Druckschrift 
3 (1903) 1587 - 1592
Entstehung
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631
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684. 1592 631

mehr dann sie es villeicht sambt andern noch zur zeit Selbsten 16. Märzwahrnehmen und vermeinen, einreisset. 1 Dillen-

E. L. kann ich dismals in eil weiter oder mehr nit schreiben, bürgsondern will biemit dieselbe sambt.

Datum Dillenberg, den 16. martii ao. etc. 92.

Johann etc. der elter.

Ingelegter zettel. Auch wol. fr. wolt E. L. ich ganz fr. gebe-ten haben, das sie uf gelegenheit denken wollen, wie es etwan zuwegen zn bringen und zu erlangen sein möchte, das meinen vetternvon Hanau, wo nit beeden, doch zum wenigsten dem eitern ver-gönnt werden möchte, underweilen etzlicher gesandten werbungund beratschlagung solcher sachen, daran nit vil gelegen, beizu-wohnen und ein freien zutritt in M. Gn. H. gemach zu haben".

Wiesbaden. Dill. Korr. 1592. f. 23 f. Oonc. (Fragment).

1 Vgl. biemit die Klagen über Grünrade's Eigenmächtigkeit indem Bedenken No. 680. Auf diese Dinge kommt ein katholischerDiskurs aus dem J. 1604, der einen historischen Eückblick auf dieEntwicklung des kurpfälzischen Calvinismus gibt, ausführlich zusprechen, (un vieux discours touchant Testat et les troubles de France",zum Teil chiffrirt wie auch ein beil. Sehr, an einen Freiherrn, Strass-burg 26. Mai 1604, Ma. 403/9 f. 237 ff; vgl. Stieve V, 745 A. 5;doch bezieht sich die dort hervorgehobene Anzweiflung einer legitimenHerkunft nicht auf Friedrich IV., sondern auf Friedrich V.).Der Verf., ein ehemaliger kurpfälzischer Beamter Hussmann, derkatholisch geworden war (ebd. S. 20 A 5), erwähnt bereits bei derErziehung des jungen Pf. Friedrich Otto von Grünrade alseinenziemlichen gelehrten Mann", von ganzem Herzen dem Calvinismus, demHaus Nassau-Dillenburg und besonders dem Grafen Moritz zugetan.Neben Gr. wirkte dann ein neuer Hofmeister, Hütten, ebenfalls für dieFörderung des Calvinismus, des Hauses Nassau und des pfälzischenAdels. Hütten lehrte den jungen Pf. Reiten, Ritterspiel und Hof-gepräng, überhaupt alle3, was er als dem jungen Herrn angenehmerkannte, der keine Lust zu den Büchern hatte und schliesslich ohneHütten nicht leben zu können meinte. Hütten hing den pfälzischenAdel an sich und stellte dem jungen Herrn die Aufhebung der Land-sässerei als unbedingt nötig dar; er verhinderte ferner, dass der jungeHerr in die Kanzlei gezogen wurde, und brachte damit nicht nur dieRäte, sondern auch den tutorem selbst [J. C] bei dem jungen Herrnin sehr grosse Geringschätzung und Widerwillen, so dass dieser allenGelehrten feind und abhold wurde.Wie aber dardurch letztlichzwischen pfalzgrave Casimirn und dem jungen hern, zwischen tutornund raten, dan auch zwischen ihnen selbsten grosse differenz und miss-verträuliehkeit erwachsen, dardurch doch endlich Hütten . ausgebissenworden" u. s. w., das auszuführen wäre zu lang. Nach Casimirs Todwurde auf Veranlassung Grünrades Hütten alsbald wieder nach Heidel-berg berufen,hat jetziger chnri. pfalzgrav ihme gleichsam das ganzregiment untergeben und hoch versprochen, in etlichen jähren nichtsohn seinen rat und willen zu tun, also das in der tat und warheitHütten churfurst gewesen". Otto [Grünrade] behielt das Regiment inKir. hen und Schulen und die alten Räte und Diener wurden fast alleansgebissen. Diese Darstellung des ehemaligen pfälzischen Ratsstimmt im Wesentlichen mit den Klagen des 2. Diskurses (No. 680)und des obigen Sehr, überein.