24. 56. 95. 169. 191. 212. 236. 278. 289. 298. 300. 306. 311. 319. 342. 356. 3S4. 389. 392. 395. 447. 453. 457. 493. 494. 499. 511. 512. 537. 545. 569. 579. 618. 621. 631. 638. 615. 660. 691. 63*. 116*. — Philipp III. 186. 188. 191. 287. 296. 389. 638. 63*. 85*. — Balthasar, Sohn Joachims III. 499. Campen III. 101. 192. 558. Campius, D. Jacobus, Dcehant in Bonn III. 410. Candia, Königreich IL 281. Candidus, Pantaleon, Superintendent in Zweibrücken IL 32. 50. 75. 92. Cant, Reinhard, niederländischer Gesandter III. 43. 97*. Cantal III 71*. Cant er, Dirk, Bürgermeister von Utrecht III. 610.' Canterbury, Erzbischof I. 252. Cany, sr. de, hugenott. Truppenführer IL 382. Cappel, III. 280. Carten, Heinrich, Sekretär J. G. III. 24. 115. 130. 604. 689. 99*. Caretto, Alfonso, I. 292, s. Finale. Carlewitz, Georg von, Kittmeister u. Hofmarschall J. C. I. 140. 211. 291. IL 368. III. 82. 7*. 20*. C a r 1 i e r, Kaufmann IL 505- Carlowitz, Wolf von III. 24. Carpentier IL 207. Ca mm, Matthieu de, franzos. Sekretär J. C. I. 198. III. 20*. C a s e mb r o o t, Dr. Lenard, niederländischer Gesandter III. 43. 97*. Castagna, Joh. Bapt, Erzb. von Kossano, Nuntius 1. 109.151.254. Castellaun IL 17. 240. C a s t ein a u, französ. Gesandter in England I. 37. 123. 195. 227. IL 177. S. 461. III. 117*. Castilien I. 229. 244. 807 Oastres I. 281. 300. Caub III. 127. 486. Cavalli, Sigismondo, venez. Gesandter am Kaiserhof I. 74. Cavriana, toskaniseher Diplomat II. 470. 518. Cayas, span. Sekretär III. 16*. Celle III. 500. Cliablis III. 82. Challant de Chätillon, savoyischer Gesandter in Frankreich. I. 376. Chäloiis s. Marne I. 225. II. 175. 323. 363. 406. 463. 470. 474. III. 64. 141. 194. 196. 210. 221. 239. 247. 331. — s. Saone I. 225. Cham I. 54. II. 504. 507. Champagne I. 174. 228. 289. II. 175. 302. 363. 382. 509. III. 58. 194. 199. 385. 572. C h a m p a g n y, Franeois Perrenot, segr de I. 95. Champlite, Franeois de Vergy, Graf von, spanischer Gouverneur I. 109. 174. 199. 200. 233. 2i)!>. 307. S. 576. IL 278. 293. III. 37. 470. 23*. Chandieu, s. La Koehc-Chandieu. Chanovsky, Hofbeamter J. C. III. 216. 202. Charlopim [?] IL 109. Charmes I. 361. C h a r r o n, französischer Sekretär III. 231. Chartreuse, la III. 608. Chas sin court IL 336. Chäteauthierry 1.314. 11.293. 462. 500. Chätelet I. 314. Chätillon, Franeois de Coligny. Graf von, Sohn des Admirals I. 339. 344. 360. IL 245. 470. III. 8. 50. 51. 53. 58. 62. 63. 64. 66. 73. 78. 83. 85. 86. 87. 112. 142. 360. 408. 641. 44*. 53*. 60*. 99*. Chätillon I. 32. 223. 225. III. 85. 87. Chaudct, Kapitän IL 418. Chaumont IL 518. Chelles III. 407. Chemnitius, D. Martin, Superintendent zu Braunschweig I. 169. Clienonceaux III. 93*. Chevalier, Paul, Genfer Sekretär I. 355. III. 219. Cheverny (Chiveruy), Philippe de Hurault, comte de, französ. Diplomat I. 45. III. 87*. Childerich II. 320. Chimay s. Croy. Chorges IL 518. Christian, Fürst von Anhalt. IL 370. 421. 457. III. 1. 6. 11. 78. 114. 137. 148. 169. 191 196. 207. 210. 221. 273. 290. 301. 312. 330. 341. 344. 345. 352. 355. 357. 360. 370. 372. 373. 374. 377. 379. 381. 386. 407. 408. 444. 448. 456. 457. 461. 471. 484. 485. 489. 490. 493. 494. 499. 500. 501. 506. 507. 508. 510 511. 517. 523. 524. 525. 526 527. 534. 535. 537. 538. 541. 544. 545 546 547. 550. 551. 555. 556. 557. 558. 559. 560 561. 562. 563. 566. 567. 568. 569. 572. 575. 579. 581. 585. 586. 589. 591. 592. 594 595. 597. 598. 599. 605. 613. 614. 621. 625. 627. 628. 631. 632. 638. 643. 651 665. 672. 678. 679. 74*. 98*. 116*. 117*. S. 772. 774. C h r i s t i a n von Brandenburg/weiter Sohn des Kf. Johann Georg ni. ii5*. Christian, Herzog von Braun- schweig-Lüneburg. III 541. 604. Christian III., König von Dänemark III. 84*. Christian IV., König von Dänemark, Sohn Friedrichs IL IL 377. III. 170. 171. 224 229. 239. 247. 282. 286. 347. 370. 377. 404. 427. 444. 456. 485. 489. 490. 492. 508. 541. 545. 546. 554. 566. 590. 000. 672. 689. Christian L, Kurfürst von Sachsen I. 88. 228. 292. 309. 312. 329. 342. 388. 418. IL 250 252. 293. 344. 370. 382. 392. 417. 421. 425. 431. 444. 447. 451. 464. 466. III. 9. 24 36. 49. 72. 81. 84 101. 119. 139. 141. 147 f. 150. 154 106. 16Ü. 172. 192. 216. 222. 234. 237. 242. 264. 267. 272. 273. 282. 283. 297. 300. 302. 311. 318. 335. 354. 363. 384. 388. 400. 408. 412. 430. 431. 442. 445. 455. 457. 467 408. 481. 493. 494. 511. 524. 537. 542. 554. 568 570. 575. 576. 579. 586. 598. 600. 613. 620. 621. 624. 630. 632. 638. 639. 645. 647. 649 651 672. 678 679. 24*. 87*. 95*. 98*. 100*. 103*. 104*. 115*. 116*. — zu Brandenburg III. 34. 52. 91. 808 123. 154.161. 168. 207. 252.319. 403. 408. 415. 527. 561. 602. — zu Dänemark III. 7. 11. 34. 86. 107. 125. 126. 130. 132. 136. 170. 1S2. 94*. — zu England II. 440. 453. 457. 480. III. 290. 330.352.360.374, 483. 494. 506. 516. 91*. — zu Frankreich II. 432. 434. 441- 450. 453. 454. 457 459. 474. 498- 503. 508. 516. 518. III. 1. 7 14. 15. 22. 28. 31. 46. 55. 56. 64. 102. 136. 168. 171. 189. 191. 196 202. 207. 209. 210. 221. 224. 226. 229. 231. 232. 239. 247. 261. 274. 279. 280. 286. 289. 304. 305. 322. 324. 329. 330. 342.352.354.355.357. 360. 370. 372 379 382. 3S6. 407. 408. 427. 443. 444 448. 456. 461. 462. 469. 472. 473. 477. 494. 499. 500. 501. 504. 506. 507. 510. 512. 525. 527. 537. 544. 545 550.551. 560 578.586.591.596.597.599. 604. 611. 614. 93*. — zu Hessen II. 449. 4S5. 489. 513. III. 6. 12. 52. 119. 126. 161. 202. 212. 251. 517. 519. 522. — zu Italien III. 312. 339. 342. 356. 547. — zum Kaiser II. 457. 491. 502. 512. III. 2. 12.13. 110. 130 131. 147. 159. 274. 325. 328.376.474. 505. 514. 518. 540. 588.616.618. 630. 109*. — zu Niederlanden III. 170. 362. 618. — Eeligionssachen II. 427. 439. 458. 514. S. 462. III. 8. 107.121. 169. 178. 183. 185 186. 308. 314f. 325.345.366.394. 460. 4S0. 485. 488. 489. 490. 491. 492.497.503. 505. 509. 522. 523. 526. 541. 549. 562. 563. 609. 615. 644. 648. — zu Schottland III. 404. 413. 419. 553. — S. Johann Casimir. Christian, Kurprinz von Sachsen III. 245. 306. 630. 675. Christian, Andreas, nassauischer Bat III. 2. 10. 141. 144. 4*. Christina (von Hessen) Herzogin von Holstein III. 257. —, deren Tochter III. 257. Chris tina (von Dänemark) Herzogin von Lothringen, Mutter Karls III. III. 96. Chris tina, Pfalzgräfin, Tochter Kf. Ludwigs 1.418. IL 241. 293. III. 143. 186. 216. 296. 336. 353 429. 451. 479. 678. 4*. 8*. 105*. Christina, Pfalzgräfin, Tochter Wol i'gangs v. Zweibrücten T IL 186. Chris tina (Tochter Karls von Lothringen), Grossherzogin von Toskana IL 508. 518. III. 90. 261. Christoph, Markgraf von Baden I. S. 576. Christoph, Herzog von Mecklenburg III. 586. Christoph, Pl'alzgraf, Sohn Kf. Friedrichs III. IL 175. III 152 162. Christoph, Fürst von Siebenbürgen, Bruder Stephan Bathori's III. 471. — Sohn, s. Sigmund. Christoph, Herzog von Württemberg I. 10. IL 226. 507. III. 98. 232. 485. 542. 679. Christoph, Magister III. 334 Chumbd, AugustWerinnenklöster bei Simmern III. 295. Chyträus, David III. 323. 485. Cigogna, span. Statthalter in Eoermonde III. 201. Cilli III. 101. 151. Clar, Peter,franz. Pensionär III. 1*. Clautzius (?) IL 478. Oleinmann, Peter, kurpfälz. Kammersekretär L 50.266.11.264. Clement, Jaques , Mörder K. Heinrichs III. III. 239. 280. Clermont d' Amboyse, sr. de, Gesandter Navarras III. 171. Clervant, Claude Antoine de Vienne, sr. de, hugenottischer Militär und Diplomat I. 11. 62. 93. 175. 182. 184. 188. 198. 220. 223. 228. 256. 271. 281.360.372. 402. 415. S. 572. 573. IL 27. 59. 173. 175. 184. 211. 245.251.252. 265. 322. 323. 336. 351 361.363. 373. 378. 379. 382. 385. 394, 401. 405. 409. 411. 412. 418. 420.429. 449. 459. 477. 478. 487. 506. III. 5. 18 20. 24. 2S. 37. 51. 53. 58. 60. 62. 63. 65. 69. 74. 98. 112.119.533. 20*. 21*. 44*. 53*. 60*. 99*. 117*. Clocdt, Hermann Friedrich von, jülichischer Edelmann IL 151. Clott, Johann, deutscher Keiter- oberst III. 37.63.67.76.87.96. 99*. Cobenzl IL 425. 427. Cobham, englischer Diplomat I. 117. 225. S. 774. Cognac IL 509 517. 809 0 o 1 i ia" ' i v , Gaspard de, comte de Ghätfflon, Admiral (t 1572), I. 93. 3)«). II. 322. III. 98. G79. Oolladon, Claude de, Sekretär Conde's I. 372. Collalto, Jakob Graf von — u. S. Salvatore. span. Befehlshaber III. 325. 348. Colli, Hippolytus a (a Collums), Rat J. C. III. 143. 589. Collin us, luther. Prediger in Heidelberg III. 57*. Colmar I. 32. 380. II. 322. Co 1 nii nus, Peter , Professor in Wittenberg III. 497. Colombier I. 175. Combes, polit. Agent 11.59.202. 209. C o m m o n d o n e, Kardinallegat I. 156. 418. Commercy I. 182. 223. Como, Tolomco Galli Kardinal von III. 27*. 28*. 4(1*. 52*. 54*. 56*. 58*. 61*. 66*. 72*. 73*. 75*. 76*. Conde, Heinrich, von Bourbon, Prinz von I. 23. 27. 62. 77. 93. 102. 123. 134. 139. 168.175.184. 196. 198. 223. 225. 227. 228. 231. 238. 240. 252. 267. 271. 278. 281. 283. 288. 300. 339. 344. 348. 360. 372. 376. 402. 415. S. 570. 571. 572. 575. II. 59. 175. 24«. 265. 290. 323. 356. 363. 368. 382. 399. 401. 437.470. 487.498.518. III.ll. 39. 53. 58. 98. 112.113.142.148. 386. 679. 8*. 20*. 21*. 44*. 65*. 71*. 99*. — Tochter III. 148. - Sohn III. 386. — Ludwig, Vater des Obigen I. 418. Conincxloo, Adriaen van, Agent J. C. I. 96. 106. 121. 131. 193. 257. III. 20*. Conti, prince de, IL 498. 499. 111. 386. Copius, Balthasar, Geistlicher zu Neustadt I. 89. Cornelius-Münster IL 81. — Abt von I. 320. 322. Cornou Cornol) I. 171. 190. 194. Coss 6 , Artur de, französischer Marschall I. 184. Courtray I. 133. 137. Coutras IL 336. Couvrelles, hugenottischer Diplomat I. 93. III. 20. 24. 28. 37. 78. 112. 142. 181. 210. 99*. Craco, Dr. Georg, kursächsischcr Bat I. 51. 237. 418. IL 399. - (Crauca', navarr. Oberst II. 390. CraCo, Dr. Johann, kais. Bat und Leibarzt I. 17. 35. 91. 258. Craz s. Kratz. Creffting, Heinr., Professor zu Heidelberg III. 285. Creveceur, Mr. de IL 260. Crey III. 87. Croever-Beich, im Trierischen III. 106*. Cr Olli us, Magister III. 141. Cronberg, Hartmann von r mainz. Hofmeister I. 272. IL 174. Crossen IL 101. Croy, Philipp III., Herzog von Aerschot, Fürst von Chimav und Porcien IL 207. III. 146.147.172. S. 771. — Karl, Sohn des Vorigen IL 178- 207. — Karl Philip]), Marquis vonHavre, Bruder Philipps III. I. 102. 135. III. 120. 127. 145. — Anton, sr. de Porcien III. 98. dies III. 40. Culman, D. Ludwig, kurpfälzischer Bat und Vizekanzler I. 63. 99. 354. 359. 416. IL 50. 118. 181. 217. 329. 414. III. 151. 177.320. 409. 417. 419. 445. 485.488. 489. 490. 527. 565. 572. 678. 680. 683. 687. 689. 9*. 39*. S. 774. Curiel, Alonso de IL 98. Curtius s. Kurz. C y s a t, LuzernerStaatsmann 11.377. ]>abani s. Abain. Dachs'burg IL 299. Dalberg,D ietrich,Kämmerer von, in Diensten J. C. IL 62. Dalwigk, Bernhard von, Oberst I. 192. 230. —, Samuel von,hessischer BaiI.I503. III. 2. 10. Dampierre I. 113. D am vi 11 e s. Montmorency. Danaeus (Daneau), Lambert, re- formirter Thcolog I. 305. Danawitz, Balthasar von, Kämmerer des Erzb. Matthias III. 30. D an dor f f, Hans Jakob von, bairischer Bat I. 325. 35S. IL 7. 24. 40. 79. 85. 99. 104. 105.106. 119. 145. 180. 187. D änemark I. 1.118.197. 211. 220. 304. 416. S. 574. 576. IL 51. 71. 810 82. 89.101.118.122. 272. 305. 318. 333. 335. 3(38. 445. 449.485. S.461. 4G2. III. 9. 22. 27. 28. 30. 52. 109. 130. 132. 170. 222. 286. 294. 347. 368. 370. 377. 386. 457. 554. 581. 38*. 69*. 92*. — s. Anna, Christian IV., Elisabeth, Friedrich II., Johann, Sophia, Ulrich. Daniel, Erzb. u. Kf. v. Mainz I. 29. 31. 34. 58. 65. 66. M). 151. 197. 204. 212. 214. 216.218.220. 221. 228. 230. 235. 246. 248. 254. 261. 262. 265. 272. 273. 276. 284. 296.301. 323. 329. 332. 333. 336. II. 14. III. 22*. Danzay, französ. Gesandter in Dänemark I. 209. 215. 304. 381. II. 272. 328. 457. Dan z er, Adam, ansbachischcrEat II. 214. 217. III. 3!)*. 50*. Danzig I. 1. 63. S. 570. II. 50. III. 98. 319. 114*. Darm Stadt I. 370. III. 378. 589. Daspis, Johannes (?) I. 223. Dasypodius, Konrad I. 287. Dathenus, Peter, nlederländ. Geistlicher und Politiker I. 23. 115. 144. 148. 161. 172. 264. 300. 387. S. 572. IL 135. 195. 204. 278. III. 2. 10. Daudenberg s. Schenk. DauphiuS I. 165. 249. 271. 281. 2S9. II. 267. 363. 487. III. 78. 117. 233. 525. 71*. Daven voordo , Jan van, Herr von Warmond, holländ. Atlmiral III. 362. David, französ. Advokat III. 159. Davison, engl. Gesandter in den Niederlanden I. 105. 121. 143. III. 17*. 47*. Dee, John, Alchymist II. 399. Deklaration, Kaiser Ferdinands I. I. 20. 332. 354. 364. 416. IL 255. 277. III. 49. 144. 151. 272. 469. 480. 485. 489. 573. — K. Sigmunds IL 295. Delfino, Giovanni, B. von Bres- cia,päpstlicherNuntius inDeutschland I. 254. 292. 418. S. 571. III. 56. 332. 375. 504. 505. 520. 533. 672. Delft IL 293. III. G37. Denier III. 515. Denais, Dr. Petrus, kurpfälz. Eat IL 414. III. 148. S. 771. Der seh, von, IL 310. Desdiguieres s. Lcsdiguieres. Des Böaux, Antoine de Moret, sr, Eat Navarras 11.487. III. 112. 135. 136. 142. 191. 206. 233. 239. 243. 27!) 361. 378. 109*. Dos sau IL 275. 354.381.391.407. 467. 482. 516. III. 207. 457. 535. 541. 545. 554. 561. 572. 92*. Des Traos, Antoine, hessischer Sekretär und Agent, I. 111. 123. 126. 137. 138 140. 141. 144 147. IL 39. 47. 51. 57. 63. 67. 70 94. 104. 140. 163. 188. 198. 204.211. 215. 224. 225. 226. 233.357. 363. 463. 470. 518. 632. 642. 92*. Deutschmeister lind Deutsehorden 1. 154. 332. 364. 380. IL 146. 262. 293. 309. 332. 399. 431. III. 9. 119. 147. 151. 154. 252. 332.344. 417. 486. 564. 111*. — S. Boben- hausen, Khipping, Erzh. Maximilian. Deutz IL 2. 5. 79. 151. 198. 220. 224. 225. III. 23. 141. 38*. Deventer I. 135.137. 257. IL 494. III. 101. 192. 556. 641. Dhau n, Graf Wirich von, III. 601. 1 Dhen, Silvester, Fourier J. C. III. 130. Diedenhofen I. 192. III. 213. 558. 71*. Dicpenbroich, Jülich. Land- rentmeister III. 113*. Dieppe III. 243. 247. 331. 364. Diespach, Borner Bürger IL 55. —, Gabriel von, Oberst III. 7*. Diest I. 139. III. 14*. Dietrich IL, Erzb. und Kf. von Köln HL 115*. Dietrich, Bischof von Worms I. 150. 185. III. 230. D i e t r i c h s t e i n , Adam, Freiherr von, kais. Obersthofmeister 1. 17. 244. III. 16*. Dietz I. 418. —, Graf Christoph von III. 130. Dillenburg I. 251. II. 17. 77. 92. 144. 146. 215. III 88. 141. 366. 494. 620. 629. 642. 684. 689. 101*. D i 11 in g e n IL 433. Dinkelsbühl I. 407. Dinna, Bartolomeo, truchsessischer Diener IL 126. Dinteville, s. Tinteville. Diou, Commandern' de III. 261. 301. 346. Dirmstein I. 83. D i s k a u , kursächs. Eat III. 609. 811 Distelrueier, Dr. Lambert, kur- brandenburg. Kanzler, I. 169. 11.275.482. III. 311. 418. 485. 488. 489. 490. 497. 571. 622. 024. 630. 638. 645. (MS. Ditmarschen I. 113. III. 492. 515. Dobbinus, Dr. Nikolaus, Rat J. C. II. 78. III. 680. Does, Pieter van der III. 362. Doetinchem II. 494. Doge s. Venedig. D o g i e r s (Ogier ?), Romanus III. 508. Dolin.i, Fabian, Burggraf und Herr zu, Rat und Diener J. 0. 1. 72. 100. 110. 147. 148. 153. 1 1<#. 192. 223. 224. 233. 240. 209. 290. 300. 309. 418. S. 574. II. 32. 39. 50. 51. 52. 54. 55. 5«. 57. 62. «5. 71. 72. 75. 78. »4. 124. 125. 133. 142. 143. 151. 155. 169. 174. 185. 195. 198. 203. 200. 215. 216. 224. 230. 259 268. 200. 207. 278. 285. 200. 293. 301. 329. 370. 370. 378. 381. 387. 390. 414. 420. 429. 467. 482. 485. 489. 506. 511. 514. III. 15. 24. 25. 28. 32. 37. 44. 48. 51. 53. 58. 60. 61. 02. 67. 73. 78. 83. 87. 95. 96. 98. 102. 108. 112. 113. 114.115.117. 130. 141. 147. 148. 154.185. 186. 190. 196. 198. 226. 239. 243. 244. 256. 202. 265. 268. 273. 278. 284. 285. 301. 306. 319. 322. 323. 324. 332. 364. 368. 399. 409. 417. 425. 427. 430. 445. 449. 451. 453. 455. 457. 464. 409. 472. 477. 481. 484. 485. 486. 488. 489. 490. 510. 513. 515. 535. 538. 545. 551. 558. 572. 587. 595. 599. 614, 620. 671. 672. 679. 680. IS*. 20*. 21*. 23*. 39*. 42*. 45*. 57*. 09*. 99*. 102*. 117*. S. 772. 774. Dohna, Acliatius, Bruder des Vorigen III. 154. 198. 18*. 20*. 21*. 39*. 45*. 69*. Dohna, Christoph, Bruder der Vorigen III. 69*. D o 1 z i g, Bernhard von, Vizedom zu Amberg, Rat J. C. IL 286. Dombes, prince de III. 386. Dommartin (Dompmartin), loth- ring. Adeliger I. 3.6. IL 3S. 201. 219. 242. 263. 267. 290. 293. III. 57. 58. 67. 98. 145. 224. 239. 265. 679. 99*. 107*. Donau III. 515. Donauwörth I. 252. Donellus, Dr. Hugo, Heidelberger '. Professor I. 169. 171. Donep, Moritz von, Rittmeister J. C. I. 135. D o n z a (?) I. 153. Dordrecht IL 218. Dornberg, Veit von, kaiserlicher Gesandter in Venedig und Rom HI. 308. 314. 356. S. 773. Dorndorff, Ruprecht Lenz von I. 12. IL 151. 504. Dorothea, (Tochter Kf. Augusts von Sachsen) Gemahlin Heinrich Julius von Braunschweig I. 282. 418. IL 275. III. 19. 47*. —, zweite Gemahlin Erichs von ßraunschweig IL 57. 319. 464, III. 12. 118. 269. — (von Dänemark), Gemahlin Kf. Friedrichs IL von der Pfalz I. 300. 329. -, Pfalzgrafm, Tochter J. C. I. 270. 351. IL 144. 293. III. 143. 216. 248. 296. 306. 309. 323. 336. 349. 353. 390. 429. 451. 453. 479. 589. 050. 054. 676. 678. 11*. 63*. 92*. —, jüngste Tochter Kf. Christians 1. von Sachsen III. 493. 503. —, Gemahlin Herzog Ludwigs von Württemberg IL 293. Dorothea Sabin a, 2. Tochter Pf. Philipp Ludwig III. 678. Dorothea Susanna, Tochter Kf. Friedrichs III., Herzogin v. Sachsen-Weimar I. 30. IL 264. HL 309. 334. 668. Dorr, Dr., staatischer Gesandter IL 207. Dorstedt, Christoph von III. 92*. Dortmund III. 422. Douglas IL 395. Drachenfei s III. 141. Drake, Franz .IL 363. 453. 490. III. 78. 93. 130. D rechsei, neuburg. Kanzler IL 240. Dresden I. 33. 55. 167. 292. 312. 317. 336. 418. S. 576. IL 25. 30. 31. 133. 252. 275. 381. 516. III. 22. 24. 34. 56. 130 f. 264. 302. 337. 345. 352. 357. 360. 370. 386. 448 f. 504. 508 f. 525. 535. 639. 645. 660. 52*. 54*. 56*. 812 Dresswitz I. 50. Dringenbcrg II. 13. Drolshagen II. 152. 413. Drou-St. Bale III. 91. Dud er Stadt I. 332. 364. Du Ferrier I. 184. Dünkirchen II. 201. Du Pin, Sekretär Navarras III. 78. Du Plan I. 347. Duplessis-Mornay, Philipp I. 93. 102. 196. 209. 215. 381. 418. IL 175. III. 28. 78. 112. 198. 261. 360. 408. —, Madame IL 175. D u r a n t, Jean, französ. Sekretär J. C. III. 210. 211. 233. 235. 284. 322. 331. 567. 592. 633. 677. 678. 680. 689. Duras, sr. de, IL 336. —, mädame de II. 336. Dureau, Bat Alcncon's I. 314. Durlach IL 1U8. III. 239. 269. 438. 48*. Düsseldorf III. 338. 515. 531. 601. 640. 655. 113*. 114*. Dyar (Dyer?), engl. Gesandter III. 235. ^Eberhard, Bischof von Speier IL 62. 78. 52. 108. 310. 329. 399. 403. 427. 450. III. 157. 470. 48*. Eber stein, Graf von I. 352.364. 387, III. 529. Echt er, Dietrich, vonMespelbrunn III. 454. 468. 95*. Edenkoben III. 163. Eder, Dr. Jakob, Reichshofrat I. 332. 354. 364. 377. 380. . Eduard Fortunatus, M. von Baden III. 387. 446. 486. Egelsbach, Dr. IL 240. Eger III. 130. Eger, Bund zu III. 485. Eggenberg, Ruprecht von, span. Oberst IL 256. III. 55. 424. 580. 586. 628. 635. 649. 665. Egmont, Lamoral Graf von 1.3. IL 293. - Sohn I. 32. - Sabina, Tochter III. 647. - Dr. Dietrich von — u. Kieuw- borch, Mitglied des hohen Rats von Holland III. 91*. Ehern Dr. Christoph, kurpfälz. Kanzler, Kanzler J. O. I. 5. 8. 9. 31. 48. 51. 84. 95. 111. 113. 115. 11«. 151. 159. 169. 286. 290. 293. 332. 335. 357. 37)). 385. 3S7 3!)0. 31)2. 395. 396. 3!)7. 405. 406 408. 410. 411. S. 570. 571. IL 3. 7. 8. 50. 55 5«. 75. 82. 220. 222 228. 244. 263. 264. 278. 282. 285. 304. 329. 368. 392. III. 24. 80. 192. 216. 433. 449. 609. 679. 680. . 4*. 7*. 8*. 9*. 13* 20*. 35*. 74*. 80*. Ehern, Sigmund, kurpfälz. Stallmeister III. 9*. Ehe Ordnung, pfälzische I. 5.391. Ehingen EL 316. Ehinger,KarI, veldenz. Gesandter IL 292. Ehre n bre itstein I. 187. Eibenstock IL 208. Eichsfeld I. 332. 336. 354. 364. IL 399. III. 30*.. Eichstädt, Bisehof Kaspar von III. 574. Eickel, Dietrich von, jülichischer Eat III. 141. 157. 519. Eidgenossen s. Schweiz. Eilenbeck [Eulenbeck), Dr.Wolfgang, kursächs. Bat I. 258. 364. 391. IL 56. 237. 413. 414. 502. III. 118. 320. 675. 34*. Einertshausen I. 32. TL 240. Einsidel, Hauwold von, sächsischer Kanzler I. 169. IL 269. 277. 304. 315. 316. 407. III. 645. — Abraham, Sohn des vorigen, IL 407. Eisenach I. 272. III. 24. Eisleben III. 264. 277. 345. Eitelheinrich von Braunschweig, Reiterführer 1.126.11.278. III.324. Eitzinger, Michael HL 11. Elbe III. 515. E1 b e n e, d', Alexander, im Dienst Navarras EL 518. Elbeuf, Marquis d' I. 184. Elbing III. 638. Eleonora, Tochter des Grossherzogs Franz von Toskana I. 292. Elisabeth (von Anhalt), 3. Gemahlin des Kf. Johann Georg von Brandenburg IL 370. 407. III. 52. 114*. 115*. Elisabeth (von Dänemark) 2. Gemahlin von Heinrich Julius von Braunschweig III. 485. S. 771. Elisabeth, Königin von England 813 L 23. 51. 57. 62. 65. 73. 90. 93. 97. 102. 103. 105. 117. 121. 128. 138. 142. 143. 144. 147. 155. 158. 160. 162. 172.195. 205. 209. 228. 233. 240. 252. 257. 335. 358. 396. 404. 415. 417. S. 571. 574. II. 36. 39. 65. 133. 143. 151. 177. 267. 293. 297. 312. 327. 333. 335. 336. 354. 363..371. 375. 381. 392. 393. 395. 408. 410. 415 416. 423. 436. 437. 440. 442. 447. 453. 457. 458. 459. 468. 471. 480. 482. 483. 484. 485. 486. 487. 490. 494. 495. 497. 503 5U5. 506. 511. 514. 516. III. 5. 6. 8. 9. 11. 16. 17. 20. 25. 28. 31. 37. 39. 47. 51. 53. 57. 62. 64. 68. 71. 73. 78. 79. 81. 82. 83. 88. 89. 93. 96. 98. 102. 104. 106.109.111. 112. 119. 121. 126. 129. 130. 138. 141. 142. 144. 145. 147.148. 162. 165. 170. 185. 188.198. 205. 209. 218. 219. 226. 228. 232. 235. 236. 237. 239. 243. 253. 254. 279 280. 282. 286. 290. 308. 314. 328 330. 332. 341. 352. 354. 356. 357. 360. 362. 372. 374. 381. 385. 404.413. 444. 448. 456. 461. 483. 485. 486. 490. 499. 504. 507. 508. 511. 515. 516. 517. 525. 527. 541. 547. 566. 604. 631. 637. 638. 651. 659. 605. 672. 677. 678. 679. 689. 8*. 15*. 17*. 36'. 38*. 44*. 47*. 68". 74*. 77*. 78*. 82*. 83*. 84*. 86*. 87*. »9*. 94*. 96*. 100*. 112*. 117*. S. 771. Elisabeth, Königin von Frankreich I. 58.138.184.195. II. 293. 358. "63. Elisabeth (von Hessen), Pfalz- gräfin, Gemahlin Kf. Ludwigs I. 2. 31. 48. 50. 51. 54. 85. 91. 159. 169. 351. . IL 244. III. 143. 667. 7*. 8*. 105*. Elisabeth (von Sachsen), Pfalzgräfin, Gemahlin .1. C. I. 1. 8. 18.1». 22. 30. 31. 41. 50. 91. 155. 158 ff. 203. 237. 251. 270. 300. 329. 351. 368. 418. IL 144. 241. 264. 278. 285. 288. 293. 304. 315 f. 339. 370. 423. 427. 435. 462. 482. III. 19. 44. 55. 91. 98. 102. 130. 143.163. 186. 216 245. 248. 258. 261. 265. 269. 27S. 293. 295. 309. 321. 323. 325. 334. 336. 346. 353. 449. 678. 4*. 8*. 11*. 18*. 20*. 63*. 87*. 92*. 105*. 111*. Elisabeth, Pf., Tochter J. C. I. 160. 225. III. 11*. Elisabeth (von Würtemberg) Gemahlin des Pf. Georg Gustav IL 503. III. 47. 133. 177. 241. Elisabeth (Pf., Schwester J. C), Gemahlin Johann Friedrichs von Sachsen IL 264. III. 309 334. 390. 429. 39*. Elisabeth Dorothea, Tochter Pf. Johanns. IL 462. Elisabeth Magdalena, Herzogin von Braun schweig, Tochter Kf. Joachims IL I. 418. Ellingen IL 150. Ellwangen IL 309. — Propst zu III. 574. Elmstein III. 20*. Elsass I. 176. 179. 210. 223. 298. 324.333.352.418. S. 573. 11.106. 108. 121. 165. 180. 263. 267. 278. 282. 293. 322. 400. III. 8. 60. 78. 82. 94. 95. 101. 112.182. 263. 265. 268. 272. 424. 470. 486. 556. 564. 592. 80*. 107*. Elsenheimer Dr. Christoph, bair. Kanzler I. 285. 399. IL 99.183. 439. Eltville (Elfeld) IL 288. 290. 304. 370. III. 63*. 64*. 65*. Eltz, Oberst 1.61. 11.332. III. 431. — Anton von, kurtrier. Marschall IL 69. 424. III. 129. 1*. 102*. — Kaspar von IL 69. III. 348. 594. — Melchior von IL 322. III. 198. 606. Emanuel Philibert, Herzog von Savoien. I. 256. 242. Emden 1. 358. II. 414. III. 10. 31. 109. — S. Ostfriesland. Emmendingen III. 271. 387. Emmerich I. 119. III. 144. Ems L 48. 54. 85. S. 571. III. 478. 531. 571. 593. 7*. 113*. 114*. Ems eher III. 515. Engel, Philipp, nassauischer Sekretär I. 326. IL 101; Engen IL 289. Engers IL 222. 230. Enghien I. 62. England I. 1. 37. 54. 75. 76. 77. 81.90.95. 100. 102. 105. 111. 117. 121. 125. 126. 127. 129. 141. 142. 153. 155. 158. 160. 170. 171. 175. 192. 195. 197. 198. 216. 223. 227. 228. 229. 240. 242. 291. 294. 300. 314. 324. 335. 345. 358. 381. 403. 416. 418. S. 572. 575. IL 4. 15. 18. 32. 37. 39. 51. 62. 65. 71. 75. 78. 82. 89. 98. 101. 118.122. 133. 814 163. 175. 177. 184. 207. 252. 255. 260. 290. 312. 313. 323. 335. 330. 344. 361. 368. 371. 372. 377. 395. 399. 410. 415. 422. 428. 429.435. 436. 444. 445. 447. 453.454.455. 466. 483. 493. 494. 500. 504. 506. 511. 518. S.461. III. 9. 17. 20. 28. 31. 51. 58. 68. 73. 78. 79. 83. 93. 102. 105 109. 112. 113. 119. 124. 130. 141. 154. 163.165.171. 180. 191. 198. 224. 235. 261. 279. 286. 294. 296. 305 314. 333. 347 357. 360. 362. 364. 370. 372. 385. 423. 425. 447. 448. 483. 484. 485. 494. 508. 511. 547. 558. 575. 660. 680. 689. 17*. 109*. 115*. — S. K. Elisabeth, Bealo, Bodley, Burghley, Cobham, Davis n, Lci- cester, Pallavicino, Bogers, Sidney, Staffbrd, Walsingham. Enkhuysen II. 436. Ensisheim I. 181. II. 165. 339. Entraguet IL 518. Epernay II. 323. 332. — Edikt von III. 597. Bpernon, Jean Louis de Nogaret, sr. de La Valette, Herzog von, II. 173. 175. 320. 323. 325. 360. 363. 382 388. 401. 403.405.462. 518. III. 39. 48. 119. 175. 177. 181 187. 198. 210. 211. 67*. Erb ach, Graf Georg von, I. 27. IL 4. 241. 427. III. 163. 684. 4*. — Hans Casimir III. 69*. Erbeinigung III. 299. 455. 488. 554. 114*. -r- zwischen Sachsen, Brandenburg und Hessen I. 35. 64. II 147. 427. III. 52. 161. 8*. 115*. — der Pfalzgrafen IL 93. 240. III. 683 — pfälz.-bairische IL 93. 504. 507. III 619. 683. — sächs.-böhmische III. 161. Erfurt, Konvent 1583, II. 100. 101.125. 133. 137.140. III. 45*. — Stadt III. 24. 460. 485. 489. 490. 508 527. 541. 555. 566. 604. 500 Erich, Herzog von Brauuschwcig, I. 33. 349. IL 35. 51. 57. 75. 108. 130. 212. 319. III. 12. 76. 180. 523. S.773. Er lach, Hauptmann', IL 165. — Hieronymus von, IL 120 — Petermann von, I. 353. IL 109. — Wolfgang von, württ. Obervogt, IL 120. 275. III. 8. 130. S. 771. Ernst, Erzherzog-, Bruder Budolfs IL I. 244. 265. 272. 296 304. 363. IL 46. 111. 209. 328 358. 443. 456. 465. 491. III. 3ß' 70. 100 154. 172. 307. 332. 338 350. 375. 454. 536. 616. 22*. 26* 31*. 96*. Ernst, Herzog von Baiern, B. v. Freising, Hildesheim, Lüttich' u. Münster, Erzb. und Kf. von Köln I. 3. 24. 29. 35. 320ff. 374 380. 383. 418. IL 1. 16. 17. 20 21. 24. 32. 34. 40. 49. 56. 57 61 68. 74. 78. 79. 80. 85. 91. 97 9». 105. 111. 117. 119. 126.127.144. 145. 148. 149. 151. 152.187.188 191. 192. 193. 196. 204. 208. 210 211. 212. 217. 220. 223. 225. 228 229. 230. 243. 250. 256. 259. 260 262. 263. 269. 270. 276. 284. 288. 292. 293. 290. 299. 300. 303. 30G 322 328. 338. 341. 345. 350. 358. 362.364. 372. 390. 399. 413.415. 422.427. 431. 437. 439. 441.445. 448. 451. 469. 473. 479. S. 462. III. 9. 12. 21. 23. 37. 42. 82.118. 120. 126. 129. 138 141.144.147. 148. 153. 154. 155. 157. 160.161. 183. 195. 198. 217. 246. 256. 289. 317. 325. 326. 348. 380. 385. 386. 391. 393. 395. 398.400.405.406. 410. 417. 419. 425. 426. 436. 440. 441. 445. 450. 452. 464. 467.470. 484. 485. 496. 505. 514. 515. 529. 536. 558. 574. 575. 579. 581. 591. 598. 619. 621. 640 641.669.678. 686. 690. 24*. 35*. 39*. 43*. 46*. 47*. 66*. 71*. 72*. 73*. 82*. 90*. 