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16. März meine Schwester die witben * sich uf ein vorsorg und in eventum
Dillen- sie danieden heruf ersucht werden solt, zu der reise, doch in
bürg geheimb und unvermerkt, zu praepariren, zeitlichen ermanen und
also das werk, inmassen es an mich gesonnen und begert worden
sovil an mir ist, schleunig befordern möge.
Da die bewuste sach, deren halben ich bei E. L. in derogemach und sonsten zu underschiedlich malen anregung getanhaben, noch nicht an gute ort geschickt were, so hilt ich dasselbigumb vieler Ursachen willen nachmaln ein hohe notturft sein.
Ich hoff, E. L. werden zwischen wegen mit dem von Grünrathnoch gut gesprech des canzlers 2 halben gehabt und denselben etwazu fernerem nachdenken verursacht haben. Dan soviel ich denSachen seither ferner nachgedacht habe, so dünkt mich, es werenGrünrathen seiner argumenten eins teils wohl abzulehnen und er,in betrachtung an dieser sachen so hoch und viel gelegen, auchich hiebevor gespurt, das er sich wohl in andern sachen, da ersichs doch am wenigsten, dieweil er vleissig zuvor gebett hat, ver-sehen, doch Verstössen, und wen er sich etwan hierin irren solte,schwerlich versündigen und zu grossem unheil menschlich darvcnzu urteilen geben würdet, zu gut Vorsichtigkeit vleissig zu ermahnen.
An des von Grünraths christlichem gemüt und eifer hab ichgar keinen zweifei. Weil man aber zu sagen pflegt, das ein weiserman keine kleine torheit tue, er auch von St. Peter etwas geerbetund kein mensch sonder Schwachheit ist, ja der Satan den ausser-welten kindern gottes am heftigsten zusetzt und nachschleichet undwohl weiss, wenn er einen solchen bäum feilen mag, das derselbevil andere mit darnider schlegt, so muss man desto weniger nach-lassen, an diesem ort zu bauen, und solches sovil da mehr, dieweilman spüret, das nit allein zwischen Grünrath und dem canzler,sondern auch, welchs noch gefehrlicher ist, zwischen ihme dem vonGrünrath und dem ministerio grosser Unwillen und misstrauen, ja
Von Johanns Schwestern lebten damals zwei als Wittwen, Maria(geb. 1539, verm. 1556 mit dem 1586 verstorbenen Grafen Wilhelmzu Berg, Herrn zu Bylant) und Katharina (geb. 1543, verm. 1560 mitdem 1583 verstorbenen Grafen Günther von Schwarzburg). Das hierberührte „Werk" könnte sich vielleicht auf die (1593 geschlossene)Verbindung des jungen Kf. Friedrich mit Luise Juliane, der TochterOraniens beziehen.
* Reuber; über dessen scharfen persönlichen Zusammenstoss mitPf. Eeichard zu Heidelberg im Januar und seine nachfolgende Ent-lassung vgl. Häberlin XVI, 340; 1593 trat er in die Dienste derStadt Strassburg. Am 26. Okt. 1598 schreibt L. Ludwig aus Marburgan L. Ludwig den Jüngeren in Darmstadt, die Vormünder der Waldeck-ischen Söhne, Georg von Erbach und Simon zur Lippe, wollten denDr. Eeuber als Rat und Diener nach Waldeck berufen, Reuber habeaber einst übel wieder das Testament des Kf. Ludwig gehandelt, sichdann beim jetzigen Kf. von der Pfalz also gehalten, „das S. L. ihnenauch beurlaubet", und sei als ein Unruhstifter bekannt (Darmst. ßel.Sachen, Or.).