691. 1592 639
jungen herrn, dermassen eingenommen, das er S. vaterlichen Gn. 6. Juliangab, als solte damals S. Gn. schweher, herzog Georg zu Sachsen Schmal-sambt dem Römischen könig, dem bischofen zu Mainz und kaldenmehr vornemen papistischen herrn des Vorhabens sein, S. väter-liche Gn. mit der tat und gewalt zu überziehen und anzugreifen,und wissen nicht wohin zu treiben. Wie er aber solch sein vor-geben bezeugen sollen, da blieb er dahinden und konde nichtsbeweisen, ohne das er plausibilia et verisimilia vorgab, die im zubeweisen unmüglich waren etc.
Darumb S. L. sich wol fürzusehen, dass nicht böse leuteS. L. auch mit dergleichen dingen verfüreten und in schaden odernachteil brechten. Vornemlich aber wolle S. L. sich vor allendingen pacem publicam lassen befolen sein und darauf alle irehandlungen nechst gott richten und sich vor solchen delatoribusmit ihrem ungegründeten angeben wol hüeten. Dann es were inS. L. vermüegen nicht, solches alles, wie es die leute vorgeben,auszufüren. So gehörte auch mehr darzu, als ein par roter schuchzum danz. Und hetten S. L. noch wol inter amicos et privatosleute, mehr als zuviel, die S. L. gern eine kappen schneiden,auch gering und klein machen wolten, ja wo sie könten, S. L.nicht gerne zu gross werden lassen, inmassen S. L. dann albereitvor äugen sehen und genugsamb spüreten, womit jetzo under andernherzog Reichard pfalzgraf und sein des churfürsten L. landstendselbst umgingen. Darumb S. L. sich wol vorzusehen und in achtzu haben, das sie sich vor andern in solchen hendeln nicht ver-diefe und dardurch bei der kais. Mt. . . in andern verdacht undgrössere weitlauftigkeit gebracht werden. Welches alles S. L.von uns als dem nahe verwandten freund änderst nicht danntreulich und wol gemeint vermerken wolten. Was auch imD. Peucero von S. L. darauf zur autwort geben würd, davon hater uns zu seiner widerkunft zu berichten."
Mb. Or. „Hess. Acta und Corresp." fol. 104 No. 95.