Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
Seite
650
Einzelbild herunterladen
 

650 1577 8*9*.

der Schrift gelernt hat;es seind sonsten der glauben so viel, dasman zuletzt in zweifei geraten mochte, ob auch ein glaube rechtwere. Das were das beste und christlichste, das man die gutenirrenden Christen fein zu unser ler und glauben bekenntnuss brecht'das wir aber zu inen sollen dreten und des ungewiss fürs gewisseannehmen, wirdt einem christlichen herzen schwer sein, er sei dennmit inen" . . .

Marb. Pfalz 1577. Cop.

20.Juni 9.* Sigmund Ehern 1 an Graf Ludwig von Sayn zu

H . eidel " Wittgenstein,

berg °

(Lage der Reformirten in Heidelberg und in den Aemtern. Ein

Bekehrungsversuch bei Pf. Kunigunde Jakobäa. J. C. und der Kf.

Keuber in Köln und ein Sehr. Johanns von Nassau.)

.....»Wir" haben noch Barfüsserkirche," Sapienz und Päda-gogium; weshalb, wird verschieden beurteilt; glaubt, man befürchtein Abwesenheit des Kf. einen Tumult; wennunsere kirch alhie"noch eine Zeitlang hier gelassen wird, ist kein Zweifel,derCalvinisten taglich, sonderlich under den studiosis mer erzaigenwurden". Ausserhalb Heidelbergs werden die Prädikanten mitSpott und Drohungen angehalten ihre Häuser binnen 2 Tagen zuräumen, so dass sie ihr Vieh und Geschirr verschleudern müssen.. . Mietlinge sind bisher, soviel er erfahren, nicht mehr als 40angenommen worden, 8wöliche ein vermeinter usbund sein soln;weil aber das prineipal diser orgel nicht vil schätz wert, ist zubesorgen, die zwerchpfeifen werden auch heiser genug sein." Bisherhat man noch kein ganzes Amt deformirt, sondern den einen indieses, den andern in jenes geschickt,ininassen dan die pestisanfangs anzugreifen pfleget". Glaubt L. bereits gemeldet zu haben,wölicher gestalt unser haus- hof- und Jägermeister understanden,das junge freulein, 1 als sie uf den pfingstag mit uns communicirenwollen, unterstanden zu bekern und von demselben abzuhalten,aber sie sich redlich und standhaftig gehalten, auoh mit solcherdapferkeit erzeigt, das, obwol Pfalz nach solichera dessen berichtund hochgedachtem freulein schriftlich derselben Unwillen erclert,dannoebt nicht underlassen I. Ch. Gn. sovil anzudeuten, hierinnengott mer als den menschen zu gehorsamen sei. Daruf auchfvernerer vexation zu entgen) so ist si zu ihrem bruder Casimirovorgestern gezogen, achte, alda uf etliche zeit und vileicht garderentz verpleiben werde." Es heisst, J. C. werde in wenigenTagen sich zum Kf. begeben, um mündlich über Neustadt u. a.Sachen zu verhandeln. J. C. hat bisher nicht bequem Ursachegehabt sich des Kanzlers anzunehmen. Da er aber selbst beim

1 Unter Kf. Friedrich III. Stallmeister (Widder I, 52) und Schult-heiss zu Heidelberg (Kluckhohn II, 931).

a Dies widerspricht dembeiCuno I, 113 angegebenen Datum ihrerSperrung für die Reformirten (11. Mai).

3 Vgl. hiezu Struv S. 299 f.

4 Kunigunde Jakobäa, die jüngste Schwester des Kf. Wer derHaus- Hof- und Jägermeister" ist, vermag ich nicht zu sagen.