101*. 102*. 111*. Ernst v. Braunschweig -Lüneburg III. 500. 541. 604. Ernst, Kf. von Sachsen III. 681. Ernst Friedrich, Markgraf v. Baden-Durlach' IL 143 211. 291. 318. 377. 379. III 44. 159.209. 232. 239. 244. 247. 249.251.394. 40S. 479. 485. 489. 490. 518. 527. 539. 565. 573. 604. 607.664.678. —, Gemahlin s. Anna von Ostfriesland. Ernst Ludwig von Pommern IL 318. III. 509. Ernstein IL 168. Erpfenstein s. Bock. Erprath IL 151. Erstenberger, Andreas, Beiehs hofratssekretär I. 259. 407. II. 72. 303. 425. 502. 512. III. 49. 55. 24*. 815 rtingen II. 151. rzherzoge III. 106. 147. 161. 166.172. 274. 307. 75*. — S. Ernst, Ferdinand, Karl, Matthias, Maximilian. scars, d', I. 88. 261. II. 418. schwege II. 390. ssen III 10 sslingen II. 205. ste, Kardinal Ippolito von, 1.249. II. 509. 518. Cesare III. 356. s. Alfonso, Ferrarä. sternay, sr. d', II. 384. stivaux, sr. d', Gesandter der Herzogin von Bouillon, III. 163. tampes I. 45. II. 500. tzdorf, Friedr. von, Hofmeister Albrechts von Nassau II. 55. S. 160. ussenhausen III. 103*. utychianische Ketzerei I. 40. wert, Wolf, braunschweigischer Gesandter III. 41*. xorzismus III. 493. 509. 631. 645. 648. Fabri, Dr., III. 468. Fabrieius, D. Andreas, preuss. Kat III. 319. 402 601. 687. Falkenburg, Jakob von, 1. 160. Falkenstein, Grafen von, 11.87. — Sebastian von, IL 108. III. 48*. — Ursula von, II. 240. — Johann Philipp von, III. 4. Farn es e s. Parma. Faucogney I. 199. Faus, Kaspar, Sekretär,!. C. I. 31. 46. 82. Faut s. Dr. Hartmann-Hartmanni. Fay s. Hurault. Foilitzsch, Melchior von, Mitglied des R.-K.-Gerichts I. 21. Feldbruck (Veldpruck), köln. Adeliger IL 40. Fels in ins, Philipp, Heidelberger Theolog III. 57*. Felsius, Justus, IL 14. Feraz (?) I. 165. Ferdinand L, deutscher Kaiser I. 382. IL 101. 274. 368. 392. III. 101. 109. 294. 630. 691.70*. 83*. — s. Deklaration. Ferdinand, Herzog von Baiern, Sohn Albrechts V. IL 143. 165. 220. 230. 256. 292. 293. III. 449. 515. 661. 95*. Ferdinand, Erzherzog, Sohn K. Ferdinands I. I. 32. 55 241. 277. 285. 292. 296. 332. 352. 363. 364. 377. 388. 416. S 576. IL 29. 31. 56. 01. G8. 74 80. 84. 98 103. 105. 106. 109. 110. 111. 112. 117. 121. 123. 126. 145. 146.149.150. 238. 240.255.256. 275. 278.282. 283. 32S. 331. 341. 345. 393. 40D. 404. 406. 437. 443. 447. 479. 484. 504. 151. 165. 209. 260. 262. 269. 293. 294. 305. 347. 349. 368. 417. 427. 428. 431 450. 465. 472. 47; 512. 515. III. 32. 47. 49. 57. 70. 72. 82. 119. 140. 146. 147. 156. 157. 159. 161. 193. 274. 405. 424. 470. 518. 520. 533. 548. 564. 573. 574. 588. 640. 22*. 28*. 30*. 49*. 70*. 79*. 95*. 111*. — Söhne s. Andreas, Karl von Burgau. Ferdin and , Grossherzog von Toskana III. 236. 261. 264. 274. 308. 312. 316. 342. 356. 361. 380. 393. 458. 517. 526. 547. 116*. Ferrara s. Alfonso. Fer rette, Kapitän IL 278. — Grafschaft Pfirt IL 293. Feuchter, Lic. Jos., Speirer Stadtschreiber I. 21. 31. Feyerabend, Lukas III. 216. Fi ekler, Johann Baptist, bair. Bat III. 458. Finale I. 292. III. 151. 470. Finstingen III. 39. 57. Fitzmaurice I. 171. Flacius und Flacianer IL 264. 516. III. 15. 51. 232. 631. F 1 a d u n gu s , Professor zu Heidelberg IL 316. Flandern und Flamänder I. 62. 74. 109. 115. 133. 135. 137. 141. 144. 147. 161. 165. 171. 220. 227. 229. 254. 281. 299. 333. 337. 385. 403. IL 38. 195. 207. 215. 221. 266. 281. 389. 457. S. 461. III. 9. 20. 43. 14jS. 165. 204. 214. 333. 462. 505. 548 557. 10*. 14*. 15*. Flavigny, Kapitän III. 239. 459. Flecken stein, Herren zu IL 329. Fleix, Friede zu (1580J I. 268. 360. Florenz III. 242. 261. 264. 314. 354. 356. 379. 526. F1 o r i o , Valentino, ferraresischer Sekretär IL 126. Fontaine, Francois von, Diener des Pf. Georg Hans III. 71*. 816 Fontainebleau I. 376. II. 470. Fontenov I. 208. II. 109. 263. III. 20*. Forbisser (Frobisher), engl. Kapitän I. 335. Forez I. 289. Forgatsch, Graf Emericli III. 335. Fougerolles, sr. de, Gesandter Navarras II. 476. Frais, Lic. Johann Albrecht, Kat J. C. IL 286. 303. 318. 330. 335. III. 174. 449. 572. 686. 34*. Francheconite' (Freigrafschaft Burgmid) I. 14. 82. 109. 134. 136. 150. 161. 174. 175. 177. 179. 182. 199. 205. 223. 260. 299. 361. S. 573. II. 263. 267. 278. 293. 390. 406. 421. 473. III. 37. 107.119. 198. 470. Francisci, Adam, ansbach. Theolog III. 59*. Francourt, hngenott. Gesandter III. 98. Frangipani, Ottavio Mirto, Nuntius in Köln III. 115. 121. 141. 146. 154. 155. 157. 188. 222. 256. 262. 336. 375. 388. 406. 529. 612. 655. 101*. Franken I. 228. IL 339. III. 24. 130. 132. 252. 277. 325. 377. 419. 451. 485. 575. 579. 592. 640. 672. 71*. Frankental I. 21. 101. 121.140. 192. 211. 238. 240. 257. 281. 387. 401. 402. IL 94. 106. 109. 135. 138. 151. 153. 164. 198. 204. 361. 382. 383. 481. 506. III 6. 20. 24. 145. 269. 278. 333. 637. 641. 21*. 69*. Frankfurt I. 52. 74. 192. 193. 205. 206. 207. 213. 223.232.313. 327. 339. 364. 389. 415. S. 571. IL 10. 18. 56 82. 108. 118. 119. 144. 179. 228. 230. 234. 248. 290. 317. 361. 362. 378. 390.410.412. 420. 439. 441. 457. 467.486.493. 495. 505. S. 461. . III. 6. 24. 31. 34. 37. 42. 73. 78. 102.112. 114. 137. 152. 197. 198. 210. 214. 231. 239. 256. 314. 323. 325. 329. 330. 331. 364. 365. 366. 370. 386. 389. 396. 400. 407. 408. 412. 434. 435. 437. 443. 444. 445. 467. 481. 485. 489. 490. 494. 499. 508. 525. 527. 535. 541. 542. 545. 554. 505. 566. 572. 591. 604. 660. 7*. 20*. 21*. 35*. 44*. 48*. 49*. 60*. 80*. 87*. 92*. Iu7*. 117*. — Messe I. 23. 37. 62. 88. 261 S. 574. IL 108. III. 20. 148 228. 254. 290. 366. 679. 689. 35* — Fürstentag 1558 I. 49. 92 — Konvent 1.60. 73. 76. 77. 11.217 220. III. 294. 341 562. — s. Keichsdeputationstag. — Tagsatzung 1599 III. 491. — französ. und niederländ. Kirchen III. 604. Frankreich I. 1. 5. 11. 22 23 26. 32. 44. 49. 56. 60. 62.66.69 76. 81. 93. 100. 102. 112. 1ü3 124. 125. 127. 134f. 137. 139. 140. 141. 146. 157. 160f. 165. 171. 174 177.179. 182. 187.192. 195. 196 f 199. 207. 210. 213. 216. 223. 225 227ff. 232. 239. 245. 247. 249. 250 255. 260. 265. 267 f. 270f. 273. 275. 279. 281. 284. 290. 294. 295. 298. 299 f. 311. 312. 320. 324. 333. 335. 339. 341. 343. 348 35ü. 355. 357. 361 366. 385f. 388. 392. 394. 396. 4011 415. 418. S. 570ff. 577. IL 4. 22. 24. 4L 51. 75. 82. 94. 98. 105. 133. 142. 154. 165. 167. 172. 173. 175. 180. 201. 211. ni. 224. 240. 247. 255. 259. 260. 263. 267. 273. 278. 280f. 287. 292. 294.' 299. 305. 307. 313 f. 322. 323. 324. 325. 328 f. 336. 341. 344. 351. 354. 355. 357 f. 360f. 363. 364. 368. 373. 375. 379. 381 f. 384. 388. 389 f. 391. 394. 397. 399ff. 405. 410. 412 ff. 420 f. 424. 426. 427. 429. 432. 434. 436. 437. 439. 4411 447. 4491 454. 457. 462ff. 466. 4691 4731 482. 487. 490. 493. 495. 498 503. 5051 508 f. 514. 516 ff. III. 1. 6. 8. 10. 12. 15. 24. 25. 28. 31. 37. 39. 42. 45. 48. 54. 55. 571 60. 62ff. 65. 72. 751 76. 781 82. 85ff. 92. 96. 98. 101. 108. 109.112.115.1181122.125.1261 130. 138. 142. 145. 1471 451.152. 158. 1621 165. 168. 175. 178.186. 1951198. 201. 2041 207. 213. 219. 224. 226 ff. 233. 236 f. 239. 242 f. 254. 261 f 266. 275. 277. 2801 290. 3011 307. 310. 315. 322. 331. 333. 343. 346. 350. 356. 361. 3691 3731 377f. 380. 385. 393. 396. 3!)8. 403. 403. 408. 4121 415. 417. 421. 4241 427. 443. 4471 460. 461. 4621 4691 473. 483 ff. 499 ff. 504. 5101 513. 515. 517. 523ff. 533. 5421 545. 547. 548. 552. 554. 5571 563. 565. 566. 572. 5781 582. 585. 594. 817 596. 604. 605. 607. 610. 618. 628. 633. 635. 637. 641. 647. 649. 653. 672. 679. 683. 689 690. 1*. 14*. 16*. 22*. 46*. 54*. 60*. 68*. 71*. 81*. 84*. 86*. 92* f. 96* 109*. S. 774. — Absichten auf den Ehein I. 36. 74. 80 324. 341. 357. S. 574. II. 302. 322 f. 405. 424. 427. III. 55. 158. 470. — S. Strassburg. — Bartholomäusnacht I. 229. 237. IL 47. 332. 401. III. 74 198. _ Friede 1576 I. 5. 11. 23. 38. 42. 69. 74. 77. 279. II. 391. 392. 402. 450. III. 198. — Friede 1580 s. Fleix. — Gesandte s. Ancel, Baradat, Bongars, Brülart, Castelnau, Danzay, Des Reaux, de Fresnes, Luxembouvg, de Maisse, Poigny, Saldagne, Sancy, Schomberg, Turenne, Villequier. •—s.Alencon,Elisabeth,HemriehIIL, Heinrich IV., Karl IX., Katharina, Margarethe; s. a. Liga. Franz v. Sachsen-Lauenburg 1. 25. 318. IL 168.207.332.405. III. 325. 398. 485. 512. 556. 569. 586. Franz, Grossherzog von Toskana I. 224. 282. 292. IL 158. 328. 407. III. 11. 18*. 43*. 96*. Franz Maria, Herzog von Tlr- bino III. 9. 72. 128. 147. 98*. Franz Otto, Herzog von Braun- schweig-Lüneburg I. 418. Freiberg IL 370. III. 457. Freiburg in der Schweiz I. 171. III. 117. — im Breisgau III. 639. Fr ei man, kais. Rat I. 318. Freising (Stift) I. 24. 11.85.111. — s. Ernst. — Hans Georg von, bair. Rat III. 450. C40. Freistellung I. 293. 297. 326. 332. 333. 352. 354. 357. 364. 378. 379. 380. 388. 399. 408. 416. 418. IL 32. 33. 44. 52. 68. 71. 83. 84. 86. 101. 110. 121. 125. 154. 166. 217. 277. 362. 437. 512. III. 49. 141. 144. 147. 154. 212. 214. 256. 272. 470. 485. 30*. Fremin I. 175. S. 573. Fren tz, Hauptmann III. 239.265. 279. 331. 556. Fresne-Canay e, sr. de, franz. Gesandter III. 191 228. 279. 280. 286. 330. 352. 357. 360. 370. 382. 396. 407. 408. 414. 435. 443. 477. 499. 592. 597. «08. 62«. 627. 639. 641. G4i). 651. 659. 677. 117*. F r i d e 1 s t e i n s. Friedelsheim. Friedberg I. 385. 398 III. 585. — Burg IL 174 III. 35* — Christian Gottlieb von, s. Schopp. Friedelsheim I. 224. 227. 231. 281. 300. 387. IL 10. 115. 118. 144. 155. 164. 176. 287. 506. S. 460. III. 24. 28. 102.141.143. 163. 572 11* 39*. 117*. Friedrich IL, König von Dänemark I. 118. 129. 158. 160. 166. 167. 209. 215. 229. 252. 279. 292. 316. 334. 336. 381. S. 575. IL 28. 136. 151. 192. 293. 328 335.348. 352. 354. 369.- 371. 377. 395. 425. 444. 453. 457. 466. 474. 482. 483. 486. 489. 495. 498. 503.508.511. 514 516. III. 1. 3. 6. 7. 11. 14. 16. 19. 25. 30. 31. 34. 35. 36. 37. 43. 56. 57. 64. 68. 75. 78. 82. 86. 88 90. 93. 94. 96. 97 102. 104. 106. 107. 109. 112. 121. 122. 123. 125. 126 130. 132. 136.138. 141. 147. 148. 150. 154. 162. 165.182. 198. 554. 678 12*. 15*. 17*. 32*. 38*. 47*. 51*. 75*. 77*. 83*. 84*. 85*. S6*. 87*. 89*. 92*. 94*. 97*. 98*. 100*. Friedrich IV., Herzog von Lieg- nitz I. 51. 418. III. 22. 154. 687. 70*. 100*. Friedrich I., der Siegreiche, Kf. von der Pfalz III. 10. 101. 147. Friedrich IL, Kurfürst von der Pfalz I. 300. III. 115*. Friedrich III., der Fromme, Kf. von der Pfalz I. 13. 24. 26. 48. 49. 51. 80. 96. 117. 159. 207 251. 256. 267. 293. 297. 320. 349. 357. 366. 368. 418. S. 570. IL 7. 223. 233. 235. 241. 244. 304.315.321. 507. 510. III. 10. 50. 98.101.145. 148. 177. 210. 260. 336.388 433 455. 485. 633. 668 673. 677 680. 7*. 8*. 9*. 36*. 44* 49*. 59*. 71*. 80*. — zu Hessen I 3. 4. 11. — Katechismus I. 5 89. III. 2 6. — Kirchenordnung I. 4. 5. — Konfession I. 5 8 22. 31 49 51 52. 168. II 263. III. 679 7*. — zu den Niederlanden I 1 263. — zu seinen Söhnen I. 2. 19. 85. — Testament I. 5 8. 16. 30. 31 41. 43 46 48. 49 50 51 54 59 85. Bezold, Briefe des Pfalagrafun Juhmin Casimir. III. 52 818 92 95. 169 IL 15. 295. III 455. 4*. 7*. 8*. 11*. 65*. — Tod I. 4. 5 6. 8. 10. 15.31.48. 233. 267. II 253. III. 2*. 4* 5*. 10*. Friedrich IV. von der Pfalz,Sohn Kf. Ludwigs II 228 236. 241 244 264. 285 286. 290. 293. 301. 309 314.315 330 367.399 III. 31. 47. 53 86 91 102 111 129 137. 143 163. 174 178 186 190. 216. 248. 250. 278 285. 2951 304. 306. 309 322. 323. 325. 336 353. 390. 393 428. 429 433 436. 449. 451 471. 478 f 485 486. 494 496. 498. 510 515. 528 530. 539. 589. 593. 601 620 623. 629. 634. 642. 647. 657. 658 660. 667 f 684 8*. 64*. 105*. 114*f. S. 772f. - als Kurfürst III. 663. 604. fißfi. ß07. 668'. 669. 670. 671. 672. 673. 674. 675. 676. 677. 67S. 679f. ßSl. ß82. 683 f. 685; 686 ff. 68». 690. 691. 117*. S. 774. Friedrich V., Kf. von der Pfalz III. 684. Friedrich, Pfalzgraf von Sulzbaeh, Sohn Wolfgangs v. Zweibrücken I. 114. 148. IL 379. 382. ELL 22. 26. 101 260. 285. 485. 664. 678. 680. — Gemahlin s. Katharina Sophia. Friedrich, Herzog von Sachsen- Lauenburg, Chorbischof -zu Köln IL 12. 24 35. 47. 57. 60. 62. 78. 79. 91. 101. 106. 115. 123. 12». 130.148.149 150.151.467.111.45*. Friedrich, Graf von Württemberg I. 113. IL 48.205. 263. 278. 293. 314. 323. 384. 399. 421.427. 429. 442. 460. 463. 469.470.474. 489. 499. III. 111. 115. 118.119. 188. 213 226. 247. 282. 408. 435. 470. 668. 92*. — S. Mümpelgard. Friedrich Casimir, Sohn Pf. Johanns von Zweibrücken III. 495. Friedrich Wilhelm Herzog von Sachsen-Weimar I. 418. III. 52. 123. 247. 304. 638. 039. 645 646. 648. 651. 656. 675. 682. 689. 98*. 103*. — Gemahlin s. Sophie, Anna Maria. Friedrichsbühel 11.359. III. 141. 157. 163. 200. 229. 234. 580. 8*. Friese, Jost, bremischer Landdrost IL 13. Friesland (Niederlande) I. 137. 257. 385. 418. IL 368. III. 362. Frink, Kommissar Schencks III 141. Frischlin, Nikodemus IL 313. Fröhlich, neuburg. Kanzler 1 1.507 III. 683. Fuchs, Ammoister zu Strassburg III. 90. 135. Fuchs, deutscher Student zu Paria IL 499. Fuenterabia I. 165. Fugger, Philipp I. 233. IL 108. 293. 431. III. 0. 72. 151. 533. 48*. 96*. — Markus I. 292. - Anton IL 170. 283. — Ulrich IL 283. Fulda, Abt von I. 41. 332. 359. III. 564. - Stadt I. 332. 3G4. 378. 380. IL 399. III. 30*. - Bitterschaft I. 364. 378. 38U. III. 30*. — s. Kurfürstentag 1568. — Stift IL 19. LH. 147. 151. 152. 564. Fulonstein, Johann Herbort von, poln. Gesandter III. 332. Fürstenberg, Kaspar von, köln. Gesandter, Drost von Bilstein I. 374. 395. 399. IL 23. III. 442. 7*. 20*. — Reichshofrat III. 49. -- Grafen von III. 470. 586. traetani s. Caetano. Gail, Dr. Andreas, Reichshof rat, köln. Kanzler IL 11. 24. 26. 33. 40. 41. 72. 106. 111. 126. 269. Gailkircher, D., bairischer Hofkanzler IL 512. III. 458. 635. Gaillard, guisischer Agent IL 324. Galen, Adam von, zweibrück. Rat IL 47. 50. 148. Gallati, Regiment III. 331. 364. Gallus, Heinrich, luther. Prediger zu Köln IL 50. Gans, Heinrich, Hühnerfaut zu Germersheim IL 405. Garnerus, Rat III. 180. Gascogne IL 123. 165. 263. 418. 470. III. 81. 572. 653. Gasques, hugenott. Gesandter III. 98. Gauchery, sr., französ. Agent III. 581. Gebel, D., Arzt III. 114*. Gebhard Truchsess, Erzb. u. Kf. von Köln I. 24. 218 220. 235. 241. 246. 254. 259. 318. 326. 328. 330. 333. 336. 339. 352. 365. 382. 383. 386. 406. 407. 413. 415.416. 819 418. S. 574. 576. II. 1. 2. 4. 5. 6. 9f. U. 13. 14f. IC. 17f. 19. 20. 22. 23. 24. 29. 30. 32. 33. 35. 3Gf. 39. 40. 41. 42. 43. 44. 45. 47ff. 56 ff. 61. 62 ff. «9. 71 f. 75 f. 78. 79. 81 ff.'86 f. 88. 90 f. 94 ff. 99. 100ff. 108f. Ulf. 114. 115. 116. 118. 119. 121f. 125f. 128. 130. 131. 132. 133. 136. 138. 140. 143. 144. 145f. 148ff. 151. 152. 153. 154. 155. 157. 158 ff. 163. 165. KJ(i. 1671 171 f. 173. 181. 182. 187 f. 192f. 194. 196. 197. 199. 202 f. 205. 200. 207. 209. 211 f. 217. 220. 222 ff. 2271'. 233. 234. 241. 245. 247f. 255. 259. 260. 262 f. 265. 267. 269f. 275ff. 293. 297. 303. 306. 328. 332. 362.868.371. 37«. 392. 399. 422. 428. 436. 445. 504. S. 460. III. 11. 49. 73. 78. 129. 138. 141. 144. 151. 154.161. 167. 192. 214. 234. 244. 255. 256. 264. 277. 282. 283. 300. 302. 325. 398. 425. 645. 467. 470. 487. 573. 595. 612. 619. 640. 742. 678. 679. 25*. 30* ff. 38*1'- 41* ff. 44*. 45*. 47*. 49* ff. 53*. 60*. 61*. 66*. 68*. 80*. 82*. 90*. 101 f*. — Gemahlin s. Mansfeld, Agnes. Geiger, Dr., kurpfälz. Rat II. 264. Geisa I. 332. 364. 378. 380. III. 30*. Geisenfeld I. 388. Geisingen II. 289. Geizkofler, Zacharias, Bat Erzh. Ferdinands III. 193. Geldend orp I. 257. Geldern I. 1. 115. 131. 135. 418. II. 195. 207. 222. 227. 445. III. 151. 405. 115*. Gelnhausen I. 354. 416. II. 174. III. 581. 585. Gernar (?) 1. 324. Gern bl oux I. 95. Gera min gen, Bertholf (ßernolf) von, kurpfälz. Beamter I. 21. 27. 31. Genep (Genappe) I. 129. Generalstaaten I. 1. 7. 32. 71. 74. 90. 95. 97. 99. 101. 105.10«. 114. 116. 117. 121 ff. 125 f. 127. 131. 135 ff. 141. 142. 144. 146 f. 152. 160. 171. 178. 180. 184. 212. 233. 247. 257. 259. 380. 416. II. 24. 47. 59. 75. 123. 163. 175. 203 f. 207. 218 f. 219. 222. 224. 227. 233. 237. 410. 445. 447. 473. III. 4. 17. 43. 79. 88. 98. 109. 144. 145. 170. 201. 209. 214. 243. 348 350. 3621. 376. 380. 385. 391 393. 398. 406. 410. 412. 416. 419 f 422. 425. 431. 441. 444. 462. 468 479. 484. 502. 505. 515. 558. 572. 575. 579. 606. 618. 633. 637. 641. 647. 659. 10*. 12* f. 22*. 42*. 65*. 97*. 112*. 115*. S. 773. Genf I. 14. 52. 60. 89. 100. 168. 199. 202. 205 f. 207. 25«. 271. 282. 300. 305. 345. 347. 355. 372. 376 394. 401. 402. 403. 417.418. S. 572. II. 62. 108. 109. 176. 189. 255. 267. 278. 322. 325. 412. 418. 431. 458. 486. 493. 514. III. 8. 58. 96. 112. 117. 119. 130. 137. 172. 173. 176. 198. 219. 228.251. 265. 284. 300. 366. 385. 396. 408. 435. 484. 485. 493. 633. 48*. 53*. Gent I. 115. 123. 129. 133. 135. 137. 139. 141. 142. 143.144.147. 148. 153. 158. 160. 161.172. 240. 257. 264. II. 179. 195. 204. 207. 215.278.296. III. 14*. 17*. 112*. Genter Pazifikation I. 1. 102. 144. in. loarrvep j*- ►. Ci« i>j ir w\ * Gent, Jan van, niederländ. Gesandter I. 101. Genua I. 62. 194. III. 254. 261. 472. 78*. Georg, Landgraf von Hessen (Darmstadt) I. 30. 122 188. 317. 332. 370. 380. II. 65. 67. 108. 146. 169. 228. 253. 260.293.319. III. 2. 10. 31. 52. 111. 116. 130. 192. 232. 250. 262. 265.268.269. 273. 282. 296. 451 488. 489. 490. 491. 519. 604. 651. 664. 667.66S. 48*. 63*. — Sohn s. Ludwig. Georg von Nassau, Sohn Johanns d. 1. II. 19. 211. Georg, Pfalzgraf zu Simmern, Bruder Kf. Friedrichs III. I. 49. III. 1*. Georg, Herzog von Sachsen I. 416. III. 691. Georg, Bischof von Worms I. 51. 58. 185. II. 467. III. 163 (?). 2J0. 380. 63*. Georg Friedrich von Baden III. 490. 678. Georg Friedrich, Markgraf von Brandenburg (Ansbach) I. 13. 49. 56. 59. 64. 82. 83. 167.211. 234. 266.332.380. S. 574. 11.56.108. 214. 241. 244. 271. 279.285.293. 295. 301. 303. 309. 313.315.318. 321. 370. 399. 427. 431. 482. 485. 52* 820 514. 516. III. 6. 9.11. 31. 51. 52. 56. 63. 68. 101. 106 f. 111. 116. 119. 123. 130. 132. 148.149.154. 163. 185. 190. 198. 209. 221.232. 247. 251. 256. 267. 268.282.285. 291. 293. 298 f. 306. 309. 318. 319. 323. 3251 332. 348. 351. 364. 368. 389. 402. 408. 412. 414. 415. 42S. 437. 455. 457. 463. 466. 478. 485. 488 f. 497. 502. 503. 508. 509. 514. 523. 527 f. 531. 532. 541. 543. 566. 574 f. 579. 580. 593. 601. 004. 617. 622. 623. 624. 644. 646. 648. 651. 656. 664. 670. 679f. 687. 39*. 42*. 45*. 50*. 59*. 65*. 69*. 95*. 98*. 104*. 105*. 111*. 113*f. S. 772f. — Regierung zu Ansbach II. 127. 244. 263. 285. 309. 311.399.670. 687. 50*. — Räte s. Büttner, Danzer, Muss- mann, Seckendorf, Städtmann, Volker. Georg Gustav, Pfalzgraf, Sohn Georg Hans' I. 293. II. 55. 240. 265. 390. 405. 460. 479.503. III. 39. 41. 47. 51. 57. 65. 74. 78. 98. 162. 174. 177. 187. 216. 249. 292. 44*. 63*. 71*. — Gemahlin s. Elisabeth. Geo rg Han s , Pfalzgraf zu Veitlenz I. 32. 51. 56. 58. 06.113.151.154. 164. 182. 185. 187. 188.192.196. 223. 229. 230. 231. 232. 235. 238. 23». 250. 275. 293. 297. 29S. 306. 311. 314. 315 352. 354. 410. 418. S. 573. 574. 576. IL 15. 55.155. 161. 173. 175 201. 232.240.265. 282. 287. 289. 290.292.293.299. 302. 303. 308. 310. 322. 325. 328. 339. 345. 368. 373. 379. 380. 396. 400. 4: 5. 406. 409. 428. 447. 455. 460. 462. 479. 492. 501. 503. 504. 507. S. 461. III. 2.10. 31. 32. 39. 40. 41. 45. 47. 50. 51. 57. 60. 65. 74. 76. 82. 98. 119(?). 154. 162. 174. 177. 187. 198. 208.241.249. 275. 292. 438. 481. 482.485.486. 515. 539 572. 652. 653. 1*. 44*. 63*. 71*. 88*. — Gemahlin s. Anna. — Kinder s. Anna Margaretha, Georg Gustav. — Mutter s. Ursula. Geraeus Konrad, Superintendent zu Oppenheim IL 241. 249. Gerking, Dr. Jost, Sekretär des Kölner Domkapitels IL 40. Germersheim I. 180. 1S5. 223. 320. IL 235. 267. 390. 405. S. 461. III. 60. 115. 163. 232. 269. 486. Gerolstein, Graf Gerhard von IL 24. Gertruidenberg III. 201. Gesburg, Heinrich,hess. Kammermeister III. 488. Geseke IL 151. Gewissensfreiheit I. 1. 5. 40 92. 99. IL 44. 50. 51. 83. lGl' 187. 363. 394. III. 10. 39. 57. 99 109. 168. 188. 327. 388. 409. 412 423. 454. 455. 474. 597. 680. 685. 22*. 83*. 84*. 89*. 94*. 115*. Gien IL 323. Giengen IL 205. Gi essen III. 449. 457. 488. 489. Gilpin, engl. Gesandter I. 358. Giphanius, Hubert I. 5. 573. G i s i u s, Michael, preuss Sekretär III. 185. 687. S. 775. Glaser, Dr., kurköln. Rat IL 82. Glasgow, Erzbischof I. S 571. Glauburg, Johann von, Rat J. C. IL 8. 10.155. 359. III. 112. 35*. 53*. 60*. 74*. Gleiberg IL 17. Glogau IL 101. Glücksburg III. 372. 457. Gmünd III. 30*. Gnadenberg I. 300. 329. G o, An toine, Bürger von Metz 11.403. Gobelin, Balth. III. 117*. Godesberg IL 138. 149. Gograf, Lic. Mentho, Superintendent zu Sinzheim IL 194. G o 1 d a c k e r, sächs. Adliger III. 24. G o n d i, Albert Herzog von IL 518. Gondy, Hieronymus III. 261. Gonzaga s. Mantua. Göppingen III. 364. Gorkum III. 43. Gorle, David, Gesandter Gebhards IL 203. Goslar I. 380. Gotha IL 196. III. 431. 679. Gotin, Alexandre, hugenott. Gesandter III. 98. Gottfardt, Christoph von, kur- pfälz. Marschall, dann Rat I. 31. 47. 52. 91. 92. 320. 354. 359. 416. IL 263. III. 80*. Gottwald, Dr. I. 21. Götze, Dr. Joachim, braunschw. Gesandter III. 180. 485. 488. 489. 490. Gradenigo, Vincenzo, venezianischer Gesandter III. 141. 147. 150. 154. 161. 163. 166. 172. 183. 186. 237. 254. 272. 274. 310. 325. 821 Grafenbiindnis I. 326. 355.413. Grafenkorrespondenz s. Wet- terauische Grafen. Grafenwert III. 144. 431. Gramont, Gräfin von, II. 459. Granson I. 394. Granvela, Antoine Perrenot, B. von Arras, Kardinal I. 95. 209. 337. 418. S. 576. II. 72. 263. 399. III. 33*. 43*. 62*. 83*. Graubünden IT. 322. 506. III. 8. Grauiset III. 437. Gravamina s. Religionsbeschwer- den. Grave, zu dem, spanischer Rent- meister III. 200. Gravelingen II. 363. III. 180. Gray, master of, II. 395. Graz I. 296. 418. Grebel (Grobe!) III. 379. 569. Grenon, Jacqnes, hugenott. Prediger I. 175. S. 573. Grenz au EL 21. Grevil, Foulk III. 89. 96. S. 771. Griechen und Griechenland III. 175. 241. Grimma III. 507. Griselles I. 200. Grison , le, s. Salis. Greenwich II. 436. 440. TU. 330. 86*. Gregor V., Papst II. 248. Gregor XIII., Papst I. 23. 151. 155. 201. 249. 255. 2921 349. 293. 359. 363. 385. 396. 399. 406. 416. 418. S. 575ff. II. 2. 23. 28. 31 f. 36. 49. 56. 61. 65. 69. 74f. 80. 100. 103. 106. 108. 109 ff. 117. 125 f. 140. 146. 149. 150. 152. 158. 160. 162 f. 171. 173. 181 f. 186. 196. 205. 209. 217. 223. 247 ff. 255. 256. 262. 274 f. 278. 280 f. 286. 293. 317. 322. 328. 417. 509. S. 460. III. 11. 28*. 33*1 43*. 44*. 47*. 49*. 52*. 54*. 55*f. 61*. ■— s. a. Kalenderreform. Groisbeeck, Joh. von, köln. Rittmeister III. 101*. Groningen III. 180. 348. 595. Grossweiler II. 310. Grot, Lic. III. 44*. Grumbach, Wilhelm von I. 30. IL 220. 256. 382. — Kunz von II. 399. Grün, pfälz. Kammerdiener III.322. G r u n n, Hans Christof von der, pfälz. Vizehofmeister III. 118. Grünrade, Ottov., sächs. Adeliger, im Dienst Johanns von Nassau, dann J. C. I. 286. 290. II . 315. 359. III. 2. 10. 80. 105. 141. 178. 186. 366. 433. 445. 589. 657. 678. 680. 684. 23*. S. 772. Grünwald, Witwe in Dresden III. 37*. Gruys, Dr. Johannes, hugenott. Agent II. 449. S. 462. Grynaeus, Dr. Johann Jakob, Professor in Basel u. Heidelberg I. 355. S 576. IL 253. 263. 271. 315. III. 95. 141. 143. 147. 149. 150. 186. 227. 248. 366. 389. 457. 57*. 63*. S. 772. Gryphius, Barthol. III. 558. Gudenberg, Rittmeister Christoph Wolf von IL 138. Gudensberg III. 449. 453. Gu^möne s. Rohan. Guerin, lothring. Sekretär II. 282. 323. 825. Güiliem Water (?) IL 493. Guimellius I. 418. Guise Heinrich, Herzog von I. 36. 61. 67. 78. 79. 100.113.151.175. 179.182. 184. 187 f. 189. 192. 196 198. 203. 205. 208. 210. 217. 223 ff. 274f. 324 345. 348. 352. 360. 415. S. 574. IL 7. 175. 240. 297. 302. 323f. 332. 346. 358. 360. 363. 377. 380 f. 389. 399. 405 f. 420. 424. 427. 432. 447 448. 450. 461 f. 470. 498. 508 f. 518. III. 20. 26. 32. 48. 50. 54. 57. 58. 63. 75. 76. 78. 82. 85. 87. 91. 96. 98. 109. 112'. 115. 116. 118. 119. 121. 123. 130. 135. 147 148. 150f. 154. 159. 175. 188 f. 198. 226. 239. 20*. 107*. - Gemahlin IL 332. III. 26. - Karl, Kardinal IL 322. III. 98. 137. 189. 198. Guisen I. 134. 164. 196. 233.345. 348(?;. S. 573. II. 175. 267. 287. 317. 320. 322 f. 324. 325. 329. 346. 353. 363. 381. 399. 405. 406. 471. 49S. 518. S. 461. III. 39. 64. 73. 96.111.137: 141. 148.188. 195. 198. 212. 218. 261. 279. 348. 485. 517. 679. 77*. 79*. 96*. G u i t r y (Quitry), Jean de Chaumont, sr. de, hugenott. Diplomat u. Militär I. 93. 220.223.228. IL 361. 371. 373. 408. 435. 436.438.440. 450. 454. 459. 480. 487. 493. 506. III. 5. 20. 22. 24. 281 37. 39. 41. 47. 51. 53. 57 f. 62. 67. 112. 113. 130.473. 20*. 92*. 99*. 117*. S. 771. 822 Gulping, George, Sekretär der engl. Kaufleute zu Middelburg III. 74*. GundermanD.,Professor in Leipzig III. 497. Guntersblum III. 115. 152. Günzburg II 260 Gustav Wasa, König v. Schweden I. 63. S. 576 II 25 293. 466. III. 9 98. 119. 162 169. 508 600. 71*. Güstrow III. 465. Gutenbrunn III. 360. Guttenberg, Amt III. 174 177. 486. Guyenne I. 289 S 572 II. 363 518. III. 78. Guzman, Bamiro Nufiez de, span. Gesandter I 130 149. III. 13*. Haag III. 4 43. 79 93 201.214. 468. 529. 610 633 637. 689. Haarlem III 4. Habeil, Jörg von, Oberst II. 390. Häberl, Balthasar II 98. Haber stock Lic, bair Bat I. 81. 296. II. 328. Hachenburg II 230 Hacke, Otto von, brandenburg. Bat III. 70. 92* Hackstein, Syndikus Dr. Wilh. köhi. Gesandter III 388. Hader sieben III. 109. Hagenau 1.260. 324 380. II. 26 161. 165. 379. 406. III. 58 63. 151 181. 527. 573 Hahn, mecklenburgischer Adeliger III 485 Hahnbäch III. 681 Halberstadt I. 374. 399 11.94. S. 462. III 19. 82 419. 485. 489. 492. 519. 570 66*. 73*. 92*. — Bischof s Heinrich Julius — S. Kreistage. Hall in Schwaben I 380. II 205. — in Tirol II. 479 Halle 11.94.275 482 516 III. 9. 22 123. 202. 207 218. 302 402 408. 478 485. 508. Haller, Hans Jakob I. 356 — Wolfgang, Eat J C IL 286. Halot, Kapitän IL 363 Halver, Dr Ludolf, bair. Bat, I. 64. III. 653 — Bichmod IL 119. Hambergen IL 1 Hamburg I. 320. IL 333 335 449. 468. III. 9 22 68. 86 93. 94 109 114. 126 132 140 180 279 282. 370 489. 490.494 500- 541. 547. 566. 98*. Hanau III 141 244 263— Grafen von I 1 66. 102. III 270. 457. 470. 489. —• -Lichtenberg IL 87 III. 203. 584. — -Münzenberg II 87 — Philipp Ludwig I., Graf von I. 185 324 III 263 684. — Magdalena, Gemahlin des Vorigen, dann Johanns v. Nassau III. 263 113*. — Philipp Ludwig II, Graf von IL 329. III 263. 652 663 678. 679. 680. 684. — Maria, Schwester des Vorigen III. 263. ■— Albrecht, Graf von III. 263. Handschuchsheim, pfälzischer Adeliger III. 7*. H an feit, Georg, Geistlicher in Neustadt I. 89 Hanff, Peter III 156. Haniel, D. Hennig, magdeburg Eat III. 402 Hannewalt, Andreas, Gesandter Erzhz. Maximilians (sp. im E - Hofrat) III. 252. Hannover II 370. III 159 Hansa I. 300 381 416. II 15 118 155. 328 333 III. 30 68. 515 633. 665 77*. Hansonius, Peter IL 502. H a r a n gi o r, Agent Alencons I 184. 195. Haraucourt, Philippe de Lon- gueval, seigr. de II. 361. III. 78 — Nicolas de III 198. Haraucourt (Ort) 1. 20ü 203.223. Hardeck, Graf Bernhard von I 277. Haren IL 81. Haren, Jean, Prediger IL 207. 224. 227 S 461. H a r f f, Wilhelm von, Herr zu Hürth III. 99 388. 