9*—10*. 1577 651
Kf. schriftlich um Erledigung nachgesucht hat und keine Antworterfolgt, mag es jetzt füglicher geschehen. Der Kf. hat ins Badals seine Räte D. Reuber und Collman mitgenommen. Als Reuberauf kürf. Befehl sich unvermerkt zu Köln erkundigte, wie es dortmit dem Kf. und dem Domstift stehe, 1 schrieb Johann von Nassauan R-, er höre (durch Graf L.), dass R. die Pfalz verlassen wolle,und bot, ihm Eintritt in seine Dienste an. Das Sehr, wurde, alsR. hieher verreiste, durch D. Collman verschlossen dem Kf. ein-gehändigt, der sehr unzufrieden war; „diser graf will mir auchmeine diener abspannen. 2 Solichs gibt man für, als habe man nichtänderst vermeint, dan das das schreiben die widerantwurt dercolnischen Sachen seie; ob nun das propter modum insinuationisgeschehen, weiln der insinuistae sich vil jetzmals erzaigen, odernit, kan ich nit wissen''.....
Wiesbaden. Dill. Arch. T. 457. Eigh.
10.* De Vaulx 3 an König Philipp II. 31. Dezbr.
(Angesichts der Beziehungen der Niederländer zu den deutschen a 'Fürsten soll der König vor allem 8achsen zu gewinnen suchen unddie Fürsten wegen ihrer materiellen Interessen beruhigen. Dergünstige Umschwung in der Kurpfalz.)
„Visto lo que los Estados van dando ä entender ä los prin-cipes d'Allemanna, paresce que bien convendria que V. Mag d hi-ziesse tambien de su parte algunos officios con ellos, y principallementecon el de Saxen, de quien esperan valerse; Ä buen tiempo se lemuriö 4 V. Mag d el ellettor Palatino del Rheno, porque syviviera, hiziera lo peor que pudiera. Su hijo mayor, el ellettor,no es de su humor ny de su religion- El secondo sy, que se llamaCazimiro, mas no tiene la possibilidad de su padre. Y como äcausa de las revoeltas de Flandes algunos de los dichos prineipesreeiben interes en v sus rentas ordinarias, creo que se holgarianque V. Mag d les assegurasse que la horden que dessea dar por alläpara reduzir las cosas al estado que han de estar, serä todo ensu mayor beneficio dellos y de todos los prineipes vezinos". . . .
Fa. K. 1543. (B. 42). Eigh.
1 Vgl. Lossen I, 507 f.
3 Am 13. Juni 1577 dankt Reuber aus Heidelberg Johann vonNassau für die briefliche Aufforderung in seine Dienste zu treten; erhabe noch keine Ursache, vom Kf. wegzuverlangen, der „mir mit allengnaden gewogen und als ein ganz milter sanftmutiger fürst mich inmeinem gewissen bis anher unbedrubt gelassen, auch verhoffentlichhinfurter gegen mir und andern, so gewissens halben mit I. Ch. Gn.in religionssachen nicht durchaus übereinstimmen können, sich nichtänderst dan bis daher beschehen vorhalten und erzeigen wird". Gestaltees sich anders, so sei er, wie er schon Ludwig von Wittgenstein er-klärt habe, bereit sich da niederzulassen, wo er J. u. a. Grafen undHerren von Haus aus raten und dienen könne (Wiesb. Eigh.).
8 Abgesandter Don Juans in Frankreich; vgl. Kervyn IV,522 f.