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11. Juni kann. Von einem Eel. Gespräch nicht viel zu erwarten. BekehrungEujg der Irrenden, nicht Uebertritt zu ihnen wegen der Christen in Frank-reich und den Niederlanden.)
Weist W. Entschuldigung, er nehme keineswegs die ParteiCasimirs, zurück. Casimir untersteht sich auch sonst allerlei unbil-liger Händel; „in summa, er were gerne selbst churfurst". W- sollJ. C. davon abbringen, „und beschultigen den guten frommen Lotzennicht so mit unbillichen auflagen; er ist sonsten das geduldigescheflein gegen den bösen reissenden wolfen". 1 Der Kf. ist geneigt,des Kodizills wegen nachzugeben, soweit dies ohne Beeinträchtigungder Kur geschehen kann. Jede Schwächung der Kur im Einzelnenwürde schlimme Konsequenzen haben und die Aussicht auf Erhalt-ung der Kur für den jungen Sohn des Kf. sehr gering machen.Wenn W. auf das Recht des Testators hinweist, erwidert sie, eskönne niemand etwas vermachen, was ibm nicht zusteht. Wennder Kf. und alle Herzoge von Sachsen sterben und etwas vermachenwürden, das zur Erbverbrüderung [mit Hessen] gehört, so würdeW. gewiss sein Veto einlegen. Ganz so ist der Fall mit Neustadt,das ausdrücklich zur Kur gehört, von der etwas abzureissen dieGoldne Bulle untersagt. „Derhalben hat M. Gn. H. [Friedrich]durch der bösen leut praetiken etwas verschafft, das S. Gn. nichtzugestanden". 2 Sie nimmt sich sonst der Sachen wenig an, ausserdass sie ihren Herrn nach Kräften zu trösten sucht. Casimir warnoch nicht bei ihnen, so dass sie sich gegen ihn weder freundlichnoch unfreundlich stellen konnte. Sie wird sich nicht ins Regimentstecken; aber Unbilligkeit kann sie nicht billigen „und ist widermein natur, das ich kann schwarz weiss heissen und böses gut".Erbietet sich zu aller Freundschaft gegen den Bruder, sofern esGottes Wort und Wahrheit nicht angeht. „Wann man aber demhund zu will, so muss er haben leder gessen, und hilft nichts, mantue was man will. Das hat man ja wohl an meiner Schwester
1 Vgl. I. 48 A. 1.
9 Vgl. I. 59; über die gewaltsame Einnahme von Neustadt durchJ. C. im August 1577 ebd. No. 73. — Hierüber vermerkt J. C. inseinem Kalender: 13. August „mit mein gemahl gen Neustadt zogen;"15. Predigt, dann Fischen bei Brauchweiler; furters auf dem waldspazieren geritten; 15. „frue tenu conseil"; Nachmittags spazierenauf Schloss Wolfsberg; 16. Hirschjagd Igelheim; wieder nach Neu-stadt; 17. „frue umb 2 uhr mit gottes hilf die Stadt eingenommen,die ratsherrn in ire heuser verstrickt". Gesandte von England, Navarraund Conde. „Disen tag mit inquerierung des rats umbgangen".18. Nachmittag „mit examination der rats person umbgangen bis umb8 uhr in die nacht"; 19. abermals mit dem Rat gehandelt; 20. etlicheRatspersonen entsetzt „und wider an stat ordinirt"; Nachmittag Ratund Gemeinde versammelt und alles richtig gemacht; „haben sie mirein becher verehrt". 21. Pf. Reichard kommt wegen des Kf. 22. „frucrat gehalten und mich resolvirt, casse le testament de feu ms r etpere"; Nachmittag zieht Pf. Reichard weg. 23. Zitationschr. vom Kf.24. gen Friedrichsbühl zum Bruder; 28. „mon frere a traiete avecqemoy". Kf. und Reichard nach Heidelberg; J. C. mit dem B. vonSpeier nach Udenheim. Vgl. hiezu das Sehr, der Kf. Elisabeth anL. Wilhelm vom 18. Nov. 1577 (I. 85).