431 Harlay s. Sancy. Harmonia confessionum (der Beformierten) I. 60. 168. 170. 305 S 571. II 458. Harrach, Leonhardvon,kais geh. Bat I 374 396 407. IL 46. Hars tall, Hans Ludwig von, hess. Bat III. 119. 126. Hartenberg IL 206 Hartius, Dr. Otto, Agent des west- fäl. Kreises III. 201. H a r 11 i e b Johann, gen. Walsporn, pfälz. Beamter 11 .452. 823 Dr Hartmann Hartmanni zu Eppingen, Faut zu Heidelberg I. 5 18, 21. 27. 31 47. 49. 50. 51 52 320. 416. II. 82. 108. 267. 303. 325. 375. 381. 414. 507 III. 24. Hartmann, Martin, Notar III. 288. Haselburg II. 240. Hattstatt, Nikolaus von, vorder- österr. Adeliger, I. 176. Hatton, Sir Christopher III. 137. Hattstein, Johann von, burgund. Gesandter zum R.-Tag I. 385. Haugshofen II 6t. Haussonville, Jean baron d', lothring. Edelmann III. 75. 113. 215. 99*. Hautefort, französ. Gesandter in der Schweiz I. 355. Havre" s. Oroy. Heddesheim I. 140. II. 228. III. 42*. Hedwig, Tochter L.Wilhelms von Hessen III. 457. 105*. Hegenmüller, Dr. Johann, kais. Rat, I. 17. 54. 234. 241. 273. Heideck, Freiherr von III. 45*. Hei deck (Herrschaft) III. 154. Heidelberg, Schloss I. 31. 98. 91. IL 257. 285. 293. 427. 450. 463. III. 16. 143. 285. 451. 471. 486. 4*. 68*. — Universität I. 10. 84. 169. 241. IL 257. 295. 316. III. 143. 285. 680. 681. 57*. — Pädagogium I. 84. III. 9*. Heidenstein III. 190. Heilbronn 1.380.11.205. III. 193. 241. 249. 292. 485. 604. 617. 679. — Städtetag 1582 I. 377. — Unionsentwurf 1594 III. 488. Heiligenstadt I. 332. 364. Heinrich der Löwe I. S. 576. IH. 180. Heinrich, Herzog von Braunschweig IL 71. III. 185. H einrich Erzbischof von Bremen, Herzog von Sachsen-Lauenburg I. 25. 64. 114. 333. 383.3S5.416. S. 571 f. IL 1. 5. 6. 13. 14. 15. 22. 23. 30. 32. 33. 34. 35. 37. 40. 43. 51. 62. 6«. 67. 68. 78. 79. 88. 92. 108. 118. 129. 130. 151. 153. 155. 163. 276. 332. III. 29*. 32*. 47*. Heinrich IL, König von Frankreich IL 360. III. 220. Heinrich III., König von Frankreich I. 14. 23. 34. 36. 37. 40. 42. 45. 48. 54. 58. Gl. 65. 66. 67. 69. 70. 74. 77. 80. 88. 93. 95.113. 124. 128. 151. 165. 179.182.184. 185. 193. 195. 196. 210. 213. 216. 219. 220. 221. 222. 223.224.228. 229. 230. 231. 233. 237. 240. 242.. 243. 245. 249. 255. 261. 267. 268. 273. 274. 275. 279. 284. 288. 291. 295. 300. 304. 307. 309. 311. 313. 314. 324. 325. 333. 338.341.345. 357. 360. 361. 381. 384. 385. 388. 396.401. 402. 415. 418. S. 573.575. IL 24. 28. 41. 61. 91. 105. 142. 173. 175. 177. 179. 188. 190. 192. 201. 229. 239. 240. 252.258.261. 203. 267. 272. 278. 307. 308. 320. 322. 323. 324. 325. 327. 328. 332. 333. 336. 339. 342. 344. 346. 353. 356. 357. 358. 360. 363. 373. 374. 375. 377. 378. 379. 381. 382.383. 385. 386. 391. 392. 394.396.399. 401. 402. 403. 405. 406.409.411. 412. 418. 420. 421. 422. 423. 124. 425. 426. 427. 429. 431.432.434. 439. 442. 444. 446. 4 19.450.453. 456. 461. 462. 463. 466. 469. 470. 471. 474. 482. 483. 485.487.489. 495. 496. 498. 499. 500. 506. 509. 518. S.461. III. 6. 7. 11, 16. 18. 26. 29. 37. 38. 39. 42. 45. 46. 48. 49. 50. 51. 52. 54. 55. 57. 63. 64. 72. 74. 76. 77. 85. 88. 91. 92. 96. 97. 98. 106. 108. 109.. 125. 130. 135. 141. 145. 148. 154.159.162. 171. 175. 181. 188. 189.194.195. 196. 198. 199. 202. 205.200.207. 210. 211. 212. 214. 215.217.218. 220. 221. 224. 225. 226. 227. 228. 229. 2-31. 232. 233. 236. 238. 239. 241. 243. 254. 261. 264.279.280. 281. 301. 307. 361. 485. 517. 1*. 7*. 13*. 20*. 43*. 44*. 60*. 67*. 81*. 87*. 9-2*. 93*. 107*. 117*. Heinrich, König von Navarra, dann Heinrich IV., König von Frankreich I. 23. 62. 74. 77. 93. 102. 124. 165.166'. 195 f. 209. 223. 225. 228. 252. 256. 208. 270f. 279. 282 f. 288. 289. 300. 339. 344. 345. 360. 372. 402. 415. 418 S. 570 f. 574. 576. IL 38. 59. 175. 184. 207. 239. 2451 251. 252. 2ö8f. 263. 265. 274. 287. 290. 293. 297. 322 f. 325. 327. 333. 3351'. 340. 344. 346. 351. 356. 3601. 363. 365. 368. 371. 373. 377. 379. 381 ff. 385. 824 390f. 392. 395f. 399. 400. 401. 101 f. 407. 411 ff. 417 f. 420. 421. 423. 426f. 129. 434, 436 f. 445. 449 f. 454. 458£ 468. 470f. 474, 475. 47«. 477. 478. 180. 4821 4851. 487. 488. 489. 493. 495. 497f. 503. 5051. 508. 509. 513f. 516. 517. 518. . S. 461. III. lf. 5. 7. 8. 10f. 141 18. 21 f. 24 ff. 28f. 31. 32. 37. 39. 41 ff. 50ff. 62f. 64ff. 71. 73ff. 78. 81. 83. 80. 88. 92. 94, 95. 98. 101 ff. 106. 1081 111 ff. 1161. 121. 130. 132. 136. 137.142. 145. 147t 154. 163. 168. 170. 171. 175. 186. 191. 195 f. 198. 205. 206. 211 f. 214 f. 218. 221. 224. 228. 22!). 232. 236. 237. 239. 241. 243. 217. 2501. 251. 257. 261.204, 268ff 2741. 279ff. 282. 2S0. 289. 293 f 300. 301. 302. 303. 305 f. 310. 315. 316. 319. 322. 324 f. 328. 330 ff. 339. 3 10 ff. 346. 350. 352. 354. 356 ff. 360. 361. 364. 367. 369 ff. 373. 374. 377 ff. 382. 385 f. 389. 392. 396. 403 f. 4071 412. 415. 427. 435. 443. 444. 448. 450ff. 461. 462.465. 467. 470. 173. 477. 483. 4851 490. 4931 4991 504ff. 5111 515. 517. 525ff. 5331 " 5371 545. 5471 551. 5551 5581 560. 565. 567. 5091 572. 575. 577. 578ff. 588. 590ff. 595ff. 6001. 605. 6071 610. 612. 613. 6181 626. 627. 632. 633. 635. 6371 641. 643. 647. 649. 651. 653. 659. 605. 072. 677 ff. 8*. 19*. 20*. 44*. 46*1 53*. 59*1 65*. 67*1 77*. 81*. 84*. 92*. 93*. 98*1 107*. 109*. 117*. — Konfessionswechsel I. 345. II. 293. 300. 487. 518. 363. 470. III. 261. 281. 345. 354. 356. 510. 67*. 68*. Heinrich von Lothringen, Sohn Herzog Karls HL, Marquis von Pont-ä-Mousson (du Pont) III.239. 261. 268. 270. 378. Heinrich Julius, Herzog von Braunschweig - Wolfcnbüttel, B. von Halberstadt I. 292.374. IL 15. 22. 88. 275. 293. 371. 377. 427.485. III. 3. 11. 14.19. 31. 33.130.191. 201. 209. 219. 221. 222. 232. 243. 247. 251. 256. 262. 267. 270. 272. 282. 283. 280. 288. 200. 299. 324. 325. 329. 368. 373. 377. 382. 394. 404. 407. 408. 413. 414. 419. 427. 430. 444. 453. 454. 457. 460. 463. 466. 469. 485. 488. 489. 490. 491. 500. 508. 512. 514. 517. 519. 523. 527. 541. 545. 549. 552. 553. 563. 506. 570. 570. 588. 603. 012. 615 625. 638. 658. 661. 47*. 66*. 72* 73*. 92*. 105*. 111*. — Gemahlin s. Dorothea, Elisabeth. Heisterbach IL 63. Held, Gerson, veldenz. Bat I. 223 293. 297. Helmstadt, Johann Philipp von kurpfälz. Bat I. 50.206. 11. 421' 403. 499. III. 64. 177. 479. 687. Holmstädt, Universität 111.92*. Hembyze, Jan van, Führer der Genter Demokraten I. 133. 139. 142. 148. 172. 264. 402. IL 135. 179. 204. 207. 278. III. 2. 10. Hemsbach III. 679. Hendingen III. 103*. Henneberg, Grafen von I. 332. IL 108. — Ernst von IL 503. Hennegau I. 129. 184. III. 162. 486. 558. 15*. Henning, Dr. Gregorius, veldenz. Kanzler IL 492. Henrich, Hans III. 42*. Hensler, fürstenbergischer Ober- amtmann IL 289. Heppenheim 1.31. III. 265.589. Herder, M. Laur., Syndikus der Universität Heidelberg III. 285. Herdesfanus (Hardesheim), Dr. Christoph I. 84. 215. IL 407. III. 95. Hermann von Wied-, Kl und Erzbischof von Köln IL 13. 20. 29. 52. 55. 56. 65. 71. 75. 78. 275. III. 144. Herrenstein I. 324. Herrnsheim III. 77. Hersfeld III. 314. 393. Herwart, Johann Georg von, bair. Kanzler III. 575. Herzbach, Dr. J. IL 7. 302. III. 338. 345. Herzogenbusch III. 200. Hessen I. 228. 272. 359. 362. 378. 380. 393. 407. 414. IL 50. 313. 363. III. 24, 201. 228. 299. 330. 365. 469. 494. 496. 510. 517. 662. — S. Anna Elisabeth, AnnaMaria, Christian, Georg, Hedwig, Ludwig, Moritz, Philipp, Wilhelm. — Landgrafen II. 22. 441. 516. III. 10. 52. 130. 147. 282. 299. 492. 514. 522. 560. 679. 7*. Hesshusius, Godofridus, Kaplan zu Oppenheim IL 249 264. Heugel, Johann, hessisch. Kammer- 825 sckretiir III. 78. 132. 243. 247. 251. 262. 280. 361, 639. 107*. Hcumonat, Andreas II. 165. Heusenstamm, Heinrich von, mainz. Gesandter II. 174. 111.280. Hcwen IL.289. Hexen I. 370. Hilbrand, Jost, hess. Kammersekretär UL 508. Hildesheim I. 24. 418. S. 571. II. 111. 319. 322. III. 12. 82. 185. 256. 185. 492. 512. 47*. — Bischof s. Ernst von Baiern. Hiltenlianscn II. 240. Hipp, Basilius, Obervogt II. 121. Hirschau III. 681. HirschhornischeVormüriderlH. 48*. Hirssbach, Georg Rudolf, Hauptmann III. 115. Hochfelder, Dr. Panl, Strass- bnrger Hvndikns I. 273. II. 55. 155. 224. 260. III. 90. 135. 178. 268. 283. 435. 437. 467. 569. «07. «08. 620. 658. Höchst III. 401. Hocneck, kurpfälz. Bat I. 320. 416. — Jakob von, Württemberg. Gesandter III. 670. H o e n r a t, Lubbert,niederländischer Gesandter III. 170. 214. Hör dt, Kloster II. 235. Hövel, Bernhard von, Bat J. C. III. 141. 232. 239. 251. 285. Hof 11.264. III. 296. 298. 306. 319. 457. Hoffmann, Freiherr Ferdinand v., kais. Kammerpräsident L 400. IL 75. III. 39*. II off mann, Barth., Prediger der Pf. Elisabeth I. 8. 18. 22. 31. IL 304. 427. III. 4*. Hofrichter s. Hartmann. Hohbarr III. 467. Holieneck, Hans Erhart, bair. Oberst IL 171. 210. 325. Hohenenis, Hannibal Graf von, spanischer Oberst I. 32. 150. IL 146. Hohenfels I. 329. H o h e n 1 o h e III. 489. — Friedrich von I. 114. — Philipp von I. 148. IL 24. 138. 151. III. 93. 170. 380. 558. 559. 579. 637. S. 771. — Wolf von IL 4. 316. 359. 429. III. 351. II o h e n s a x e n, Freiherr Johann Philipp von, niederländ. Oberst IL 24. 138. 151. 221. III. 141. 201. Hohentwiel IL 145. III. 241. Hohen zollern , Joachim Graf von I. 418. IL 92. 132. 138. 211. 275. 293. III. 387. 111*. — Eitelfriedrich von IL 269. Hohenstein I. 329. Holland I. 1. 99. 101. 115. 121. 235. 257. 281. 418. S. 570. IL 202. 252. 293. 327. 420. 422. 428. 445. 447. 455. 479. III. 6. 73. 78. 102. 130. 138. 148. 162. 170. 180. 347. 362. 385. 405. 408. 412. 425. 454. 461. 462. 486. 490. 494. 514. 515. 556. 558. 689. 13*. 22*. 91*. 101*. Holle, Eberhard, Administrator von Verden III. 33. — Asch von, Statthalter von Hildesheim III. 82. Holstein IL 388. III. 386. 485. 489. 490. 492. 527. 541. 554. 566. 100*. — s. Adolf, Christina, Johann Adolf, Philipp. Homberg (bei Kassel) III. 373. Homburg IL 2. III. 38*. Homodei, Theophilus, schwed. Gesandter III. 508. Honsberg, Enstachius von III. 130. 226. Honslar IL 123. Horace s. Kucellai. Horb IL 121. Horde, Timan (Temme) von, west- fäl. Adeliger IL 16. 23. Horenhurg, Hermann von, Domherr von Hildesheim III. 256. Hörn, Graf von IL 293. Hornbach I. 188. Hornstein, Hans Christoph von, kaiserl. Rat III. 272. 325. 375. 454. 505. 507. 511. 616. «IS. 624. Hortenberg, Hermann III. 222. 101*. Hotman, Dr. Franz, Rechtsgelehrter und Publizist I. 1. 11. 223. 440. 252. 283. 349. 355. IL 267. 278. 412. 449. III. 117. 135. 141. 143. 185. 188. 219. 284. Hoya III. 485. 489. Hügelsheim IL 180. Hülchrath IL 12. 151. 222. Hülst IL 247. III. 633. 826 Hund, Dr. Heinrich, hessischer Vizekanzler III. 6. 485. 488. 489. 490. Hundingston III. 20*. Hundsrück III. 55S. Hurault, Michel, de L' Hospital, sr. du Fay, Kanzler Navarras III. 171. Hus, Johannes I. 49. Hussmann, kurpfälz. Beamter III. 684. Hütten, Georg Ludwig von, Bat J. C. und Erzieher Friedrichs IV. II. 399. III. 51. 62. 80.178, 186. 451. 060. 078. 680. 684. S. 772. Hypolite I. 302. J a g e m a n n , braunsch weigischer Kanzler III. 570. Jäger, Melchior, würtemb. Bat IL 123. 273. 313. III. 532. 542. 574. 640. Jakob, Markgr. von Baden-Hochberg I. 418. IL 143. 211. 213. 291. 293. 318. 405. 445. 8. 462. III. 10. 44. 130. 154. 158. 164. 269. 270. 271. 387. 489. 490. 518. 678. 90*. Jakob VI., König von Schottland I. 404. 417. IL 358. 403. 453. S. 461. III. 109. 130. 165. 182. 205. 282. 404. 413. 419. 444. 463. 485. 490. 507. 508. 546. 553. Jakob, Erzb. u. Kf. von Trier I. 29. 56. 58. 212. 220. 254. 259. 273. 284. 297. Jakoba (von Baden), Gemahlin Johann Wilhelms von Jülich I. S. 576. IL 105. III. 21. 201. 487. 588. Jakobäa von Holland III. 1G2. Jakobäus, Nile, Korrespondent der Stadt Strassburg IL 224. 260. III. 135. Jametz IL 487. III. 48. 76. 135. 141. 147. 148. 158. 163.173. 181. 207. 225. Jarnac IL 509. Ja ureguy IL 1. Ibersheim III. 4*. Idiaquez, Martin de, Sekretär Philipps IL III. 172. 340. 350. 96*. Idstein III. 88. Jeckel, Diener J. C. III. 130. Jena IL 516. III. 95. 295. — Universisät III. 497. Jesuiten I. 335. 350. 361. 377. 382. 409. 418. IL 23. 47. 103. 119. 146. 148. 188. 204. 290. 293. 322. 341. 352. 358. 392. 399. 406. 413. 417. 427. III. 7. 145. 149. 151. 177. 192. 238. 294. 320. 332. 485. 519. 658. 40*. 78*. Igelheim I. 91. 264. IL 302. 379. III. 10. 8*. 90*. Ile de France I. 289. Illkirch III. 177. Ilsung, Joh. Achilles. Mitglied des B. Hofrats I. 340. 352. 364. 385. IL 200. Inchy, Gavre d', Gouverneur von Cambrai I. 314. Indien III. 162. 224. 261. 511. 115*. Indult s. Kegalien. Infantius, Georg, Prediger zu Speier I. 21. 27. 28. 31. 115 III. 98. Ingelheim II. 249. Ingolstadt I. 285. 332. 418. IL 127. 171. 204. 260. 328. 433. III. 128. Inn IL 479. Innsbruck IL 08. 80. 111. 124. 165. 168. 282. 294. 328. 349. 465. 479.504. III. 146. 172. 269. 306. 356. 380. 608. Joachim IL, Kf. von Brandenburg I. 389. 418. HI. 289. 70*. Joachim Ernst, Fürst von Anhalt I. 172. 228. 332. 380. 418. IL 169. 192. 275. 318. 354. 370. 381. 382. 3S5. 407. 421. 434. 441. 449. 450. 458. 485. 510. S. 462. III. 1. 3. 148. 154. 74*. Joachim Friedrich, Markgraf von Brandenburg, Administrator von Magdeburg I. 336. 356. 362. 371.374. 379.418. S. 577. IL 11. 20. 22. 32. 101. 169. 192. 268. 275. 318. 335. 336. 378. 382. 392. 407. 441. 450. 458. 466. 482. 485. 516. III. 6. 9. 11.15. 24. 31. 33. 35. 46. 51. 52. 56. 68. 72. 73. 78. 82. 86. 91. 5)4. 101.106. 122. 123. 130. 131. 132. 139. 149 151. 154. 168. 170. 178. 191; 192. 195. 196. 198. 202. 207. 209. 210. 218. 219. 221. 232. 234. 239. 244. 247. 251. 255. 256. 267. 270. 272. 277. 282. 283. 288. 290. 299. 300. 305. 325. 34 1. 370. 377. 384. 389. 394. 398. 408. 413. 414. 427. 463. 468. 478. 485. 488. 489. 490. 191. 492. 508. 514. 523. 527. 532. 541. 546. 550. 553. 554. 561. 562. 566. 570. 588. 827 590. 593. 604. 022. «23. 638. 646. 648. 658. 47*. 70*. 92*. 98*. 113*. 114*. 115*. — Räte s. Haniel, Loben, Meckbach, Langenhain, Wulffcn. Joachim Friedrich von Liegnitz III. 92*. Joachim Karl von Braunschweig, Sohn Heinrich Julius' III. 661. Johann, M. von Brandenburg- IC üstrin III. 485. 590. Johann von Dänemark, Sohn Friedrichs II. III. 68. Johann, Herzog von Mecklenburg III. 484. 44*. Johann Haugwitz, B. von Meissen III. 21*. Johann der Altere, Graf v. Nassau I. 1. 51. 89. 136. 145. 148. 178. 233. 235. 251. 28«. 290. 296. 300. 819. 320. 326. 327. 333. 349. 409. 413. S. 570. 575. II. 1. 2. 3. 4. 5. 6. 7. 8. 9. 10. 13. 16. 18. 19. 21. 23. 50. 51. 59. 77. 82. 87. 106. 108. 135. 13S. 139. 140. 151.168. 202. 203. 204. 207. 213. 215. 221. 224. 227. 228. 265. 275. 293. 296. 361. 424. 406. S. 462. III. 2.10. 19. 80. 88. 91.105. 115. 134.141. 114. 186. 187. 224. 263. 328. 329. 330. 366. 457. 464. 519. 525. 558. 562. 569. 572. 584. 585. 599. 605. 606. 620. 629. 642. 663. «64. 679. 680. 684. 4*. 6*. 9*. 22*. 23*. 35*. 42*. 60*. 91*. S. 773. — Tochter III. S. 773. Johann der Jüngere, Graf von Nassau III. 404. 606. 020. 642. 689. Johann von Oldenburg III. 162. 419. 434. 485. Johann, Pfalzgraf v. Zweibrücken I. 44. 58. 65. 66. 78. 88. 106. 115. 185. 203. 216. 220 ff. 248. 268. 285. 293. 319. 326. 332. 352. 380. 395. II. 15. 17. 32. 37. 42. 45. 47. 50. 51. 52. 55. 57. 02. 05. 06. 75. 78. 79. 87. 90. 91. 92. 93.108. 114. 137. 141. 142. 143. 144. 147. 148. 149. 153. 150. 162.173. 175. 180. 188. 190. 192. 205. 213. 232. 240. 261. 270. 282. 287. 291. 302. 323. 324. 325. 329. 332. 377 ff. 382. 388. 400. 409. 424. 42S. 442. 451. 462. 467. 479. 500. 501. 507. 509. III. 12. 26. 29. 32. 37. 38. 39. 46. 47. 48. 54. 59. 59. 85. 111. 119. 141. 143. 158. 163 f. 170. 171, 175. 177. 181. 189. 194. 196. 198. 199. 200. 202. 203. 207. 208. 209. 210. 211. 217. 218. 221. 224f. 227. 229. 231 ff. 239. 211. 244. 249. 251. 255. 256. 264. 266. 270. 282. 292. 326. 329. 338. 345. 364. 367. 378. 382. 389. 399. 421. 438. 444. 449. 459. 407. 470. 478. 481. 485. 495. 502. 506. 539. 543. 506. 572. 590. 615. 057. 004. 678. 079. 683. 4*. 48*. 51*. 113*. H4*f. S. 772. — S. Friedrich Casimir, Magdalena. — Räte: Galen, Roth, Schwebe], Silberborner, Tüschelin, Volmar. Johann von Sachsen - Weimar IL 370. III. 52. 304. 638. Johann, König von Schweden IL 344. III. 174. 305. Johann von Manderscheid, Bischof von Strassburg I. 66. 324. IL 2. 17. 39. 40.194. 240. 291, 299. 313. 322. 406. 427. 450. III. 32. 55. 122. 141. 101. 177.195.255.208. 270. 274. 282. 289. 294. 300. 302. 407. 470. 486. 548. 564. 573. 581. 602. 652. 658. 95*. Johann von Schönenburg, Kf. von Trier I. 297. 318. 328. 330. 333. 336. 352. 364 f. 377. 382. .389. 395. 399. 407. 416. IL 11. 13. 18. 24. 45. 60. 62. 69. 71. 72. 75. 82. 124. 126. 150. 173. 187. 188. 198. 208. 211. 229 f. 243. 248. 250. 262 f. 269. 275. 288. 290. 293. 296. 298. 300. 303. 306. 317. 323. 335. 337. 341. 345. 350. 358. 362. 364. 372. 390. 392. 399 f. 405. 407. 413. 422. 437. 451. 464. 484.. III. 21. 23. 40. 42. 46. 99. 108. 118. 141. 157. 192. 195. 198. 200. 208. 212 f. 230. 246. 302. 348. 380. 387 f. 391. 398. 401. 405. 406. 410. 422 f. 440. 452. 467 f. 470. 479. 484. 505. 521. 536. 555. 574. 581. 588. 591. 000. 612. 669. 678. 690. 39*. 44*. 63*. 71*. 102*. IOC*. -108*. Johann Adolf von Holstein, Erzbischof von Bremen IL 433. III. 3. 82.162. 232. 364. 427. 489f. 492. 517. 541. 554. 621. 100*. Johann Casimir I. 43. 45. 54. 50. 78. 98. 100. 108. 114. 116. 120. 123. 128. 130. 134. 140 f. 158 f. 107. 175. 188. 190. 198. 206. 217. 270. 281. 289 ff. 302. 313. 319. 320. 327. 328. 349. 354. 357. 36«. 368. 828 369. 378. 380. 385. 387. 3!)0. 391. 392. 39 I f. 390. 3!)7. -107. 408. 4-10. 416. S. 571. 573. II. 3. 7. 10. 15. 17. 27. 31. 35. 38. 39. 45. 50. 51. 52. 51. 55 f. 02. 65. 72. 75. 87. 94. 98. 99. 100. 103. 105 f. 107. 108. 110. 112.11«. 120 f. 124. 133. 134. 139. 141. 142. 143. 14«. 149. L52. 155. 161 f. 1«7. 168.170. 17 1. 178. 180. 184 187. 18!). 192. 196. 197. 201. 203. 210 f. 217. 220. 221. 222 ff. 230. 232. 235. 237. 240 f. 249. 250. 257 ff. 263. 265. 270. 278. 283. 290. 291. 302. 313. 317. 318. 321. 329. 332. 359. 368. 370. 377. 380. 381. 391. 3!)7. 398. 407. 413f. 419. 428. 431. 438. 445. 451. 452. 460. 462. 467. 475. 4S2. 484. 501. S. 461 f. III. 2. 10. 12. 11. 16. 21. 24. 29. 33. 35. 43. 48. 59. 60. ««. 77. 88. 91. 105. 117. 119. 129. 132. 134. 146. 169. 175.177. 178. 181. 188. 193. 196. 197. 198. 200f. 222. 230. 234. 238. 244. 252. 259. 262. 263. 2(551 2«7. 27«. 278. 29S. 299. 318. 32«. 329. 349. 351. 368. 387. 411. 419. 427. 430. 133. 449. 457. 50«. 543. 583 ff. 5S7f. 589. 590f. 035. 650. 654. 679 ff. 083. 685 f. 10*. 35*. 44* ff. 69*. 74*f. 87*. 90*. 102*. 110*. 115*. S. 771 ff. — zum pfälz. Adel II. 174. 264. III. 2. 10. 186. 455. 524. 678. 679. 680. 684f. — Administration der Kur u. Vormundschaft für Friedrich IV. I. 4. II. 228. 234 ff. 241. 243 f. 250. 254. 263 f. 279. 285 f. 290. 293. 295. 301. 303. 309. 311. 315. 318. 328. 330. 307. 427. 447. 507. III. 21. 31. 47. 51. 53. 63. 86. 91. 111. 116. 130. 143. 145. 148. 154. 178. 186. 248. 250. 285. 326. 330. 353. 485. 494. 510. 514. 518. 531. 536. 541. 563. 566. 571. 581. 601. 604. 018. 620. 621. 022. 623. 624. 629. 638. 642. 657. 664. 60S. 671 ff. 684. 42*. 45*. 47*. 50*. 65*. 76*. 80*. 105*. 113*. 114*. 115*. — zu Baiera I. 285. 418. II. 17. 78. 93. 99. 106. 110. 127. 183. 196. 210. 243. 247. 200. 286. 293. 328. 372. III. 157. 250. 380. 385. 393. 405f. 450. 470. 635. 661. 674, 683. 46*. 102*. 110*. — zu Brandenburg (Johann Georg, Joachim Friedrich) I. 41S. II. 234. 243f. 250. 270. 279. 304 315. 335. 375. 397.400.413.422 452. 482. 485. III. 2. 15. 84. 139. 147. 151. 154. 195.256.277 320. 383. 421. 534. 564. 601. 622. 023. 57*. 82*. 98*. 113* ff. - zu Dänemark I. 118. 209. 215. S. 575. IL 13«. 444. 514. III. 7. 11. 19. 25. 35. 68. 86. 96. 109. 121. 130. 170. 12*. 15*. 17*. 32*. 38*. 51*. 87*. 92*. - zu England I. 50. 54. 57. «2. 72. 90. 97.103.117. 143. 195. 240. 358. 403. 404. S. 571. 575. IL 28. 3«. 177. 297. 327. 333. 371. 410. 41«. 423. 440. 447. 453. 457. 480. 486. 490. 494. 495. 497. 505. 511. III. 4. 5. 6. 8. 17. 71. 79. 82. 83. 89. 130. 148. 205. 228. 360. 638. 86*. 77*. - zu Frankreich I. 1. 5. 9. 42. 45. 54. 58. 61 f. 66. 69. 70. 74. 80. 88. 93. 165. 184. 195. 199. 202. 216. 220. 224 f. 228 ff. 237. 243. 267. 2C8. 281. 300. 307. 325. 335. 339. 343. 344. 345. 346. 353. 360. 361. 376. 402. 415. S. 572. 574. 577. II. 173. 175. 307. 313. 320. 324. 336. 346. 382. 387. 405. 410. 412. 415. 432. 454. 459. 481 f. 498. 505. 518. III. 6. 10. 15. 18. 20. 28. 42. 45. 53. 55. .58. 59. Ol ff. 07. 72. 83. 85. 89. 96ff. 106. 109. 121. 123. 130. 135ff.' 148. 188. 189. 191. 194. 196. 198. 210. 211. 212. 215. 217. 221. 226. 227. 228. 229. 233. 235. 239. 243. 247. 264. 279. 301. 304. 306. 315. 322. 324. 329. 331. 361. 364. 381. 407. 408. 443. 459. 461. 472. 477. 486. 494. 501. 507. 515. 525. 533. 535. 543. 548. 550. 565. 509. 572. 592. 605. 619. 072. 679. 12*. 80*. 107*. -----Gesandtschaften an Frankreich I. 23. 34. 37f. 45. IL 188. 411. 420. 432. 435. III. III. 449. 150. 463. 470f. 474. 475. 483. 489. 499. 500. 501. 509. - — französische Pension u. Erwerbungen (Absichten auf die drei Bistümer) I. 5. 37. 42. 45. 225. 261. 284. 357. 418. IL 175. 346. 500. III. 39. 42. 145. 154. 181. 331. 462. 485. - — französische Rückstände I. 5. 23. 31. 37. 40. 45. 09. 74. 77. 88. 123. 211. 210. 220. 222. 230. 261. 829 288. 300. 309. 313. 325. 343. 3G0. 376. 392. 397. 415. 118. S. 573 f. 576. II. 173. 184. 323. 325. 332. 383. 401. 411. 446. III. 62. 210. 251. 331. 7*. 11*. 21*. 117*. -----französ. Geiseln I. 37. 88. 1!)::. 220. 230. 267. 300. 313. - zu seiner Gemahlin s. Elisabeth, Pfalzgräfin. - zu M. Georg Friedrich II. 244. 301. 321. 51 I, 624. III. 111. 123. 149. 154. 190. 256. 31!). 323. 326. 348. 415. 455. 466. 593. 617. «44. 656. 50*. 59*. 65*. - zu Pf. Georg Hans I. 56. 113. 239. 275. 293. 297. 298. 311. IL 55. 2S2. 310. 339. 379. 380. 396. 405. 406. 447. 479. 504. 507. III. 2. 1». 32. 17. 57. 65. 98.174. 177. 187. 241. 249. 292. 438. 481. 182. 186. 515. 653. - zu den Guisen I. 196. 198. 203. 205. 217. 223 ff. 233. 238. 348. 360. IL 7. 287. 323. 325. 427. S. 461. III. 39. 96. 154. 20*. - zu Hessen I. 4. 11. 23. 32. 34. 38. 39. 48. 49. 80. S6. 103. 111. 114. 119. 122. 127. 129. 133. 135. 142. 172. 203. 251. 319. 367. 405. 412. 418. IT. 20. 47. 147. 169. 219. 250. 264. 285. 290. 295. 315. 326. 333. 336. 346. 348. 354. 381. 391. 400. 401. 405. 421. 427 f. 442. 444. 449. 450. 458. 463. 470. III. 2. 19. 23. 25. 31. 32. 44. 52. 62. 64. 72. 75. 81. 86. 101. 108. 116. 127. 130. 133. 142.149. 152. 159. 183. 184. 195. 198. 203. 209. 218. 224. 225. 228. 232. 237. 240. 251. 253. 264. 268. 376. 377. 451. 479. 510. 634. 651. 673. 23*. 64*. 105*. - zu den Hugenotten I. 23. 42. 62. 65. 77. 93. 102. 227. 283. 287. 28S. 300. 348. 372. S. 571 f. 574. IL 27. 184. 219. 242. 246. 251. 252. 287. 293. 297. 333. 335. 344. 361. 369. 371. 373. 379. 401. 417. 436. 438. 445. 454. 459. 468. 477. 486. 487. 493. 503. 506. III. 2. 5. 8. 18. 39. 42. 43. 48. 50. 51. 53. 58. 61. 73. 75. 78. 80. 92. 102. 103. 112. 142. 206. 470. 21*. 60*. 65*. 67* 92*. - zum Kaiser I. 32. 42. 70. 74. 90. 169. 193. 254. 323. 333. 352. 411. IL 95. 102. 131. 156. 172. 182. 185. 186. 209. 213. 236. 243. 247. 251, 286. 330. 367. 383. 399. III. 55. 63. 74. 99.100. 118.150. 192. 260. 325. 375. 376. 474. 505 606. — zu Köln (Gebhard Truchsess) I. 339. 418. IL 4. 10. 15. 22. 32. 36. 42. 50. 51. 52. 71. 78. 114. 115. 118. 138. 144. 151.153. 155. 171. 188. 1931 197. 204. 207. 220. 222. 225. 230. 233 f. 263. 265. 270. S. 460. III. 141. 144. 154. 160. 244. 255. 256. 679. 32*. 39*. 44*. 47*. 48*. 49*. 50*. 53*. — zur Stadt Köln IL 32. 51. 54. 57. 138. 156. 186. 188. 204. 413. III. 10. 23. 99. 140. 151.156. 192. 256. 327. 357. 3S8. 400. 409. 426. — letzte Krankheit und Tod III. 620. 634. 647. 663. 664. 667 ff. 671. 672. 673 ff. 678. — zum Kriegsvolk I. 5. 21. 74. 117. 1251'. 135 f. 146. 155. 158. 160. 163. 192f. 211. 213. 220. 223. 257. 307. 309. 313. 325. 343. 360f. 415. IL 109. 115. 153. 165. 175. 224f. 230. 233. 234. 266. 307. 497. III. 28. 37. 51. 53. 60. 62. 67.115. 144. 148.152. 163 f. 167. 234. 331. 555. 620. 634. 12*. 17*. 18*. 20*. 42*. — zu Lothringen I. 198. 200. 203. 205. 213. 217. 300. 348. IL 78. 149. 153. 201. 302. 323. 409. 427. 111. 45. 57 ff. 72. 75. 78. 85. 98. 112. 121. 141. 177. 213. 215. 220. 223. 225. 266. 26S. 270. 279. 316.' 348. 361. 365. 389. 399. 424. 470. 486. 626. 676. 7*. 20*. — zu' Kf. Ludwig I. 4. 5. 8. 9. 11. 16. 17. 18. 19. 20. 22. 26. 27. 28. 31. 32. 34. 40. 43. 46. 47 f. 49. 50. 51. 59. 68. 72. 82 f. 85 f. 91. 92. 95 f. 99. 173. 180. 182. . 183. 185. 1S6. 187. 219. 221. 226. 260. 267. 284. 285f. 300. 306. 319. 329. 332. 349. 350. 351. 357. S. 571. IL 22. 37. 82. 93. 137. 138. III, 150. 164.174.215.295. 399. III. 260. 4*. 6*. 8*1 11*. 18*. 20*1 32*. 39*. ^ — zu Mainz I. 24S. IL 119. 187T 350. 366. 372. III. 42. 72. 358. 363. 383. 401. 452. 479. — Memorial (Gedenkzettel) I. 5. 31. 41S. IL 138. 175. 234. 325. 399. 427. 442. III. 8. 113. 130. 147. 150. 154. 566. 99*. 830 — zu den Niederlanden I. 1. 7. 24. 32. 62. 70. 71. 74. 90. 95. 97. 99. 101. 105. 100. 110. 115. 121. 126. 131. 136. 137. 138. 139. 140. 1 1 I. 1 15. I 17. 1 IS. 1Ö2. 17>3. 177. 180. 233. 257. 264. 294. 380. 418. II. 17!>. 195. 202. 20-1. 207. 217,. 218. 219. 233. 237. 239. 410. 410. S. 401. III. 4. 10. 214. 380. 385. 391. 399. 409. 41«. «33. «37. 641. 047. 079. 12*. 14*. 15*. 17*. 112*. — zu Polen I. 94. III. 70. 84. 100. 101. 121. 131.154.190.332. 471. 528. 023. — Räte s. Albrecht, Beuttcrich, Blarer, Bolzheim, Carlewitz,-Colli, Conincxloo, Culmann, Dathenus, Denais, Dobbinus, Dohna, Ehern, Fauss, Frais, Glauburg, Grün- rade, Hartmann, Hövel, Hütten, Junius, Kolbinger, La Huguerye, Löwenstein, Lingelsheim, Orlen- burg, Pastor, Plessen, Putlitz, Reu- ber, Sayn-Witgenstein, Sehenck, Schrögl,Wambold,Weyer,Winnen- berg, Witzendorf, Zulegcr. — Religion u. Kirchenpolitik I. 1. 5. 8. 18. 22. 28. 31. 40. 47. 48. 49. 52. 57. 00. 73. 76. 85. 89. 91. 92. 94. 103. 107. 115. 119. 170. 173. 207. 209. 215. 225. 252. 2S0. 349. 350. 367. 391. 412. TT. 15. 52. 54. «2. 65. 78. 112. 234. 235. 241. 249. 253. 255. 2«4. 208. 271. 285. 290. 293. 314. 315. 310. 322. 32«. 328. 359. 370. 392. 398. 424. 427. 450. 458. III. 2. 10. 102. 106. 141. 143. 144. 145.15«. 176. 178. 180. 216. 245. 248. 256. 284. 295. 313. 327. 351. 353. 359. 300. 388. 400. 455. 484. 480. 525. 609. 001, 068. 072 f. 085. 4*. 7*. 10*. 11*. 23*. 50*. 57*. 59*. 64*. 65*. 115*. — S. Bündniss (evangel.), Freistellung, Kirchenordnung, Konkordienformel, Religionsbeschwerden, Synode, Union. — zu Sachsen I. 30. 107. 125. 146. 152. 155. 163. 211. 263. 280. 285. 309. 368. 370. 418. -IL 122. 174. 21«. 230. 234. 243. 250. 279. 280. 288. 290. 293. 304. 30«. 311. 315. 322. 375. 381. 392. 400. 422. 427. 442. 446. 450. 452. 463. 482. 485. 480. 489. 498. 500. III. 2. 10. 19. 44. 52. 130. 147. 150. 151. 154. 195. 208 f. 278. 279 f. 286. 290. 291. 293. 296 ff. 299. 304. 306. 309. 311. 320. 323. 325. 341 344. 346. 348. 352. 371. 377. 383 389. 395. 398. 403. 409. 410. 412 414. 421. 425. 42«. 131, 449.453 454. 460. 461. 463. -105. 466. 476 481. 484. 498. 499. 523. 526. 530 534. 536. 538. 539. 552. 564. 586. 585. 603. 609. 625. 628. 034, 615 11*. 63*. 81*. 85*. 