Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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638
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638 1592 691.

6. Juli 691. Instruktion Landgraf Wilhelms für den an

Schmal- Kurfürst Friedrich IV. abgesandteu Rat Dr. Peucer 1

kalden ° l °."

(Warnung vor gefährlichen Unternehmungen und ihren Anstiftern

mit Hinweis auf die Packischen Händel. Fr. hat mit Pf. Reichard

und den pfälzischen Landständen schon genug zu tun und auf den

Kaiser Rücksicht zu nehmen.)

Er soll S. L. anfangs unsere freundliche dienst, auch allesliebs und guts vermelden, und da er an leibsgesundheit undglücklicher regierung wol zustünde und hernacher gieng, das unssolches jederzeit lieb zu verneinen were. Darneben soll er S. L.ferner vertraulich anzeigen, wir Hessen uns bedünken, das vielleute weren, die gerne vou S. L. mantel auch ein stuck hetten,sich darein zu kleiden. Wir rieten aber S. L. ganz treulich, siewolten sich wol fürsehen, und sich in alle weitläufige hendel nichtzu weit ein noch sonst verfüren lassen, und dabei sonderlichdes exempels mit doctor Backen eingedenk sein, welcher unsersherrn vatern, gottseliger gedechtnus, als der zeit auch noch einen

seiner kurf. Würde: Zu Anfang des jüngst verschienenen MonatsMai [!] hielten die rheinischen Kf. einen Probationstag zu Andernach[Häberlin XVI, 198 ff.], auf den sie den Kf. von der Pfalz einludenund seinen Abgeordneten ohne Diffikultirung Stimme und Sessioneinräumten. Ebenso geschah es auf dem oberrheinischen Kreistag zuWorms im Mai, für den Kf. als Erben von Lautern und mit Bezeich-nung desselben als Kf., während etliche Gesandte daselbst gegen denvon den Abgeordneten Pf. Reichards gebrauchten Titel eines Kf.-Administrators Einspruch erhoben. Kurmainz ersuchte vor wenigenTagen den Kf. Friedrich in Sachen Mainz contra Isenburg zum Richtervermöge der Austräge und schickte ihm ein Sehr, der 4 rheinischenKff. an den Kaiser wegen des französischen Kriegsvolks und derniederländischen Ausfälle zur Ausfertigung. Die geistlichen Kff.schlagen eine persönliche Zusammenkunft der 4 rheinischen Kff. vor.Dahero abzunemen, das mit churf. Pfalz als einem regierendenchurf. die übrigen drei reinische churff. Imperii negotia tractiern.Signatum den 22. maii anno etc. 92. stylo veteri". Am 2./12. Juniteilt der Kaiser Baiern seine Verhandlungen mit den kurpfälzischenGesandten sowie fernere Gesuche Reichards mit und bittet wiederholtum Gutachten (ebd. Or.). Zum weiteren Verlauf der Sache vgl.Stieve IV, 195 A. 6.

1 In einem Sehr, an Kf. Friedrich, gl. Datums, erklärt L. W.,nachdem der Kf. ihnunderm dato Heidelberg den 13. nehist ver-flossenen monats junii" um Sendung Peucer'sezlichen bericht vonim zu vernehmen" gebeten habe, könne er nicht umhin, P.E. L. einZeitlang folgen zu lassen", ersucht jedoch um Zurücksendung P., so-bald dieserE. L. seine meinung und bedenken zu erkennen geben";P., dem auch sein körperlicher Zustand bekannt, sei ihm schwer ent-behrlich und habe ausserdem viele Gegner auch unter hohen Standes-personen,die die leute understehen zu überreden, das nie grösserund verdamblicher ketzer auf erden gelebt, der mehr leute wiste zuverfuhren, als eben er, dieweil er bei seinem schweher Philippo Melan-thone, auch Luthero selbst und andern gelerten leuten viel dinge er-fahren und gesehen, die etwa andere, so sich hoch ausgeben, nichtgesehen haben" (ebd. Or.)- Vgl. Bongars an Camerarius, Frank-furt 12. Juli:Nudiustertius D. Peucerum hie habuimus, Heidel-bergam iter facientem" (Bongars, epp. S. 83). Ein eigh. Kondo-lenzschr. Peucer's an Kf. Friedrich, Kassel 14. Januar, Me. No. 1(J03.