92*. 111* S. 774. — zur Schweiz I. 14, 19. 52. 00 76. 109. 108. 170. 171. 190. 191 205. 207. 220. 252. 256. 305. ;!47 355. 401. 402. S. 572. IL 17« 255. 514. III. 8. 92. 170. 219. 284. 475. — zu Spanien I. 199. 233. 230. 286. 290. 299. 307. 41S. IL 8. 431, 484. III. 12. 21. 121 (?). 145. 147. 148. 153. 151, 188.204, 213. 315. 385. 402. -ISO. 547. 049. 605. 23*. 114*. — zur Stadt Strassburg I. 52. 76. 175. 182. 223. 232. 250. 275. 295. 309. IL 329. 430. III. 51. 60. 115. 119. 127. 130. 178. 250. 2C8. 527. 658. 19*. — Testament I. 351. III. 678.11*. — zu Wiirtemberg I. 82 f. 1«0. 101. IL 48. 244. 309. 311. 313. 314. 321. 328. 373. III. 2. 10. 31. 119. 249. 250. Johann Casimir, Herzog von Sachsen-Koburg I. S. 571, IL 293. 427. III. 52. 295. 309. 334. 509. 532. 038. 47*. — Gemahlin s. Anna. — Mutter s. Dorothea Susanna. Johann Ernst, Herzog v. Sachsen III. 0. 52. Johann Friedrich, Herzog von Pommern III. 503. 566. Johann Friedrich der Gross- mütige, Kf. von Sachsen III. 679. Johann Friedrich der Mittlere, Herzog von Sachsen I. 331.354. 357. 407. 410. 418. IL 249. 250. 293. 301. 318. 325. 375. 427. 428. 457. III. 52. 98. 130. 154. 269. 413. 509. 1*. 39*. 47*. 75*. — Söhne III. 39*. Johann Georg, Fürst von Anhalt IL 370. III. 1. 3. 109. 171. 207. 229. 290. 373. 404. 489. 585. 651. Johann Georg, Kurfürst von Brandenburg I. 29. 35. 64. 75. 169. 296. 304. 336. 368. 377. 407. 418. IL 4. 13. 15. 17. 20. 31. 831 43. 46. 51. 70. 71. 75. 88. 94. 130. 132. 137. 152. 153. 105. 166. 169. 181. 187. 192. 217. 230. 243. 244. 248. 250. 252. 253. 254. 203. 208. 209. 275. 290. 303. 309. 318. 327. 333. 341. 34S. 350. 354. 364 308. 370. 377. 378. 380. 381. 385. 392. 399. 403. 405. 413. 425. 427. 440. 450. 451. 455. 457. 458. 406. 489. III. 1. 6. 7. 9. 11.15. 30. 31. 36. 49. 70. 72. 81. 86. 119. 121.123. 130. 132. 139. 141. 170. 178. 182. 183. 192. 255. 207. 272. 274. 277. 280. 282. 289. 290. 291. 297. 298. 299. 300. 329. 377. 388. 394. 398. 402. 406. 413. 425. 434. 442. 445. 188. 489. 490. 491. 492. 502. 504. 50!). 519. 523. 532. 511. 552. 553. 502. 563. 57(). 57:1. 575. 576. 586. 601. 620. 021. 622. 023. 645. 010. 64S. 049. 050. 058. 075. 087. 13*. 24*. 39*. 40*. 42*. 47*. 50*. 51*. 70*. 77*. 80*. 81*. 87*. 92*. 98*. 113*. 114*. 115*. — zu Frankreich I. 216. 229. II. 229. 336. 412. 415. 421. 432. 434. 441. 140. 185. 503. III. 7. 10. 31. 55. 64. 73. 191. 196. 202. 207. 209. 210. 221. 224. 232. 251. 324. 341. 408. 414. 113.402.409.499. 501. 508. 526. 527. 550. 604. 67*. 68*. — zum Kaiser I. 55. 241. 254. 265. 301. 306. 317. 318. 330. 382. II. 25. 84. 90. 306. 334. 355. 386. 402. 502. 512. III. 12. 49. 130. 131. 159. 474. 505.514.518.588. 616. 618. 630. 2*. 3*. 5*. 30*. 71*. 109*. — zu Pfalz s. Johann Casimir, Ludwig. — zu Polen III. 36. 70. 84. 101. 447. 485. — zu Sachsen I. 10-1, 246. 253. 272. 309. 342. 364. IL 30. 288. 293. 298. 335. 391. 407. 457. III. 34. 52. 56. 91. 95. 119. 130. 154. 161. 109. 212. 247. 252. 293. 311. 332. 300. 389. 403. 463. 465. 485. 493. 538. 561. 602. 003. 638. 639. Johann Georg, Sohn Christians I. von Sachsen III. 630. Johann Sigismund, Sohn Joachim Friedrichs von Brandenburg III. 198. 305. 478. 496. 562. 588. 593. 623. 642. 113*. 114*. 115*. Johann Wilhelm, Jungherzog von Jülich I. 326. 418. S. 576. IL 9. 17. 24. 32. 33'. 41. 47. 50. 50. 75. 105. 10S. 151. 188. 198. 318. 337. 366. 413. III. 21. 99. 105. 129. 141. III. 157. 175. 192. 200. 201. 269. 289. 291, 317. 326. 350. 385. 387. 391.398.405.408. 409. 419. 421. 432. 434. 130. 449. 478. 485. 487. 490. 502. 515. 543. 588. 593. 25*. 30*. 66*. 98*. 102*. 114*. 115*. S. 773*. Johann Wilhelm, Herzog von Sachsen-Weimar I. 30. III. 309. 300. 377. 679. 1*. 50*. - Söhne III. 50*. Johanniter I. 380. IL 108. 146. III. 48*. Joinvillo I. 275. III. 112. Joly, Peter, aus Metz III. 29. 119. 163. 175. 181. 210. 211. 430. 159. Joyouse, Anne Herzog von IL 332. 363. 518. III. 48. 85. Irland I. 171. 417. IL 415. Isaacus, Stephan, Pfarrer zu Heidelberg III. 385. Isabella, Infantin von Spanien I. 418. IL 293. 465. III. 49. 147. 172. 616. 16*. 26*. Isenbnrg s. Sälentin. — Wolf gang von IL 108. 412. 421. 460. 463. 469. 474. 489. 499. Issel IL 445. Issum IL 22. 24. Italien I. 88. 95. 100. 165. 292. 296. 335. 348. 349. 361. 404. 409. 410. 418. S. 574. IL 28. 35. 51. 56. 103. 109. 138. 158. 165. 255. 280. 281. 322. 328. 308. 392. 399. 407: 431. 436 f. 439. 442. 487. III. 24. 27. 32. 49. 58. 109. 147. 151. 162. 188. 192. 195 f. 223. 231. 236. 253 f. 261. 264. 280. 300. 301. 312. 339. 342. 354. 356. 357. 380. 410. 470. 484. 504. 520. 547f. 555f. 589.-597. 599. 633. 63S. 46* f. 54*. 71*. 109*. 115* f. Ittenheim III. 72. Juan d' Austria I. 9. 32. 51. 95. 99. 102. 113. 122. 123. 125. 134. 151. IL 420. III. 130. 515. 10*. 12*. 112*. Juden I. 418. IL 51. 285. III. 77. Jülich IL 222. 293. 414. 501. III. 10. 99. 133. 151. 153. 192. 200. 290. 294. 304. 319. 326. 329. 338. 375. 393. 399. 412. 423. 431- 449. 478. 482. 485. 490. 509. 519. 832 522. 569. 590. 601. 612. 621. 622. 623. 633. 642. 655. 657. 662. 678. 113*. 114*. 115*. — S. Jakobe, Johann, Magdalena, Maria Ele- onora, Wilhelm, Sibylla, Wilhelm. Julius, Herzog von Braunschweig Wolfenbüttel I. 3. 20. 282. 292. II. 31. 57. 70. 88. 166. 169. 212. 268. 275. 293. 319. 322. 325. 335. 336. 348. 380. 392. 400. 413. 420. 447. 450. 451. 464. 482. 485. 514. 516. III. 1. 11. 12. 17. 31. 33. 52. 118. 130. 136. 141. 159. 162.180. 189. 191. 195. 196. 200. 201. 209. 222. 549. 570. 41*. 47*. 66*. 77*. 92*. 9S*. Julius Bischof von Würzburg I. 151. 218. 234. 272. 332. 359. 380. 396. 409. 416. 418. II. 19. 23. 62. 128. 133. 153. 169. 191. 262. 269. 293. 318. 326. 375. 392. 399. 512. III. 82. 119. 151. 161. 192. 193. 267. 302. 351. 387. 393. 406. 417. 511. 529. 533. 555. 564. 568. 569. 572. 574. 575. 582. 22*. 95*. 103*. 104*. 110*. 111*. Jungmann, Dr., hessischer Bat III. 670. Junius (de Jonghe), Dr. Johann, Bat J. C. I. 93. 108. 121. 138. 147. IL 218. 233. 240. 245. 265. III. 4. 17. 83. 98. 102. 119. 148. 633. G37. 641. 647. 42*. 44*. 53*. S. 771. Jüterbogk III. 15. 24. 352. Iva, sr. de IL 518. Ivry, Schlacht bei III. 301. Kaiserslautern I. 19. 30. 31. 48. 50. 83. 88. 93. 193. 198. 205. 206. 217. 220. 224. 238. 257. 260. 267. 368. 415. S. 574. IL 94. 106. 108. 124. 135. 137. 155. 169. 176.192. 201. 205. 210. 220. 264. 411. 435. 460. 463. 470. III. 18. 21. 29. 32. 51. 102. 141. 154. 163. 167. 177. 19S. 216. 262. 320. 348. 349. 353. 429. 449. 485. 678. 7*. 20*. 21*. 44*. 80*. 87*. — Amtmann s. Quadt. Kaiserswert I. 235. IL 4. 79.151. 220. 222. 224. III. 155. Kalcnderreform IL 250. 260. 270. 274. 275. 293. 322. 399. 413. 450. III. 29. 103*. Kamp (Campen), Kloster bei Bhein- berg IL 22. 24. Karl der Grosse IL 175. III. 515. Karl IV., Deutscher Kaiser III. 515. Karl V., Deutscher Kaiser I. 373 385. IL 20. 31. 219. 293. III. 109. 145. 515. 588. 679. 34*. 44*. 50*. 83*. 84*. 115*. Karl, Erzherzog I. 296. 308. 312. 303. 365. 379. 396. 410. 8. 576. 577. IL 46. 73. 75. 293. 318. 328. 358. 427. III. 30. 49. 70. 274. 340. 375. 423. 22*. 78*. 79*. Karl, Markgraf von Baden-Dnr- lach I. 13. 220. 380. 396. III. 470. Karl, Markgraf von Burgau, Sohn Erzh. Ferdinands I. 292. IL 328. 437. III. 111. 119. 120. 135. 146. 147. 148. 152. 153. 154. 393. 424. 533. 111*. Karl IX., König von Frankreich I. 58. 229. 271. III. 109. Karl III., Herzog von Lothringen I. 37. 44. 140. 151. 161, 190. 198. 203. 205. 207. 213. 217. 220. 223. 267. 270. 300. 324. 341. 348. 361. 410. 415. S. 577. IL 7. 38. 57. 78. 105. 149. 153. 165.175.201.240. 282. 293. 302. 319. 323. 332. 362. 363. 372. 373. 394. 399. 403. 406. 409. 413. 420. 427. 461. 471. 473. 474. 506. 508. 518. III. 8. 20. 26. 37. 45. 48. 57. 58. 59. 61. 62. 64. 65. 67. 72. 74. 75. 76. 78. 85. 87. 96: 97. 98. 113. 118. 119. 121.135. 141. 152. 154. 158. 173. 174. 175. 177. 181. 187. 194. 196. 207. 213. 215. 220. 223. 225. 233. 236. 239. 240. 242. 261. 264. 266. 268. 270. 274. 279. 280. 282. 287. 291. 293. 300. 301. 303. 316. 325. 348. 361. 365. 367. 378. 385. 389. 393. 399. 408. 411. 424. 434, 470. 486. 515. 518. 533. 548. 558. 572. 580. 591. 599. 614. 626. 635. 649. 059. 676. 078. 7*. 20*. 44*. 102*. 107*. 109*. 114*. — S. Lothringen, Johann Casimir. Karl, 2. Sohn Karls III. von Lothringen, B. von Metz I. 324. IL 57. 105. 392. 399. III. 106. 137. 175. 177. 207. 201. 270. 58S. 117*. Karl, Ffalzgraf von Zweibrücken (Birkenfeld) I. 320. 329. 352. IL 253. III. 127. 198. 278. 319. 353. 048. 664. 670. 678. 105*. Karl von Schweden (Südermannland) I. 410. IL 121.175. III. 102. 508. 18*. — Gemahlin s. Anna Maria. — Sohn s. Ludwig. 833 Karl Emanucl, Herzog von Sa- voien I. 165. 174. 237. 256.282. 292. 304. 347 f. 355. 376. 401 ff. II. 59. 82. 175. 255. 267. 322. 328. 372. 399. 412. 450. 506. 514. S.461. III. 8. 18. 106. 107. 147 f. 195. 198. 213: 219. 224. 261. 264f. 300. 346. 35S. 385. 396. 40S. 470. 473. 486. 525. 659. 96*. Karlbach III. 20. Kärlich II. 230. Karlsbad III. 476. Karlsburg II. 289. Karlstadt III. 572. Kärntlicn I. 399. 418. IL 75. 109. 161. 479. Kaschau III. 52*. Kassel I. 224. II. 17. 2521 339. 444. 454. 463. 467. 514. III. 1. 2. llf. 15. 17. 51. 73. 78. 130. 136. 142. 189. 196.200.202.207. 209. 212. 215. 219. 221. 231. 243. 285 f. 304. 311. 320. 323. 329 f. 334. 336. 341. 353. 360. 363. 367 f. 370. 379. 384. 386. 485. 517. 524. 551. 556. 562. 566. 651. 667. 689. 68*. 92*. 105*. 115*. — Heinrich, Graf von III. 163. — Konvent 1590 III. 485. — Konvent 1591 III. 508. 510. 512. 513. Katechismus, Heidelberger III. 141. 164. 678. 679. Katharina von Bourbon,Schwcster Heinrichs von Navarra II. 175. S. 461. III. 67*. Katharina von Mcdici I. 23. 34. 40. 55. 93. 124. 151. 165. 174.184. 196. 203. 220. 229. 242. 284. 291. 296. 304. 311. 337. 381. S. 574. IL 91. 175. 190. 267. 320. 323. 392. 403. 418. 427. 446. 457. 470. 471. 475. 487. 493. 499. 508. 509. 517. 518. III. 6. 14. 46. 68. 98. 198. Katharina von Nassau, Gemahlin Günthers v. Schwarzberg III. 684. Katharina von Ostfrieslan d, Tochter Gustav Wasa's IL 168. Katharina Sophia von Liegnitz, Gemahlin Friedrichs von Sulzbach III. 22. Katzweiler III. 620. Kaufbeuern I. 380. Kaufmann, Hans, pfälz. Sekretär I. 31. III. 118. 485. 488. 489. 490. 513. S. 774. Kempen IL 151. Kerpen IL 82. III. 222. Ketteier IL 499. Kettenheim, Stettmeister von Strassburg III. 90. Keudel, Bernhard, Eat Wilhelms von Hessen I. 141. IL 441. III. 542. 073. Khcvenhüller, Johann Freiherr von, kais. Gesandter in Spanien IL 83. III. 11. 27. 150.105. 172. 179. 240. 340. 410. 425. 458. 016. 16*. 25*. 20*. 31*. 33*. 43*. 46*. 02*. 83*. 90*. 108*. 112*. Kimedoncius, Jakob, Professor zu Heidelberg I. 115. Kinsky, Johann von, Burggraf auf Karlstein I. 333. 334. III. 150. Kirburg TL 39. Kirchberg III. 681. Kirchenordnung, pfälzische I. 4. 10. 18. 27. 49. IL 51. III. 673. 685. Kirchenrat (pfälz.) I. 5. 8. 9. 31. 84. 92. III. 336. 4*. Kirchheim III. 449. 457. Kirchner, Timoth, Professor zu Heidelberg IL 241. 330. S. 462. Kirkel IL 192. 205. III. 438. Kirschbaum, Clemens III. 14*. Kirweiler IL 310. Kitlitz, Freiherr von I. 355. Kitzingen III. 572. Klagen fürt I. 418. Kleve IL 4L 49. 68. III. 10. 133. 338. 350. 354. 382. 419. 422 f. 432. 445. 468. 478. 482. 588. 594. 672. 678. 115*. — S. Jülich. Knipping, Konrad von, Kommenthur des Deutschordens III. 252. 679. . Knodsenburg III. 610. Knoll von Wachenheim, pfälz. Diener III. 55. Koblenz IL 24. 230. 293. 296. 325. 329. 345. 372. 399. 467. III. 226. 625. 628. 71*. — S. Kurfürstentag. Koburg I. 197. IL 427. 516. — Herzog von, s. Johann Casimir von Sachsen. Koderitz III. 92*. Kohlreuter, Christoph, kursächs. Kammerdiener III. 485. 488. 645. Kolb,Konrad, Amtmann z. Kaiserslautern III. 177. Kolbinger, Abraham, Kat J. C III. 24. 25. 28. 60. 129 (.?). 141. 147. 148. 152. 167. 174. 186. 188. Bezold, Briefe des Pfalzgrafcu Johaun Casimir. III. 53 834 198. 262. 205. 287. 290. 306. 322. 353. 389. 427. 449. 510. 513. 538. 557. 568. 587. 595. 645. 671. 680. Kolding III. 404. 427. Kolditz III. 389. 401. 407. 408. Köler, Zacharias, Truppenführer III. 110. Köln am Elicin, Stadt und Stift I. 95. 111. 147. 151. 172. 191. 235. 254. 264. 320. 332 f. 406. 409.416. 418. S. 570. 575. II. 1. 6. 8. 13. 21. 24. 32. 35. 39. 40f. 43. 45 ff. 50f. 57. 61. 62. 67. 80. 82. 84. 85. 94. 99. 101. 105. 117. 123. 126. 130. 133. 144. 145. 152. 1551 173. 175. 177. 182. 184 ff. 188. 192 f. 195. 199. 202 ff. 207. 208. 209. 213. 215. 217. 220 ff. 225. 227. 229. 233. 237. 240. 247. 251. 259f. 263. 266. 269. 270. 274. 281. 284. 287. 292. 318. 319. 322. 325. 328. 337 f. 353. 362. 366. 368. 375. 380. 384. 387. 399. 4131 417. 422. 427. 428. 431. 437. 442. 447. 451. 452. 455. 482. 512. 514. S. 460. III. 8. 10. 11. 21. 23. 34. 49. 92. 9!). 101. 111. 1201 123. 129.140. 142. 144. 147. 151 ff. 155. 156. 157. 175. 184. 192. 198. 200. 201. 214. 222. 246. 2551 287. 294. 302. 317. 325. 327. 328. 359. 363. 375. 385. 387. 388. 393. 400. 402. 4091 421 ff. 426. 431. 434. 436. 441. 450. 462. 475. 479. 482. 484 ff. 499. 505. 515. 519. 529. 556. 572. 575. 594. 598. 605. 619. 630. 641. 645. 654. 662. 672. 9*. 11*. 22*. 24*. 30*. 32*1 36*1 39*. 41*. 43*1 46*. 47*. 48*. 50*. 51*. 52*. 54*. 55*. 60*. 71*. 73*. 80*. 82*. 90*. 101*. 102*. 106*. 110*. 112*. 115*. S. 474. — Erzbischof s. Adolf, Ernst, Geb- hard, Hermann, Salentin. — Evangelische I. 191. 378. 416. IL 32. 47. 50. 54. 55. 57. 62. 138. 188. 204, III. 120. 140. 144. 156. 192. 256. 294. 327. 359. 366. 388. 400. 426. 469. 562. 637. 678. — Kapitel I. 24. 29. 35. 53. 64. 406. 418. IL 1. 15. 24. 32. 35. 36. 39. 40. 42. 43. 47. 51. 54. 55. 56. 57. 60. 62. 65. 66. 67. 71. 72. 74. 75. 79. 82. 84. 89. 90. 91. 100. 101. 105. 106. 108. 111. 114. 115. 117. 119. 123. 125. 126. 133. 137. 138. 140. 148. 149. 151. 152. 173. 208. 225. 233. 275. 292. III. 129 134, 138. 141. 436. 44*. 101*. — Nuntius s. Bonomi, Frahgipani. — Kongress 1579. I. 123. 125. 178 233. 272. III. 109. — s. Kreistag. Köln a. d. Spree IL 181. 250 III. 221. 562. Kolocza, Kardinal von IL 491. Konfession s. Augsb. Koni, Friedrich III., Harmonia, Kon- kordienformel, Synode. Königsaal IL 373. Königsberg III. 402. Königseck, Hang von IL 293. Königshofen III. 572. Königstein I. 396. IL 87.393. 399. 498. Königswinter IL 225. K o n k o r d i e n f o r m e 1 (Bergisch.es- —, Torgauisch.es Buch — Corpus Doctrinae) I. 4.10.75.103.107. 128. 168. 169. 170. 171, 172. 173. 215. 234. 252. 280. 349. 350. 418. S. 578. IL 39. 51. 54. 62. 264. 326. III. 37. 52. 107. 130. 170. 191. 298. 542. 20*. 24*. 74*. Konstantin der Grosse I. 5. Konstantinopel 1. 1. 312. S. 570. IL 175. 280 III. 332. 373. 511. 43*. 96*. Konstanz I. 49. IL 31. 431. 515. III. 101. 470. 518. 564. 111*. - Bischof s. Andreas. Kontribution s. Türkenhülfe. Kontutoren für Friedrich IV. von der Pfalz s. Georg Friedrich von Ansbach, L. Ludwig von Hessen, H. Ludwig von Württemberg. — für die Söhne Christians I. von Sachsen s. Kl Johann Georg von Brandenburg und Friedrich Wilhelm von Sachsen-Weimar. Konvent der Evangelischen auf E. und Deput, Tagen I. 354. 357. 359. 304, 378. 380. 393. 407. 408. 416. IL 152. 391. 404. 405. 413. 421. 422. 441. III. 417. 419. 421. 434. 441. 445. Konvent evangel. I. 13. IL 240. 333.335.354.375.428.514. III.123. 141. 151. 154. 170. 293. 304. 330. 484. 678. 38*. 41*. 51*. 77*. — Worms 1583 IL 78. 82. 108. 114. 118. 122. 133. 144. 164. 109. 835 — s. Mühlhausen. _ kathol. H. 262.366.372. III. 157. 294. 344. 375. — luther. I. 00. S. 591. — reform. III. 366. — s. Langensalza, Lüneburg, Naumburg, Plauen, Synode, Union. Kopenhagen I. 304. IL 485. Kopp kursächs. Rat IL 482. — D. Johann, brandenburg. Rat III. 022. 70*. Kornneuburg IL 101. Kosaken IL 281. Köttnit Andreas, kurpfälz. Rat I. 5. 10. 31. 50. Kötschaw, Salomon von, Faut zu Falkenburg III. 202. 207. Kötzschenbroda III. 24. Erafftal IL 310. III. 174. 223. 208. Krain I. 418. IL 75. Kratz, Friedrich, von Scharfenstein, I. 40. 01. 220. S. 573. IL 382. 442. III. 10. 77. 208. 081. Kr au ss, mecklenburg. Adliger III. 485. Kreich, Notar I. 410. Kreistage — zu Lüneburg 1501 III. 485. — zu Köln 1577 I. 31. 32. 33. 03. — zu Worms 1577 I. 03. — zu Wesel 1577 I. 03. — zu Bonn 1582 I. 321. 328. 330. — zu Kühl 1582 I. 327. 330. IL 62. S. 400. — zu Frankfurt 1582 IL 82. 108. — zu Worms 1583 IL 62. 75. 78. 82. 133. 108. - zu Köln 1583 I. 416. IL 45. 62. 81. 82. 168. 181. - zu Bingen 1583 IL 150. — zu Halberstadt 1585 IL 335. — zu Braunschweig 1587 III. 6. 21. — zu Worms 1587 III. 72.'— zu Nürnberg 1588 III. 154. — zu Müneburg 1589 III. 250. 272. — zu Köln 1589 III. 320. 409. 452. 1590 III. 320. 303. 370. 398. 409. 419. 420. 432. 434. 440. 442. 452. 514. 519. 113*. — zu Nürnberg 1591 III. 575. — zu Worms 1592 III. 090. Krell, Dr. Nikolaus, kursächs. Rat, dann Kanzler I. 300. IL 482. 516. III. 19. 151. 170. 202. 212. 22). 247. 252. 293. 311. 320. 335. 355. 350. 300. 362. 372. 384. 392. 427. 457. 473. 474. 485. 488. 489. 490. 499. 524. 554. 559. 575. 579. 585. 609. 045. 048. 000. 110*. Kreuznach I. 03.99.410. 11.316. III. 88. 91. 102. 143. 407. 611. 081. 102*. Kriechingen, Peter Ernst von IL 72. 79. 138. 144. 149. 151. 153. 155.105.173.211.213.222. III.198. 226. 364. 535. — Maria (Gemahlin des vorigen) IL 72. — Thomas von, köln. Domkapitu- lar IL 87. Krimsinger III. 545. Kronweissenburg, (Propstei im TJnterelsass) I. 192. III. 103. Kryptocalvinisten I. 35. 73. III. 78. 306. Küchenmeister, Kaufmann III. 231. Kufstein IL 328. Kugelnberg IL 51. Kulmbach III. 300. Kunigunde Jakobe, Tochter Kf. Friedrichs III. und Gemahlin Johanns von Nassau I. 8. 9.159. 207. 251. 290. III 9*. 23*. Kur f ü r s t e n, Exkommunikation und Absetzung der ■weltlichen I. 293. IL 105. 308. 372. 373. 375. 377. 381. 392. 396. 400. 404. 413. 415. 431. 439. 456. III. 11. 294. 96*. Kurfürstentag IL 325. III. 72. 385. — zu Bingen 1577 I. 65. — zu Fulda 1508 I. 390. IL 340. III. 294. - zu Worms 1578 I. 99. 157. — geplanter, zu Nürnberg 1580 I. 229. 234. 241. 240. 252. 254. 259. 201 f. 205. 209. 320. 418. III. 21*. - zu Koblenz 1580 I. 235. — zu Bingen 1583 IL 150. — zu Mainz 1583 IL 217. 248. III. 39*. - zu Frankfurt 1583 IL 248. 250. 209. 270. — zu Koblenz 1585 (geistl. Kff.) IL 350. 353. 302. 300. 308. 372. 375. 380. 390. III. 294. zu Bingen 1587 III. 23. — zu Speier 1588 III. 101. 118. 123. 129. 130. — zu Koblenz 1589 III. 198. — zu Koblenz 1590 III. 385. 395. 405. — geplant 1590 III. 385. 395.405. Kurverein 1.05. 11.250.279.288. 293. 298. 303. 300. 381. 422. 452. III. 144. 400. 479. 485. 488. 078. 079. 50*. 03*. Kurz, Jakob, von Senfftenau, Rcichshofrat, Vizekanzler I. 312. 320. 352. 390. IL 41. 72. 100. 53* 836 111. 126. 149. 272. 275. 358. 373. 439. 512. III. 49. 250. 320. 325. 375. 377. 400. 533. 612. 622. 635- 30*. 54*. 56*. 61*. 72*. Kurz (Curtius), spanischer Obrist III. 586. 628. Kurz, Württemberg. Kammersekretär II. 309. Küstrin 11.467.482. III. 19.403. 501. 92*. Liabbe, Dr., französ. Agent I. 55. Labigan, Hauptman EL 109. 165. La Borde III. 58. La Charite" I. 36. La Costc, französ. Hauptmann III. 163. 175. 181. 210. Lacy IL 207. Ladenburg I. 51. IL 264. 390. III. 163. 230. 368. Ladron, von, span. Truppenführer 111. 385. La Fere I. 184. 196. 198. 224. 227. 240. III. 21*. La Ferte I. 184. IL 462. La Fontaine, sr. de, Kobert Le Macon, französ. Prediger zu London IL 340. III. 78. 99*. Lagrandfemme, Etienne I. IL IL 176. 18!). La Guiche III. 141. La Huguerye, Michel, Diplomat im Dienst Conde's u. J. C. I. 77. 102. 139. 175. 195. 198. 217. 220. 223. 240. 271. 339. 360. 376. 402. 415. S. 570. IL 225. 246. 265. 267. 290. 487. 506. III. 6. 20. 51. 53. 58. 62. 67. 73. 76. 78. 89. 112. 115. 196. 197. 215. 238. 239. 270. 279. 20*. 21*. 44*. 60*. Co*. Laibach I. 418. Laigni III. 99*. Lalaing I. 135. Lallier II. 487. La Loge, Hauptmann IL 109. Lamb, Dr. Markus zum, Heidelberger Kirchenrat IL 285. III. 336. Lambour, Kapitän III. 198. La Mothe-Flne'lon, Bertrand, französ. Gesandter in England I. 120. Landau I. 66. 185. IL 220. 329. ,111. 163. Landfriede I. 56. 92. 354, 357. 385. 393. 395. 407. 416. III. 488. Landgrafen s. Georg, Ludwig, Philipp, Wilhelm. Land rettungs tag Weissenburg 1577 I. 66. 185 ff. 221. 274. 295. — Weissenburg 1579 I. 185f. 189 IL 329. — Worms 1585 IL 329 332. — Schlettstadt 1586 IL 427. Landrettungsverein, Weissen- burger I. 185. 274. 285. III. 658. — elsäss. I. 185. 274. IL 305. Landrettungsvergleich, pfälz. IL 240. III. 449. 678. Landsberger Bund I. 29. 33. 35. 64. 237. 292. 418. IL 20. 49. 105. 158. 169. 294. 328. 368. 512. III. 146. 289. 297. 470. 485. 488. 582. 640. 49*. 95*. 111*. - Bundestag 1584 IL 294. — 1590 III. 111*. Landschad, Hans Philipp, von Steinach, kurpfälzischer Rat I. 47. 52. 63. IL 108. III. 323. 353. 479. 686. 48*. 80*. — Christoph, Rat J. C. I. 91 f. 95. IL 121. Landshuter Erbfolgestreit IL 101. III. 260. 678. Landstuhl III. 163. Lang, Andreas, veldenz. Rat III. 71*. Langenhain, Erasmus, magde- burg. Kanzlist u. Rat III. 485. Langensalza I. 103. IL 390. 442. III. 245. 453. — sächs.-hessischer Tag 1589 III. 212. 217. 221. 217. S. 772. Langres I. 179. 188. 225. III. 224. 227. 233. 247. 300. 331. 597. 607. Languedoc I. 62. 171. 271. 281. 283. 289. 402. S. 572. IL 175. 267. 363. 486. 487. III. 9S. 525. 44*. 60*. 71*. Languet, Hubert, hugenott. Diplomat in kursächsischem Dienst I. 8. 35. 51. 72. 73. 74. 77. 80. 95. 100. 111. 147. 153. 160. 175. 192. 197. 281. 294. La Nocle s. Beauvoir. L a n o i u s (Lannoi), Matthäus, Heidelberger Professor I. 169. La Noue, Francois de, hugenott. Heerführer u. Staatsmann I. 93. 120. 152. 196. 227. 402. IL 363. 382. III. 20. 51. 58. 65. 78. 97. 98. 102. 112. 114. 115. 137. 163. 173. 181. 191. 198. 199. 218. 360. 408. 99*. 117*. — Sohn III. 198. Lansac III. 96*. Lanty (Lenti), Pierre de Chätenay, sr. de, französ. Adeliger, Oberst 837 J. C. I. 108. 137. 148. 179. 188. 270. 298. 861. II. 28. 224. 263. 287. III. 98. 239. 322. 555. 614. La Personne, Francois de, hu- genott. Militär u. Diplomat I. 77. 93. 360'. S. 571 f. III. 7*. La Roche-Chandieu, Antoine de (genannt Sadeel', navarrischer Gesandter I. 77 (?). 418 II. 62. III. 137. 142. 139. 233. La Kocheguyon, Henri de Silly, Graf von I. 182. 188. 192. 196. 199. 217. 223. 224. 231. 302. III. 20*. La Koutte, Gouverneur vonMarsal 1.179.223.238. IL 179. III. 113. 99*. La Eue, Jesuit IL 323. 341. 358. III. 78*. La Trömouille, Charlotte de, Gemahlin Coudö's II. 175. 363. — sr. de II. 518. III. 187. Lauders s. Lüders. Lausanne IL 62. Lausitz I. 33. 132. 292. 317.418. III. 55. 166. 328. 24*. Lauterbach , Konrad, luther. Prediger in Heidelberg IL 271. III. 57*. Lautereck IL 282. III. 41. 216. Lautern s. Kaiserslautern. Laval, Guy de Chastillon, Graf von I. 184. 289. 376. III. 21*. 44*. La Valette, sr. de, Bruder Eper- non's III. 198. Laverdin, Jean de Beaumanoir, marquis de, französ. Adeliger I. 184. S. 571. La Verriere, stellvertretender Statthalter zu Metz I. 346. IL 201. 229. 252. 320. 342. 348. 357. 363. 377. 450. 453. 456. 457. 474. 499. III. 366. 367. Lech IL 479. Lechenich I. 383. IL 88. 151. Le Grand III. 346. Leicester, Robert Dudley, Graf von I. 97. 142. 155. 225. 403. 404. 417. IL 28. 36. 395. 405. 410. 416. 423. 427. 429. 447. 459. 468. 490. 494. III. 4. 17. 71. 78. 79. 93. 109. 130. 133. 175. 91*. S. 774. — Sohn I. 417. Leiden I. 169. Lein in gen, Grafen von I. 66. IL 87. 108. III. 48*. — -Dachsberg, Graf Emicho von, jüngerer und älterer IL 299. 329. III. 145. -----Westerburg, Phil, von IL 329. Leipzig I. 229. 242. 306. 317. 418. IL 378. 427. 457. 482. III. 9. 22. 52. 84. 130. 231. 233. 264. 427. 453. 485. 488. 489. 507. 531. 545. 562. — Universität III. 497. Leisentrit, Johann, Archidiakon zu Bautzen III. 24*. Leitmeritz I. 308. Le Maus III. 251. Lemgo IL 40. Lenep, Capitän III. 115. Lennox, Graf von I. 404. 417. Lenoncourt, Kardinal I. 223 II. 518. III. 261. 266. 579. 20*. Leonius, Präsident III. 529. Leoudieu (?1, sr. de III. 225. Le Eoux, französischer Sekretär III. 231. Le Sage, Hauptmann II. 109. Lesdiguiercs, Francois de Bonne, Herzog von I. 281. IL 401. III. 117. 198. 633. Lesley s. Koss. Leunclavius, Johann III. 499. 615. Leusser, Clemens, Abt von Brum- bach III. 267. Le wen stein-, Steuerburg von, Kämmerer J. C. I. 47. 49. 108. 114. 300. 355. IL 376. 421. 463. 499. III. 31. 508, 44*. — Heinrich von I. 114. III. 192. Leyen, von der, Trierer Dom- dechant I. 297. Libertät I. 4. 25. 99. 116. 352. 354. '357. 405. 412. 416. III. 72. 101. 116. 118. 129. 151. 375. 474. 498. 524. 547. 564._625. 679. 35. Lichtenberg III. 2i'3. Lichtenstein,Erasmus von 1. 125. 352. — Georg Erasmus von III. 252. — IL 499. Liebenwerda III. 360. 395. Liechtensteiger I. 223. Liegnitz s. Friedrich, Joachim Friedrich. Lierre I. 122. 12S. 140. Lieser (an der Mosel) III. 515. Liga(Ligue), französische I. 45. 77. 203. 223. 233. 315. IL 323. 335 f. 344. 358. 363. 368. 381. 382. 399. 403. 420. 4491 457. 471. 483. 486 f. 500. 506 ff. 518. 838 III. 18. 24. 29. 42. 44.55. 57. 60. 64. 65. 74. 7(i. 91. 92. 115. 130. 135. 137. 148. 150. 173. 187 f. 194. 195. 202. 210. 218. 220. 222. 224 ff. 228. 231. 236. 238. 254. 2G1. 270. 280. 286. 2S9. 301. 320. 324. 325. 332. 348. 352. 356. 361. 369. 371. 377. 380. 385. 387. 393. 408. 472. 511. 515. 533. 537. 568. 599. 613. 643. 78*1'. — allgemeine katholische (päpstliche) I. 53. 249. 396. 418. U. 158. 207. 274. 276. 322. 328. 335. 346. 352. 358. 364. 368. 377. 399. 402. 413. 422. 427. 431. 437. 439. 443. 450. 465. 473. 484. 487. S. 462. III. 8. 40. 104. 109. 119. 121. 125. 141. 147. 151. 154. 166. 1.68. 170. 179. 188. 192. 195. 198. 202. 222. 239. 254. 270. 289. 294. 325. 424. 467. 484. 485. 487. 496. 526. 548. 586. 625. 628. 653. 659. 678. 28*. 54*. s. Landsberger Bund, Türkenliga. Ligonne, sr. de II. 518. Lille I. 171. Lille- IL 296. Ligni, sr. de III. 340. Limburg IL 232. III. 294. — Meiger von IL 361. — s. Schenk. Limoges I. 229. 287. Lindau I. 3S0. IL 205. Linde, Kapitän IL 225. Lindemann, Dr. Lorenz, kur- sächs. Bat I. 331. Linden, Hermann von, kurkölnischer Gesandter III. 246. 393. 400. 515. Lindenstadt III. 57. Lingelsheim, Georg, Bat J. C. III. 445. 680. Lingen I. 149. III. 101. 180. Linz am Bhein IL 106. 151. 153. 168. 222. 225. — an der Donau III. 9. Lippe III. 12. — (Fluss) III. 515. — Grafen III. 4S9. 562. — Simon Graf zur III. 684. Lippe, Georg Burkhard von der, braunscliweigischer Bat III. 485. 488. 489. 490. Lippomano, venezian. Gesandter am Kaiserhof I. 337. 363. 371. 396. 397. 3!)8. 406. 414. IL 13. 25. 31. 46. 55. 80. 104. 127. 149. 187. 209. 243. 259. 200. 286. 293. Lissabon IL 363. III. 27. Listen ius, M. Georg, kursächs. Hofprediger IL 275. 304. Littauen III. 84. Li vi and I. 63. 154. 167. 354, 362. 416. Livorno III. 356. Lixheim I. 182. 189. IL 310. III. 174. 223. 268. Lizcnten I. 63. 385. III. 431. Lo, Kaspar von III. 152. Lobbetius, Dr. Johannes, in Strassburg I. 171. 175(?). III. 135. 224. 227. 268. 408. 437. Loben, Johann von, magdeburg. Bat III. 419. 427. 554. Lobkowitz, Ladislaus Popel von, kais. Bat I. 318. 336. III. 130. 131. 147. 30*. Lochern IL 494. Lodron, Graf von III. 109*. Loetius IL 207. Lohe, Matthias, kursächs. Diener I. 418. III. 154. Loire I. 300. IL 336. 363. 382. 394. 420. 487. III. 64. 112. 115. 407. 572. Lombardei I. 348. London I. 102. 155. IL 98. 340. S. 461. III. 62. 228. 330. 17*. S. 774. Longueville, Henri d'Orleans, Herzog von IL 336. Lopez, Ferdinand, span. Gouverneur von Kcrpen III. 222. Lorbach III. 432. 4*. Loretto IL 328. Lorsch IL 220. III. 133. Löser, Georg III. 24. - Budolf III. 273. Loss, Christoph von, kurbranden- burg. Bat III. 675. Lothringen I. 134. 175. 185. 188. 199. 208. 223. 229. 233. 282. 339. 352. 404. 410. S. 572. 573. 574. IL 28. 33. 51. 98. 109. 220. 263. 293. 302. 305. 322. 363. 394, 401. 424. 487. 518. III. 18. 29. 32. 39. 65. 73. 75. 82. 86. 87. 92. 101. 106. 112. 148. 158. 163. 186. 204. 233. 242. 205. 270. 279. 294. 357. 365. 380. 424. 470. 472. 515. 533. 556. 558. 586. 595. 607. 611. 625. 626. 628. 678. 679. 687. 20*. 71*. — s. Christina, Heinrich, Karl; — Guise, Mayenne, Vaude- mont. Loudunois I. 289. 839 Louffart, Hauptmann I. 108. Lourdel, vorderes! Amtmann II. 384. Löwen I. 127. III. 12*. 14*.. Löwenstein, Ludwig Graf von III. 267. Loynes, sr. de I. 175. Lübeck I. 154. 380. 399. IL 15. 466. III. 9. 86. 94, 279. 485. 4»9. 490. 500. 527. 541. 566. — Bistum III. 492. 47*. Lubowiecki, Bartosz II. 262. .— Stanislaus. Sohn des vorigen, am Hof J. 0. III. 262. 265. 269. 273. 336. 353. Lucca III. 242. Lüders (Abtei) I. 181. III. 564. Ludwig der Baier, Kaiser 11.400. 419. Ludwig, Herzog von Baiern - Landshut IL 504. Ludwig XL, König von Frankreich IL 399. Ludwig, Landgraf von Hessen (Marburg) I. ■ 48. 52. 85. 130. 317. 332. 380. 382. 414. IL 67. 87. 108. 166. 169. 230. 232. 233. 241. 214, 250. 253. 264. 271. 279. 293. 295. 301. 303. 309. 313. 315. 318. 31». 323. 344. 378. 382. 405. 424. 427. 508. III. 1. 12. 31. 40. 51, 52. 63. 108. 111. 116. 130. 143. 148. 152. 175. 192.210.240.250. 262. 265. 269. 285. 304. 318. 364. 365. 485. 488. 489. 490. 491. 510. 519. 604. 648. 651. 664. 667. 670. 679. 080. 084. 42*. 50*. 64*. 65*. 98*. 105*. S. 773. — Gemahlin Hedwig III. 52. 186. Ludwig, L. von Hessen, Sohn L. Georgs III. 52. 130. 684. L u d w i g von Nassau, Bruder Oraniens 1. 1. 326. S. 570. IL 175. Ludwig IV., Kf. von der Pfalz III. 681. Ludwig VI., Kf. von der Pfalz I. 2. 3. 21 ff. 48. 27. 30. 48. 58. 63. 65. 66. 70. 75. 79. 80. 89. 93. 95 f. 101. 103. 113. 124. 134.150.151. 162. 182. 188.1S9. 210. 222 f. 235. 241. 248. 274. 275. 2921. 297. 322. 328. 340. 352. 354. 362. 364. 365. 379. 382. 383. 400. 407. 116. 418. S. 572. IL 4, 10. 13. 15. 17. 24. 30. 35. 45. 50 ff. 54 ff. 62. 67. 75. 78. 88. 90. 94. 98. 108. 118. 121. 124. 126.130. 138.147.151 ff. 155. 157. 165. 166. 168f. 1751 181. 186. 194. 196. 205. 207 f. 210. 217. 223. 240f. 249. 255. 264. 267. 315. 321. 377. III. 8. 130. 145. 306. 388. 455. 487. 069. 673. 674, 677. 678. 683. 2*. 35*. 38*f. 41*f. 44*. 47* ff. 80*. - zu Brandenburg I. 13. 15. 20. 49. 55. 332. 349. 354, II. 60. 89. 100. 101. 114. 125. 140.150. 213. 223. III. 2*. 5*. — zu Frankreich I. 220. 221. 228. 237. 261. 300. IL 229. — zu Hessen I. 4. 10. 11. 13. 20. 31. 48. 49. 52. 83. 85. 112. 222. 2(>6. 300. 332. IL 181. III. 667. 668. — zum Kaiser I. 15.17.20.42. 169. 183. 210. 219. 259. 300. 310. 320. 322. 324. 330. 340. 341. 352. 354. 382. IL 60. 81. 84. 96. 113. 149. 160. 213. 231. — Eeligiöse Stellung I. 4. 5. 8. 9. 10. 11, 26. 31. 51. 54. 72. 73. 85. 12S.109.171.172.287. 332. II. 253. III. 143. 485. 607. 668. 4*. 9*. 10*. 13*. — zu Sachsen I. 6. 19. 20. 23. 49. 261. 285. 332. 342. 354. IL 58. 60. 89. 100. 101. 114. 125. 140. 150. 200. 213. 223. III. 4*. — Testamcntl.206.351.418.11.236. 241. 243. 244. 257. 279. 296. 301. 303. 314. 373. III. 130. 186. 285. 322. 455. 478. 667. 668. 679. 681. 684. 685. 42*. 57*. — zu Würtemberg I. 10. 13. 63. 72. 161. 191. 321. IL 128. 158. 159. 244, — s. Anna, Christina, Elisabeth, Friedrich, Johann Casimir. Ludwig, Sohn Karls von Bfider- mannland IL 121. III. 84. 98. 100. Ludwig, Herzog von Württemberg I. 10. 13. 53. 56. 72. 75. 80. 82. 83. 91. 113. 160. 161 f. 169. IS:». 191. 210. 220. 224. 321. 352. 368. 383. 393. 396. 418. IL 22. 29. 39. 42. 47 f. 501 56. 61. 67. 68. 71. 89. 97. 98. 108. 115. 121. 124. 12S. 130. 138. 1441 150. 1521 157. 159. 104. 175. 205. 214. 228. 238. 2401 244. 250. 267. 2631 2661 268. 269 ff. 273. 277. 279. 293. 295. 301. 303. 305. 309. ' 311. 313. 3141 316. 318. 321. 323. 325. 327 ff. 3351 345. 348. 364. — 373. 407. 427. 431. 441. 485. 492. 840 503. 514. 516. 518. III. 2. 10. 12. 14. 31. 44. 45. 49. 51. 63. 101. 107. 116. 118f. 123. 128. 130. 132 f. 141. 146. 148. 154. 170. 174. 187. 191. 195 f. 19S. 209. 221. 224, 232. 239. 240. 241. 247. 249. 250 f. 279. 282. 285. 291. 293. 297. 301. 318. 364. 382. 408. 411. 414. 438. 470. 481. 485. 489 f. 492. 511. 517. 530. 532f. 541. 542. 560. 566. 573 f. 590. 604, 615. 617. 640. 61 1, 646. 651. 652. 656. 659. 667. 670. 679 f. 686. 42*. 47*. 50* f. 57*. 64*f. 90*. 95*. 105*. S. 773. - s. Johann Casimir, Kf. Ludwig. Ludwig Friedrich, Sohn des Grafen Friedrich von Württemberg- IL 427. Lugoly, Grossprofoss IL 518. Luhe, Heinrich von der, braun- schweigischcr Rat IL 88. 427. III. 41*. Luise, Königin von Frankreich, Gemahlin Heinrichs III. IL 175. 470. 518. III. 67*. 93*. Luise Juliane, (TochterOraniens) Gemahlin Friedrichs IV. von der Pfalz III. 684. Liilsdorf IL 143: 222. III. 44*. L ü ji e b u r g, Herzoge von Brau n - schweig- III. 11. 35. 232. 283. 427. 489. 490. 492. 500. 541. 566. 83*. III. 105*. 115*. — Konvent 1586. IL 466. 478. 485 f. 514. III. 9. 52. 125. 130. 92*. — s. Kreistage. — Stadt III. 566. Luncl I. 300. Lupfen, Graf Heinrich von IL 289. — IL 302. III. 511. Lurbygni III. 99*. Luther I. 10. 49. 89. 349. 418. IL 67. 315. 425. 431. 457. III. 164. 298. 484. 485. 509. 680. 691. 41*. 92*. — Paul, Sohn des vorigen, kur- sächs. Leibarzt III. 61*. Lüttich, Stift und Stadt) I. 32. IL 75. 99. 105. 111. 169. 222. 259. 372. 447. 455. 479. 492. 504. III. 43. 155. 187. 380. 393. 400. 410. 422. 482. 486. 515. 35*. 71*. 101*. Bischof s. Ernst von Baiern. Lützelburg Anton, Oberst I. 61. 366. 36S. S. 577. III. 1*. — s. Luxemburg. Lützelstein (Petite-Pierre) 1.275. 410. S. 573. IL 240. 405. 460.. 479. 492. III. 32. 39. 40. 65. 174, 177. — s. Georg Hans. Liitzenrode, Johann von, jülich- ischer Amtmann II. 203. Lützow, Bernhard von III. 586. Luxembourg, Franz Herzog von, Gesandter K.HcinrichsIV.III.307. 314. 356. Luxemburg I. 9. 179. 182. L89. 192. 352. IL 406. 447. 455. 509. III. 21. 106. 135. 145. 147. 198. 213. 241. 279. 470. 558. 5SS. 653. 47*. 71*. 10S*. — Gouverneur s. Mansfeld. Luzern I. 198. 394. 402. IL 377. Lynar, Bochus Graf von, I. 418. IL 377. 482. III. 289. 306. 360. 508. 517. 541. 92*. Lynn IL 151. Lyon 1.300.402. 11.323. III. 196. 198. 212. 221. 333. — französ. Gesandter III. 209. 236. Lyonnais I. 289. Maas III. 515. 558. 47*. 71*. Machiavelli IL 340. III. 22*. Mäcon IL 267. III. 148. Madrid I. 296. II. 115. III. 11. 27. 96*. Madruzzo, Ludwig, Kardinal von Trient (Legat 1582) I. 350. 356. 357. 359. 364. 371. 379. 385. 399. 406. 414. 418. S. 577. IL 40. 49. 60. 75. 111, 126. 433. S. 460. III. 314. 49*. Maestricht 1.32.114.119. III. 195. 558. Magdalena, Pf. von Zweibrücken Gemahlin Pf. Johanns IL 332. 462. III. 26. 41. 196. 478. Magdeburg (Stift) IL 94. 362. III. 82. 485. 100*. 115*. — Administrator s. Joachim Friedr. von Brandenburg. — Stadt IL 118. 377. 427. III. 82. 185. 460. 480. 489. 490. 500. 541. 566. 92*. Magnus, Herzog von Sachsen- Lauenburg I. 167. IL 332. 380. Mahieu, Rene, Kaufmann 11.505. Mähren IL 456. III. 55. 424. 581. 639. Mailand 1.95.11.126.322. III. 151. 192. 315. 525. 599. 109*. Maine I. 289. Mainz (Stift) IL 105.153. III. 106. 396. 612. 613. — Erzb. s. Daniel, 841 Wolfgang. — Stadt I. 224. II. 109. 293; 306. 317. 467. III. 16. 77. 108. 358. 401. 568. 581. 63*. 65*. 115*. ■— s. Kurfürstentag. Major III. 169. Maisse, de, französ. Gesandter in Venedig II. 437.463.499. III. 254, 504. Malaspina, Germanico, Nuntius II. 61. 68. 109. 111. 126. 148. 149. 373. 139. III. 72*. 73*. 75*. 76*. — marchese III. 350. Mall er oy (Malroy), Eobcrt de Heu, seigr. de, hugenott. Adeliger I. 175. 179. 181. 182. 186. 187. 189. 196. 198. 200. 202. 206. 20S. 217. 223. 224. 231. 238. 278. 299. 348. 360. 415. S. 573. II. 175. 240. 287. 302. 323. 325. 405. 406. 411. 418. 460. 481. III. 39. 47. 65. 69. 78. 98. 158. 20*. 00*. 99*. Malmcdy IL 293. Malsburg, Eckbrecht von der, Statthalter zu Kassel II. 35. III. 566. Mandacasa I. 311. Maudelot, Gouverneur von Lyon I. 402. Mandelslohe, Ernst von, Oberst I. 300. 418. IL 142. 322. 332. 381. 382. 394. 424. III. 40. 220. 1*. 107*. — Erich von, Oberst III. 1*. Manderfeld III. 275. Man der scheid I. 24. ■— Arnold, Graf von M.-Blankenheim IL 40. 79. 14S. 149. — Hermann, Graf von IL 40. III. 213. 222. 275. — Joachim IL 81. — Dietrich IL 256. — S. Johann ß. von Strassburg. Manhart, Johann, kais. Registratur III. 160. 169; 319. Mannheim III. 37. 102.232.233. 202. 205. 269. 273. 336. 65*. Manrique, Juan de Lara, span. Oberst I. S. 578. IL 193. 255. 250. 284. III. 130. 140. 154. 158. 640. S. 772. Mansfeld, Grafen (Grafschaft) I. 409. IL 5. III. 11. 37. — Agnes von, Gemahlin des Gebhard Truchsess I. 406. IL 63. 72. 109. 233. 259. III. 355. 41*. — Ernst, Kapitular zu Strassburg IL 291. III. 3. 11. 34. 52. 68. 82. 90. 94. 112. 122. 147. 231. 255. 282f. 300. 302. 424. 467. 495. — Karl, Sohn des Gouverneurs P. E., span. Oberst IL 81. I 15. III. 54, 119. 180. 198. 241. 275. 320. 470. 473. 047. — Karl, Oberst Alencon's, dann Lothringens I. 203. 229 f. 361. S. 577. — Maria III. 519. — Peter Ernst, Gouverneur von Luxemburg I. 192. IL 455. III. 54. 145. 147. 154. 180. 380. 385. 391. 470. 4 73. — Peter Ernst der Jüngere IL 72. — Volrad I. 150. III. 73. Mantes III. 443. Mantua 8. Vinzenz, Wilhelm. Marans IL 470. Marbach, Johann, Strassburger Theolog I. 73. 109. S. 571. — Sohn Johanns, Theolog II. 330. S. 402. III. 323. 57*.' Marbeuf, Paul, hugenott. Diplomat III. 1. Marburg IL 94. 250. 275. 282. 293. 313. 378. III. 115. 152. 280. 300. 318. 323. 519. 067. 684. 687. — Universität I. 59. IL 320. Marcel, Claude, im Dienst Alencon's I. 184. S. 574. Marchaumont, sr. de, im Dienst Alencon's I. 184. S. 574. Marck, Grafen von der, s. Bouillon. Margaretha (von Valois), Königin von Navarra I. 93. 314. IL 175. 23. 330. 508. 518. III. 53*. Margaretha von Parma I. 418. IL 72. Margaretha von der Sala, Gemahlin L. Philipps des Gross- mütigen III. 1*. Maria, Kaiserin (Wittwe Maximilians IL) I. 58. 244. 249. 290. 312. 337. 418. IL 46. 456. III. 27. 150. 172. 22*. 25*. 26*. 31*. 62*. 96*. Maria von Nassau, Gemahlin Wilhelms von Berg III. 684. Maria (von Baiern , Erzherzogin von Steiermark IL 256. 328. Maria Stuart I. S. 571. 576. IL 323. 358. 494. 511. 518. III. 6. 130. 165. Maria Anna von Baiern, Tochter Herzog Wilhelms III. 393. Maria Eleonora, Herzogin von Preussen III. 319. 402. 428. 436. 842 478. 485. 515. 528. 531. 5G2. 569. 571. 588. 580. 590. 593. 601. 612. 620. 621. 622. 623. 629. 642. 646. 657. 678. 113*. IM. 115. — Töchter: Anna III. 402. 428. 449. 478. 496. 515. 528. 531. 562. 571. 589. 590. 593. 601. 623. 642. 647. 657. 678. 113*. 114*. 115*. S. 773. -------Maria III. 42S. 478. 531. 571. 588. 593. 620. 623. 642. 657. 678. 687. 113*. 11.4*. Marienstatt IL 266. 307. Marilliani, Giovanni III. 43*. Marion, Jean, evangel. Geistlicher in Mümpelgard I. 113. S. 572. Mark, Grafschaft III. 133. 338. 419. 445. 1.15*. Marnix, Philipp, Herr von St. Aldegonde, niederländ. Staatsmann, Krieger u. Gelehrter I. 7. 101. 129. 131. 135. 140. 142. 180. 281. II. 94, III. 538. 558. Marquard, Bischof von Speier I. 7. 21. 27. 58. 66. ISO. 185.192. 220. 293. 352. S. 577. III. 294. 8*. 80*. Marsal I. 179. 189. 223. 298. IL 179. III. 113. 26S. 279. 367. — Gubernator zu III. 367. — S. La Eoutte. Marseille IL 518. III. 147. 356. 473. 520. Marsperg IL 51. 151. Martelli, Girolamo, ligist. Gesandter III. 78*. 79*. Matignon, französ. Marsehall I. 175. 223. IL 336. 487. 493. Matthesius, Dr., preuss. Leibarzt III. 593. 114*. Matthias, Erzherzog, Bruder Eudolfs IL I. 81. 88. 95. 98. 99. 101. 114. 116. 122. 125. 128. 131. 134. 142. 146. 177. 197. 201. 385. IL 34. III. 9. 27. 30. 36. 70. 100. 147. 172. 274. 536. 655. 662. 12*. 22*. 26*. 31*. 62*. 70*. 96*. S. 771. Mauch s. Bechtolsheim. Maude, de I. 184, Maulbronn IL 264. 321. III. 195. Maulevie, Graf von i?) I. 224. Maurevert (Maurevel) I. 93. Maximilian L, Kaiser IL 400. 419. III. 145. Maximilian IL, Kaiser I. 5. 15. 17. 29. 35. 49. 55. 81. 132. 250. 292. 303. 317. 332. 364, 368. 382. 396. 399. S. 575. 577. IL 71. 98. 274. 328. 368. 399. 457. III. 11. 150. 172. 187. 254. 294. 320. 340. 375. 486. 515. 679. 3*. 5*. 7*. 54*. 70*. 71*. 83*. — „Dekret" 1576 I. 364. III. 30*. 157 f. Maximilian, Herzog von Baiern, Sohn Wilhelms III. 339. 393. Maximilian, Erzherzog, Bruder Rudolfs IL, Deutschmeister I. 201. 337. IL 328. 332. 399. III. 36. 70. 81. 100. 110. 119. 121. 126. 131. 147. 148. 151. 154. 169. 188. 235. 252. 254. 332. 536. 22*. 26*. 31*. Maxirain (Mechselrain), Freiherrn, zu Waldeck IL 275. 392. 413. III. 151. 192. 193. 519. May, du s. Vignori. Mayenne (Du Maine), Karl von Lothringen, Herzog von I. 203. 205. 207. 225. 345. IL 175.302. 363. 382. 401. 470. 487. 493. 508. 51S. III. 45. 5S. 85. 87. Uli. 194 f. 19S. 239. 261. 264. 279. 378. 381. 392. 393. 457. 558. 649. 20*. 109*. Mayus, Luchs, Prediger zu Kassel I. 139. IL 297. 361. III. 73. 78. Meaux III. 48. 61. Mecheln I. 122. 171. IL 296. III. 12*. 14. Meckbach, Wilhelm, hess. Bat, dann magdeb. Kanzler IL 237. 290. 335. 401. 516. III. 6. 78. 207. 232. 255. 283. 408. 427. 485. 488. 489. 490. 508. 622. 624. 92*. Mecklenburg I. 220. III. 154. 234. — Haus III. 299. — S. Johann, Ulrich. Meckmühl IL 321. Medenbach IL 151. Med in a Sidonia, Herzog von III. 165. Meiningen III. 103*. Meisenheim III. 161, Meissen I. 223. 318. IL 101. III. 82. 325. 360. 443. 494. 507. 609. 625. 630. 660. 673. 24*. 92*. 100*. — S. Sachsen. Melanchthon I. 40. 49. 215. IL 67. 315. III. 691. 92*. Melissus, Paulus III. 16. Mebrichstadt III. 103*. Melsungen III. 92*. Melunius s. Mülinen. Memmingen I. 388. IL 205. 843 Mendoza, Bernardino de, span. Gesandter I. 55. II. 98. 358. 363. 377. 3S1>. 40(1. 498. III. 20. 54, 124. Hl. S. 771. Monillet, sr. du, im Dienst Bouillon's III. öl. 62. 99*. Menin (Mcny) I. 133. 135. 137. 138. Mentzing (Mensingius, Minsing) Johann III. 43. 93. 201 (?L Meppen III. 93. Mercier, Josias, sr. des Bordes et de Grigny III. 610. Mergenstadt (Kloster) II. 2. Mergentheim III. 151. 154. 30*. Meringer, Veit, truchsessischer Proviantmeister II. 259. Merodo, Bernard de, staatischer Gesandter II. 207. Merseburg I. 318. III. 82. 325. 24*. Merspurg, Peter von IL 289. Merzig III. 325. Mespelbrunn III. 408. Messchidt (Mcschede), von, west- fäl. Adeliger II. 33. Mesola III. 356. Metellus, Joa. Matilius, Jurist in Köln IL 198. — S. Martelli. Metternich, Adolf Wolf von Gracht, genannt, Speirer Domherr, in bairischen Diensten III. 450. 595. 674. 110*. Metz I. 30. 61. 66. 67. 09. 93. 174 222. 223. 220. 298. 324. IL 24 175. 17.7. 179. 190.201.252.320. 332. 382 401. 403. 429. 462. 463 499. III. 10. 92. 148. 154. 181 194. 196. 198. 199. 202. 210. 213 218. 221. 239. 251. 265. 268. 279 331. 364. 367. 370. 378. 381. 389 399. 408. 424. 435. 443 470. 484 185. ISO. 515. 591. 020. 053. 078. 87*. 117*. S. 774, — S. a. drei Bistümer. — Bischof s.Lothringen. — Gubernator s. La Verliere, Moncassin. Meyer, J. K., Batsherr von Schaffhausen I. 287. Meysenbug, Georg von, Bat I.. Wilhelms III. 232. Mezieres, de I. S. 577. -IL 173. 188. 447. III. 20. Micyllus, Dr. Julius, kurpfälz. Bat und Kanzler I. 50. 03. 320. 354. 416. II. 316. 228. Middelburg I. 100. 102. 163. IL 202. 207. III. 494. 74*. Middendorp, Dr. Jakob, Dom- kapitular zu Köln IL 35. 40. Minden I. 374. 399. III. 12. 73*. — Bischof Hermann I. 374. Minfeld IL 504. III. 177. 515. Minsing s. Mentzing. Minucci, Minuccio dei, Sekretär des Kardinals Madruzzo, dann bair. Bat IL 31. 40. 69. 79.12«. 138. 148. 193. 196. 209. 364 (irrig. Petrus\ III. 9. 72. 128. 147. 163. 195. 314. 325. 332. 337. 342. 356. 393. 405. 406. 410. 425. 451. 43*. 46*. 98*. 101*. 110. — Discorso sopra le cose di Colonia IL 31. 56. 72. 104f. 259. 425. Miron, Leibarzt Heinrichs III. IL 499. Minis, kursächs. Hofprediger I. 4, 368. III. 95. 169. 92*. Mittelbronn IL 240. Mitteldorff s. Middendorp. Mittenwald IL 479. Möglin, Mediziner zu Heidelberg IL 316. Moissac IL 336. Molö, französ. Schatzmeister I. v4. Molinaeus s. Mülinen. Moll, Amtmann zu Eisenach III. 24. M o 11 e r, Hermann , Hamburger Batsverwandter III. 68. 78. M o 11 e r u s, augsburgischer Prediger I. 368. Molsheim I. 223. Mömpelgard (Montbeliard) I. S2. 113. 150. 161. 186. 199. 202. 200. 353. 355. 361. 401. 402. IL 109. 165.- 176. 260. 263. 278. 293. 313. 325. 339. 384. 390. 429. 475. III. 119. 126. 139. 148. 176. 196. 210. 233. 239. 300. 485. 542. 102*. —- s. Friedrich von Württemberg. Monau, Jakob, Breslauer Patrizier I. 87. M onbreu, sr. de, Hugenott III. 98. Moncassin, Gouverneur von Metz IL 401. 403. 429. 442. 462. 463. III. 26. 29. 37. 48. 51. 119. 135. 181. 196. 199. 210. 556. 653. 678. Moncontour IL 405. III. 1*. Mondreville, sr. de, guisischer Bat IL 324. 462. III. 399. Monet (Monar), Kapitän IL 382. III. 58. M o n g 1 a s , Bobert de Harlay, baron de, Gesandter Navarras 844 II. 487. 488. 489. 493. 506. III. 50. 112. Moiilouct, Francois d'Angennes, sr. de, hugenott. Truppenführer III. 70. 142. Monlual I. 184. Monreal III. 117*. M o n t a i g u , Jean sr. de Balzac, im Dienst Conde's II. 518. Montalto, Kardinal [EL 146. 147. 160. 166. 167. 171, 2:50.236. 242. 250. 261. 2S1. 307. 314. 315. 343. 346. 354. 387. 307. 406. 100*. Montauban I. 165. 270. 283. 2SS. 300. II. 245. 518. III. 28. 117. 142. 53*. 00*. Montbar III. 87. Montbeliard s. Mömpelgard. Montbrun, sr. de II. 518. Montelimart IL 303. Montferrat I. 282. III. 201. 350. Montfort, Georg Graf von, kais. Eat I. 312. 320. — im Dienst Alengon's? I. 200. Montigny, Francois de Lauberan, sr. de, hugenott. Prediger I. 345. 372. II. 403. 418. 493. — Louis de Rochechouart, seigr de, III. 58. 01f. — Bruder des Grafen Lalaing I. 135. Montmartin, hugenott. Truppen- föhrer u. Diplomat I. 281. IL 373. 487. III. 21*. 99*. Montmorency, Heinrich Herzog von, Damville IL 175. 251. 207. 322. 325. 363. 401. 471. 518. 111. 117. 90*. Montpellier I. 77.283.300. III. 112. 07*. Montpensier, Ludwig v. Bourbon, Herzog von II. 330. 303. 470. 498. III. 181. 380. — s. Bouillon, Francoise de. Montreuil III. 113. 99*. Mooker Haide IL 175. Mörchingen III. 20*. Mo reo, Juan de, Grosskomthur von Malta, spanischer Diplomat III. 204. 109*. Moritz, Sohn L. Wilhelms von Hessen III. 52. 130. 154. 338. 384. 430. 485. 519. 583. Moritz, Graf von Nassau (Sohn Oraniens) I. 51. IL 293. III. 4. 32. 43. 93. 214. 325. 380. 416. 529. 550. 558. 559. 575. 006. 610. 033. 637. 041. 084. 91*. Moritz, Kf. von Sachsen I. 282. 292. IL 71. III. 312. 8*. 44*. 61*. S. 774. — Gemahlin s. Agnes. Moritz, Herzog von Sachsen - Lauenburg I. 111, 148. 100.192. IL 106. III. 325. 550. 586. 6,65. Morlans, sr. de, Rat Naverras III. 112. 507. 032. Mörle, Wolf Dietrich von, genannt ßeheim (Behm), Marschalk J. C. III. 141. 152. 107. 080. Mornay, Pierre de, sr. de Buhy, Hugenott III. 58. — S. Duplessis. Morolt, Dr. Alexander, neuburg- ischer Rat IL 240. 282. 310. Moron, Hauptmann in veldenz. Dienst I. 175. S. 573. Morone, Legat I. S. 577. III. 54*. Mors I. 24, III. 10. 405.'430. — Graf von, s. Neuenar (Hermann). Morviliers, Jean de, französ. Staatssekretär I. 45. 229. 237. Mosbach I. 31. 320. 354. IL 310. ILI. 141. 296. — Faut s. Sickingen. Mosel III. 515. 599. Moskau, Moskowiter s. Russland. Moulins IL 409. Mouy, sr. de I. 93. — hugenott. Truppenführer I. 108. III. 51. 53. 99*. Mühlberg I. 292. III. 24. Mühlfeld III. 103*. Mühlhausen im Elsass III. 8. 475. — in Thüringen I. 272. IL 354. 302. III. 500. 541. 500. 004 80*. — — geplanter evangel. Konvent zu, 1583 IL 150. 181. 205. 207. 220. 223. 228. 231. 234. 248. 250. 274. 333. III. 404. 47*. 49*. Mülheim am Rhein IL 220. 222. 224. 225. 263. III. 338. Mülinen, Berner Patrizier I. 171. III. 176. Müller, Lazarus, Oberst IL 164. — Dr. IL 502. — Dr. Lorenz, veldenz. Rat III. 71*. — Sebastian, kurbrandenburgischer Rat III. 445. 671. 593. 601. 620. München I. 124. 418. S. 576. IL 56. 171. 260. 294. 479. III. 9. 72. 147. 163. 294. 344. Münch hausen, Eustachius von III. 586. Münden III. 209. 243. 453. Münnerstatt I. 332. 364. 845 Münster (Stift) I. 24. 64. 201. 418. S. 572. II. 34. 35. 49. 61. 79. 101. 105. 322. 413. 414. 422. 479. 482. 485. 494. 496. 558. 66*. 73*. 111*. — Stadt I. S. 571. III. 10. — Administrator s. Johann Wilhelm von Jülich. — Bischof s. Ernst von Baiern. Münsterbilsen III. 515. Münzwesen I. 63. 99. 354. 357. 362. 386. 416. Murbach III. 564. Muret, M. Ant., Humanist IL 509. Musculus, Abraham, Prediger in Bern I. 100. 194. 205. II. 365. Mussmann, Dr. Stefan, ansbachischer Rat II. 309. 313. 670. Mylaeus, Joa. Phil., Prediger zu Heidelberg III. 284. S. 774. Mylau III. 298. Myle, van der I. S. 573. Jfadler, Dr. Hieronymus, bair. Eat I. 292. Namur I. 95. 127. III. 380. 97*. Nancy I. 198. 200. 203. 205. 206. 208. 222. 229. 300. 324. 325. 339. 343. 361. 376. 410. 415. II. 28. 78. 240. 282. 307. 323. 332. 382. 394. III. 45. 58. 61. 62. 75. 76. 85. 96. 98. 135. 148. 158. 159. 177. 261. 365. 367. 533. 20*. 107*. — Gouverneur s. Salm (Johann). Nanteuil III. 26. Narni III. 319. Närwa III. 600. Nas, Johannes, Franziskaner, kath. Polemiker I. 332. 418. Nassau 1.189.293.11.203. III.353. 486. 679. 49*. — S. Albrecht, Georg, Johann, Kunigiuide, Ludwig, Moritz, Philipp, Wilhelm Ludwig, Oranien. Nassau-Saarbrücken, (Grafen von) I. 66. III. 489. 494. 572. — III. 263. — S. Albrecht. Nauheim III. 401. Naumburg — Fiirstentagl5611.49.92. III.433.. 74*. — Konvent 1587 III. 34. 37. 52. 56. 68. 73. 95. 485. 98*. — Stift I. 82. 318. Navarra s. Anton, Heinrich, Katharina, Margarctha. Navarreins III. 53*. Nazarcth bei Gent I. 148. Neapel I. 95. 218. 292. 348. IL 25. III. 162. 314. 319. 356. 109*. Neckar III. 486. Neckarsulm III. 151. Neidecken, Willi. Eitel von, Hofmeister J. C. I. 158. Neidenfels I. 415. IL 124. 135. 165. 365. 403. 409. 411. 429. 432. 435. Neisse III. 78*. Nemours, Edikt von 1585 IL 336. 342. 346. 357. 360. 363. 382. 391. 394. 402. 403. 421. 426. 449. 470. 493. 499. 500. III. 74. 145. 212. 597. 610. 19*. Nörac I. 229. 268. IL 184. III. 112. 53. Neslingen I. 246. Neuburg, (Fürstentum, Stadt) I. 285. 391. IL 93. 240. 260. 479. III. 128. — S. Anna, Dorothea Sabina, Philipp Ludwig, Wolf- gang Wilhelm. Neuchatel I. 14. 391. II. 506. Neuenar (Nuenar), Adolf, Graf zu I. 24. 101. 123. 319. IL 2. 6. 12. 44. 51. 62. 87. 92. 125. 134. 138. 151. 163. 203. 211. 213. 350. 422. 445. III. 4. 43. 88. 93. 148. 201. 214. 234. — Hermann I. 24. 163. TT. 293. III. 17. — Gräfin von s. Amelia. Neuenhain IL 10. Neuenschloss (Neuschloss) I. 51. IL 290. 438. 480. 505. III. 81. 102. 111. 115. 133. 143. 145. 232. 234. 341. 407. 03*. Neuh'ausen, Stift I. 83 f. 293. Neuhofen IL 302. Neumarkt I. 329. 357. 385. 391. IL 75. 108. III. 671. 685. 48*. Neunburg I. 50. Neuss I. 235. IL 151. 222. 334. 350. 362. 405. 413. 414. 422. 430. 445. 469. III. 120. 129. 134. 148. 155. 406. 410. 441. Neustadt a. Hardt I. 31. 47. 50. 59. 62. 73. 77. 85. 89. 92. 95. 134. 140. 160. 192. 207. 223. 287. 300. 313. 339. 308. S. 571. IL 106. 108. 165. 170. 195. 220. 321. 474. 506. III. 29. 141. 8*. 9*. IS*. 20*. 48*. 80*. 92*. Neuweiler I. 324. Nevers (Stadt) I. 184. IL 463. 846 — Ludwig Gonzaga, Herzog von I. 55. II. 322. 330. 470. 471. 518. III. 19-1, 239. 331. 364. 117*. — madame de II. 518. Niccolini, toskanischer Vertreter in Eom III. 473. Niclaus, Kapitän I. 311. Niederlande I. 3. 10 f. 32. 42. 62f. 70. 70. 77. 81. 88f. 95. 102. 104. 112f. 118. 124. 128. 150. 155. 157. 161. 162. 177. 178 f. 193. 197. 201. 204. 214. 223. 227. 229. 234 f. 240. 251. 253. 263. 265. 269 f. 272ff. 284. 290f. 2941 299. 301. 307. 312. 316. 320. 332 ff. 348. 350. 354. 357. 362. 308. 379. 381, 385 f. 388. 396. 402. 404. 413. 418. S. 571 ff. 577. II. 4. 8. 13. 28. 36. 41. 82f. 94.106.125.133.151.154. 215. 221. 234. 240. 265. 290. 293. 309. 319. 322. 328. 337. 368. 373. 381. 384. 395. 405. 413. 414. 417. 422 f. 431. 437. 440. 442. 449. 451. 452. 459. 483. 490. 492. 493. 494. 506. S. 461. III. 8. 9. 10. 27. 30. 35. 42. 54. 58. 68. 71. 73. 80. 93. 101. 105. 126. 141. 147 f. 158. 168. 192 f. 198. 200. 210. 232. 234. 261. 279. 289. 294. 302. 317. 329. 338. 340. 347. 375. 377. 381. 387. 393. 409. 423. 447. 454. 485. 500. 514. 529. 555. 570. 588. 594 f. 621. 638. 678ff. 683. 689. 690. 8*. 11*. 21*. 35*. 38*. 46*. 47*. 49*. 50*. 55*. 60*. 83*. 84*. 89*. 94*. S. 771. — S. Alengon, Christian von Sachsen, Generalstaaten, Johann Casimir, Moritz, Oldenbarnevelt, Oranien, Parma, Philipp II. Niines 1.278. 300. III. 39. 98. 71*. Nivelle, Pariser Buchführer III. 261. Nivelles I. 129. 135. Nizza II. 322. Nofels, J. Fr., Bürgermeister zu Heidelberg III. 285. Nonsuch, Schloss der Königin Elisabeth III. 237. Nordhausen III. 500. 541. 566. 604. Nördlingen I. 380. Normandie I. 196. 199. 289. IL 363. 382. III. 19*. Norwegen III. 600. Novaterra s. Terranova. Novean, sr. de, IL 403. Nuntius III. 151,294, 397. S. Bonomi, Caetano, Caligari, Castag- na, Delfino, Frangipani, Madruzzo, Malaspina, Porzia, Puteo, Priuli, Sega, Visconti. Nürnberg I. 218. 223. 241. 262. 327. 356. 364. 368. 369. 373. 377. 380. 407. 418. S. 574. 575. II. 55. 89. 108. 124. 205. 293. 294. 311. 325. 382. 394. 311. 325. 382. 394. 413. 441. 451. 457. 505. 510. III. 9. 114. 154. 159. 185. 235. 247. 200. 306. 312. 364. 369. 381. 392. 396. 400. 419. 426. 434. 436. 460. 4S5. 486. 489. 490. 527. 541. 545. 566. 579. 604. 608. 631. 28*. 30*. 48*. 80*. S. Kreistage, Kurfürstentag. Nymwegen I. 110. 113. III. 88. 201. 348. 391. 633. 637. 641. Nyon IL 189. Obentraut, Konrad von, pfiilz. Marschalk I. 320. IL 155. 228. 263. Oberhonnefeld IL 230. Obermünster I. 324. Oberpfalz I. S. 572. IL 15. 17. 75. 234. 263. 325. 367. III. 115. 174. 295. 457. 572. 580. 592. 635. 665. 680. 681. 685. 686. 7*. 8*. 18*. 20*. 44*. — S. Amberg, Neumarkt. Oberstein (Ebersteinl,Philipp von, niederländischer Oberst III. 479. 657. Oberwesel III. 481. Obsopoeus, Johannes, Professor zu Heidelberg III. 284. Odenwald IL 174. 313. Oede IL 22. 24. Ofenbach, Dr. Konrad von 1. 188. Oldenbarnevelt, Johann von, Advokat von Holland und Kats- pensionarius III. 558. 633. 637. 684. Oldenburg, Grafen von III. 489. 92*. - S. Johann. Olevianus, Kaspar I. 8. 9. 31. IL 8. 18. 62. III. 4*. Olhemius, ev. Prediger zu Köln IL 62. Oliuville I. 267. Oliverius. Pater IL 24, III. 393. Oppenheim I. 74. 240. 309. IL 241. 249. 204. 267. III. 32. 42. 163. 167. 265. 525. 63*. 65*. Oranien, Wilhelm, Prinz von I. 1. 51. 57. 58. 71. 81. 95. 101.100.110. 847 115. 120. 121. 122. 142. 145. 146. 158. 160. 161. 171. 172. 175. 177. 179. 180. 184. 192. 197. 199. 223. 233. 234. 235. 281. 296. 333. 413. S. 575. II. 1. 15. 19. 24. 47. 51. 59. 74. 148. 163. 203. 215. 260. 207. 278. 281. 290. 293. 290. 377. III. 162. 6*. 8*. 22*. 42*. 49*. 56*. 60*. 65*. 68*. - S. Anna, Anna Maria, Charlotte, Luise Juliane, Moritz. — zu Johann Casimir I. 1. 7. 123. 128 f. 136. 138 ff. 144. 147 f. 153. 160 f. 257. 286. 299. 326. II. 3. 135. 179. 202. 201, 207. 218. 224. 227. 239. TU. 2. 73. 679. Orano, D. Franc, röm. Auditor II. 85. 109. Orleans I. 289. IL 323. 475. Orsino, Latino IL 281. Ortcnburg, Grafen I. 63. 357. 378 ff. IL 250. 392. in. 151. 192 f. — Joachim, Graf von, Eat J. C, Vizedom in Amberg I. 378f. 387. 411. IL 75. 220. 241. 250. 252. 203. 278. 286. 325. 330. 367. 414. 449. 447. III. 449. 586. 30*. 39*. S. 773. Oslander, Lucas, würtemb. Hofprediger IL 42. 67. 72. 94. 273. 321. III. 485. 57*. Osnabrück I. S. 571. — Stift I. 399. IL 30. 35. 276. III. 485. 570. 580. 612. 29*. — Bischof s. Heinrich, Philipp Sigismund, Waldeck. Ossenbroich III. 519. Österreich I. 341. 418. IL 82. 161. 329. III. 30. 454. — Haus I. 135. 178. 197. 212. 216. 222. 229. 237. 252. 272. 282. 292. 308. 318. 336. 354. 380. 385. 394. 395. 407. 416. 418. IL 31. 71. 106. 109. 110. 145. 207. 282. 289. 293. 328. 341. 399. 400. 421. 424. 425. 472. 484. 507. 515. III. 2. 9. 27. 70. 82. 90. 101. 147. 150. 151. 169. 172. 180. 192. 266. 289. 294. 308. 393. 402. 431. 462. 470. 471. 485. 486. 508. 515. 532. 536. 562. 564. 16*. 47*. 70*. 71*. 81*. 90*. 114*. — Niedevösterreich I. 174. — Vorderösterreich 1. 177. IL 165. 263. 313. 349. 384. III. 272. 470. 518. — Kardinal von s. Andreas. Ostfriesland, Grafen von I. 167. IL 414. III. 244. 249. 489. — Edzard, Graf von II. I6S. III. 162. — S. Anna. Osthofen III. 127. Ott,Reinhard, Gubernatoi'zu Artois III. 180. Ottheinrich, Herzog von Braun- schweig-Lüneburg, ältester Sohn Ottos IL IL 387. S. 462. III. 64. 119. 154. 198. 222. 473. Ottheinrich, Kurfürst von der Pfalz I. 10. 18. IL 282. III. 680. — Pfalzgraf, Sohn Wolfgangs von Zweibrücken I. 285. IL 241. .. III. 664. 51*. Ottingen, Graf Wilhelm von IL 337. Otto L, Kaiser IL 248. — III., Kaiser IL 248. — IV., Kaiser IL 292. S. 576. Otto IL, Herzog von Braunschweig- Lüneburg (Harburg) IL 215. 352. 387. 390. 478. S. 462. III. 51. 55. 62. 64. 78. 83. 148. Otto, Sohn des Vorigen IL S. 462. Otto L, Pfalzgraf (von Mosbach) IL 504. III. 681. Otto IL, Pfalzgraf IL 504. Otto, pfälz. Landschreiber IL 267. Ottweiler III. 20*. Otzberg I. 182. Oudenarde I. 135. 301. Our (Fluss) III. 515. Ourthe (Fluss) III. 515. P a c i u s, Julius, Professor zu Heidelberg III. 284. Pack, Albrecht von, kurpfälz. P«,at I. 50- 63. 99. Pack, Otto von, Bat Georgs von Sachsen III. 691. Paderborn Stift I. 383. 399. IL 30. 276. III. 10.479. 4S5. 29*. — Bischof s Heinrich, Erzb. von Bremen. Padua I. S. 575. IL 407. Palaeologus, Jakob, Häretiker IL 109. Pallavicino, Ho ratio, englischer Gesandter IL 436. 440. 450. 453. 454. 457. 459. 480. 486. 490. 493. 495. 497. 505. 506. 511. III. 5. 6. 8. 10. 24. 28. 31. 51. 62. 78. 89. 97. 102. 104. 227. 286. 293. 322. 325. 330. 341. 352. 357. 360. 364. 370. 371. 372. 374. 381. 382. 389. 407. 408. 414. 427. 443. 444. 448. 848 456. 484. 485. 494. 499. 504. 508. 510. 516. 525. 575. 604. 92*. 99*. S. 771. Pan eratiu s, Dr. A ndreas, neüburg. Korrespondent u. Rat III. 189. 216. 234. 265. 269. 270. 295. 853. 368. 433. 457. 484. 594. 634. 642. 655. (5(J2. Pappenhcim, Konrad von, Reichs- erbmarschall I. 241. 368. 369. 371. 373. 377. 389. 398. 407. 416. 418. IL 289. III. 511. 533. Pappus, Johannes, Professor in Strassburg III. 57*. Pardailban (Perdillan) s. Segur. Paris I. 124. 213. 220. 230. 238. 267. 283. 314. 335. 341. 345. 349. 394. 396. 402. S. 575. 577. II. 38. 41. 153. 173. 201. 245. 267. 323. 332. 336. 363. 382. 399. 403. 424. 429. 449. 450. 463. 469. 470. 471. 474. 483. 487. 499. 500. 518. III. 26. 58. 73. 76. 98. 112. 159. 194. 198. 239. 261. 264. 330. 340. 342. 344. 264. 307. 370. 378. 389. 392. 407. 60*. 87*. 93*. 117* — Parlament II. 392. III. 64. 597. — Sorbonne II. II. 392. — Bischof II. 450. Parma, Alexander Farnese, Prinz (später Herzog) von I. 160. 273. 292. 316. 320. 321. 322. 328. 330. 333. 340. 348. 386. 404. 410. 416. 418. S. 574. II. 32. 40. 41. 57. 64. 71. 75. 82. 90. 101. 105. 123. 140. 173. 175. 188. 195. 215. 219. 224. 247. 278. 296. 328. 341. 368. 373. 380. 381. 389. 396. 399. 427. 447. 450. 456. 469. 473. 479. 493. 508. III. 9. 12. 21. 54. 68. 88. 93. 97. 100. 109. 111. 119. 120. 121. 123. 120. 129. 130. 138. 141. 144. 145. 146. 150. 152.153. 154. 155. 158. 165. 180. 184. 192. 195. 200. 201. 203. 205. 210. 213. 222. 241. 246. 249. 261. 275. 289. 317. 325. 340. 345. 347. 350. 354. 363. 375. 376. 378. 380. 3S5. 389. 391. 393. 395. 390. 398. 399. 400. 407. 408. 410. 419. 422. 425. 431. 441. 447. 448. 454. 468. 470. 473. 477- 482. 483. 485. 486. 505. 507. 511. 511. 515. 521. 525. 556. 558. 569. 5S8. 59S. 610. 628. 633. 637. 639. 640. 647. 649. 653. 23*. 33*. 43*. 46*. 47*. 71*. 83*. 88*. 89*. 92*. 94. 96*. 97*. 101*. 102*. 108*. 109*. S. 773. Partein, preussischer Rat Georg Friedrichs III. 154. 20*. 45*. 69*. Passau, Bischof von II. 13. — Vertrag 1552 II. 400. III. 119. 151. 294. 573. Pastor, D. Gerhard, kurpfälz. Vizekanzler, dann Kanzler I. 47. 51. 52. 320. 354. 359. 368. 407. 416. IL 82. 108. 295. III. 174. 680. 30*. 50*. 57*. Patiens, Peter, luther. Superintendent in der Kurpfalz I. 169. IL 264. Pau IL 245. III. 53*. Pauge (Paget?) IL 175. Paul IV., Papst IL 368. Paul, Kapitän IL 179. Paulet, engl. Gesandter in Frankreich I. 37. 100. S. 571 f. Pauli, Simon, mecklenburg. Theolog III. 485. Pauli, Dr. Andreas, kursächs. Rat I. 35.197. 269. 277. 2S2. 292. 290. S. 571. IL 71. 75. 94. 124. 125. 244. 267. 275. 370. 381. 407. 424. 425. 429. 457. 482. 512. 516. III. 22. 56. 95. 151. 169. 185. 202. 212. 222. 247. 252. 278. 289. 290. 293. 298. 302. 306. 311. 384. 28*. 50*. 63*. 69*. 85*. Peccais (Salinen) I. 62. 281. 283. Peckatel, Nikolaus, Hofmeister Jakobs von Baden III. 154. Peifer, Dr. David, kursächs. Rat u. Kanzler I. 279. 306. IL 133. 187. 250. 275. 277. 280. 281. 293. 457. III. 10. 37*. 54*. 55*. 56*. 58*. 61*. Peine III. 82. Pelen, Heinrich, Sekretär J. C. IL 220. 222. 241. III. 186. 201. 233. 251. 322. 430. 449. 453. 513. 568. 658. 672. 678. 80*. Pellevß, Nikol. von, Kardinalerzb. von Sens IL 518. III. 242. Pensionen, ausländische, deutscher Fürsten u. Kriegsleute I. 5. 37. 51. 58. 61. 65.77. 228. 229. 233. 286. 290. 307. 333. 360. 366. 3S0. 418. S. 577. IL 328. 339. 373. 382. 411. III. 2. 27. 125. 145. 147. 325. 368. 678. 1* Perche, le I. 289. Perigord I. 300. Permenter, Bürgermeister von Speier I. 21. Pernstein, Wratislaw von, böhm-. 849 Oberstkanzler I. 17. 279. 30G. III. 454. 458. 4G8. 505. Pe"ronne II. 323. Perot, Sekretär Heinrichs III. II. 499. III. 231. Persien I. 348. 257. IL 281. III. 147. 504, Person, de la s. La Personne. Perunet, Peter von III. 330. Pescara, Marchose IL 158. Pestalozzi, Hofmeister Sancy's III. 467. Petite Pierre s. Georg Hans, Lützelstein. Petrimol, Intendant der französ. Finanzen I. 37G. Petsch, Bürgermeister von Speier I. 21. Poucer, Kaspar III. 188. 408. 471. 494 517. 038. 691. S. 772. Pczel, Dr. Christoph, rcform. Theolog III. 78. 366. S. 773. Pfaffenhofen IL 406. Pfalz, Haus I. 47. 49. 357. S. 574, IL 22. 107. 236. 240. 244. 279. 295. 315. 428. 516. III. 8. 33. 177. 239. 428. 433. 478. 485. 489. 510. 515. 669. 672. 678ff. 681. 683. 686. 688. 690. — S. Friedrich, Georg Hans, Georg Gustav, Johann, Johann Casimir, Karl, Ludwig, Ottheinrich, Philipp Ludwig, Keichard, Wolfgang, Amelia, Anna, Anna Elisabeth, Christina, Dorothea, Dorothea Susanna, Elisabeth, Kunigunde, Luise Juliane. Pfalz-Lautern, Fürstentum J. C. I. 31. 43. 50. 92. 300. 357. 368. 380. 391. 411. 416. IL 108. 329. 516. III. 130. 353. 485. 541.572. 619. 620. 634. 672. 678. 090. 20*. 48*. 80*. 107*. Pfalzburg I. 182. 189. 198. 231. 275. 298. 361. 410. S. 573. IL 240. 265. 282. 287. 292. 293. 504. 507. III. 32. 39. 55. 57. 58. 65. 75. 98. 162. 174. 175. 177. 187. 208. 241. 270. 411. 678. 079. Pforta III. 425. Pforzheim I. 220. Pfraunheim III. 35*. Pfyffer, Ludwig, Luzerner Militär u. Staatsmann IL 330. IL 20. 32. 518. Philibert, Markgraf von Baden IL 405. 424. III. 1*. Philipp, Markgraf von Baden IL 180. 318. 501. III. 10. 21. 102. 143. Philipp! von Baiern), B. von Regensburg IL 328. III. 450. Philipp IL von Braunschweig- Grubenhagen IL 370. 419. 101. III. 6. 52. 57. 78. 148. 109. 419. 489. 492. 493. 532. 92*. Philipp der Grossmütige, Landgraf von Hessen I. 210. IL 07. 71. 220. 249. 360. III. 130. 091. 1*. 50*. Philipp, Graf von Diez, Sohn L. Philipps des Grossmütigen III. 1*. Philipp, Landgraf von Hessen (Rheinfels) I. 49. 220. 380. IL 109. III 451. 535. 679. — Gemahlin s. Anna Elisabeth. Philipp, Herzog von Holstein III. 100*. Philipp, Graf von Nassau-Saarbrücken I. 78. 185. 203. 332. 352. IL 87. 108. III. 348. 7*. 48*. Philipp IL, König von Spanien I. 1. 5. 33. 55. 70. 95. 109. 125. 130. 138. 167. 184. 213. 220. 229. 233. 236. 237. 249. 255. 267. 291. 292. 299. 307. 316. 335. 345. 348 f. 361. 363. 372. 376. 388. 492. 396. 406. 418. S. 575. 577. IL 25. 28. 64. 70. 82. 83. 90. 91. 101. 106. 125. 175. 196.209.213.215. 219. 255 262 f. 267. 274. 278. 280. 281. 293 309. 322. 328. 336. 341. 358. 354. 368. 372 f. 389. 399. 405. 413. 417. 420. 422. 424. 426f. 431. 437. 450. 453f. 456f. 471. 473. 484. 492. 495. 506. 518. S. 461. III. 6. 8. 9. 12. 27. 49. 54. 55. 76. 80. 98 f. 109. 117. 119. 120. 121. 124. 129. 130. 13S. 141. 144ff. 150 f. 153 ff. 161. 165. 172. ISO. 188. 192 195. 198. 200 f. 204- 213f. 224. 237. 246. 254. 201. 264. 279. 282. 286. 289. 294. 2991 307. 314. 317. 325. 329.' 340. 342. 347. 348. 350. 354, 356. 361. 377. 380. 382. 385. 387. 391 ff. 395 f. 398. 404. 405 ff. 410. 412. 417. 419 ff. 431. 438. 447. 448. 454. 458. 402. 467. 470. 473. 474. 477. 485f. 505. 511 f. 515. 515 f. 520 f. 523. 525. 529. 533. 536 f. 547 f. 586. 590. 597. 616. 618. 620f. 625. 630. 633. 635. 640 f. 651. 653. 655. 659. 662. 679. 10*. 16*. 22* f. 26*. 33*. 43*. 46*. 47*. 54*ff. 60*. 62*. 65*. 71*. Bi'zold, Briefe des Pfalzgrafeu Johauu Casimir. III 54 850 82*. 83*. 84*. 86*. 88*. 89*. 94*. 96*. 100*. 108*f. 112*. 114*ff. S. 774. Philipp, Infant von Spanien 1. 149. II. 328. III. 26*. Philipp Ludwig, Pfalzgraf von Neuburg I. 216. 241. 293. 326. 332. 368. 380. IL 15. 17. 42. 92 115. 121. 127. 158. 181. 205. 232. 240. 244. 263. 264. 282. 289. 310. 318. 836. 442. 451. 479. 492. 504. III. 128. 143. 164 174.177. .187. 189. 191. 195.200.208.209. 216. 232. 234. 239. 211. 249. 251. 270. 295. 319. 323. 326. 329. 353. 368. 111. 433. 436. 438. 157. 468. 471. 481. 185. 486. 492. 194. 496. 497. 502. 506. 51.5. 519. 539. 542. 543. 584. 594. 604. 615. 617. 619. 034. 042. 644. 655. 659. 662. ('.61. 678. 679. 680. 683. 105*. 115*. Philipp Sigmund von Braunschweig - Wolfenbüttel, B. von Verden u. Osnabrück III. 33. 489. 570. 612. 521. 66*. 100*. Philipps, Michel, Hauptmann J. C. IL 220. Picardie I. 123. 174. 199. 289. IL 363. 382. III. 43. 45. 559. 44*. Picheron, IL 498. Piemont I. 256. 300. II. 336. 505. III. 633. Pierius, D., Professor in Wittenberg III. 497. Pignorando, spanischer Faktor oder Agent in Köln III. 487. P i n a r t, französischer Staatssekretär IL 463. 474. Pincier, Johann, Mediziner I. 355. IL 180(?). — Johann, Theolog IL 62. Pisa IL 431. III. 350. Pistoris, Hartmann,kursächs. Eat I. 229. 279. 306. IL 133. 250. 277. 293. III. 118. 151. 320. 50*. Pistorius, Dr. Johann III. 518. Pitschen III. 131. Pius IV., Papst IL 368. Plassenburg III. 298. 306. Plato, Otto, deutscher Söldnerführer IL 322. 325. 332. III. 12. 119. 154. 93*. 107*. Plauen, Zusammenkunft Christians von Sachsen und J. C. 1590 III. 291. 293. 296. 297. 298. 299. 306. 309. 318. 320. 325. 348. 460. 466. 474. 480. 485. 489. 111*. Pleienstein III. 130. PI essen, Volrat von, kurpfälz. Rat III. 129. 680. Plombieres I. 216. 220. 229. Poigny, Jean d'Angennes seigr de, französ. Gesandter I. 124. Poissy IL 498. 500. Poitiers I. 61. Poitou I. 289. 300. 372. IL 363 III. 37. 48. 85. Polen I. 1. 63. 76. 80. 154. 229 233. 292. 341. 362. 396. 418. S. 570 IL 22. 25. 31. 51. 94. 281. 399 470. III. 9. 30. 36. 49. 70. 81 84. 98. 100 101 106. 119. 121 123. 126. 131. 147. 150. 154. 166 169. 172. 185. 186. 198. 200. 201 210. 255. 294. 332. 350. 373. 375 413. 485. 528. 590. 087. 27*. 45* 54*. 83*. 96*. 113*. — evang. Kirche I. 94. S. 577. III. 332. s. Anna, Sigismund, Stephan, Lubowiecki, Rescius, Skrzetuski, Zamojski. Polizeiordnung, pfälz. I. 5. 49. 391. Poll weiler (Bollweiter), Nikolaus Freiherr von, span. Oberst I. 150. 418. IL 26. 98. 107. 109. 112. 116. 146. 165. 368. 405. 406. III. 35*. — Rudolf, Rat Erzh. Ferdinands, Sohn des vorigen IL 98. 124 III. 111*. Pommern I. 35. 154. 332. 359. IL 313. 413. 426. 451. 514. 516. III. 18. 35. 39. 60. 73. 234. 247. 286. 297 325. 364. 377. 408. 423. 427. 485 489. 490. 492. 527. 532. 541. .563. 566. 638. 47*. 92*. - S. Bogislaus, Ernst Ludwig. Ponikau, Hans Georg von, kursächs. Rat IL 482. III. 19. 170. 243. 384. 645. Pontamousson 11.399. III. 424. Pont-au-Moulin, III. 37S. Pontcarr6 IL 518. 033. Poolgeest, Gerrit van III. 362. Popel s. Lobkowitz. Poppeisdorf IL 32. 138. 256. Porcien s. Croy. Portugal I. 216. 228. 229. 242. 244. 249. 255. 269. 348. 418. S. 575. III. 162. 22*. Porzia, Hieronimus Graf von, Nuntius I. 53. 55. III. 146. Posen III. 37*. 851 possevino, Antonio, Jesuit I. 156. 418. II. 2S0. 281. 393. 399. 417. III. 27*. 28*. 34*. 37*. 40*. 52*. 54*. 55*. 66*. 68*. 61*. 72*. Posthius, Dr. Johannes, pfälz. Leibarzt II. 429. III. 321. 323. 336. 353. Potsdam III. 408. 413. Pöttmes II. 479. Pouques II. 463. Prag I. 29. 35. 55. 212. 218. 229. 269. 292. 296. S. 571. 574. II. 275. 293. 311. 318. 321. 328. 345. 352. 491. 502. 512. III. 12. 99. 140. 147. 166. 169. 172.198. 231. 256. 272. 283. 320. 356. 370. 377. 384. 394. 400. 408. 454. 458. 511. 536. 540. 579. 606. 616. 628. 675. 18*. 52*. 55*. 61*. 113*. S. 771. - Erzb. II. 456. Pragmatische Sanktion I. 393. Praillon, französ. Sekretär und Dolmetscher I. 34. 74. 88. 226. 229. 237. II. 142. 173. 192. III. 39. Pro, de la, niederländischer Agent III. 647. Pressburg I. 418. Preussen II. 244. 332. 370. 378. 399. 426. III. 9. 10. 24. 98.119. 154. 185. 198. 210. 319. 402 436. 485. 509. 519. 522. 20*. 39* 42* 44*. 65*. 69*. 113*. 114*. 115*. — S. Albrecht Friedrich, Maria Eleonora. Priuli, B. von Vicenza, Nuntius in Florenz III. 236. 242. 281. 315. 346. 354. Promnitz, Sevfried von, kaiserl. Gesandter III. 272. Proskovsky, Georg von, kaiserl. Geheimrat IL 26. 275. III. 54*. 56*. 61*. Provence I. 289. IL 323. 336. III. 231. 356. 385. 525. 44*. 71*. Provyn, Francois de, staatischer Gesandter IL 207. Prugger (Bruggerl, Hans, österr. Hauptmann IL 98. 111. 328. Prüm IL 40. III. 521. 588. Pr uneaux, Roche de Sorbies, seigr des, Rat Alencon's I. 184. 195. Pruntrut (Porrentruy) I. 198 223. 355. IL 278. Puteo, Erzb. von Bari, Nuntius am Kaiserhof III. 146. 147. 160. 163. 106. 167. 172. 174. 185. 193. 100*. Putlitz, Adam Gans Herr zu, Rat J. C. I. 418. IL 152. 237. 370. III. 29. 35. 51. 60. 62. 68. 75. 77. 80. 88. 102. 113. 127. 133. 141. 151. 152. 170. 174. 176. 178. 186. 209. 234. 239. 243. 256. 265. 268. 273. 288. 380. 385. 391. 393. 395. 402. 405. 409. 410. 416. 417. 430. 431. 445. 449. 38*. 51*. 92*. 99*. S. 772. 773. Quadt, Luther, Rat Pf. Johanns IL 148. 332. III. 433(?). - Johann, von Landskron, Amtmann zu Kaiserslautern III. 663. — von Wickerad,Ratdes Kf.Friedrich IV. III. 680. Quedlinburg III. 163. Querfurt III. 571. Quincey, im Dienst Alencon's I. 242. Quitry s. Guilry. Raesf eld, Goddertvon, Münsterer Domdechaut IL 1. Ramel, Heinrich, dänischer Rat u. Kanzler IL 485. III. 3. 82. 94. 508. 84*. 86*. Ramstein III. 163. Ranzau, Brede von, dänischer Gesandter IL 441, 149. III. 38*. 87*. 94*. — Caius von III. 97*. - Heinrich von III. 3. 92*. Rappard, Wilhelm von III. 362. Rascalon, Dr. IL 264. Rastatt IL 98. III. 21. Ratlow, Keinhard IL 361. Ratzenberg, D. Philipp, lothring. Rat III. 676. Rauscher, Peter, veldenz. Rat IL 492. Ravensberg III. 338. 405. Ravenstein III. 201. 405. Uavieres III. 87. Raw von Holzhausen, Rudolf, Rat L. Ludwigs III. 216. 105*. Re\aux s. Des Reaux. Rcblingerin III. 198. Rebours, sr. de III. 556. Recher in. 113. Reck, Job., Stadtprediger in Heidelberg III. 284. Redern, Melchior von III. 147. Redwitz, Alex, von, kurpfälz. Rat I. 50. Reos III. 569. 54* 852 Regalien (bzw. kais. Indult) für evangelische Stiftsadministratoren I. 333. 37-1, 399. II. 213. 433. III. 33. 151. 192. 272. 294. 397. 612. 678. 679. 686. 688. 090. 70*. 72*. 76*. 85*. 100*. 115*. Regensburg I. 301. 318. 320. 377. 380. 385. III. 183. 580. 30*. — Bischof s. Philipp von Baiern. — s. Kreistag, Reichstag 1576. Reichard, Pfalzgraf von Simmern, Bruder Kf. Friedrichs III. I. 49 ff. 66. 68. 82. 83. 85. 150- 235. 287. 332. 349. 418. IL 10. 15. 17". 21 f. 32. 42. 50. 51. 56 f. 57. 62. 100. 105. 108. 143. 155- 165. 168. 217. 223. 240f. 270. 275. 282. 291. 317. 318. 329. 372. 407- 431. III. 72. 111. 154. 163. 187. 188. 198. 215. 217. 222. 226. 239. 241. 249f. 260. 203. 275. 282. 417. 482. 185. 515. 539. 573. 584. 652. 664. 006. 072. 678 ff. 684. 086. 688. 6901 4*. 7*1 11*. 35*. 42*. S. 772. — Gemahlin s. Anialia. Reichsdeputationstag I. 212. 265. 418. II. 277. 350. — Frankfurt 1577 I. 63. 65. 66. 70 74. IL 422. — Worms 1578 I. 99. 101. 157. IL 422. — Speier 1583 IL 150. 152. 181. 413. — Worms 1586 IL 373. 375. 380. 391. 392. 399. 400. 403. 404. 405. 413. 414. 421. 422. 424. 427 ff. 434. 439. 440. 441. 445. 447. 451. 452. 453. 492. 512. III. 49. 130. 151. 294. 320. 398. 419. 420. 81*. 82*. — Frankfurt 1590 III. 363. 375. 376. 377. 385. 387. 393. 395. 39S. 400. 404. 406. 409. 413. 417. 419. 420. 421. 422. 423. 425. 431. 432. 434. 439. 440. 441. 442. 445. 452. 454. 400. 402. 403 479. 481. 482. 485. 486. 488. 490. 514. 515. 536. 110*. 113*. 115*. S. 773. Reichshofrat IL 413. III. 150. 294. 320. 454. 564. Reichskammergericht 1.21.39. 63. 210. 332. 352. 35 t. 357. 362. 364. 378. 399. 418. IL 29. 54. 127. 150. 152 167. 250.257.279. 282. 286. 293. 295. 301. 302. 303. 311. 319. 325. 367. 375. 380. 392. 396. 399. 405. 413. 447. 452. 507. III. 11. 23. 33. 49. 55. 72. 99. 101. 130. 139. 150. 151. 186. 192. 230. 241. 249. 250. 256. 200. 263. 272. 294. 320. 411. 455. 486. 488. 524. 584. 30*. 39*. 49*. 50*. 104*. - s. a. Speier. Reichskonstitutionen I. 183 223. 364. 393. IL 41. 69. 84. 125 164. 166. 172. 181. 243. 254. 262 269. 322. 335. 362. 392. 400. 402 237. III. 12. 151. 157. 168. 192 198. 212. 221. 270. 294. 299. 326 332. 370. 385. 398. 406. 419. 42l' 423. 432. 434. 440. 452. 460. 474 479. 485. 488. 490. 568. 580. 613 42*. Reichsmatrikel (bezw. Moderation) I. 63. 331. 330. 354. 357. 302. 305. 410. III. 485. 489. 491. 492. — gemeiner Pfennig I. 362. 305. Reichsritterschaft I. 30. 41.326. 352. IL 174. 240. 290. III. 32. 77. 151. 154. 524. 504. 29*. 30* 101*. Reichsstädte I. 1. 306. 327. 332 364. 30S. 377f. 380. 385. 387. 393. 395ff 399. 407f. 410. 318. S. 571. IL 26. 46. 71. 75. 78. 293. 362. 399. 413. 510. III. 8. 35. 49. 88. 104. 123. 141. 150 f. 239. 272. 291. 327. 508. 427. 461. 485. 30*. 35*. — Städtetag Speier 1581 I. 377. — Heilbronn 1582 I. 377. — Speier 1586 IL 502. — Speier 1590 III. 388. 400. Reichstag I. 178. 229. 253. 265. 275. IL 491. 492. 501. 504. 512. III. 29. 35. 44. 49. 72. 101. 130. 147. 150. 151. 154. 161. 166. 172. 183. 193. 272. 298. 325. 332. 375. 385. 409. 419. 431. 505. 507. 630, 678. 680. 22*. 24*. 95*. — 1555 III. 409. 442. - 1506 I. 5. 49. S. 576. III. 145. 320. 485. 679. 680. 7*. S. 774. - 1570 I. 154. IL 339. III. 101. — 1576 I. 3. 13. 20. 29. 35. 95. 154. 310. 332. 336. 357. 359. 362. 364. S. 577. III. 101. 3*. 5*. 30*. S. 773. - 1582 I. 301. 300. 312. 318. 320ff. 331 f. 336. 338. 341 f. 349f. 350. 352. 354. 357. 362. 365 ff. 309 f. 373f. 377. 379. 380 f. 384. 387 f. 390f. 393. 395. 397. 403. 405 ff. 410. 410. 418. S. 577 f. IL 2 f. 7 f. 11.15. 19. 24145. 53. 72. 75. 89. 108. 277. 293. 322. 340. 392. 414. 422. 428. 4511 S. 400. III. 33. 49. 192. 280. 387. 398. 409. 4191 423. 439. 442. 30*. 35*. 46*. 55*. 70*. — 1594 I. 371. 388. 853 Keiffenborg, Friedrich von, Oberst III. 1*. Eeifferscbcid, Werner, Graf, köln. Erbmarschall I. 319. II. 2. 79. 123. Beinacli, von II. 109. Bein ach, von Gronviller 11.278. Bein er, Dr., Begimentsrat in der Oberpfalz IL 307. B e i n e r, Lic. Johann Christoph, kurpfälz. Bat III. 686.. Beli gionsbesch werden der Evangelischen I. 332. 342. 349. 350. 354. 357. 364. 377. 393. 107. 416. IL 89. 154. 205. 318. 392. 413. 427. 431. 512. III. 101. 151. 1!)2. 244. 250. 294. — S. Freistellung, Begalien, Vorbehalt. Beligionsfriede I. 20. 35, 49. 92. 99. 115. 170. 191. 215. 225. 320. 332. 342. 349. 354. 357. 359. 364. 374. 377. 378. 380. 382. 388. 393. 395. 390. 399.407.416. 418. S. 577. IL 13. 18. 36.44. 51. 07. 69. 71. 76. 84. 101. 107. 112. 116. 125. 133. 140. 152. 160. 181. 193. 248. 250. 202. 209. 273. 274. 277. 288. 322. 340. 348. 302. 372. 381. 392. 399. 413. 427. 437. 452. 503. 512. III. 10. 11. 25. 49. 99.125. 151. 150. 168. 180. 192. 207. 272. 289. 294, 299. 320. 155. 160.474. -185. 488. 489. 522. 542. 573. 679. 680. 685. 5*. 30*. 81*. 83*. Eeligionsgespräch (Disputation) I. 5. 48.49.89.412. IL 293. III. 191. 7*. 8*. — zu Maulbronn 1504 I. 49. - zu Heidelberg1584 IL 253. 271. III. 57*. - - zu Mümpelgard 1586 IL 429. Eemcrsberg IL 282. 310. III. 41. Renata von Lothringen, Gemahlin Wilhelms von Baiern IL 479. III. 583. Benel, marquis de III. 98. Re iiii es I. 11. Bequescns, span. Statthalter in den Niederlanden I. 9. Bescins, Stanislaus, Abt, Sekretär K. Sigismunds v. Polen III. 332. Eestorf, Johann von, Hauptmann IL 138. Betlich IL 51. B e t z, Albert de Gondi, Herzog von, Marsehall I. 50. 229. 237. IL 470. 518. III. 78. 597. - Claude Catherine IL 518. Reuber, Dr. Justus, kurpfälz. Bat, seit 1587 Kanzler I. 63. 91. 92. 99. 320. 352. 416. IL 82. 250. 203. 267. 270. 282. 295. 325. 370. 381. 392. 403. 414. 427. 447. 519. 467. III. 19. 24. 80. 88. 112. 117. 118. 133. 141. 178. 186. 188. 190. 201. 216. 219. 232. 229. 243. 244 247. 251. 262. 265. 284. 336. 433. 449. 451. 455. 464. 478. 479. 481. 510. 513. 572. 595. 657. 658. 66S. 080. 683. 684. 9*. 44*. 80*. 113*. S. 772. Beuss von Thüngen IL 313. Eeutlingen I. 380. IL 205. Eeval I. 03. B e v o 1, Louis, französ. Staatssekre- tär III. 407. Bheidt, Otto von dem Bylandt, Herr zu, jülichischer Bat IL 33. 105. III. 141. 157. 175. 200. 201. 210. 317. 326. 328. 329. 398. 402. 409. 436. 449. 454, 458. 3.68. 478. 505. 519. S. 773. — Ottheinrich, Sohn des Vorigen III. 519. 571. 600. 620. 657. Bheinberg s. Berk. Bheindorf IL 138. Bheinfels IL 333. III. 144. 662. E h e i n g r a f e n I. 232. 242. II. 382. 424. III. 46. 457. — Adolf I. 114. IL 153. — Friedrich I. 223. IL 323. III. 1*. 20*. — Otto I. 78. 114. IL 39. III. 586. 20*. E h e i n h a u s e n IL 9S. Ehombergs. Schauen bürg, Anton von. Ehön I. 41. Ehöne IL 363. B i b b c ck, Georg, kurbrandenburg. Oberhofmeister und Bat III. 485. 488 ff. 630. Bichard L, König von England III. 180. Eiedesel, Friedrich IL 235. — Johann von, hess. Erbiuarschall und Bat III. 485. 488. 489. 490. Ei n gl er IL 220. 222. Eiom III. 190. 221. Bittberg III. 12. Eixingen I. 189. Bochef oucauld I. 370. Bochelle I. 27. 54. 289. 300. 345. IL 363. 401. 470. 487. 488. 493. III. 191. 198. Eocroi I. 225. IL 509. 518. B o d i n g, Dr. Wilhelm, hess. Bat IL 241. 442. 495. III. 16. 854 Eoermond I. 95. III. 201. R o g e r s , Daniel, engl. Gesandter I. 57. 72. 75. 95. 97. 100. 143. S. 572. II. 221. 312. III. 109.170. 74*. Eoggendorf, Christoph Freiherr von, genannt Coudö III. 1*. Eohan, Louis de I. 289. II. 336. 363. — Sohn IL 363. Eolshausen, Friedrich von, hess. Marschall I. 137. 140. — Johann von, hess. Eat I. 49. II 180. 463. 499. III. 324. Rom I. 417. 418. IL 109. 126. 153. 175. 248. 328. 368. 372. 396. 404. 407. 415. 417. 431. 433, 437. 443. 482. 509. III. 7. 11. 166. 179. 198. 242. 254. 259. 261. 266. 301. 307. 308. 314. 319. 320. 325. 332. 337. 340. 342. 356. 393. 473. 49*. 66*. 73*. 78*. Eömische Königs wähl 1.292. 296. 304. 308. 363.388.418. S. 576. IL 26. 82. 165. 196. 259. 293. 309. 364. 368. 372. 392. 399. 427. 437. 443. 456. 465. 466. 472. 484. 491. 512. 515. III. 34. 49. 57. 78. 82. 147. 154. 161. 172. 298. 375. 393. 405. 462. 533. 574. 672. 26*. 46*. 55*. E o m b e r g, Georg von, Jülich. Eat III. 88. 105. Kommersdorf II. 228. 230. Eongnac III. 57. Eosenberg, Wilhelm von, bühni. Oberstburggraf I. 296. 303. 312. IL 46. 328. 399. III. 166. 169. 70*. Eosenhagen, Ludwig III. 540. Eosenheim II. 328. 479. Eosct, Genfer Syndikus I. 207. 401. II. 176. III. 19*. Rosieres, Archidiakou von Toul IL 175. E ö s 1 i n, Heliseus, Arzt und Astro- log II. 161. 40«. Eosne, Chretien de Savigny, im Dienst Alengon's, dann der Liga I. 208. 223. 260. II. 302. 382. III. 67. Eoss, Bischof von I. 151. 164. Eossano s. Castagna. Eostock III. 323. Eotenburg I. 231. IL 205. 362. 421. III. 111. 364. - Fürstentag 1584. IL 244. 248. 250. 262. 267. 269. 270. 273 ff. 279. 286. 288. 293. 422. III. 47*. 50*. 51*. 65*. Eoth, Hans Wilhelm Volmar, zweibrücJrischer Eat IL 282. — Hans Kaspar, von Schreckenstein, neuburgischer Eat IL 289. III. 174. 411. — Konrad, Kaufmann I. 242. 282. Eotterdam III. 610. 641. Eöttl, Joh. Ulrich I. 223. Eottweil I. 407. III. 294. Konen III. 610. 647. 651. 665. Boasse, sr. de la IL 405. Eucellai, Orazio, Bankier I. 220. 228. 229. 230. — toskanischer Grosshofmeister III. 236. 261. 301. 314. 579. Rüden IL 115. 144. 151. Rüdersdorf III. 92*. Rüdesheim IL 293. Rudolf IL, Kaiser I. 5. 7. 29. 35. 41. 42. 58. 66. 70. 74. 80 f. 90. 95. 99. 100 ff. 104. 112. 116. 125. 134. 150 f. 154.157. 160. 163. 167. 169.180.191. 192. 193. 201. 213. 214. 221. 223. 232 ff. 239. 241. 243 f. 248 f. 254. 25S. 262. 265. 267. 269. 272 f. 276. 279. 292. 296. 301. 304. 306. 308. 321. 323. 326. 328. 330. 334. 336. 337. 349 f. 357. 359. 302. 364L 369. 371. 3731 375. 377 f. 380. 382. 385 ff. 392 f. 395 ff. 406 ff. 411. 414. 416. 418. S. 571. 573ff. IL 4. 11. 24f. 30. 32 f. 35. 4L 43. 46. 48. 50. 56. 61 f. 64. 68. 72. 75. 78 ff. 82. 83. 84. 85. 89. 90. 95. 100 f. 102. 104. 106. HOff. 116. 117. 124. 125ff. 130. 181. 133. 137 f. 1401'. 145. 149 ff. 155.156. 164 ff. 172. 1731 181. 182. 183. 185. 1S6. 187. 192. 200. 209. 220. 223. 2291 236. 2371 2401 2431 247. 250. 256. 257. 259. 262f. 269. 270. 272. 275. 278ff. 290. 293. 296. 298ff. 303. 309. 3131 318. 325. 328. 331. 3341 3371 341. 345 ff. 3491 353. 355. 356. 358. 367. 3721 375. 380 f. 384. 385. 387. 391 f. 396. 399. 400. 402. 404. 407. 413. 414. 419. 422. 4241 4271 4311 434. 437. 439. 441 ff. 450 ff. 4561 464 ff. 479. 482. 484. 491. 495. 502. 504. 507. 512. 515. S. 462. III. 3. 9. 111 15. 21. 27. 33. 36. 42.44.49-55. 68. 70. 72. 761 82. 84. 90. 94. 101. 118. 123. 130. 139.140. 141. 144. 146 ff. 1501 154. 1561 159 ff. 163. 165. 1661 172. 174. 177.179. 180. 1821 185. 188. 1921 198. 855 200f. 203. 212f. 221. 224. 235. 240 f. 246. 250. 252. 254ff. 259. 261. 266. 270. 272. 274. 280. 288ff. 294. 297. 301. 304. 307. 308. 310. 314. 315. 317. 320. 324f. 325. 327 f. 329. 332. 338. 340. 343. 350. 356 f. 359. 363. 375. 382 f. 385. 387f. 393. 394. 397 ff. 402. 408 ff. 417. 419. 420. 421 ff. 431 f. 436. 439. 441. 445. 454f. 458. 460. 402. 405. 467 f. 474. 478 ff. 482. 485. 486. 488. 490. 496. 502. 505. 507. 509. 511 f. 514. 515. 518. 520 f. 524. 529. 533. 535. 540. 542 f. 548. 555. 557. 562. 564. 573. 575. 581. 585. 58Ü. 588. 592. 601 f. 005 f. 609. 612. 616. 618. 620ff. 628. 630. 639 ff. 651. 655. 6581 061 f. 672. 675. 678 ff. 686. 688. 690.691. 2*. 3*. 5*. 16*. 2! *. 22*. 24*. 25*. 26*. 27*. 30*. 31*. 33*. 34* f. 37*. 39*. 43*. 44*. 46*1. 49* f. 54*. 55* f. 61*. 62*. 65*. 70*ff. 75*1 79*. 81*. 83*. 92*. 95*. 96*. 98*. 100*. 108*. 109* f. 112* ff. S. 7711 — zu den Erzherzogen s. Ernst, Ferdinand, Karl, Matthias, Maximilian. — Nachfolger im Reich s. Römische Königswahl. — Räte u. Gesandte s. Dietrich- Stern , Dornberg, Erstenberger, Harrach, Hoff mann, Hornstein, Ilsung, Khevenhüller, Kurz, Lob- kowitz, Fernstem, Preiner, Pros- kovsky, Redern, Rumpf, Salis, Schleinitz, Trautson, Viehäuser. — Spanische Heirat s. Isabella Infantin, Erzh. Ernst. — s. August von Sachsen, Johann Casimir, Johann Georg von Brandenburg, Ludwig von der Pfalz; Böhmen, Oesterreich, Ungarn. Ruet, Rat Friedrich von Würtem- berg II. 474. Uli ff cc, sr. de,LeutnantMatignon's I. 345. Rumpf, Ludwig, Reiteroberst IL 2-1. 41. 390. III. 67. 76. 99*. Rumpf, AVolfgang Freiherr auf A\ r citra, kais. Geheimrat I. 17. 244. 312. III. 310. 458. 511. 533. 622. Ruprechts egg I. 235. Russland (Moskowiter) I. 63. 154, 416. 418. IL 25. 31. 322. III. 27. 30. 162. 294. 350. 600. 638. 27*. 54*. 55*. 50*. Eussworm, Hermann Christoph von III. 625. Rusticucci, Kardinal III. 78*. 79*. Ryhiner, Dr. I. 198. Ryhove, Franz van de Kethulle, Herr van, Führer der Genter Demokraten I. 133. Rvssa, Peter von IL 126. Saar IL 430. Saarbockenheim I. 189. Saarbrücken IL 325. III. 75. 20*. — Grafen von Nassau-, s. Albrecht. Saar bürg I. 179. IL 293. III. 39. 57. 85. Saargemünd I. 300. III. 37. Sabellmond, Oberst III. 586. Sachsen (Kursachsen s Meissen) I. 65. 223. 228. 293. 320. IL 313. 382. III. 28. 93. 119. 315. 545. 558. 566. 678. 682. 7*. 8*. 56*. 113*. 115*. — S. Agnes Hedwig, Anna, August, Christian, Sophia. — Räte s. Barby, Berlepsch, Bock, Bünau, Eilenbeck, Einsidel, Krell, Lindeinann, Müller, Pauli, Peifer, Pistoris, Ponikau, Schönberg, Sebottendorf, Seidlitz, Starschedel, Weihe, Ziindehn. Sach sen - Lauenburg I. 318. III. 162 — S. Franz, Friedrich, Heinrich (von Bremen), Moritz, Magnus, Sibylla. Sachsen - Wei mar, Herzoge 1 . 380. 418. -11.516. III 304.386. 489 ff. 499. 509. 527. 532. 537. 604. - S. Friedrich Wilhelm, Johann, Johann Friedrich. S a d e e 1 s. La Roche-Chandieu. Saint Andrö IL 518. Saint-Blais I. 275. Saint Denis III. 364. 369. 378. Saint Die I. 37.' Saint Foix I. 95. III. 93*. Saint Germain (Faubourg) II. 469. — en Laye IL 499. Saint Jaques IL 323. 518. Saint Jean de Angely I. 300 345. 372. II 363. 470. 518. Saint Iidebert IL 252. Saint Luc, sr. de, im Dienst Heinrichs III. I. 345. 856 Saint Martin, sr. de, französ. Gesandter ITT. 224. Saint Menehould 1.225. IL 324. Saint Michel IL 363. Saintogne I. 289. Saint Paul IL 302. III. 194. Saint Quentin IL 506 Saint Romain, sr. de, hugenott. Gesandter III. 98. Saint Säne (?) III. 85. S a 1 a, Margaretha von der III. 130. Salagnac III. 560. SaLcedo I. 410. 4.18. IL 1.75. S a 1 d a g n e, sr. de, französ. G e- sandter III. 279. Sal entin von Isenburg, Erzb. u. Kf. von Köln (resignirt 1.577) I. 24. 26. 29. 33 53. 55. 212. 254. 418. S. 571. IL 1.4. 17. 21. 77. 79. 82. 87. 106. 119. 126. 143. 148. 204 223. III. 129. 138. 141. 454. 408. 536. 690. 9*. S a 1 i s, Budolf von, Militär in kais. Diensten III. 130. 147. 150. 454. 557. 672. Salm, Julius, Graf von I. 387. 397. — Johann, Graf von, lothring. Gubernator zu Nancy I. 410. IL 78. 240; 323. III. 26. 158. 177. 204. 264. 20*. — Paul von III. 20*. — Eberhard von III. 393. Salmuth, kursächs. Hofprediger III. 645. Saluzzo I. 165. 184. III. 198. Salvart, Genfer Prediger I. 207. 305. Salvator s. Collalto. Salzberg III. 20*. Salzburg I. 371. 385. 395. IL 61. 193. 294. 328. 399. III. 33. 146. 151. 154. 192. 193. 259. 564. 70*. — Erzb. Georg von IL 512. III. 2. 237 393. 574. 95*. S a n b 1 e ni o n t (?;, Oberst III. 204. San demente, Don Guillen de, span. Gesandter am Kaiserhof IL 243. 260. 389. III. 147. 172. 213. 317. 340. 350. 407. 412. 511. 515. 581. 588. 54*. 58*. 96*. 100*. SanctGoarl. 296. 304. III. 144. Sanct Nabor I. 78. Sanct Rem ich (Eemigiberg) III. 163. Sanct Veit IL 455. S a n c y, Nicolas de Harlay, sr. de, französ. Diplomat I. 207. III. 186. 189. 196. 198. 199. 206. 209. 210- 224. 229. 239. 243. 247. 251. 254- 257. 261. 262. 265. 268. 277 279. 280. 286. 300. .301. 330. 331. 352. 360. .364. 367. 369. 3S1. 382. 389. 392. 407. 40S. 414. 435. 437. 443. 467. 473. 485. 19*. 107*. 109*. 117*. ansac I. 223. anta Severina, Kardinal IL S. 461. aras III. 14*. armyento, Don Pedro di 11.517. arrazin, Thöophile, sr. de Sal- neuve, Sekretär Conde's I. 139. 175. 223. 271. IL 369. 435. 506. III. 51. 130. 99*. au er (Fluss) IL 479. III. 515. 71*. aumur III. 103. auter, Prediger zu Hanau III. 263. a v i g n y s. Rosne. a v o i e n III. 556. 633. — S. Erna- nuel Philibert, Karl Emanuel. ayn-Witgenstein, Ludwig Graf zu, kurpfälz. Grosshofmeister I. 31. 35. 43. 47. 51. 80. 101. 290. 319. 655. S. 571. IL 4. 8. 18. 50. 51. 54. 55. 57. 62. 104. 203. ü2'4. 421. III. 1S6. 263. 366. 449. 584. 678. 679. 680. 684. 9*. 23*. 42*. 44*. 101*. - - Georg, Dompropst zu Köln I. S. 5r0. IL 4. 35. 39. 47. 291. 302. 312. 368. 467. — Heinrich III. 141. — Hermann III. 141. calofsca (?) III. 162. chaff hausen I. 60. 205. 287. 401. IL 198 III. 173. 176. 560. Rat zu I. 89. III. 475. charfen stein III. 93*. chauenburg, Anton von,Kölner Domdechant IL 35. S. 460 - auf dem Hochwald III. 486. chaumberg (Österreich) III. 101. chechsius, Johannes, kurpfälz. Hofprediger I 8. 31. IL 67 70. 72. 78. 241. 261. - Paul IL 253. 264. cheer, Peter, von Schwarzenberg, Hauptmann des oberrhein. Kreises I. 418. IL 121. 146. 322. III. 10. 263. 90*. chef fer, Dr. Reinh., hess. Kanzler I. 4. chel andre, Robert de III. 20*. 107*. chellenberg, Hans von 11.289. 857 Schenck, Martin von Nydeggen, Oberst III. 120. 129 130. 133. 134. 138. 111. 142. 144. 147. 148. L54. 157. 1Ü0. 163. 167. 175. 196. 200. 201. 210. 467. Schenk, Dr. Werner, kurköln. Eat II. 40. 44. 230. Schenk von Daudenberg, Truppen - führer I. 135. Schenk zu Limburg, Friedrich, kurpfälz. Grosshoftneister I. 320. 354. 416. II. 82. 155 214. 220. 228. 244. 285. III. 39*. 50*. 101*. 102*. 106*. — Sohn des vorigen III. 39*. — Eberhard 1. 359.407.416. II. 108. Schenk von Staufenberg, Hauptmann II. 431. Schenkenschanze III. 558. Scher, Hans Christoph, Gesandter J. C. in England II. 177. 323. 416. III. 36*. — S. Scheer. Schertlin von Burtenbach III. 16. Scheu er lein, luther. Piarrer zu Kreuznach III. 102. 143. Scheu na (Schenna?), Melchior von III. 93. Schilling I. 91. S c h 1 a in m e r s d o r f, Christoph v., pfälz. Haushofmeister III. 285. ' Schlegel IIL 586. Schleinitz, Herr von, kaiserl. Eat III 454. Schlesien I. 132. 317. 311. IL 156. III. 55. 126. 154. 396. 424. 485. 580. 592. 021. 649. 70*. Schleswig I. 215. III. 554. — Bistum III. 492. Schlettstadt IL 322. 336. 427. III. 64. Schlick, Graf Sebastian III. 47«. Schlieben, Eustachius von, kur- brandenburg- Bat III. 571. 593. 601. 620. — Adam von, kurbrandenburg. Gesandter III. 34*. Schmalkai den I. 103. IL 442. 486. III. 212. 486. 542. 13*. - Bund III. 104. 485 50*. Sclimessmann, Abr., Heidelberger Drucker III. 238. S chmidber g, Nikol. Schenk von, kurpfälz. Eat I. 31. 43. 51. 63. 99. 416. IL 316. III. 163. Schmidlin, s. Andreae. Schmitz, Balthasar, in kurpfälz. Dienst I. 1. Schnepf, Prof. in Tübingen 1. 10- S. 570. S eho 11 ey, Georg von , hess. Kämmerer II 34. Schomberg (Sehönberg), Kaspar von, französ. Oberst und Diplomat I. 58. 65. 67. 216. 220. *21. 222. 224. 226 228. 229. 230. 231. 237. 242. 243. 249. 255. 261. 267. 269. 271. 279. 291. 300. 343. 340. 360. 376. 384. 402. 418. S 575. IL 9. 91. 173.190. 192. 261. 307. 322. 323. 324. 325 332. 330. 360. 308. 374. 375. 379. 381, 382. 388. 391. 394. 401. 405. 409 411. 418. 420. 424. 426. 432. 442. 470. 471. 482.483.499 5ou.501.509. 111.14. 15. 20. 24. 26. 29. 37. 45. 46. 47. 48. 76. 85. 91. 106. 125. 130. 152. 154. 191. 194. 196. 207. 212. 217. 224. 226. 231. 233. 236. 239. 242. 261. 264. 274. 270. 279. 280. 286. 2S9. 300. 301. 303. 304. 305. 314. 316. 322. 324. 325. 329. 330. 331. 343. 346. 352. 355. 357. 360. 361. 364. 370. 373, 378. 379. 381. 382. 386. 389. 407. 408. 435. 443. 444. 467. 472. 485. 494. 499. 517. 538. 550. 551. 567. 577. 57S. 581, 592. 597. 607. 614. 93*. 107*. 109*. 117*. Schönau I. S. 572. Schönberg (Amt) III. 479. 521. Schönberg, Dietrich von I. 46. 54. 58 70. 79. 80. 418. S. 572. 574. IL 91. 332. 382. 388. 405. 406. 418. 420. III. 41. 58. 63. 82 102 196. 198. 207. 215. 608. 99*. - Hans Eeichard von IL 180. — Simon Eudolf von III. 153. — Beinhart von III. 586. 625. S c h ö n b e r g, Hans Wolfgang von, kursächs. Hofmarschall I. 22S. IL 382. 442. 482. III. 24. 125. 154. 196. 198. 209. 226. 231. 242. 243. 301. 384. 645. 93*. Schönberg, Meinhard von, Amtmann zu Bacharach I. 63 99. 182. 300. III. 401. 419. Schönecken (Amt) III. 521. Schöner, Veit, Landsknechtoberst IL 445. Schöntal I. 329. Schopf, Balthasar, Prediger in Ambcrg III. 685. Schopp (Scioppius), Kaspar, Publizist III. 672; S. 774. Schopper, Dr. Jakob, Heidelberger Theolog III 57*. 858 Schottland (Schotten; I. 126. 127. 141. 335. 345. 404. 417 II. 28. 103. 368 377. 395. 453. III. 8 20. 205. 294. 425. 447. 485. 080.19*. 84*. S. 771 —Konfession I. 170. 305. — S. Jakob VI; Maria Stuart. Schötterle I. 223. Schranz, Dr. Wolfgang-, Kanzler Erzh. Karls III 78* Schratter (Schrader), Lorenz, Osnabrück. Eat II. 445. Sehr ecken stein s Roth. Schrögl (Schregcl), Georg Eras- mus, Rat u. Oberst J. C. I. 100. 257. 300. 357. 379. 3S5. 411. S. 577 IL 82. 16S. 203. 329. 420.421.446 463. 471. 499. S. 460. III. 6. 28. 53. 58 61. 63. 66. 69. 78. 115. 152. 174. 214. 263. 329. 507. 513 538. 551. 555 558 568. 569. 572. 672. 99*. Schröter, Heinrieh IL 241, Schuchman, Lic. Wilhelm III. 284. S c h n 1 e n b u r g, kurbrandenburg. Rat III, 651. Schwäbischer Bund III. 485. Schwäbis chgemünd I. 332. 378. 380. 407. S c h w a 1 b a c h, Laux Volprceht von, Hauptmann IL 138. — Gernand von, kurmainz. Rat III. 069. - (Bad) IL 293. III. 69*. Schwarz,Dr Johann,nassauischer Rat IL 18. 20. 23. 63. 67. 72. 75. 92. 197 203. 227. 228. 234. III. 35*. Schwärz.burg, Günther Graf zu, niederländ. Heerführer I. 126. 131. 135. 138. 144. 147.148. 155. 158. 161. III. 6S4. 14*. 15*. S c h w a r z e n b er g, Ottheinrich Graf zu, kais. Hofniarschall I. 125. S. 573. IL 61. 68. UL 326. 339. - Christof, Viztum zu Straubing II. 318. — Adolf, lüttich. Marschall und Oberst III. 422 106*. S ch warzenbürg I. 50. S c h w arzmair, kurpfälzischcr Beamter I. 5. 31. Seh wobei, Lic. Heinrich, zweibrück. Rat IL 47. 72. 92. 321. III. 181. 210. 433. 495. 678. Schweden I. 156. 167. 416. IL 51. III. 9. 30. 98 186 386. 528. 638. 687. — s. Anna, Anna Maria, Cäcilia, Gustav, Johann, Karl, Sigismund. S c h w c i c h e 11, Kurt von, braun- schweig. Gesandter III. 41*. S c h w e i n f u r t IL 205. III. 104*. Schweiz I. 1 14. 19. 30. 73. 85. 95. 97. 161. 162. 171. 177. 194. 198 f. 205. 207. 220. 223. 225. 260. 355. 361. 385. 391. 398. 401ff. 417. S. 571f. 576f. II. 62. 75. 82. 108. 109. 150. 165. 174. 176. 189. 198. 224. 263. 267. 278. 313 322. 325. 327. 333. 336. 349. 363. 378 f. 385. 390. 392 396. 401. 412. 427. 436. 450. 459 t. 487. 506. 515f. 518. III. 6. 8f. 18. 20. 32. 39. 53. 58. 60. 63 ff. 66. 09. 73. 78. 83. 87f 90. 92. 106. 108. 116 i 119. 142. 147 f. 150. 163. 165. 173. 189. 196. 198. 226. 236. 239. 26S. 277. 281. 331. 361. 364. 396. 408. 427. 472. 486. 490. 493. 511. 51S. 526. 533 f. 556. 560. 599. 014. 6781'. 7*. 38*. 47*f. 80*. - Kirchliches 1. 00. 93. 252. 402. IL 255. 327. III. 8. 112. 176. 306. S c h w e n d i, Lazarus von, kais. • Oberst I. 42. 70. 122. 134. 188. 274. 284 287. 323. 418. S. 573. II. 4. 86. 121. Schwenkfeld III. 080. Schwerin,. Ulrich von, Oberst IL 390. 435. III. 39. 73. 78. — Heinrich von, Rat des Kf. Friedrich IV. III. 080. 689. Schwetzingen I. 91. 407. III. 58. 59. 133. 234. 265. 278. 451. 39*. Schwind, Hans, Frankfurter Bürger III. 481. Schwyz I. 402. Sciarra, Marco III. 319. Scotto, Hieronymus, ital. Alchy- mist I 218. 418. S. 574. 11.56. 62 126. L38. 151.301. III. 319. 609. Sebot teil dort'f, Damian von, kursächs. Rat IL 30. 133. Sechelles I. 122. 138. Sechtem IL 222. Seokendorf, Christoph von, ans- baehischer Rat III. 670. Secovius, Nikolaus III. 96*. Sedan I. 339. 345. 415. S. 577. IL 179. 267. 470. 487. 509. 518. III. 26. 37. 39. 48 58. 05. 70. 135. 859 137. 141. 147. 148. 158. 1G3. 171. 191. 198. 515. 626. 651. 65*. — Rat und Geistliche III. 173. Seeland I. 1. 99. 115. 135. 235. 257. 418. S. 570. IL 202 420. 422. 428. 445. 447. 479. III. 6. 130. 138. 148. 102. 180. 347. 362. 385. 408. 412. 461. 462. 486. 490. 514. 515. 13*. 22*. Sega, Philipp, Bischof von Pia- cenza, Nuntius IL 415. 437. 439. 443. 515. III. 43*. 46*. 52*. Segeberg III. 130. Segur Jacques, sr. de Pardaillan, hugenott. Diplomat. I. 139. 196. 360. 372. 402. IL 175. 184. 239. 252. 258. 272. 290. 293. 297. 330. 340. 344. 352. 361. 368. 369. 371. 373. 378. 379. 382 387. 390 391 395. 401. 112 418.420. 421. 129. 434. 436 438. 439. 440 449. 454. 457. 459. 466. 468. 475 478. 185. 58(1 487. 1:95.508 517 518. S.462. III. 1. 6. 14. 16. 18 22 24. 28. 31 37 41. 47. 50 51. 53. 56 58. 59. 60 61. 62. 65 67. 69. 73 74. 75 78. 81 86. 89. 97. 98. 102.103. 108. 112. 113. 114. 130. 137. 142. 148. 191. 197 224. 47*. 60*. 67*. 68*. 87*. 91*. 99*. 117* S. 771. Seidlitz, Johann von, kursächs. Rat IL 113. III. 252 445. Seine III. 85. 87. Seit zier, lulher. Prediger zu Heidelberg III. 57*. Seid Dr. Georg Signi., R. Vizekanzler I. 364. Seligenpfort I. 300. 329. Sein eeker, Dr. Nikolaus, lutlier. Theolog I 4. III. 185. Seischeid III 174 Selz 1.84.354.416. IL235. III 485. Seneton, sr. de, III. 112 Senlis III. 239. Senn he im II 263. Sens s. lVlleve Sessa, Herzog von III 319. S c u t c r, Augsburger Advokat 1.252. Sfondrato, Kardinal III. 462. 4(18. 505. 511. 548. 582. 588. 599. 609. 612. 616. 'S Heerenberg IL 494. Sibylla von Jülich, Tochter Herzog Wilhelms III. 175. 338. 387. 393. -105. 436. 519. 531. 536. 583. 621. 655. 662. 114*. — von Sachsen-Lauenburg I. 318. S ick in gen Franz von, Faut zu Mosbach I. 30. 354. 359. 368. II 316. III. 64 163. — Hans Reinhard von III. 48*. Sidney, Philipp I. 49. 50. 51. 54. 60 95. 117. S. 571 IL 327. 423. III 254. — jüngerer Bruder 1. 175. S. 573 III. 20*. — Henry III. 468. S i d o n i a, Gemahlin Erichs von Braunschweig III S. 773. Siebenbürgen III. 471. — S. Stephan von Polen, Christoph, Sigmund. Siegburg IL 225. Siegen I. 1. IL 1. 197. III. 620. 629. 642. Siena IL 407. III 151. 356. Sierck IL 455. Sievershausen IL 71. S i g i s m u n d , deutscher Kaiser III. 50*. Sigismund, Erzb. von Magdeburg III. 485. Sigismund Wasa, König von Polen IL 479. III 84, 131. 154. 102. 190. 235. 257. 305. 332. 336. 350. 402. 471. 528 531. 562. 593. 622. 624. 638.. 115*. S i g i s m u n d, Fürst von Siebenbürgen, Sohn Christophs III. 471. S i g m u n d , Mag Heinrich, Notar III. 285. Silber borner, Ruprecht, zweibrück. Rat IL 62. 71. 282. 287. Si 11 a, Nicasius, niederländischer Gesandter III 170. 214. S i m e 1 b e c k e r (Semeibecker) Dietrich, Arzt J. C. II 56.170. III. 80*. Simi'er, Jean de , im Dienste Alencon's I. 184. 195. Simmern I. 49. 418. IL 21. 32. 99 321. III. 174. 295. 492. — Pfalzgraf s. Reichard Simonius, Simon,ital. Philosoph I 418. III 61*. Sinzheim I. 293. IL 194. Sirlet, Kardinal III. 56*. Sitzenroda III. 170. 182. 453. Sixtus V., Papst IL 328. 341. 356. 358. 363 f. 372 f 375. 382 f. 387. 392 f. 396. 399. 400. 4031. 412t 415. 417 419. 422. 426 f. 431. 433 437. 439. 443. 450. 452. 405t 471. 472. 482. 4S4. 498. 509. 513. 515. 518. S. 461 f III. 7ff. II f 21. 35.42. 49. 56. 72.74.96. 101. 109. 119. 125. 136. 144 ff. 860 157. 162. 108 172. 191 f. 195.218. 219. 222 224. 233. 240 254 259. 2(51. 2(54. 280 f. 286 287. 289. 294. 299 ff. 3071 310. 314. 319 f 320. 324 347. 342. 350. 356 380. 396. 407. 410. 417. 473 f 483. 485. 517. 520. 5251. 534. 573 579. 588. 597 607. 612. 640f. 651. 678. 680. 66*1. 73*. 79*. 81*. 83*. 85*. 92*. 96*. 100* f. 109*. s Sizilien I. 348 III. 356 385. Skene (Skenäeus), John, scliott. Gesandter III. 404. 413. Skrzetuski, Johann, polnischer Sekretär III. 84. Slade III. 618. 631. S n o u c k , Francois, kurkölnischer Agent III. 529. Sobernheim III. 143. Sobolles (Saubolc\ Eoger de Comminges, sr. de, Befehlshaber in Metz III. 181 199. 210 211.. 227. 367. S78. 443 459 653. - Bruder des vorigen III. 653. Soest III. 10 — Fehde III. 115*. Soi court I. 88. S o i s s o n s, Karl Gral von II. 498. III. 85. 386. So lim an, Sultan III. 11. Solms I. 355. — Otto von I. 111. — Ernst von, oberrhein.Kreisobrist I 150 185. 11 57. 228. 258. 275. III. 12. 60. 72. 74. 101*. — Hermann Adolf von, Kapitular zu Strassburg I. 326. S 570. II. 2. 4. 5. 6. 13. 18 21. 24. 35. 40. 47. 50 51. 55 57 62. 63. 79. 87 108. 140. 151. 162. 171. 211. 213. 259 302 312. 467. III. 3. 11. 234. 255. 467. 658. 679. 48*. — Konrad von II 57.87 III. 115. 457. 606 — Johann Albrecht II. 467. III. 288. — -Lieh, Georg- Eberhard von III 112. 647. Solothurn I. 402. III. 198. 199. Sommere, de II 207. Sophia (von Braunschweig), Gemahlin Georg Friedrichs von Brandenburg I. 167. Sophia, Gemahlin des H. Julius von Braunschweig II. 31. Sophia (von Mecklenburg), Königin von Dänemark, Gemahlin Friedrichs II. III. 182. 286. 554. 638. Sophia (von Brandenburg), Gemahlin Christians von Sachsen I. 309. III. 52. 126. 245. 258. 306. 336. 457. 497. 562. 609. 630. 638. 645. 647. Sophia (von Würtemberg), 1. Gemahlin Friedrich Wilhelms von Sachsen I. 418. III. 52. Sophia Eleonora, Landgräfin von Hessen III. 336. Soytter, Konrad, II. 193. Spaa II. 9. 288. 296. 306. 378. 380. III. 424. 598. Spandau 1.418. 11.141. III. 92*.• Spangenberg IL 47. 335. Spanien I 1. 31 f. 42. 49. 81.99. 113 f. 116. 123. 125. 126f. 134. 149. 163. 171. 178 f. 197. 212. 216. 223. 228. 234. 237. 240. 244. 247. 253 ff. 263. 268f. 282. 286. 290. 295 f. 304. 332. 334. 337. 341. 352. 355. 3(50. 362. 381. 385 f. 394. 402. 403 f. 409. S. 570. 574. 576 f. II. 8. 22 ff. 351. 38. 41. 45. 81. 94. 98. 101). 126. 138. 148. 151. 165. 173. 195. LÖ8. 207. 222. 2241 227 f. 237. 242. 247. 273. 290. 290. 302. 317 363 f. 381. 392. 428. 440. 443. 447. 465. 479. 504. 514. III. 2. 4. 10f. 21. 24. 35. 37. 39. 44. 64. 68. 88. 91 ff. 101. 105. 1201 134. 139. 145. 148. 152. 158. 102. 1091 175. 183. 185. 190. 210. 212. 219. 223. 228. 235. 239. 270. 287. 290. 304. 305. 319. 320. 326. 332. 345. 363. 375. 383. 388. 398. 409. 423ff. 432. 436. 4411 445. 452.466.469.472:479. 483. 510. 543. 552. 5541 558. 569. 570. 575. 579. 582. 588. 592. 598. 0051 616. 619. 637. 647. 080. 13*. 52*. 101*1 100*. 110*. S. 771. — S. Kl August, Johann Casimir, . Isabella, Philipp; Khevenhüllcr. — Gesandte s. Borja, Croy, Guzman, Mendoza, Moreo, San demente, Tassis, Terranova, Vargas. — Statthalter s. Alba, Champlitte, Don Juan d'Austria, Mansfeld, Parma, Kequesens. Specklin, Daniel, Strassburger Ingenieur IL 151. Spee, köln. Adeliger IL 40. Speer, Ulrich, bair. Agent am Kaiserhof IL 358. III. 635. Speier I. 66. 115. 151. 185. 187. 210. 224. 261. 306. 354. 380. 385. 387. 407. 416. 418. S. 577. IL 52. 55. 56. 94. 98. 103. 108. 109. 121. 124. 152. 153. 161. 109. 203. 204. 205. 267. 282. 285. 293. 302. 329. 861 390. 399. 403. 418. 427. 445. III. 16. 32. 33. 42. 55. 58. 72. 74. 101. 115. 130. 151. 103. 186. 189. 192. 216. 238. 239. 250. 265. 269. 270. 278. 315. 353.388.405.411. 457. 481. 485. 515. 526. 527. 565. 573. 592. 604. 679. 20*. 48*. 49*. 80*. — Bischof s. Eberhard, Marquard. - Tumult 1576/7 I. 21. 27. 28. 31. 39. 43. 87. 287. — S. Kurfürstentag, R. Deputationstag, E. Städte, R. Tag. Speinsshard, Prälat von I. 5. 31. Spifame, Andrej Hugenott III. 117. Sponheim II. 282. III. 10. 121. 127. 681. Sporeno, Francesco, Rischof von Sebaste u. Agent Erzh. Ferdinands in Rom TT. 61. 74. 392. 393. 417. ■137. 472. 484. 515. Sprinzenstein, Hans Albrecht Freiherr von, tirol. Geheimrat u. bair. Feldzeugmeister I. 292. S. 576. II. 68. 328. III. 424. 470. 520. 533. 548. Stade TIT. 228. 330. 300. 370. 372. 448. 485. S. 771. Stadion, Hans Ulrich von, im Dienst Erzh. Ferdinands TL 263. Stadtmann, ansbachischer Kanzler III. 542 646. Stafford, englischer Gesandter in Frankreich IT. 346. III. 205. 374. 407. 443. 87*. Starhemberg, Freiherr von III. 191. Starken bürg s. Wambold, Weyer Starnberg II. 158. Starschedel, Otto von, sächs. Gesandter III. 312. 339. 342. 354. 356. 379 609. Staupitz, Heinrich von, deutscher Truppenführer III. 26. 1*. Steelant, Marcq de IL 296. Steenwijk HL 569. Stefan III. 262. Steiermark 1.416. II 109.161. 479. III. 628. - S. Karl, Maria, Anna. Stein , Heinrich vom, Oberst I. 144. 192. 193. 220. 368. IL 115. 164. 185. 213. 224. 230. 259. 266. 307. S. 460. III. 39. 119. St ei nach III. 323. 353. Steinburg ITI. 67 Steinfurt III. 422. Steinheim III. 401 Steintal IL 282. S. 461. III. 174. 177. 515. Stein wich, Dr, köln. Stadtsyndikus IL 24. Stenins, Mag. Simon, Rektor der Univ. Heidelberg IIL 285. Sten tzel von Namslo, im Dienst Oraniens, dann des Gebhard Truchsess IL 203. 227. 205. III. 44*. Stephan, Herzog von Baiern IL 504. Stephan Bathori, König von Polen I. 418. S. 577. IL 31. 280. 281. 322. 399. 400. 482. TIT. 9. m* f;** 30. 471. 27*. 34*. 37*. 51 56*. 61*. — Gemahlin ITI. 70. — Bruder s. Christoph. Sternberg IL 101. Sterzing IL 328 Steuerburg s Lewenstein. Stiber, Mich, ansbach. Theolog III. 59*. Stifter, drei s Bistümer. Stöckhl, Anselm, bair. Korrespondent I. 233. III. 269. 380. Stolberg, Alb recht Georg von I. 395. 396. 407. 416. Stolz, Andreas, erbach. Superintendent I. 27. — Christoph, erbach. Pfarrer III. 4*. S Lor, Hieronymus, Freisinger Domherr IL 111. 187. — Paul, vqji Ostrach, lüttich. Obristkämmerer und Rat IL 111. 148. 293. ITI. 155. 101. Stormarn III. 492. Stozing, Ruprecht von IL 41. Straaser, Abraham III. 336. Straputzky III. 540. Strassburg, Stadt (bezw. Rat) I 14. 23. 31f. 45. 52. 06. 76. 134 169. 171. 179. 185. 188.189.210. 223. 224. 231. 232. 239. 250. 260. 270. 275. 284. 380. 401. 407. 418. S. 571. 573. II 2. 31. 35. 39 40. 55. 78. 82. 108. 1.24 149. 151.153. 165. 109. 179 f. 190. 259. 270. 289. 291. 299 305. 313. 336. 349. 396. 399. 401. 406 430. 431. 441. 450. 505. III 8. 21.'31f 34 47. 50f. 56. 58 00. 63ff. 69. 721 75. 7S. 82. 90. 92. 94. 9S. 102. 111. 114. 115. 118 f. 121 123 127. 130. 135 f. 142. 147. 148. 150 f. 154. 158. 159. 103. 173. 174. 1771 198. 206. 210. 215. 219. 224. 227 234. 239. 244. 247. 251. 2551 202. 205. 862 268. 209 f. 271. 272. 277. 279. 282f. 288. 291. 300. 302 325.330.333. 336. 364. 368. 378 380 f. 380. 389. 400. 408 430. 435. 437. 4431 460. 485f. 489. 490. 494. 515. 527. 535. 541. 564. 565f. 569. 573. 577. 588. 590 f. 604. 607f. 614. 018. 020. 658. 000. 064. 678ff. 084. 7*. 11*. 14*. 48* f. 71*. 73*. 80*. 117*. — Französ. Anschläge auf Str. I. SO. 175. 179. 181 f 180 f. 189. 192. 196. 210. 223. 232. 239. 250. 274f. 298 i gehört in das Jahr 1580). 341. S 574. II. 175. 201. 302 f. 322. 329. 340. 420 f. III. 69. 158. 470.19*. 20*. — Bischof s. Johann. — Kapitel u. evang. Kapitularen II. 1.199. 291. 318. 375. 392. 390. 399. 413. 419. 427. 437. 467 III. 3. 11. 44, 49. 57. 08. 82. 94. 101. 115. 122. 130. 144. 147. 101. 177. 182. 192. 193. 198. 234. 250. 255 259. 268. 270. 282. 288. 290. 291. 293. 325. 387. 394. 424. 426. 44G. 467. 485. 495. 564. 573. 630. 552. 658. 601. 078. 079. 680. 95*. 98*. - Landtag 1580 I. 210. 287. 295 29S. 309. 322. 324. 332. Straubing II. 318. Strickerius, Hermann, Prediger I. 115. Striegel, Jakob, pfälz. Pfennig- meister III. 152. 163. 604. Stromberg III. 681. Struppius, Dr. Johann, Präzep- tor Pf. Friedrichs II. 264. Stuart, William, schottischer Gesandter III. 404. 413. Stucki, Johann Wilhelm, Züricher Theolog I. 252. III 176. 389. — Schweiz. Truppen führer II. 198. III 198. Stülingen II. 289. Sturm, Johann, Rektor in Strass- burg I. 175. 287. II 312. III. 60. 95. 1*. Stuttgart I. 169. IL 94. 161. 293 479. III. 2. 10 31. 44. 187. 234. 251. 364. 411. 438. 542. 651. 4*. Suderman, Dr. Heinrich. III 94*. Sulz II. 26. Sulz, Christoph von, Kanon iker zu Straßsburg III. 495. Sulzbach II. 293 III. 51*. Sund I. 316. 334. Süss ex, Herzog von I. 227. Synode, allgemeine evangelische I. 73. 76. 77. 93. 94 207. 215. 307 IL 55. 252. 351, 361. III. 176 191. 360. 484. 47*. 59*. - hugenottische s. S. Foix, Mon- tauban, Nimes, Vitry. Szathmar II, 281. S zig et III. 147. Tafan, sr. de III. 181. Talheini III. 66. Tantonvillc, sr. de, lothring. Adeliger III. 57. 58. 62. 75. 99*. Tardif I. 184. Tassis, Juan Bautista de, span. Geschäftsträger in Frankreich I. 299. 307. 345. IL 175. 389. III. 10 L*. Tattenried IL 384. Tavanncs, Guillaumc de Saulx I. 260. Taxis, Godefroy de, kölnischer Eat III. 317. 515. 643. Tecklenburg III. 422. TeTigny, Charles de, Schwieger- sohn Coligny's I. S. 570. Temple, Oberst III. 556. 598. 599. Terceira I 418. IL 363. Termonde I. 147. 148. Terranova, Karl dAragona, Herzog von I. 125. 212. 418. III. 515. Teschen, Herr von III. 52. Tettau, Hans von, preussischer Bat III. 319. 402. Tettenborn, Otto von, hess. Rat I. 370. Tetti, Carlo IL 25. III. 314. Tettnang IL 117. Th engen, Christoph Ladislaus von, kölri. Domkapitular IL 35. 79. Theuerling, Wolf, kurbranden- burg. Kammersekreträr und Bat III. 485. Thövalles, französ. Befehlshaber I 69. Tholey III. 486. Thonon III. 210. Thou, de III. 196. Th ü ngen, Julius von, pfälz. Amtmann III. 141. Thüringen I. 242. III. 311 Thyllius, Johannes, Sekretär Neuenars III. 214. Tichtl, Albrecht, bairischer Bat III. 674. 863 Tilman (Tillinan), Bernhard, Berner Hauptmann I. 23. 73. 220. S. 574. II. 189. 379. III. 8. 00 99*. Tinte v.ille (Dintcville), Joachim Baron von, Generalleutnant der Champagne II. 518. III. 194. 199. 210. 208. Tirol I. 285. II. 137. Tirschenreuth III. 080. Toledo III. 380. Torgau 1.40. 11.252.381. III. 130 312. 350 457. 494. 078. - Konvent der evang. Fürsten 1591. III 100. 403. 405. 400.469.474. I.si). 484; 485. 48S. 4S9 490. 491. 492. 497. 499. 500. 508. 509. 510. 513. 517. 522. 523.525.530.532. 539. 547. 549. 570. 044. 040. S. 774. • - Torgisches Buch s. Konkord ienformcl. Torren tius, Laevinus, lüttich. Domherr II. 290. 372. 377. Toskana I. 292. II 500. III 172. 254. 201. - s. Christina, Elconora, Franz, Ferdinand; Ali- dosio,Cavriana,Niccolini,Rucellai; Florenz. To s s anus, Daniel (Toussain, sr. de Beaumont), Hofprediger J. C. 1. 8. 9. 18. 22. 31. 52. 89. 111. 128. 207. S. 572. 573. 577 II. 02. 75 155. 204 285. 293. 427. 464. III. 24. 58. 00 73. 95. 143. 147. 149. 176. 186. 188. 218. 227. 248. 278 332. 330. 353. 306. 3S9. 449 451. 457. 634. 672. 678. 6S0. 4*. 7*. 20*. 68*. 99*. Toni I. 300. IL 175. 300. III. 37. — s a. drei Bistümer. Toulouse II. 323. 303. III. 67*. Touraine I. 289. 300. — s. Turennc. Tournai IL 255. 290. Tours III. 190. 198. 200. 231, 346. Tradol er IL 155. Trautson, Paul Sixt Graf von, kais. Obersthofmarschall und R Hofratspräsident I. 276. 312. 371. 396. 398. 407. 414. IL 399 III 9. 630. 54*. Tremblecourt, Louis de Beau- veau, sr. de, span. Truppenführer III. 127. 153. 102*. Treysa IL 426. Tridentinum I. 332. 352. 377. 396. 418. II 274. 392. 403. 439. III. 11. 151. 192. Trief ues, Dr. (?) III. 1*. T r i o n t s. Madrnzzo. Trier I. 297. 362. IL 40. 105. 153. 173 222. 265. 322. 455. III 21. 151. 195. 196. 19S. 212. 275. 294. 348. 434. 485. 079. — s Jakob, Johann, Wimpheling. Trifels II 310. Trivulzio I. 244. Trostelfingen IL 203. Troyes I. 225. IL 323. 474. Truchsess, Christoph Freiherr von AValdburg, Bruder Gebhards, I. 292. S. 570. IL 68. 69 123. 126. ■— Ferdinand, Bruder Gebhards IL 72. 126. — Jakob, Vetter (iebhards I. 181. II 68f. 381. S. 460. — Karl, Bruder (iebhards, Präsident des R. K. G , dann Oberst im Dienst Gebhards I. 285. S. 574. II 9. 29 68. 72. 92 111. 123. 126. 138 149. 188. 202. 213. 222. 225. 230. 255. 259. 300. 338. 341. 350 439. S. 460. III. 255. — Gemahlin Eleonora II 123. — Otto, Kardinalbischof von Augsburg II 120. 259. Tübingen, Graf Alwig zu III. 285. 449. Tübingen IL 271. III. 10.542. - Universität I. 10. 59. IL 313. Tuilerie, Coignet de la, Gesandter Navarras III. 14. 22. 191. 235. 494. 545. 570. Tu renne, Henri de la Tour, vicomte de I 93. 184. 278. 289. 300. 402. IL 336. 363. 401. 518. III 78. 117. 137. 444, 448. 456. 459. 484f. 490. 494. -199f. 504. 507' 508. 510f. 512. 517. 519. 523. 525. 520. 533ff. 538 542. 545. 546. 550. 551. 554 f 556. 557 f. 559. 560. 501 f. 505 ff. 569. 570. 572. 581. 586 591. 592 596. 597. 607. 608 611. 614. 626. 627 033. 641. Türken LI. 233. 249. 270. 341. 348. 357. 362. 385f 396. 407. 418. S. 570. 575. IL 24. 71. 250. 273. 2801'. 328. 343. 301, 415 437. 500. III. 11. 42. 00. 81. 130 147. 154. 165. 168. 173. 30S. 332. 373. 485. 499. 504. 511. 630. 038. 43*. 50*. 96*. 103*. Türkenhülfe (Kontribution) 1. 13. 49. 63. 99. 310. 312. 330. 357. 302. 305. 377. 379. 382 385. 395. 400. 403. 407 408. 410. 418. IL 50. 71. 75. 78. 82. 101. 290. 864 293. 328. 373. 399. 422. 428. 131. 512. III. 49. 101. 1-17. L50. 154. 166. 192. 272. 419. 185. 511. 678. 39*. 46*. 49*. Türke nliga I. 418. II. 280 f. 399. III. 43*. 52*. 55*. Türkeii stein 1.32.223 IL 210. III. 20*. Turrianus (de Torres), sp_n. Jesuit, I 418. Tüschclin, Dr. Gällus, zweibrück. Rat IL 240. III. 20. 1> . Tyrann I. 1. 19. 385. 41S. IL 450. III. 151. 412. il berlingen I. 407. ü b i q u i t ä t s 1 e h r e I. 10. 40. 319. 367. IL 50 54 55. 62 67. 206. 249.264 293, III. 10 44.52.455. 680. 685. 4*. 7* 64*. 65*. Udenheim IL 98. III. 157 163 8*. Ulm I. 380. IL 205. 240. 275. 131. 441. III. 32. 90. 174. 247. 364. 470. 485. 489. 490. 527. 541 566 568. 579. 604. Ulm er, Jurist zu Heidelberg IL 316. Ulmer, Konrad, Prediger zuSchaf f- hausen I. 60. 73. 89. 172 252. 313. 349. 394. 402. 418. III. 176. 218. Ulm er, Philipp, von Diepnrg mainzischer Gesandter III. 479. 669. Ulrich, Prinz von Dänemark III. 3. 11. 57. 68. 82. 94 105. 122. 130. 147. 182. Ulrich, Herzog von Mecklenburg I. 332. 334. 368. 380. 381. 418. S. 576 IL 268. 318. 328. 336 514. 516. III. 35. 68. 162. 182. 191. 232. 247. 272. 282. 283. 2S6. 299. 325. 364. 377. 418. 427. 463. 465. 484. 485. 489. 490. 491 492. 501. 502. 523. 527. 532. 541. 549. 552. 553. 566. 569. 576. 586. 600. 604. 638 47*. 85*. 105*. Ulrich, Herzog von Württemberg III. 232. Umstadt IL 316 III. 2. 10. 130. — S. Beehtolsheim, Wambold. Unfug, Joh, ansbach. Theolog III. 59*. Ungarn I. 76. 218 272.276.296. 312. 354. 362. 387.410. 418. II 71. 80. 280. 281. 399. 428. 452. 456. 465. 479. 491. III 101. 147. 150. 151 172. 173. 200.210.226.235 335. 392. 171 485. 561. 630. 638. 55* 56*. 83* Union dcutsch-evangel. Stände I 349 IL 322. 445. III. 37. 80. 123. 129 132. 154 170.272.277 289. 290. 291, 297 29S. 299. 306 318 ff 318 351 368 387 418. 460 465. 106. 469. 474 480 485. 488 ff. 509. 522. 523 530 539 5 11. 542. 548 519. 576. 615 617. 634. 644. 656. 54*. Unkel IL 168 198 222 Unterwaiden I. 402. Urach III. 512 Urbach III. 44*. TJrbiuo s. Franz Maria. Ürtlingcn II 1 15. Uri I 402. U r i u s, Johannes, pfälz Geistlicher IL S. 461. Ursel III 481. Ur s i n u s , Zacharias , reformirter Theolog I. 8. 84 111 IL 92. — (Orsino?), Ferdinand IL 256. Ursula, Pfalzgräfin zu Veldenz, Mutter des Georg Hans III. 438. Urth IL 479. Uthenhove, Charles, Herr von Hogevalle IL 207. Utrecht I 115.160 257 11.203. 293 III 101. 151. 192. 214. 302. 610. 50*. Uzes I. 300 Vacha III. 189. 243. 370. Valois, Haus I. 45. 174. II 175. V a r a m b o n , Marquis, span Oberst I. 95. Varenbüler, D., württemberg- ischer Rat IL 492. — Joh Konrad, braunschw Bat III. 33 111*. V a r g a s, Juan de, Mexia, span. Gesandter in Frankreich I. 109. 184. 213. 236 299. Varro, im Genfer Rat I. 207. Vaucoulcur III. 75. Vaudemont, Nikolaus von Lothringen, Graf von I 37. IL 3S. 175. 99*. V au Ix, de, Abgesandter Don Juans in Frankreich III. 10* Vauvillers I. 188. Veldenz I. 56. 293. II 282.293. III 40. 98. 177. 187. 208. 241. 249. 292. 438 492. — s. Georg Hans, Georg Gustav, Elisabeth, Anna Maria, Ursula. 865 Veles, Marques de los, III. 96*. Veluwe IL 494. III. 558. V e n d 6 m e s. Heinrich v. Navarra. — Karl von Bourbon, Kardinal von III. 261. 346. 386. Vendofnoys I. 289. Venedig I. 171. 194 228 292. 349. 362. S. 575. II. 51. 280. 281. 293. 363. 368. III. 162. 231. 254. 261. 296. 307. 314. 339 340. 342. 356. 380. 484. 504. 526. 547. 43*. 55*. 116*. — Gesandte am Kaiserhof s. Badoer, Cavalli,Dolfin, Gradenigo, Lippo- mano, Zane. Venestrange s. Finstingcn. Venloo I. 119 Venningen, Erasmus von, früher kurpfälz. Hofrichter I. 91. II 214 816. III. 7*. — Hans Christoph, pfälz. Hofmeister II. 315. III 670. Ventadour, Graf von II. 469. Veray, im Dienst Alencon's I. 184. S 573 Vercelli s. Bonomi. Verden III. 33. 485 100*. — Bischof s. Philipp Sigismund. Verdugo, Franz, span. Oberst III. 180. 201. 241. 83*. V er dun II. 175. 360. — S. drei Bistümer. Vergi s Champlite. Verne, Francesca von II. 289. — sr. de, IL 289. Verona III. 356. Vervins IL 643. Vest, Dr Johannes, Fiskal zu Speier III. 163 678. Vezines, Guill. Stuart de, huge- nott. Truppenführer I. S. 570. III 99*. Vieheuser, Dr. Sigmund, B. Vizekanzler I. 17. 258. 273. 352. 374. 407. 416. IL 111. 240. 300. 306. 318. 328. 337. 338. 367. III. 95*. Vieillevillc, französ. Marschall I. 69 Vignory, Franz, Qumqucmpoix, sr. du Mais, Graf von, I. 192. 196. 198. 217. 220. 223. 223. 225. 238. Ville, sr. de IL 336. Villeneuve I. 200. IL 267. III. 99*. Villequier, Gouverneur von Paris I. 34. 58. IL 470. 499. Bezold, Briefe des Pfalzgrafen Jobann Villeroy, Nicolas de Neufville, französ. Staatssekretär I. 271. 300. IL 403. 518. III. 346. Villers, J. de Socte, soigr de, niederländ. Feldmarschall III. 78. 201. Villesaison I. 223. Vi Hers, sr. de, lothring. Kammerherr III. 96. Vilvoordon IL 296. Vimorv III. 96. Vincennes IL 363. 483. Vinzenz Herzog von Mantua I. 292. S. 576. III. 356. Virmunde, Arnold von, hess. Gesandter I. 31. Virnburg, Philipp Graf von IL 400. Visconti, Alfons, Nuntius am Kaiseihof III 250. 252. 254. 259. 261. 202. 272. 274. 294. 307. 310. 325. 343. 350. 375. 387 397. 462. 468. 186. 505 511. 515. 547. 548. 628/"" Viteaux, Baron de I. 93. Vitry, Synode 1581 I. 287. Vitzthum, Georg, kursächs. Bat III. 118. Vlis singen III. 163. 494. 17*. Voet, D. Gerhard, staatischer Gesandter IL 207. III. 102. 112*. Vögel in, Mag. Ernst, Land Schreiber J. C. I. 73. 89. 159. Vogesen IL 263. III. 486. Vohen stein, Kittmeister III. 115 152. 167.' Voigtland III. 580. 639. 672. Volk am er, Clemens IL 457. Volanus, Andreas, Sekretär des Königs von Polen III 332. Volker, Christoph, ansbachischer Kanzlist und Bat III. 485. Volkmarschen IL 51. Vollmerkheim IL 151 V o 1 m a r, Wilhelm, zweibrück. Bat IL 91 III. 26. 221. 239. 276. Vorbehalt, Geistlicher, s. Deklaration K. Ferdinands, Freistellung. Wachenheim III. 18*. Wacker, Dr. Matthäus I. 87. Wade, englischer Gesandter III. 130. Wahl, Hans I. 31. Wahlkapitulation Rudolfs IL I. 116. 364. IL 101. 399. III. 150. 192. 294. 564. Casimir. III. 55 866 — Maximilians II. I. 364. Waidhof en III. 454. Walbrun, Hans Bernhard von, Oberst I. 23. 188. 300. S. 573. ' II. 51. 62. 146. 164. 165. 185. 213. 230. 266. 390. 445. III. 217. 226. 14*. Wal deck, Bernhard Graf von, Köhler Domherr, B. von Osnabrück II. 35. 192. III. 562. 612. 684. W a 1 d e c k s. Maxiram. Waldmünchen I. 50. II. 367. Waldsassen I. 354. 416. III. 485. 580. 680. Waldsp erger IL 98. Wallenfols, Georg v., Gesandter Neuenars I. 24. Wallis III. 117. Walluff III. 613. Walsingham, Francis I. 57. 97. 117. 195 240. 335 S. 573. II. 28. 36. 177. 297. 327 371. 408 423. 440. 453. 459. 493. III. 78. 97. 130. 148. 205. 218. 228 253. 17*. S. 771. 774, Walt her, Rudolf, Züricher Theolog I. 60. 73. 111. 145. 171. 252. 313. 349. 355. 394. 418. IL 103 189. 198. Wambach, Hans von, kurpfälz. Reiterhauptmann II. 164. III. 331. Wambold, Philipp (von Umstatt) Statthalter J. C., Burggraf zu Starkonburg I. 31. 91. 92. 95. 158 159. 286 357. 36S. 369. 370. 395. 418. IL 62. 82. 122. 125. 150. 153. 192. 220. 222. 253. 263. 278. 302. 370. 427. 428. 638. 671. 680. 681. 20*. 80*. — Hans Dietrich, Bat J. C. II 133. 250. 278'J). III. 53. 62. 141. 186. 198. — Eberhard, Assessor am Reichskammergericht III. 39*. Wanzenau III. 63. Warburg II. 485. Warschau IL 281. III. 70. 531. Wassclnheim III. 60. 69. Weber, Dr., R.Vizekanzler I 17. Wedel, Lupoid von III. S 774 Weibel, Hauptmann I. 410. Weiden III. 143. Weidenhain III 453. AVeihe, Eberhard von, kursächs. Rat III. 445. 474. 480. 485. 488. 489. 490. 500 563. Weilburg IL 2. Weimar I. 384. IL 133. 151 153. 330. III. 304. 660. Weinheim I. 8. III. 510. Weiss, Kapitän II 278. — Trabant III. 540. Weiss, Adam III. 1*. Weiss, Dr. Johann, Agent der Strassburger Kapitularen IL 318. III 3. 244. 255. 256. 264. 277. 283 302. 345. 527. 658. Weissenberger, L., kurpfälz. Beamter IL 82. Weissenburg (Elsass) I 66. 185. 274. 284. IL 205. 329. III. 130. 163. 527. We i s s 1 an d, Ulrich, truchsessischcr Sekretär IL 259. Warck (Wercke), Dr. Johann von, niederländischer Gesandter III. 43. 97*. Weifen I. 292. Welser, Philippinc I. 292. IL Gl. 103. 437. Wense, AVilhelm von der, dänischer Gesandter III. 83*. 89*. Wenzel, Erzherzog I. 149. Weren, Friedrich von, Oberst IL 165. 185. 213. 230. 390. III. 24. 37. 67. 87 96. Werl II. 151. 163. Werle, von III. 513. Werra I. 41. Wersabe, Anton von, hess. Rat I. 49. IL 449. III. 485. 488. 489. 490 Wersau IL 295. 325. III. 163. Wesel I. 65. 111. 151. IL 504. . 514. III. 10. 88. 144. 469. 569. — S. Kreistag. Weser III. 515. Wessel, Kapitän III. 44*. Westendorp, Gesandter Parmas III. 68. Westerburg, Georg Graf von, Oberst I. 79. IL 322. 382. 424. III. 1*. — Philipp Graf von IL 108. III. 48*. Westerholt, münsterischer Kanoniker III. 66*. Westerwald IL 222. III. 558. 650. 102*. Westfalen I. 333. IL 24. 32. 35. 87. 88. 104. 108. 113. 130. 144. 151. 153. 155. 163. 192. 200. 224. 230. 388. 414. 428. 437. 445. 451. 452 III 6. 10 12. 21. 49. 72. 73. 141. 200. 201. 294. 317 326. 345. 363. 387. 419. 420. 421. 431. 867 434. 439. 442. 485. 490. 529. 530. 581. 612. 621. 672 44*. 53*. 66*. Wetter au II. 3S8. III 366.567. 613. Wetterauische Grafen I. 53. 326. 380. 408. II. 67. 77. 86. 108. 11.8 144. 151.153.154.204. 221. 232. 275. III 141. 270. 71*. Wetzlar II. 232. Weycker (Wickert, Isaak, Diener J. C. I. 175. S. 573. II. 124. 1S9. 290. III. 31. 37. 51. 60 14*. 20*. 99*. — Matthäus, Bruder des vorigen I. 223. S. 573 III. 227. 268. 14* Weyda III. 590. — S. Christoph von Siebenbürgen, Zapolya. Weyden EL 81. We y e r, Dr. Dietrich, Hat der Pf. J. C. u. Georg Hans, Burggraf zu Starkonburg I. 4. 19 30 4!). 51 82. 91. 92. 95. II. 240 265. 282. 299. 379. 405. 447. 479. III. 41. 47 57. 60. 177. 241. 513. 528. 531.- 601 057. 678. 680. 14* 113*. 114*. — Dr. Galenus, jvilieh- ischer Leibarzt III 601. — Dr. Heinrich, kurtrierischer Leibarzt III. 601. — Dr. Johann, Vater der vorigen III. 601. We z e, Heinrich von, klevischer Kanzler III. 113*. Widukind I. 282. Wied IL 21. 222. III 422. 486. — Hermann, Graf von II 62. 126 460. III. 115. 134. 141. 152. 163. 484, 486. 555. 581 599. 102*. — Wilhelm von I. 114. III. 141. 263. — Friedrich von II. 72. Wiedertäufer II. 52. 285. 348. Wien I. 154. 418. S. 575. IL 358. 443. III. 9. 154. 172. 314. 356. 375. 499 W i 1 d e n s t e i n, Wolfgang von, neuburg. Eat IL 318. Wilebroch, Leibarzt Erzh. Ferdinands I. 292. Wilhelm V., Herzog von Baiern I. 29. 233. 234. 241. 258. 259. 273. 285. 292. 290. 349. 350 357. 364. 368. 374. 378. 385. 388 399. 416. 418. IL 20. 29. 31. 32 41. 49. 53. 56. 62 08. 75. 93. 98. 99. 105. 106. 110. 111. 124. 127.12S. 145. 150. 158. 165. 168. 171. 173. 180. 1S3. 187. 191. 193.196. 203 208 209. 210. 220 238. 243. 247. 248. 254. 256. 259 f. 266. 269. 272 f. 276. 286. 288. 292. 293. 294. 300. 306. 318. 325. 328. 338. 341. 358. 362. 364. 370. 372. 381. 399. 413. 415. 425 431.433. 437. 439. 464. 465. 466. 473 479. 484. 502. 504. 507. 512. S. 401. 462. III. 82. 118 f. 128. 134. 140. 141. 146. 154 ff. 157. 160. 163. 109. 177. 195. 222. 250. 256. 269. 287. 289. 306. 314. 319. 325. 332. 337. 339. 342 356. 375. 380. 393. 405. 424. 450.457.402.467. 470. 473. 515. 518 520.521.529. 533. 548. 574. 575. 579 f. 588. 595. 598. 635. 640. 649. 061. 664. 674. 678. 680. 681. 6S3. 686. 690. 24*. 28*. 30*. 40*. 49*. 52*. 50*. 58*. 06*. 70*. 70*. 95*. 101*. 102*. 104*. 106*. 111*. W i 1 h e 1 m von Braunschweig-Lüne- burg I. 167. II. 336. III. 82. 270. 364:. 489. 490. 500. 98*. Wilhelm von Hessen I. 56. 57. 58. 60. 64. 72. 75. 80. 113 116. 123. 126. 130. 137. 138 140.141 144 147 149. 161. 153 210. 220. 2281'. 243. 245. 252. 280. 317. 328. 383. 396. 418. S. 570. 572. IL 4. 15. 17 f. 33. 34. 35 39. 47. 51. 57. 63. 66. 67. 70 82. 94. 104. 108. 124. 130. 140. 144. 151. 103. 166. 18S. 192. 204 205. 211. 212. 215. 224. 225. 226 2291. 232. 233. 237. 241. 244. 248 f. 252. 264. 275. 293. 296. 303. 318. 320. 321. 325. 327. 329. 332. 335. 339. 342. 357. 360. 301. 363. 308. 379. 380. 382. 390 ff. 394. 399. 403.' 413. 420. 426 429. 4311'. 436. 441. 442. 447. 451. 455. 470. 474. 503. 504. 514. 516 518. III. 7. 9. 11. 15. 16. 24. 51. OS. 88. 106. 117. 121. 122. 132. 138. 141. 144. 154. 170. 175. 189. 196. 200. 202. 207. 214. 217. 219. 221. 226. 227. 231. 236. 239. 240. 243. 250. 256. 257. 262. 267. 270. 297. 300. 314. 318. 322. 325. 329. 338. 355. 365. 378. 385. 393 f. 406. 412. 419. 464. 485. 510. 519. 525. 532. 535. 541 f 506. 581. 599. 034. 642. 644. 648. 051. 664, 073. 678. 089 691. 4*. 6*. 7*. S*. 13*; 23*. 47*. 50*. 57*. 64. 65* 77*. 87*. 92*. 98*. 105*. 107*. 115. S. 771. — zu England IL 480. 4S6. 495 55* 868 497. 511. HI G 17. 63. 97. 290. 360. — zu Frankreich ü den Hugenotten I. 4. 93. 261. 287. II 287. 344. 351. 361. 378. 3S5. 412 449. 454. 459. 466. 482 495 499. 508. III. 14 15. 18. 22. 37. 46. 56. 73. 78. 114. 279. 280. 282. 286. 301. 304, 32 1 330 341. 364. 367. 369 370. 373. 381 f. 389. 396 407. 408. 414. 443 444. 469. 494 527. 545. 551. 553. 560 f. 577. 597. 604, 639. 641. 649. 651. 1*. 68*. — Religiöse Stellung I. 4. 11. 48. 351. 367. 378. 393 408. II. 14. 18 20. 67. 147. 181. 249. 264 2S5 326. 335. 348. 360. 426 458. 485. 513 514. III. 130. 149. 257. 412 631. 639 649 673 691 4*. 6*. 7*. 13*. 64*. — zu Sachsen I. 30. 41. 237. 341. S. 573 575. II. 13. 14 43 60. 161. 377. 485. 489. 500. 513. III. 6. 10. 52. 119. 126. 136. 169. 182. 202. 212 247. 311. 319. 352. 463. 493 517. 609. 631. — S. Johann Casimir, Kf. Ludwig. — Räte: Des Traos, Harstaü, Heugel, Hund, Keudel, Malsburg, Meckbach, Meysenbug, Pencer, Raw, Riedesel, Roding, Rols- hausen, Scheffer, Tettenborn,Wer- sabe. Wilhelm, Herzog von Jülich I. 3. 235. 319. 320. 321. 332. 377. 380. III. 101. 133. 149. 200. 203 294. 338. 354. 402. 405. 428. 436. 468. 478. 515. 528. 531. 583. 588. 590. 593 601. 624. 642. 662. 663. 113*. 114*. 115*. S. 773. — Räte III. 134. 326. 431 f. 445. 495. 593. 678. Wilhelm, Herzog von Man tun I. 282. 292. S. 576. III. 172. 195. 254. 261. 312. 422. Wilhelm L u d vv i g.. von Nassau, Sohn Johanns des A., Statthalter in Friesland II. 19. 101. 215. III. 224. 362. 558. 91*. Wilkes, Thomas, engl. Gesandter in den Niederlanden I. 102. III 43. Willing, Johann, pfälz. Geistlicher III. 24. Willoughby, Peregrin II. 395. III. 84* Wilna I. S. 577. Wilsperg II. 240. Wi ltberg, Heinrich von, Sekretär Oraniens II. 296 Wimpfen I. 377. 380. III. 192 294, 485. Wimpheling, Dr. Jakob, trierischer Kanzler I. 395. II 24, 28S. 350. 512. Windsheim II 205. — Hauptmann von Waldsassen III. 680 Windsor I 335 Winnenberg, Philipp Freiherr von,derAeltere 1.352.364 II 152 III. 77. 152. 163. 263 (?). 358. 680 689. — der Jüngere, Burggraf von Alzei IL 47. 57. 82. III. 88. 263(?). 320. 663. 666. 680. 684. 689. — Johann von, Kölner bimd Strassurger Domherr II I.'! 24, 35. 57. 78. 79. 162. 291. 302 312. Winsheim, D. Veit, dänischer Gesandter II III. I II). III. 87*. Winter Fabian, sächsiseher Rat III. 248 Winterfeld, Detlev von, kur- brandenburg Rat III. 320. 70*. — Dietrich von, Landrichter in Amberg III. 686. Winzingen III. 163. 196. Wiri chius, Lic. III. 400. Wirsberg, Soldan von, kurpfälz. Beamter I. 21, 27 31. III. 15 1. 20*. Witgenstein s. Savn III. 88. Wittenberg 1.317. IL 516. III. 24 107. 164 497. 92*. — Universität III. 497. Witzendorf, Hieron., Rat J. C. I 357. 368. II 155. 318. 330. 99*. Witzleben, Truppenführer III. 324 Wockelum IL 203. Wolf sehe Erben III. 32. Wolfenbüttel IL 35. 275. 370. 467. III. 352 368. 370. 485 507. 508. 92*. Wolff, Lic. Johann, badischer Rat IL 143. 318. Wolf gang von Braunschweig- Grubenhagcn IL 370. 458 III. 52. 419. 489. 532. — Gemahlin Dorothea von Sachsen-Lauenburg IL 370. Wolfgang von Dalberg, Kf. und Erzb. von Mainz I. 336. 352. 354. 350. 358. 362. 364. 365. 374. 377. 869 380. 382. 386. 389 395 f. 399 407 f. 416. II. 11. 13 24.26. 50. 60. 62. 69. 72. 75. 78. 82 '89. 101. HU. 108. 119. 120. 150. 152. 165 169. 173. 186. 192. 208. 229. 248. 250. 202. 269 288 290. 293. 298. 303. 306. 318. 335. 341. 350. 358. 302. 364 36«. 372 373. 381. 392. 399. 413 f 427. 437. 442. 450. 1511'. 492. III 21 23. 40. 42. 44. 46. 49. 72. 99. 101. 1181. 141. 144 151. 154. 157. 198. 200. 212. 259. 263 265 268. 274. 280. 301. 343. 3 IS. 358. 863. 375. 377. 3S0. 383. 387. 388. 398. 401. 405 400. 410 417. 419. 423. 425 f. 431. 434 110 112 445. 452 470. 479. 4SI 505. 536. 555. 568. 572. 574, 581. f. 591. 594. 599. 606. 612. 613. 628. 635. 669. 678. 690. 30* 39*. 44*. 46*. 63* 73*. 75* f. 111*. Wolfgang, Pfalzgraf von Zweibrücken I. 114. 176. 329. 357. 396. II. 51. 72. 482. III. 22. 73. 98. 251. 433. 485. 680. 117* Wolf gang Wilhelm, Pf. von Neuburg, Sohn Philipp Ludwigs III 143 496 Wolf ram sdorf, pfälz. Hofbeamter II. 263. S. 461. Wolfsberg III. 8*. Wölk enstei n, Ernst von, Trienter Kanoniker I S. 577. Wo Im er in g hausen, Otto von, westfäl. Kittmeister I S. 573. II 16. 23. 32 37. 44 192 234. 265. 390 421. 463. III 14*. 44* Wolmerstädt III. 408. Wolnzach I. 388. Worms, Stadt I. 49. 66. 101. 188. 223. 327. 380. IL 81. 94. 108. 109. 118 153. 329. 399. 427. III. 16. 77. 143. 163. 485. 527. 565. 592. 604. 679. 44*. 48* 80*. — Bischofs. Dietrich, Georg; Ladenburg. — Stift I. 293. II 399. III. 163. 230 .302. 380. 470 — s. Konvent Kreistag, Kurfürstentag, Landrettungstag. Beichsdc- putationstag. Wrede, Kaspar von, braunschw. Bat III. 180. 485. 488. 489. 490. Wroth, John III. 319. 356. 575. 660. Wulff en, Enstachius von, magdeb Bat III. 485. 488 ff. 98*. Wursele n IL 81. Württemberg I. 9. 380. 3S5. 416. 418. IL 286. 293. 314. 406. 492. III. 10. 151. 175. 177. 241 — s Christoph, Dorothea, Friedrich, Ludwig, Ulrich. Würzburg IL 399. III. 24. 64. 101. 151. 396 574, 579. 22*. 104*. - Bischof s. Julius. Wuttenaw, Heinrich von, Amtmann zu Oppenheim III. 167. W y c k c r, s Weycker. Wy nga er den, Johann von III.362. York, Erzbischof von I. 252. Yorke, Edward, engl. Gesandter III. 483 Ypern I. 141. IL 207. Y s s el s t e i n, Hauptmann III. 201 556. Zabcrn I 54, 183.188.189. IL 199. 406. III 55. 75.78.113.424,467. Zamoj sk i, pobiischerGrosskanzler III. 131. 305. 332. 350. 687. Z a n c h i, Hieron , Prof. in S_trass- burg und Heidelberg IL 271. Zane, venezian. Gesandter am Kaiserhof IL 175. 330. 331. 343. 353. 373. 387. 404 415 417. 425. 437 439. 443. 447. 457. 465. 484. 491. III. 9. 27. 30. 42 49. 147. Zapolya, Johann, Gegner König- Ferdinands in Ungarn III. 101. 590. Zara IL 40. — s. Minucci. Zebith, Georg von (?) III. 1*. Zechlin IL 335. Zedlitz, Ladislaus III. 688. Zeifz III. 82. Zella III. 3. Zelting IL 51. Z erb st III. 92*. Ziegenhain IL 232 482. III. 149. 510. 519. 92*. — Hauptmann zu IL 232. Ziegler, Jesuit IL 293. Zierixsce I. 1. Zilling^en III. 174. Zimmermann, D. AVilli., Heidelberger Theolog III. 57*. Z i m m e r n, Graf Wilhebn von, Obersthofmeister Erzh.Ferdinands IL 80. III 520. 533. 448. Zinkgraf (Zentgraff), Lic, kur- pfälz Bat IL 282. Zirotin, Karl von, mähr. Adeliger III. 638. 870 Z ö 1 e h e r, Georg, Diener J. C. I. 335. II. 177. 423 III. 228. Zölle und Akzisen I. 42. G3. 381. 385 416. III. 151. 295. 333 90*. 115*. Zon's II. 12. 24 222. Zorer Tob., neuburg. Rat II. 92. III. 411. 6S3. Zossen II 275. III. 289. Z sclianim er, kursäclis. Sekretär III. 645. 50*. Zug I. 402. III. 534. Zuidersce III. 558 Züleli, Hans II 165. Zu leg er, Lic. Wenzel, Hat J. C. I. 9. 19. 26. 48. 82. 89. 93. 110. 115. 117. 121 140. 141.145. 159. S. 570. II. 3. 7 8. 203. 224, 228. 234. 265. III. 20. «79. G80. 4*. 42*. 44*. Z ü n d c 1 i n , Wolfgang , protest. Agent I. 234. II. 56 61. 364. 36S. 372. 407. 415. III. 24. 224, 236. 287. 296. 298. 312. 439. 342. 354. 35«. 379. 3S4. 395. 447. 453. 457. 473. 493. 499. 511. 512. 526. 537. 575. 579 618. «21 «38. 645. 648. 660. 116*. Zürich (Stadt, Rat) I 52 60. 73. 76. 89. 168. 170. 190. 194. 199. 205. 207. 394. 401. S. 577. II. 62. 78. 198. 514. III. 76. 90. 136. 148. 158. 173. 176. 300. 319. 475. 560. Zütphen I. 111.145 11.293.494. III. 556. 14*. 115*. Zweibrücken I. 416. II. 93. 127. 142.310.325.382 394.109. III. 48. 366. 417. 459. 467. 492.20*. 109*. — s. Christina, Elisabeth Dorothea, Friedrich, Friedrich Casimir, Johann, Karl, Magdalena, Ott- heinrich, Wolfgang. Zwickau III. 29S. Zwingenberg III. 441. Zw ingli und Zwinglianismus I. 60. 349. II. 29 42. 253. 275. 392. S. 461. III. 112. 143 164. 485. Z wolle III. 101. 192. 558. Druckfehler.* No. 12 Ueberschrift lies Wilhelm statt Philipp. Seite 20 Zeile 28 v. u. lies Gouvrellius statt Couvrerellius. „ 23 „ 4 lies gewiss sind ihm statt gemäss sind ihre. „ 27 „ 9 lies J. Sohn statt J. C. Sohn. „ 67 „ 25 lies La Noue statt La None. No. 81 fehlt die Angabe des Archivs: Marburg. Seite 89 Zeile 5 v. u. lies 11. No. 207 statt I. No. 207. 8 v. u. lies S. 116 A. 2 statt Anm. 32. 15 lies bedenken statt bedanken. 18 v. u. lies Ketzern statt Keizern. 18 v. u. lies Qravamina statt Granannia. 11 v. u. lies 11. 352 statt I. 352. 12 lies Pf. Anna Maria statt Pf. Anna. 13 lies bien statt brin. 21 lies 27. April statt 16. April. 9 lies verkleinere statt verkleinern. 2 v. u. lies Pf. Johann statt Prof. Johann. 112 131 144 145 148 168 191 196 204 209 No. 4. 229 Datum: — '— August. Seite 257 Zeile 4 v. u. lies 254 statt 256. „ 264 „ . 3 lies Hügel statt Fugel. „ 275 „ 25 v. u. lies K. G. statt K. H. „ 280 „ 10 v. u. lies deutsehen Fürsten statt englischen Fürsten. „ 301 „ 25 lies Narni statt Narui. „ 311 „ 5 lies A. 0. statt A. O. „ 311 „ 16 lies Städte statt Stände. ,, 312 „ 15 lies Gallaty statt Sallaty. „ 319 „ 14 lies Zündelin statt Zündlein. „ 319 „ 25 lies Italoruni statt Itolarum. „ 365 „ 12 lies guardien statt gnardien. ,, 406 „ 14 lies Anna statt Maria Anna. * Verschiedene Fehler, die der Leser leicht selbst berichtigen kann, sind hier nicht aufgeführt. 872 „ 406 „ 11 v. u. lies 285 statt 286. Seite 417 Zeile 19 v. u. lies Salentin statt Valentin. „ 447 Anra. 1 gehört zu Seite 448. „ 458 Zeile 3 v. u. lies Am Rand: „Nota statt „Nota: Am Rand. „ 475 „ 21 lies reisigen statt reitigen. „ 482 „ 19 lies Wh. statt Wa. „ 438 )V . 25 lies Mb. statt Wb. No. 519 Datum 27. März/6. April. Seite 516 Zeile 2 v. u. lies Berbisdorf statt Bubisdorf, v. u. lies Bongars statt Bougars. v. u. lies 399/34 statt 993/34. 1 lies Jehu statt Jehn. v. u. lies M r de Bonnecourt statt M rr de Bonneourt- v. u. lies 23* statt 32*. lies von den statt von dem. v. u. lies ekatne statt chäne. 13 lies intomo statt interne v. u. lies eose statt coso. v. u. lies Oeisa statt Geias. v. u. lies Baviera statt Bavicra. 24 hat auszufallen. No. 70* Uebersehrift lies Kopp statt Koppen. Seite 776 No. 52 lies Naumburg statt Magdeburg. 516 , 3 538 , 19 625 , 11 662 , 3 665 , 10 666 , 1 666 , 13 669 , 13 669 8 671 > 2 705 , 2 712 „ 24 Nachtrag zu den Ergänzungen: zu Seite 666.A. 1 vgl. auch Corresp. de Cath. de Midieis VII (1899), 460. Druck von J. P. Himme; Augsburg. Verlag der M. Riepr' scta UniT.-Buclilianölung (&. Hrameo München. ineneu uua Erörterungen zur ßayeris Neue Folge. Bd. I. Andreas von Regensburg* sämtliche Werke. Herausgegeben von Georg Leidinger. 8°. 55 Bogen. 1903. Ji 16.—. Das Tagebuch Kaiser Karl's VII. aus der Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges. Nach dem Autograph in der Münchener Hof- und Staatsbibliothek herausgegeben von K. Th. Heigel, Professor der Geschichte an der Universität München. 8°. 1883. Preis Ji 8.—. In Halbfranzband Ji 10.—. Neue historische Vorträge und Aufsätze. Von K. Th. Heigel. 8°. 1883. Preis Ji 6.—. In Halbfranzband Ji 8.— Quellen und Abhandlungen zur neueren Geschichte Bayerns. Von K. Th. Heigel. 8°. 1885. Preis Ji 10.—. In Halbfranzband Ji 12.— Historische Vorträge und Studien. Von K. Th. Heigel. Dritte Folge. 8°. 1887. Preis Ji 7.—. In Halbfranzband Ji 9.—. Quellen und Abhandlungen zur neueren Geschichte Bayerns. Neue Folge. Von K. Th. Heigel. 8°. 1890. Preis Jl 10.—. In Halbfranzband Ji 12.— Des Viglius von Zwiehem Tagebuch des Sclimalknldischen Donaukrieges. Nach dem Autograph des Brüsseler Staatsarchivs herausgegeben und erläutert von Aug. von Druffel. gr. 8° 1877. Preis Ji 6.- Verlag fler M, Rm?* m üniY.-Bncliliaufllnng (s. himüd Mflnclieii. Die Augsburger Allianz von 1686. Von Richard Fester. 8°. 1893. 5 Ji Geschichte der Burggrafen von Regensburg. Von Manfred Mayer. 8°. 1883. 3 M Der Reichstag zu Regensburg im Jahre 1608. Von H. Frhr. von Egloffstein. 8". 1886. 3 Ji Fürstabt Balthasar von Dermbaeh und die katholische Itestauratiöii im Hochstii'te Fulda. Von H. Frhr. von Egloffstein. * ■ 8°. 1890. 3 Ji Wolf Dietrich von Raittenau, Erzbischof von Salzburg. Von K. Mayr-Deisinger. 8°. 1886. Preia 5 Ji Der Ursprung* des 30jährig-eii Krieges. I. Band: Der Kampf mu Donauwörth. Von F. Stieve. 8°. 1873. Preis 12 Ji Die Reicüsstadt Kaufbenren und die baier. Restanrationspolitilc. Ein Beitrag zur Vorgeschichte des 30jährigen Krieges. Von F. Stieve. 8°. 1870 Preis 2 Ji Das kirchliche Polizeiregiment in Bayern unter Maximilian!. 1595-1651. Von F. Stieve. 8°. 1876. Preis 1 M 20 $. Kaiser Maximilian II. und der Kompix)misskath.olizismus von Otto Helmut Hopfen. gr. 8". 1895. Preis 12 M Die bayerische Politik im ersten Jahrzehnt Herzog Albrechts V. von Bayern. 1550-1560. Von Walter Götz. 8". 1896. Preis 2 M, 2* ' ■*•*■<-£ i